Unterhaltung mit Kriegsgefangenen ist strafbar.
LPD. Marburg, 3. Oktober. Im Ium hielt sich ein hiesiger Einwohner t»r einem Gefangenlager auf. Er war dafür bekannt, daß er schon öfters Unterhaltunaen mit Gefangenen anzuknüpfen versucht hatte. Als die Gefangenen an dem betreffenden Morgen zur Arbeit gingen, rief er Urnen zu: „Guten Morgen, na, arbeiten heute?" Das war an einem Sonntag. An einem andern Taae verabschiedete er sich von Kriegsgefangenen, indem er ihnen winkte und zurief: „Macht's gut!" Der Mann bestritt, die Gefangenen damit gemeint zu haben, dies wurde aber in der Verhandlung festgestellt. Der Angeklagte redete sich auch damit heraus, daß er dadurch mit den Gefangenen in Berührung gekommen sei, daß diese bei ihm im Hause Wasser gezapft hätten. Als er sich nun wieder vor dem Gefangenlager aufgehalten hatte und der Aufforderung des Polizeihauptwachtmeisters, mit ihm zu kommen, keine Folge leistete, wollte dieser ihn festnehmen, er leistete aber heftigen Widerstand. Dom Amtsgericht wurde er wegen Vergehens gegen die Kriegsgefangenenverordnung und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu drei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Seine Berufung vor der Strafkammer des Landgerichts hatte keinen Erfolg. In der Urteilsbegründung hob die Strafkammer hervor, daß jegliche Begrüßung und jegliche Unterhaltung mit Kriegsgefangenen, wenn sie nicht in Ausübung der Arbeit mit diesen zwangsläufig nötig fei, schwer bestraft werde. Die Staatsführung habe diese Verordnung im Interesse der Würde und der Sicherheit des deutschen Volkes und Reiches im Kriege erlassen. Wer glaube, sich diesen notwendigen Anordnungen widersetzen zu können, werde (auch im Interesse der Abschreckung) schwer bestraft. Die vom Amtsgericht hierfür verhängte Strafe erscheine auch mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des Angeklagten dem Landgericht angemessen. Für den Widerstand gegen die Staatsgewalt verbleibe es ebenfalls bei der Strafe des Amtsgerichts.
Gefängnis für fingierten Einbruch.
Er wollte sich punktefrei ausstaffieren.
LPD. Frankfurt a. M., 1. Okt. Eine exemplarische Strafe verhängte das Amtsgericht Frankfurt über den 56jährigen, erheblich vorbestraften Emll Edelhäuser. Der Angeklagte war bei strömendem Regen, den Oberkörper nur mit einem Hemd bekleidet, bei der Polizei erschienen und machte Anzeige, daß bei ihm in seiner Mansarde eingebrochen und seine Garderobe gestoh- I en worden sei. Auf Grund einer Bescheinigung über den Diebstahl schaffte er sich neue Sachen an. Er hatte der Polizei ein Schreiben übergeben, das der Einbrecher am Tatort zurückgelassen haben sollte. Man fand darauf aber nur die Fingerabdrücke des Angeklagten, der bald in Verdacht geraten war, den Einbruch fingiert zu haben, um in den Besitz von Bekleidungsgegenständen ohne Punkte zu gelangen. Als unvermutet die Mansarde des Angeklagten durchsucht wurde, fanden sich in verschiedenen Verstecken Wäsche und Garderobe unversehrt vor. D-er Angeklagte leugnete, wie er dies in früheren Strafverfahren auch stets getan. An der Mansarde hing ein Vorhängeschloß, das -von dem Täter gewaltsam erbrochen worden sein sollte. Es ließ sich aber nachweisen, daß das Schloß unmöglich von einem Fremden so bearbeitet fein konnte. Der Angeklagte wurde wegen Vergehens gegen die Verbrauchsregelungsstrafverordnung zu zweiIahrenGefängnis verurteilt. Ein Paar Schuhe und zwei Oberhemden wurden eingezogen.
Wirtschaft.
Weiterbin feste Börse.
