Ministerbüro.
Französische Republik.
Reynaud fordert Verordnung unter die Vesehle
Seygands
<1
Oie Briten haben ohne Mitteilung zu machen/ Arras und Le Havre geräumt
ft
Churchill beklagt mangelnde Verbindung
XV.
Landesverteidigun-gs- unb Kriegsministerium.
um Cambrai und St. Quentin eine entscheidende j Bedeutung gewinnt. , ... x
(Mister Winston Churchill teilte etwas spater i in einer Privatbesprechung dem französischen Mi- ■ nisterpräsidenten und dem General Weygand mit, daß die Beziehungen des Generals B l l l o t t zu dem Oberstkommandierenden des britischen Expedi- i tionskorps nicht vollauf zufriedenstellend seien; ins- i besondere sei General Gort durch vier Tage hin- i durch ohne Weisung geblieben. Hierzu teilte 1 General Weygand mit, daß der General Billott durch einen schweren Automobilunfall l e i d e n d sei 1 und durch General Blanchard ersetzt wird.)
General W e y g a n d stellte die volle Billigung fest, die die britische Regierung und der britische Generalstab seinen Plänen entgegenbrächten und brachte dann ebenso entschieden und klar zwei in seinen Augen entscheidende Forderun- g e n vor:
1. Es ist von ausschlaggebender Wichtigkeit für den Erfolg der beginnenden Schlacht, daß die britische Luftwaffe — und zwar Jäger wie Bomber — sich vollauf im Kampfgebiet e i n s e tz e. Sie hat der französischen Armee wah. rend der vergangenen Tage sehr große Dienste erwiesen und yat so schon einen äußerst günstigen Einfluß auf den Geist der Infanterie ausgeubt, während sie zugleich viele deutsche Marschkolonnen auf dem Wege zur Front empfindlich gestört habe. Daneben hat sie umfangreiche Aktionen in bestimmten Teilen Deutschlands durchgeführt, und zwar namentlich im Ruhrgebiet und in Hamburg, Bremen und anderen Orten, wo sie gute Erfolge in der Bombardierung von feindlichen Tanklagern und Raffinerien erzielt habe. In Anbetracht der Wichtigkeit unserer Zusammenarbeit hält der Generalissimus es jedoch im Augenblick für erforderlich, daß die englische Luftwaffe — vorläufig nur für einige Tage — ihre Fernflüge einstellt, um dauernd und unmittelbar an der Front selbst oder in der nächsten Umgebung zu wirken. Er fordert also, daß die britische Luftwaffe den Befehl bekomme, ihre Anstrengungen in der Gegend der vorgesehenen Operationen zu vervielfachen.
Der Vizeluftmarschall Pierce teilt hierauf seine Ansicht zu dem Thema mit. Er gibt zu bedenken, daß ein Teil der britischen Bombengeschwader, namentlich die Wellingtons kaumbeiTageeln- gesetzt werden kann, da die Flugzeuae zu exponierte Ziele darstellen. Es scheint ihm äußerst wichtig, daß anderseits z. B. die Maasbrücken oder die Eisenbahnknotenpunkte in etni- ger Entfernung von der eigentlichen Operationslinie bombardiert werden, da sie deutscherseits für den Nachschub während der Schlacht von Bedeutung seien.
Nach einem Gedankenaustausch zwischen ihm und General W e y g a n d , an dem auch Mister Winston Churchill teilnimmt, kommt man überein, daß den Wünschen des Generalissimus entsprochen wird und die britischen Luftstreitkräfte des Mutterlandes ausschließlich in der Schlacht eingesetzt werden. Die Bomber, die nicht immer (wie dies in den vorhergehenden Tagen der Fall war) in der Kampflinie selbst genaue Ziele ausmachen können, werden die Verbindungen zwischen der Front und der Maas zu stören versuchen, während die Jager (die, aus England kommend, kaum länger als 20 Minuten im Kampfgebiet sich aufhalten können) sich in aufeinanderfolgenden Wellen ablösen werden.
