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Horn t r Freude" stand, brachte eine Fülle der an­regendsten und unterhaltsamsten Darbietungen. Das Raimonda-Ballett, das einen großen Teil des Programms bestritt, trat in vielen Tänzen in graziöser Gemeinschaft auf, zeigte aber auch in foli- stischen Darbietungen, daß es den Künstlerinnen um ihre Aufgabe ernst ist. Die Auftritte des Balletts gestalteten sich immer wieder zu Ueberraschungen, bertn nicht nur das tänzerische Können, sondern auch ein reicher und phantasievoll gestalteter Kostüm­fundus bot dem Auge immer wieder neue Bilder. So sah man u. a. einen spanischen Bolero, ein eigenwilliges altes Spielmannslied, Walzer von Gavotten, eine Lausbubengroteske, getanzte Visio­nen, rassig vorgetragene Märsche, einen ausgezeich­neten Spitzentanz und eine schöne Tanzstudie unter dem TitelIndianer". Man wurde dessen nicht müde, den ranken Tänzerinnen mit den Augen zu folgen und es fiel nicht schwer, ihnen herzlichen Bei­fall zu zollen. Das Programm brachte aber auch sonst noch eine Fülle der freudigen Ueberraschungen. Die vier Meloros verbanden geschickt ihr ge­sangliches Können mit einem parodistischen Humor und warteten mit originellen Ideen auf, die ihnen starken Beifall einbrachten. Die drei Skatts impo­nierten mächtig mit ihrem seriösen Rollschuhakt, der durch den Einbruch eines tollpatschigen Roll­schuhläufers (wie wir etwa einen Benno Falter­meier auf dem Eise kennen) reizvoll in das Humo­ristische umschlug. Franz Bott verband die einzel­nen Darbietungen in unaufdringlicher Geschicklich­keit mit seinem Humor, mit seinen Scherzen, mit Witzen und witzigen Wortspielen. Auch die in kür­zesten Szenen dargestellten Witze lösten herzliches Lachen aus. Die drei Stunden Variete bedeuteten Stunden einer sorglosen Selbstvergessenheit und der Sinn des Abends dürfte damit feine Erfüllung ge­funden haben.

Zahreshauptappell

her Kriegerkameradschast 4874.

Unter überaus zahlreicher Beteiligung hielt die Gießener Kriegerkameradschaft voll 1874 imBurg­hof" ihren diesjährigen Jahreshauptappell ab. Der derzeitige Kameradschaftsführer August Wagner begrüßte die Kameraden mit ihren Angehörigen, be­sonders die Kameraden im feldgrauen Rock.

Den Jahresbericht erstattete Schriftführer Kame­rad Lutz, der an der Feier des 65jährigen Be­stehens der Kameradschaft im Vorjahr erinnerte. Außer dem Jahres- urid den Monatsappellen hielt die Kriegerkameradschaft ein Sommerfest ab, be­teiligte sich an den nationalen Feiern sowie am Reichskriegertag in Kassel und am Kreisverbands- Appell in Großen-Linden. Bei den Straßensamm- lungen für das WHW. wurden einige tausend Ab- zeicheck abgesetzt. Die Kameradschaft ist eine der ältesten und der stärksten im Kreisverband und hat auch im Schießwesen gute Erfolge aufzuweisen. Den Kameraden an der Front wurden Liebesgaben ge­sandt. Der Mitgliederbestand hat sich nicht wesentlich verändert. Acht Kameraden sind im letzten Jahr zur großen Armee abberufen worden.

Den Kassenbericht und den Voranschlag für 1940 legte Kassenwart Hugo Hartmann vor. Die finan­ziellen Verhältnisse sind in guter Ordnung. lieber das Schi wesen berichtete Schießwart Merlau. Die Beteiligung am Leistungsschießen war größer

als im Vorjahr. Am Wettkampftchießen beteiligten sich sieben Gruppen der Klasse A und sechs der Klasse B. Mit den Durchschnittsleistungen steht die KrieFerkameradschast an erster Stelle des Kreisver­bandes. Eine Anzahl von Kameraden konnte Schieß­auszeichnungen erwerben.

