Ausgabe 
4.6.1940
 
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Gießener Anzeiger

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jn kraftvollem, überraschenden Einsatz gelang es.

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shnell die feindliche Luftverteidigung «uszufchalten und in konzentriertem Hoch­md Tiefangriff die Anlagen und Rollfelder sowie phlreiche Flugzeuge am Boden zu zerstören. In vielen Stellen wurden Brände und Explosionen

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liinkirchen liegt dauernd unter schwerem Artillerie- smer. Auch Kampf- und Stuka-Verbände setzten am 2. Juni ihre Angriffe auf Dünkirchen fort. Dabei mürben zwei Zerstörer, ein Wachtboot und ein Han­delsschiff von 5000 Tonnen versenkt, ein Kriegs­schiff, zwei Zerstörer und zehn Handelsschiffe durch j Bombentreffer beschädigt. 3m übrigen dehnten sich die Angriffe der Luftwaffe bis in das Rhone- Iil und bis Marseille aus. Vor unseren bei­derseits Forbach vorstohenden Truppen wich der Zeind auf die Rlaginotlinie zurück and liefe Gefan­gene, Waffen und Gerät in unserer Hand. Die im Zage der großen Vernichtungsschlacht in Flandern utib im Artois gefangenen Engländer und Zranz o s en haben nach den vorläufigen Fest- I stlllungen die Zahl von 330 000 erreicht.

Der schwere Abwehrkampf unserer Gebirgsjäger 86Ö an Land eingesetzten Schiffsbesahungen im Serggelände um Narvik gegen ungeheuere Überlegenheit dauert an. 3n Nordnorwegen wur- am 1.6. der Sender und das Sendehaus in Babfoe durch Bomben zerstört, ein feindliches Handelsschiff am Westausgang des Ofotenfjords ver- ICifL

3n der Nacht zum 3.6. fetzte der Feind feine Luft- «griffe gegen nichtmilikärifche Ziele in West- und 5ilbweskdeutschland fort, ohne nennenswerten Scha- dm anzurichten. Die Gefamtverlufte des Segn er s betrugen gestern insgesamt 59 Flug- leuge, davon wurden 27 im Luftkampf, zehn durch Jkrt abgeschossen, der Rest am Boden zerstört. 15 eigene Flugzeuge werden vermiht.

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Der Wehrmachlsbericht vom Montag.

Lisher 330 000 Engländer und Franzosen gefangen.

Führerhauptquartier, 3. Juni. (DNB.)

Deutscher Lustangriff ausAulagenderfranzösischenLustwaffeinundumparis

Durch Hoch- und Tiefangriff« zahlreiche Anlagen uni) Rollfelder zerstört. 70 feindliche Flugzeuge in Lustkämpfen abgeschosien.

Dienstag, 4. Juni M0

Annahme von Anzeigen für bie Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des BormittagS Grundpreise für 1 mm Höhe bei Anzeigen von 22 m» Breite? Pf.»Tertanzeigen von 70 mm Brette 50 Pf. Wiederholung Malstaffel l Abschlüsse MengenstaffelB Platzvorschrift (vorherige B ereinb arung) 25 °/0 mehr Ermäßigte Grundpreise

Bäderanzeigen und behördliche Anzeigen von 22 mm Breite 6 Pf.

Oer Luftangriff auf Marseille

Italienische Betrachtungen zur Lage.

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2 11 jervorgerufen. 3m Luftkampf wurden 7 0 feind- laltenir lldje Flugzeuge abgeschossen. 5 eigene " Flugzeuge werden vermißt.

