boro" wickelte sich jedoch wesentlich nörd- l i ch e r als die des „Fram" ab. Die Expedition des „Sedow" verspricht einen reichen Ertrag wissenschaftlicher Forschungen, insbesondere bezüglich der Bewegung der Eismassen in der nördlichen Arktis, sowie eine reiche Ausbeute an meteorologischen Beobachtungen, Tiefenmessungen usw. Mitte Dezember 1939 ist der stärkste Eisbrecher der Sowjetunion „Josef Stalin" aus Murmansk ausgelaufen, um den „Sedow" aus der gefährlichen Packeiszone im Nordwesten von Spitzbergen herauszuholen. Der „Sedow" befindet sich schon auf 81 Grad 1 Minute nördlicher Breite und 3 Grad 18 Minuten östlicher Länge, also im nördlichen Teil des grönländischen Meeres nordwestlich von Spitzbergen. Der „Josef Stalin" ist dem „Sedow" durch schwere Eismassen hindurch so nahe gerückt, daß die Scheinwerfer des mächtigen Eisbrechers von der Besatzung des „Sedow" bereits durch die Polarnacht gesehen werden. Mit der Befreiung des „Sedow" aus der zweijährigen Gefangenschaft des Polareises wird eine der kühnsten und interessantesten Expeditionen in der Geschichte der Polarforschung beendet sein.
Regensburg wurde Großstadt.
In einem Bericht über die Entwicklung Regensburgs im Jahre 1939 wies Oberbürgermeister Dr. Schottenheim darauf hin, daß die Bevölkerungsbewegung eine besonders erfreuliche Tendenz auch hier genommen habe. Bei der letzten Volkszählung wurden in Regensburg 97 500 Personen als anwesend festgestellt. Diese damals ermittelte Zahl ist aber bereits überschritten, und Regensburg hat gegenwärtig über 100 000 Einwohner. Damit ist die Stadt in die Reihe der deutschen Großstädte eingetreten. Erfreulich aktiv war die Geburtenbewegung itn Berichtsjahr. Wenn sie so anhält, dann müssen in Regensburg in den nächsten acht Jahren alljährlich zwei neue Schulhäuser gebaut werden.
Lawinenunglück im Arlberggebiet.
Oberhalb von Warth beim sogenannten Hörndle ist durch ein Schneebrett eine Lawine losgegangen, die vierSchiläufer aus dem alten Reichsgebiet verschüttete. Ein fünfter konnte sich rechtzeitig durch seitliche Abfahrt in Sicherheit bringen. Von den vier Verschütteten befreiten sich drei selbst aus den Schneemassen, dagegen konnte der 30 Jahre alte Ernst Hechler aus Stuttgart nur als Leiche geborgen werden.
Felssturz verschüttet zwei Häuser.
In der Nähe von Cividale in der oberitalienischen Provinz Udine wurden durch einen Felssturz zwei Arbeiterhäuser vollständig verschüttet. In den Häusern wohnten insgesamt 11 Personen. Eine Nachbarin eilte in das Dorf, um Hilfe herbeizuholen. Sofort wurde mit den Bergungsarbeiten begonnen, dach besteht wenig Hoffnung, die Verschütteten noch lebend vorzufinden.
Große Ueberschwemmungen in Spanien.
In Sevilla hat die Ueberschwemmung des Guadalquivir größte Ausmaße angenommen. Der Fluß steht bereits 15 Meter über Normal- st a nd, sämtliche Hafenmauern und Lagerhallen sind unter Wasser gesetzt. Das Wasser drang stellenweise bereits in die Innenstadt ein. Der Eisenbahnverkehr mit der Stadt ist zum größten Teil unterbrochen. Bei der Rettung von Gefährdeten wurde ein Karren, auf dem sich Gerettete befanden, mitten auf der Straße von der Strömung umge- rissen, wobei sieben Insassen ertranken. Auch unterhalb von Sevilla hat der Guadalquivir weite Strecken überschwemmt, wobei zahlreiche einzelstehende Gehöfte von der Umwelt abgeschnitten worden sind. Flugzeuge versorgen die abgeschnittene Bevölkerung mit Lebensrnitteln. Auch die Provinzen Cordoba und C i u -
dal Real sind von Ueberschwemmungen heimgesucht worden. In Badajoz sind mehrere Stadtviertel überschwemmt worden. Der Telephon- und Telegraphenverkehr mit der Stadt Almaden ist völlig unterbunden.
