Ausgabe 
4.6.1940
 
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Krieges mit anderen Mitteln" in rücksichtsloserer, grausamerer Welse wahr gemacht worden als durch Frankreick in der Zeit nach dem Weltkriege. Jene antideutsche Einkreisunaspolitik, die die ständige Be- aleiterin der Ausplünderung und Knechtung Sy­stem-Deutschlande gewesen war, erlebte nach der Machtergreifung eine solche Steigerung und Ver­vielfältigung, daß das neue Deutschland schließlich sich einer zunehmenden Einengung seines ohnehin ^ernierten Lebensraumes, ja einer dauernden latenten Kriegsdrohung gegenübersah.

Das gleiche Frankreich war esr das, bevor es seine Hegemöniestellmng in Europa an England ebenso abtreten mußte wie die Führung in der Ein­kreisung Deutschlands, sämtliche, aber auch sämt­liche Friedenspläne, Vorschläge, entgegenkommende Schritte, Vorleistungen und Frieden-bereitwillig- keiten der staatsmännischen Politik Adolf Hitlers entweder von vornherein sabotierte und diffamierte oder zum mindesten unbeachtet lieh. Während Frank­reich sich selbst noch immer nach den völlig über­alterten Methoden der dritten Republik regierte, die Versailles als den Höhepunkt ihrer Staatskunst an­sah, steuerte die regierende Schicht Frankreichs Jahr um Jahr zielbewußter auf eine Erneuerung alles dessen los, was es von der Versailler Beute in- morschen schon verloren hatte. Selbst so weitgehende Erklärungen wie die Feststellung unseres Führers, daß Deutschland nach der Rückkehr des Saargebietes keine territorialen Forderungen mehr an Frankreich habe, oder wie der ausdrücklich ausgesprochene da­malige Verzicht auf Elsaß-Lothringen hatten keiner­lei Einfluß auf ein Frankreich, das seine staatlichen Schicksale inzwischen völlia der Lenkung Durch Ju­den und logenyorige Politiker von engstirniastem !>ersönlichem und varteiischem Ehrgeiz überliefert >atte. Wir haben hier oft genug darauf hingewie- en, welche furchtbare Verantwortung Frankreich dadurch auf sich geladen hat, daß es die arohartiae Chance von München mit gewohnter Ueberheblich- keit mißachtete. Mähend es zusammen mit dem verbündeten England eine Position nach der ande­ren in Mitteleuropa aus seinem Einkreisunassystem herausbrechen fah, begann es den neuen Krieg vor­zubereiten.

Es ist kein mildernder, sondern ein erschwerender Umstand, wenn das französische Volk als solches in allen diesen Jahren die Bevormundung durch die regierende Pariser Advokatenclique und durch eine von Mischen und kommerziellen Interessen ver­seuchte Presse so gut wie kritiklos hinaenommen hat. Das französische Volk hat der Politik der gründ- klicken Friedensstörung in Europa niemals, weder bei Wahlen noch bei einschneidenden europäischen Ereignissen, Einhalt geboten. Es gab zudem genug Franzosen, die das neue Deutschland rennengelernt hatten. Sie wurden, soweit sie sich äußerten, ent­weder überschrieen oder gar öffentlich verfemt. Run blickt Frankreich entsetzt auf eine Bilanz, die ein« andere Hand schreiben mußte.

Eine Erinnerung aus dem Weltkrieg.

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der noch einen Funken von Gefühl in sich trägt, der nicht mit Schaudern von den grauenhaften Mißhandlunaen und Ermordungen Deutscher vor und während des Polenkrieges gehört und gelesen hat. Viele glaubten, daß nur die Polen, dieses auf tiefer sittlicher Stuke stehende Volk, solcher Taten fähig sei. Aoer die letzten Tagesnachrichten bewiesen uns, daß auch die Franzosen und die Engländer, die doch anaeblich zur Verteidigung von Freiheit, Ge­rechtigkeit und Menschenwürde in den Krieg gezogen sind, ihren polnischen Bundesgenossen in keiner Weise auf dem Gebiete der Verrohung nachstehen. Sind das noch Menschen, die es über sich aewinnen, wehrlose verwundete oder in Gefangenschaft ge­ratene deutsche Soldaten in solch unglauvlicher Weise zu mißhandeln und zu Tode zu quälen? Man fühlt sich in die Zeiten des Dreißigjährigen Krieges zurückversetzt, wenn man die Berichte der Offiziere und Soldaten liest, die das Unglück hatten, in die Hände unserer Feinde zu geraten. Und wie viele mögen hingemordet worden sein, von denen nie mehr eine Kunde zu uns dringen wird?