Oie Wahrheit sickert auch in Loudon durch

Hoffnungslose Lage im Raum von Dünkirchen.

fast zur Verzweiflung getrieben. Eine große An­zahl von Fahrzeugen sei eingesetzt worden, um das Expeditionsheer und die französischen Splitter nach England zu schaffen, jedoch hätten die englischen Schiffe nicht ihre Aufgabe erfüllen können, da sie sowohl von der Luft, als auch vom- Land her ständig unter Feuer gehalten würden. Nach einem Bericht der ,Allehanda" aus London sind die Engländer seit geraumer Zeit gezwungen, ihren eingeschlossenen Truppen durch Fallschirm­abwurf Nahrungsmittel und Wasser zukommen zu lassen. Die Truppen lägen stellenweise völlig erschöpft in den Dünen und war­teten darauf, daß sie von irgendwelchen Bugsier­booten des Londoner Hafens abgeholt würden. Es wird in Londoner Verübten zugegeben, daß die deutschen Angriffe und der Druck der deutschen Truppen gegen die Eingeschlossenen seit 24 Stun­denin unerhörtem und phantastischem Ausmaß" zugenommen hat. An der englischen Südküste sei deutlich der Donner der schweren Ge­schütze zu vernehmen. Einige Soldaten, die demHöllenkessel von Dünkirchen" entrinnen konn­ten, erzählten, daß die Küste von Truppen wimmele, die sich Löcher und Gräben i n d e n Sand gebuddelt hätten, um sich notdürftig gegen die unablässige Beschießung durch deutsche Artillerie und Minenwerfer sowie die ständige Bombardierung durch deutsche Flieger zu schützen. Die Deutschen ständen bereits so dicht vor Dün­kirchen, daß ein Entkommen für Engländer und Franzosen nicht mehr möglich erscheine. Die Eng­länder müßten auch ihre letzten Stellungen unter dem starken Druck der Deutschen Schritt um Schritt räumen.

In amtlichen britischen Kreisen werde jetzt klein­laut zugegeben, die Verluste der Engländer bei den Kämpfen in Flandern seien sehr schwer. Einige der

feit der deutschen Luftwaffe. DieTribuna" schreibt, mit Marseille Hobe Deutschland einen der größten feindlichen Häfen und die am stärksten aus« gerüstete Seebasis für den französi­schen Verkehr im Mittelmeer und nach dem Orient angegriffen. Bisher habe sich der fran­zösische Verkehr mit der nordafrikanischen Küste, mit Syrien, Palästina und der Türkei ungestört abge­wickelt mit dem Ergebnis, daß alle jene Men­sche n r e se r v e n, die die Republik aus ihren kolonialen Besitzungen herausziehen könne, nach Frankreich hineingeströmt seien. Ferner habe Frankreich das Heer in Syrien, das neun Monate lang als die Weygand-Armee be­zeichnet wurde, ungehindert mit Lebensmitteln und Kriegsmaterial versorgen können. Nun machten die deutschen Bomben, die auf die Hafenanlagen von Marseille niedergegangen seien und zwei große Dampfer getroffen hätten, den Franzosen klar, daß der Krieg total werde und die Luftwaffe alle ihr nützlich erscheinenden Ziele erreichen könne. Marseille sei nicht mehr sicher, und die Mittelmeer- Armee Frankreichs sei einer neuen Gefahr aus­gesetzt.

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Frankreichs aufgelaufene Schuld.

Nachdem sich das Schicksal der in Flandern ein­geschlossenen besten Armee Frankreichs vollendet hat, Ströme der vom eigenen Lande ohne Hilfe ge­lassenen Flüchtlinge sich ins Innere ergießen und der Mangel an führenden Köpfen und an einer leitenden Jdse sich immer mehr bemerkbar macht, wächst die Ahnung kommenden Unheils im Sinne einer geschichtlichen Vergeltung für eine jahrzehntelange Politik der Herausforderung, der Ueberheblichkeit und des verniggerten Sadis­mus. Was da im öffentlichen Leben Frankreichs jetzt zutage tritt, ist nicht nur die sorgenvolle Angst vor einem drohenden Schicksal angesichts einer französi­schen Wehrmacht, die weder das stärkste Festungs­system zu halten noch mit diesem Festungssystem im Rücken das deutsche Feldheer in offener Schlacht zu bestehen vermochte. Nein, über diese fressende Sorge hinaus zeigt sich die beginnende Ahnung von der Tatsache, daß das Schicksal dem französischen Staat sieben lange Jahrzehnte Zeit gelassen hat, sich auf französische Aufgaben zu beschränken, die in einem sozial ttefstehendem Lande weiß Gott zahl­reich genug waren, und daß weder die gewohn­heitsmäßig regierende Schicht, noch das französische Volk ihrer Pflichten gegenüber Europa in diesen sieben Jahrzehnten erkannt haben.