60 Tote bei einem holelbrand in USA.
Im Luxushotel Malborough in Mi n n e a p o l i s ist eine heftige Feuersbrunst ausgebrochen. Die Flammen hatten rasch das ganze Gebäude erfaßt. Der Brand wurde durch die Explosion des Dampfkessels der Zentralheizung verursacht. Zuerst wurden die Haupttreppe und die Aufzüge ergriffen. 200 Gästen wurde jeder Ausgang abgeschnitten. 60 Personen sind in den Flammen
umgekommen und 40 wurden verletzt. Viele Personen sprangen aus den Fenstern auf die Straße.
Lynchjustiz in USA.
Auf Ersuchen des Sheriffs von Meadville (USA.) entsandte der Staatsgouverneur eilig 45 mit Tränengas bewaffnete Mitglieder der Staatsmiliz nach einer entlegenen Waldhütte, wo zwei Neger von etwa 100 bewaffneten Weißen unter Lynchdrohungen belagert werden. Die Neger hatten kürzlich einen Hilfspolizisten erschossen. In der Stadt Columbia hat eine große Volksmenge bereits zweimal versucht, einen Neger aus dem Gefängnis herauszuholen und zu lynchen.
Aus der engeren Heimat.
Brände im Kreise Alsfeld.
Am Mittwochabend brach in dem Dorfe Eifa bei Alsfeld in dem Grundstück des Bauern und Müllers Georg Weitzel Feuer aus, das die große Scheune, einen Stall und kleinere Anbauten, sowie umfangreiches landwirtschaftliches Material vernichtete. Die Flammen breiteten sich mit ungeheurer Schnelligkeit aus, sodaß die Bekämpfung durch die örtliche Feuerwehr und freiwillige Helfer nicht ausreichte, sondern die Motorspritze aus Alsfeld zu Hilfe kommen mußte. Erst nach mehrstündiger angestrengter Arbeit gelang es, den Brand niederzutämpfen. Den Flammen fielen außer den erwähnten Gebäuden etwa 60 Wagen Heu und Stroh, ein vollständiger Dreschmaschinensatz, Mähmaschinen, Kartoffelpftanzmaschinen, Wagen usw., ferner ein Automobil, zum Opfer. Zum Glück konnten das Wohnhaus und einige andere Nachbargebäude sowie der Viehbestand gerettet werden. Der Brandschaden wird auf etwa 120 000 RM. beziffert.
*
Etwa 24 Stunden später, nämlich in der Nacht zum heutigen Freitag, gegen H2 Uhr, brach in den Dorfe Heidelbach (Kreis Alsfeld) in einem Bauernhof ebenfalls ein verheerender Brand aus. Die Flammen wüteten hier in dem Grundstück des Bauern Otto Müller I. Die Löscharbeiten gestalteten sich dadurch besonders schwierig, daß das Dorf keine Wasserleitung besitzt und Männer, Frauen und Kinder, kurzum alles, was Überhaupt nur laufen und helfen konnte, gezwungen war, das Wasser mit Eimern aus dem Brunnen zur Brandstelle zu tragen. Der Einsatz der Motorspritze aus Alsfeld war hier besonders nötig. Die Motorspritze legte an der etwa 300 Meter entfernten Schwalm an und trieb das Löschwasser mit mehreren Schlauchleitungen zum Brandherd.
