xr.?«8 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 5. Dezember 1940
Der Opfersonntag im Dezember
Stadtverordnetenversammlung als
Dl©®. Der Reichsstatthalter in Hessen hat wegen
Leichtsinn dahinter, den ich heute nicht mche-AW mift gestern so etwas wie ein körperliches
areife .Wesen gesehen hätten. Auf keinen Fall, auch wenn ° ~ < ______ fV*fnk- hi« rVi-i^oinnnn tiAz+i in fohpncmahr nnr Slhnpn
(Nachdruck verboten.)
Als Viktor am folgenden Morgen auf die Bastion
sriaufkommt, sieht er Dr. Gollma allein in einem Lsgestuhl. Er liest , in einem medizinischen Alma-
"ba:
38000 RM. und den Georg Spielmann in Offenbach a. M., Buchrainweg 84, im Unterwerfungsverfahren in eine Ordnungsstrafe von ebenfalls 38 000 RM. genommen.
Feldpostpäckchen mit Lebensmitteln.
3um bevorstehenden Weihnachtsfest werden trotz wiederholter Mahnungen immer wied r ^eldpost- sendungen mit leicht verderblichen Lebensmitteln ins Feld,gesandt. Selbst bei guter Verpackung gelangen solche Sendungen wegen der langen Beförderung vielfach schon völlig aufgeweicht zu den Sammelstellen. Die Weiter- und Rücksendung ist dann zwecklos, weil der Inhalt schon verdorben ist. Die Deutsche Reichspost bittet deshalb dringend alle Absender, keine leicht verderblichen Lebensmittel in Feldpostpäckchen abzusenden, zumal bei der guten und ausreichenden Verpflegung unserer Soldaten
löst hat. Ob da nun eine tiefere Bedeutung dahinter- steckt, das kann ich Ihnen nicht sagen. Ob sich etwa in dem Augenblick, zu dem Sie die Erscheinung hatten, etwas mit der Dame ereignet hat, ob sich etwas mit ihr oder mit Ihnen ereignen wird, das kann nicht ich, sondern nur die Zukunft erklären. Der einzige Rat, den ich Ihnen geben kann, ist: grübeln Sie nicht mehr über die Geschichte nach, nehmen Sie sie als das, was sie ist: als eine einfache Sinnestäuschung, wie wir sie im täglichen Leben ost genug haben, wo wir sie meist mit dem harmlosen Wort Verwechslung oder optische Täuschung abtun."
„Das war eine fromme Lüge. Ich hatte keine Ursache, in der Gefangenschaft meinen Schiffbruch zu offenbaren. So etwas hängt einem dann be- kannttich bis zum Schluß an. Rur Solterbeck kennt den wahren Sachverhalt. Ich nahm nicht den Abschied, ich erhielt ihn. Natürlich steckt eine Dosis
sein?"
„Das ist es auch. Aber denken Sie nur ja nicht,
die Erscheinung noch so lebenswahr vor Ihnen stand.'Es war eine Halluzination, eine Sinnestäu-
„2lber wie stellen Sie sich dazu, daß die Erscheinung eine Mode trug, wie ist sie gar nicht kenne? Natürlich und erklärlich wäre es doch gewesen, wenn ich sie so gesehen hätte, wie ich sie bei irgendeiner Gelegenheit in Mannheim sah, oder so, wie ich sie im Traum gesehen habe, im Ballkleid."
.Lieber Freund ..." Der Arzt machte eine Bewegung, die seine Worte von vorhin ausdrücken soll: Ich weiß, daß ich nichts weiß. „Das sind eben solche Schabernacks, solche koboldhafte Spielereien des seelischen Labyrinths, hinter die wir schwer sehen können, und die es meist auch nicht wert sind, enträtselt zu werden, weil letzten Endes doch nichts dahinter steckt."
Sie schweigen. Nach einer Weile sagt Viktor .aus einem Gedankengang heraus: „Wisien Sie, Doktor, wie mir das Ganze vorkormnt? Wie eine
Aufforderung aus der Ferne. Wie ein Ruf, den eine zarte und ebenso starke Seele durch den Aether zu mir schickte. Was sagen Sie dazu?"
