Ausgabe 
3.10.1940
 
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Donnerstag, 5. ©Hoher 1940

190. Jahrgang Nr. 254

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Giehener Anzeiger

-».sstw General-Anzeiger sür Oberhessen TS

Luxemburgs wahres Gesicht

Von NSK.-Sonderverichierstatier Erich Borchers.

Volksdeutschen Bewegung zu seinen luxemburaischen Landsleuten. Ein ferner durchgeistigter Kopf, mit klugen energischen Augen. Energie und Tempera­ment strahlt auch von der straff aufgerichteten Ge­stählt dieses Mannes aus, dessen Lebenswerk seit Jahrzehnten der Pflege und der Vertiefung des Deutschtums in einem Lande galt, dem eine ge­rissene Propaganda den welschen Stempel auf­drücken wollte. ,

(£ 5 gibt keinen luxemburgischen Menschen, wie es keinen österreichischen Men- chen gegeben hat, der Luxemburger ist deutsch einer Sprache, seiner Kultur, seines Blutes und einer geschichtlichen Vergangenheit nach", ruft Pro- essor Kratzenberg seinen Landsleuten zu und spricht >ann über die deutsche Geschichte des Landes.

Vier luxemburgische Söhne rief Deutschland auf seinen Kaiserthron: Heinrich VII., Karl IV., Wen­zel und Sigismund. Noch vor 150 Jahren standen die Klöppelkrieger mit chrem Blut ein für ihre deutsche Wesensart, und 1848 erließ die luxem­burgische Regierung eine Proklamation, die mit den Worten schloß:Die innige Vereinigung mit Deutsch­land ist unser Recht, unsere Pflicht, unser Heil!" Und als dann Professor Kratzenberg seine Rede K mit den Worten:Der Luxemburger soll

.ernen Schritt der Zeit verstehen lernen und nicht feige und geduckt, sondern stolz und aufrech­ten Hauptes den Weg gehen, den ihm seine Lebens­art und sein wirtschaftliches Interesse vorschreiben. Klar und unmißverständlich lautet unsere Parole: ,Heirn ins Reich!" Aber freiwillig wollen wir kommen. Als Gleichberechtigte, als Kinder der großdeutschen Volksgemeinschaft wollen wir Luxem­burger in das Großdeutsche Reich Adolf Hitlers aus­genommen werden, da hat er die Herzen seiner Zu­hörer gepackt, und begeisterter Beifall dankt ihm. In Diekirch und Wiltz, in Redingen und Dianden, überall im Oeslina, wo wir auf unserer Fahrt durch den nördlichen Teil des Landes Einkehr hiel­ten, stießen wir auf die Volksdeutsche Bewegung, die auch hier immer mehr Boden gewinnt. Junge Menschen voller Glauben und Fanatismus ringen hier, wie einst im Altreich, um die Seele des deut­schen Menschen. Noch sitzen die Bauern des Oss­lings verschlossen und zurückhaltend, wie es der Natur der zerklüfteten Schieferselsen und den engen Waldtälern ihrer Heimat entspricht, in den Ver­sammlungen der Volksdeutschen Bewegung. Aber auch sie haben die Zeichen der Zeit verstanden.

Diese Fahrten durch das Oesling find ein Erleb­nis eigener Art. Mächtige Burgen künden von alter Ritterherrlichkeit. Die wilde Schönheit des Müller­tales, der weite Blick über Aecker und Weiden, die spitzen Türme der Kirchen, die aus grauen Schie­ferdächern emporwachlen, sind unvergeßlich. Wir verlassen diese ebenso yerbe wie liebliche Landschaft des Oeslings und kehren über Echternach ins Reich zurück. Als wir durch die Eifel fahren, geht es uns nicht anders als bei unserer Einreise ins Land von Trier aus: auch hier empfängt uns dieselbe Landschaft, die wir soeben jenseits der alten Grenze verliehen.

Die zielsichere Aufbauarbeit des Chefs der Zivil- verwallung legt die gefunden und natürlichen Kräfte, die den Weg in eine schönere Zukunft wei­sen, .frei. In Schule und Verwaltung gilt wieder die deutsche Sprache, die Industrie blüht wieder auf, die Arbeitslosigkeit wird bald beseitigt sein, die natürlichen Absatzmärkte in Deutschland sind wieder erschlossen, der Parteienzwist, der das Volk nicht zur Ruhe kommen ließ, hat ein Ende gefunden, und die das Volk aussaugende Judenherrschaft im Lande ist weggefegt.