Trotz des außerordentlich tatkräftigen Arbeitens der ganzen Dorfbevölkerung und weiterer Helfer, sowie der angestrengten Tättgkeit der Motorspritze gelang es nur, das Wohnhaus des Brand geschädigten und einige Scheunen der Nachbargrundstücke vor den Flammen zu bewahren. Die große Scheune, die Stallungen und viel landwirtschaftliches Material fielen auch hier dem Brand zum Opfer. Die Wirtschaftsgebäude wurden bis auf die Grundmauern eingeäschert. Ferner verbrannten zwei Grasmäher, eine Sämaschine, ein Heuwender, fünf Ackerwagen, sämtliche Pflüge und Eggen, Pferdegeschirre, etwa 1200 Zentner Stroh, 300 Zentner Heu und ein Personenauto. Der Brandschaden wird nach vorläufiger Schätzung mit ungefähr 50 000 RM. angenommen.
Die Staatsanwaltschaft Gießen, die Kriminalpolizei und die Gendarmerie in Alsfeld sind zur Zeit mit den Ermittlungen über die Brandursachen in beiden Orten noch beschäftigt.
Verdienter Heimatforscher gestorben.
Lpd. Darmstadt, 4. Januar. In Anwesenheit zahlreicher Freunde der Heimatkunde und Heimatpflege fand im Krematorium Darmstadt die Einäscherung von Sanitätsrat Dr. Friedrich Maurer statt, des verdienstvollen Ehrenmitgliedes des Oden- waldtlubs. Oberbürgermeister Wamboldt würdigte die großen Verdienst des ärztlichen Wohltäters in feien vielen Aenttern und des Heimatfreundes und Heimatforschers um den Odenwald. Seine unvergleichlichen Odenwald-Sammlungen bilden das Prunkstück des Darmstädter Stadtmuseums. Aber auch die bis zuletzt währenden Verdienst des Toten um das Darmstädter Musikleben und seine soldatische Treue als Hessischer Leibgardist fanden ehrende Anerkennung.
Geidenraupen-Erlös
als „Panzerschiff-Spee-Spende".
Lpd. Dieburg, 4. Januar. Die Schuljugend in Harreshausen hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Seidenraupenzucht aufgenommen und einen schönen Ermunterungserfolg errungen. Den Erlös der Zucht hat sie jetzt der .Danzers chiff-A dmiral-Graf-Spee- Spende" zur Verfügung gestellt.
Landkreis Gießen.
<£ Leihgestern, 4. Januar. Dieser Tage wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Frau Marie Laub er Ww., geborene Krick, die im hohen Alter von 89 Jahren verstarb, zur letzten Ruhe bestattet. Sie war seit über zwei Jahrzehnten Witwe. Weiter verstürben hier in den letzten Wochen an älteren Leuten die Ehefrau Katherine Velten, geborene Rohrbach, im 79. Lebensjahre, der Schuhmacher meister Johannes Dietz im 83. und der Wagnermeister Johannes Pauli V. kurz nach Vollendung des 83. Lebensjahres.
* Oppenrod, 4. Jan. In einer unübersichtlichen scharfen Kurve unseres Dorfes ereignete sich nachmittags ein Zusammenstoß zwischen einem Lastkraftwagen und einem Personenauto. Glücklicherweise verlief der Unfall für die Insassen der Wagen glücklich, beim sie kamen ohne Verletzungen davon. Es entftanb nur Sachschaden.
Rundfunkprogramm
Samstag, 6. Januar.
6 Uhr: Morgengruß. 6.10: Morgengyrnirastik. 6.30: Frühkonzert. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolk, merk' auf! 8.10: Gymnastik. 9.15: Deutschland — Kinderland: „Immer will er seinen Willen haben." Zwiegespräch. 9.30: Frohe Weisen. 11: Musik am Vormittag. Ausführung: Der Musikzug der SA.- Gruppe Hessen. 11.50: Stadt und Land — Hand in
Hand. 12: Mittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Frankfurt. 12.30 bis 12.40: Nachrichten. 13: Zauberland Musik. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 16: Nachmittagskonzert: Bunte Melodien. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Bühne und Film im Rundfunk. 18.25: Zum frohen Wochenende. Dazwischen: 18.30: Aus dem Zeitgeschehen. 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zei- tuigsschau. 20: Nachrichten. 20.15: Übertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen 22 bis 22.15: Nachrichten. 24 bis 0.15: Nachrichten.
