Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Mittwoch, 4. September MV

tvv. Jahrgang Ur. 209

Wf * """

Gietzener Anzeiger

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Vormittags

Anzetgen-Preife:

Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. te mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlässe:

Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25°/o mehr

vrühlsche Universttätsdnnkerei 8. Lange General-Anzeiger für Oberheffen Gießen, Schulstrahe 7-9

Erscheint täglich, außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte GiebenerIamilienblätter Heimat imBild-DieScholle Monats-Bezugsvreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte » 1.80 Zustellgebühr... -.25 auch bei «Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschluk 2251 Drahtanschrift:Anzeiger" Postscheck 11686^rankf^M.

Oie Slowakei im Umbau.

Don unserem Ale.-Berichierstatier.

Preßburg, im August 1940.

Die Slowakei hat recht bewegte Tage hinter sich. Der 28. Juli wird als derTag von Salz­burg" in die Geschichte des jungen Staates ein­gehen. als ein neuer Abschnitt aufrichtiger deutsch­slowakischer Freundschaft. Was den aufrichtigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Slowakei noch im Wege stand, wurde beseitigt. Kaum waren die slowakischen Staatsmänner aus Salzburg zu­rückgekehrt, zeigten die Veränderungen in der bis­herigen Regierung deutlich den neuen Kurs, der nunmehr herrschen soll, indem das Außenmi­nisterium von Ministerpräsidenten Dr. T u k a , das Innenministerium von Alexander Mach übernom­men wurde. Die machtvolle Kundgebung, die dann am darauffolgenden Dienstag vor dem Preßburger Stadttheater folgte, war als sichtbarer Ausdruck des treuen Bekenntnisses auch der breiten Massen zu dem neuen Kurs der Staatslenker zu werten. Und lauter Beifall erklang, als Ministerpräsident Dr. Tuka vom Balkon des Rathauses aus das Programm dieser neuen Zeit der Slowakei ver­kündete: Salzburg bedeutet für uns einen neuen glücklichen Zeitabschnitt. Bauern, Arbeiter und alle anderen müssen zusammenstehen, alle müssen arbei­ten und für die Arbeit einen gebührenden Lohn er­halten. Einigkeit, Disziplin und Freude an der Ar­beit, das ist unser Ziel. Mit dem heuttgen Tage beginnt diese Aera des slowakischen Volkssozialismus. Und dann kündigte der Eckehard des slowakischen Volkes die dringendsten Maßnahmen an, die folgen müssen. Sachliche und persönliche Veränderungen, Klärung der Juden­frage, Reorganisation der Aemter, Sicherung der Volksgruppen, Lösung der sozialen Frage, Aende- rung der Verfassung usf.

Schon jetzt hat die Bevölkerung der Slowakei mit unverhohlener Genugtuung feststellen können, daß die Worte des Ministerpräsidenten auch raschest in die Tat umgesetzt werden. Dem Sprecher der deut­schen Volksgruppe Staatssekretär Karmasin wurde bereits die Zusicherung gegeben, die Voraus­setzungen für die tätige Mitarbeit der Volksgruppe, Grundlagen für ihre Souveränität, restlos sicher­zustellen. Dringendste Personaländerungen folgten. Die weiteren Maßnahmen der Regierung richteten sich gegen den Mißbrauch des Alkohols durch Einschränkung des Ausschankes und Kürzung