„Durchaus möglich. Warum nicht? Das kann schon sein. Und ich kann mir gut vorstellen, daß Tie jetzt ganz erfüllt sind von dem Verlangen, aus dem Stacheldraht herauszukommen und dem Ruf zu folgen."
„Aus dem Stacheldraht herauskommen will wohl jeder von uns. Das wäre nichts Besonderes. Das Sonderbare ist, daß ich heute so ruhig bin, obwohl das Verlangen nach Freiheit tatsächlich.stärker in mir ist als je. Es ist so, als ob ich geradezu die Gewißheit hätte, bald hier herauszukommen, so daß ich es ruhig abwarten kann."
Golling lacht auf: „Schließlich haben Sie mit Ihrer Erscheinung das Ende der Gefangenschaft für uns alle vorcrusgesehen. Das wäre ja großartig.
Auch Viktor lächelt, ein versonnenes fernes Lächeln. Nach einer Weile fragt er zögernd: „Glauben Sie, daß sich die Erscheinung noch einmal sehen läßt?"
„Möchten Sie das?" fragt Golling verwundert.
„3a", antwortet Viktor ruhig.*Er setzt leise hin, zu: „Es war wunderbar ... es war ganz wunderbar ..."
„Hm. Nun, ich glaube, in- Zukunft bleiben Sie davon verschont/
„Warum?" fragt Viktor enttäuscht.
„Weil Sie heute schon wieder und hoffentlich in aller Zukunft zu robust dazu sind. Und das muß Ihnen eine große Beruhigung sein."
Aber es ist für Viktor durchaus keine Beruhigung. Er wartet den ganzen Tag über nur dem Abend- appell entgegen. Je näher dieser herankommt, um so unruhiger wird er. Als er mit den anderen Gefangenen im Hof angetreten ist und der Dolmetscher die Namen verliest, ist er bedeutend erregter als gestern. Aber — die Erscheinung bleibt aus. Auch beim Appell des folgenden Abends. Nach, dem acht, vierzehn Tage vergangen sind, ohne daß sich etwas ereignet hätte, was mit der Erscheinung in Verbindung zu bringen gewesen wäre, kommt Viktor die Gefangenschaft wieder sehr eintönig, ge- wohnlich und erbärmlich vor. Dann aber folgt der Tag, an dem er wieder mit stärkster Eindringlich- keit. darauf gestoßen wird, und der. für manches Rätsel eine Lösung bringt.
(Fortsetzung folgt)
Sie nicht— auf diese Weise ihren Tod ankündigen. Das Ganze ist ein Volksaberglaube. Ich jedenfalls halte- es dafür."
„Aber es muß doch irgend etwas Wahres daran
im Felde die äebersendung von Lebensmitteln durchaus überflüssig und Vergeudung von Lebensmitteln ‘ ist.
Gießen-r öocheniparftpreife.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für A«9Bare. Für 8-PZare oder Abstellware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* Gießen, 5. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % -.kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 11 bis 12, Kartoffeln, % kg 4, 5 kg 40. Wirsing, XA kg 7, Weißkraut 6, Rotkraut 7, gelbe Rüben 5 bis 8, rote Rüben 7, Spinat 15, Unterkohlrabi 5, Grünkohl 7, Rosenkohl 15 bis 30, Aepfel 15 bis 35, Birnen 20 bis 30, Blumenkobl, das Stück 20 bis 50, Salat 10, Endivien 5 bis 12, Oberkoblrabi 5 bis 10. Rettich 5 bis 12; Lauch, % kg 17, Sellerie 5 bis 14 Rpf.
fchung."
„Und sie hätte nichts zu bedeuten?" Viktors
8|Ln, mit einer Indianerausrüstung geschmückt oder -a Derlobungskuß geben. Aber zeige mir ihn bes- fr nicht, denn Wunschzettel schreiben ist eine Art vn Zauberei, die nur gelingt, wenn sie auch ge- fyrrr bleibt
Die schönsten Wunschzettel werden nicht geschrie- l»r. Sie werden von Kindern geplappert und von Drliebten ins Ohr geflüstert
$9 ist dennoch praktischer die Wünsche auf einen Mel zu schreiben, statt zu hoffen, sie werden einem Si den Augen gelesen. , E. J.
