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(Nachdruck verboten!)
7. Fortsetzung.
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DR. AUGUST OETKER, BIELEFElO
12 bis 15, Erbsen 32, Zwiebeln 17, Meerrettich 70, Rhabarber 10 bis 15, Aepfel 50, Kirschen 70 Rps„ Erdbeeren 1,40 RM., Salat, das Stück 10 bis 15 Rpf., Salatgurken 60 bis 80, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Rpf.
Notizen für den 5. Juni.
Sonnenaufgang 5.06 Uhr, Sonnenuntergang 21.41 Uhr. — Mondaufgang 5.06 Uhr, Monduntergang
♦♦ Städtische Bücherei. Im Mai sind 1824 Bände ausgeliehen worden. Von diesen Bänden kamen auf: Literaturgeschichte 3, Zeitschriften 19, Gedichte und Dramen 22, Erzählende Literatur 1089, Jugendschriften 338, Länder- und Völkerkunde 105, Kulturgeschichte 6, Geschichte und Biographien 148, Naturwissenschaft und Technologie 35, Heer- und Seewesen 23, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 2, Philisophie und Religion 4, Staatswissenschaft 22, Sprachwissenschaft 4 Bände.
Amtsgericht Gießen.
Die K. E. in Gießen war beschuldigt, am 3. November v. I. und am 9. April d. I., jedesmal im strafverschärfenden Rückfall, sich des Betrugs schuldig gemacht zu haben. Sie hatte sich einmal von einer Frau 20,— RM. unter dem Versprechen geliehen, das Geld am nächsten Tage wieder zurückzugeben, obwohl sie wußte, daß sie wegen Mittellosigkeit dazu nicht in der Lage war. Das andere Mal hatte sie sich von einer Frau unter dem Versprechen, ihr Oel und Bohnenkaffee zu liefern, 6,— RM. geben lassen. Sie lieferte natürlich nichts, sie war hierzu auch nicht in der Lage. Die Ange- klagte war in vollem Umfang geständig. Der Anklagevertreter beantragte eine Gesamtgefängnisstrafe von sechs Monaten. Die Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Gesamtgefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt.
ziöse Leibesübung des Rollschuhlaufes, wie sie gerade am Sonntag wieder zu sehen war, dürste dem schönen Sport manchen neuen Anhänger geworben haben.
Auszeichnung durch den AGRL.
Von der Reichsführung des NS.-Reichsbundes für Leibesübungen wurde dem Sieger bei den Kriegs- gerätemeisterschaften im März 1940 in Berlin, Turner Kaiser vom Tv. 1846 Gießen, das silberne Stoffabzeichen zugesandt. Der Vereinsführer Wiegand überreichte dem Kameraden* Kaiser das silberne Stoffabzeichen im Rahmen einer Turnstunde in würdiger Form.
Otympia-Gieger Toni Merkens in Gießen.
Am gestrigen Montag weilte der Olympia-Sieger im Radfahren, Toni Merkens, in unserer Stadt und hielt bei dem Mentor der Gießener Radfahrer August Deibel Einkehr. So wie stets, wenn die Radfahrer aus allen Gauen Deutschlands nach Gießen kommen oder auf ihren Fahrten Zeit und Muße finden, in Gießen Station zu machen, finden sie bei August Deibel ein offenes Haus und herzliche Gastfreundschaft.
Toni Merkens, der am kommenden Mittwoch in Frankfurt a. M. an den Start geht und in einem schweren Steherrennen aus stärkste deutsche Konkurrenz trifft (Lohmann, Krevert, Schindler, Dan- Holt und Schön), traf gestern nachmittag auf dem Fahrrad, von Köln kommend, hier ein. Er kam zusammen mit Lean Schorn, der vielen Gießener Radfahrern längst und in bestem Sinne bekannt ist. Schorn will in Frankfurt die Gelegenheit zum Training benützen. Merkens und Schorn, beide Kölner .Jungs, erzählten in aller Aufgeschlossenheit von
Luzern usw. an.
