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6.2.1940
 
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Dienstag, Mebruar 1940

M. Jahrgang

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Amsterdam, 5. Februar. (Europapreß.) Die wachsenden Sorgen haben die Engländer in den letzten Wochen veranlaßt, die in der letzten Zeit mit steigendem Nachdruck vorgebrachten Forde­rungen der Inder wieder einmal wenigstens anzugehören. Die gegenwärtig in N e u - D e l h i ge­pflogenen Besprechungen zwischen verschiedenen in­dischen Gruppen und dem Vizekönig von Indien, Lord Linlithgow, werden denn auch in Lon­don mit Aufmerksamkeit verfolgt. Wie sehr aber auch England dieses Mal wieder mit seiner alben Regeldivide et impera" zu arbeiten versucht, geht aus dem amtlichen englischen Bericht über die Be­sprechungen von Neu-Delhi hervor. In ihm heißt es nämlich, daß der Vizekönig zwar wie schon so oft in den letzten Jahren erneutden Wunsch der britischen Regierung" vorgetragen habe, Indien zum frühmöglichsten Zeitpunkt das Dominionstatut zu gewähren, doch heißt es zum Schluß, daß die Besprechungen vorläufig nicht fortgesetzt werden sollen, da zunächst der Versuch einer Eini­

gung zwischen den verschiedenen in­dischen Gruppen gemacht werden soll.

England will also wieder einmal nichts anderes als Zeitgewinnen. Darüber hinaus hat es die Hoffnung, daß das seit Jahrhunderten sich in Kasten- und Konfessionsstreitigkeiten befehdenden In­dien auch dieses Mal zu keiner Einheitsfront gegen feine englischen Unterdrücker gelangen wird und England auch weiterhin davon entbunden bleibt, Indien die seit langem versprochene Selbständigkeit zu gewähren.

Gandhi versucht zwar zur Zeit in einer Un­terredung mit dem Führer der indischen Moham­medaner, D j i n n a , festzustellen, inwieweit eine Einigung zwischen den indischen Mohammedanern und der Kongreßpartei möglich ist. Gleichzeitig aber hat er auch betont, daß er keinen Auftrag von der Kongreßpartei habe, sondern nur für sich sprechen könne. Ferner erklärte er, daß die vom englischen Vizekönig wiederholten Vorschläge nicht aus- reichten, um die Forderungen des Kongresses zu befriedigen.

von der tschechischen Regierung angeordneten Ar­beiten, vor allem der Bau der W e st o st - Auto st raße, schreiten rüstig vorwärts und er­gänzen die deutschen Planungen, die, wie der Donau-Oder-Kanal und die Reichsautobahn Bres­lau-Wien, auch für das Protektorat von größter Bedeutung sind. Dor allem der Donau-Oder- Kanal eröffnet außerordentliche Möglichkeiten. Mähren wird dadurch an den Ostseehafen S t e t - t i n angeschlossen, und das wichtige I n d u st r i e - gebiet von Wittkowitz, dessen Eisenwerke fa Weltruf genießen, wird durch einen eigenen Hafen an das osteuropäische Verkehrsnetz angeglie- dert. Dazu kommen die leichteren Verfrachtungs­möglichkeiten für die im gleichen Raum gewonnene Kohle, sodaß eine erhebliche Senkung der Ex­portsätze zu erwarten ist.

Die Lebenshaltungskosten im Protekto­rat, die unter der tschechoslowakischen Herrschaft ziemlich niedrig waren allerdings war auch die Bezahlung der Beamten und Angestellten für deut­sche Verhältnisse unverhältnismäßig niedrig, müssen nun nach und' nach dem allgemeinen mittel­europäischen Preisniveau angepaßt werden. Daß sprunghafte Preissteigerungen nicht zulässig sind, ist selbstverständlich. Die langsame Verschiebung der Preisbildung nach oben vollzieht sich im Gleichtakt mit einer im ganzen Protektorat gesetzlich durchzu­führenden Einkommenserhöhung, wobei genau darauf geachtet wird, daß Löhne und Gehäl­ter mehr steigen als die Preise. So ergab sich Ende

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Brünn, im Februar 1940.

