Moglndetaaii
Roman von Helene Kalisch
Copyright 1939 by Prometheus -Verlag Dr. Eichacker, Gröbenzell bei München
12 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Sie gehen in Kätes Wohnzimmer. Als er Platz genommen hat, sagt sie: „Entschuldige mich einen Augenblick, Hans, ich will nur meine Hausschürze abstreifen. Am Sonntag betätige ich mich nämlich mit Eifer im Haushalt, koche und bereite mir, was ich alltags nicht haben kann. Das macht mir Vergnügen!
..Bleibe nur so, Käte; das Hausfrauliche steht dir gut! Uebrigens wirst bu mich auch bald wieder los fein", sagt Bergholz. Aber er geht doch nicht so schnell.
Das Zimmer mit seinen alten gediegenen Möbeln ist ihm vertraut, wenngleich es jetzt doch einen etwas anderen Eindruck macht als früher. Einiges Neue hat sich dem guterhaltenen Alten unauffällig zugeordnet. Altmodischer Zierat ist verschwunden Dafür hat der Raum jetzt mehr em geistiges, hat er mehr Kätes Gesicht. Sie ist Lehrerin
Sie setzt sich in einen Rohrsessel nahe beim Fenster Er hat in der Zimmermitte neben dem runden Tisch Platz genommen. Bei den ersten Sätzen belanglosen Inhalts. die sie sprechen, hält sich eine frühere Vertrautheit noch scheu zurück. Käte mustert forschend den Iugendgefährten. Deutlicher als vorhin im Halbdunkel des Korridors und als neulich in der Avendbeleuchtung des Opernhauses erkennt sie eine Veränderung an ihm. Seine Gesichtszüge haben sich verschärft; müde und nervös blicken die Äuaen. „Ich finde, du siehst schlecht aus, Hans! Geht es dir gesundheitlich nicht gut?" fragt sie.
Er hat nicht verstanden, weil seine Gedanken seltsame hastige Zickzackwege laufen. Nur den besorgten Ton ihrer dunklen Stimme fängt sein Ohr aus. „Wie meinst du, Käte? — Ach so', nein, mir fehlt nichts. Wir haben nur die Nacht durchqe- bummelt."
Während ebttl Rede und Gegenrede halblaut und
rung üao tvesunderhaltung des oeutschen Volkes hin Von den zahlreichen Zuhörerinnen wurde dankbar begrüßt, daß ihnen auf so unmittelbare Weise durch den Fachmann die Augen für Vieles geöffnet wurden, von dem sie nur weniges kannten. Es wäre schön, wenn das dankenswerte Bemühen des Vortragenden seinen Lohn im praktischen Erfolg finden würde gfs.
Betriebssportfest bei 3- B. Holl.
Die Firma Ioh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken, Gießen, hielt am Sonntag in Gegenwart des KdF.- Kreiswartes Pg Schemel ihr diesjähriges Be- triebssportfest im Rahmen des Sommersporttages der Betriebe in ihrer Filiale Großen-Buseck ab. Die Gefolgschaften ihrer Betriebe in Beuern, Burkhardsfelden, Großen-Buseck und Gießen-Wieseck waren mit 30 v. H. der Gefolgschaftsstärke ange- treten.
Nach einem kurzen Appell marschierte die Gefolgschaft, die zum größten Teil aus Mädchen bestand, in ihrem schmucken Turnzeug von der Fabrik Großen-Buseck mit frohen Liedern bei herrlichem Wetter auf den Sportplatz Hier begannen die Mädels mit den vorgeschriebenen Gymnastikübungen, die zur größten Freude aller sehr gut klappten. Anschließend begaben sich die Mädels auf die Aschenbahn, um die 400 Meter zu bezwingen. Hierbei wurden keine Einzelleistungen verlangt, sondern ein einfacher Lauf in einer bestimmten Zeit, die noch unterboten wurde. Die männlichen Gefolg- schaftsmitglieder widmeten' sich unterdessen dem Wcitsprung, Keulenzielwerfen und dem Lauf. Auch hier wurden gute Leistungen gezeigt. Die Männer hatten weiterhin noch 800 Meter zu laufen und einige Freiübungen zu machen, die ebenfalls unter viel Freude und Humor ausgeführt wurden. Weiter mußten die Mädels noch mit verschiedenen Bällen eine bestimmte Weite erzielen, die auch lOOprozen- tig erfüllt wurde. Nach diesen Pflichtübungen führten die Mädels, sowie die Männer noch Gemeinschaftsspiele vor, die überall großen Beifall hervorriefen.