Um diese Schandtaten zu verdecken und zu ent­schuldigen, verbreiten Unsere Feinde die berühmten Greuelmärchen, die angeblich unsere Trupven be­gangen haben sollen, obwohl jeder weiß, Daß der deutsche Soldatniemals solche Schandtaten begangen hat noch begehen kann. Wenn man von denFortschritten" liest, die die Menschheit in den letzten Jahrhunderten zu verzeichnen hat, so sind diese auf dem Gebiete der Forschung, der Wissen­schaft, der Beherrschung der Naturgewalten un­zweifelhaft vorhanden, auf dem Gebiete der Moral, der Achtung vor dem Menschenleben, der Menschen­würde, kurz der menschlichen Kultur aber scheinen jedenfalls diese Menschen noch auf der Stufe des tiefsten Mittelalters zu stehen, ein Fortschritt auf diesen Gebieten ist nicht zu verzeichnen.

Als dieser Tage der Name des nordfranzösischen Ortes O r ch i e s im Bericht des Oberkommandos er­wähnt wurde, da tauchte in der Erinnerung der Mitkämpfer des Weltkrieges das grauenhafte Ver­brechen auf, daß sich die Einwohner dieses Ortes i m Oktober 1914 an wehrlosen deutschen Soldaten haben zuschulden kommen, lassen. Ein Schrei der Entrüstung gina damals durch unser Volk, als im Reichsanzeiger" vom 20. Oktober in Anlage 5 in einer an die Neutralen gerichteten Denkschrift dieser Fall zur Kenntnis der Weltöffentlichkeit kam. Die Oberärzte Dr. N e u m a n n und Dr. Grünfelder von einem bayerischen Pionierregiment berichteten darüber folgendes:

Die aufgefundenen Leichname (es waren Sol­daten des 35. Landwehrregiments) waren der Schuhe und Strümpfe und sämtlicher Erkennungszeichen be­raubt. Ein Mann war rückwärts niedergeschossen, lag aber auf dem Rücken; der Mund und die Nasen­löcher waren mit Sägespänen vollgestopft. Einem anderen war das linke Ohr glatt abgeschnitten und das Gesicht blaurot, eine Folge des Erstickungs­todes, Mund, Nase und Augen waren mit Säge­spänen vollgestopft, am Halse waren Würgezeichen. Einem anderen war der Goldfinger glatt vom Knöchel obgeschnitten. In der Bauchwand saßen vier Schußlöcher, von Pulverschmauch eingefaßt, ein Zeichen, daß die Schüsse aus unmittelbarer Nähe abgegeben waren. Fünf andere Erschlagene zeigten nur Verletzungen durch stumpfe Gewalt. Einem waren die Augen ausgestochen. Aus den festgestellten Tatsachen ergab sich, daß ein großer Teil der Leute unverwundet in die Hände der Feinde gefallen war." Für diese geradezu haarsträubenden Schandtagen hat den Ort Orchies die gerechte Strafe getroffen. Er wurde mit ganz'wenigen Ausnahmen dem Erdboden gleichgemacht, nur einzelne Häuser waren verschont geblieben, an deren Türen und Scheunen die Kreideaufschrift:Schonen, gute Leute" oderNicht anzünden" und dergleichen standen.

Die Welt hat damals von dieser grauenhafte»

Sensationelle Enthüllungen über neue britische Attentatspläne gegen paffagierdampfer der LIGA.