der Sperrstunden für öffentliche Lokale. Dem folg­ten die schon seit langem erwarteten und ersehnten Maßnahmen gegen das Judentum, zu­nächst die Schließung der jüdischen Kaffee- und Gasthäuser sowie der Schanklokale, den Brutstätten des Lasters und der Verderbnis für weite Volks­kreise. So zeigen bereits die ersten kompromißlosen Maßnahmen, daß alle Probleme ernstlich angepackt werden. Dabei bereitet das Innenministerium eine Reihe weiterer Verordnungen und Gesetzentwürfe vor, durch die zahlreiche brennende politische, so­ziale und wirtschaftliche Fragen, die bisher vergeb­lich der Lösung harrten, entschieden werden sollen. So werden schon in nächster Zeit alle Bürger der Slowakischen Republik, die nach dem 14. März 1939 aus staats- und volksfeindlichen Gründen in das Ausland gingen, um dort, namentlich in Frank­reich und England, gegen die selbständige Slowakei zu arbeiten, ausgebürgert werden. Diese Emi­granten werden vor aller Welt als Landesverräter gebrandmarkt, ihr Vermögen wird zugunsten des Staates eingezogen werden. Gleichzeitig wird auch die Staatsbürgerschaft der Juden einer Revision unterzogen werden, da bekannt ist, daß zahlreiche Juden sich unter dem früheren Re­gime die Staatsbürgerschaft ohne die gesetzlichen Voraussetzungen zu verschaffen wußten. Kurz, es wird mit Eifer unid Gewissenhaftigkeit auf allen Gebieten Ordnung gemacht und lange Versäumtes mit aller Energie nachgeholt.

Es weht ein neuer frischer Wind durch das ganze Land, der auch schon die Masse des Volkes erfrischt und aufleben läßt, so dqß sie sich selbst vorbereitet, allen etwa auftauchenden Schwierigkeiten entgegen« zutreten. Die Jnteressenkörperschaften von Gewerbe, Handel und Industrie treffen bereits Vorbereitun­gen, die im Wirtschaftsleben nunmehr rasch hinter­einander folgenden Maßnahmen bei der völligen Ausschaltung der Juden durch sofortigen Einsatz arischer Kräfte zu unterstützen. Presse und Rund­funk der Slowakei haben sich gleichfalls in den Dienst dieser großzügigen Aktion gestellt, indem sie durch die weltanschauliche Aufrollung der Juden­frage und durch Anprangerung jüdischer Exzesse und des schädlichen Einflusses der Juden auf allen Gebieten die Dringlichkeit einer Lösung dieser Frage unterstreichen.

Rumänien nach dem Wiener Schiedsspruch.

Bukarest, 3. Sept. (Europapreß.) Eine an­nähernd genaue Berechnung auf Grund der amt­lichen Zahlen der letzten rumänischen Volkszählung von 1930 ergibt folgendes Bild:

. Der gebietsmäßige Verlust Rumä­niens in Siebenbürgen ist mit rund 45000 Quadratkilometer fast genau so groß wie der Ver­lust Bessarabiens (42 422). Das sind rund 45 o. H. des siebenbürgischen Gebietes ober rund 4 4 v. H. des nach dem Weltkrieg von Ungarn an Rumänien abgetretenen Gebietes. Dieses Gebiet wird von 2,4 Millionen Men­schenbewohnt. In ganz Siebenbürgen wohnen 4,6 Millionen Menschen, in dem ganzen nach dem Weltkrieg von Ungarn abgetretenen Gebiet mit dem Banat zusammen 5,6 Millionen, davon nach den rumänischen Zahlen 2,7 Millionen Rumänen, 1,25 Millionen Ungarn, 5 50 000 Deutsche und 167 000 Juden. Ungarn hatte in seinem ersten in Turn-Severin überreichten Vorschlag die Abtretung von etwa 63 000 Quadratkilometer mit 3,9 Millio­nen Einwohnern verlangt.

Mit Klausenburg verliert Rumänien die Hauptstadt Siebenbürgens und die mit ihren über 100 000 Einwohnern drittgrößte Stadt Rumäniens (nach Bukarest und Jassy). Außerdem tritt Rumä­nien die zweitgrößte Stadt Siebenbürgens, Groß- wardein (83 000 Einwohner), und als dritte größere Stadt Szathmar mit mehr als 50 000 Einwohnern ab.