Gegen 12 Uhr war das Sportfest beendet und alle Beteiligten zogen frisch gestärkt an Leib und Seele und mit frohem Mut ihren Wohnungen zu, bereit zu neuen Aufgaben.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 3. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Vi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 6 bis 10, ausländische Eier 1114, Kartoffeln, % kg 5,2, 5 kg 52, Wirsing, Vi kg 7, Weißkraut 5, Rotkraut 8, gelbe Rüben 7, rote Rüben 8, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15 bis 18, (gelb) 20 bis 21, Erbsen 30, Tomaten 18, Zwiebeln 12 bis 14, Rhabarber 7, Frühäpfel 20 bis 25, Falläpfel 7 bis 8, Birnen 30 bis 45, Zwetschen 20, Mirabellen 25 bis 35, Renekloden 25, Blumenkohl, das Stück 15 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 1)4 bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5 bis 40, Rettich 10 Rpf.
*
* * Polizeistunde um 2 2.3 0 Uhr. Mit Wirkung vom heuttgen Tage ab ist die Polizeistunde für den Ortspolizeibezirk Gießen, einschließlich Bad-Nauheim und Friedberg, für alle Gast- und Schankwirtschaften auf 22.30 Uhr festgesetzt worden.
* * Verkehrssünder. In der Zeit vom 16. bis 22. August schritt die Polizei im Bereich der Polizeidirektion Gießen, einschließlich Bad-Nauheim und Friedberg, mit folgenden Maßnahmen gegen Verkehrssünder ein: gegen Kraftfahrzeugführer mit 2. Anzeigen, 7 gebührenpflichtigen und 1 gebührenfreier Verwarnung; gegen sonstige Fahrzeugführer mit 7 Anzeigen, 4 gebührenpflichtigen und 10 gebührenfreien Verwarnungen; gegen Radfahrer mit 42 gebührenpflichttgen und 13 gebührenfreien Verwarnungen; gegen Fußgänger mit 9 gebührenpflichtigen und 12 gebührenfreien Verwarnungen.
** D i e diesjährige Fünfzigervereinigung traf sich mit ihren Familienangehörigen om Sonntag auf der „Karlsruhe" zu einer schlichten Kaffee- und Kuchenfeier in Kriegsform. Der Vorsitzende ehrte in seiner Ansprache besonders die Frauen der Fünfziger und stellte noch einmal die Werte heraus, die der Gießener mit feinen Fünfzigervereinen verbindet, Werte der Volksgemeinschaft, des Heimatsinnes und echter Kameradschaft. Er dankte allen Helfern am Zustandekommen der einfachen Feier. Mit Absicht sehen die diesjährigen Fünfziger von großen frohen Festen ab, pflegen aber olle die Formen des Gemeinsinns, die der Krieg von jeder deutschen Gemeinschaft verlangt: Rotkreuz-1
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sien und
Westfalen mit 58 Punkten vor Düsseldorf 49, Hamburg 39, Berlin, 26, Franken 24, Mittelelbe 18 und Bayerische Ostmark mit 14 Punkten an.
Berliner Sieg im Wasserball.