Berlin, 3. Juni. (DNB.) Aus Neuyork wird dem DNB. auf besonderem Wege mitgeteilt: Eine soeben aus London in Neuyork eingetroffene neu­trale Persönlichkeit hat sensationelle Enthüllungen über bevorstehende neue Anschläge der bri­tischen Admiralität auf die jetzt aus Europa zurückkehrenden amerikanischen Passa­gterdampfer gemacht. Sie seien bereits von den dafür auch imAthenia"-Fall angesetzten Or­ganen des englischen Secret Service bis in alle Einzelheiten vorbereitet worden. Das Ziel dieser Anschläge ist, durch die brutale Versen­kung eines oder sogar mehrerer der unterwegs be­findlichen amerikanischen Passagierschiffe einen Ent- rüstungssturm bei dem amerikanischen Publikum hervorzurufen. Es ist in dem teuflischen Plan vor- gesehen, daß selbstverständlich die von Agenten der englischen Admiralität und des englischen Secret Service ausgeführte Versenkung dieser Schiffe Deutschland in die Schuhe geschoben wird, Deutschland soll, wie es bereits einmal im FalleAthenia" versucht wurde, als der Sünden­bock der Vernichtung amerikanischen Eigentums und des Lebens amerikanischer Staatsbürger vor aller Welt abgestempelt werden.

lieber die Durchführung dieser Anschläge hat kürz­lich in London eine geheime Sitzung unter dem Vorsitz eines hohen Funktionärs des britischen Secret Service stattgefunden, an der auch ein Mit­glied der britischen Admiralität und Angehörige des französischen Geheimdienstes (Surets) teilge­nommen haben. Es soll zunächst zu erheblichen Mei­nungsverschiedenheiten gekommen sein, ob es dem Zwecks dienlicher seit, diese Schiffe zu torpedie­ren, oder wie imAthenia"-Fall durch Einschmug­geln und Verwendung von Höllenmaschinen zu vernichten. Auf Vorschlag des britischen Secret Service soll beschlossen worden sein, beide Wege zu kombinieren. Für den Fall, daß es viel­leicht nicht möglich sein sollte, die Torpedierung durch U-Boote vorzunehmen, soll gleichzeitig mit Höllenmaschinen gearbeitet werden. Es sei von einem Teilnehmer eingewendet worden, es könne doch wohlhabenden Amerikanern nicht zugemutet werden, auf diesen Schiffen nach Amerika zu fahren, bekannte Amerikaner, die sich in Europa aufhielten, hätten sich ja auch schon geweigert/auf diesen Schif­fen ihr Leben zu riskieren. Es soll dann von dem hohen Beamten des britischen Secret Service der menschenfreundliche Vorschlag gemacht worden sein, daß man ja weniger wohlhabenden Amerikanern, z. B. Arbeitern und kleineren Angestellten, das Ueberfahrtgeld vor st recken könne. Diese würden gern kommen und auf diese Weise würde man dann die Schiffe mit amerikanischen Bürgern auf alle Fälle füllen können.

Auch derDampserWashington" hat von Deutschland nichts zu fürchten.

Berlin, 3.Juni. (DNB.) Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika hat den Regie­rungen der kriegführenden Länder auf diploma­tischem Wege amtlich mitgeteilt, daß der amerika­nische DampferWashington" Neuyork am 30. Mai in Richtung Bordeaux verlassen habe, um die dort ansässigen amerikanischen Staatsangehöri­gen und ihre Familien zurückzuhvlen. Die amerika­nische Regierung hat hierbei erklärt, sie erwarte, daß das unbewaffnete Schiff, das nicht im Geleit fahre, nachts hell erleuchtet werde und als amerika­nischer Dampfer besonders deutlich gekennzeichnet sei, auf seiner Hin- und Rückfahrt von den Streitkräften der kriegführenden Mächte nicht behelligt werde.