2 General Weygand weist sodann nachdrücklich auf die Gefahr für die nationale Vereidigung, die sich zur Zeit aus dem F l ü ch t l i n g s st r o m aus den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich ergebe, hin. Die auf den Straßen sich vorwärtsbewegenden Massen behindern die Bewegungsfreiheit der Truppen, gestatten deutschen Elementen, sich unter sie zu mengen, und üben überdies eine demoralisierende Wirkung auf den Geist der Truppe aus. Es ist unbedingt er-
XVI.
u Übersetzung. Durchschlag. Streng geheim!
24. Mai 1940.
Paul Reynaud an Winston Churchill.
1. General Wey gand hat Ihnen vorgestern in meiner Gegenwart in Vincennes einen Plan auseinandergesetzt, dem Sie wie auch 3hre Begleit- Offiziere voll und ganz z u g e st i m m t haben.
2. Diesen Plan hatten Sie schriftlich zusammen- aefaßt. General Weygand setzte Sie davon in Kenntnis, daß er dieser Zusammenfassung zustimmte.
3. General Weygand kennt alle Schwierigkeiten der Lage, aber er ist der Ansicht, daß es k e i ne anbere mögliche Lösung gibt, als die Durchführung dieses Planes, selbst auf die Gefahr hin, daß man ihn den Schwierigkeiten des Augenblicks anpaßt, indem man zum Beispiel den Marsch nach Südwesten abbiegt und der rechte Flügel unterhalb von Amiens auf die Somme zusteuert. Er hat daher heute morgen den Befehl zur Durchführung dieses Planes wiederholt. Die einaeschlos- fenen Armeen müssen also den verzweifelten Versuch unternehmen, sich mit den von Süden nach Norden marschierenden französischen Truppen zu vereinigen, indem sie von der Somme aus, und zwar besonders von Amiens aus, losbrechen.
4. Es ist dringend erforderlich, die Armee Gort über Dünkirchen zu verproviantieren, das von beiden Divisionen Fagaldes gedeckt wird.
5. Es ist sehr wünschenswert, daß Sie in die Häfen Truppen entsenden, so wie Sie es gestern für Calais getan haben.
6. General Weygand hat zu seiner Ueberraschung festgestellt, daß im Widerspruch zu diesem Plan die'Stadt Arras gestern von den englischen Truppen geräumt worden ist.
7. Die Verbindung des Generals Wengand mit der belgischen Armee ist sichergestellt. Er hat gestern abend erführen, daß die Belgier kleine Streifzuge zurückgewiesen haben und ihre Moral ausgezeichnet sei.
8. Die Unmöglichkeit, mit Blanchard, dem Oberbefehlshaber der drei Armeen, nämlich der belgischen Armee und den Armeen Gort und Blanchard, direkt in Verbindung zu treten, gestattet dem General Weygand nicht, Ihnen über die fehlende Verbindung zwischen Blanchard und Gort eine Antwort zu geben. Da er aber mit der belgischen Armee direkt in Verbindung steht, hat er die Ueber-
3 Uhr nachmittags, keine Direktiven erhal- t e n. Wie paßt das zu Ihrer Erklärung, Blanchard und Gort gingen Hand in Hand? Ich unterschätze durchaus nicht die Schwieriakeiten für die Aufrechterhaltung der Verbindung, habe aber nicht das Gefühl, daß die Operationen im nördlichen Gebiet, gegen das sich der Feind konzentriert, wirksam miteinander in Einklang gerbacht werden. Verlasse mich darauf, daß Sie darin Abhilfe schaffen können. Gort sagt ferner, jedes Vorrücken seinerseits könne nur die Form eines Durchbruchsversuches annehmen und er müsse Entsatz von Süden her erhalten, da er zu einem ernsthaften Angriff nicht die erforderliche Munition habe.
