Mittwoch, 4. September MV
tvv. Jahrgang Ur. 209
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Oie Slowakei im Umbau.
Don unserem Ale.-Berichierstatier.
Preßburg, im August 1940.
Die Slowakei hat recht bewegte Tage hinter sich. Der 28. Juli wird als der „Tag von Salzburg" in die Geschichte des jungen Staates eingehen. als ein neuer Abschnitt aufrichtiger deutschslowakischer Freundschaft. Was den aufrichtigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Slowakei noch im Wege stand, wurde beseitigt. Kaum waren die slowakischen Staatsmänner aus Salzburg zurückgekehrt, zeigten die Veränderungen in der bisherigen Regierung deutlich den neuen Kurs, der nunmehr herrschen soll, indem das Außenministerium von Ministerpräsidenten Dr. T u k a , das Innenministerium von Alexander Mach übernommen wurde. Die machtvolle Kundgebung, die dann am darauffolgenden Dienstag vor dem Preßburger Stadttheater folgte, war als sichtbarer Ausdruck des treuen Bekenntnisses auch der breiten Massen zu dem neuen Kurs der Staatslenker zu werten. Und lauter Beifall erklang, als Ministerpräsident Dr. Tuka vom Balkon des Rathauses aus das Programm dieser neuen Zeit der Slowakei verkündete: Salzburg bedeutet für uns einen neuen glücklichen Zeitabschnitt. Bauern, Arbeiter und alle anderen müssen zusammenstehen, alle müssen arbeiten und für die Arbeit einen gebührenden Lohn erhalten. Einigkeit, Disziplin und Freude an der Arbeit, das ist unser Ziel. Mit dem heuttgen Tage beginnt diese Aera des slowakischen Volkssozialismus. Und dann kündigte der Eckehard des slowakischen Volkes die dringendsten Maßnahmen an, die folgen müssen. Sachliche und persönliche Veränderungen, Klärung der Judenfrage, Reorganisation der Aemter, Sicherung der Volksgruppen, Lösung der sozialen Frage, Aende- rung der Verfassung usf.
Schon jetzt hat die Bevölkerung der Slowakei mit unverhohlener Genugtuung feststellen können, daß die Worte des Ministerpräsidenten auch raschest in die Tat umgesetzt werden. Dem Sprecher der deutschen Volksgruppe Staatssekretär Karmasin wurde bereits die Zusicherung gegeben, die Voraussetzungen für die tätige Mitarbeit der Volksgruppe, Grundlagen für ihre Souveränität, restlos sicherzustellen. Dringendste Personaländerungen folgten. Die weiteren Maßnahmen der Regierung richteten sich gegen den Mißbrauch des Alkohols durch Einschränkung des Ausschankes und Kürzung
der Sperrstunden für öffentliche Lokale. Dem folgten die schon seit langem erwarteten und ersehnten Maßnahmen gegen das Judentum, zunächst die Schließung der jüdischen Kaffee- und Gasthäuser sowie der Schanklokale, den Brutstätten des Lasters und der Verderbnis für weite Volkskreise. So zeigen bereits die ersten kompromißlosen Maßnahmen, daß alle Probleme ernstlich angepackt werden. Dabei bereitet das Innenministerium eine Reihe weiterer Verordnungen und Gesetzentwürfe vor, durch die zahlreiche brennende politische, soziale und wirtschaftliche Fragen, die bisher vergeblich der Lösung harrten, entschieden werden sollen. So werden schon in nächster Zeit alle Bürger der Slowakischen Republik, die nach dem 14. März 1939 aus staats- und volksfeindlichen Gründen in das Ausland gingen, um dort, namentlich in Frankreich und England, gegen die selbständige Slowakei zu arbeiten, ausgebürgert werden. Diese Emigranten werden vor aller Welt als Landesverräter gebrandmarkt, ihr Vermögen wird zugunsten des Staates eingezogen werden. Gleichzeitig wird auch die Staatsbürgerschaft der Juden einer Revision unterzogen werden, da bekannt ist, daß zahlreiche Juden sich unter dem früheren Regime die Staatsbürgerschaft ohne die gesetzlichen Voraussetzungen zu verschaffen wußten. Kurz, es wird mit Eifer unid Gewissenhaftigkeit auf allen Gebieten Ordnung gemacht und lange Versäumtes mit aller Energie nachgeholt.