Frankfurt a. M., 3. Okt. Die Börsenfesti-gkeit dauerte unvermindert an. Starke Rachfrage bestand nach Anlagewerten, wobei diesmal vornehmlich Aktien gesucht wurden, bei denen Kapitalerhöhungen erwartet, werden, oder die im Kurse zurückgeblieben zu sein scheinen. Wiederum machte sich die Marktleere steigernd bemerkbar, denn vielfach sind die Inhaber von Papieren auch bei höheren Kursen nicht geneigt, abzugeben. Am Montanmarkt waren Buderus, Hoesch, Klöckner, Mannesmann höher, auch Rheinstahl konnten vorübergehend anziehen, Der. Stahlwerke bis. 139,75 v. H. gesteigert,
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Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
39 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Aber hier hat er doch uffjeschrieben, er hat bet nid) jetan!" ereiferte sich Pahl. „Wie ick den Mann kenne, beseht der (eene sone dummen und zwecklosen Schwindeleien. Wenn der wat anjerichtet hat, steht der ooch davor jrade!"
Uebereinstimmend hatte dann das Ehepaar den Tjaden als einen stillen, verschlossenen Menschen geschildert, dessen Ehrlichkeit und Verläßlichkeit, dessen charakterliche Unantastbarkeit außer Frage stand.
„Daß Tjaden eine mehrjährige Gefängnisstrafe verbüßt hat, wußten Sie nicht?" fragte darauf einer der Beamten.
Doch, sie wußten es beide, wenn auch nicht warum. Darüber war nach schweigender Uebereinkunft nie gesprochen worden. Es wurde ihnen darauf vorgehalten, Tjaden sei dem Gericht als gewalttätiger Mensch bekannt. Er habe einen Mordversuch gegen einen Verehrer seiner Frau begangen — der Frau, die man jetzt erschossen in ihrer Wohnung aufgefunden hat.
„Ehe ick det richtig bejriffen hatte, fuhr ooch schon mein Alter uff", erzählt Frau Pahl. „Da hamse doch aber schon eenen verhaftet", sagte er. „Zwee können det doch nid) jetan haben!" Da erklärten die Herren, bei so wat käme det häufig zu mehreren Verhaftungen, weil jedem Verdacht nachjejangen werden müsse."
„Also, Sie können et mir stoben, Fräulein Weber, bei bet stunbenlange Iefrage unb Jerede würbe mir schließlich Angst, bet se uns noch alle beebe mitnehmen", gesteht Frau Pahl. „Et war ja nu babei ooch die Sache von Marta zur Sprache jekommen und bet ick bem Klaus sozusagen den Kopp zurecht- jerückt hatte, wozu er bem Mäbel jejenüber va- pflichtet is. Alles, aber ooch alles Ham bie Kriminaler aus uns rausjeholt! Unb wie se enblich singen, ba warn roa beebe burchjebreht. Uns schmeckte keen Essen, unb Schlaf fanben roa ooch nid). Ick merkte, wie sich Vota von eene Seite uff bie anbre drehte
am Schluß der Berichtszeit auf Gewinnmitnahmen aber auf 137,50 abgeschwächt. Von Autvaktien setzten BMW. unb Daimler — letztere unter Schwankungen — ihre Aufwärtsbewegung fort, von Elektroaktien AEG., Lechwerke u. a. Eine Spezial- bewegung machten wieder Bauaktien mit, von denen Holzmann bis 241 (am 27. 9. noch 229), Neue Banges. Wayß & Freytag bis 230 (21. 9. noch 216), Berger bis 218 (203) anzogen. Eine am 2. 10. eingetretene Rückwärtsbewegung auf Gewinnmitnahmen vermochte keineswegs diese erheblichen Kurssteigerungen aufzuheben. Eine Sonderbewe- gung hatten ferner Gebr. Adt-Wächtersbach, die am 2. 10. ihren Paristand erreichten, am 27 9. erst 86 notiert hatten. Vielfach waren scharfe Rationierungen notwendig, um die Kaufinteresfenten wenigstens zum Teil befriedigen zu können. Chemieaktien demgegenüber weniger kursmäßig berührt, jedoch ebenfalls fest.