-rhein-Mainifche Börse.
Rach festem Beginn ruhig.
Frankfurt a. M., 4. Januar. Auf weitere Anlagekäufe ber Kundschaft, unter denen vor allem viel Kleinausträge zur Ausführung kamen, war die Börse am Aktten- und Rentenmarkt weiter fest. Das Geschäft war bei Eröffnung verhältnismäßig lebhaft, da auf dem erhöhten Kursstand einige Gewinnmitnahmen erfolgten, flaute aber später ziemlich ab. Ebenso konnten nicht überall die etwa 0,50 bis 1 o. H. höher liegenden Kurse am Aktienmarkt voll behauptet werden. Indessen blieb der feste Grundton erhalten. Scheideanstalt kamen der gestrigen Schätzung entsprechend mit 245 (am 2. 1. 234) und Harpener nach eintägiger Pause mit 164,65 (160,50) zur Notiz. Don Montanwerten setzten Buderus und Mannesmann je 0,90 v. H. höher mit 100,90 bzw. 113,13, Rheinstahl mit 139,50 (139), andererseits Klöckner mit 125,25 (126) und Hoefch mit 111,50 (111,65) sowie Verein. Stahl mit unv. 106,50 ein. Die Farben-Aktie gewann 0,65 v. H. auf 169, dagegen Rutgers werke 156,75 (157). Elektro- und Maschinenwerte lagen still und wenig verändert.
Am Rentenmarkt war die Nachfrage nach Pfandbriefen, Schatz anweisungen und neuerdings auch wieder nach Steuergutscheinen lebhaft. Von den variablen Werten Reichsbahn-VA. weiter fest mit 125,13 (124,65), hingegen Reichsaltbesitz 139,13 (139,25). Im übrigen zeigten die Rentenpapiere nur geringe Veränderungen. LiqUi-Pfandbriefe bröckelten z. T. bis 0,25 v. H. ab. Im Freiverkehr hatten Steuerguffcheine I per April-Mai mit 99,40 (99,15) größeres Geschäft, weiter fest auch Kommunal-Um- schuldung mit 94,95 (94,70).
In der zweiten Börsenstunde schrumpfte das Geschäft stark zusammen und auf mäßige Glattstellun- gen bröckelten die Kurse verschiedentlich etwas ab. JG.-Farben 168,50 nach 169, Verein. Stahl 106 nach 106,50, Mannesmann 112,50 nach 113,13 usw. Don später notierten Papieren waren bemerkenswert fest Goldschmidt mit 155,75 (151,25), Adlerwerke Kley er mit 103,50 (100,50), Eßlinger Maschinen mit 116 (113,50) und Akkumulatoren mit 242 (239). Am Einheitsmarkt setzten Bankaktien ihre Aufwärtsbewegung fort.
Im Freiverkehr nannte man Elsäss.-Bad. Wolle mit 96 bis 98 (95,50) und Verein. Fränk. Schuh mit 71 Geld (70). Tag es gelb sehr leicht mit 1,75 (2) v. H.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik, Feuilleton und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für Stadt Gießen. Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein: für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Druck und Verlag: Brühlfche Universitätsdruckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis 2,05 RM. einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 vom 1. Dezember 1939 gültig.
Gestern entschlief nach langem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel
Philipp Peter II., Landwirt
im 66. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Elise Peter, geb. Albach, und Kinder.
Reiskirchen, den 5. Jantiar 1940.
Die Beerdigung findet am Samstag, dem 6. Januar, nachmittags 2% Uhr statt
033
Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen
Jakob Weller VII.
sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Heuchelheim, im Januar 1940.
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