Es weht ein neuer frischer Wind durch das ganze Land, der auch schon die Masse des Volkes erfrischt und aufleben läßt, so dqß sie sich selbst vorbereitet, allen etwa auftauchenden Schwierigkeiten entgegen« zutreten. Die Jnteressenkörperschaften von Gewerbe, Handel und Industrie treffen bereits Vorbereitungen, die im Wirtschaftsleben nunmehr rasch hintereinander folgenden Maßnahmen bei der völligen Ausschaltung der Juden durch sofortigen Einsatz arischer Kräfte zu unterstützen. Presse und Rundfunk der Slowakei haben sich gleichfalls in den Dienst dieser großzügigen Aktion gestellt, indem sie durch die weltanschauliche Aufrollung der Judenfrage und durch Anprangerung jüdischer Exzesse und des schädlichen Einflusses der Juden auf allen Gebieten die Dringlichkeit einer Lösung dieser Frage unterstreichen.
Rumänien nach dem Wiener Schiedsspruch.
Bukarest, 3. Sept. (Europapreß.) Eine annähernd genaue Berechnung auf Grund der amtlichen Zahlen der letzten rumänischen Volkszählung von 1930 ergibt folgendes Bild:
. Der gebietsmäßige Verlust Rumäniens in Siebenbürgen ist mit rund 45000 Quadratkilometer fast genau so groß wie der Verlust Bessarabiens (42 422). Das sind rund 45 o. H. des siebenbürgischen Gebietes ober rund 4 4 v. H. des nach dem Weltkrieg von Ungarn an Rumänien abgetretenen Gebietes. Dieses Gebiet wird von 2,4 Millionen Menschenbewohnt. In ganz Siebenbürgen wohnen 4,6 Millionen Menschen, in dem ganzen nach dem Weltkrieg von Ungarn abgetretenen Gebiet mit dem Banat zusammen 5,6 Millionen, davon nach den rumänischen Zahlen 2,7 Millionen Rumänen, 1,25 Millionen Ungarn, 5 50 000 Deutsche und 167 000 Juden. Ungarn hatte in seinem ersten in Turn-Severin überreichten Vorschlag die Abtretung von etwa 63 000 Quadratkilometer mit 3,9 Millionen Einwohnern verlangt.
Mit Klausenburg verliert Rumänien die Hauptstadt Siebenbürgens und die mit ihren über 100 000 Einwohnern drittgrößte Stadt Rumäniens (nach Bukarest und Jassy). Außerdem tritt Rumänien die zweitgrößte Stadt Siebenbürgens, Groß- wardein (83 000 Einwohner), und als dritte größere Stadt Szathmar mit mehr als 50 000 Einwohnern ab.
Rach den rumänischen Berechnungen werden durch die Neuregelung 1,2 Millionen Rumänen z u Ungarn geschlagen. Im rumänischen Siebenbürgen verbleiben noch etwa 250 000 Ungarn, in ganz Rumänien rund eine halbe Million. Don den Deutschen Siebenbürgens verbleiben nach rumänischer Berechnung rund 190 000 bei Rumänien, in ganz Rumänien 575 000. Mit den Abtretungen wird Rumänien gleichzeitig den größten Teil der in Großwardein, Szathmar. Marmarosch und Klausenburg lebenden Juden los. Rumänien wird jetzt nur noch 45 000 Glaubensjuden in Siebenbürgen bzw. rund 300 000 im ganzen Lande behalten.
Don einer im Jahre 1930 ermittelten Gesamt- bevölkerung von achtzehn Millionen Menschen hat Rumänien durch die Abtretung an Rußland i n Bessarabien nach den Zahlen der rumänischen Statistiken 2,9 Millionen und in der Nord- bukowina über 0,5 Millionen verloren. In Siebenbürgen verliert es" nun 2,4 Millionen Menschen, auf Grund der demnächst mit Bulgarien zu Ende gehenden Verhandlungen über die Abtretung der Süddobrudscha wird es noch 0,4 Millionen Menschen abgeben, so daß das neue verkleinerte Rumänien 6,2 Millionen Menschen oder ein gutes Drittel seiner Bevölkerung verloren haben und — immer nach der Zählung von 1930 — dann noch rund zwölf Millionen Menschen zählen wird.
Flächenmäßig belaufen sich ine Verluste Rumäniens nach dem neuen Stand auf rund 95 000 qkm bzw. einschließlich der Süd-Dobrudscha auf 102 000 qkm, so daß Rumänien am Ende von 295 000 noch 200 000 bzw. nach der Dobrudscha- Regelung noch 193 000 qkm umfassen wird. Vor dem Weltkrieg hatte es 138 000 qkm mit 8,2 Mlti lionen Menschen. Von seinem Gebietszuwachs nach
dem Weltkrieg von 157 000 qkm und einem Bevölkerungszuwachs um 9,5 Millionen wird es noch 55 000 qkm (zirka 35 v. H.) mit knapp vier Millionen Einwohnern zurückbehalten.