Am Rentenmarkt führte Anlagebedarf zu ständiger Nachfrage nach allen Papieren. Bei Reichsschatzanroeisungen verknappt sich der Markt immer mehr. Pfandbriefe sind stark gesucht, auch der Versuch, die Notierungen auf 102 anzusetzen, lockte kein Material heraus, so daß es meist bei gestrichen Geld-Notierungen bleiben mußte. Von Stadtanleihen kamen bie Mainzer mit 102 höher
unb manchmal seufzte unb vor sich hinbrummelte. Da sagt ick: »Kannste denn nich schlafen, Mann?' »Nee, Mutters sagta und setzt sich uff. ,Unb der Klaus war bet doch nid)!* sagta, ,ba wette ick meinen eijenen Kopp! Ja, wenn de Marta dot wäre, denn hätte er bet woll fertig jeb^acht, die andere wegzuknallen! Dann wäre chm alles ejal. Aber jetzt, wo se lebt und er weeß, bet se uff ihn anjeroiefen is, da verläßt der se doch nich! ... Nee, Mutter, wenn de bet jloobst, kennste Klaußen schlecht'* Sehn Se, Fräulein Weber, von ba an sind wir immer fester zu die Ueberzeujung jelangt, bet ber Verbacht jejen Klaus falsch is unb sich uffklären muß! Det wär ja doch Zu traurig, wenn die beeben Menschen, bie bet doch wirklich oabient haben, ihr bißken Ilück nicht finben sollten!" —
Von einer öffentlichen Fernsprechzelle aus ruft Käte 5)ans Bergholz an und berichtet ihm kurz von ihrem Besuch im Krankenhause. Er dankt ihr. Er ist sehr beschäftigt und fragt, ob sie abends Zeit für ihn habe. Sie muß verneinen. Unaufschiebbare berufliche und ehrenamlliche Arbeiten harren ber Erledigung.
„Unb morgen, Käte?" hört sie ihn fragen und hört die Bitte in feinem Ton.
„Morgen wird es eher sein können", sagt sie.
Beim Verlassen der Fernsprechzelle denkt Käte: ,Es ist gut, daß ich nicht heute mit ihm darüber reden muß.' Sie kann sich nun nicht mehr über feine mutige Tat freuen, mit der er alles, was vordem geschehen war, alles, was ihr fein Charakterbild verzeichnet und verzerrt hatte, beseitigte und auslöschte, so daß sie ihn jetzt wieder sehen kann, wie ihr Herz ihn kannte.
Für die arme Marta Ellrich aber wäre es bester, diese Tat wäre nicht geschehen. —
Am nächsten Abend kommt Hans wieder zu Ihr. In der Untersuchung ber Morbtat ist er heute im Zusammenhang mit anberen Verhören noch einmal vernommen worben. Er erzählt ihr von dem sehr sonderbaren Verhalten eines Zeugen. Dann sehen sie sich an unb schweigen eine Weile: Kätes Augen schimmern bunkler. „Könnte es boch sein, baß bie Hoffnung der guten Mutter Pahl kein Trug ist?" sagt sie leise.
Für Bergholz ist diese Bemerkung zuerst unverständlich. Doch nachdem er erfährt, worauf sie sich bezieht, greift er sie auf. Sie reden lange davon, unb ihre Gesichter werden heiß. Die beiden Menschen, die von ihnen noch nichts wissen, sind ihnen
zur Notiz, die Frankfurter wurde zuletzt mit 102,25 genannt.
Im Freiverkehr werden einige Aktien, wie vor allem Sektaktien, stets zu steigenden Kursen gefragt, Kupferberg gingen auf 150. Etwas Umsatz fanden Thüringer Zellwolle, die anfänglich mit etwa 110 genannt, bis auf 120 bis 121 anziehen konnten.