Ebenso wie in dem Fall des DampfersPre* sident Roosevelt" hat die Reichsregierung der amerikanischen Botschaft in Berlin auch jetzt wieder mitgeteilt, daß Schiffe, die ihre Fahrten m der von der amerikanischen Regierung angegebenen Weise durchführen, nach den Grundsätzen der deut­schen Kriegsführung keinerlei Gefährdung durch deutsche Streitkräfte ausgesetzt sind. Da aber

der DampferWashington" Kriegszonen durchfah­ren werde, die sonst nach den amerikanischen Vor­schriften von den amerikanischen Schiffen gemieden würden, seien die zuständigen deutschen militärischen Dienststellen von der beabsichtigten Fahrt des Damp­fers unterrichtet worden, und hätten den strik­ten Befehl erhalten, den Dampfer seine Fahrt ohne jede Behinderung durchführen zu lassen.

Die Reichsregierung hat sich aber erneut gezwun­gen gesehen, die amerikanische Botschaft auf die soeben eingetroffenen Nachrichten aufmerksam zu machen, wonach von den Kriegsgegnern D eutschlands Anschläge auf die verschiede­nen auf der Fahrt nach oder von Europa befind­lichen amerikanischen Passagierdampfer g e p.l a n t ober vorbereitet würden. Die Reichsregie­rung erwarte daher, daß die amerikanische Regierung erwarte daher, daß die amerikanische Regierung sowohl im Interesse der Sicherung des Lebens ihrer Staatsbürger als auch im Interesse der Vermeidung der von Den Gegnern Deutschlands beabsichtigten Störung der deutsch-amerikanischen Beziehungen alle erforderlichen Maßnahmen treffe, um solche verbrecherischen Pläne zu vereiteln.

Berlin, 3.Juni. (DRV.) Die Reichsregierung hat den Regierungen von USA., Rlexiko und Pa­nama mitgeleilt, daß sie aus zuverlässiger Quelle die TNeldung erhallen hat, daß der britische Ge­heimdienst eine große Anzahl Agenten nach Mittelamerika, vornehmlich Mexiko und Pa­nama. entsandt habe, um Zwischenfälle vor­zubereiten, die nach den Wünschen ihrer Ur- heber in den vereinigten Staaten eine feind- selige Haltung gegen Deutschland Her­vorrufen sollen. Rach den der Reichsregierung zu­gegangenen Informationen handelt es sich dabei um zwei Pläne:

1. versuch der Kompromittierung Deutschlands durch erfundene Enthüllungen angeblich deutscher Komplotte in Mexiko.

2. Sabotageakte des englischen Secret Ser- vice gegen den Panamakanal, die Deutsch­land zugeschoben werden sollen.

Das Auswärtige Amt gab Montag den genann- ten Regierungen von dieser Information mit dem Anheimstetten Kenntnis, die erforderlichen Maß­nahmen zu ergreifen, um diesen Akttonen des eng­lischen Geheimdienstes vorzubeugen, die eine ernste Bedrohung der guten Beziehungen der ame­rikanischen Länder zu Deutschland bezwecken.

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Obwohl die Amerikaner schon einmal mit Hilfe der Prvpagandalüge von den Westmächtenfür Er­rettung der Zivilisation" auf dar Schlachtfeld ge­führt wurden, und alle englischen Tricks jener Zeit Des Weltkrieges zur Genüge kennen, ist es bezeich­nend für die Politik der Plutokraten in London, daß sie stur die Propagandatechnit und die Metho­den des Weltkrieges wiederholen: Reifende Lords, damals wie heute, Verdächtigung harmloser Deutsch- Amerikaner damals wie heute und schließlich Zwischenfälle", damals wie heute.

Die Gefährdung der mexikanischen Grenze und des Panama-Kanals empfindet der Amerikaner als gefährlichste Bedrohung. Hier also glaubt der bri­tische Geheimdienst dieZwischenfälle" organisieren zu müssen. Und wenn es Millionen Pfund kostet, es lohnt den Einsatz. Der englischen Absicht kommt die Haltung vieler USA.«blätter entgegen, die lächer­lichste Gerüchte aufblähen und damit das amerika­nische Volk verhetzen: Aus einer in Panama bei einem Mexikaner gefundenen Pistole, der man deut-

