stungsfähigkeit der RAF.-Helben ihre eigenen Erfahrungen gemacht haben. Auch die anderen eng» lischen Organe bringen es immer noch fertig, die tollsten Geschichten über die ßuftangriffe auf Berlin zu verbreiten. So meldete der britische Funk am Sonntagabend, daß das Ziel der Angriffe Rüstunas- werke und Flugplätze in und um Berlin gewesen seien und daß „ein im Westen Berlins gelegenes Elektrizitätswerk sowie eine Flugzengmotorenfabrik im Nordwesten ersolgreich mit Bomben belegt" worden seien.
Die Berliner, die ja in chrer eigenen Stadt Bescheid wissen, können sich darauf ihren Vers machen. Sie wissen nun endgültig, was von den Erzählungen der englischen Piloten, zu halten ist, deren „Ehrenwort" ja oem englischen Luftfahrtministerium und dem Reutsrbiü-o genügen, um daraus ihre offiziellen Berichte zu machen. Genau so wie die „vernichteten Rüstungswerke" in Berlin kommen auch die „siegreichen LuftkSmpfe" der RAF. mit ihren Phantasieziffern zustande, nämlich durch einfache Schwinoelberichte, die sich die feinfühligen Gent- lemen der „Königlichen" Luftwaffe aus den Fingern saugen.
Wie es bei uns in Deutschland ausfieht, wissen wir. Wie es in dem vom vaufenlosen Bombenhagel unserer Luftwaffe heimgesuchten England aussieht, darüber sind sich nicht einmal die britischen Zeitungen und Amtsstellen einig. Während Reuter in einer Betrachtung zum Jahrestag des Kriegsausbruches meint, daß der „Luftalarm für die Engländer jetzt viel weniger Schrecken hat als zu Beginn des Krieges", und der Erzbischof von Canterbury den Amerikanern erzählt, die erstaunliche Geschicklichkeit und Tapferkeit der englischen Flieger habe „jeden Angriff zurückgeschlagen", wird in anderen Kommuniques zugegeben, daß die deutschen Flugzeuge schon „beträchtlichen Materialschaden" und ,/eine große Anzahl von Bränden" heroorge- rufen sowie „viele Industrieanlagen zerstört" hätten. Der „Eoening Standard" gibt unumwunden zu: „Hitler hat einen großen Teil der britischen Industrieproduktion lahmgelegt, und in den Zonen, die von den deutschen Bombern heimgesucht werden, ist das häusliche Leben vollkommen oder teilweise gestört, weil die Bürger des Schlafe beraubt werden." Damit stimmt der Bericht des Korrespondenten der spanischen Zeitung „ABC" überein, der erzählt, daß er in den Londoner Straßen viele Leute mit übernächtigten Gesichtern sah, die sich vor Ueber- müdung kaum auf den Beinen halten konnten, und daß die Nerven der Londoner Bevölkerung bereits heftig angegriffen seien. Wir unserseits können den Londonern nur versickern, daß ihre Nervosität und ihr Mißmut in dem selben Maße wachsen, wie unsere Ruhe und Zuversicht zunehmen werden.
H. Evers.
Neue Greuellüge Churchills.
San Sebastian, 2.September. (DNB.) Seit Sonntag bearbeitet die englische Reuteragentur die neutrale Oeffentlichkeit mit einer neuen üblen Greuellüge. Es wird behauptet, ein englischer Dampfer mit evakuierten Plutokraten kind er n an Bord sei auf der Fahrt nach Kanada von einem deutschen U-Boot torpediert worden. Bezeichnenderweise wird der Name dieses Schiffes verschwiegen. Schon daraus, wie auch aus anderen mysteriösen Begleitumständen geht hervor, daß Churchill einen neuen Coup gestartet hat, um jenseits des Ozeans den deutschen Gegner in Verruf zu bringen. Es ist doch sehr verdächtig, daß alle Kinder gerettet rootöen sein sollen. Schon daraus kann man schließen, daß der Schiffsuntergang ein Theater gewesen ist. Churchill hofft immer noch, durch eine solche Greuellüge in den Vereinigten Staaten moralisch den Boden für spätere materielle Hilfe vorbereiten zu können. Das allein ist der Zweck dieses unerhörten Manövers.
Oie Kriegshetze in LlGA.