Nun, da sich bald das Jahr vollendet, seitdem Böhmen und Mähren als Protektorat dem Großdeutschen Reich angehören, liegt ein lieber« blick über die in diesem Jahr geleistete Arbeit im deutsch-tschechischen Gemeinschaftsraum nahe. Durch den damaligen Erlaß des Führers, der die Grund­lagen der Protektoratsverwaltung festlegte, war ja etwas ganz Neues, bisher noch nie Dagewe­senes geschaffen worden. Das nationalsozialistische Deutschland unternahm den Versuch, dem tsche­chischen Volk im mitteleuropäischen Kräftefeld jene Stellung zuzuweisen und zu erhalten, die sich aus der besonderen Lage Böhmen- Mährens schicksalsbedingt ableitet, und gegen die zu verstoßen nicht nur ständige Unruhe im Osten, sondern vor allem für das tschechische Volk selbst schließlich den Untergang bedeutet hätte. Dass Problem, an dem das alte Oesterreich gescheitert war, begann das nationalsozialistrsche Deutschland einer positiven Lösung zuzuführen.

Die Frage, die sich selbstverständlich sofort auf­drängte, war, wie sich das tschechische Volk selbst nach der zwanzigjährigen Hetzpropaganda des Be- nesch-Kreises zu dieser Neuregelung stellen würde. Die deutschen Reichsbehörden, die im Protektorat ihre Tätigkeit aufnahmen und sie weitaus mehr beratend und lenkend als selbst eingreifend erledigen, gingen hierbei unter der Führung des Reichsprotek­tors in Böhmen und Mähren, Freiherrn von Neurath, mit ganz besonderem Takt vor. Man wußte, daß das tschechische Volk in seinen Entschlüs­sen weit langsamer zu sein pflegt, als es im allge­meinen der deutschen Dynamik entspricht. Darauf nahm man deshalb im besonderen Bedacht. Dazu kam, daß das tschechische Volk in der Person des Präsidenten Dr. H a ch a, dessen ausgezeichnete Be­ziehungen zu Herrn von Neurath bekannt sind, einen weitsichtigen, klarblickenden Leiter feiner Ge­schicke fand. Der tschechische Gesandte in Berlin, Herr von Chvalkowsky, unterstützt diese Rich-

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teln in denSchutz" der britischen Geleitzüge hin­eingelockt wurden, kann und will London um kei­nen Preis zugeben, daß dieserSchutz" rest­los versagt. Es ist für England mit seinem Tonnagemangel eine lebenswichtige Frage, ob es auch weiterhin durch die Fahrten neutraler Schiffe mit allen unentbehrlichen Gütern versorgt wird oder nicht. In erster Linie aus diesem Grunde ist London entschlossen, die Neutralen auch weiterhin in den Tod zu Hetzen, in der Hoffnung, daß das eine ober andere Schiff doch noch durchkommt und die heißersehnten Rohstoffe und Lebensmittel bringt. Daß dabei die neutralen Schiffe bei der Versorgung Englands die gefährdet st en Zonen zu übernehmen haben, ist bei der englischen Geschäfts­moral keine Frage. Natürlich kann man den Ver­lust neutraler Schiffe auf die Dauer nicht verschwei­gen, denn es fällt auf, wenn sie nicht zurückkommen. Daher werden die Verluste nach und nach auch bekanntgegeben, aber mit den harmlosesten Begrün­dungen.Strandungen",Riffe" und ,Klippen" müssen herhatten. Um keinen Preis aber wird Lon­don gestehen, daß gerade der Geleitzug die Ursache ihrer Vernichtung war und daß dieses Sy­stem überhaupt keinen Schutz gewähr­leistet.