Zum ersten Mal seit Menschenaltern sieht sich Frankreich gezwungen, an die Tatsache eines natio­nalen Gewissens ebenso zu glauben wie an die früher oder später mitleidlos ausgleichende Gerech­tigkeit der Geschichte. Ein Staat, der in seinem In­nern schwierigste Probleme zu Dutzenden sich hat anhäufen lassen und der darüber hinaus sich ein koloniales Weltreich zusammengerafft hatte, dessen Umfang in einem ungeheuerlichen Mißverhältnis zur Ausdehnung des Mutterlandes und vor allem zu seiner ständig sinkenden Volkskraft stand, maßte sich an, in sämtlichen europäischen großen, mittleren und kleineren Fragen das Richteramt mtt diktatori­scher Vollmacht zu üben, gegen dessen Entscheidun­gen es noch nicht einmal eine Berufung, geschweige denn einen Widerspruch geben durfte. Im beson­deren konzenttierte sich die ständig intrigierende Verschwörerarbeit der regierenden Advokatenclique Frankreichs darauf, die Politik eines Richelieu noch im 20. Jahrhundert als den politischen Katechismus Frankreichs zu erweisen. Eine Polittk, die niemals von ihrem entscheidenden Grundsatz abgelassen hat, daß Leben und Wirken Frankreichs nur zu denken sei unter der Voraussetzung der ständigen Auf- splitteruna und Niederhaltung Deutschlands.

Dieser Katechismus war die Richtschnur, nach der Frankreich das Versailler Diktat aussetzte, den Ein­bruch ins Rheinland und ins Ruhrgebiet durch- führte, von Deutschland weiter Unterschriften unter die Diktate von Milliarden Tributen erpreßte, die selbst in ihrermildesten" Form in einer Höhe von weit über zwei Milliarden Goldmark bis 1958 lau­fen sollten. Jener Katechismus war es auch, der während der gesamten Systemzeit in Deutschland, ja in verstärktem Maße nach der Machtergreifung der allgemein-europäischen Politik Frankreichs mit ihrer Haßtendenz gegen Deutschland zugrundelag. Niemals ist das Wort von derFortsetzung des

im Gegensatz zu den polttischen Maulhelden in Lon­don und Paris von anerkennenswerter Tapferkeit, aber fein Mut rettet ihn nicht»vor dem deutschen Sturm gegen eine vermorschte, plutokrcttische Welt.

Die andere Tatsache ist die Ausdehnung der Luft­operationen auf S ü d f r a n k r e i ch , das ja 1914/18 ganz vom Kriege verschont blieb. Am Samstag und Sonntaa haben^Kampfverbände unserer Luftwaffe den Hafen von Marseille angegriffen und dort vier große Handelsschiffe versenkt. Ferner ist die Eisenbahnstrecke von Lyon über Avignon nach Marseille an vielen Stellen durch deutsche Luft­bomben zerstört worden. Wenn sich diese Angriffe auch im Rahmen der Flüge abspielen, auf denen unsere Luftwaffe die rückwärtigen Verbindungen des französischen Frontheeres stört, also den Nach­schub an Munition, Kriegsmaterial, Lebensmitteln und Truppen unterbindet, so ist doch dieser wie­derholte Luftangriff gegen den französischen Süden von besonderer Bedeutung. Der Vorstoß ist eine jener für den Gegner so erschreckenden lieber« raschungen, an denen dieser Krieg so reich ist. Er belehrt die französische Heeresleitung darüber, daß sie ihre Aufmerksamkeit nach dem Süden genau so richten muß wie nach der provisorischen Nordfront, von der man sich in englisch-französischen Kreisen unbegreiflicherweise alles Mögliche verspricht.