Die Entscheidung im Wasserball wurde zwischen den Gebietsmannschaften von Berlin und Düs-
Bei den Sommerkampfspielen der HI. in Breslau wurden ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, ein Beweis' für den Hochstand der sportlichen Leistung unserer Jugend mitten im Kriege. Unsere Bilder zeigen links eine „Traube" aus dem aufregenden Fußballspiel Niederrhein — Mittelelbe; rechts bie begabte Irene Fritsche (Leipzig) beim Wettbewerb auf der Rollschuhbabn. — (Schttner-M)
spende, Dankessendungen an Die im Felde stehenden Kameraden und Angehörige von Mitgliedern. Die Ansprache gipfelte in der zuversichtlichen Hoffnung auf den siegreichen Ausgang des Krieges. Freudig stimmten die Teilnehmer in das zum Schluß ausgebrachte „Sieg-Heil^ auf Führer, Volk und Vaterland ein. Es wurden noch verschiedene Spenden bekanntgegeben. Viel bewundert wurde die von Kamerad Bergan gestiftete, von Kamerad Schmidt künstlerisch entworfene Tischstandarte, um die sich samstags alle Kameraden scharen wollen, die gern im Freundeskreise eine Stunde der Erholung suchen. Die nächste Monatsversammlung ist als Fahnenüber- gäbe in einfachster Weise in Zusammenarbeit mit den Vorständen der letzten 10 Fünfzigerjahrgänge'geplant.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen.
+ Grünberg, 2. September. Am Sonntugnachmittag fand auf dem Turnplatz hinter der Turnhalle eine Luftschutzübung statt, die von dem LS.-Führer Schornsteinfegermeister Wagner und dem als Ausbilder wirkenden Berufsschullehrer K r ö h l e geleitet wurde. Durch eine Luftschutzgemeinschaft eines Blockes wurde gezeigt, wie man ein durch eine Brandbombe entfachtes Feuer wirksam mit Feuerpatsche, Handspritze und Wassereimer bekämpfen kann, ebenso die Unschad-
Westfalen je 33 Punkte. Es folgen Sachsen mit 31, Thüringen und Köln-Aachen mit je 25, Niedersachsen mit 20, Pommern und Mittelelbe mit je 17 Punkten. — Die Obergaue des BDM. führt
। seldorf ausgetragen. Die Reichshauptstädter siegten glatt mit 4:1 (2:1).
Günther und Lotte Tegetmeier.
Im Tennis-Endspiel des BDM.-Einzels mußte sich die vorjährige Meisterin Eva Fuchs (Berlin) eine Niederlage gefallen lassen. Sie wurde von Lotte Tegetmeier (Düsseldorf) in zwei Sätzen 6:3, 6:3 geschlagen. Am erfolgreichsten war der Wiesbadener Jürgen Günther (Hessen-Nas- s a u). Er gewann das HJ.-Ein^el glatt gegen den Badener Potaß 6:2. 6:1 und zusammen mit seinem Kameraden Feßler das Doppel mit 6:3,6:3 gegen Merz-Poteß (Baden). Im BDM-Doppel wiederholten Fuchs-Suren (Berlin) ihren Vorjahressieg über Brunner-Ceconi (Salzburg) mit 6:2, 7:5.
Süddeutsche Sieger im Rollschuhlauf.
Recht gute Leistungen gab es im Rollschuhkunstläufen. Sehr erfolgreich schnitten hierbei die hessischen Jungen und Mädel ab.
HI.: 1. W. Stephan (Kurhessen) Platzziffer 9, 107,9 Punkte; 2. R. Stein (Franken) 12/184,4; 3. R. Unger (Franken) 14/185. BDM.: 1. Lotte Kortendieck (Westfalen) 205,6; 2. A. Horn (Hessen- Nassau) 199,1; 3. W. Schäfer (Hessen- Nassau) 190,18. Pa ar lauf BDM. — HI.: 1. Irma Fischlein-Lothar Müller (Hessen-Nas- s a u) 5/10,16; 2 Hemann-Brückner (Mittelland 15/8,1.
Gehmann Jugendmeister im Schießen.