In Gießen wirkte er fast 25 Jahre lang. Zu seinem großen Bedauern, aber auch zum Leidwesen der Gießener Theatergemeinde mußte er im April 1929, nachdem er sein 40jähriges Bühnenjubiläum nach 24 Jahren seiner Gießener Künstlertätigkeit begangen hatte, aus Gesundheitsrücksichten von der ihm ans Herz gewachsenen Gießener Bühne und damit zugleich von dem Schauspielerberuf Abschied nehmen. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Ludwigsburg bei Stuttgart, weilte dann aber noch wiederholt in Gießen zu Besuch, und vor allem in Bad-Nauheim zur Kur, so u. a. noch im vorigen Jahre.
Sein künstlerisches Wirken am Gießener Stadttheater im Laufe seiner 24jährigen Tätigkeit war gekennzeichnet durch die Vertretung verschiedener Fächer. Der erste Abschnitt seiner Tätigkeit, der noch im alten Theater im Cafä Leib sich abwickelte, zeigte Goll als Held, Väterdarsteller, Bonvivant, Liebhaber usw., dann wandte er sich immer mehr der heiteren Bühnenkunst zu, und er konnte nun auch im Komikerfach ebenso starke künstlerische Erfolge erzielen, wie in seinen früheren Rollen. Sein Weg vom Schauspiel bis zur Mitwirkung in der Operette, aber auch sein Schaffen als Spielleiter war stets geleitet von dem Bestreben, mit seiner Kunst den Theaterfreunden Stunden ernster Innerlichkeit, aber auch Stunden voll Freude und herzlichen Lachens zu bereiten. So. hat er während mehr als zwei Jahrzehnten den Theaterfreunden von (Ziehen und Umgebung, als Mitglied des von Gießen aus bespielten Kurtheaters in Bad-Nauheim aber auch
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Mai ist in Ludwigsburg bei Stuttgart, ____ .... Ruhestand lebte, der frühere langjährige Schauspieler und Spielleiter am Gießener Stadttheater Rudolf Goll-Eichrodt verstorben und am gestrigen Montag zur letzten Ruhe bestattet worden. Mit Rudolf Goll ist ein Künstler entschlafen, der sich während seiner fast 25jährigen Wirksamkeit am Gießener Stadttheater sowohl durch seine hervorragenden künstlerischen Leistungen, als auch durch sein gewinnendes menschliches Wesen viele Freunde und Verehrer erworben hatte.
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llntergaumeisterschasten im Kollschuhlauf.
Am vergangenen Sonntag wurden in einer gemeinsamen Veranstaltung des BDM.- und JM.° Untergaues 116 (Wetterau) und des Untergaues 253 (Limburg) die Untergaumeisterschaften durchgeführt. Schauplatz war die Rollschuhbahn an der Schlageterallee, die sich für den Wettkampf als sehr geeignet erwies. Die Beteiligung war gut, wenngleich sie hätte etwas stärker sein dürfen. Viele Mädchen laufen Rollschuh, wie man täglich beobachten kann, leider aber konnten sich die meisten nicht entschließen, schon an einem Wettbewerb teilzunehmen.
Der Wettbewerb begann unter der Leitung der Untergau-Fachwartin für Rollschuh, Gertrud Duill, schon vormittags und zwar mit den Pflichtübungen. Dem Beginn ging eine Flaggenhissung voraus. Von jedem der teilnehmenden Mädchen wurden je nach der Altersklasse 5 bis 8 verschiedene Hebungen verlangt. Die dabei gezeigten Leistungen waren durchaus erfreulich. Der Nachmittag brachte dann die Kürübungen, die nach Musik gelaufen wurden und die jedes Mädchen nach eigenem Wunsch laufen konnte. Auch hier wurde manche gefällige Hebung und Aneinanderreihung verschiedener Hebungen gezeigt, die den jugendlichen Läuferinnen ein gutes Zeugnis ausstellten. Die einzelnen Leistungen wurden von den eigens dafür bestimmten Schiedsrichtern sehr sorgfältig verwertet, da der Wettbewerb gleichzeitig über die Teilnahmeberechtigung an den Obsrgaurneisterschaften entschied.
