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Vier Mnn in einem Flugzeug
In einer Stunde sind mir bereits draußen über der See. Beinahe 2000 Kilometer tragen die beiden Motoren des Flugzeugs uns über das weite Wasser, darin ein Schiff so unendlich klein und der Mensch geradezu ein Nichts ist. Von der Festigkeit eines Stahlteiles, von einem Niet, von einer Schraube hängt unser Leben ab. Denken wir vier jetzt daran? Nein, wir sind völlig unbekümmert. Wir kennen ja alle unseren Bordwart, den kleinen munteren Kerl mit dem blonden Schopf, der immer dabei ist, wenn wir starten, und der stets zur Stelle ist, wenn wir landen. Und selbst sonntags haben wir ihn oftmals an den Motoren werken und putzen sehen, selbst dann, wenn kein Einsatz bevorstand. Das gilt auch von unseren Waffen im Flugzeug. Die Läufe und Schloßteile der Maschinengewehre sind sorgfältig gepeinigt, geölt und gefettet, alte Trommeln find cms-
P. K. Morgens um 4 Uhr sitze ich in dem kleinen Raum neben der Küche des Fliegerhorstes. Auf weiß- aedecktem Tisch stehen vier Teller und vier Tassen. , Wollen Sie schon immer essen?" fragt mich der Koch, der den Aufklärungsfliegern Tag für Tag das Einsatzfrühstück bereitet. Nein, ich will warten, bis alle da sind. Und fünf Minuten später schmausen wir vergnügt und scherzend und rauchen danach behaglich die letzte Zigarette vor unserem Feindflug gen England. Denkt wohl einer daran, daß es die Allerletzte sein könnte? Solcher Gedanke könnte kaum hinter so sorglos fröhlichen Mienen keimen. Zwar weiß jeder von uns, daß auf unseren Plätzen bereits Flieger gesessen haben, die lustig und heiter waren wie wir, und die nicht mehr heimgekehrt sind. Aber niemand nimmt an, daß uns dergleichen geschehe.
Berlin, 4. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Westen keine besonderen Ereignisse.
In der nördlichen Bordsee und vor der britischen Ostküste wurden am Bachmittag des 3. April durch deutsche Kampfflugzeuge britische Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Handelsschiffe angegrif- f e n.
Trotz wiederholter Luftkämpfe mit britischen Iägern und heftiger Flakabwehr von den Kriegs- und Handelsschiffen gelang es den deutschen Angreifern, einen nachhaltigen Erfolg zu erreichen. Schwer getroffen wurden ein Zerstörer, ein Vorpostenboot und zwei Handelsschiffe (mit einer Gesamttonnage von 7000 Tonnen), drei Vorpostenboote und ein Han
delsschiff mit 5000 Tonnen wurden durch die Brandwirkung der Bomben zerstört. Durch Bombentreffer wurden ferner beschädigt ein Vor- postenboot und drei Handelsschiffe (mit einer Gesamttonnage von 17 000 Tonnen).
Zwei deutsche Flugzeuge muhten notlanden. Die Besatzungen sind gerettet. Ein Flugzeug wird ver- miht. Lin englisches Jagdflugzeug wurde im Luft- kampf abgeschossen.
Das Ecko in Norwegen.
Oslo, 4. April. (DNB.) Die hiesige Abendpresse stellt die gestrigen Erfolge der deutschen Luftwaffe in größter Aufmachung heraus. „Dagbla- dets" Hauptschlagzeile lautet: „12 britische Schiffe getroffen". Das Blatt läßt alle anderen Ereignisse demgegenüber zurücktreten.
Dieses Bild gibt die Titelseite der französischen Zeitschrift „L ' I l l u st r a t i o n" wieder, die den jetzigen französischen Ministerpräsidenten Paul Rey- naud in einer Unterhaltung mit dem USA.=<5taat5= sekretür Sumner Welles zeigt. Im Hintergrund die aufsehenerregende Landkarte mit der „Neuordnung Europa s". — holt man diese Karte aus dem Hintergründe des Arbeitszimmers des Herrn Reynaud vor, dann sieht sie s o aus! Das ist also das Zukunftsbild, das den englisch-französischen Kriegshetzern und Plutokraten vorschwebt, und für das sie offenbar um Verständnis bei Sumner Welles geworben haben. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Frankreichs schlechtes Gewissen.