3n der Todeszone um England.

Explosion

auf einem holländischen Tankdampfer.

A rn st e r d a rn, 6. Febr. (Europapreß.) Die Direk­tion der holländischen Petroleum-GesellschaftLa Corona" im Haag, einer Tochtergesellschaft der Königlichen Shell-Gesellschaft, hat ein Telegramm des Kapitäns ihres Motor-TankschiffesCero- n i a" (9000 Brgt.) erhalten, wonach in der Nacht zum Montag eine Explosion an Bord statt­gefunden hat, durch die großer Schaden angerichtet wurde. Das Schiff befand sich zu dieser Zeit dicht vor der englischen K ü st e. Es ist in der Lage, seine Fahrt nach Rotterdam fortzusetzen. Der schwedische DampferAndalus ia" (1375 Brgt.) gilt als verloren, da der Dampfer am 17. Ja­nuar aus Bordeaux auslief und seither ver­schwunden ist. Das MotorschiffSegovia" von der Norwegischen Mittelmeer-Linie, das sich au der Reise von Portugal nach Norwegen befand, hat seit dem 20. Januar nichts mehr von sich

Rom, 6. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die doner Versuche, die letzten großen Erfolge der deut­schen Luftwaffe an der englischen Ostkuste hinweg- zulügen, bieten ein klägliches Bild. Die begreifliche Bestürzung über die Versenkung von Schiffen, die in Geleitzügen fuhren, hat völlige Verwirrung geschaffen. So wird in London amtlich mitgeteilt, daß infolge des deutschen Luftangriffes nur ein einziges Schiff, ein Norweger gesunken fei. Gleichzeitig wird jedoch in einer ebenfalls amt­lichen Verlautbarung eine dramatische Schilderung mit allen Einzelheiten vom Untergange d e s modernen MinensuchersSphinx" ge­geben, von dessen Besatzung 54 Mann ums Leben gekommen sind

Der Londoner Vertreter der römischen Agentur Stephani teilt den Untergang des britischen Damp­fers Kildale" mit. Eine deutsche Fliegerbombe hat nach dem Bericht das Deck des Dampfers durch­schlagen und war,im Maschinenraum explodiert. Die Explosion hatte mittelbar sechs Tote und unmittel­bar das Sinken des Schiffes zur Folge, von dessen Besatzung 15 Mann gerettet werden konnten. Außer­dem sind der Agentur zufolge mehrere neutrale Dampfer gesunken bzw. beschädigt worden. Zu den beschädigten Dampfern gehörten das griechische SchiffNicolau Z o g r a f i a" (7050 Brgt.) und eine ganze Reihe anderer. .

Hier liegt der Hase im Pfeffer. Nachdem die Neu­tralen mit allen, auch mit den gewissenlosesten Mit-

Britisches Minensuchboot gesunken

Durch deutsche Flugzeugangriffe beschädigt.

Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Rpf.

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0er ungedeckte Scheck.

Das FremdwortP lu t o kr atie" (aus dem griechischen plutos = reich und kratein = herrschen) hat aufgehört, für uns Deutsche ein fremdes Wort zu fein. Der englische Krieg lehrt uns täglich, was darunter zu verstehen ist: die Diktatur der G e l d s ä ck e , das staatliche Regime, das von einer eigensichtigen, zahlenmäßig kleinen Besitzkaste um des Geldes Willen über das arbeitende Volk ausgeübt wird! Aber es ist auch wichtig zu wissen, wie dieses System derPlutokratie" so nannte man im alten Griechenland dieHerrschaft der Rei­chen" im einzelnen funktioniert und aussieht. Denn um mit einem Feinde fertig zu werden, muß man ihn, seine Ziele und feine Sorgen genau kennen.