Aornottzen.
Tageskalender für Donnerstag.
Reichsbahnamtmann Wahl nach Straßburg avgeordnet.
Der Leiter des Bahnhofs Gießen, Reichsbahn- amtmann Wahl, ist mit Wirkung vom 9. De- zember 1940 ab nach Straßburg zur Dienstleistung abgeordnet worden.
Reichsbahnamtmann Wahl war feit 1934 als Leiter des Bahnhofs Gießen hier tätig. Sein Wirken wurde Anfang August d. I. anläßlich der lieber* reichung des goldenen Treudienst-Ehrenzeichens tm Rahmen einer schlichten Feierstunde von berufener Seite mit warmen Worten anerkannt Wir haben damals über den Lebensweg des jetzt von uns cheidenden Beamten berichtet. Reichsbahnamtmann Wahl , der aus dem Elsaß stammt und dort auch lange Zeit im Bahndienst tätig war, hat tm Verlaufe des Krieges 1914/18 bei einer Feldeisenbahnformation in der Nähe von Verdun und dann in Rußland wichtige dienstliche Funktionen unter schwierigsten Verhältnissen erfüllt, u. a. den Hauptbahnhof Warschau und den Bahnbetrieb bis nach Kiew in seinem Arbeitsbereich versehen, und war dann Mitte 1919 nach Straßburg zurückgekehrt, wo er aber von den Franzosen vertrieben wurde. Nach kurzer Tätigkeit in Karlsruhe überflahm er die Leitung des Bahnhofs Dillenburg, wo er 11 Jahre lang tätig war. Dann wirkte er 3 Jahre lang als Bahnhofsleiter in Bebra, von wo er 1934 nach Gießen kam. Hier hat er sich bei ber Ausübung seines Amtes in vorbildlicher Dienstau'fassung und strenaster Pflichterfüllung reiche Verd-enste erworben. Seinen Mitarbeitern war er allezeit ein Vorbild im Dienst und zugleich ein umsichtiger Betriebsführer, dem die Sorge für die ihm anvertraute Gefolgschaft stets am Herzen lag. Sein Wirken am Bahnhof Gießen wird unvergessen sein.
Frau Wichelmine Kramer achtzig Jahre alt.
Arn kommenden Samstag, 7. Dezember, vollendet Frau Wilhelmine Kramer, die Witwe des früheren Gießener Museumsdirektors Professor Kramer, chr 80. Lebensjahr. Frau Kramer, die jetzt im Altersheim des Evangelischen Schwesternhauses in der Iohannesstraße wohnt, ist durch ihr langjähriges ehrenamtliches Wirken im Dienste der Oie- ßener Bevölkerung in weiten Kreisen bekannt ge
worden.
Don 1919 bis Ende 1929 gehörte Frau Kramer
der damaligen ----------
Vertreterin der Deutschnationalen Dolkspartei an. Sie wirkte vor allem in den Deputationen unb Ausschüssen für soziale Angelegenheiten und für das Wohnungswesen, ferner im Kunstbeirat und im Kuratorium der Höheren Mädchenschule sowie im Theaterausschuß und der Theaterdeputation, schließlich auch im Schulvorstand airtb im Stadtschulamt, in der damaligen Wohlfahrtsdeputation und im Marktausschuß. Ueberall galt ihre warmherzige, von tiefem mütterlichen Empfinden erfüllte Tätigkeit der Fürsorge für die wirtschastlich schwachen Volksgenossen, insbesondere der Kriegerhinterbliebenen und der Kleinrentner, mit denen sie selbst am stärksten mitfühlen konnte, da sie während des Weltkrieges 1914/18 ihren einzigen Sohn auf dem Schlachtfeld für Volk und Vaterland verloren hatte und die Sorgen und Nöte der durch Inflation und Wirtschaftsverfall am " schwersten b edrängtenKlcin-, und Sozialrentner aus nächster Ersah rung^Vnnte/ Aber auch allen übrigen Angelegenheiten des Gemeinschaftslebens und der Gemein'schaftsbelange galt jederzeit ihre tatfreudiqe Mitarbeit.