Der französische Firnis, künstlich um das Land gelegt, bröckelt ab: Luxemburg geht den Weg, den ihm sein Volkstum und sein wirtschaftliches Inter­esse vorschreibt!

WirMastlicher und kultureller Ausbau in Luxemburg.

Luxemb urg, 2. Oft. (DNB.) Mitarbeiter und Chefs der Zivilverwaltung in Luxemburg gaben der Presse einen Ueberblick über den Stand der Auf­bauarbeit im Gebiet des ehemaligen Großherzog­tums Luxemburg. Der verdienstvolle Vorkämpfer für deutsche Gesinnung und deutsche Kultur im Lande Luxemburg, Professor Kratzenberg, be­rührte Fragen des Volkstums und der Geschichte, lieber den Aufbau im Kultursektor sprach Dr. Perizenius:Es gilt, das Land gerade auf diesem Gebiete vom französischen Ein­fluß zu befreien und die gesunde Schicht des deutschen Dolksbewußtseins blotzzulegen, dazu die nötigen Lücken zu füllen und neu zu ' schaffen. Luxemburg, die Landeshauptstadt, besaß seit jeher kein eigenes Theater! Zu regelmäßigen Gast- spielen sind inzwischen verpflichtet das Westmark- Landestheater, die Opernbühnen von Koblenz, Köln und Frankfurt. Für die nächstjährige Spielzeit ist der Aufbau eines eigenen Theaters in Aussicht genommen. Auch soll Der Bevölkerung Luxemburgs m Zukunft beste deutsche Musik vermittell werden. Konzertabende mit Furtwängler, Clemens Kraus und den Philharmonischen Orchestern von Berlin, Wien und München, Kammerkonzerte mit ersten Künstlern sind ebenfalls vorgesehen. Der Sender Luxemburg, einst der leidenschaftliche Hasser alles Deutschen, wird zum Träger größter volks­politischer Aufgaben in diesem Raume.

Arbeitsamtsdirektor Jacobs berichtete über die Beseitigung der durch den Krieg sprunghaft in die Hohe geschnellten Arbeitslosigkeit. Einer Zahl von 26 400 Arbeitslosen im August stehen nunmehr nur noch 1000 Arbeitslose gegenüber. Diese wenigen sind aber nicht einmal als völlig arbeitsfähig anzu« sehen. Die Einführung des deutschen Arbeitsrechts und der Arbeitsbuchpflicht und eine Gehalts-, Preis« und Lohnangleichung sind in Angriff ge­nommen. Dr. Bro ich er kennzeichnete Die

Wer in diesen Tagen über Wasserbillig in das schöne Luxemburger Land hineinfährt, hat keinen Augenblick das Gefühl, eineGrenze" überschrit­ten zu haben. Dieselbe Landschaft umfängt uns, dieselben deutschen Menschen gehen hier ihrer friedvollen Arbeit nach. Aus gepflegter baumumstandener Straße führt uns der Weg über Grevenmacher durch das Gutland, der Hauptstadt des Landes zu. Vorbei an behäbigen Bauernhöfen und reichen Obstgärten, fetten Wiesen und frucht­baren Aeckern, auf denen die Bauern die Ernte bergen, durchqueren wir das Gutland, die Obst- und Kornkammer des schönen Luxemburger Landes.

Und dieses Land soll zweisvrachig ober gar fran­zösischen Einschlages jein? Nichts, aber auch gar nichts Französisches hat diese Landschaft an sich, viel weniger noch seine freundliche Bevölkerung, deren Mundart, dasLetzeburger", uns kaum einen Unterschied mit dem Moselfränkischen der Bauern des Trierer Raumes erkennen läßt. Auch ein Gang durch die Stadt Luxemburg, die wir am späten Nachmittag erreichen, verstärkt nur diesen Eindruck.

Diese wunderschöne Stadt, der unbestrittene kul­turelle und wirtschaflliche Mittelpunkt des Landes, ist u r d e u t s ch. Verwirrend ist der erste Blick auf diese Stadt mit ihren Brücken, die in kühn ge­schwungenen Bogen das tiefeingeschnittene Tal der Alzette überspannen, mit ihren Türmen, Mauern uno Toren, die zwischen mächtigem Steinpfeilern den Blick freigeben auf Treppengärten und alte Wehranlagen. Eng zusammengeschachtelt liegen in den engen, krummen Gassen altersgraue, schmale Häuser. Das einzigartige Stadtbild in dieser alten Festungsstadt, die einmal als der stärkste Platz Europas galt, ist deutsch und atmet die Ruhe und den Frieden einer mittelalterlichen süddeutschen Stadt.