Als Zuschauer fand sich am Nachmittag eine stattliche Anzahl Volksgenossen ein, die den Hebungen mit großer Aufmerksamkeit folgten. Die gra-
Joachim Keit sprach und machte Pläne. Er war gut gelaunt. Er freute sich, diesem einsamen Mädel einen netten Tag machen zu können, wenn auch Jngeborg Petersen etwas malitiös über fein Vorhaben gelächelt hatte.
Sibylle hörte sich alles an, mit einem stillen und steten Lächeln. Vor seiner Sicherheit war sie etwas schüchtern geworden, aber nicht so sehr, daß er es merkte.
Die Sonne schien auf die Landstraße, die wie eine Borte vor ihnen herlief. In Quickborn Überfuhren sie beinahe ein Huhn.
Aber dann schoben sich schon die Türme der Stadt heran, und endlich hielt der Wagen vor dem Hotel.
Es klappte alles: Der Stapellauf, Besprechung mit Jürgensen, Mittagessen in einem Kreis geladener Gäste, nachmittags Zusammentreffen mit Sibylle Hauck. Ein Gang durch die Kunsthalle, dann Cafe im Alfterpaoillon, Abendessen in einem erlesenen Lokal, Oper. Joachim hatte gute und teure Plätze besorgt.
„Hnd nun einen Sankt-Pauli-Bummel", sagte er zum Schluß. „Die Gegensätze sind es, die mich immer wieder reifen. Auf eine Opernaufführung hin sollte man ja wirklich nicht in ein überfülltes Tanzlokal gehen oder in einem primitiven Lokal Wein trinken, aber erst durch diese Gegensätze kann ich alles richtig schätzen. Ich liebe dies nun mal. Oder haben Sie keine Lust ...?"
Doch, Sibylle hatte Lust. Sie fuhren mit einem Taxi bis zur Reeperbahn, sie schritten diese weltbekannte Straße des Vergnügens mit den funkelnden Lichtreklamen hinab.
„Hnd nun, wohin? Wollen Sie tanzen?"
„Nein, Sibylle wollte nicht tanzen. Sie hatte plötzlich einen unsinnigen Wunsch. Jetzt, nach Stunden ununterbrochenen Vergnügens, Ansehens,' Ge- nießens, Vergessens überkam er sie. Es war ein sehr törichter Wunsch.
,Zch möchte", begann sie, „in eines der kleinen Automaten-Lokale gehen. Dort drüben, mit dem blauen Licht ... es ist ja gleichgültig, wohin man geht, nicht wahr?"
„Das ist es." Joachim sah sie von der Seite an. Er lächelte. Ex fand sie mit einemmal sehr jung
Sie würde ganz früh aufstehen und zu Fuß nach Teek gehen.
Sie steckte den Brief zu den anderen Briefschaften, sorgsam, genau. Dann versuchte sie, ein wenig an Martens' Plakat zu arbeiten, aber das Gelb der Haare, das sie den Mädchengestalten gegeben hatte, gefiel ihr heute nicht mehr. Gestern hatte sie es noch als hübsch empfunden. Sie tupfte den schmalen, langen Pinsel in einen Fleck Englisch-Rot. Hnd schon glitten ihre Gedanken wieder von der Arbeit ab. Sie würde morgen mit einem Auto nach Hamburg fahren. Sie würde Musik hören. Sie würde Joachim Keit wiedersehen.
Es war wohl am besten, sie sagte heute abend noch Karsten Huith Bescheid. Vielleicht madüe er ohnehin morgen nachmittag einen Spaziergang nach Stein und den Strand entlang. Dann konnte er ja mal nach dem einsamen Haus draußen bei den Dünen sehen. Vielleicht kam gerade morgen, wenn 'fie nicht da war, jemand, der Einlaß begehrte. Der nach Hause wollte ... Detlef. Nein, fie wollte nicht an ihn denken.
