Ausgabe 
4.11.1940
 
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Wirtschaft.

Zurückhaltende Börse.

Frankfurt a. M., 31. Oft Die kräftige Be­lebung zu Beginn der Berichtszeit war nur vor­übergehender Natur und machte sehr rasch wieder einer starken Zurückhaltung Platz. Kaufaufträge gingen am Aktienmarkt nur in wenigen be­vorzugten Papieren und dazu in geringem Um­fange ein, anderseits kam aber auch selten Mate­rial heraus, sodaß die Kursbewegungen nicht im­mer realere Gründe hatte, sondern mehr markt­technisch bedingt waren. Die Auf- und Abschläge betrugen oftmals mehrere Prozente. Die Grund­tendenz ist bei aller Zurückhaltung freundlich, vor allem Montanaktien und Bauwerte sowie Zellstoff­papiere waren per saldo wenig verändert. Bei Chemiewerten machten Scheideanstalt eine Son­derbewegung durch, sie stiegen bei kleinsten Um­sätzen bis 285. Sehr fest waren Bankaktien, doch konnten Rückschläge an einigen Tagen nicht ver­mieden werden. Autoaktien bröckelten meist weiter ab, wobei das Tempo mehr oder weniger schnell war und Erholungen die Bewegungen zeitweise abstoppten. Auch am Einheitsmarkt sind ähnliche Bewegungen zu beobachten, wobei jedoch hier der Materialmangel stärker bemerkbar ist. Gegen Wochenschluß konnte man eine regere Anfragetätig­keit der Kundschaft beobachten, von der man Aus­wirkungen erwartet.

Am Renten markt konzentrierte sich das Interesse weiterhin auf Reichsschatzanweisungen, deren Folge VII nunmehr aufgelegt ist und die flott abgehen. Daneben sind Steuergutscheine I wei­

ter gesucht und im Wochenverlauf bis 105,75 ge­steigert. Die Altbesitzanleihe blieb unter Schwan­kungen ziemlich stabil, in Reichsbahnvorzügen ist das Geschäft zum Stillstand gekommen, der Kurs bröckelte um 0,50 auf 126 v. H. ab. Jndustrieob- ligationen unterschiedlich, zeitweise ergaben sich leichte Erholungen, aber besonders in naher Zeit­spanne kündbare 5%ige Obligationen nachgebend und eher angeboten. In Pfandbriefen kamen fast täglich einzelne Pfandbriefserien auf der Basis von 102,5 zur Notiz, es handelte sich dabei meist um ganz kleine Beträge, die nur Prozentteile der Nach­frage ausmachten. Die 4,5 e/oigen Kommunalobli­gationen find inzwischen bei 102,25 angelangt, von den neuen 4%igen Papieren kam selten etwas her­aus. Stadtanleihen vollkommen geschäftslos.

Der Freiverkehr in Aktien lag ebenfalls lustlos. Man interessierte sich dagegen mehr für Böhmenwerte, Frankfurt a. M. hatte bekanntlich in Vorkriegszeit an diesen, wie auch an ostmärki­schen Papieren starkes Interesse. Auch einige ost­preußische Kleinbahnaktien wurden im Telefonver- kehr umgesetzt, dagegen ist der Handel in Zellwolle- und Zellstoffaktien (Küstriner, Thüringer) abqeflaut. Von heimischen Freiverkehrswerten lagen Kupfer­berg Sekt bei 149 bis 150 kaum verändert.

Der Satz für Tagesgeld blieb weiterhin unver­ändert mit 1,75 v. H. E. Schn.

Steuergruppe II.

Die Steuergruppe II unterwirft die länger als fünf Jahre kinderlos Verheirateten einem erhöhten Einkommensteuersatz. Jemand, der seit 1919 kinderlos verheiratet ist, begehrte die Einreihung in die Steuergruppe III, weil seine Kinderlosigkeit auf eine Kriegsbeschädigung zurückzuführen fei'. Hierzu