*

Wer in England einen ungedeckten Scheck ausstellt, gilt ohne weiteres als Betrüger und wird schwerer bestraft, als es in anderen Ländern üb­lich ist. Ohne diese strenge Gerichtspraxis hätte der englische Scheckverkehr niemals seinen hohen Stand erreicht. Die unbarmherzige Ahndung jedes Scheck­oergehens macht es begreiflich, daß zu den nächt­lichen Angstträumen vieler Engländer auch die Träume gehören, in denen sie sich wegen eines un­gedeckten Schecks vor dem Richterstuhl zu verant­worten haben. Selbst die englischen Millionäre haben mitunter derartige Angstträume. Um so an­genehmer, wenn solch ein Millionär, womöglich ein mehrfacher Millionär bann schweißgebadet aufwacht unb erleichtert feststellt, daß ihn nur ein Traum gepeinigt hat.

England hat bekanntlich sehr viele Millionäre, was kein Wunder ist, da unübersehbare Heer­scharen britischer Untertanen und unter die Knute Englands gezwungene Kolonialoölker für einen menschenunwürdigen Lohn arbeiten und schuften müs­sen. Damit sich an dieser für Englands Millionäre errfeulichen Tatsache nur ja nichts ändert, haben die schwerreichen und adligen Familien Englands eine Art von Gegenseitigkeitsverein gegründet, auf englisch: ein ,gentleman agreement". Nach diesem ungeschriebenen Abkommen schieben- sich die Millio­näre gegenseitig die Ministerposten zu, so daß sich die englische Regierungsgewalt immer nur in den Händen weniger Bevorzugter be­findet, was nicht daran hindert, das Wort Demo­kratie so oft und fo laut wie irgend möglich zu gebrauchen. Auch jetzt im Kriege reichen sich Adel und Geldsack die Hände. Von den neun Mitglie­dern des engeren Kriegskabinetts gehören sie­ben dem Adel an, während Neville Cham­berlain den Vorsitz führt, der aus der Schwerindustrie ternär gegangen ist. In dem Gesamtkabinett, das rund 30 Mitglieder zählt, sitzen 19 Adlige neben 11 millionenschwe­ren Angehörigen der obersten Gesell­schaftsschicht Englands, unter denen es natür­lich auch Juden und Halbjuden gibt.

Keiner dieser Minister würde es jemals wagen, einen ungedeckten Scheck auszustellen. Keiner von ihnen käme auch je in die Versuchung, es zu tun. Denn alle ihre Bankguthaben sind dank der Quer-

des Vorjahres nach den Statistiken eine Preis­erhöhung um 20 v. H., dagegen eine Lohnerhöhung um 25 v. H. Tatsächlich ist der Verbrauch an Waren gestiegen.

Zusammenfassend zeigt sich somit im Protektorat das Bild eines gesunden Aufbaues. Die großen Schäden, die den Deutschen während der tschecho-slowakischen Herrschaft zugefügt wurden, werden ausgemerzt, altes Unrecht wird gutgemacht, doch tritt nirgends eine Schädigung berechtigter tschechischer Belange ein. Der Apparat spielt sich ein und funktioniert von Tag zu Tag besser.

Die Slowakei steht zu Deutschland.

Eine Ansprache des Kommandanten der Hlinka-Garde.

Preßburg, 5. Febr. (Europapreß.) Der Oder- kommandant der Hlinka-Garde, Mach, sprach am Jahrestag der ersten öffentlichen Kundgebung für die selbständige Slowakei über alle slowakischen Sender. Er erklärte, wer das geeinte Deutschland Hitlers kenne, wisse auch, auf welcher Seite der Sieg fein werde. Im vollsten Bewußtsein der Ver­antwortung und im Namen jener, die alles für die Freiheit der slowakischen Nation tun, werde die Slowakei in jedem Falle treu und ehrenhaft zu Deutschland stehen. Das Herz eines jeden ehrlichen slowakischen Mannes sage:Spekuliert nicht auf den Verrat des slowakischen Volkes! Rechnet nicht damit, daß wir unseren Freund verraten, der im entscheidendsten Augenblick der slowakischen Geschichte den Schutz des slowakischen Rechtes übernahm. Wir verraten nicht! Wir halten aus und werden siegen!"