Neuyork, 2. September. (DNB.) Anläßlich des Jahrestages des Kriegsausbruches bringt die Neuyorker Presse eine Aufzählung der langen Kette der deutschen Waffenerfolge. Die Zeitungen suchen sich damit zu trösten, daß der Krieg trotz der unerhörten deutschen Erfolge noch nicht zu Ende ist. England sei noch übriggeblieben. „New York Herald Tribüne", die dem neuen Deutschland stets ablehnend gegenübersteht, gibt zu, daß das zweite Kriegsjahr ebenso große Ueberraschungen wie das erste bringen könnet Die Hauptfrage sei heute nicht mehr die der Reorganisierung der Welt — das könne jetzt nicht mehr verhindert werden —, sondern welche Hände von der Weltgeschichte damit betraut würden. Dies stehe im zweiten Kriegsjahr zur Ent- scheidung. Die „New Port Times" gesteht, Frankreichs Zusammenbruch habe endgültig den Irrtum der Denkweise vom September 1939 bewiesen. Frankreich wie England hätten wissen müssen, wie ungeheuer stark Deutschland ist, und in den Vereinigten Staaten hätte man wissen müssen, wie schwach im Vergleich dazu die Westmächte waren. Die „New Port Times" fragt mit sichtlichem Zweifel, ob England und Frankreich vor Jahresfrist den Krieg entfacht hätten, wenn sie Kenntnis der kommenden Ereignisse gehabt hätten.
„New Porr Enqirer" sagt, die anglophilen USA.» Kreise verdoppelten ihre Anstrengungen, um die Vereinigten Staaten in den nächsten Wochen in den Krieg hineinzuzerren. Diejenigen in Washington, die mit der noblen Aufgabe beschäftigt seien, die Demokratie im Ausland zu retten, im Inland aber zu vernichten, sind dabei, Mitglieder des Senats und des Unterhauses daraufhin zu sondieren, ob der Kongreß zu einer Kriegserklärung zu bewegen ist. Die Vereinigten Staaten gingen in den nächsten Wochen kritischen Zeiten entgegen, obwohl der Wahlerfolg des nicht interoentionistiscken Senators Hiram Johnson als deutlicher Ausdruck des Wunsches des USA.-Volkes sei, dem Krieg fernzubleiben.
Neuorganisierung der Verteidigungsindustrie in USA Washington, 3. Sept. (Europapreß.) Don den militärischen Sachverständigen wird mitgeteilt, daß der Plan nun fertiggestellt ist, die Industrie, die für die Landesverteidigung arbeitet, auf fünf i ni I n - land gelegene Gebiete zu verteilen, die mindestens 250 Meilen von den Grenzen und den Küsten entfernt sein müssen. Ferner ist festgelegt worden, daß bei der Einberufung der Nationalgarde alle diejenigen Personen nicht herangezogen werden sollen, die als Fachleute in der Verteidigungsindustrie arbeiten.
Das neue argentinische Kabinett.
Buenos Aires, 2. Sept. (Europapreß.) Das neue argentinische Kabinett wurde durch Vizepräsident Ramon S. Castillo gebildet. Innenminister .ist Miguel A. Culaciatta; Außenminister Dr. Juilo
A Roca, Kriegsminister Juan N. Tonazzi, Marrye- minister Mario Fincatti, Finanzminister Fredenco Pinedo, Minister für Landwirtschaft Daniel Amadeo y Didela, Minister für Justiz- und Unterricht Guillermo Rothe, Minister für Bauten Salvator Ona. Das neue Kabinett wird am Dienstag vereidigt. Der neue Kriegsminister, Brigadegeneral T o - nazzi, war Mitglied der dritten provisorischen Regierung des Generals Ios6 F. Uriburu. Der neue Marineminister, Konteradmiral Fincatti, ist zur Zeit Chef des Marinegeschwaders. Landwirtschafts- Minister Amadeo y Videla war konservativer Abgeordneter. Justiz- und Unterrichtsminister Rothe ist nationaldemokratischer Senator. Er hatte das gleiche Amt bereits unter der Regierung Uriburu inne.
Deuisch-russischer Vertrag über die Nechtsverhättnisse an der Kreuze.