Der italienische Botschafter in Paris bei Reynaud.
Brüssel, 5. April. (DNB.) Die unerhörte Herausforderung des französischen Ministerpräsidenten Reynaud gegenüber Italien, der sich vor einer den Wünschen der französischen Regierung entsprechenden europäischen Karte mit dem Sonderbeauftragten Roosevelts, Sumner Welles, hat photographieren lassen, scheint den politischen und diplomatischen Kreisen Frankreichs sehr peinlich zu sein. Angesichts der energischen Stellungnahme der italienischen Öffentlichkeit meint man jetzt dazu, dieses plumpe Manöver als einen „Fehlgriff" anzuerkennen. Selbstverständlich ist man weiterhin bemüht, den Fall als ein „bedauerliches Mißverständnis^ hinzustellen.
Ministerpräsident Reynaud hat sich jedenfalls veranlaßt gesehen, den italienischen Botschafter in Paris zu empfangen und zu versuchest, ihn von dem „üblichen guten Willen
aufgehängten Karte des von ihm und den Mächten erträumten „besseren Europa der Zukunft" eine Flut von sarkastischen, ironischen und zum Teil recht beißenden Bemerkungen der römischen Presse über sich ergehen lassen. Das Dementi, das in Paris ausgegeben wurde, hat die beabsichtigte Wirkung nicht nur verfehlt, sondern noch eher auf-
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f) e i m ft e n Räumen des Quai d'Orsay ein Dokument ans Tageslicht gekommen, das die wahren Absichten des Londoner Augapfels Reynaud enthülle. Es wäre wirklich schade gewesen, wenn ein derartiges für die Glückseligkeit des Menschengeschlechts geschaffenes Meisterwerk noch länger der Welt verborgen geblieben wäre, das allerdings gleichzeitig als das Zaubermittel für die felig- machende englisch - französische Welthegemonie erdacht worden sei.
„Tever e" nimmt die Karte des neuen Europa zum Anlaß, um sich mit den wahrhaft gerechten Grenzen zu befassen, und betont, daß man jetzt die wahren Absichten der verantwortlichen Männer im demokratischen Lager kenne. Jeder wisse nun, was ihm im Falle eines englisch-französischen Sieges bevorstehe.
Ziel des Judentums!
Ein interessanter englischer Beweis.
Amsterdam, 4. April. (DNB.) Einen beachtlichen Beitrag zu der Karte des Herrn Reynaud liefert die führende konservative Wochenschrift Englands, der „Spectato r". „Spectator" veröffentlicht in seiner letzten Nummer einen ausführlichen Artikel, in dem als „Ziel des Judentums" die Zerstückelung Deutschlands erklärt wird. Im einzelnen wird im „Spectator" ausgeführt, daß „Preußen ein eigener Staat werden müsse, dessen Ost- und Westgebiete an Polen bzw. Frankreich fallen müßten. Preußen dürfe nicht mehr als das Gebiet der Mark Brandenburg, Teile von Mecklenburg, Niederschlesien und die Gegend von Magdeburg umfassen. Dazu könnte man vielleicht einem so reduzierten Preußen einen Korridor nach Hamburg eröffnen. Hamburg selbst müsse ein selbständiger Staat werden, wie es Danzig gewesen sei. Das übrige Deutschland einschließlich der Ostmark solle in eine Anzahl von verhältnismäßig selbständigen Kantonen zerlegt werden, die ihre Bundeshauptstadt nach Schweizer Muster in Frankfurt a. M. haben könnte."