Die Räumung Siebenbürgens.
Burda pest, 4. Sept. (Europapreß.) Wie die Blätter melden, haben diejenigen ungarischen Volkszugehörigen in Bukarest, die jetzt ungarische Staatsbürger geworden sind, in großer Zahl das Land verlassen. Im Szeklerland (Ostsiebenbürgen) seien überall Szekler-Garden gebildet worden, die mit der rumänischen Gendarmerie zur Aufrechterhaltung der Ordnung zusammenwirken. Aus Großwardein wird gemeldet, daß sich die rumänischen Behörden den Ungarn gegenüber zuvorkommend verhalten. Die politischen Häftlinge sind freigelassen worden. Die Zxnsur hat aufgehört. Durch Großwardein wälzt sich der Strom der a b z i e h e n- den rumänischen Armee. Ueber den Eisenbahnknotenpunkt Großwardein werden nämlich die rumänischen Truppen, die in Siebenbürgen stationiert waren, abtransportiert. Die in den westlich der Stadt an der bisherigen ungarisch-rumänischen Grenze in den stark betonierten Befestigungen liegenden Abteilungen treffen ebenfalls Vorbereitungen für den Abmarsch.
Ein Appell des rumänischen Ministerpräsidenten.
Bukarest, 3. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Gigurtu richtete an diejenigen Rumänen, die gegen die Abtretung Transilvaniens protestieren und ihren Willen, die Grenzen zu verteidigen, zum Ausdruck bringen, einen Appell, in der er sie zur Ruhe, Klugheit, Würde und Arbeit ermahnt. In dem Appell heißt es: „Die Achsenmächte garantieren d i e Freiheit des rumänischen Volkes. Wir können nicht die Existenz des ganzen rumänischen Staates aufs Spiel setzen für eine schön ausgeheckte Geste, die den Zusammenbruch des Landes verursachen würde. Dank der uns gegebenen Garantien können wir die neue Arbeit der Wieder- aufrichtung Rumäniens beginnen." Der Ministerpräsident schließt mit der Aufforderung, die Rumänen sollten Vertrauen in die Regierung des Landes haben.
Warenabkommen zwischen Ungarn und der Sowjetunion
Moskau, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zwischen der Sowjetunion und Ungarn ist in Moskau ein Abkommen über den Waren- und Zahlungsverkehr unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht einen gegenseitigen Warenaustausch im Werte von insgesamt sieben Millionen Dollar jährlich vor. Ungarn will nach der Sowjetunion in der Hauptsache Transportschiffe ausführen, die je 1000 Tonnen groß, sowohl für flüssige wie für feste Frachten geeignet sind und auf der Wolga wie auch
im Schwarzen Meer verkehren können. Ferner ist die Lieferung von Eisenbahnwaggonrädern und Achsen nach der Sowjetunion vorgesehen. Die Sowjetunion ihrerseits wird an Ungarn gewisse Posten von Manganerz, Bauholz, Asbest und Schmieröl verkaufen.
Japanische Abgeordnete fordern eine stärkere Außenpolitik.
Tokio, 4. Sept. (Europapreß.) Die Forderung nach einer stärkeren Außenpolitik wurde von einer Abordnung japanischer Reichstagsabgeordneter aus ast allen früheren Parteien vorgebracht. In einer Unterredung mit dem Marineminister berichtet die Zeitung „Kokumin" folgendes: Die Abgeordneten erklärten, die japanische Diplomatie müsse intensiviert werden, um die derzeitige G e - legenheit auszunutzen, beim Aufbau einer neuen Weltordnung mitzuarbeiten. Die Abgeordneten wiesen darauf hin, daß sie die Mehrheit der aufgelösten Reichstagsparteien vertreten und daß sie geglaubt hätten, die Bildung des Kabinetts Konoye bedeute eine Neuausrichtung der japanischen Außenpolitik. Wenn jedoch der frühere Premierminister P o n a i und der frühere Außenminister A r i t a unwidersprochen öffentlich die Ansicht oertreten könnten, die Außenpolitik werde sich nicht ändern, so müsse zwangsläufig das Vertrauen der Bevölkerung in die Versuche der Regierung, die Außenpolitik zu aktivieren, beeinträchtigt werden. Die Abgeordneten erläuterten, daß sie unter Aktivierung der Außenpolitik eine Annäherung an die Achsenmächte Deutschland und Italien und auch an Rußland verständen.
