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planlose Lufiangnffe aus nichlmililänsche Ziele
Feindliche Bomben auf Wohnviertel, Felder und Wälder.
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Berlin, 4. Juni. (DNB.) Von 165 feindlichen Luftangriffen auf deutsches Reichsgebiet in den Tagen vom 22. bis 31.5. entfallen 60 Luftangriffe auf solche Ziele, die man bei großzügiger Auslegung dieses Begriffes als „militärisch" oder „kriegswichtig" bezeichnen kann. 105Luftangriffe erfolgten auf ausgesprochen nichtmilitärische Ziele, hiervon wiederum 53 auf W ohn - viertel von Städten, Flecken und« Dörfern, in deren Nähe keinerlei militärische oder kriegswichtige Ziele vorhanden waren sowie 52 Luftangriffe auf völlig frei e-s Feld oder Wald.
Für die Rücksichtslosigkeit, mit der Spreng- und Brandbomben auf dicht bevölkerte Stadtviertel, Flecken oder Dörfer abgeworfen wurden, seien nachstehend folgende Beispiele auf- aeführt: In Düren wurden 70 Bomben abgeworfen und Feuerftöße mit dem MG. auf die in die Keller flüchtende Zivilbevölkerung abgegeben. Zwei Tote, ein Schwerverletzter, mehrere Leichtverletzte. — Auf Stadt und Land Jülich wurden 46 Bomben ab geworfen. — In Neuß-Grevenbroich
Die Sicherung der belgisch-französischen Küste.
Die Küstenbefestigungen in den besetzten Gebieten Belgiens und Frankreichs wurden bald nach der Einnahme von deutschen Einheiten besetzt und in ständiger Feuerbereitschaft gehalten, Hier ein Küstengeschütz vor dem Kurhaus des berühmten belgischen Seebades Ostend e nach der Ueber- nabme durch die deutsche Beoienungsmannschaft.
(PK.-Schmidt-Scherl-M.)
fielen zwei Bomben auf das Notburga-Haus, das zur Zeit als Reseroelazarett dient. Ein Flügel (Kapelle, Klausur) wurde stark beschädigt. Eine weitere Bombe siel in den Garten des daneben lie- genden städtischen Krankenhauses. Beide Häuser sind auf dem Dach durch ein rotes Kreuz gekennzeichnet. Vier Personen wurden verletzt, davon zwei Schwestern. — In Langenfeld-Richrath fiel eine Bombe unmittelbar neben das als Reservelazarett dienende Krankenhaus und beschädigte eine Sanitätsbaracke, das Krankenhaus und die Nachbarhäuser. — Im . Kreise Harburg-Land wurden P r i v a t h ä u - ser des Ortes Steinbeck durch vier Bomben schwer beschädigt, mehrere Personen getötet oder verletzt. In der Kolonie S ch o l v e n bei Buer wurden gleichfalls eine Person getötet, elf verletzt — 51 Personen sind obdachlos.
Für die völlige Planlosigkeit der feindlichen Bombenabwürfe zeugen folgende Beispiele von 52 gleichgelagerten Fällen: In Gegend D u m b e r g—N i e - derwenigern bei Hattingen wurden acht bis
leger „Niger", deren Verlust bereits vor einigen Tage zugegeben wurde, die Namen der Zerstörer „Jaguar^ und „Ehacal" sowie der Torpedoboote „Bourrasque", „Foudroyant", „Ouragan" und „Sirocco".
Bei den Zerstörern Jaguar" und „Ehacal", handelt es sich um Torpedozerstörer, die' durch ihre Größe und starke Bestückung eine erhebliche Kampfkraft darstellen. Die Schiffe, 1923 bis 1925 erbaut, haben eine Wasserverdrängung von 2126 Tonnen und entwickelten eine Geschwindigkeit von 36 Kno- ten. Die Bestückung besteht aus fünf 13-cm-Ge» schützen, acht Maschinengewehren für Flugabwehr und sechs Torpedorohren. Die Besatzung beträgt 204 Mann. Die „Foudroyant" wurde 1927/28 erbaut und hat eine Geschwindigkeit von 33,4 Knoten und eine Wasserverdrängung von 1378 Tonnen. Die Zerstörer „Bourrasque", „Ouraaan" und „Si- rocco , wurden 1924/25 fertiggestellt und weisen bei einer Wasserverdrängung von 1319 Tonnen eine Geschwindigkeit von 33,5 bis 34,1 Knoten auf. Alle vier sind Zerstörer und sind mit vier 13-cm-Ge- schützen, zwei 3,7-cm-Flakgeschützen und 6 Torpedo- rohren ausgerüstet. Die Besatzung beträgt 140 Mann.
bracht, wie sie vielfach im Ausland erwartet worden waren. Für den Fall der Kriegsteilnahme wurden ein Gesetzentwurf über die Anstellung weiblichen Personals und die Pensionierung, ferner zur Sicherung der Zivildienste im Kriegsfälle sowie ein weiterer Gesetzentwurf über die Disziplin der Kriegsindustrie mit Maßnahmen gegen ihre Verletzung bzw. Schädigung der Produktion genehmigt. Ferner wurden Maßnahmen zur Beschleunigung der Sammlung von Kupferabfällen beschlossen. Außerdem wurde eine Reihe internationaler Abkommen ratifiziert.