Rach den rumänischen Berechnungen werden durch die Neuregelung 1,2 Millionen Ru­mänen z u Ungarn geschlagen. Im rumä­nischen Siebenbürgen verbleiben noch etwa 250 000 Ungarn, in ganz Rumänien rund eine halbe Million. Don den Deutschen Siebenbür­gens verbleiben nach rumänischer Berechnung rund 190 000 bei Rumänien, in ganz Rumänien 575 000. Mit den Abtretungen wird Rumänien gleichzeitig den größten Teil der in Großwardein, Szathmar. Marmarosch und Klausenburg lebenden Juden los. Rumänien wird jetzt nur noch 45 000 Glau­bensjuden in Siebenbürgen bzw. rund 300 000 im ganzen Lande behalten.

Don einer im Jahre 1930 ermittelten Gesamt- bevölkerung von achtzehn Millionen Menschen hat Rumänien durch die Abtretung an Rußland i n Bessarabien nach den Zahlen der rumänischen Statistiken 2,9 Millionen und in der Nord- bukowina über 0,5 Millionen verloren. In Siebenbürgen verliert es" nun 2,4 Millionen Menschen, auf Grund der demnächst mit Bulgarien zu Ende gehenden Verhandlungen über die Abtre­tung der Süddobrudscha wird es noch 0,4 Millionen Menschen abgeben, so daß das neue verkleinerte Rumänien 6,2 Millionen Menschen oder ein gutes Drittel seiner Bevölkerung verloren haben und immer nach der Zählung von 1930 dann noch rund zwölf Millionen Menschen zählen wird.

Flächenmäßig belaufen sich ine Verluste Rumäniens nach dem neuen Stand auf rund 95 000 qkm bzw. einschließlich der Süd-Dobrudscha auf 102 000 qkm, so daß Rumänien am Ende von 295 000 noch 200 000 bzw. nach der Dobrudscha- Regelung noch 193 000 qkm umfassen wird. Vor dem Weltkrieg hatte es 138 000 qkm mit 8,2 Mlti lionen Menschen. Von seinem Gebietszuwachs nach

dem Weltkrieg von 157 000 qkm und einem Be­völkerungszuwachs um 9,5 Millionen wird es noch 55 000 qkm (zirka 35 v. H.) mit knapp vier Mil­lionen Einwohnern zurückbehalten.

Die Räumung Siebenbürgens.

Burda pest, 4. Sept. (Europapreß.) Wie die Blätter melden, haben diejenigen ungarischen Volks­zugehörigen in Bukarest, die jetzt ungarische Staats­bürger geworden sind, in großer Zahl das Land verlassen. Im Szeklerland (Ostsiebenbürgen) seien überall Szekler-Garden gebildet wor­den, die mit der rumänischen Gendarmerie zur Auf­rechterhaltung der Ordnung zusammenwirken. Aus Großwardein wird gemeldet, daß sich die rumäni­schen Behörden den Ungarn gegenüber zuvorkom­mend verhalten. Die politischen Häftlinge sind frei­gelassen worden. Die Zxnsur hat aufgehört. Durch Großwardein wälzt sich der Strom der a b z i e h e n- den rumänischen Armee. Ueber den Eisen­bahnknotenpunkt Großwardein werden nämlich die rumänischen Truppen, die in Siebenbürgen statio­niert waren, abtransportiert. Die in den westlich der Stadt an der bisherigen ungarisch-rumänischen Grenze in den stark betonierten Befestigungen lie­genden Abteilungen treffen ebenfalls Vorbereitun­gen für den Abmarsch.

Ein Appell des rumänischen Ministerpräsidenten.