Wir stehen auf einem Felsvorsprung und blicken hinab ins grüne Tal der Alzette. Friedlich weiden blanke Rinder an den Hängen und tummeln sich die Kinder vor den Häusern. Sie wenden nur kurz den Blick in die Höhe, als über uns ein Flugzeug­geschwader seine Bahn gen Westen zieht. So fern ' liegt hier der Krieg und so sicher fühlt sich dieses Land, von dem die deutsche Wehrmacht in schnellem Zugriff die Furcht vor dem Krieg und seinen Schrecken nahm.

Durch die Straßen der Oberstadt, in der sich das Geschäftsleben abspielt, flutet der abendliche Verkehr, und nur die Uniformen der deutschen Soldaten er­innern daran, daß die Wehrmacht das Land unter feinen Schutz nehmen mußte. Wir fragen uns bei einem Gang durch die Geschäftsstraßen überrascht: Woher kommen die französischen Bezeichnungen der Geschäfte und Hotels, der Straßenschilder und Re­klamen, der Prospekte und der Werbeschriften in den Auslagen in dieser deutschen Stadt? Wie eine dünne Tünche, überhastet und schnell hingeworfen, wirken sie, und sind es auch, und werden ebenso schnell wieder verschwinden. Die ganze Groteske dieses fran­zösischen Spuks kommt uns so recht zum Bewußtsein, als wir einen Blick aus dem Hotelfenster werfen, der auf die wohlgefüllten Auslagen der Metzgerei von Schultz-Buchholz fällt, die sich in großen Lettern als Charcuterie" ausroeift

Eine Fahrt in den Industriebezirk um C s ch vermittelt neue Eindrücke. Hohe Schlackenberge, ragende Schlote und die Türme der Hochöfen wachsen am Horizont empor, als wir uns auf schöner, breiter Straße Esch nähern. Am Eingang der Stadt sehen wir die ersten Wahrzeichen des Krieges: Vier aus­gebrannte französische Tanks, die hier im Kartoffel­acker liegenblieben und von der französischen Be­satzung in Brand gesteckt wurden. Einige wenige aus­gebrannte Häuser, Geschoßeinschläge an den Mauern und weggeräumte Sperren erinnern in Esch noch an den Krieg, sonst ist auch der Friede hier wieder ein­gezogen.

An den Werken und Hochöfen wurde durch eigent­liche Kriegshandlungen nur verhältnismäßig geringer Schaden angerichtet, und die von den Franzosen bei ihrem Abzug künstlich vorgenommenen Zerstörungen konnten bald beseitigt werden. Die Luxemburger Eisenindustrie, auf der der Wohlstand des Landes beruht, und in der in normalen Zeiten, den Berg­bau eingeschlosien, über 20 000 Arbeiter Brot und Arbeit finden, hat die Kriegsschäden überraschend schnell, dank dem weitgehenden Entgegenkommen der deutschen Zivilverwaltung, beseitigt.

Aber die Menschen, die wir hier sprechen, tragen noch die Spuren einer schweren Leidenszeit im Gesicht geschrieben Fast 55 000 mußten in der Nacht vom 10. zum 11 Mai, wie sie gingen uni> standen, auf französischen Befehl Haus und Heimat verlassen und die Irrfahrt in die Fremde antreten. Wir haben sie gesprochen, diese Evakuierten aus Esch, die Bergarbeiter, Handwerker, Geschäftsleute, Aerzte, Rechtsanwälte und Pfarrer, die Frauen und Kin­der, die eben aus Frankreich zurückkehrten Sie alle glaubten einmal, die Franzosen zu kennen. Diele von ihnen sahen in Frankreich den Hort der Zivi­lisation un$> Kultur und den Schützer der Kleinen und Schwachen und glaubten, dort den Schrecken des Krieges entronnen, sicheren Schutz und liebe­volle Aufnahme zu finden.

Sie alle sind grausam enttäuscht worden und hoben am eigenen Serbe die widerlichen Aus­wüchse französischenSadismus" verspürt und sind auch heute noch kaum imstande, von den Erlebnissen ihrer Flucht zu sprechen. Was Wunder also, daß te es sind, die sich im Luxemburger Land zuerst hres Deutschtums wieder voll bewußt wurden und ich wieder zu ihm bekennen.