Nichtsdestoweniger weisen wir ihn an, an der Durchführung Ihres Planes festzuhalten. Wir haben hier nicht einmal Ihre eigenen Richtlinien erhalten und wissen nichts über die Einzelheiten Ihrer Operationen im Norden. Wollen Sie uns diese biUe sobald wie irgendmöglich durch die französische Botschaft senden. Die besten Wünsche.
zeugung, daß seine Befehle Blanchard, und über ihn Gort erreicht haben. Der Beweis für die Zusammenarbeit zwischen Blanchard und Gort scheint daraus hervorzuaehen, daß in der vergangenen Nacht eine französische Division eine englische Division abgelöst hat.
9. General Weygand erfährt soeben von dem Abschub der schweren Einheiten der englischen Armeen aus Le Havre, was in der Hinteren Front eine große moralische Verwirrung hervorruft. Wie ich jetzt, ist auch er davon überrascht, daß er nicht vorher davon in Kenntnis gesetzt wurde.
10. Sie werden, wie auch ich, die Meinung vertreten, daß sich in diesen schicksalsschweren Stunden die einheitliche Führung mehr denn je zuvor durchsetzen muß und die Befehle des Generals Weygand ausgeführt werden müssen. ,
11. General Weygand ift davon überzeugt, daß sein Plan nur dann von Erfolg gekrönt werden Fann, wenn die belgische Armee und die Armeen Blanchard und Gort von dem fanatischen Willen erfüllt sind, einen Ausfall zu unternehmen, der allein sie retten kann.
XVII.
28. Mai 1940.
P.C.KXXX. Nr. 565 Cab./D.N. Der Oberbefehlshaber General Weygand an General Selon g, französischer Militärattache in London.
Der Kommandierende Admiral in Dünkirchen betont die Notwendigkeit eines nachdrücklichen Schutzes durch Lust- und Seestreitkräfte zur Sicherung des Nachschubes und der teilweisen Evakuierung der in der Verteidigung des Brückenkopfes Dünkirchen kämpfenden Truppe. Ich zweifle nicht, daß diese Notwendgkeit von den britischen Behörden verstanden wird. Ich bitte jedoch, erneut bei ihnen vorstellig zu werden, damit alles unternommen wird, um diese Gedanken zu verwirklichen.
General Weygand.
Verziffert und abgesandt: den 28. Mai 1940 um 18.10 Uhr unter Nr. 29. _______________________
ßaubtltfirrftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bei Hauvtichriftletters: Heinrich Ludwig Neuner. Verantwortlich für Politik. Feuilleton unb Bilder: Dr. gr. W. Lange: für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beutiaubt); i. B.: Heinrich Ludwig Neuner: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner.
Druck und Verlag Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange R. G. Verlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Llnzeigenleiter: HanS Beck. Verantwortlich stützen Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6
forderlich, daß diesem Zustand Einhalt geboten wird, daß niemand mehr auf französisches Gebiet übertreten dürfe, daß die in Bewegung befindlichen Flüchtlingskolonnen von den großen Verkehrsstraßen während gewisser Tageszeiten ferngehalten werden; ie sollen auf den Feldern lagern unb nur mit gewissen Einschränkungen weiterziehen dürfen. General Weygand zeigte sich in diesem Punkte gegenüber dem Köma der Belgier äußerst firm, und er hofft, daß die alliierten Regierungen die gleiche Hal- lung einnehmen werden. Mister Winston Churchill und Monsieur Paul Reynaud äußern ihre volle Billigung zu den vom General vorgetragenen Gesichtspunkten.
Der Generalissimus teilte dann kurz mit, daß er ich während des Abends und in der Nacht mit drei )ffizieren des Generalstabs der Armee G i r a u d >abe unterhalten können, die ihm außerordentlich wertvolle Einzelheiten über die von der deutschen Armee in der Schlacht angewendeten Methoden hätten geben können, und die auf seine Weisung hin eine kurze Aufzeichnung vorgelegt haben, die verlesen wird.