Diese Ausführungen des internationalen Judentums in der konservativen englischen Zeitschrift „Spectator" decken sich in ihrer Grenzziehung geradezu verblüffend mit der Karte, die Herr Reynaud Sumner Welles zeigte. Sie sind ein mittelbarer Beweis mehr für die Echtheit dieser nun schon berühmt gewordenen Landkarte Europas.
Geheimsihung des Unterhauses.
Englische Blockadesorgen.
Amsterdam, 5. April. (Europapreß.) Das Unterhaus wird am Donnerstag, 11. April, eine Geheimsitzung abhalten, um über den Wirtschaftskrieg zu diskutieren. Ministerpräsident Chamberlain gab dem Wunsche der Opposition noch einer solchen Geheimsitzung nach. Der Oppositionsführer Attlee hatte erklärt, es würde schwer sein, über die mit der Blockade zusammenhängenden Fragen in voller Öffentlichkeit zu sprechen.
Blockademinister Ronald Croß versicherte dem Unterhaus, ^daß die Frage etwaiger Lieferungen von Neutralen nach Deutschland während der Blockade dauernd von seinem Ministerium geprüft werde.
Die „Vlaustistarenzen" Reynauds.
Italienische Stimmen.
Rom, 5. April. (Europapreß.) Der französische Ministerpräsident R eynaud muß auch am Donnerstag wieder wegen der in seinem Amtszimmer
Oie Karie des Größenwahns.
Reynauds Karte vom „neuen Europa" verrät die englisch-französischen Raubpläne
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5rettag, 5. April 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittggsnummer bisZ'^UHrdesVormittags Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstast'elL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/omehr Ermäßigte Grundpreise Bäderanzeigen
und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.
Frankreichs" zu überzeugen.
In ihrer Verwirrung über die italienische Antwort auf diese maßlose Herausforderung vergessen die Blätter sogar, ihre Darstellungen in Ueberein- stimmung zu bringen. So behauptet der Außenpolitiker des „Petit Parisi en", es habe sich ganz einfach um eine europäische Karte gehandelt, die die Grenzen vor den verschiedenen „Eroberungen Hitlers" gezeigt habe. Das Blatt versucht dann das klassische Manöver, zur Gegenattacke überzugehen, indem es fragt, ob hinter dieser Polemik der italienischen Presse nicht der Wunsch stehe, die französisch-italienischen Beziehungen absichtlich zu trüben(!). Das „Journal" gibt dagegen eine ganz andere Darstellung des Falles: Ursprünglich habe es sich um eine Karte gehandelt, auf der gewisse Länder wie Deutschland und Rußland in schwarz eingezeichnet gewesen seien. Da man jedoch befürchtet habe, daß dies zu unerwünschten Auslegungen Anlaß geben könnte, habe man sich entschlossen, eine k ü n st 1 e r i s ch e Karte z u improvisierens!!). Hierbei sei dann die Phantasie des Zeichners in Aktion g e- treten, die viel weiter getrieben worden sei, als man es annehmen fonnte(!). Ein Korrektor habe zwar die größten Fehler verbessert, aber aus Ma n- gel an Zeit(!) (jabe man davon abgesehen, alles zu ändern. Der Zweck der Sache sei ja nur der gewesen, schön z u wirken (!).
Die Pariser Presse hält ihre Leser offenbar für Halbidioten. Wenn die ursprüngliche Karte nicht das nötige Relief abgab, wie das „Journal" behauptet, hätte man sie ja einfach beseitigen können. Aber selbst für den Fall, daß Herr Reynaud unbedingt eine feinen Ambitionen entsprechende Landkarte im Hintergründe haben wollte, so bleibt immer noch die Frage offen, wie es trotz der sprichwörtlich strengen Z e n s u r in Frankreich möglich gewesen ist, daß ein derartiges Geschmiere in einer Zeitschrift erschien, die bisher stets großen Wert auf künstlerisch hochwertige Reproduktionen legte.
lOU8 MU!
reizend gewirkt.