Verluste
der französischen Kriegsmarine
Die französische Admiralität gibt acht Kriegsschiffe zu.
Genf, 5. Juni. (DNB.) Die französische Admiralität hat sich dazu bequemt, mit einer Liste kleinerer Kriegsschiffe herauszurücken, die im Verlaufe der Kampfhandlungen an der nordfranzösisch-belgischen Küste verloren gingen. Die Liste enthält außer dem Torpedoboot „Adroit" und dem Minen-
eichtfertig anaezettelten Krieg gegen Deutschland ahen, wohl niemals hätten träumen lassen. Der >eutsche Bombenangriff auf Marseille hat dies öchjt nachdrücklich unterstrichen.
Marseille ist mit 914000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Frankreichs und mit 28 Millionen tonnen Gesamtdurchgangsverkehr in scharfer Kon- lurrenz mit Genua der größte Mittelmeerhafen. Das verdankt Marseille einmal seiner ausgezeichneten natürlichen Lage an einer felsigen Bucht des Sofie du Lion abseits der versandenden Rhüne- Ntündung, aber mit der Rhüv« durch einen Kanal verbunden, zum andern der Nähe der gegenüber- liegenden afrikanischen Küste (von Marseille nach Algier sind es nur etwa 750 Kilometer) und des ßuez-Kanals. So ist Marseille, das schon um 900 ,. Ehr. von Phöniziern gegründet worden ist, später eim bedeutende griechische Niederlassung und wichtige Handelsstadt des Römischen Reichs war, und rach wechselvoller Geschichte erst 1481 in den Besitz der französischen Könige -kam, seit der Erwerbung des modernen französischen Kolonialreichs in Nord- efrika seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts der bedeutendste Umschlagplatz Frankreichs nach Aordafrika und dem Orient geworden. Von hier laufen nicht nur die wichtigsten Schiffsverbindungen nach den französischen Kolonien, also nach Nord- oftika, Madagaskar, Jndochina und in die australische Inselwelt, sondern hier löschen auch die Oel- tonter-eus Syrien ihren »m Kriege besonders kostbaren Inhalt. Von Tunis, Algerien und Marokko kommen die Zufuhren gn Erzen, Phosphaten, Getreide, Obst, Gemüse, Wein. Von gradezu überragender Bedeutung aber ist Marseille als Brückenkopf nach Nordafrika, als dem großen Menschen- reservoir der französischen Armee, die ja bei dem bedrohlichen Devölkerungsschwund Frankreichs schon seit Jahrzehnten mehr und mehr auf die Re- butterung schwarzer Hilfstrupven angewiesen ist. Denn auch in letzter Zeit die westafrikanischen Häfen ausgebaut und mit dem Hinterland durch Eisenbahnen verbunden worden sind, weil man im Hinblick auf das gespannte Verhältnis zu Italien die gefahren des Mittelmeers erkannt hatte, so ist Mar- bille auch heute noch der wichtigste Hasen für die veberführung dieser farbigen Truppen aus Nord- esrtka und den übrigen Kolonialgebieten Fkank- leichs. Wie sehr die eingeborenen kolonialen ktrettkräfte notwendig sind, um in steigendem Naße die durch den Geburtenschwund im französischen Mutterland immer empfindlicher gewordenen jucken der französischen Bataillone zu schließen, hoben schon der Krieg 1870/71 und noch mehr der Weltkrieg bewiesen, in dem 600 000 farbige Soldaten und 200 OOO farbige Arbeiter aus den Kolonien an die französischen Fronten gezogen wurden, seitdem ist die Wehrpflicht in den Kolonien noch erheblich erweitert worden und niemand anders als der Jude Mandel brüstete sich als Kolonialmini- ser damit, daß schon in den ersten Tagen der Mobilmachung die Zahl der mobilisierten Eingeborenen größer gewesen sei als im Weltkrieg und man sie, wenn es erforderlich 'würde, auf zwei Millionen bringen könnte. Das beleuchtet die Bedeutung von Narseille als eines der empfindlichsten Nervenzentren und der von Marseille über Avignon—Lyon bas Rhdne-Tal aufwärts Hiach Norden und Westen gehenden Eisenbahn als eines der empfindlichsten Nervenstränge Frankreichs, deren Gefährdung durch deutsche Bombenangriffe nicht nur die französische Dirtschast, sondern viel mehr noch die Etappe des französischen Heeres im Augenblick einer von Wey- oanb versuchten Reorganisation der französischen Landesverteidigung nach Vernichtung der sranzösi- ikhen Nordarmeen auf den Schlachtfeldern Flanderns städigt und in größte Verwirrung bringt.