Der Schluß der Berichtszeit war freundlich, eine Tendenz, die angesichts der bei weitem noch nicht befriedigten Nachfrage auch weiterhin beherrschend fein wird. Schn.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 3. Oktober. Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 44 bis 46,5, b) 40 bis 42,5, c) 35 bis 37,5; Bullen a) 43 bis 44,5, b) 39,5 bis 40,5, c) 35,5, Kühe a) 43 bis 44,5, b) 38 bis 40,5, c) 30 bis 34,5, d) 20 bis 25, Färsen a) 43,5 bis 45,5, b) 39,5 bis 41,5, c) 35 bis 36,5; Kälber (Sonderklasse): 65 bis 74; andere Kälber a) 59, b) 53 bis 59, c) 45 bis 50,
d) 35 bis 40; Hämmel b2) 48 bis 51, c) 40 bis
44, d) 32 bis 38; Schafe a) 44, b) 34 bis 40, c)
12 bis 32; Schweine a) 58, bl) 58, b2) 57, c) 55,
d) 52, e) 50, gl) 58. Marktverlauf: alles zugeteilt.
nicht Fremde. Das Geschehen, das Schicksal schuf eine Verbundenheit und weckte in ihnen das Bereitsein für sie.
Ein neuer Tag kommt und bringt eine seltsame Gewißheit. Rätselhaft und düster erscheint sie nach der einen Seite hin. Nach der anderen jedoch, kann sie nicht anders als erlösend empfunden werden.
2 0. K a p i t e l. t
3n der Oper hat eine weihevolle Totenfeier für Dietmuthe Röhl stattgefunden, der unter ungeheurer Beteiligung des Publikums die prunkvolle Bestattung folgte. Alle Zeitungen und Zeitschriften bringen Bilder der Verblichenen und spaltenlange Aufsätze, in denen die bedeutende Künstlerin und schöne, interessante Frau noch einmal gefeiert wird. Wer dieses Leden vernichtet hat, weiß man noch immer nicht. Es tauchen die verschiedensten Vermutungen und Gerüchte auf, und die Zeitungen erzählen wohl von Verhaftungen, Hellen aber in keiner Weise das Dunkel auf, das über dem Verbrechen liegt —
Als Klaus Tjaden während dieser Tage seines Wanderns von Hunger getrieben in den Gasthof eines entlegenen Dorfes eintritt, heften sich seine Augen auf ein Zeitungsblatt, das er auf einem Tische liegen sieht Einen Augenblick, fühlt er das Verlangen, darin nachzusehen, ob etwas von dem darin stehe, was ihn wieder hinausgetrieben hat, zurückgeworfen in das Vagabundenleben, das er schon einmal lebte. Aber er greift doch nicht nach dem Blatt.
Bereits am zweiten Tage erkennt er sein Vor- wärtseilen auf endlosen Wegen als sinnlos. Was ihn dazu trieb, der Zwang zur besinnungslosen Flucht, er weicht von ihm. Die Einsicht folgt, einen verhängnisvollen Fehler begangen zu haben. Er begreift nicht mehr, wie er dazu kam, und was sich seiner bemächtigt hatte, ihn das Verkehrteste tun ließ, was er überhaupt tun konnte.
Und nun? —- Umkehren? — Er sagt es sich und wandert zweimal zu einer Bahnstation. Als aber das Läutewerk den nahenden Zug meldet, treibt ein dunkler Widerstand ihn weiter.
Es ist ihm völlig unbegreiflich, wie er dazu gekommen ist, von Marta fortzugehen. Sie ist in jedem feiner Gedanken. Aber auch sie hat ja von ihm fortgewollt — viel weiter fort. Dennoch gehören sie zueinander.
Es war wohl vor allem die jähe, irre Angst ge-
schon mehr können, als die Platzbesitzer. Weil Gar- benheim mit zu den stärksten Einheiten der De- reichsklasse zählt, wird ein knappes Ergebnis zu erwarten sein.
In der I. Klasse hat Holzheim seine Mannschaft zurückziehen müssen, weil unvorhergesehene Spielerabgänge die Aufrechterhaltung nicht zuließen. Infolgedessen gibt es diesmal nur ein Spiel
Tuspo W.-Niedergirmes — Tv. Orüningen. Die Gäste sollten — wenn keine unvorhergesehenen Umstände eintreten — auch diesmal den Sieger stellen. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Platzbesitzer eine gleichwertige Mannschaft entgegen« stellen können.
In der II. Klasse spielen:
Tv. Nauborn — Tv. Lang-Göns II
Tv. Garbenheim II. — Tv. Atzbach Tv. Lich — Sp. Gde. Garbenteich Tv. Klein-Linden — Tv. Beuern.