Schon lange vor ihrem Wirken im Stadtverord- netenkreise war Frau Kramer auf einem anderen Gebiete der gemeinnützigen öffentlichen Arbeit tätig. Seit 1914 gehörte sie dem Vorstand des Aliceschul- vereins an, dessen stellvertretende Vorsitzende sie tm Jahre 1923 wurde. Um die gedeihliche Auftvär^-' entwicklung der Aliceschule, die von dem Alice-
üsgestuhll Er liest , in einem meotzinycyen uimu- rich. Viktor geht zögernd aus den Arzt zu.
Stört es Sie, wenn ich mich ein' bißchen zu Ünen setze, Doktor?"
> -^Durchaus nicht, Gienant. Bitte. Wie fühlen Sie W denn heute?" Gallings Augen sind mit unmerk- lihem Prüfen auf Viktors Gesicht gerichtet
JDanfe. Ausgezeichnet Auch gestern hat mir licentüd) nichts gefehlt Augenblick, ich hole mir
Stimme klingt sehr zweifelnd.
„Das kann ich Ihnen nicht sagen." Golling lächelt: ,Lch weiß, daß ich nichts weiß. Es gibt mehr Dinge hft Himmel und auf Erden, als unsere Schulweisheit uns träumen läßt, so ähnlich sagt ,ohl Hamlet Sicher ist, daß Ihre ständigen Ge- ten um die junge Dame den Traum ausgelöst daß dieser wieder die Erscheinung ausge- hat Ob da nun eine tiefere Bedeutung dahinter-
" Er erzählt das ganze, Episode gebliebene Erlebnis mit Thea, den Skandal mit Dr. Mervinger, und wie es kam, daß er in der Gefangenschaft als Offizier geführt wurde. Dann spricht er von seinem Traum und der gestrigen Erscheinung.
Golling hört zu, ohne ihn zu unterbrechen. Als Viktor jetzt schweigt, stellt er einige Fragen: „Sie haben also in der Zeit Ihrer Gefangenschaft sehr intensiv an die junge Dame gedacht?" >
„Gewiß. Das ist nur natürlich." '
„Sie haben noch das gleiche Gefühl für sie wie früher? Verzeihen Sie, wenn ich diese Frage stelle."
„Bitte. Ich möchte sagen, daß mein Gefühl für sie tiefer und klarer geworden ist"
„Begreiflich. Daran sind Sie Verhältnisse schuld. Wir alle' hier in der Gefangenschaft hängen aus einmal mit einer liefe an der Heimat und an allem, was sie umschließt, wie wir es nicht für möglich gehalten hätten, solange wir die Heimat selbst besaßen. — Und Sie haben nichts mehr von der jungen Dame gehört?"
„Nein. Aber der Traum hat natürlich alles wieder sehr lebendig gemacht. Gestern ging mir Thea Jmmenhoff den ganzen Tag nicht aus dem Kops. Auch heute nicht. Aber heute ist es schon ganz anders wie gestern. Ich denke viel ruhiger an sie. Es ist, als ob die Erscheinung einen beruhigenden Einfluß gehabt hätte. Ich möchte sagen, fielet gewirkt wie ein ... wie ein Narkotikum etwa."
Golling nickt, er begreift bas. Schließlich äußert er sich zu der Erscheinung: „Was Sie da erlebt haben, nennt man gemeinhin bas zweite Gesicht. Sie wissen doch, was das ist?"
„Jawohl. Aber ich kann nicht viel damit anfangen. Solterbeck nannte mich übrigens vorgestern Schichtkieker, doch ohne besondere Absicht. Das bedeutet wohl dasselbe?"