Blihkrieg-panik in amerikanischerGtadt

Nelly o r k, 4. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie sehr ein Teil der Neuyorker Presse durch einseitige Berichterstattung die Gehirne mancher Amerikaner durcheinander gebracht hat, geht aus folgender Nachricht der ZeitungWorld Telegram" hervor: Die Einwohner der Industriestadt Newark, in 'der Nähe Neuyorks, wurden am Montagabend von einer Blitzkriegpanik befallen. Kurz nach Mit. ternacht verlangten Hunderte von Menschen auf« geregt vom Polizeipräsidium Auskunft über feit, fame Motorengeräusche. Einige wollten wissen, ob die Stadt bombardiert würde, andere ob schon Fallschirmjäger gelandet seien. Eine Nachprüfung ergab schließlich, daß die furcht, baren Himmelsgeräusche von einer mehrere Kilo, meter entfernten Autorennbahn stammten, von der der Motorenlärm durch den scharfen Wind bis Newark getragen wurde. Die Geschichte er» innert an die Panik, die gewisse Leute vor zwei Jahren erfaßte, als im USA.-Rundfunk eine In. vasion der Marsbewohner geschildert wurde.

sches Fabrikat andichtete, wurden mehrere tausend Nazi-Maschinengewehre gemacht, und ein Washing­toner Korrespondent verbreitete trotz eines eindeu« tigen Dementis des panamaischen Außenministers, das Märchen in der gesamten USA.-Presse. Dann wieder wurde das amerikanische Volk tagelang in Angst versetzt vor einer unmittelbar bevorstehenden Nazi-Revolte am Grenzfluß Rio Grande, bis die Nachforschung >ergab, daß die angeblichen Nazis in Wirklichkeit eine kleine arme Sekte, dieJehova. Söhne", waren, die aus religiösem Wahn der amerikanischen Flagge die Achtung verweigern" zu müssen glaubten. So jagt eine Schreckensmär Me andere. Und hinter diesen Hetzlügen bereiten die Agenten des Intelligence Service die größeren Sa. botageakte vor. Aber die deutsche Regierung hat von diesem Ränkespiel rechtzeitig Nachricht erhalten. Amerika ist jetzt unterrichtet.

Warum fliegt Kennedy?

Mister Kennedy, der U8A.-Botschafter In London, ist der deutschen Oeffentlichkeit keine unbe« kannte Persönlichkeit mehr. Wir lasen seinen Namen häufig in den Geheimakten des polnischen Außen- Ministeriums, die seinerzeit in Warschau erbeutet und bann in Form elftes Weißbuches der Allgemein« heit zugänglich gemacht wurde. Aus jenen Diplo« matenberichten ging hervor, daß Mister Kennedy als einer der bestinformierten Leute in plutokra« tischen Landen zu gelten hat. Wenn er also jetzt seinem Töchterchen befahl, für die Heimkehr nach den Vereinigten Staaten n I ch t den extra zu diesem Zweck geschickten DampferPresident Roose« velt", sondern das Transatlantik-Flua« zeug zu benutzen, so muß er für diese eben ]o plötzliche wie unbequeme und ungewöhnliche Aende« rung oes ursprünglichen Reifeplanes wohl feine Gründe gehabt haben. Und diese Gründe sind nicht schwer zu erkennen nach dem, was an Enthüllungen über die englischen Attentatspläne gegenüber den amerikanischen Heimkehrerschiffen vorliegt. In Lon« don, in Washington, Neuyork und Boston ist e§ geradezu ein offenes Geheimnis, daß Churchill, um die Amerikaner doch noch in die englische Kata« ftropbe mit hineinziehen zu können, denAthe« nla - Fall um jeden Preis und mit besserem Erfolg wiederholen will. Die USA.-Regierung ist deutscherseits zum zweitenmal vor dieser Möglich« keit gewarnt worden. Hoffentlich wurde die War« nung richtig verstanden.

AgenlendesSecretServiceplamnprovokationeii Oie Reichsregierung unterrichtet die Vereinigten Gtaaten,Mexiko und Panama.