Eines Abends haben wir Gelegenhett, in Luxem­burg einer VersammlungderVolksdeut- scheu Bewegung beizuwohnen. Nahezu 600 Männer, meist Bergarbeiter und kleine Geschäfts­leute, füllen schon lange vor Beginn den Saal bis auf den letzten Platz. Und dann spricht Professor Kratzenberg, der tatkräftige Landesleiter der

Wirtschaft des Landes als eine ausgesprochene D e r- edelungswirtschaft. Da die Landwirtschaft Luxemburgs früher stark auf die Einfuhr von Roh­stoffen, insbesondere künstlichen Düngemitteln, an­gewiesen war, hat der Krieg gerade für sie Schwie­rigkeiten mit sich gebracht. Die Zivilverwaltung er­strebt eine grundlegende Umstellung, die die luxem­burgische Landwirtschaft von diesen außenstehenden Einflüssen unabhängig machen wird.

Für einen neuen Geist in Belgien.

Brussel, 1. Oktober. (Europapreß.) In Brüssel ist eine neue Zeitung in französischer Sprache er­schienen. Der Chefredakteur des Blattes ist der Schriftsteller Paul Colin, der bereits nach dem Weltkrieg publizistisch gegen das Versailler Diktat vorging. In den letzten drei Jahren führte Colin als Herausgeber der WochenschriftCassandre" einen heftigen Kampf gegen den Ministerpräsiden­ten van Zeeland, dem er Unlauterfeit in einer Amtsführung vorwarf. Im vergangenen Herbst veranlaßte Colin das Oktobermanifest, in dem König, Regierung und Volk beschworen wur­den, eine wirkliche Neutralität zu üben und auch ein geistiges Bündnis mit den Westmächten zu un­terlassen. DasNouveau Journal" ist also nur die Fortsetzung der Lebensarbeit eines in der belgi­schen Öffentlichkeit bekannten Kreises von Jour­nalisten, die früher an Blättern verschiedenster poli­tischer Richtungen arbeiteten. Das Blatt will dazu beitragen, eine neue geistige Haltung Belgiens zu schaffen. In dem Programm heißt es deshalb, ein immer größerer Kreis müsse erkennen, daß mit dem 10. Mai eine neue Zeit für Belgien begonnen habe und es mit der Macht mittelmäßiger Partei­größen und politischer Geschäftemacher endgültig vorbei sei. Die früheren Zwistigkeiten im Lande, die aus kulturellen und sprachlichen Verschieden­heiten herrührten, seien nun völlig zu begraben, wie Belgien von der Tyrannei der Parteien be­freit sei, so müsse es auch von einer geistigen Vor­herrschaft Frankreichs, sowie von einem intellek­tuellen Snobismus sich lösen, der in manchen Krei­sen noch vorhanden sei, aber einer neuen sozialen Solidarität weichen werde.

Wettbewerb statt Go'ddittatur!

Die Stunde ist nicht mehr fern,, in der England und mit ihm alle Welt erkennen werden, daß es mit jeder Macht am Ende ist, wenn der Glaube a n s i e aufgehört hat. Im Weltkriege war es Eng­land noch einmal gelungen, mit Hilfe der ganzen Welt, der farbigen Völker seiner Kolonien, Der finanziell von ihm abhängig gewordenen Staaten und vor allem durch die Unterstützung der Ver­einigten Staaten und deren Massen an Kriegs­material einen Scheinsieg über Deutschland davon­zutragen. Damit aber war der Kampf der beide« in Europa (und in seinen Auswirkungen auch in der ganzen Welt) in Wettbewerb stehenden Wirt­schaftssysteme nicht ausgekämpft. Die Entscheidung wird e r st jetzt fallen, und es besteht schon heute kein Zweifel, daß das Raubjystem Englands dem Ansturm der eine soziale und wirtschaftliche Neu­ordnung anstrebenden jungen Mächte Europas er­liegen wird.