Sie legte Pinsel und Palette zur Seite und öffnete die Fenster noch weiter. Sie ging ins Wohnzimmer hinüber. Sie blieb vor der Couch stehen und betrachtete das Stoffwesen, das auf den Kissen saß. Ein schwarzer Hampelmann aus Seide mit abstehenden Fuchspelzhaaren und rosa Händchen an den überlangen Armen. Sie hatte das Ding einmal selbst gemacht. Dor einiger Zeit. Purliputzelchen hieß es ...
„Purliputzelchen, wie geht es dir?" Sie kitzelte es auf dem schwarzen Bauch zwischen zwei glitzernden Kugelknöpfen. Das seidige Stoffgesicht mit den schrägen Augenbrauen sah zu ihr auf. Eine Feder der Halskrause klebte auf dem roten Mund, und Sibylle strich sie zurück.
Während sie diese schüchterne und törichte Zärtlichkeit an das Purliputzelchen verschwendete, überkam sie ein trostloses Gefühl von Verlassenheit, Es
vielen Menschen aus der Ferne das Schönste gegeben, was ein Bühnenkünstler von Format bieten kann, nämlich echte und erhebende Kunst, Lebensfreude und lachenden Sonnenschein nach den Muhen des Alltags.
In dankbarer Erinnerung an diese schonen Gaben seines künstlerischen Schaffens wird Rudolf Goll im Gedächtnis der Gießener Theaterfreunde für immer eine gute Heimstatt behalten.
Etraßenverkehrskonkollen.
Der Reichsverkehrsminister hat das NSKK. im Einvernehmen mit dem Reichsführer ff unb Chef der Polizei und dem Korpsführer des NSKK. mit der Durchführung von Straßenverkehrskontrollen beauftragt, die nach den Weisungen der Bevollmächtigten für den Nahverkehr vorzunehmen sind. Bei allen Fahrzeugen wird Einsatz, Auslastung, Ladegut, Fahrstrecke und technischer Zustand (Reifen, Geschwindigkeitsregler usw.) geprüft. Bel Fernfahrzeugen wird außerdem kontrolliert, ob die Genehmigung zur Fernfahrt erteilt ist und ob bie Ladung des Fahrzeuges mit ihr ubereinstirnrnt. Heber die vorgenommene Kontrolle wird dem kontrollierten Fahrer eine Bescheinigung ausgestellt. Verstöße werden bei den Bevollmächtigten für den Nahverkehr angezeigt.
Heist den Jugendherbergen!
Der Neichsverband für deutsche Jugendherbergen veranstaltet am nächsten Samstag und Sonntag im ganzen Reich eine Straßensammlung, die durch den Führer, das Retchsinnen- und das Reichsunter- richtsminifterium genehmigt ist. Das Ergebnis der Sammlung tft für das Jugendherbergswerk und die Hitler-Jugend bestimmt. Die Sammlung besteht aus einer Straßensammluna mit Büchsen und Glasabzeichen, die sechs verschiedenfarbige Runen auf weißen Glasplatten darstellen, und einer Wert- markenhefte-Sammlung, die durch die Schulen geht und in Kreisen der Bekannten der Schulkinder durchgeführt wird. Die Sammlung steht unter der Parole: „Für den Frieden geschaffen, im Kriege bewährt" und unter der weiteren Parole: „Gesunde Jugend, wehrhaft Volt."
Gießener Vochenmarklpreise.