Bukarest, 3. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Gigurtu richtete an diejenigen Rumänen, die gegen die Abtretung Transilvaniens protestieren und ihren Willen, die Grenzen zu verteidigen, zum Ausdruck bringen, einen Appell, in der er sie zur Ruhe, Klugheit, Würde und Arbeit ermahnt. In dem Appell heißt es:Die Achsenmächte garantieren d i e Frei­heit des rumänischen Volkes. Wir kön­nen nicht die Existenz des ganzen rumänischen Staa­tes aufs Spiel setzen für eine schön ausgeheckte Geste, die den Zusammenbruch des Lan­des verursachen würde. Dank der uns gegebenen Garantien können wir die neue Arbeit der Wieder- aufrichtung Rumäniens beginnen." Der Minister­präsident schließt mit der Aufforderung, die Ru­mänen sollten Vertrauen in die Regierung des Landes haben.

Warenabkommen zwischen Ungarn und der Sowjetunion

Moskau, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Zwi­schen der Sowjetunion und Ungarn ist in Moskau ein Abkommen über den Waren- und Zahlungs­verkehr unterzeichnet worden. Das Abkommen sieht einen gegenseitigen Warenaustausch im Werte von insgesamt sieben Millionen Dollar jährlich vor. Un­garn will nach der Sowjetunion in der Hauptsache Transportschiffe ausführen, die je 1000 Tonnen groß, sowohl für flüssige wie für feste Frachten geeignet sind und auf der Wolga wie auch

im Schwarzen Meer verkehren können. Ferner ist die Lieferung von Eisenbahnwaggonrädern und Achsen nach der Sowjetunion vorgesehen. Die Sowjetunion ihrerseits wird an Ungarn gewisse Posten von Manganerz, Bauholz, Asbest und Schmieröl verkaufen.

Japanische Abgeordnete fordern eine stärkere Außenpolitik.

Tokio, 4. Sept. (Europapreß.) Die Forderung nach einer stärkeren Außenpolitik wurde von einer Abordnung japanischer Reichstagsabgeordneter aus ast allen früheren Parteien vorgebracht. In einer Unterredung mit dem Marineminister berichtet die ZeitungKokumin" folgendes: Die Abgeordneten erklärten, die japanische Diplomatie müsse inten­siviert werden, um die derzeitige G e - legenheit auszunutzen, beim Aufbau einer neuen Weltordnung mitzuarbeiten. Die Ab­geordneten wiesen darauf hin, daß sie die Mehrheit der aufgelösten Reichstagsparteien vertreten und daß sie geglaubt hätten, die Bildung des Kabi­netts Konoye bedeute eine Neuausrichtung der japanischen Außenpolitik. Wenn jedoch der frühere Premierminister P o n a i und der frühere Außen­minister A r i t a unwidersprochen öffentlich die An­sicht oertreten könnten, die Außenpolitik werde sich nicht ändern, so müsse zwangsläufig das Ver­trauen der Bevölkerung in die Versuche der Regie­rung, die Außenpolitik zu aktivieren, beeinträchtigt werden. Die Abgeordneten erläuterten, daß sie unter Aktivierung der Außenpolitik eine Annäherung an die Achsenmächte Deutschland und Italien und auch an Rußland verständen.

Großtaustage an der Donau.

Am 1. September ist in Wien di e Herbst­messe 1940 eröffnet worden. Tags zuvor I)at in der slowakischen Hauptstadt Preßburg ein Donaumarkt begonnen. In den ersten September- tagen werden sich also aller Blicke nach der Donau richten. Die südosteuropäischen Länder werden sich, soweit sie sich nicht bereits auf der Leipziger Herb st messe in der Woche zuvor einen Heber- blick über die heutige gewerbliche Produktion in Deutschland verschafft haben, darüber unterrichten, was die deutsche Industrie zu bieten hat, und ob es irgendwo anders eine gleichwertige Einkaufsmög­lichkeit gibt. Diese Tage werden den Ländern an der Donau die Solidarität verdeutlichen, die sie als Uferstaaten des zweitgrößten europäischen Stro­mes verbindet. Die russische Wol-ga, die übrigens nicht in ein freies Meer, sondern in einen Binnen­see, das Kaspische Meer, mündet, hat eine Länge von 3500 Kilometer, die Donau, die sich in ein mit dem Weltmeer verbundenes Meer, das Schwarze Meer, ergießt, ist 2900 Kilometer lang. An dritter Stelle folgt ein weiterer Schwarzmeer-Strom, der D n j e p r.