Auf Vorschlag der Rechnungsprüfer wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt. Kameradschaftsfüh Wagner dankte allen seinen Mitarbeitern.

Einer größeren Anzahl von Kameraden, die treu zur Fahne gestanden haben, konnten Auszeichnun­gen überreicht werden. Das Kyffhäufer-Ehrenzeichen 1. Klaffe in Gold wurde Rechnungsrat Sch i ffn i e überreicht. Das Kyffhäuser-Ehrenzeichen 2. Klasse er­hielten die Kameraden Wilh. H ö n ig , Karl Krä­mer und Gg. Saum, die sich durch die Mitarbeit in der Führerschaft besondere Verdienste erworben haben. Das Ehrenzeichen für 50jährige treue Zu­gehörigkeit wurde Den Kameraden Karl Amend, Hch. Hebelt, Dr. Kaufmann, Gg. S ch ä - f e r und Hch. Weimar, das Ehrenzeichen für 40- jährige treue Zugehörigkeit den Kameraden Dr. med. Friß, Dr. Reinewald , Pbil. S e n k l e r, Hch. Schöck, Hch. S ch ö n h a l s , Gg. S ch r ö b e l und Gust. Schürmann überreicht. Von der Kamerad­schaft erhielten sie außerdem noch ein Führerbild. Weiteren 32 Kameraden wurde das Ehrenzeichen für 40jährige Zugehörigkeit nachträglich überreicht. Kamerad Ehrenführer T r ü m p e r t übermittelte im Namen der Ausgezeichneten den Dank an die Kameradschaft.

Für besondere Schießleistungen erhielten die Ka­meraden Ehr. G e l d b a ch und Aug. ©lebe, die schon über 65 Jahre alt sind, die große goldene Ehrennadel; die goldene Ehrennadel erhielten Schießwart Merlau und Schriftwart Hch. Lutz, die silberne die Kameraden Hans Hermann und Ullrich, die bronzene die Kameraden Karl D ö h n, Wilh. Schäfer und Bücher.

Zum neuen Kameradschastsführer wurde Lehrer D ö h n , der schon seit 1925 in der Bezirksverbands- führung und seit 1928 im Führerrat der Krieger­kameradschaft mitgearbeitet hat, einstimmig bestimmt und im Auftrage des Kreiskriegerführers'durch Ka­merad A. Wagner verpflichtet. Kamerad A. Wag­ner bleibt 2. Kameradschaftsführer. Nach einer Pause hielt der stellvertretende Kameradschaftsführer Aug. Wagner einen sehr interessanten Lichtbildervor- trag über denFeldzug der 18 Tage".

Jahreshauptversammlung des Gesang­vereins der Lokomotivführer.

Im RestaurantTannhäuser" hielt am Sonntag der Lokomotivführer-Gesangverein seine Jahresver­sammlung ab. Vereinsführer Karl gedachte zu­nächst der acht im vergangenen Jahre verstorbenen Berufskameraden und aller Helden, die für das Vaterland ihr Leben gaben. In seinen Ausfübrun- gen betonte der Vereinsführer, daß zwar vorüber­gehend und veranlaßt durch die starke Inanspruch­nahme im Dienst, die Uebungsstunden ausgefallen seien, daß aber im Interesse der Pflege des deut­schen Liedes bald wieder mit den regelmäßigen Ge­sangsstunden begonnen werden solle. Der Kassierer erstattete sodann den Geschäfts- und Kassenbericht. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Die vorgesehene Wahl eines Chorleiters brachte die