Großtaustage an der Donau.
Am 1. September ist in Wien di e Herbstmesse 1940 eröffnet worden. Tags zuvor I)at in der slowakischen Hauptstadt Preßburg ein Donaumarkt begonnen. In den ersten September- tagen werden sich also aller Blicke nach der Donau richten. Die südosteuropäischen Länder werden sich, soweit sie sich nicht bereits auf der Leipziger Herb st messe in der Woche zuvor einen Heber- blick über die heutige gewerbliche Produktion in Deutschland verschafft haben, darüber unterrichten, was die deutsche Industrie zu bieten hat, und ob es irgendwo anders eine gleichwertige Einkaufsmöglichkeit gibt. Diese Tage werden den Ländern an der Donau die Solidarität verdeutlichen, die sie als Uferstaaten des zweitgrößten europäischen Stromes verbindet. Die russische Wol-ga, die übrigens nicht in ein freies Meer, sondern in einen Binnensee, das Kaspische Meer, mündet, hat eine Länge von 3500 Kilometer, die Donau, die sich in ein mit dem Weltmeer verbundenes Meer, das Schwarze Meer, ergießt, ist 2900 Kilometer lang. An dritter Stelle folgt ein weiterer Schwarzmeer-Strom, der D n j e p r.
Zum fünften Mal wird die Wiener Messe im Verband des Großdeutschen Reiches abgehalten. In den 2V2 Jahren, die seit Eingliederung der Ostmark in das Reich vergangen sind, sind zwei große Kanalprojekte vorwärtsgetrieben bzw. eingeleitet worden, der Oder — Donau-Kanal und der Rh e i n— Main — Donau-Kan al. Wenn man sich fragt, woraus eigentlich das beschleunigte Tempo in der Ausgestaltung der Donau-Wasserstraßen zurückzuführen ist, so kann die Antwort nur lauten: Darauf,
-132 feindliche Flugzeuge vernichtet.
500. Lustsieg eines deutschen Zerstörergeschwaders. — Erfolgreiche Tag- und Nachtangriffe unserer Kampffliegerverbände.
Der Wehrmachlsbmcht vom Dienstag.
Berlin, 3. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Am 2. September griffen unsere Kampf, und Jagdverbände, wie bereits bekanntgegeben, feindliche Flugplätze in Südengland an. In horn- church, Gravesend, Last Lhurch, Dekling wurden Hallen und Unterkünfte durch Bombentreffer zerstört und zum Teil in Brand gesetzt. Dabei kam es zu einer Reihe von Luftkämpfen, die für unsere Fliegerverbände siegreich verliefen.
Nachtangriffe unserer Kampffliegerverbände richteten sich gegen Hafenanlagen an der englischen West- und Südküste, gegen Werke der Rüstungsindustrie in Wittelengland und gegen Flugplätze. So wurden die Häfen von Liverpool, Swansea, Bristol, Plymouth, Portland, Poole und Portsmouth und Rüstungswerke in Birmingham, Coventry und Filton mit Bomben belegt. An mehreren Stellen entstanden st a r k e Brände.
Das Verminen britischer Häfen wurde fortgesetzt.
Britische Flugzeuge warfen in der Nacht in West-
und Südwesldeutschland an verschiedenen Stellen Bomben. Außer der Zerstörung eines ländlichen Anwesens ist weder Sach- noch Personenschaden angerichtet worden.
Der Feind verlor gestern insgesamt 93 Flugzeuge, davon wurden 86 feindliche Flugzeuge in den Luftkämpfen am Tage, 1 Flugzeug durch Nachtjäger, 1 durch Flakartillerie und 1 durch Flakartillerie der Kriegsmarine abgeschossen und 4 am Boden zerstört. 23 eigene Flugzeuge werden vermißt.
Das Zerslörergeschwader 76 hat seinen 5 0 0. Luft- sieg errungen.
Wieder 39 Vrttenflugzeuge abgeschoffen.
Berlin, 3. Sept. (DNB.) Wie DNB. erfährt, sind seit dem Vormittag d^s Dienstags wieder deutsche Fliegerverbände zum Angriff gegen England unterwegs. Im Norden von London wurden militärische Anlagen angegriffen, in Süd - england sind verschiedene Ziele mit Bomben belegt worden. Ls entwickelten sich wieder Luft- kämpfe. Bis Wittag wurden bereits 39 britische Flugzeuge abgeschossen und weitere 15 am Boden zerstört.