* Gießen, 4. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, Kartoffeln, 5 kg 48 Rpf., 50 kg 4,15 RM., Wirsing, % \g 25 Rpf., gelbe Rüben, das Bund 35, Spinat, % kg
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Rudolf Goll war im Jahre 1870 in Mannheim geboren. Im Jahre 1888 ging er zur Bühne, nachdem er vorher einige Zeit Angestellter einer Bank gewesen war. Er war ein Enkel des bekannten früheren badischen Ministerpräsidenten Eichrodt, dessen Familie an der Wende des 19./20. Jahrhunderts in Baden sehr angesehen war. Sein Vater war der bekannte Hofschauspieler Richard Eichrodt, sein Onkel der Dichter Ludwig Eichrodt. Letzterer gehörte in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den bekannten Dichtern Süddeutschlands, er machte feine ersten poetischen Versuche damals unter dem Pseudonym „Goll", und der Neffe Rudolf hat dann dieses Pseudonym als Bühnenname angenommen. Rudolf Goll gehörte vor seiner Gießener Tätigkeit u. a. den Bühnen in Straßburg, Stuttgart, Mannheim, Bremen,
war plötzlich ein dringender Wunsch in ihr nach irgend jemand, zu dem sie gut und zärtlich fein durfte. Ihre Hände wollten streicheln und kosen, ihr Mund wollte Liebesworte sagen, stille, weiche und mütterliche Worte.
Aber es war niemand da. Sie war allein. •
*
Am nächsten Tag stand sie frühmorgens bei den Seegartenbrücken der Stadt. Es war noch kühl, aber der Nebel über bem^afen hob sich bereits. Es würde ein schöner TaHßverden.
Joachim Keit kam zwei^Minuten nach neun Hhr. Er schaute zuerst eine Weile aus dem Wagenfenster auf das still dastehende Mädchen, das vom Kai aus ins Wasser blickte. Er war sich nicht ganz im klaren, ob sie es auch wirklich war. Sie sah verändert aus in Kleid und Mantel, mit Schuhen und Hut. Doch dann sprang er auf die Straße und ging auf sie zu.
„Guten Tag", sagte er, „da sind Sie ja. Ich freue mich." Er war jetzt nicht mehr schüchtern und hilflos wie damals, als sie ihn triefnaß aus dem Wasser zog. Er war jetzt wieder der selbstsichere Mann, der die Welt kannte.
Sie drehte sich um. „Guten Tag, Herr Keit", erwiderte fie. Ihre Augen waren gelbbraun und glitzernd. Sie lächelte etwas. „Ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie mich mityehmen wollen nach Hamburg. Ich bin sehr lange nicht mehr dort gewesen."
Sie stieg in den Wagen und setzte sich neben ihn.
„Ich muß zu einem Stapellauf", erklärte er. „Ich werde erst ab Nachmittag Zeit für Sie haben. Aber ich denke, daß Sie wohl den Vormittag herumbringen."
Sie nickte.
,Zch habe Karten bestellt für abends. Ich glaube, es wird uns gefallen. Nachmittags gehen wir irgendwohin, wo es hübsch ist. Denken Sie sich etwas aus. Wir wollen uns einen schönen Tag in Hamburg machen. Ich habe ein Zimmer im Hotel für Sie belegt, denn nachts zurückfahren, haf wenig Zweck. Ich werde bei Bekannten übernachten. Wir haben also eine Menge Zeit. Wir werden dann gut zu Abend essen und nach der Oper einen Sankt- Pauli-Bummel machen. Sie müssen ja ordentlich Sehnsucht nach so etwas haben, wenn Sie jahrein, jahraus zwischen den Dünen sitzen."
den letzten Ereignisien im Radsport und von all den Dingen, die die Radfahrer bewegen. Heute morgen fuhren beide nach Frankfurt a. M. weiter.
Bezirk Friedberg-Bezirk Gießen im Handball.