In Wirklichkeit wird es sich um sehr viel rnefjU handeln, als um die endliche Abrechnung mit Eng­land und seine Entthronung, um mehr als das Ende des Weltmachttraumes der englischen Ober­schicht. Die Götzendämmerung betrifft grundsätzlich vor allem den bisherigen Herrscher der Welt, das Gold, und damit ist eine Wende der Zeiten herangekommen. Eine idealistische, sozialistische Welt­anschauung macht Schluß mit der materialistischen, nur-wirtschaftlich ausgerichteten, die allein im Besitz materieller Güter uno zuletzt im Besitz von Gold, des hochwertigen Metattes und wertvollsten und wertbeständigsten Tauschmittels, die notwendige Grundlage politischer Macht sah. Seit den Tagen von Babylon, Ninive, Aegypten, Griechenland und Rom, und bann seit der Glanzzeit des meerbeherr­schenden Venedig, der Reiche auf der Pyrenäen- Halbinsel, in denen die Sonne nie unter ging, deren Macht dann von den Holländern und schließlich von den rücksichtsloseren Engländern übernommen wurde, galt der Satz, daß der Besitzer der größten Schätze an Metallen und namentlich an Gold allen anderen überlegen war, weil er die Macht hatte und mit dieser die Welthandelsstraßen beherrschte. Alle an­deren Völker wurden dem Goldbesitzer tributpflichtig.

Wo diese überragende Macht ihren Sitz hatte.

Neue Angriffe aus London, Süd- und Mittel-England.

Umfangreiche Brände und Explosionen. Schwere Feindverluste durch besonders entwickelte Abwehrverfahren der Nachtjäger und Flakartillerie.

Der Wehrmachlsbericht vom Mittwoch.

Berlin, 2. Oktober. (DNB.) Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Luftwaffe griff am 1. und in der Nacht zum 2. Oktober wieder zahlreiche kriegswichtige Ziele in London fotvle in Süd- und Mittel- England an. Umfangreiche Brande und Ex­plosionen konnten beobachtet werden.

Teile einer Kampfgruppe unter Führung des Gruppenkommandeurs Major Hahn bombardier­ten in kühnem Tiefangriff trotz starker Flakab- wehr den Flughafen Pembroke-Earew, erzielten Treffer schweren Kalibers in den hallen, beschädigten eine Anzahl feindlicher Kampfflugzeuge durch Bomben und MG.-Feuer am Boden und kehrten ohne Verluste in ihren Heimathafen zurück. Andere Kampffliegerverbände griffen die Hafen- anlagen von Liverpool sowie die hafen- und Industrieanlagen von Manchester an und erreichten starke Brand - und Explosions- s ch S d e n. Ferner gelang es durch überraschenden Angriff einzelner Kampf Maschinen, ein Rüstungs­werk nördlich London und einen in der Nähe befindlichen Nachtflughafen mit Voll­treffern schweren Kalibers zu belegen.

Britische Flugzeuge wurden bei Tage weder über Reichsgebiet noch in den von Deutschland besetzten Gebieten beobachtet. Bei Nacht griff der Gegner

mit mehreren Flugzeugen eine Reihe von west­deutschen Städten an, wo an zahlreiche« Wohnhäusern starke Brandschäden verursacht wur­den.

Einige britische Bombenflugzeuge flogen über Norddeutschland auf die Reichshauptstadt an, wur­den hier aber durch das gutliegende Planfeuer der Flakartillerie aus ihrer Angriffsrichtung abge­drängt. Ostwärts Berlin warfen die britischen Flug­zeuge mehrere Brand- und Sprengbomben auf eine Ziegelei. Weitere Gebäude- und Personenschä­den wurden hier nicht angerichtet.

Die Verluste des Gegners am 1. Oktober und in der Nacht zum 2. Oktober belaufen sich auf 11 Flugzeuge, von denen 15 im Luftkampf, 1 von einem Nachtjäger und 1 durch Flakartillerie abge­schossen wurden. Zwei deutsche Flugzeuge werde« vermißt.

Dem Feinde sind in der letzten Zelt durch die besonders entwickelten Abwehrverfahren der Nacht­jäger und Flakartillerie schwere Verluste zugesügt worden. Er wurde saft überall an der planmäßige« Durchführung seiner Angrisssabsichlen gehindert.

Anflug britischer Nachtflieger auf Berlin abgeschlagen.

Berlin, 3. Ott (DNB. Funkspruch.) Einige bri­tische Flugzeuge flogen in der Nacht über Nord- deutschland gegen Berlin an, wurden aber durch das Feuer der Flakartillerie abgedrängt.

London brennt Tag und Nacht.

Wenn die Londoner nach einem deutschen Luftangriff ihre Keller verlassen, fallen ihre Blicke sofort auf die brennenden Industrie- und Dockanlagen im Osten der Stadt. Der Himmel über diesen Anlagen ist durck ein einziges von gewaltigen Bränden herrührendes Flammenmeer taghell erleuchtet. (Associated-Preß-MH