Deutscher Jugendmeister im Kleinkaliberschießen auf 60 Schuß unter militärischen Bedingungen in den drei Anschlagarten wurde der Württemberger G e h m a n n mit 675 Ringen vor Voigt (Thüringen) mit 640 und Schwei kart (Baden) mit 639 R.
Das Endspiel im Fußball
fand zwischen den HJ.-Mannschaften der Gebiete Ruhr/Niederrhein und M i t t e l e l b e statt. Ruhr/Niederrhein siegte nach ausgeglichenem Kampf mit 3:0 (1:0), wobei der zahlenmäßig klare Erfolg durch zwei Treffer in der letzten Viertelstunde sichergestellt wurde.
Zwei handballmeisler des BD21L
Zwei Titel wurden im Handball des BDM. vergeben. Württemberg und Ost land trennten sich unentschieden 2:2, doch wurde auf eine Wiederholung verzichtet und beiden Mannschaften die Meisterwürde zuerkannt.
Gute Leichtathleten.
Hervorragend waren die Leistungen bei den entscheidenden Leichtathlettkwettbewerben. Besonders hervorgehoben zu werden verdient der Sieg des Hitlerjungen Licha (Franken) über 100 Meter in 11,0 Sek., der in den Vorkämpfen mit 10,9 die weitaus beste Zeit erreicht hatte. Die Ergebnisse: HI. 100 Meter: 1. Licha (Franken) 11,0. 4 0 0 Meter: 1. Schäfer (Kurhessen) 50,4. 800 Meter: 1. Peine (Niedersachsen) 1:57,8. 110 Meter Hürden: 1. Brinkmann (Württemberg) 14,8. Hochsprung: 1. Uhrig (Franken) 1,82 Meter; 3. Munding (Hessen-Nassau) 1,75. Weiterung: 1. O. Müller (Westmark) 6,67 Meter. Dreisprung: 1. Munding (Hessen-Nas- s a u) 13,93 Meter. Kugel st oßen: 1. Fonfara (Danzig) 14,72. Speerwerfen: 1. Koschel (Berlin) 55,80. Keulenweitwurf: 1. Herwig (Bran, benburg) 79,23. 4 X 100 ÜReter: 1. Gebiet Westfalen 44,1. 1 0 X V- R u n b e : 1. Berlin 5:06,8.
BDM. 100 Meter: 1. Hothum (Schwaben) 12,5; 2. Jockel (Hessen-Nassau) 12,5. 80 Meter Hürden: 1. Hothum (Schwaben) 12,1. Hochsprung: 1. Mentzel (Berlin) 1,48. Weit- s p r u n g: 1. Prade (Subetenland) 5,26. Speer: 1. Füg (Hessen-Nassau) 36,92. 4 X 100 Meter: 1. Obergau Hamburg 50,9; 3. Hessen- Nassau 51,1.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit ber Schriftleitung.)
W.H. Gießen. 1. Die neue Kleiderkarte gilt ab 1. September 1940. — 2. Wenn Sie im August einen Anzug auf die alte Kleiberkarte gekauft haben und auf b i e s e r Karte noch bie genügende Anzahl von Punkten vorrättg hatten, dürfen für einen An- Zug nur 60 Punkte abgetrennt werden. Hatten Sie aber beim Anzugkauf im August auf der alten Karte nicht mehr genügend Punktwerte (60) und haben-'infolgedessen die neue Kleiberkarte beim Kauf als ergänzenden Ausgleich zu Hilfe nehmen muffen, so sind die auf ber neuen Kleiberkarte vor- geschriebenen Punktwerte, nämlich 8 0 , abzutrennen. Die alte Kleiberkarte — die neben der neuen noch bis zum 31. März 1941 Glllttgkeit hat — kann also zum Kauf eines Anzuges mit 6 0 Punkten bis 31. März 1941 benutzt werden, wenn auf der alten Karte diese 60 Punkte noch vorhanden sind.
lichmachung noch nichl gezündeter Bomben durch alsbaldiges Abdecken mit Sand. Erläutert würben die Beschaffenheit des Luftschutzraumes und feine Ausstattung, ebenso auch die notwendigen Gerate zur Feuerbekämpfung. Besonders eingehend wurde auch auf das Verhalten bei Luftangriffen und Fliegeralarm hingewiefen. Zum Schluß fand eine Besichtigung eines vorbildlich eingerichteten Luft- schutzraumes im Keller der Volksschule statt.