Englische Flotte im Mltelineer angegriffen.
Bombenvolltreffer auf Flugzeugträger, Schlachtschiff, Kreuzer und Zerstörer.
Italienischer Wehrmachtsdericht.
Rom, 3. Sept. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtsbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
Line feindliche Flottenformation, die im mittleren Wittelmeer erkundet wurde, ist von unserer Luftwaffe gestellt und wiederholt angegriffen worden. Die heftige Flakabwehr und harte Kämpfe mit den feindlichen Jagdflugzeugen konnten den draufgängerischen Angriffsgeist unserer Bomber-Verbände und neuer Sturzkampfbomber (Picchiatelli) nicht daran hindern, offensichtliche Ergebnisse zu erzielen. Ein Flugzeugträger ist schwer am Bug getroffen worden, ein Schlachtschiff, ein Kreuzer und ein Zerstörer erhielten Volltreffer und wurden schwer beschädigt. Vier feindliche Flugzeuge wurden im Kampf a b g e s ch 0 s - s e n. Die obigen Ergebnisse sind durch photographische Aufnahmen kontrolliert worden. In der Zwischenzeit wurde der Flotten st ühpunkt W a l t a heftig bombardiert. Drei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.
Eines unserer Lazarett-Wasserflugzeuge, das die vorgeschriebenen Abzeichen des Roten Kreuzes trug, ist angegriffen und b e s ch 0 s - s e n worden, während es sich auf der Suche nach ins Weer abgestürzten Flugzeugen befand.
In O st a f r i k a find feindliche Truppenlager und Lastkraftwagen in Ga da bi am Fluh Adbara (Sudan) bombardiert worden. Unsere Verluste bei der im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten Bombardierung von Assab belaufen sich nach weiteren Feststellungen auf vier tote Italiener und acht tote Eingeborene sowie etwa 20 Verwundete.
Feindliche Flugzeuge, die wie gewöhnlich aus der Schweiz kamen, haben einige Ortschaften Nord-Italiens überflogen. Durch das sofortige Eingreifen der Abwehr konnten sie nur auf Genua
Bomben abwerfen, wo unter der Bevölkerung zwei Tote und 15 Verwundete zu beklagen find. Der Sachschaden ist unbedeutend. Drei Flugzeuge sind von der Flak brennend abgeschoffen worden, bei zwei weiteren ist der Abschuß wahrscheinlich.
„picchiatelli."
Rom, 4. September. (Europapreß.) Der italienische Wehrmachtsbericht vom Dienstag spricht zum ersten Male seit dem Eintritt Italiens in den Krieg von dem Einsatz italienischer Sturzkampfflugzeuge. Diese — wie die Mitteilung ausdrücklich betont — neue Bombenflugzeugformation hat sich selbst die Bezeichnung „Picchiatelli" beigelegt. Diese Bezeichnung, die der römische Volkssprache entnommen ist, lehnt sich an das italienische Wort „Picchiata" d. i. Sturzflug an.
Der englische Nachrichtendienst hat ein großsprecherisches Kommunique verbreitet, wonach bei Einflügen englischer Bomber nach Italien militärische Ziele erfolgreich mit Bomben belegt rooröen sein sollen, so die Fiatwerke und die Magnetwerke Marelli, das italienische Seitenstück der deutschen Bosch-Werke. „Giornale d'Jtalia" stellt dazu fest, daß die Bomben in Wirklichkeit auf einige kleine Bauerndörfer und auf offenes Feld niedergegangen sind und „die feigen britischen Flieger nicht ein einziges der ihnen offenbar oorgezeichneten militärischen Ziele erreicht haben".
Der Duce, der sich am Montag im Flugzeug nach Rimini begeben hatte, überflog zunächst die Flughäfen von Fcmo und Falconara und landete auf dem Flugplatz Jesi. Von dem Kommandanten und den Offizieren des Flughafens begleitet, besichtigte Mussolini einige in der Anlage gelegene Betriebe der italienischen Flugzeugindustrie und ließ sich von dem Präfekten von Ancona über den Bau einer großen Zuckerfabrik Bericht erstatten. Die Soldaten der Fliegertruppe, die Arbeiter der Flugzeugwerke und die Einwohner erwiesen dem Duce begeisterte Huldigungen.