Wenn auch Nauborn am Sonntag eine recht gute Partie liefert/ ist es doch fraglich, ob es diesmal Schritt halten kann.
Atzbach wird diesmal feinen Siegeszug fortsetzen, weil die Reserve des Tv. Garbenheim sicherlich nicht den Widerstand leisten kann, der den Sieg vielleicht gefährden könnte.
Lich wird es nicht leicht fallen, die neu zusammengestellte Garbenteicher Mannschaft zu schlagen.
Daß Beuern in Ordnung ist, hat ihr Auftreten am vorigen Sonntag gezeigt. Es ist deshalb schon anzunehmen, daß es auch diesmal wieder einen Sieg geben wird.
Orts - Sommersporttaq in Launsbach.
Arn nächsten Sonntag findet auf dem Sportplatz des Tv Launsbach der Orts-Sommersporttag der Gemeinde Launsbach statt. Um jedem die Möglichkeit zu geben, an den Wettkämpfen teilzunehmen, sind folgende Hebungen festgesetzt worden:
Jungvolk: 60-Meter-Lauf, Ballweitwurf, Weitsprung.
Hitler-Jugend: 100-Meter-Lauf, Keulen- weitwurs, Kugelstoßen, Weitsprung.
Sportler: 75-Meter-Lauf, Keulemveitwurf, Kugelstoßen, Hochsprung.
Im Anschluß an die Wettkämpfe finden ein Handballspiel Jugend gegen Aktive und ein Fußballspiel Launsbach gegen Fellingshausen statt.
Kurze Sportnotizen.
Nack) Japan abgerelft sind die deutschen Tennisspieler Heinrich Henkel (Berlin) und Kurt Gieß (Köln), um an mehreren Turnieren aus Anlaß der 2600-Jahrfeier des Kaiserreiches teilzu- nehmen.
Unsere besten Pi st ölen schützen erzielten bei einem Prüfungsschießen in München hervorragende Ergebnisse. Mit der Scheibenpistole kam Weltmeister Erich Krempel (Suhl) auf 2700 Ringe, also einem Durchschnitt von 541. Mit ber Schnellfeuerpistole verfehlte der ^-Anwärter Erwin Skjellet (Berlin) von 423 Schattenrissen mir 6 und übertraf damit den Olympia-Sieger van Oyen (Berlin) um zwei Treffer.
Das deutsche Aufgebot zum Meraner Reitturnier vom 12. bis 21. Oktober bilden Major Mornm (mit Alchimist), Rittmeister Brinck- mann (Baron, Artur, Oberst, Wotansbruder), Rittmeister Hasse (Notar, Litho, Der Aar), Rittmeister Niemack (Olaf, Alant, Tasso) und Rittmeister Perl- Mückenberger (Fridolin, Narses, Schwalbe und Alltag).
Oie Aushebung des Hg.-Beitrags.
Zu der Aufhebung des HI.-Beitrages erklärt der Reichskassenverwalter der Hitler-Jugend, Grimm. Auf die Jungen und Mädel solle eingeroirft werden, die entsprechenden Beträge fünftig bei einer Sparkasse zu sparen, um sowohl für besondere Zwecke wie Sommerlager und Fahrten, Mittel anzusammeln, als auch die Jugend grundsätzlich zum Sparen anzuhalten. Die Dienstgestaltung der HI. mit ihren zunehmenden Fahrten und Freizeitver- anftaltunaen erfordert an sich schon gegenüber früher erhöhte finanzielle Leistungen des einzelnen. Der Gedanke des persönlichen Opfers bleibt also erhalten. Der Jugend wird nunmehr in größerem Um- fange als bisher die Teilnahme an Lagern und Fahrten ermöglicht. Vor allem aber wird durch den Wegfall des Beitragseinzuges eine außerordentlich umfangreiche Verwaltungsarbeit erspart.
wesen, von chr hinweggerissen zu werden, die ihn hinausjagte auf die Landstraße. Denn wenn erst der Kerker zwischen ihnen ist? ...
Aber er weiß jetzt, die Flucht nützt nichts, und er hat mit seinem Verhallen alles noch schlimmer gemacht.