einmütige Wiederwahl des Chorleiters Karl. Er dankte den Sängern für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und ermahnte sie, sich trotz Des, schwe­ren Dienstes doch regelmäßig an den Singstunden zu beteiligen. Chormeister Nikolai, der an der Versammlung teilnahm, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die San'gestätigkeit wieder aufge­nommen werden soll. Er betonte, daß er die Schwierigkeiten, unter denen der Lokomotivführer- Gesangverein das deutsche Lied pflege, kenne, und den Verein deshalb immer anderen Gesangvereinen als Vorbild darstelle. Zum Schluß der Versamm­lung, die von Lieddarbietungen umrahmt war, dankte Vereinsführer Karl allen seinen Mitarbei­tern für Treue und Fleiß.

Eintragungen

in das Aießener Handelsregister.

In das Handelsregister beim Amtsgericht Gießen wurden folgende Eintragungen vorgenommen: Bei der Firma Faber & Schnepp, Hoch- und Tiefbau, Gießen, ist Diplom-Ingenieur August Faber als Gesellschafter eingetreten. Bei der Firma Joh. Balth. Noll ist Adolf C. A. Noll durch Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden. Die Firma Karl Schneider, Gießen, Neustadt 10, ist geändert wor­den und heißt jetztSchneider, der Fachmann für Kleider". Der Gesellschafter Ludwig W e h r u m (Gießen) ist ausgeschieden, Kaufmann Ludwig Schneider ist als persönlich haftender Gesell­schafter eingetreten. Die Gesamtprokura des Ernst M ö b u s bei der Firma Johann Balser, Bauunternehmung, Lich, ist erloschen. Die dem Fritz Sonntag in Lich erteilte Gesamtprokura ist in Einzelprokura umgewandelt worden. Die Firma August Waag (Gießen) ist erloschen. Die an Herbert O e l tz e erteilte Prokura für die Zweig­niederlassung Gießen der Commerz- und Privat- Bank ist erloschen. Die Firma C. Röhr & Co., Gießen, wird als Einzelfirma von Karl Röhr jun. weitergeführt. Bei der Firma Sieg-Lahn-Berg- bau-G. m. b. H. ist den Bergassessoren Erich K r i p p n e r (Betzdorf) und Herbert Bremer in Essen, sowie Bergrat Horst W e i g e l t in Goslar Prokura erteilt worden. Bergassessor Joachim Ziervogel in Goslar ist zum weiteren Ge­schäftsführer bestellt. Die Prokura desselben ist er­loschen.

** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mit­geteilt: Professor Dr. phil. h. c. Friedrich Engel wurde am 19. Januar 1940 zum Korrespondierenden Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt.

**VHC.-WanderungvomWettenberg zum Dünsberg. Ein schöner Vorfrühlungstag vereinigte am Sonntag eine stattliche Zahl der Mit­glieder des VHC. zur gemeinsamen Wanderung in eine der lieblichsten Gegenden unserer engeren Hei­mat. Vom Treffpunkt Lahnbrücke aus ging es zum Unteren Hardthof, am Bismarckturm vorbei zum Höhenweg nach dem Gleiberg. In ferpentinem Auf­stieg erreichte man auch bald den Wettenberg, im Volksmund auchNapoleonsnase" genannt, wo einige Zeit gerastet wurde. Während im Westen Glsiberg und Vetzberg mit ihren Bergfrieden auf­

ragten, grüßten im Süden und Osten die langge­streckten Höhenzüge des Taunus und des Voaels- berges. Tief unten führte die Lahn in vielen Win­dungen ihre Wasser zu Tal. Auf halber Höhe des Wettenberges fortschreitend mit herrlichem Ausblick auf die Berge der Umgebung wanderte man dann nach Krofdorf, wo eine kräftige Mittagssuppe allen Wanderfreunden sehr willkommen kam. Dann ging es in gemächlichem Schritt am Krofdorfer Luftbad vorbei und durch romantische Waldpartien durch das am Fuße des Dünsberges liegende Fellingshausen und nach Bieber, wo im Gasthaus Schlierbach beim Gesang schöner VHC.-Lieder die Schlußrast gehalten wurde. DieBieberlies" brachte die Wanderer wie­der zurück.