Berlin, I.Sept. (DNB.) Am 31.August 1940 ist in Berlin ein Verttag z wi s ch e n d e m D e u t - sch en Reich und derUdSSR. über die Rege- lung der Rechtsverhältnisse an der Grenze unterzeichnet worden, die durch den deutsch-sowjetrussischen Grenz- und Freundschaftsver- trag vom 28. September 1939 festgelegt worden ist. Die Verhandlungen verliefen im guten Einverneh
men und wurden im Verlauf eines Monats> zu einem erfolgreichen A b f ch l u ß gebracht. Den Vertrag unterschrieb im Namen der Relchsreglerung der Gefandte von Saucken und der Mlnisterial- rat Dr. C o n r a d , in Bevollmächtigung der Reale- runa der UdSSR. Aleander Michajlowitsch A e- rung der UdSSR. Alexander Mickjailowttsch A l e - j e w.
Englische Bomben auf Schweizer Gebiet.
Bern, 2. Sept. (Europapreß.) Der Armeestab teilt mit: ,Ln der Nacht zum 2. September überflogen wiederum fremde Flugzeuge W^Wr\\a)e5 Hoheitsgebiet. An zahlreichen Orten der WestAweiz und in St. Gallen ertönten zwischen Mitternacht und 1 Uhr früh die Alarmsirenen. Bei Au (St. Galle n) wurden einige Bomben auf offenes (Selatwe obgeworfen. Personen wurden nicht verletzt. Im St. Gallener Rheintal eröffneten die Truppen das Abwehrfeuer gegen die fremden Flieger. Aus den Umständen geht klar Hervor, daß es sich um englische Flieger handelt, die sich nicht mehr damit begnügen, die schweizerische Lufthoheit zu verletzen, sondern nun dazu übergegangen sind, die friedliche Bevölkerung zu bombardieren.
Die Durchführung des Wiener Schiedsspruches.
Am 5. September beginnt der Einmarsch der ungarischen Truppen in das abgetretene Gebiet Siebenbürgens.
Budapest, 2. September. (Europapreß.) Aus Debrecen melden die Blätter, die ungarisch-rumänische gemischte Kommission habe in Verhandlungen, die vom Sonntag 17.30 bis Montagmorgen 3.30 Uhr dauerten, die Fragen der Gebietsüber- gabe bereinigt. Der Einmarsch der ungarischen Armee beginnt am 5. September und wird am 13. Septeinber abgeschlossen. Der Einmarsch beginnt am 5. auf der ganzen bisherigen gemeinsamen ungarisch-rumänischen Grenze mit Ausnahme des Abschnittes um Großwardein, wo erst am 6. September der Einmarsch beginnt. Am 5. September rückt die ungarische Honved i n Marmarossziget und Szathmar ein, am darauffolgenden Tag, 6.September, in Groß- wardein und gelangt dann in verschiedenen Etappen am 11. September nach Klausenburg. An den letzten beiden Tagen wird der Einmarsch in dem südöstlich gelegenen Szekler-Gebiet vollendet. Die ungarischen Delegierten begaben sich von Debrecen im Kraftwagen nach Großwardein und sind nach Abschluß der ersten Besprechung nach Debrecen zurückgekehrt. — Die Bereinigung der Dermögensfragen erfolgt in einer Sitzung der gemischten Kommission.
Aus Bukarest sind 500 Autobusse nach Siebenbürgen obgegangen, die beim Abtransport der Behörden eingesetzt werden. In Bukarest wurde infolgedessen der Autobusverkehr vorübergehend eingeschränkt. In Klausenburg wurde eine gemischte ungarisch-rumänische Bürgerwehr gebildet, die zunächst 100 Mann stark ist und unter Leitung des rumänischen Dizebürger- meisters S a v u steht. Sie soll bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und der reibungslosen Durchführung ber Räumung mitwirken.
Die Sicherheit des neuen Rumänien.
