Ausgabe 
5.1.1940
 
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REUERBUR6

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Aus aller Welt

Weihnachtliches Kriegstagebuch

and sein Ende

Beigeschmack,sodass man glauben

^Jahrelang ging der

könnte, es sei überhaupt nicht

Streit um die leidige

vorhanden. Es ist aber da

Frage, ob eine Zigarette

ein Mundstück haben müsse

oder nicht. 3etzt hat das neue

UMundstück der GÜLDENRING

Goldmundstück

endlich die entscheidende Lösung

unsichtbar, ferner frei von jedem Geruch oder

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mit ö*MiAXic£stü.ck 4 Pfennig

idern ien.

gebracht.Es vereint nämlich die Vorzüge beider Mundstückarten! Denn es ist vollkommen

hotten, auch die Geschenke von der Truppe und von der Batterie überraschten uns. Die Sache mit dem Wein, dem Stollen, der Schokolade, den Rauch­waren und dem bunten Weihnachtsteller stimmte

Die Expedition des sowjetrussischen Eisbrechers Sedow", der seit über zwei Jahren in den nördlichsten Breiten des Polarmeeres driftet, nähert sich ihrem Ende. Die Drift desSedow" führte vom Laptew-Meer an der nordsibirischen Küste in west­licher Richtung quer durch das nördliche Polarbecken aus die Nordküste Grönlands zu und berührte somit eine Gegend, in die n o cf) nie zuvor ein Schiff oder ein Flugzeug eingedrungen war. Mit der Fahrt desSedow" durch das Polareis kann nur .....~ '1 von Frithjof Nansens verglichen werden. Die Drift desSe-

Oie Reichsbahn im Lahre 1939.

Befriedigende finanzielle Entwicklung. - Neue große Aufgaben

zähmen.

22. 12. Drei Postfäcke, vollgefüllt mit Päck- * inaetroffen. Auch diese wurden

rt^. weil arundläklicb alle Feld­

aus Weihnachten eingestellt.

23. 12. So gründlich und so schnell haben wir noch nie unsere Bunker und die Dunkervorhöfe ge­putzt. Die Arbeitflutschte" nur so, feder packte kräftig mit an, sodaß wir frühzeitig fertig waren. In unserer Vorfreude steckten wir den Advents­kranz an, legten einige Aepfel aus den Ofen und brannten Tannenzweiae an. So schufen wir eine rechte weihnachtliche Stimmung, die durch keinen Alarm gestört wurde. Wer hätte es geglaubt, daß wir uns als Soldaten nochmals wie die Kinder auf Dkihnachten freuen würden ...

24. 12. Fast tat es uns leid, als wir heute früh aus den Bunkerwall kletterten und dort unseren Tannen bäumfällten". Bereits im Herbst hatten wir diesen Baum zusätzlich mit in die Tar­nung eingepflanzt und ihn als unseren Weihnachts­baum bestimmt, lieber und über war das Bäum­chen mit Rauhreif überzogen, als wir es umlegten. Gar rasch schwand die kristallene Schönheit im Bun- kervorhos dahin. Eine Schönheit, die auch durch den schönsten Schmuck und durch die Kerzen Nicht wieder hervorgezaubert werden konnte. Aber herr­lich war unser Bäumchen doch.

Unvergessen wird uns die abendliche Feierstunde bleiben, bei der wir von allen Seiten in so reichem

Volksschädling zum Tode verurteilt.

Das Sondergericht Königsberg verurteilte am Donnerstag den 49 Jahre alten Heinrich Micha- lowski wegen Verbrechen nach §4 der Verord­nung vom 5. September 1939 zum Tode. Dieser Volksschädling war durch Neigung zum Trunk und aus Arbeitsscheu schon 1910 auf die Bahn des Ver­brechens geführt worden. Er hat insgesamt 2 6 V o r- strafen aufzuweisen, fast alle wegen Eigentums­vergehen. In den verschiedensten Gegenden Deutsch­lands trat er als Landstreicher, Zechpreller und Be­trüger auf. Von einer großen Tour durch Polen kurz vor Kriegsbeginn nach Danzig zurückgekehrt sah er mit dem Instinkt des Betrügers eine gün­stige Gelegenheit, auf Kosten anderer zu leben, darin, sich als geflüchteter Volksdeut­scher auszugeben. In verschiedenen Städten und zahlreichen Ortschaften Ostpreußens, zuletzt in Kö­nigsberg, beschwatzte er Volksgenossen und ließ sich Geld geben. Ueberall erzählte er, durch seinen Ein­satz für andere Volksdeutsche habe er die Aufmerk­samkeit der polnischen Polizei auf sich gelenkt, sei verhaftet, mißhandelt und seines Eigentums beraubt worden. Nach kühner Flucht aus dem Gefängnis habe er sich mit Mühe und Not über die Grenze gerettet. An alledem war kein Wort wahr.