Wenn Marseille gleichsam Frankreichs Tor zur Belt ist und vom militärischen Gesichtspunkt aus auch wichtigster Etappenort für die Zufuhr an Menschen unb kriegswichtigen Gütern aus Afrika und dem
Nahen Orient, so ist Paris mit seinen fünf Millionen Einwohnern auf einem Riesenareal von 480 Quadratkilometer nickt nur die Hauptstadt Frankreichs in politischem, kulturellem und wirtschaftlichem Sinne, sondern auch Mittelpunkt der französischen Landesverteidigung in organisatorischer wie strategischer Hinsicht. Es ist die arößte und wichtiaste Lagerfestung in dem je neben und hinter der Maginotlinie auf mehreren Reihen von Festungen älteren Stils sich aufbauenden Derteidiaungssystem Frankreichs. In etwa 15 Kilometer Abstand vom Randgebiet der Stadt liegen rings um Paris die Auhenwerke: 23 Forts, etwa 50 Batterien und drei verschanzte Lager. Schon im Frieden war Paris eine starke Garnison und auck Mittelpunkt einer starken Luftverteidigung, für die mehr als hundert Flakbatterien vorgesehen waren. Paris ist nicht nur Sitz zahlreicher Fliegerschulen aller Grade, lufttechnischer Institute, Arsenale und Fabriken, sondern im Raum von Paris befinden sich auch eine Reihe wichtiger Militärflugplätze und Anlagen der französischen Luftwaffe. So ist Paris schon aus vielem Grunde ein ungemein lohnendes Ziel für unsere Kampfgeschwader, die denn auch bei ihkem ersten, mit starken Verbänden aller Mafien durchgeführten großen Angriff auf die Basis der französischen Luftwaffe in und um Paris einen durchschlagenden Erfolg hatte. Obwohl die Lustverteidi- aung von Paris autzerordentlich stark ist, gelang es schnell, sie auszuschalten und in zusammengefatzten Hoch- und Tiefangriffen, also in dem schon so oft erfolgreich erprobten mustergültigen Zusammenwirken aller Gattungen der Luftwaffe auf Häfen und Werke des Feindes stärkste Wirkung zu erzielen. Die Zerstörung von 300 bis 400 feindlichen Flugzeugen am Boden oder in den Hallen und der Abschuß von 79 Maschinen im Luftkampf ist nach den schweren Verlusten in den ersten Tagen der deufichen Westofiensive auf den nord- und ostsran- zösischen Flugplätzen ein neuer Aderlaß, der die französische Luftwaffe sehr empfindlich schwächt. Dieser bei Tageslicht und mit großen Massen von Luftgeschwadern durchaeführte Angriff auf die Luftbasis Paris unterscheidet sich grundsätzlicy von den nächtticherweise und in größten Höhen vorgenommenen Einflügen^ einzelner feindlicher Maschinen in das deutsche Heimatgebiet, wobei sie plan- und ziellos ihre Bomben abwarfen und dabei fast niemals militärische Objekte trafen, vielmehr so aut wie ausjckließlich unter der Zivilbevölkerung Schaden anncyteten. Um jeder feindlichen Greuelpropa- ganda von vornherein vorzubeugen, muh feftgestellt werden, daß der deutsche Luftangriff nicht etwa auf die Stadt Paris erfolgt ist, sondern einzig und allein militärische Anlagen zum Ziel hatte. Das bezeugt ja sogar die Bombe, die Herrn Bullit, den Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris, aus den polnischen Geheimakten bekannt als besonderer Intimus der französischen und englischen Plutokratenclique, anscheinend so erschreckt hat, daß er in einer Reihe von Telephongesprächen mit Washington das Stichwort zu einer neuen handfesten Greuelhetze gegen Deutschland zu geben suchte. Bullit befand sich im französischen Luftfahrtministerium in nächster Nähe eines Militärflugplatzes und wird sich über seinen Schreck mit dem Sprichwort trösten müssen „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um." Die deutsche Luftwaffe aber darf stolz darauf sein, mit ihren Angriffen auf die Lustbasis Paris und den Etappenhauptort Marseille Hauptschlagadern der französischen Landesverteidigung unterbunden zu haben, deren stockende Blutzufuhr die französische Front sehr bald spüren wird.
Dr. Fr. W. Lange.
Beschlüsse
des italienischen Ministerrates.
Rom, 4. Juni. (Europapreß.) Der Ministerrat hat unter dem Vorsitz des Duce nach der amtlichen Mitteilung keine aufsehenerregenden Beschlüsse ge-
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