Aus der Erkenntnis heraus, daß gerade in heutiger Zeit alles getan werden muß, um das Interesse für die Leibesübungen in der breiten Oeffentlichkeit zu wecken, ist zwischen den verantwortlichen Männern vom Fachamt Handball in den Bezirken Gießen, Friedberg und Hanau schon feit geraumer Zeit ein reger Gedankenaustausch über die Gestaltung einer praktischen Zusammenarbeit im Gange. Diese drei, mit zu den spielstärksten Bezirken des Bereichs gehörenden Gebietsteile, sind ohne weiteres in der Lage, den gesamten Spielbetrieb auf eine vollkommen neue Grundlage zu stellen. Nicht nur, daß der Verkehr der Mannschaften untereinander gefördert werden soll, durch lausende Begegnungen von Be- zirksauswahleinheiten besteht die Möglichkeit das vorhandene Spielermaterial zu sichten und so die Voraussetzungen für die Zusammenstellung der Einheit des Gaues Hessen-Nassau zu schaffen, die ja schon längst einmal gegen den Gau Kurhesien antreten sollte. Worum es aber im Augenblick in der Hauptsache geht, das ist für Abwechslung im Ablauf der Dinge zu sorgen. Ein Kampf Bezirk gegen Be- zirk hat immer feine Reize gehabt und oftmals schon haben unsere Männer durch ihre Leistungen begeistern können.
Voraussichtlich wird der Bezirk G i e ß e n mit folgender Mannschaft vertreten fein: Tor: Wenzel (Hochelheim); Verteidiger: Krausch (Mtv. Gießen), Fritzius (Katzenfurt); Läufer: Hlm (Heu- chelheim), Michel (Hochelheim), Sommerkorn (Hochel- heim); Sturm: Bittendorf (Mtv. Gießen), Rühl (Dornholzhausen), Voigt (Mtv. Gießen), Lang (Hochelheim), Schmidt (Hörnsheim). Ersatz: Wießner (Garbenheim), Heller (Katzenfurt).
!lm den Lahnpokal.
Die vorgesehene Spielfolge im Handball konnte abgewickelt werden, wenngleich es auch nicht überall die erwarteten Ergebnisse gab. Es werden, wie schon angegeben wurde, Entscheidungsspiele notwendig fein, um die Staffelsieger zu ermitteln, die dann unter sich Len Endsieger auszumachen haben.
Es kamen folgende Ergebnisse zustande: Tv. Garbenheim — Tv. Atzbach 20:7 (9:2) Dv. Grüningen — Tv. Holzheim 14:5 (8:3) Tv. Grüningen Jgd. — Tv. Holzheim Jgd. 8:9 Tv. Lützellinden — Tv. Hörnsheim 10:11 (6:4) Tv. Münchholzhausen — Tv. Dutenhofen, kampf
los für Dutenhofen
Tv. Katzenfurt — To. Dornholzhausen 19:9 (9:6). Atzbach war den ungestümen Anariffen der Gar- benheimer nicht gewachsen, zumal die Hintermannschaft hin und wieder starke Mängel erkennen ließ. Immerhin hielt die Mannschaft bis zum Schluß durch und kämpfte unverdrossen. — Eine recht deutliche Abfuhr holte sich Holzheim in Grüningen. Wenn die Mannschaft, die sich schon in den ersten Minuten überrumpeln ließ, am fommenben Sonntag gegen Lützellinden, im Spiel um die Gebiets- rneisterschaft nicht besser steht, wird das Ergebnis ähnlich ausfallen. — Lützellinden hat zwar gut ge- spielt, es stieß aber auf einen Gegner, der noch besser war. Seine Reihen waren durch alte Spieler verstärkt, die der Eiicheit erst die richtige Durch- schlagskraft gaben. — Dornholzhausen, das mit Ersatz antrat, mußte sich recht deutlich geschlagen bekennen. Allerdings war Katzenfurt diesmal mie- der einmal mehr in einer ausgezeichneten Verfassung. _______________________________________
denken.
„Ich bin vor vier Jahren da gewesen", versuchte Sibylle zu erklären, „und da hat es mir so gut gefallen. Aber ... es ist häßlich hier, nicht wahr?".
„Oh", begütigte Joachim, „es ist sehr gemütlich Wir sind die einzigen Gäste, die hier sitzen. Wie ein Liebespaar auf einem runden Plüschsofa.