* Villingen,2. Sept. Das E i s e r n e K r eu z 2. Klasse wurde an folgende Söhne unserer Gemeinde verliehen: Heinrich Zimmer, Unterofsl- zier in einem Infanterie-Regiment; Richard Pa ul, Unteroffizier in einem Infanterie-Regiment; Walter Diehl, Unteroffizier in einem Pionier-Bataillon; Walter Diehl, Obergefreiter auf einem U-Boot.
Kreis Friedberg.
F r i e d b e r g, 2. Sept. In der W e t t e r a u gab es in diesem Jahre eine zweimalige E r b s e n - ernte, eine seltsame Naturerscheinung. Die alten Pflanzen trieben noch einmal neu auK, setzten Bluten an und liefern zur Zeit eine abermalige volle Ernte.
Schweinemarkt in Ridba.
* Nidba, 2. Sept. Auf bem heutigen Schweinern a r k t standen 693 Ferkel zum Berkaus. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 14 bis 16 RM., 6 bis 8 Wochen alte Tiere bis 23 RM., 8 bis 10 Wochen alte 24 bis 26 RM. pro Stück. Das Geschäft verlief langsam, es verblieb geringer Ueberstanb.
'“■"liele ber Hl.
mark führte bei ber Pause mit 3:2, aber beim Schluß ber regulären Spielzeit ftanb bas Treffen 8:8, in ber Verlängerung schoß Sachsen bas ent= scheibenbe Tor unb wurde mit 9:8 Jugendmeister.
Die 3. Sommer-Kampfspiele wurden am Sonntag in Breslau zu Ende geführt.
lllli Schröder dreimal Jugendmeister.
Mit seinem Sieg über 100-Meter-Kraul in 1:02,2 iRinuten ist Ulli Schröder (Köln-Aachen) mit drei Titeln b'er erfolgreichste Jugendschwimmer. lieber 100-Meter-Brust siegte Manfred Laskowski (Pommern) überlegen in 1:11,2. Zwei Meisterschaften gewann Inge Schmidt (Hamburg) unb auch List Weber (Bayerische Ostmark) trug zwei Titel bavon.
An ber Spitze ber Gebiete steht im Schwimmen Berlin mit 54 Punkten vor Baben 42, Schle-
2)er Samstag war bei ben Sommer-Kampfspielen ber Hitler-Jugend in Breslau ber erste Großkampftag. Im Beisein bes Reichssportführers von Tschammer unb Osten, bes Reichsjugenb- sührers Artur A x m a n n unb bes Stabschefs ber SA. Viktor Lutze, fielen in ber Schlesier-Kampfbahn bie ersten Entscheidungen in ber Leichtathletik.
Jungvolk auf Rollschuhen.
Gerda Fischer (Westfalen) holte sich mtt Platzziffer 6 unb 92,1 Punkten den Sieg bei den Jung- mädeln, Fred Emanuel (Westfalen) war mit Platzziffer 5 und 96,7 Punkten bei ben Pimpfen erfolgreich.
. heiße Kämpfe im Schwimmbecken.
. Bei den Hitlerjungen wartete ber Thüringer Heinz Gold im Brustschwimmen mit einer glänzenden 200-Meter-Zeit auf; er siegte in 2:47,8 Minuten. Doppelsieger würbe Günter D ü w e l (Niedersachsen), der das Kunst- und Turmspringen gewann. Bei ben Möbeln waren u. a. List Weber (Bayer. Ostmark), Inge Schmibt (Hamburg), Olga Eckstein (Westfalen) unb Erika Wettengel (Sachsen) bie Siegerinnen bes Tages mit durchweg erstklassigen Leistungen.