Zum fünften Mal wird die Wiener Messe im Ver­band des Großdeutschen Reiches abgehalten. In den 2V2 Jahren, die seit Eingliederung der Ostmark in das Reich vergangen sind, sind zwei große Kanal­projekte vorwärtsgetrieben bzw. eingeleitet worden, der Oder Donau-Kanal und der Rh e i n Main Donau-Kan al. Wenn man sich fragt, woraus eigentlich das beschleunigte Tempo in der Ausgestaltung der Donau-Wasserstraßen zurückzu­führen ist, so kann die Antwort nur lauten: Darauf,

-132 feindliche Flugzeuge vernichtet.

500. Lustsieg eines deutschen Zerstörergeschwaders. Erfolgreiche Tag- und Nachtangriffe unserer Kampffliegerverbände.

Der Wehrmachlsbmcht vom Dienstag.

Berlin, 3. Sept. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Am 2. September griffen unsere Kampf, und Jagdverbände, wie bereits bekanntgegeben, feindliche Flugplätze in Südengland an. In horn- church, Gravesend, Last Lhurch, Dekling wurden Hallen und Unterkünfte durch Bombentreffer zerstört und zum Teil in Brand gesetzt. Dabei kam es zu einer Reihe von Luftkämpfen, die für unsere Fliegerverbände siegreich verliefen.

Nachtangriffe unserer Kampffliegerverbände rich­teten sich gegen Hafenanlagen an der engli­schen West- und Südküste, gegen Werke der Rüstungsindustrie in Wittelengland und gegen Flugplätze. So wurden die Häfen von Liverpool, Swansea, Bristol, Plymouth, Portland, Poole und Portsmouth und Rüstungswerke in Bir­mingham, Coventry und Filton mit Bomben be­legt. An mehreren Stellen entstanden st a r k e Brände.

Das Verminen britischer Häfen wurde fort­gesetzt.

Britische Flugzeuge warfen in der Nacht in West-

und Südwesldeutschland an verschiedenen Stellen Bomben. Außer der Zerstörung eines ländlichen Anwesens ist weder Sach- noch Personenschaden an­gerichtet worden.

Der Feind verlor gestern insgesamt 93 Flug­zeuge, davon wurden 86 feindliche Flugzeuge in den Luftkämpfen am Tage, 1 Flugzeug durch Nacht­jäger, 1 durch Flakartillerie und 1 durch Flakartil­lerie der Kriegsmarine abgeschossen und 4 am Boden zerstört. 23 eigene Flugzeuge werden vermißt.

Das Zerslörergeschwader 76 hat seinen 5 0 0. Luft- sieg errungen.

Wieder 39 Vrttenflugzeuge abgeschoffen.

Berlin, 3. Sept. (DNB.) Wie DNB. erfährt, sind seit dem Vormittag d^s Dienstags wieder deutsche Fliegerverbände zum Angriff gegen England unterwegs. Im Norden von London wurden militärische Anlagen angegriffen, in Süd - england sind verschiedene Ziele mit Bomben be­legt worden. Ls entwickelten sich wieder Luft- kämpfe. Bis Wittag wurden bereits 39 bri­tische Flugzeuge abgeschossen und wei­tere 15 am Boden zerstört.

Englische Flotte im Mltelineer angegriffen.

Bombenvolltreffer auf Flugzeugträger, Schlachtschiff, Kreuzer und Zerstörer.

Italienischer Wehrmachtsdericht.