,Bon der stärksten Militärmacht garantiert.,
B u t a r e ft, 2. Sept. (DNB.) Nach der Rundfunk- anfprache des Außenministers Manoilescu gab auch der zweite Delegierte Rumäniens in Wien, Gesandter D a l e r Pop, im Rundfunk Erklärungen über den Wiener Schiedsspruch ab. Gesandter Baler Pop, der auch der Delegierte Rumäniens bei den Verhandlungen inTurn-Severin mit den Ungarn war, erklärte, dort hätten die Forderungen Rumäniens und die Forderungen Ungarns einander gegenüber- gestanden. In Wien konnte Rumänien sich zwar für ein kleineres Rumänien entscheiden, dessen Grenzen aber von der stärksten Militärmacht garantiert würden. Er habe in Wien zwar nicht unterzeichnet, müsse jedoch klar sagen, daß, wenn er allein für Rumänien die Entscheidung hätte fällen müssen, er nicht anders gewählt hätte. Jeder Rumäne hätte in dieser Lage bei genauer Kenntnis der Tatsachen diesen Entschluß fassen müssen. Weiter erklärte Pop, daß Rumänien etwa 4 2 0 0 0 Quadratkilometer mit 1.2 Millionen Ru- mänen verliere. Rumänien dürfe in Zukunft nie mehr eine gefühlsmäßig bestimmte Politik betreiben. Die Nation werde im Schutze der nunmehr
gesicherten Grenzen an die aufbauende Arbeit und die Erneuerung gehen. So auch sei die Zukunft der Volksgenossen außerhalb der Grenzen gesichert.
Die offiziöse „Romani a" erklärt, die schmerzlichen Ereignisse, die Rumänien betroffen hätten, verlangten von allen Rumänen die seelische Kraft, sich über die Bitternisse des Augenblicks zu erheben. Dor allem müsse man von jedem Verständnis verlangen, daß die Umstände stärker als der Wille Rumäniens gewesen seien, und daß die Verhältnisse keine an bere Entscheibung als bie von der Staatsführung getroffenen erlaubt hätten. Indem sich das rumänische Volk dem harten Schicksal beuge, solle es sich die Hoffnung bewahren, die ihm die Tatsache gewähre, daß das Land nunmehr in einen Zeitabschnitt klarer Sicherheit eingetreten fei. Niemand solle seine Besonnenheit verlieren.
Die Suddobrudscha.
Bor Untexzeichnung
des rumänisch-bulgarischen Vertrages.
Sofia, 2. Sept. (Europapreß.) Der Führer der bulgarischen Abordnung in Craiova, P o m e n o f f, ist aus Vidin mit neuen Anweisungen der bulgarischen Regierung an den Verhandlungsort zurück- gekehrt. Der Ministerrat hat beschlossen, einen r u - rnänischen Kompromißvorschlag bezüglich der Evakuierung der Süddobrudscha anzunehmen. Der Vorschlag sieht vor, daß die Räumung am 2 0. September beginnt. Am 21. September sollen die bulgarischen Truppen einmarschieren. Die Rückgliederung der Bulgaren aus der Nord^Dobrudscha soll binnen zwei Monaten vor sich gehen. Der bulgarische Rundfunk hat am Sonntagabend eine amtliche Meldung durchgegeben, in der die bevorstehende Unterzeichnung des Vertrages mit Rumänien cmge- kündigt und gesagt wurde, entgegen anderslautenden Gerüchten habe die bulgarische Regierung einen klaren Standpunkt eingenommen, auf dem sie auch beharren werde.
Das Scho in Jugoslawien.
Belgrad, 2. September. (DNB.) Zum Wiener Schiedsspruch bemerkt die halbamtliche „23 re m e": Die deutsche und die italienische Außenpolittk feien seit Kriegsbeginn ständig bestrebt gewesen, auf dem Balkan und im Doimuraum eine friedliche normale wirtschaftliche Entwicklung zu sichern. Auch der Wiener Schiedsspruch diene diesem Zwecke. Die von den Achsenmächten gegebene Garantie bilde, eine wichtige Tatsache in der gegenwärtigen allgemein unruhigen Atmosphäre. Von europäischer Bedeutung sei ferner die Erklärung des Reichsaußenministers, daß damit die letzte territoriale Frage im Dona u r a u tn erledigt fei. Auch für Jugoslawien habe der Wiener Schiedsspruch „oße Wichtigkeit, da er die Erhaltungdes Friedens in Südosteuropa bedeute und somit die Interessen Jugoslawiens mit denen der Achsenmächte übereinstimmten.
Sprung in Vie Nacht.
Das Erlebnis einer deutschen Augzeugbesahung.
Don Kriegsberichter Harald Wachsmuth.