Sachsen Handballsieger.
Das Handball-Endspiel der HI. sah zwei gleichwerttge Mannschaften im Kampf. Nord-
3n Käte Weber wehrt sich unmutig etwas dagegen, Bekenntnisse anhören zu müssen. Niemals bisher hat Hans zu ihr über seine Frau gesprochen außer in ein paar flüchtigen, allgemeingehaltenen Bemerkungen. Es kommt ihr jetzt so unerwartet, daß fie verwirrt ist und nicht weiß, was sie erwidern soll.
k rJS h°^"ut fort, als spreche er zu sich selbst: „Bisher hatte sie nie Ursache dazu unb — hat sie auch jetzt noch nicht."
Ihre Augen begegnen sich, unb nachdrücklicher W „Es ist wirklich so, Käte! - Au
tadjelft? Ich gebe ohne weiteres zu, daß mich das Erlebnis, die Begegnung mit ber berühmten Künst- lerm, ein bißchen aufgepulvert hat. Vielleicht ist das alles ein wenig lächerlich? Aber ich möchte mal wissen, wer von uns nicht seelisch an Mangelkrank- ? ®er ni^t heimlich nach dem Traum- blw sucht, das eigentlich nichts als Notwehr unserer Schwache und bie Sehnsucht nach der Dollkommen- hett ist. Sieh mal, ich habe in ben letzten Tagen gar JmÄhü b!efe ^egegnung gedacht. Wie hinter einem Vorhang lag das alles — bis heute, bis jetzt wo ich zu dir darüber spreche." 9
Käte hebt die Hand zu ihrer Wange, ihre Finger ziehen deren schmale und doch weiche Form nach.
n11 uin siHeres Verständnis für bie schwei- fenbe Unruhe unb Friedlosigkeit des Mannes Sie merkt hinter ben Worten fein tastendes Suchen nach LTS ?nö- fie "uh das Seltsame zugeben, baß diese Worte wie ein Echo eigener schmerzvoller «S&Tw'S “""«f '"»»> -» -
^otz deines gelegentlichen Traumbilb- unb ÄtorÄ*’ “ u”1 * * *
satz von Bitterkeit enthält, und zwar für ibn io- w°hl aIs ?uch für Käte. Sich vom Stuhl erhebend
mtA" PaSrr bch""e hin und her. Sie folgt 1 rnrJ?U<.9Cn' um bie ein Lächeln spielt
S-S«? Ä
Er bleibt stehen. Das Licht vom Fenster spiegelt sich m feinen Brillengläsern, sie kann ben Ausbruck ber Augen bahinter nicht erkennen. „Sehr schmeichelhaft, Kate, wie bu mich siehst: als rettungslosen Philister mit frühzeitig beginnenber Verkalkung, nicht
wahr? — Sehr reizvoll, so unerwartet Aufschluß über sich zu erhalten!"
Es geht wie ein Schatten über ihre Miene, die einen Augenblick lang streng unb verschlossen aus- lebt „Du bist empfinblich unb verstehst absichtlich falsch.
. setzt sich wieder, senkt den Kopf und sagt be- "Entschuldige, Käte! Ich bin in keiner guten
-öerfaflung. Ich leide an mir selber und bin daher
ungerecht gegen andere. Ob bas alles von dieser
etwas abenteuerlichen Geschichte herrührt, möchte ich
bezweifeln. Aber in letzter Zeit sehe ich alles so
9^uufam deutlich sehe mein Leben so hoffnungslos verschüttet .. . Man plagt sich und arbeitet tagaus, streitet und kämpft zwischendurch um ?YÄFeit£n; man hat die Mahlzeiten, den Skat- tisch, die Frau ... Man wird dabei stumpfer unb N"?m?n vom Alltag zerrieben wirb und leistet keinen Widerstand mehr. Man geht ein- fach vor die Hunde!" 1
y K°pf. „Sag mal, Hang - ly,“5 * * * ber Hauptsache Katerstim.