Schandtat Kenntnis erhalten und ist zur Tages­ordnung übergegangen. Kein Neutraler hat sich dazu geäußert, weder der menschenfreundliche Herr Wil­son, noch irgendeine kirchliche Stelle des Auslandes. Es waren ja n u r D e u t s ch e, die in so unmensch­licher Weise hingemordet worden waren. Das deut­sche Volk hat es deshalb mit größter Genugtuung begrüßt, daß die Reichsregierung Frankreich und England in deutlicher Weise zur Kenntnis gebracht bat, daß wir für jede völkerrechtswidrige und jeder Menschlichkeit Hohn sprechende Behandlung deutscher Soldaten entsprechende Vergeltungsmaß­nahmen ergreifen werden. Mit schriftlichen Pro­testen, das haben wir im Weltkrieg zur Genüge erlebt, kann man gegen dieses Untermenschentum nicht anfämpfen; hier kann nur die rohe Gewalt Eindruck hinterlassen und Abhilfe schaffen. L. O.

Französischer Handstreich aus Tanger geplant?

Rom, 3. Juni. (DNB.) Stefani meldet aus Tanger: Seit zwei Tagen kursiert neuerdings hart­näckig das Gerücht von bevorstehenden franzö­sischen Ausschiffungen in Tanger, um ein Pfand gegen Spaniens Ansprüche auf Gibral­tar in der Hand zu haben. Die Bevölkerung ist äußerst beunruhigt.

Oie politische Linie der Türkei.

Istanbul, 3. Juni. (Europapreß.) Der türkische Ministerpräsident hat in seiner Rundfunkrede aus­drücklich auf die Gefahr ausländischer Propaganda hinaewiesen. Die Türkei werde sich gegen jenen An- griff zu Wehr setzen, woher er auch kommen möge. Die Regierung richte aber auch ihr Augenmerk auf alle Versuche, das Vertrauen fm Lande zu erschüt­tern.Unsere Politik*, sagte er,ist völlia klar, und es aibt nichts zu verbergen. In letzter Zeit ist sehr viel von der Aktivität gewisser aus­ländischer Kreise gesprochen worden, die hier eine Stimmung schaffen wollen, die ihren Absichten entsprechen wurde. Seien Sie überzeugt, daß wir diese Tätigkeit mit der größten Aufmerksamkeit beobachten, und daß der geringste Versuch in die­ser Richtung mit schwersten Strafen geahndet wer- den wird. Die Türkei steht heute außerhalb des Krieges und will es auch bleiben. Niemand im Ausland soll daran zweifeln, daß wir vorbereitet sind, mit allen Mitteln unser Vaterland zu vertei- fclgen-\ - - x

} Bei den Engländern in Dünkirchen.

ei. (P K.)Wie in einem brennenden Kino sieht es dort Drinnen aus." Alle Engländer flüchten zum Hafen, feilen sich an den Schissen selbst hoch und ziehen ihre Päckchen Habe mit nach. Jeder will zu­erst auf dem Schiss sein. Dazwischen tönen die Si­renen der Kapitäne und das Geheul der Hupen. Dann wieder krepieren in diesem Lärm die deut­schen Granaten und die Bomben der deutschen Stukas, ein wild, verstörter Haufen, der nur darauf bedacht ist. fein Leben auf die bestmög­liche Art noch in Sicherheit zu bringen. Dabei traten natürlich wir in englische Gefangenschaft ge­ratenen deutschen Soldaten automatisch in den Hin­tergrund. Wir hatten so die Möglichkeit, uns dünn zu machen."