Die Karte Reynauds, so erklärt „Messaggero", zeige, daß der französische Ministerpräsident; da er nicht befähigt sei, den Krieg zu gewinnen, sich mit dem Sieg auf dem Papier zu trösten suche. Dabei genüge ihm Deutschland als Gegner nicht mehr, sondern er bändele auch mit Rußland, Italien und U n ga r n an. Mit einem Blaustift ließen sich allerdings die Grenzen viel leichter ändern als mit den Heeren.
„Popolo di Roma" meint, dieses „Papier-Europa" Reynauds sei geradezu belustigend.
Das Mittagsblatt „II Piccolo" schreibt, es wäre schade gewesen, wenn Reynauds Karte der Welt verborgen geblieben wäre, de ms es "handele sich um ein Meisterwerk, das klug ausgedacht worden sei, zwar nicht, um das Glück des Menschengeschlechtes, wohl aber die heilsame Hegemonie Englands und Frankreichs über den Erdball zu sichern.
„(Siornale d'Italia" schreibt unter der Uederschrift „Der Teufel und das neue Europa": Als Otto von Habsburg in seinem lächerlichen Größenwahn die zukünftigen Grenzen feiner Monarchie — natürlich nur auf dem Papier — zog, da habe man im demokratischen Lager erklärt, daß es sich um eine typisch amerikanische Erfindung handele. Jetzt aber sei als schlagender Beweis aus den ge-
Reynauds neues Europa.
Der Finanzjude Reynaud, der für die eng» lifchen Greife und Pfeffersäcke Frankreich zugrunde richten darf, hat die massive Dummheit begangen, sich mit Sumner Welles ausgerechnet vor einer Landkarte Europas photographieren zu lassen, auf der die Grenzen eingezeichnet sind, die in den Wunschträumen der Plutokraten das neue Europa darstellen sollen. Die Grenzziehung soll nach diesem Plane der plutokratischen Kriegshetzer wie folgt aussehen: Rheingrenze für Frankreich; Polen bis zum rechten Oderufer; Restdeutsch» land zerfällt in Preußen, Bayern und dos habsburgische Oesterreich, zu denen noch Teile von Bayern geschlagen werden; Errichtung eines Habsburger Staates, dem noch Nordost-Jtalien einverleibt werden soll, also Venetien und Triest; Wieder» errichtung eines tschechischen Staates, dem die Slowakei sowie Teile von Sachsen einverleibt werden; Abtrennung eines weiteren Stückes von Ungarn zugunsten von Rumänien; das italienische Gebiet am Ostufer der Adria wird zu Jugoslawien geschlagen» Holland und Belgien werden zu einem neuen einheitlichen Staatsgebilde vereinigt.
So sieht das neue Europa aus, das die Greise in London und Paris zu Nutz und Frommen des privatkapitalistischen Systems schaffen wollen. Diese alten Beutejäger und Raffkes haben nicht ein» mal ihre eigenen Völker befragt, ob diese damit einverstanden sind, das tolle Spiel von Versailles nicht nur zu wiederholen, vielmehr zü übersteigern. Die beiden Westdemokratien zählen etwas über 80 Millionen Einwohner, sie sind aber wegen ihrer wirtschaftlichen Struktur, sowie roegert des Mangels an Rohstoffen und Lebensrnitteln darauf angewiesen, sich all das, was fehlt, aus bent Auslande heranzuschaffen. Zum Teil läßt sich das aus ihren Kolonien einführen, allein auch öanrt muß das über See weite Reisen machen, sodaß sie trotz aller Machtmittel wirtschaftlich und politisch sehr stark abhängig sind. Im übrigen Europa leben immerhin 300 Millionen Menschen, die in Ländern wohnen, die in starke und mächtige Staaten gegliedert sind. Großdeutschland allein zählt ebenso viel Bewohner ttiie die Westdemokratien zusammenge- nommen, was auch für den europäischen Teil Sowjetrußlands zutrifft. Italien und Spanien kommen an 70 Millionen heran, der Balkan an 55 bis 60 Millionen, Skandinavien und das Baltikum fast 30 Millionen. Dazu kommen noch Belgien und die Niederlande, die immerhin den Anspruch darauf erheben, selbständig und unabhängig zu sein.