Winston Churchill schließt daraus, daß unter Anwendung geeigneter Methoden und mit der notwendigen Kaltblütigkeit die Angriffe der deutschen Panzerkräfte, selbst wenn sie von Bombern unterstützt werden, abgewehrt werden könnten, und daß es sich jetzt darum handele, sich Überall, wo man sich befinde, bis zum letzten in den Stellungen zu halten. General Weygand fügt hinzu, daß man auch handeln müsse und daß, „wo man angreise, auch jemanden störe". , „
Die Sitzung wurde um 13.15 Uhr geschlossen.
17.00 Uhr. General Weygand sucht den Mi- nisterpräsidenten auf und zeigt ihm an Hand einer mit gebrachten Karte die näheren Umstände, unter denen sich morgen die vorgesehene Offensive äb* spielen wird. Paul Reynaud macht ihm bei dieser Gelegenheit von den Gerüchten Mitteilung, die hierüber in volitischen Kreisen umlaufen, und bittet ihn, allenthalben erneut Weisung zu geben, damit das Geheimnis über die Operationen gewahrt bleibe. .
Der Oberstkommandierende stellt fest, daß die Tatsachen, die er im Laufe des Vormittags Mister Winston Churchill und Monsieur Paul Reynaud mitgeteilt habe, durch eine günstigere Entwicklung ergänzt werden. Die Armee des Generals Frere werde morgen zur Stützung der im Norden vorgesehenen Operationen zahlreichere und bedeutendere Einheiten aujroetfen als man es vor einigen Stunden an- neymen konnte.
Streng vertraulich!
S ch l u ß f o l g e r u n g e n der am 22. März 1940 im Hauptquartier des Generals Weygand, ab gehaltenen Konferenz zwischen dem Ministerpräsidenten Paul Reynaud und General Weygand und dem britischen Premierminister Winston Churchill, General Dill, Luftmarschall Pierce und Admiral....
Es wurde folgendes vereinbart:
1. Die belgische Armes zieht sich auf die Pser-Linie zurück und hält diese Linie. Die Schleusen sind geöffnet.
2. Diebritis che und die französische Armee greifen im Südwesten in Richtung Bapaume und Cambrai an, und zwar so bald wie möglich — bestimmt morgen — mit ungefähr acht Divisionen.
3. Angesichts der vitalen Bedeutung dieser Schlacht für die beiden Heere und der Tatsache, daß die britischen Verbindungen von der Befreiung Amiens abhängen, leistet die britische Luftwaffe während der Dauer der Schlacht Tag und Nacht . jede mögliche Hilfe.
, 4. Die neue franzosis che 21 rm#ee ■
। gruppe, die auf Amiens vorstößt, und die längs i der Somme eine Front bildet, stößt nach Norden > vor, um die Verbindung mit den in Richtung [ Süden Bapaume angreifenden britischen Divisionen > aufzunehmen.
Streng geheim! Paris, den 24. Mai 1940. Abschrift des Telegramms von Churchill an Reynaud für General Weygand (dechiffriert am 24. Mai 1940, 5 Uhr früh).
General Gort telegraphiert, daß die Koordinierung mit den Armeen der drei verschiedenen Nationen an der Nordfront wesentlich sei. Er könne diese Koordinierung nicht bewirken, da er bereits im Norden und Süden kämpfe und seine Derbin- dungsstraßen bedroht seien. Gleichzeitig höre ich von Sir Roger K e y e s , das belgische Hauptquartier und der König hätten bis heute, 23. Mai,
Zxn Soldat bleibt du Soldat, auch ohne Sabal; dennoch raucht er nur zu gern, einst genau so wie heuterGönnen wir ihm dazu das Beste!- Mir jedenfalls geben uns alle Mhe,Zigaretten herzustellen, wie der Soldat sie haben soll.
*
der C Ü LD E N RIN G ist es erstmalig gefangen, dem Zigarettenpapier selbst die schützenden Eigenschaften zu geben, für die sonst ein gotdmundstück erforderlich war.Jhr trMUNDSTÜCK ist aber unsichtbar, sodass sie eigentlich als eine verbesserte jnundstüddoseZigarette"gelten kann.
GÜLDENRING 4PFG
mit W/lundstück.
// // \( J
UULU iC Yij