„So nennt man in seiner Gegend die Leute mit dem zweiten Gesicht. Es heißt, daß sie die Fähigkeit besitzen, Menschen an einem zweiten Ort zu sehen° Die Erschienenen sollen --. aber erschrecken
Handwerksarbeit für den Weihnachtstisch
D»n ßaupfgefdiäftsfüfjrer DoNmann, Aandwkrkskammer Leipzig
Handwerk nach wie vor einen nicht unbeträchtlichen Raum ein, wenn es sich darum handelt, Geschenk- artikel für den Weihnachtstisch anzubieten. Hier sind noch mancherlei Gegenstände auszuwählen, die dem Beschenkten Freude bereiten, die aber auch zufolge ihrer Besonderheit etwas Einmaliges darstellen, zum Unterschied von Serien- und Massenwaren. Ein Geschenk, bas bem Beschenkten stets willkommen sein wirb, ist ein gutes Buch. Das Bedürfnis nach geistiger Nahrung ist befonbers bei unseren Kameraden, bie sich bei ber Wehrmacht befinden, sehr ausgeprägt. Man wird also zu diesem Weihnachtsfest in größerem Umfange Bücher auch ins Feld versenden. Hiermit kann in zweckmäßiger Weise ^andwerksarbeit oerbunbm werden; denn das Buch- binderhandwerk hat geschmackvolle Buchhüllen herausgebracht, die es auch ermöglichen, das Buch vor sich aufzustellen und es dadurch bequemer benutzen zu können.
Diese Beispiele sind beliebig zu erweitern. Sie sollen indes nur andeuten, daß das Handwerk zum Kriegsweihnachtsfest 1940 ebenfalls auf dem Plan ist und baß es nicht zurückstehen will hinter ande- r.n Geschenkindustrien. Diejenigen Handwerkszweige, bie. nicht sofort greifbare Artikel Herstellen, sondern die mehr Leistungen bewirken, wie das Friseur- Handwerk, bas Maler-, das Tapezierhandwerk und andere, haben in früheren Jahren häufig Geschenk- gutscheine ausgegeben, die eine weite Verbreitung erfuhren. Damit ist es möglich- bem zu Beschenken- ben eine Freude zu bereiten, die er sich im Laufe ber kommenden Wochen jedesmal aufs neue verschaffen kann. Es sei nur darauf hinaewiesen, daß es der zu beschenkenden Dame stets willkommen fein wird, wenn sie' ein Abonnement für bie Behandlung durch ihren Friseur erhält.
Noch manche andere Weihnachtsgabe aus bem Handwerk wird große Freude auslösen, weil sie nicht nur beweist, daß der Geber des Beschenkten gedacht hat, sondern auch des Handwerks als eines sehr bedeutungsvollen Zweiges des deutschen Wirtschaftslebens.
er einen Stuhl." , , .
Nachdem er neben dem Arzt sitzt, beginnt er: Lch möchte gern über etwas mit Ichnen sprechen.
»Ich habe bas erwartet." Golling schelt. * piff en ja, ich «bin Beichtvater für alles Mögliche.
»Ja. Aber glauben Sie nicht, baß ich Sie mit ttoas Alltäglichem langweile."
»Gewiß nicht", sagt Golling ernsthaft und denkt nCbe, baß er bas so ähnlich schon öfter gehört Iql. Jeder Gefangene nimmt feinen Komplex für ter bebeutfamften unb interessantesten.
Viktor fährt fort: „Die Kameraben wurden mich ^lachen. Unb vielleicht tun auch Sie es, wenn
fr. 3.
Ortszeit für den 6. Dezember.
Sonnenaufgang 9.21 Uhr, Sonnenuntergang 17.11 lkr. — Monbaufgang 13.44 Uhr, Monduntergang L)9 Uhr. Erstes Viertel 18.01 Uhr.
Ile Deutln? d MM««
Srfinberberafung unb Betreuung ber DAA.
। Die nächste Sprechstunde findet am Montag, bem lt Drem'cer 1940, auf der Kreiswaltung „Wetterau" hi Gießen, Schanzenstraße 18, Erdgeschoß (Zimmer fr. 2), vormittags von 10 bis 12 Uhr statt.
Da im Rahmen des zweiten Vierjahresplanes das I^finbungsroefen noch nachdrücklicher gefördert ir rben soll, liegt es im Interesse jedes erfinderisch te igen Volksgenossen, sich rechtzeitig beraten zu lajen. ' . . 54220
Bestrafung von preistreikern.