In Skandinavien wird der Kampf im Raum von Narvik zu einem um so ruhmvolleren Blatt in der Geschichte der deutschen Wehrmacht, je länger er dauert. Bas wird besonders klar, wenn man berücksichtigt, daß der Gegner dort unver­hältnismäßig starke Truppen und Kampfmittel ein­gesetzt hat, um dort, koste es, was es wolle, wenig­stens eine Art Prestigeerfolg zu erzwingen. Um so ehrenvoller ist der Kampf der dort operierenden deutschen Truppen, die ohne direkte Verbindung mit der Heimat sind, nur gelegentlich Verstärkun-

Stockholm, 3. Juni. (Europapreß.) Die eng­lische Oeffenllichkeit beschäftigt sich lebhaft mit einer Rundfunkansprache Edens vom Sonntagabend, die offenbar Beruhigungszwecken dienen sollte. Kriegsminister Eden mußte im übrigen bestätigen, daß Deutschland in den letzten drei Wochen große strategische Erfolge errungen hat und daß die eng­lischen Verluste an Material und Ausrüstung sehr bedeutend seien. Der Vormarsch bis zur Schelde­stellung habe nur wenige Tage gedauert. Der Rück­zug sei noch schneller vonstatten gegangen. Bei diesem Rückzug hätten einige /Truppenabteilungen stellenweise 55 Kilometer pro Tag und mehr zu- rückgelegt. Im übrigen versuchte auch Eden den Rückzug als einenmoralischen Erfolg" des eng­lischen Expeditionsheeres hinzustellen. Englische Mi­litärkreise haben jedoch, wieAllehanda" aus Lon­don berichtet, ganz unverhohlen den Zweckoptimis­mus des Ministers desavouiert. Während Eden den Anschein zu erwecken versucht habe, daß die Ver­luste des Expedittonsheeres relativ niedrig seien, erklären wohlunterrichtete Militärs:Unsere alliier­ten Regimenter sind stark dezimiert worden." Die Militärkreise wollen verhindern, daß im eng­lischen Volke der Gedanke genährt werde, das Expe­ditionsheer befinde sich im großen und ganzen in Sicherheit. Die englischen Truppen hätten neunzehn Tage ununterbrochen im deutschen Artilleriefeuer und unter deutschen Luftangriffen gestanden. Die Verluste in einzelnen Abteilungen seien daher be­trächtlich.

Die Lage der im Raume von Dünkirchen noch eingeschlossenen Streitkräfte der Westmächte wird, von Stunde zu Stunde hoffnungs­loser. Das unaufhörliche Bombardement durch die deutschen Geschütze, die unaufhörlichen Luft­angriffe, Hunger und Durst hätten, so heißt es in London, die englischen und französischen Truppen

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gen erhalten können und doch nicht daran denken, den Engländern das Gelände zu überlassen.

Fast jeden Tag meldet der Wehrmachtbericht, daß feindliche Flugzeuge nächtlicherweile über Deutsch­land erschienen sind und Bomben abgeworfen haben, ohne freilich nennenswerten militärischen Schaden anzurichten. Der Leidtragende dabei ist lediglich die deutsche Zivilbevölkerung. Es ist nun die Frage aufgetaucht, ob nicht auch diese nächtlichen Einflüge des Feindes verhindert werden könnten. Dazu ist zu sagen, daß die gegnerischen Bombenangriffe aus einer Höhee unternommen werden, die felbft der stärkste Scheinwerfer kaum noch er­reicht. Deshalb geschehen ja auch die Bomoenab- würfe völlig ziel» und planlos, so daß sie im Gegensatz zu dem Kostenaufwand des Gegners keinen nennenswerten Schaden anrich­ten. Natürlich bedeutet der Zufallstreffer für den einzelnen Deutschen, dessen Haus oder Acker be­schädigt wird, dessen Angehörige vielleicht gar ihr Leben verlieren, ein schweres Opfer. Aber insgesamt müssen ja die Verluste, welche die deutsche Heimat infolge des Luftkrieges erleidet, im Vergleich zu den ungeheueren Zerstörungen in Feindesland als lächerlich gering bezeichnet werden. Diese Fernhal­tung des Luftkrieges und seiner Schrecken von den deutschen Reichsgrenzen ist nicht zuletzt das Ver­dienst unseres akttven und passiven Luftschutzes, insbesondere unserer in der Heimat stationierten- Flak-Abwehr, deren bloßes Dasein allein schon genügt, um dem feindlichen Angreifer zur Beachtung des notwendigen Respektabstandes ^u zwingen. Aus zehn Kilometer Höhe aber lassen sich, zumal nachts, keine gezielten Bombenwürfe an­bringen. Wir verdanken diesen Abwehrerfolg in erster Linie den Flakabteilungen, die für ihre stän­dige Einsatzbereitschaft und ihre nervenzehrende Wachsamkeit höchste Anerkennung verdienen.