erklärt der Reichssinanzhos, daß die Skeuergruppe II keineswegs eine Strafe für diejenigen Ehen darstellen solle, die der Nation trotz mehr­jährigen Bestehens der Ehe keine Kinder schenken, sondern daß sie vielmehr lediglich einen gerechten steuerlichen "Äa st en ausgleich bezwecke. Daraus ergebe sich, daß die Einreihung in die Steuer­gruppe II die Gründe, die zur Kinderlosigkeit geführt haben, nicht berücksichtigen könne. Anderfalls würden nicht nur die Veranlagungs­arbeiten der Finanzämter sehr erschwert, sondern auch das ganze Tarifgebäude des Einkommensteuer­gesetzes ins Wanken gebracht. Es müßte dann bei­spielsweise auch den Vorstellungen von Ledigen, die gewichtige Gründe vielleicht ähnlicher Art für ihre Ehelosigkeit vorbringen können, Rechnung getragen werden.

Aus aller Wett.

Sieben Toke bei einem schweren Voolsunglück bei Kopenhagen.

Auf dem Furesee bei Kopenhagen hat sich am Sonntag ein schweres Bootsunglück zugetragen, bei dem sieben jung* Leute im Alter von 16 bis 19 Jahren umgekommen sind. Die vier jungen Männer und drei Mädchen hatten ungeachtet eines schweren Sturmes eine Fahrt über den Furesee in Kanus unternommen, die am Spätabend leer am Ost ufer an tri eben. Der Umfang des Unglücks wurde erst klar, als sich die Eltern der Vermißten bei der Polizei meldeten.

Prinz-Engen-Preis für die Vorkämpfer des ungarländifchen Deulfchkums.

Im Auditorium Maximum der Universität Wien wurden den Führern des ungarländifchen Deutsch­

tums, Dr. Franz Basch (Budapest) Uni-versttäts» Professor Dr. Huß (Debrezin) und Universitäts- Professor Dr. Heinrich Schmidt (Segedin) die Ur­kunden des ihnen verliehenen Prinz-Eugen-Preises überreicht. Der Vorsitzende des Kuratoriums Prof. Dr. H a s s i n g e r erklärte, der Prinz-Eugen-Prejs sei ein Teil des Goethe-Preises und die Stiftung eines Hamburger Patriziers. Er habe den Zweck, besondere kulturelle Leistungen des Deutsche tum5 im Südosten auszuzeichnen. Es sei kein Zufall, daß auf dem Boden Wiens im Zeichen des Prinzen von Savoyen das Fest der Preisverteilung begangen werde. Die hohen Schulen Wiens seien stets ein Vorbild für den Südosten gewesen.

Steinzeitfunde in Griechenland.

Ein bemerkenswerter archäologischer Fund wurdö dieser Tage in Nordgriechenland gemacht. In dem bei der mazedonischen Stadt Kastoria gelegenen See wurden die Ueberreste eines Pfahldorfes gefunden. Es handelt sich um den ersten derartigen Fund in Griechenland, während bisher außerhalb Mitteleuropas nur in Rumänien Ueberreste von Pfahlbauten gefunden wurden. Die Siedlung bei Kastoria lag in der Nähe des Ufers. In unmittel­barer Nähe der Pfahlreste sind zahlreiche Steinäxte und sonstige Werkzeuge und Waffen aus Stein gefunden worden, die nach Ansicht der Archäologen in die jüngere Steinzeit gehö­ren. Durch diese Funde hat das Studium de« griechischen Vorgeschichte eine neue Anregung be­kommen, und man hofft jetzt, neue Aufschlüsse übev die Herkunft der Dorer zu bekommen, die als erster der bekannten griechischen Stämme von Norv den her in Hellas einfielen.

Wir geben unsere Verlobung bekannt

November 1940

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Gießen (Weserstraße 8), den 2. November 1940.

Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 6. November, 14 Uhr, von'

der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt.

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Die Verlosung der Stände sindet um 7.15 Ubr statt. Auftrieb des Diebes erfolgt von 8.30 bis 9 Uhr. Zum Besuch des Marktes ladet freund­lichst ein

Die Stadt Allendorf a. d. Lumda. Der Bürgermeister. I. V.r Becker. 49?» p

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Dienstag, den 5. November 1940, nachm.2Ubr, sollen im Verkaufs­lokal Neuenweg 28 bzw. anOrt u. Stelle zwangsweise geg. sofortige Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Schreibmaschine^ Näh­maschinen,ISchneidernähmaschine 1 Damenfahrrad, 1 Motorrad, ein Flügel, 2 Klaviere, 1 Staubsauger, 3 Uhren, 1 Radio. 49370

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Am 1. Nov. verschied nach langem, schwerem Leiden, wohlversehen mit den heiligen Sterbesakramenten, unser lieber Vater, Bruder, Onkel und Schwiegersohn

Josef Frink.