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hören lassen. An diesem Tage hatte es die Bucht von Biskaya auf der Fahrt nach Norwegen hinter sich und befand sich in Höhe der Südspitze von Eng­land. Es hatte 23 Menschen an Bord und befaß 2100 Tonnen Ladefähigkeit. In Ostende ist man um das Schicksal des belgischen DampfersChär- l e s" (516 Brgt.) beunruhigt. Es sollen vier der zehn Besatzungsmitglieder in England an Land ge­bracht worden sein. Die sechs übrigen, die sich mit Hilfe eines Floßes in Sicherheit hatten bringen wollen, werden vermißt. Wie weiter bekannt wird, ist der 700 Brgt. große belgische Küstendampfer Eminent" an der englischen Küste gesun­ken. Die elfköpfige Besatzung konnte gerettet wer­den. Das Schiff gehörte einer Antwerpener Reede­rei. Wie es heißt, soll das Schiff auf ein Riff ge­laufen fein. Bei derEminent" handelt es sich um den modernsten belgischen Küstendampfer.

Geringe Knegsbegeisterung in den Dominions.

Nur entferntes Interesse" an Englands Krieg.

N e u y o r k, 5. Februar. (DNB.) Die irische Zeit­schriftG a e I i c American" wendet sich gegen die britische Behauptung, daß das Empire ge­schlossen hinter denChurchills-Chamberlains" unb anderen Kriegstreibern stehe. Es sei bezeichnend, daß trotz der Zensur zur großen Verlegenheit der imperialistischen Kriegshetzer Berichte durchsickerten, wonach die Südafrikaner, Australier und Kanadier nur entferntes Inter­esse an dem Krieg in Europa auf bringen und nicht vergessen haben, daß ihre Teilnahme am Weltkrieg s i e beinahe bankrott machte. Weder Südafrika noch Kanada und Australien hät­ten die allgemeine Wehrpflicht eingeführt, die Aus­hebung von Freiwilligen sei begrenzt und die von London geforderte Steuererhöhung und Dezimie­rung ihrer Jugend löse keine Begeisterung unter den Kolonisten aus. Heber die Zahl der in England eingetroffenen Kanadier ober Australier verlaute nichts. In Wahrheit sei sie sehr ge­ring, sonst hätte England die Tatsache längst in die Welt hineinposaunt. Die knappe Minderheit, mit der die Friedenspartei kürzlich im südafrikani­schen Abgeordnetenhaus unterlag, und die Ankün­digung von Neuwahlen in Kanada zeige ebenfalls, daß beide Dominien keineswegs geeint hin­ter der Britenregierung stehen.

Zusammenarbeit im Protektorat

Von unserem Dr. Gtr.-Korrespondenien.

A m st e r d a m, 6. Febr. (DRV. Funkspruch.) Rach einer Reutermeldung aus London ist dort amtlich befanntgegeben worden, daß das britische TU i n e n- suchbootSphinx" (875 Vrt.) sank. 54 Be- sahungsmigtieder wurden nach den bishe­rigen Angaben getötet ober sind ertrunken. Das Schiff hatte eine Friedensbesahung von achtzig Mann. Es war erst im Jahre 1938 vom Stapel ge­laufen und mit zwei 10,2-cm-Flak.Gefchühen sowie fünf Maschinengewehren bewaffnet. Wie Reuter mit­teilt, war das britische Kriegsschiff beidendeut- schen Flugzeugangriffen am Samstag be­schädigt worden.

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tung Dr. Hachas sinngemäß.