Unf“ aUer Leben ist nun mal o eingerichtet, daß es viel non unserer Kraft zur Ueberwindung der kleinen Plagen und Schwierig, ^.ten verbraucht. Darunter leiden wir alle. Jeder mußd sehen, w,° er es fdjafft; da hilft einem nie- hn^fn?/™ »uMmmend und blinzelt hinter den Bril- lenglafern „Da hast bu deine Zurechtweisung" bentt er. Was soll sie ihm auch weiter sagen? Alles Er^ beeninnTennen’ ihre menschliche Teilnahme, k beginnt, von anderen Dingen zu sprechen unb fragt nach ihren Plänen für ben Winter Sie erzählt b/e W°ihnachtsffri7n im SchmÄz.
s1 Wintersport 3" verbringen. „Da möchte ' be9rftIrxSei-ne ^gen leuchten auf. „(Sport!
'st's bei mir leiber vorbei."
fnnf fragt sie erstaunt. „Bist bu so
faul geworben? Du warst doch ein eifriger Wassersportler! Segelst bu nicht mehr?" 10 11
(Fortsetzung folgt)
am Aeußerlichen haftenb hin unb her gingen, ist vor seinem Geiste in Minutenschnelle ber Film seines Lebens rückwärts gelaufen. Ebenso wie heute hat er vor Jahren oft hier gesessen, wenn er mit irgenbeiner Ratlosigkeit kam, in Schulnöten war ober seiner Mutter gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte. Immer hatte es sich bann als gut unb nützlich erwiesen, es mit Käte zu besprechen.
’ Er seufzt; bas ist lange her. Ob man auch jetzt noch ...? Aber wie kommt er zu solchem Ansinnen, olchen ungerechtfertigten Ansprüchen? Obwohl er ich bi es vorhält, hat er boch bas ganz sichere Ge- ühl, baß Käte ihm niemals im Leben innerlich remb werben könne Er bringt jetzt seine Entschuldigung für sein Verhalten am Dienstagabenb nach Schluß ber Oper an: baß er nicht auf sie gewartet habe, um sie nach Hause zu begleiten
Sie weist es lächelnb zurück. Es sei nur gut, baß er sich ihretwegen nicht aufgehalten habe, sie sei aleich mit chrer Kollegin zur Autobushaltestelle gelaufen.
Er nickt, schaut versonnen brein unb erzählt ihr bann von seinem Erlebnis bes gleichen SIbenbs.
Käte verbirgt ihr Befremben. „Deine Frau weiß nichts bavon?" fragt sie, als er seinen Bericht be» enbet hat.
„Doch! Ich wollte es ihr gleich beim Nachhause- kommen erzählen, aber sie schlief Später war bann allerlei Aergerliches babei; es gab Streit, wie leiber oft bei uns "
„Hm, wenn du ihr bein Erlebnis fo gefchilbert hast wie eben mir, wundert mich bas nicht, auch wenn sie nicht besonders eifersüchttg ist."
„Ich habe es natürlich nicht so erzählt Zu Erna kann ich nicht so sprechen wie zu bir "
Käte runzelt die Brauen und menbet ihr Gesicht, bas unter einer jähen Röte aufbrennt, bem Fenster zu
Bergholz stützt bas Kinn in bie aufgelehnte Hanb, feine Augen folgen ben Linien bes Teppichmusters. „Unb bann", fährt er fort: „Die Eifersucht meiner tfrau ist ein Kapitel für sich! Sie ist ganz bavon bui chtränkt — von ber leibigen, unvornehmen Sucht ber Menschen, bie ewig voll Mißtrauen gegen ben anbern Jinb, hinter jeher kleinen Unerklärbarkeit fchulbvolle Heimlichkeiten wittern, immer mit Vorwürfen geladen sind."