So berichtet uns ein junger, aus Dresden gebür­tiger Pionier, der mit einem Kameraden zu­sammen das Mißgeschick hatte, bei Lillers in Ge- sanaenschast zu geraten. Sehr feierlich sind sie von Den Engländern selbstverständlich nicht ausge­nommen worden. Zuerst hat man die beiden einem scharfen Kreuzverhör unterzogen. Als das nichts fruchtete, hat man sie mit Handschellen zu- fammengefettet, wobei je eine Hand frei blieb. Man hat sie kreuz und quer in Dünkirchen herumgefabren, um sie über die wirkliche Laae irre­zuführen. Auf dieser Fahrt erkennen sie, daß von Dünkirchen nicht mehr viel übrig i st. Es brennt und qualmt und raucht an allen Ecken, lieber Den Straßenzügen liegen die Trümmer un- aezählter geborstener und zerschossener Häuser. Kaum, daß noch ein paar Straßen überhaupt für den Verkehr verwendet werden können. Jede Gra­nate verursacht neue Panik. Das deutsche Artillerie- feuer aber zeigt unfern Soldaten den ungefähren Verlauf der Front an und gibt ihnen weitgehende Orientierungsmöglichkeit. Je näher das Feuer heran- kommt, desto mehr wächst die Panik. Franzosen und Engländer verlassen in überstürzter Flucht an den vorgeschobenen Stadtrandstellungen in Kolon­nen, schmeißen rasch noch ein Streichholz in die Tanks und sorengen die Wagen in die Lust oder ähren sie in Die Straßengräben. Sie selbst schwingen ich auf ein ungesatteltes Pferd und reiten in wil­der Eile zum Hafen.

Die beiden Dresdner wollte man eigentlich auch mit nach England einfchiffen.Jeder von uns", fo erzählen sie, «bekam zwei Mann Bewachung mit

2lls wir aber bann im Hafen ankamen, war die Schreckstimmung derart, daß die Wachtposten nicht mehr recht auf uns achteten und in dem wilden Gedränge konnten wir beide uns langsam von un­serer Bewachung entfernen. Irgendwo griffen wir uns ein paar englische Regenmäntel, um nicht als Deutsche erkannt zu werden, und dann, Richtung deutsches Artilleriefeuer. Ganz nahe an den Hafen- anlagen steht ein englischer Panzerspähwagen voll­kommen fahrbereit. Rur der Schlüssel fehlt. Aber ein Nagel ersetzt ihn. Und dann geht es in rasen­der Fahrt durch die lichterloh brennende Stadt über die Trümmerhaufen nach dem Ausgang. Wir mußten ordentlich wuchten, denn die Karre war schwer zu schalten und schließlich haben wir ja selbst noch nie einen Panzerspähwagen gefahren. Aber es ging.Mit voller Fahrgeschwindigkeit am ersten französischen Posten vorbei. Ihm werfen wir einige Brocken in Englisch zu, die wir während der Dreitägigen Gefangenschaft aufgeschnappt hotten und die die Franzosen natürlich nicht verstanden. Aber es erschien glaubwürdig, Mützen hatten wir ja keine mehr auf. Der Franzose nahm uns vollauf für Engländer. Auch der zweite französische Posten ließ uns anstandslos passieren."

Jetzt allerdinas kam das große Pech. Ein Ruch und Der ganze Starren Itegf im Straßengraben und dazu noch bei Nacht. Nun kann sie nur noch ihre eigene Frechheit retten. In rasender Geschwindigkeit kommt ein französischer LKW. Sie packen ihn, schwingen sich hinten auf und schmeißen den Franzosen ein paar englische Brocken hin. Die Franzosen schweigen etwas mürrisch gegenseittge Verständigung nicht möglich. Nun biegt auch der Wagen wieder nach links ab und entfernt sich von Der für sie richtigen Entfernung. Also springen sie ab, gehen in aller Seelenruhe ein paar hundert Meter im Schritt, um nicht aufzufallen und machen sich dann in die Büsche. Sie haben sich ein gutes, nicht einzusehendes Gelände hinter ein paar dichten Hecken ausgesucht. Die ganze Nacht hindurch rönnen sie jetzt das Mündungsfeuer der Deutschen Artillerie beobachten. Am nächsten Tage weiter. Quer durch kleine Kanäle, über die sie wegschwimmen oder springen müssen. Manchmal treten sie zu kurz und stehen plötzlich bis an den Hals im Wasser. In der nächsten Nacht trafen sie auf die deutschen Vorposten ÄvÄ wunden mit Hallp begrüßt »k yoq Imhoffc j