Berufsverbrecher hingerlchlek.

Am 4. Januar ist der am 2. Januar 1915 in Jahnsbach im Erzgebirge geborene Heinz M e i sch- ner hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Freiberg (Sachs.) am 23. November 1939 wegen Verbrechens nach der Verordnung gegen Volks­schädlinge in fünf Fällen sowie roegen schweren Diebstahls, versuchter Notzucht, gefährlicher Kör­perverletzung, schweren Raubes unö versuchten Tot­schlages viermal zum Tode verurteilt und zu lebenslangem Zuchthaus sowie zu dauern­dem Ehrverlust verurteilt worden war. Meischner, ein Berufsverbrecher, der in der letzten Zeit nur von Einbruchsdieb st ählen lebte, hat innerhalb dreier Tage unter Ausnutzung der Ver­

wenden.

21. 12. Don der eingetroffenen Feldpost hat uns heute der Spieß nur d i e Briefe ausgehändigt. Die Pakete hat er uns vorenthalten und etngeschlos- sen. Er meinte nämlich, es seien ja alles Weih- nachtspakete, die uns an Weihnachten^ selbst die größte Freude machen würden. Also könnten wir ruhig rroch drei Tage unsere Neugierde be-

scheranstalt. ,

19.12. Don den Derpflegungswagen sind heute eine Menge Kisten mit unbekanntem Inhalt ab ge­laden worden. Dom Fahrer erfuhren wir, daß das die Sonderzuwendungen der Truppe für Weihnachten feien, und daß noch mehr Dinge nach­folgen würden, die zusätzlich aus den Ueberschüsien der Marketenderei gekauft werden sollen.

20.12. Im letzten Augenblick ist uns eingefallen, chen, sind erneut ein .. .. , .

daß wir ja an Weihnachten nicht nur etwas er- sofortbeschlagnahmt , well grundsätzlich alle Feld-

warten dürfen, sondern daß wir auch s e l b st etwas geben müssen. Wenn wir aus den Stel­lungen herauskommen würden, wäre es ja leicht für uns, etwas einzukaufen, um uns im engeren Kameradenkreise gegenseitig etwas zu schenken. Aber schließlich kommt es darauf gar nicht an. Wir wollen am Weihnachtsabend einmal zeigen, was wir können und daß wir Kameraden sind. Schließlich haben wir in unseren Reihen einige Künstler, denen es nicht tarn er fällt, eine schlichte Feierstunde zu gestalten. Auch zwei Verseschmieder sind darunter, die nun eifrig lustige Reime auf die Kameraden machen und die bestrebt sind, ja nichts zu vergessen. Gute und weniger schöne Eigenschaften der Kameraden sollen am Weihnachtsabend vom Weihnachtsmann in treffsicherer Weise behandelt

also genau so, wie das persönliche Geschenk, das jeder von uns noch von der Batterie erhielt. Nach­dem wir uns von unserem Erstaunen etwas erholt hatten, griff rasch eine fröhliche Stimmung Platz, die bis zum Zapfenstreich anhielt. Freiwillig lösten wir in kurzen Abständen unsere Posten und die Flugmelder ab, damit jeder Kamerad an der Weih­nachtsfeier teilhaben konnte. Selig wie die Kinder im Gedanken an unsere Lieben in der Heimat schliefen wir ein.

25.12. Das genaue Sichten unserer Ge- schenke war heute die Hauptbeschäftigung. Eine neue Ueberraschung brachte uns die Feldküche mit dem ge ft elfen, das mir trotz größter An­strengung nicht restlos bewältigen konnten ... Ein richtiger Feiertag.