Das Wetter ist trocken und warm — sehr warm für den Mai. In den Nächten, solange es dunkel ist, schläft Klaus in irgendeinem Versteck im Freien. Daran hat er sich in schlechterer Jahreszeit gewöhnen müssen. Aber seine Kleidung verstaubt und verschmutzt bei dem Stromerleben. Die Schuhe halten einstweilen noch, und Geld hat er auch noch. Ein kleiner Taschenspiegel zeigt ihm sein von der Sonne mehr rot als braun gebranntes Gesicht und einen sprossenden blonden Bart, der ihm ein verwildertes Aussehen gibt. Macht ihn das alles so unkenntlich, daß man ihn noch immer nicht ergreift? Wenn er auch einsame, abseitige Wege geht, so meidet er doch ntd)t, wie am ersten Tage, ganz die Ortschaften, glaubt, als ihm einmal auf einem Feldweg ein Landjäger begegnet, der Augenblick feiner Festnahme fei da, denn der Uniformierte mustert ihn scharf. Aber er geht vorüber.
Dann wirkt die Nähe der Heimat mit magnetischer Kraft, und eines Tages um die Mittagszeit taucht aus dem weißlichen Sonnenglast der Leuchtturm auf, der an der Spitze der vorspringenden Landzunge steht, die wie ein nach Norden weisender Arm suh östlich von seinem Heimatdorf ins Meer streckt. Eine Stunde später hat Klaus den Deich überschritten, der Wiesen, Aecker und Gehöfte vor dem Hochwasser schützt.
Jetzt ist Niedrigwasser; aber weit draußen zeigt der näherrückende weiße Brandungsstreifen das Kommen der Flut an.
Klaus liegt am Boden ausgestreckt, zwischen den graugrünen Salzpflanzen, deren flache fleischige Vlattrosetten sich eng an den Sandgrund anschmiegen. Er liegt mit dem Rücken gegen eine Bodenwelle gelehnt, unb ihm ist, als sei es immer so gewesen — immer, wenn die helle, warme Zeit gekommen war. Dann lag er hier wie in dieser Stunde, und um ihn war der warme Dunst von Salz und Tang und die summende Stille und ferner Möwenschrei. Das ist die Wirklichkeit, und alles andere hinter ihm ist nichts als wirrer, schwerer Traum,. 6
(Fortsetzung folgt.)
Lokalkamps auf dem Wawsvortplah.
Wieder einmal stehen sich die beiden Rivalen im Kampf um die Punkte gegenüber. Für Gießen bedeutet dieses Spiel immer ein Ereignis im Fußballeben, denn hier geht es nicht nur um die Punkte, sondern um das Prestige. Die Spielvereinigung 1900 hat zwar in den Spielen um die Kriegserinnerungs- llakette nur noch wenig Aussichten auf einen End- ieg, nichtsdestoweniger wird der Lokalgegner Der« uchen, günstig abzuschneiden, um für die im Vor- piel erlittene Niederlage Reoanche zu nehmen. Die Grünweißen stehen noch an der Tabellenspitze, für sie gilt es in erster Linie, einen Sieg herauszuholen, um gegen den FC. Teutonia im letzten Spiel gewappnet zu fein. Wenn man das letzte Spiel der Grünweißen betrachtet, könnte man der Annahme fein, daß die Elf nicht mehr so stark wie früher ist. Der Weggang von Anton hat sich sehr stark bemerkbar gemacht, doch ist man im Lager der Grünweißen der festen Ueberzeugung, daß auch mit der auf gestellten Mannschaft, verstärkt durch den Urlauber Möhl, ein Sieg durchaus möglich ist. Die Blau- weißen haben zwar in den letzten Spielen keine überragende Rolle gespielt, doch hat der Verein alles aufgeboten, eine starke Elf zu stellen, die auch zu. kämpfen versteht. Da bei den Lokalkämpfen lediglich die Tagesform und das bessere Stehvermögen ausschlaggebend sind, ist das Spiel als vollkommen offen anzufehen. z
VfB. R. Jugend — 1900 Jugend.
Dor dem Spiel der ersten Mannschaften treffen sich die Iugendmannschaften im friedlichen Wettstreit. Das Spiel gilt zugleich als Probe für. die demnächst beginnenden Bannmeisterschaftsspiele. Wir halten die Blauweißen für stärker und rechnen mit einem sicheren Siege der Gäste.