** Versammlung d e r Ziegenzüchter. Die Gießener Ziegenzüchter hielten dieser Tage imFrankfurter Hof" eine Versammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Zuchtwarts W e h r u m stand, der über die Möglichkeiten einer Ziegenhaltung in städtischen Gebieten sprach. Er betonte dabei vor allem, daß Ziegen immer nur da gehalten werden sollten, wo auch eine aus­reichende Futtergrundlage gegeben sei. Es sei nicht damit zu rechnen, daß etwa Handelsfutter­mittel für die Haltung von Ziegen zur Verfügung gestellt werden könnten. Der Ziegenhalter sei also darauf angewiesen, die Tiere auf eigener Futter­grundlage durchzubringen. Eine Hilfe in diesem Bemühen könne die Anlage eines Kleinfuttersilos darstellen. Einige der Züchter tragen sich mit dem Gedanken, solche Silos anzulegen. Im Verlauf der Versammlung wurde auch noch über die Ergeb­nisse der Milchleistungsprüfungen 1939 gesprochen^

** Vorfrühlingsfeier beim Ober- hessischen Gebirgsverein. Am Sonntag hielt der Oberhessische Gebirgsverein, Zweigverein Gießen, seine Monatsversammlung, verbunden mit einer Frühlingsfeier, ab. Die Wanderfreunde vom Zweigverein Marburg 1894 hatten ihre Märzwande­rung FriedelhaufenStaufenbergHangelstein in Gießen beendet und waren in stattlicher Anzahl zu der Feier ihrer Gießener Wanderkameraden er­schienen. Frl. Dreyer brachte unter Mitwirkung verschiedener Mitglieder durch Lied-, Wort- und Musikvortrag Frühlingsstimmung nahe. In kamerad­schaftlichem Beisammensein vergingen die Stunden bis zur Heimfahrt der Marburger Wanderfreunde allzu rasch.

** Keine Osterfeuer abbrennen. Öfter- feuer dürfen in diesem Jahre mit Rücksicht auf die Verdunkelung, die der Kriegszustand erfordert, nicht abgebrannt werden. Die Kinder sind zu belehren, daß sie das Sammeln von Reisig usw. unterlassen.

Kreis Bübingen.

Büdingen, 3. März. Die Leiche des als cer* mißt gemeldeten Einwohners K. B. wurde aus dem Seemenbach zwischen Klärbecken und Orles- Häuser Steg geländet. B. war in der Dunkelheit in den Seemenbach gefallen und von der Strö­mung fortgeschwemmt worden. Schreie waren ge­hört worden, ihre Herkunft konnte aber damals nicht festgestellt werden.

1. Rudingshain, 4. März. Dieser Tage ver­unglückte hier bei der Arbeit im Wald unser Mit­bürger Karl Stein III. und erlitt einen Ober­schenkelbruch. Durch das Deutsche Rote Kreuz wurde er in das Krankenhaus nach Schotten gebracht.

Frau Elwine Laue Ww., geb. Huhn

im Alter von 35 Jahren.

Aliendorf a. d. Lumda, den 3. März 1940.

0782

Heute entschlief, nur 2 Monate nach dem Tode ihres herzens­guten Gatten, meine innigstgeliebte Tochter und Schwester

Die Beerdigung findet auf Wunsch der lieben Entschlafenen in der Stille in Köln a. Rh., Westfriedhof, statt.

In tiefstem Leid:

Frau Elwine Huhn Ww.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen innigsten Dank.

Im Namen der Hinterbliebenen:

Hrch. Bögler und Kinder.

Gießen (Am Riegelpfad 88), den 4. März 1940.

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