26.12. Für die vielen Geschenke muß man sich auch bedanken. Das ist nunmehr zum großen Teil geschehen. In Massen wurden die Dankbriefe geschrieben wahrlich keine leichte Beschäftigung bei den vielen Geschenken. Es war wunderschön, unser Weihnachtsfest im Bunker! Wir werden es nicht vergessen. Hans Jütte.

den Mehreinnahmen erhöhte Aufwendun­gen gegenüber. Die Zahl der Gefolgschafts- mitglieder der Reichsbahn mußte abermals be­trächtlich vermehrt werden. Ebenso erforderten die erheblich gestiegenen Verkehrs- und Betriebs­leistungen einen erhöhten Aufwand für die Be­triebsführung und für die Unterhaltung und Erneuerung der Bahnanlagen und Fahrzeuge. .

Die an die allgemeine Reichskasse zu entrichtende Abgabe bemißt sich für 1939 erstmals nach den Bestimmungen des neuen Reichsbahn-Gesetzes. Ent­sprechend den höheren Verkehrserträgen sind auch die an das Reich zu zahlenden Beträge höher als im Vorjahr. Die Gesamtrechnung der Reichsbahn wird in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen sein. Nunmehr treten gewisse Anforderungen, z. B. aus der baulichen Neugestaltung deutscher Städte, zurück hinter Bauausführungen, die vom wehrwirt- schaMchen Standpunkt aus vordringlich sind. Auch das große Fahrzeugbeschaffungspro­gramm ist den kriegswirtschaftlichen Verhältnissen angepaßt worden. Als wesentliche Ausgabe ist neu hinzugekommen der Wiederaufbau des Eisenbahn­wesens in den heimgekehrten Ostgebieten.

Der Gesamtschulden st and der Reichsbahn ist weiterhin günstig. Unter Einschluß der neuen Anleihe und unter Einrechnung der im Zusammen­hang mit der Eingliederung der ehemaligen öster­reichischen Bundesbahnen übernommenen Schuld­verpflichtungen sowie nach Rückzahlung der fälligen erheblichen Schuldbeträge belaufen sich ihre lang­fristigen Verbindlichkeiten auf rund 3350 Millionen Reichsmark. Demgegenüber stellte sich das An­lagevermögen der Reichsbahn anfangs 1939 auf fast 35 Milliarden Reichsmark und ihr Eigen- kapital auf nahezu 19 Milliarden Reichsmark. Einschließlich des Anlagewertes der Eisenbahnen in den Herrn gekehrten Ostgebieten wird das Anlagever­mögen der Reichsbahn Ende 1939 annähernd 40 Milliarden Reichsmark ausmachen.

Berlin, 4. Ian. (DNB.) Wie schon 1938, so ist auch im Geschäftsjahr 1939 die Entwicklung der Reichsbahn weitgehend durch Ereignisse weltgeschicht­lichen Ausmaßes mitbeftimmt worden. Neben dem Aufmarsch und der Versorgung der Armeen hat die Reichsbahn nach dem Ausfall des Krastfahrzepg- Fernverkehrs zusammen mit der Wasser­st raße den gesamten allgemeinen Gü­terverkehr abzuwickeln. Den allgemeinen Per­sonenverkehr muß sie allein bewältigen. Außerdem hat die Reichsbahn einen erheblichen Strecken- zuwachs in den heimgekehrten Ostgebieten, ^ür diese sowie für den Neuaufbau des Eisenbahn­wesens im Generalgouvernement hat sie Tausende von Bediensteten zur Verfügung gestellt. Neben dem politischen Geschehen tritt als das für die Reichsbahn, ihre Stellung im Reich, ihren inneren Aufbau und ihre Finanzwirtschaft wichtigste Ereig­nis im abgelaufenen Geschäftsjahr das neue Reichsbahn-Gesetz vom ^Luli hervor Die Reichsbahn behäll ihre eigene Wirtschaftsführung und ihre eigene Rechnung, die getrennt von der all­gemeinen Rechnung des Reiches geführt wird. Diese finanzwirtschaftliche Selbständigkeit trägt ihrer Eigenart als Wirtschaftsunternehmen Rechnung, die eine größere Bewegungsfreiheit fordert, als sie die starren Formen öffentlicher Haushalte gewähren können. , v ,