ZerMchtlingoufkorM
Roman von helnz Lorenz-Lambrecht
!l-Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Heute weiß jeder, daß der Ertrag eines Opfer- sonntags Abertausenden von Volksgenossen auf irgendeine Weise hilft, irgendeine Not nimmt. So fahren erwerbstätige Mütter für vier Wochen zu einer dringend notwendigen Erholung, so fahren Hunderttau sende von Kindern auf das Land, so erhalten Wöchnerinnen zur Führung ihres Haushaltes Haushaltshilfen, so entstehen Zehntausende von Kindertagesstätten der NSV. zur Entlastung ber Mütter, so fügen sich immer neue Gemeinde- stationen und Hilfsstellen „Mutter und Kind" in das Leben der Gemeinschaft mit ihren tausend Segnungen. •
Für all däs geti'ett wir unser Opfer und wissen zudem, daß jede Mark, die wir geben, ein Schlag gegen England ist. Es gilt auch diesmal das Losungswort:
Dein Opfer für den Sieg!
Die Weihnachtszeit mit ihren Vorberettungen für die Ausgestaltung des Gabentisches läßt auch das Handwerk nicht zurückstehen, wenn es gilt, auf feine Erzeugnisse aufmerksam zu machen. .Der schon in manchen Jahren wiederholte Spruch:
„Wer Handwerksarbeit schenkt, giktt mehr, auch wenn es noch so wenig wä?",
ruft auch diesmal den Volksgenossen ins Gedächtnis, daß es nicht darauf ankommt, irgendeinen Gegenstand zu erwerben und chn bann als Geschenk weiterzugeben, sondern daß mit einem Geschenk etwas mehr verbunden ist, vor allem die persönliche Note zu treften und es dem Geschmack des zu Beschenkenden anzupassen. Dies kann nicht durch den unpersönlichen Kauf irgendeines Gegenstandes erreicht werden, vielmehr ist das Weihoachtsge- schenk mit Bedacht auszuwählen. Deshalb wird schon mancher in dieser vorweihnachtlichen Zeit Pläne machen, in welcher Weise er seine Lieben mit einem Geschenk erfreuen kann.
Kann man denn aber zu diesem zweiten Kriegs- weihnachtsfest überhaupt noch Handwerksarbeit schenken? Diese Frage wird sich manchem ausdrängen, wenn er sich überlegt, daß das Handwerk in sehr erheblichem Umfange in die Wehrwirtschaft eingeschaltet ist. Dennoch stehen mancherlei Zweige handwerksmäßiger Betätigung uneingeschränkt allen Dolksgenossen zur Verfügung. Es wird mitunter eine Freude an alten Handwerkskünsten neu erwachen und dazu beitragen, daß oft schon vergessene handwerkliche Betätigungsformen wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden.
So ist beispielsweise an bas Drechsterhandwerk zu denken, das in letzter Zeit wieder einen gewissen Aufschwung erfahren konnte. Für den Weihnachts- ttsch bereitet der Drechsler mancherlei Gaben vor, anqefangen von dem Aschenbecher für den Herrn und ber Schmuckschale für bie Dame bis zum Schreibgerät für den Schreibtisch und zum künstlerisch geformten Schirmgriff sowie zu dem Spielzeug für die Kinder. Ueberhaupt nimm! das Kunst-
Aus der Stadt Gießen.
Wunschzettel.
i Wunschzettel? Verzettle deine Wünsche nicht!
! Sioße Herzen schreiben bescheidene Wunschzettel.
Lin Wunschzettel, ber nichts Ueberflüssiges ent- HLi, ist ein Bedarsszettel. Man sei mäßig, auch im Gnuß ber Wünsche! Man kann auf Raten zahlen, clr man soll auf einmal glücklich machen.
Die Phantasie ber Kinber spricht aus dem ÄLnfchzettel, unb die Phantasie ber Kinder ist ihre i|iiPanft Kein Wunsch geht unter. Aber über bie . ^nützlichen werden wir alt, und über bie heftigen ^erlich.
j Ls gibt Wunschzettel, bie holen herunter, was -ho ganze Jahr über in ber Luft lag, — bie lang, jiflälige Sorte, unb wieder andere, die setzen alle i Hwartungen herab — bie nüchterne Sorte. Aus- Waüene Wünsche loben den, ber sie erfüllt.
z" Wunschzettel schreiben verleitet zum Träumen.
ijn wach zu werden ist es ratsam, einen Blick in H Hl eigene Brieftasche zu werfen. Die Wünsche sind | i tot zu kriegen, unb bas Glück ist fo zerbrech- , Itc! Wunschzettel sind unzuverlässige Papiere — wo H»be sonst die Ueberraschung?