Rom, 3. Sept. (DNB.) Der italienische Wehr- Machtsbericht vom Dienstag hat folgenden Wort­laut:

Line feindliche Flottenformation, die im mittleren Wittelmeer erkundet wurde, ist von unserer Luftwaffe gestellt und wiederholt angegriffen worden. Die heftige Flakabwehr und harte Kämpfe mit den feindlichen Jagdflugzeu­gen konnten den draufgängerischen Angriffsgeist unserer Bomber-Verbände und neuer Sturzkampfbomber (Picchiatelli) nicht daran hindern, offensichtliche Ergebnisse zu erzielen. Ein Flugzeugträger ist schwer am Bug ge­troffen worden, ein Schlachtschiff, ein Kreuzer und ein Zerstörer erhielten Voll­treffer und wurden schwer beschädigt. Vier feind­liche Flugzeuge wurden im Kampf a b g e s ch 0 s - s e n. Die obigen Ergebnisse sind durch photo­graphische Aufnahmen kontrolliert worden. In der Zwischenzeit wurde der Flotten st ühpunkt W a l t a heftig bombardiert. Drei unserer Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

Eines unserer Lazarett-Wasserflug­zeuge, das die vorgeschriebenen Abzeichen des Roten Kreuzes trug, ist angegriffen und b e s ch 0 s - s e n worden, während es sich auf der Suche nach ins Weer abgestürzten Flugzeugen befand.

In O st a f r i k a find feindliche Truppenlager und Lastkraftwagen in Ga da bi am Fluh Adbara (Sudan) bombardiert worden. Unsere Verluste bei der im gestrigen Wehrmachtsbericht gemeldeten Bom­bardierung von Assab belaufen sich nach weiteren Feststellungen auf vier tote Italiener und acht tote Eingeborene sowie etwa 20 Verwundete.

Feindliche Flugzeuge, die wie gewöhnlich aus der Schweiz kamen, haben einige Ortschaften Nord-Italiens überflogen. Durch das sofortige Ein­greifen der Abwehr konnten sie nur auf Genua

Bomben abwerfen, wo unter der Bevölkerung zwei Tote und 15 Verwundete zu beklagen find. Der Sachschaden ist unbedeutend. Drei Flugzeuge sind von der Flak brennend abgeschoffen wor­den, bei zwei weiteren ist der Abschuß wahrschein­lich.

picchiatelli."

Rom, 4. September. (Europapreß.) Der italie­nische Wehrmachtsbericht vom Dienstag spricht zum ersten Male seit dem Eintritt Italiens in den Krieg von dem Einsatz italienischer Sturzkampf­flugzeuge. Diese wie die Mitteilung aus­drücklich betont neue Bombenflugzeugformation hat sich selbst die BezeichnungPicchiatelli" beigelegt. Diese Bezeichnung, die der römische Volkssprache entnommen ist, lehnt sich an das ita­lienische WortPicchiata" d. i. Sturzflug an.

Der englische Nachrichtendienst hat ein großspre­cherisches Kommunique verbreitet, wonach bei Ein­flügen englischer Bomber nach Italien militärische Ziele erfolgreich mit Bomben belegt rooröen sein sollen, so die Fiatwerke und die Magnet­werke Marelli, das italienische Seitenstück der deutschen Bosch-Werke.Giornale d'Jtalia" stellt dazu fest, daß die Bomben in Wirklichkeit auf einige kleine Bauerndörfer und auf of­fenes Feld niedergegangen sind unddie fei­gen britischen Flieger nicht ein einziges der ihnen offenbar oorgezeichneten militärischen Ziele erreicht haben".

Der Duce, der sich am Montag im Flugzeug nach Rimini begeben hatte, überflog zunächst die Flughäfen von Fcmo und Falconara und lan­dete auf dem Flugplatz Jesi. Von dem Komman­danten und den Offizieren des Flughafens beglei­tet, besichtigte Mussolini einige in der Anlage ge­legene Betriebe der italienischen Flugzeugindustrie und ließ sich von dem Präfekten von Ancona über den Bau einer großen Zuckerfabrik Bericht erstat­ten. Die Soldaten der Fliegertruppe, die Arbeiter der Flugzeugwerke und die Einwohner erwiesen dem Duce begeisterte Huldigungen.