DNB. ..., 2. 9. (PK.) Seit Stunden stehen wir auf dem Flughafen, von dem aus Maschinen um Maschinen gestartet waren, um in nächtlichen Angriffen englische Flugplätze und Nachschublager anzugreifen. Ein Flugzeug nach dem andern kehrt zurück, aber d i e „M a r i e" fehlt noch immer. Als wir selbst gegen Morgengrauen keine Nachricht vom Verbleib des Flugzeuges haben, schwindet unsere Hoffnung, die Rückkehr der Besatzung scheint aussichtslos. Es ist 10 Uhr vormittags, ein Telephonanruf aus irgendeinem kleinen flandrischen Dorf. Zu unserer großen Freude meldet sich unsere Besatzung gesund und munter zurück: sie war nach erfolgreichem Angriff i n das Sperrfeuer der Flak geraten und von Nachtjägern angegriffen worden. Mit zerschossenem Gerät und durchlöcherten Benzintanks konnten sie jedoch nach abenteuerlichem Fluge durch das Ungewisse die Küste erreichen und sich in letzter Minute durch Fallschirmabsprung aus der stark beschädigten und nicht mehr lande- fähigen Maschine retten. 24 Stunden später *knb sie wieder bei uns und erzählen im Kreise ihrer Kameraden von ihrem nächtlichen Erlebnis.
„Wir konnten deutlich den Erfolg unseres An- griffes auf das Nachschublager und den Flugplatz beobachten", erzählt der Beobachter der „Marie". „Zwei Bomben lagen in den Flugzeughallen, andere zerstörten Flugzeuge vor den Hallen, Schup- pen und Magazine des Nachschublagers gingen in Flammen auf. Dann aber begann für uns der Kampf. 30, 40, 50 Scheinwerfer blitzten ^auf und nahmen uns in den Schnittpunkt. Gleichzeitig fängt die Flak an zu ballern und Splitter und Fetzen fliegen uns um die Ohren. Doch die Moto
ren liefen noch. Wir haben jetzt die Wolken erreicht und fliegen Kurs Heimat. Wir überflogen die Ballonsperre, und dann in den Wolken immer stur nach Kompaß."
„Eine peinliche Ueberraschung", so unterbricht der Flugzeugführer, „ich merkte, daß der Kompaß zerschossen war und die Nadel feftftanb. Ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Meiner Berechnung nach mußten wir über Flandern sein. Ich drückte also den Hebel tiefer und tiefer und mir sahen auch bald unter uns einen Flugplatz mit drei betonierten Rollbahnen, Leuchtfeuer und Flakbeleuchtung. Neben uns tauchte plötzlich der Schat- tenriß einer Maschine auf, die gerade landen wollte. Mir verschlug es kurz die Sprache — die Maschine war eine Blenheim. Hinter uns Nachtjäger, die sofort das Feuer auf uns eröffneten. Kein Zweifel — das da unten war ein englischer Nachtflughafen. Wir hatten uns also verfranzt Jetzt tonten wir auch die Küste erkennen."
Die Besatzung flog nun über den Wolken und konnte sich jetzt nach dem Mond orientieren. Auch bie Funkanlage und die Bordoerständigung war zerstört, die Maschine nicht manövrierfähig. „Das schlimmste aber war, daß der eine Benzinbeh'älter durchlöchert war und wir nur noch für wenige Minuten „Schnaps" hatten. An Landen war nicht zu denken, denn eine Notlandung bei Nacht mit einer derart zerschossenen Maschine wäre Selbstmord gewesen Wir mußten nach Zeitberechnung annehmen, daß wir auf Festland waren. Ein kurzer Entschluß: „Wir müssen a b s p r i n g e n." Wir vereinbarten, uns sowohl während des Fallschirmab- jprunges als auch nachher auf dem Boden durch
Ferdinand Porsche.
Der Vater des Volkswagens 65 Jahre alt.