Die Raffkes und Abenteurer,, skrupellose Burschen» die ihre eigenen Völker ausgeplündert und sich be« reichert haben, wollen noch einmal ein „neues Eu» ropa" schaffen! Sie waren zum Teil schon 1919 da» bei, als in Versailles ein „neues Europa" geschaffen wurde, hatten jedenfalls in London und Paris Stimme und Einfluß auf die Neugestaltung. Sie haben fein neues Europa gestaltet, sie haben es nicht einmal fertig gebracht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß so etwas wie ein Gottes frieden über das durch Krieg und Nachkriegs- ftürme zerquälte Europa Heraufziehen konnte. Dabei hatten sie damals alle Trümpfe und Machtmittel in der Hand, konnten allen Völkern Rohstoffe und Nahrungsmittel sicherstellen, konnten das „demokratische Zeitalter" Heraufziehen lassen, so daß eigentlich überall eitel Harmonie und eitel Glück hätte herrschen können. Sie waren 1919 dazu unfähig, unter den denkbar besten Voraussetzungen das neue Europa zu schaffen. Sie sind es heute noch viel mehr. Denn die Westdemvkratien, die sich noch immer in der Siegerpose von 1919 gefallen, haben nicht einmal ihre eigenen Völker
Neuer Schlag gegen England.
Bomben auf Kriegsschiffe, Geleitzüge und bewaffnete Handelsschiffe
zyo. Jahrgang Ur. 80
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: DieJllustrierte Gießener Familienblätter HeimcttimBild -DieScholle Monats-BezugsPreis: Mit4Beilagen.RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschluß 2251 Drahtanschrift: „Anzeiger" Posts check!1686 Frankf^M.
gewechselt, teere wieder gefüllt, der ausgewechselte Schlagbolzen und der Patronenauszieher sind in der Tasche aih Heckstand ergänzt. Wir brauchen uns darum nicht zu kümmern, denn die Kameraden im schwarzen Schutzanzug wissen, daß von ihrer Arbeit unser Leben abhängt.
Doch nun zu uns vieren, die wir soeben von unten her in den Leib des Flugzeuges steigen. Da ist zuerst als Flugzeugführer Unteroffizier H. Ge* ftern abend sah ich ihn noch auf feiner Bude sitzen, den Kurs in dje Karte eintragen und die für einen derartigen Flug notwendigen Berechnungen machen. Irgendwo in der Stadt wartete ein liebes Mädel auf ihn. Er wäre sehr gern zu ihr gegangen. Das erzählte er mir. Es wäre ein netter Abend geworden. Aber der Flug ging vor. So ähnlich ist es auch den beiden Funkern gegangen. Arn Sonn- tagnachmittag haben sie die Apparate noch einmal genau überprüft, um während des Feindfluges keine Überraschungen zu erleben. Ich selbst fliege diesmal als Bordmechaniker mit. Trotz der gründlichen Ausbildung hatte ich gestern keine Ruhe. Ich mußte noch einmal auf meinen Platz in das Flugzeug steigen und mir jeden Hebel und jeden Schalter an» sehen, um notfalls auch im Dunkeln richtig zu greifen. Fragt man sich nun, was jeden einzelnen Mann zu solchem Tun antreibt und zwingt, so läßt sich nut eine Antwort geben. Es ist jene Kameradschaft, wie sie das Kampferleben herbeiführt. Sie ist erhaben über jede Sentimentalität und reift im Mann zum Lebensgesetz. Daraus erwächst jenes felsenfeste Vertrauen, das die Grundlage jeder Gemeinschaft! bildet.
Wir starten hingus in undurchdringliches Dunkel, durch Sturm und Wolken über Land und Meer. Vier Mann in einem Flugzeug, vier Kameraden, doch im Augenblick nur ein einziges Wesen mit einem Willen, mit einem Gedanken. Der Einzelne ist nichts, die Besatzung ist alles.
Lehmann.
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