In tiefem Schmerz: *

Maria und Josef Frink,

Gießen (Am Kugelberg 41), 4. November 1940.

Die Beerdigung findet statt am Dienstag, 5. November, nachmittags 2% Uhr. Das Seelenamt ist am Mitt-

Am Mittwoch, dem 6. November 1940, um 19 Uhr, beginnt in der Wilhelm-Gustloff-Schule in

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Anmeldungen können vor Beginn des Unterrichts noch ent­gegengenommen werden. Die Teilnehmergebühr von RM. 8.50 ist mitzubringen. Dauer der Lehrgemeinschaft 40 Stunden. Unterrichtsabend: Mittwoch, von 19.00 bis 21.00 Uhr.

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Eterbefälle.

16.10. 1940: Margarete Horn, geb. Leyerzaps, 72 Jahre, Gießen, Mühlstr. 31; 17.: Fuhrunter­nehmer Philipp Bender, 49 Jahre, Gießen, Bleich­straße 3; 18.: Fuhrmann Jakob Jakobi, 78 Jahre, Gießen, Ederstr. 3; 20.: Werkmeister a. D. Philipp Kröck, 72 Jahre, Gießen, Günthersgraben 19; Waldemar Sames, 7 Monate, Dors»Gill, Kr. Gießen; Näherin Berta Emma Geier, 61 Jahre, Gießen, Licher Str. 106; Luise Bork, geb. Luh, 50 Jahre, Lützellinden, Kr. Gießen, Haus Nr. 6; 21.: Buchbindermeister u. Kaufmann Joh. Hrch. Karl Noll, 74 Jahre, Gießen, Mäusburg 7; 22.: Karl Heinz Pfeiffer, 2 Monate, Großen-Buseck, Kreis Gießen, Wilhelmstr. 26; Alma Eger, geb. Seiffert, 76 Jahre, Gießen, Liebigstr. 70; Lokomotivführer Gg.MarStauß, 60Jahre, Gießen, Hillebraudstr.12; Prokurist Christoph Studt, 57 Jahre, Gießen, Stevhanstr. 41; 23.: Lina Abele, geb. Herrmann, 36 Jahre, Steinbach, Kr. Gießen; Bohrer Otto Nern, 36 Jahre, Niederkleen, Kr. Wetzlar; 26.: Marie Herta Horchler, geb. Krene; Bühnenarbeiter Wilh. Karl Joh. Schweitzer, 50 Jahre, Gießen, Kirchenplatz 3; 27.: Katharina Böhmer, geb. Peter, 55 Jahre, Geilshausen, &t. Gießen; 28.: Buch­binderin Marie Anna Weller, 25 Jähre, Kinzenbach, Sh:. Wetzlar; 29.: Katharina Jung, geb. Rinn, 69 Jahre, Gießen-Klein-Linden, Schulstr. 15; Marie Stephan, geb. Wagner, 33 Jähre, Großen-Buseck, Kr. Gießen, Bismarckstr. 14; städt. Arbeiter Ludwig Meter, 63 Jähre, Gießen, Rittergasse 18; Hella Hermann, 12 Jahre, Großen-Linden, Kr. Gießen, Obergasse 18; Kaufmann Rudolf Poschmann, 66 Jahre, Gießen, Wetzlarer Weg 43.

Heute Montag Erstaufführung

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Täglich: 2.45, 4.45, 6.45 Uhr, Sonntags: 2.00, 4.15, 6.45 Uhr

Jugend Ober 14 Jahre hat Zutritt! 4959a

Montag

19.15 bis 21.00 Uhr Gruppe A Nr. 2 zweites OrcMtr-Kouerl Solistin: Ilse Bern atz (Cello) Frankfurt a. M. Dirigent: Otto Söllner Ausführende: Das Städtische Orchester, Gießen

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