Die finanzielle Entwicklung der Reichs- bahn ist durch die politischen Geschehnisse weit- gehend beeinflußt worden. Umfangreiche Ein­schränkungen des allgemeinen Verkehrs Ende August / Anfang September 1939 haben die Der- kehrseinnahmen zunächst erheblich a b f i n f e n lassen. In der Folgezeit haben sich jedoch mit dem Wiederaufleben des allgemeinen Verkehrs auch die Verkehrseinnahmen wieder so wesentlich gebesiert, daß mit einer Gesamteinnahme von rund 5650 Millionen Reichsmark, das sind rund 520 Mil­lionen Reichsmark - 10,1 v. H. mehr als im Vor- jähre, gerechnet werden kann. Auch in 1939 stehen

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dunkelungsmaßnahmen ein Sittlichkeitsverbrechen, die berühmte Reise einen Raubüberfall auf eine Frau und drei Ein-1F r a m" verglichen

PK. 17. Dez. 39. Heute war großeGeheim- sitzu ng" im Ehefb unter. Der Spieß tat zwar sehr geheimnisvoll, als er von der Bespre­chung kam. Es läßt sich aber nicht leugnen, daß das Thema Weihnachtsfeier zur Debatte stand. Wurden doch auch später bei der Befehlsausgabe die Namen der 20 Kameraden bekanntgegeben, die über Weihnachten in Urlaub fahren dürfen. Wir anderen werden die Stellung halten und eine zünf­tige Soldatenweihnacht feiern.

18 12. Man munkelte heute von allerlei Zu­schüssen und Zuwendungen zum Weih- nachtsfest Bestimmt sind das alles wieder Latrinen­parolen. Einer behauptet sogar, daß jedermann von der Batterie eine Flasche Wein, einen Weihnachts­stollen, eine Tafel Schokolade und eine Menge an­derer D'»nge bekommen würde. Schön wäre ja so etwas. Aber schließlich ist der. Kommiß keine Be-

und bietet empfindlichen den gleichen Schutz wie eiru

brüche begangen. Bei dem Raubüberfall hat er das Opfer durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt.

Vollstreckung von Todesurteilen.

Am Donnerstag wurde der am 13. Mai 1902 geborene Friedrich Pferfching hin gerichtet, der durch Urteil der Strafkammer Tübingen vom 28. September 1939 wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren­rechte verurteilt worden ist. Pfersching hat am 21. August 1939 in Urach feine Schwester niedergeschlagen und erhängt, weil sie ihm wegen seines Lebenswandels berechtigte Dor- Haltungen gemacht hatte. Am 4. Januar 1940 ist der am 23. Juli 1897 in Hemslohbruch, Kreis Diep­holz, geborene Otto Grewe hingerichtet worden, der vom Sondergericht in Hannover wegen Ver­brechens nach der Verordnung gegen Volksschäd­linge zum Tode und dauerndem Ehrverlust ver­urteilt worden war. Der Verurteilte hat e i n e Mühle angezündet und so große Getreide- und Mehloorräte vernichtet. Am 4. Januar 1940 ist der am 17. Oktober 1914 geborene Franz Seitz aus Ludwigshafen a. Rh. hingerichtet worden, der vom Sondergericht Kaiserslautern am 30. Dezem­ber 1939 wegen Mordes zum Tode und zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Franz Seitz, ein entarteter Sittlichkeitsverbrecher, hatte am 28. Oktober 1939 in Ludwigshafen a. Rh. an einem achtjährigen Knaben einen Lustmord begangen.

Sowjet-EisbrecherSedow" auf der Heimfahrt.

postpäckchen am Weihnachtsabend verteilt werden. Maße beschenkt wurden. Nicht allein, daß wir lange Unser Programm ist auch schon fertig, sodaß wir Zeit brauchten, bis wir die F e l d p o st p a ck ch e n also mit Rühe dem Fest entgegensehen können. Der mit ben vielen Liebesgaben geosfne^und bewundert Dienst macht uns in diesen Tagen direkt unbändige Freude so sehr sind unsere ganzen Erwartungen