)eige mir deinen Wunschzettel, und ich sehe dich j er Weihnachtsabend ein Buch lesen, Gänsebraten
Am kommenden Sonntag, 8. Dezember„ hätt das deutsche Volk seinen 4. Opfersonntag im 2. Kriegswinterhilfswerk. Wie immer, o wird auch dieser Tag ein Bekenntnis ber opferbereiten Heimat.fein.
Unfere Soldaten kämpfen für das Reich und eine Zukunft. Wir in der Heimat fetzen uns ein ur ein gesundes Volk, das die Aufgaben nach dem Sieg kraftvoll übernehmen kann. Der deutsche Mensch sagt ja zu diesen Aufgaben, die ihm bas Leben stellt und stellen wirb. Er steht voll und ganz auf dem Platz, ber ihm einmal zugewiefen würbe und den er nun einzunehmen hat auf Gedeih und Verderb. Sein Wille ist hart, sein Herz aber, fühlt die besondere Ausgabe, bie ihm in ber Heimat erwachsen ist; bie Befreiung von sozialer Not und bie Sicherung ber Gesundheit, insbesondere unserer Mütter unb ber Heranwachsenden Generation.
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’d Ihnen versichere, unb zwar völlig ernsthaft, daß q gestern beim Appell mit wachen Sinnen unb ie völlig klarem Verstand eine Erscheinung gehabt tooe. Ein Mensch stand völlig greifbar, völlig ... Ii völlig lebendig vor mir."
s Jetzt horcht Golling auf. Er vergißt den Almanach ' mö sieht Viktor ernst an. Seine Teilnahme ilt |o» - yt gefesselt. ,Zch lache nicht, Gienant. Erzählen
mir alles." .
j .Dann muß ich Ihnen wohl auch von dem Traum irühlen, den ich vorgestern nach meinem Lieber- :r all hatte. Oder ... nein, ich muß Ihnen wayr- ^inlich alles erzählen. Ich muß von ganz vorne irangen. Daß ich zwei Jahre aktiver Leutnant in Naunheim war, wissen Sie ja."
jSie haben es mir einmal gesagt. Sie nahmen »tefln den Abschied, um einen Zivilberuf zu er- &ifen, wie- Sie sagten-"
Iiehener Konzertting: 19.30 bis 21.30 Uhr Or- erkonzert im Stadttheater. — Gloria-Palast, iersweg: „Wo bie Lerche singt". — Lichtspiel- s, Bahnhofstraße: „Falschmünzer". — Oberhes- er Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr: Weih- jtsausstellung im Foyer des Stadttheaters. Orchesterkonzerl mit Margarete Teschemacher, m heutigen Donnerstag findet im Stadttheater 5. Konzert der Arbeitsgemeinschaft statt. Es den aufgesührt: Smetana „Aus Böhmens Hain Flur", Tondichtung; die Arie der Katharine der Oper „Der Widerspenstigen Zähmung" von mann Goetz; das Vogellieb aus bem „Bajazzo" Leoncavallo unb die „Dritte Symphonie in joll" von Bruckner. Solistin ist Kammersängerin l Margarete Teschemacher (Sopran) von der Dresdner i fraatsoper. Es dirigiert Professor Stefan. Temes- ! nrn das Städtische Orchester Gießen. Gruppe A,
brtäffiger erheblicher Zuwiderhandlungen gegen h Leberpreis-Verordnung unb die dritte Ausfuh- rngsDerorbnunq hierzu sowie bie Preiserrechnungs- Dirfdwiften PVIU.3. den Kaufmann Paul Adam i ir Offenbach a. M., Tulpenhofstraße 51, im Unter-
llerfungsoerfahren in eine Ordnungsstrafe von