Unklar war eigentlich nur die Haltung einer ge­wissen Schicht jenes tschechischen Intellek­tualismus, der an den tschechischen Hochschulen bewußt mit Benesch-Jdeologien durchtränkt wurde unb der von hier aus Einfluß auf das ganze tsche­chische Volk zu gewinnen suchte. Auch in diesem Falle ließ man die Zeit arbeiten. Nach und nach kamen große Teile der tschechischen Intelligenz zu der Einsicht, daß das Schicksal ihres Volkes weit besser im Rahmen der großdeutschen Gemeinschaft, als im Kampf gegen diese aufgehoben war. Eine Gruppe Unbelehrbarer, die den Frieden Böhmens und Mährens zu stören versuchte, wurde im No­vember aus der Aktivität ausgeschaltet.

Im allgemeinen kann man sagen, baß die Er­kenntnis von der Zweckmäßigkeit, wie sich bas Tschechentum, vor allem im jetzigen Kriege, zu verhalten hat (der durch den Feldzug gegen Polen zu einer deutlichen Lehre für die Tschechen wurde) von den östlichen Gebieten her nach Westen gegen die einstige Benesch-Jdeologie versteift. Von Mähren geht die Linie der Anti- Benefchisten gegen Böhmen. Die tschechischen und teilweise slowakischen Bauern der Hannakei, um Proßnitz, um Brünn, im tschechischen Teil von Wischau usw., wollen von einem Beiiesch-Kurs unter keinen Umständen mehr etwas wissen. Da man in diesen Kreisen der Ansicht ist, daß die Umstellung auf die neue Lage auch von der politischen natio­nalen Vereinigung der Tschechen, demNarodni soroudcenstvi", nicht in genügend starkem Maße be­trieben wird, bilden sich gerade in Mähren Gruppen, die dem faschistischen Gedanken nahestehen, und die im Gegensatz zur nationalen Vereinigung die Forderung nach der Beseitigung aller unter dem Benefch-System führenden Personen stellen, ebenso nach der unbarmherzigen Verfolgung aller in der früheren Republik vorgekommenen Korruptions­skandale und die Einführung der Rassengesetze nach nationalsozialistischem Muster. Daneben hat sich m letzter Zeit eine in Prag und Brünn beheimatete, aber in Brünn zu stärkerer Wirksamkeit gelangte Vereinigung für deutfch-tschechifche Zusammenarbeit" gebildet, deren Programm schon im Titel des Bundes beschlossen liegt Ob dieses Programm von tschechischer Seite durch­geführt wird, muß unter Beweis gestellt werden.

Für die Stimmung im Lande ist natürlich auch maßgebend, was jene Tschechen in die Heimat be­richten, die im Deutschen Reich derzeit in Arbeit stehen. Die Briefe all dieser Leute sind durchweg voll des Lobes über die Art, mit der sie in Deutschland ausgenommen wurden. Sie genießen die Betreuung durch die Deutsche Arbeits­front, sie erhalten eine eigens für sie her gestellte tschechische Zeitung, sie bekommen in den Lichtspiel- häusern tschechische Filme zu sehen und sie erzie­len Lohnüberschüsse von nicht geringer Hohe, die sie an ihre Familien nach Böhmen und Mahren überweisen können. Immer wieder findet sichi m den Zuschriften, vor allem an tschechische Blatter selbst, die Aufforderung tschechischer Arbeiter, das tschechische Volk möge sich die deutschen Sozialeinrichtungen zum Vorbild nehmen. Nun ist im Protektorat die Arbeits­pflicht eingeführt, und die jungen Leute, die ja keine Militärzeit abzudienen haben, (es fei Oenn, sie melden sich zur tschechischen Regierungstruppe) greifen willig nach den Möglichkeiten, die ihnen diese Institution bietet. Überhaupt zeigen Böhmen und Mähren das Bild eines Landes, das auf vollen Touren arbeitet. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit ist schon längst verschwunden. Dre

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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