Um die KnegsennnerungSplaketie.
Steinbach — Klein-Linden.
Großen-Linden ist nicht mehr in der Lage, eine Mannschaft zu stellen, und hat seine Elf von den Spielen zurückgezogen. Die noch ausstehenden Spiele nehmen nun entscheideirden Charakter an, denn jeder Punkt und jedes Tor kann den Ausschlag geben. Die Turner aus Klein-Linden müssen beim Tabellenersten Steinbach .antreten. Wenn beide Mannschaften auch nicht mehr in stärkster'Besetzung spielen können, so wird doch jede Partei versuchen, so günstig wie möglich abzuschneiden. Wir trauen den Platzherren einen knappen Sieg zu.
Grüniugen — Hungen.
Für Hungen gilt es, die Klippe in Grüningen glücklich zu umschiffen, wenn die Elf bei der Vergebung der Plakette noch mitreden will. Die Platzherren sind daheim sehr gefährlich, doch glauben wir, den Gästen die größeren Siegesaussichten ein« räumen zu können, vorausgesetzt, daß sie mit dem
nötigen Ernst in den Kampf gehen und sich nicht überrumpeln lassen.
Zugendfutzball der Gp.-Dg. 1900.
Die 1. Iugendmannschaft der Spielvereinigung 1900 trägt am kommenden Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Iugendmannschaft des DfB.- Reichsbahn aus. Die Dlauweißen, die das Vorspiel mit 3:0 Toren gewannen, stoßen hier auf eine ausgezeichnete Mannschaft. Das Spiel, das einen spannenden Verlauf verspricht, wird erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters entschieden sein.
Die neuaufgestellte 1. Schülermannschaft spielt ebenfalls gegen die 1. Schülermannschaft des VfB.- Reichsbahn. Da beide Mannschaften bisher noch nicht auf den Plan getreten sind, ist eine Vorhersage nicht zu treffen.
Kußball in Oaubringen.
Daubringen 1. Jgd. — Vehlar 05 1. Jgd.
Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Jugend von Saubringen die 1. Jugend des Sportvereins Wetzlar 05 zu einem Freundschaftsspiel. Die Gäste verfügen über eine gut eingespielte Jugendmann- schaft. Da auch Daubringen sich zur Zeit in guter Form befindet, erwartet man ein schönes Spiel, dessen Ausgang völlig offen ist. Saubringen bestreitet das Spiel in der Aufstellung: Opper; Wagenbach, Frey; Geißler, Schäfer, Mvhr II.; Erb, Walther, Keil, Becker, Weimer.
Oer zweite Tag
der Handballmeisterschasten.
Am kommenden Sonntag gibt es wiederum eine Reihe interessanter Kämpfe. Es werden antreten:
In der Bereichsklasse:
To. Somholzhausen — Tv. Hochelheim
Tv. Katzenfurt — Mtv. Gießen
Tv. Lützellinden — Tv. Hörnsheim
Tv. Garbenheim — To. Kirchgöns.
Wird es Hochelehim gelingen, auch diesmal wieder die Oberhand zu behalten, ober wird sich Sorn- holzhaufen endlich einmal durchsetzen? Ser Form beider Mannschaften nach zu urteilen darf man mit einem ausgeglichenen Kampf rechnen, bei dem vielleicht auch das Glück eine entscheidende Rolle spielt.
Wenn es dem Mtv. Gießen gelingen sollte, eine starke Einheit zusammenzubringen, geht er mit ge» wissen Aussichten in das schwere Spiel. Im anderen Falle dürfte er nach den bisherigen Erfahrungen um eine Niederlage kaum herumkommen.
Lützellinden hat auch diesmal wieder einen sehr schweren Gegner, der nur geschlagen werden kann, wenn man ihm eine gleichwertige Mannschaft entgegensetzen kann. Jedenfalls kann die Mannschaft in ihrer vorsonntäglichen Aufstellung nicht die Oberhand behalten.
Siesmal geht Kirchgöns abermals einen schweren Gang. Wer in Garbenheim gewinnen will, muß