Rom, 4. Juni. (Europapreß.) Der Blick der ita­lienischen Öffentlichkeit und Presie wendet sich im­mer mehr den kommenden Ereignissen zu. Die Be­mühungen des Generals W e y g a n d, die Deut­schen durch die Anlegung von Feldbefestigungen, Zusammenziehung starker Artillerie und Bereit­stellung schnell beweglicher Reserven am Durchbruch zu verhindern und ihnen einen Stellungs­krieg aufzuzwingen, werden nach den Erfahrun­gen aus dem bisherigen Verlauf der Operationen, in denen es den Deutschen immer wieder gelang, weitaus stärkere Befestigungen niederzukämpfen und dem Gegner den schnellen Bewegungskrieg aufzu­zwingen, als aussichtslos beurteilt. In rück­schauenden Betrachtungen über die Schlacht am Aermelkanal wird vor allem die große Zahl der Gefangenen hervorgehoben. Ferner wird auf die zahlreichen Schiffsversenkungen durch die deutsche Luftwaffe hingewiesen.

Der Angriff deutscher Bombenflugzeuge auf den Hafen von Marseille und die Eisenbahnstrecke MarseilleLyon hat in Italien beträchtliches Auf­sehen erregt. Man sieht darin einen neuen Beweis für die Schlagkraft und weitreichende Akttonsfähig-

Öer Angriff gegen Dünkirchen von Heften, Süden und Offen macht langsam Jort- shrltte. Das schwierige, von zahlreichen Gräben -archzogene und überschwemmte Gelände erschwert #e Operationen. Trotzdem gelang es, lm Zusam­menwirken mit der Luftwaffe in die stark be­seligte Stadt B e r g u e s einzudringen. Der ganze ood) im Besitz des Feindes befindliche Raum um

berühmtesten englischen Regimenter feien fast völ­lig aufgerieben worden. DerDaily Expreß" schreibt, obwohl es den englischen Soldaten gelungen sei, eine vollständige Katastrophe zu vermeiden, hät­ten sie eine denkwürdige Niederlage er­litten. Angesichts der blitzschnellen deutschen Erfolge sei es daher ratsam, die innere Verteidigung Eng­lands zu verstärken. Großbritannien müsse daher schleunigst ein Schutzsystem gegen bie feindlichen Angriffe vorbereiten und wäh- renb der nächsten Monyte in der Defensive bleiben. Die Abtretung des Oberkommandos des britischen Expeditionskorps durch General Gort wird in den englischen Kreisen als Beweis dafür betrachtet, daß England vorläufig Frankreich keine größere milt- tärische Hilfe mehr leisten könne, sondern sich selbst gegen die Gefahren einer Invasion schützen müsse. ,.Evening Standard" schreibt, der Rückzug des briti- schen Expeditionskorps sei unvermeidlich geworden von dem Augenblick an, da der deutsche Vorstoß bis zur Küste des Aermelkanals die ungenügende Aus­rüstung und Unterlegenheit der englisch-französischen Armeen bewiesen hätte.Daily Herald" fordert die Regierung auf, die Unzulänglichkeiten der Ver­gangenheit wieder gutzumachen und die für diese Mängel verantwortlichen Minister, die trotz der be­gangenen Fehler noch in der Regierung säßen, ohne weiteres abzusetzen und durch fähigere Män­ne r zu ersetzen.