Die Bedienung kam
„Was soll ich bestellen?"
„Einen Wermut", sagte fie, damals vor Jahren habe ich auch einen Wermut getrunken."
Er nickte. „Natürlich", erwiderte er, „warum sollen Sie keinen Wermut trinken." Er lächelte sehr Daten lieh und weise.
„Ich bin mit meinem Mann hier gewesen", erklärte sie weiter. „Er hatte manchmal solche Ideen. Aber es sieht heute alles anders aus. Der Tisch ist nicht aus Marmor." Ihr Mund schien ihm jetzt hilflos zu fein; aber ihre Augen waren groß um) gelbbraun wie Bernstein. Sie irritierten ihn.
„Sie waren wohl sehr ... froh damals?" Er wollte „glücklich" sagen, aber er scheute sich davor.
„Ja." Sie fah ihm ins Gesicht. „Das war ich. 34 habe hier gesessen und ... ach nein, man sollte die gleichen Dinge nicht zweimal erleben wollen."
„Sie wissen nicht, wo Ihr Mann ist?"
„Nein, ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Die Leute sagen, er sei tot."
„Hnd das ist drei Jahre her?"
„Ja, drei Jahre."
„Wollen Sie es mir nicht erzählen?"
„Oh, da ist nicht viel zu erzählen." Ihre Augen glitten über verblichene Wände und abgeschabten Samt, während ihre Hände ergeben in ihrem Schoß lagen. „Gar nicht viel."
(Fortsetzung folgt)
Schweinemarkt in Butzbach.
♦ Butzbach, 4. Juni. "Zum heutigen Schweinemarkt waren 330 Ferkel aufgetrieben. Ferkel bis 6 Wochen alt kosteten 20 RM., 6 bis 8 Wochen alt 20 bis 25 RM., 8 %is 10 Wochen alt 25 bis 30 RM- Bei stottern Handel wurde der Markt geräumt.
Beträge an Devisen in das Ausland gehen, die dem Reich erhalten bleiben können. Er betonte, daß allein im Gau Hessen-Nassau 34 verschiedene Heilkräuter gesammelt werden müssen. Für unseren Kreis Wetterau kommen 10 verschiede ne Pflanzen in Betracht, die in ganz bestimmten Verhältniszahlen (hinsichtlich der Menge) gesammelt werden sollen. Die im Kreis Wetterau zu sammelnden Pflanzen sind: Huflattichblüten und -blätter, Stiefmütterchen (blau und gelb), Erdrauchkraut, Maiblumenblätter, Quendel, Kamille,. Oder- mennigkraut, Färbeginster, Tausendgüldenkraut und Katzenpfötchen. Den Zuhörern wurden sowohl die im Gau als auch die im Kreis zu sammelnden Heilpflanzen in einer besonderen Schau gezeigt. Eine weitere und intensivere Schulung für die Leiter und Leiterinnen der Sammelaktion soll zu gegebener Zeit folgen.
Den Abschluß des Besuchs im Botanischen Garten stellte die Besichtigung der Gewächshäuser mit den exotischen Pflanzen dar. Gartenbauinspektor Nes - s e I zeigte hier mit berechtigtem Stolz die reiche Flora qus fremden Zonen, die in den Gewächshäusern vereingt ist.
Kreisleiter Backhaus widmete dem Direktor des Botanischen Instituts herzliche Worte des Dankes für die anregenden Stunden und wies dabei insbesondere auf die hohe Bedeutung der Heilkräutersammlung hin. Angeregt von den reichen Eindrücken dieses Nachmittags verließ man den Garten.
runden Tisch aus imitiertem Marmor, während in der Vorhalle Seeleute und Arbeiter Brötchen und Bier für einen Groschen aus dem Automaten holten. Durch die geöffnete Tür konnte man einen Blick auf die Straße erhaschen. Es war Mitternacht, aber das Leben hier schien an Schlaf nicht zu