London gibt die Hoffnnna auf.

Wachsende Jtalienfeindschaft in Englands Oeffenllichkeit.

Stockholm, 3. Juni. (Europapreß.) In Lon» hon macht sich in wachsendem Maße eine ausge­sprochen italienfeindliche Stimmung be­merkbar, obwohl von der Regierung versucht wird, das italienisch-englische Verhältnis nicht unnötig schnell zu trüben. Der Londoner Korrespondent von Stockholms Tidningen" schildert einige italien- feindliche Kundgebungen im Hyde-Park und teilt weiter mit, daß Londoner Restaurants, Hotels, Geschäftsunternehmen und dgl. ihre ita­lienischen Angestellten, fristlos ent­lassen haben. Don diesem Vorgehen werden Tausende von Menschen betroffen, da die italienisch« Kolonie in London weitaus oie größte aller Kolo­nien ist, nachdem die bisher noch auf freiem Fuß in London gewesenen Deutsche in Konzentrattons­lager gebracht worden sind. Der Londoner Ver­treter vonSagens Nyheter" schreibt:Die meisten politischen Beobachter in London vertreten die An­sicht, daß die Regierungen der Westmächte es end­gültig aufgegeben haben, zu hoffen, die Ent­schlüsse Mussolinis anders zu können,"

Zwei Tatsachen springen besonders aus dem RW.-Bericht vom 3. Juni in die Augen: daß der ^zweifelte Widerstand des Restes der geschlagenen Wüschen Truppen in Dünkirchen sich dem ktde zuneigt und daß die deutschen Bomber auch

Südfrankreich wieder ihre Visitenkarte ab- peben, also die Verbindungen Frankreichs nach llsiika sehr empfindlich gestört haben. Während die sisiischen Gazetten einen papiemen Lorbeerkranz mi die Fragmente der englischen Expeditionsarmee ft winden trachten, gleichsam, als habe nicht Deutschland den ©ieg in dieser bisher größten Der- hhtungsschlacht errungen, sondern dietapfer Rück- vcrtsflutenden", ist die eigentliche Schlacht in Flau­en doch schon vorüber und hat, wie selbst Eden streben mußte, Deutschlandgroße strategische Ge- »inne" eingebracht, nämlich die Beherrschung der icnalfüfte von Abbeville über BoulogneCalais zu den holländischen Häfen. Ferner ist das beb fische Heer zur Kapitulation gezwungen worden, le französische Stoßarmee gefangen oder vernichtet.

englische Expeditionsarmee hat zu bestehen auf- Stört, und der Oberbefehlshaber dieser Armee, 'ld Gort, ist auf schwankendem Kahn nach Eng- ind zurückgekehrt. Wenn sich bis zuletzt die jäm- ^ettichen Ueberrefte der englischen Eliteregimenter j Dünkirchen hielten, dieses von Kanälen und scsserstraßen durchzogene Gelände als Widerstands- ausnutzten, so war das nicht etwa ein ftrate- ffger Rückzug, sondern die verzweifelte Art, sich p einem kümmerlichen Rest des französischen Bo- «fs am Kanal zu verbeißen und zu verbluten, vel die Flucht unter dem Bombenhagel der beub ,fin Flugzeuge noch nicht möglich geworden war.

drei Tagen sind vor Dünkirchen sieben Kriegs- Prfe und 32 Transporter versenkt, 27 Kriegsschiffe 79 Transporter schwer beschädigt worden. Es n also wohl jedermann klar, daß vor Dünkirchen .t nur das Heer der Briten geschlagen wurde, fn)ern auch die feindliche Flotte einen Aderlaß i'h eit, wie er furchtbarer kaum auszudenken ift le: britische Soldat selbst ist, wie der französische,

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K Berlin, 4. 3uni. (DNB. Funkfpruch.) Am J gestrigen Tage griff die £ uf (roa f f e mit starken rvy, Verbänden aller Waffen vom Feinde belegte titbti Flugplätze und Anlagen der franzö- M sifchen Luftwaffe in und um Paris an. Der.! jn kraftvollem, überraschenden Einsatz gelang es,

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