Den Namen und das Wirken des Schöpfers der deutschen Rennwagen und des Volkswagens kennt heute in Deutschland jedes Kind. Professor Dr.-Ing. e.h. Ferdinand Porsche, Sohn eines Klempnermeisters aus Maffersdorf bei Reichenberg im Sudetengau, hatte sich schon in der väterlichen Werkstatt mit elektrotechnischen Konstruktionsversuchen beschäftigt. In Wien erfand er dann den elektrischen Radnabenmotor. Ein von Porsche konstruiertes Elektromobil stand bereits 1900 auf der Pariser Weltausstellung und lenkte die Aufmerksamkeit auf den erst 25jährigen Konstrukteur, der zehn Jahre
iü
später mit einem Wagen eigener Schöpfung die für damalige Zeiten enorme Geschwindigkeit von 140 Kilometer erreichte. Im Weltkrieg spielten bann Porsche-Zugmaschinen u. a. vor Lüttich und Namur eine Rolle. 1924 errang er mit dem Mercedes-Kompressor den ersten deutschen Auslandserfolg seit dem Weltkrieg. Seit 1930 unterhielt er ein eigenes Konstrukttonsbüro bei Stuttgart.
Mit dem Jahre 1933, als die Auto-Union den Porsche-Rennwagen herausbrachte, beginnt dann die endlose Serie der deutschen Siege auf in- und ausländischen Rennstrecken. Der Führer beauftragte 1934 Dr. Porsche mit der Konstruktion des Volkswagens, der der schnellste, billigste und wirtschaftlichste Wagen der Welt geworden ist. Dr. Porsche schreibt über dieses schwierige Problem selbst einmal: „Tage und Nächte haben wir gearbeitet, Jahr um Jahr, wir haben kalkuliert und gerechnet, kalkuliert und gerechnet nach Fabrikattonsmethoden, die es bei uns ja noch gar nicht gab, die erst geschaffen werden mußten, bis es dann endlich eines Tages so weit war, und ich stolz und glücklich zum Führer, der auf dem Obersalzberg weilte, fahren konnte, um ihm zu melden: „Mein Führer, wir sind so weit, der Volkswagen ko ft et weniger als 1000 M a r k."
Der Führer ehrte den genialen Erfinder, indem er ihm vor zwei Jahren den Nationalpreis verlieh.
Dr. Porsche hat seine Konstruktionsarbeiten nicht, auf Rennautos und auf den Volkswagen beschränkt, er baute auch Elektromodelle, Flugzeuge, Luftschiffe, Lastwagen usw. Der große Konstrukteur hat in Friedens- und Kriegszeiten stets Aufgaben erhalten, die feinem überragenden Können angemessen waren. Er darf von sich sagen, daß er keine Aufgabe ungelöst zurückgegeben hat. So hat er mit seinem bisherigen Lebenswerk einen gewichtigen Beitrag auf dem großen Gebiet der Wehrhaftmachung des deutschen Volkes geliefert. Daß dieses Lebenswerk bei weitem noch nicht abgeschlossen ist, versteht sich bei einem Mann wie Porsche von selbst, einem Manne, der seinen Namen in die Liste der größten deutschen Erfinder und Konstrukteure für alle Zeiten eingetragen hat.
Dieses Bild, das auf telegraphischem Wege von London nach Neuyork und dann mit Flugpost nach Europa geschickt wurde, berichtet von einem erfolg- reidjen Angriff eines deutschen Flugzeuges auf einen Sperrballon an der englischen Küste. In schneller, kühner Aktion hat der deutsche Flieger den Ballon zur Strecke gebracht, der brennend zur Erde stürzt, während die Maschine abdreht. — (Scherl-M.)
äs
Blinkzeichen der Taschenlampe, bie wir Mitnahmen, jP verständigen. Ich werfe die Bobenklappe ab und schaue nach unten. Es ist nicht gerade das schönste der Gefühle, bei Nacht abzuspringen, denn wir wissen ja nicht, wie es unten aussieht, da wir über ben Wolken in etwa 3000 Meter Höhe waren.
Jetzt springe ich ab. Zwei- oder dreimal überschlug ich mich, bann spürte ich ben Druck bes Fallschirms.
war bei vollem Bewußtsein, der Druck beein- rachttgte mein Denkvermögen in- keiner Weise. Nach sechs Sekunden zog ich ben Fallschirm, ein scharfer Jtucr geht durch meinen Körper, er hat sich q e - ossnet. Noch weiß ich nicht, wohin ich fallen werde noch immer ist unter mir die Wolkendecke, öie einfach nicht näher kommen will. Endlos er- |ct>eint mir die Zeit. Ich gebe mit meiner Taschen- iampe Blinksignale für die Kameraden, kann aber von ihnen sehen. Plötzlich sehe ich, wie die eigene Maschine auf mich ^ufommt. „Verdammt, das fehlte gerade noch, daß dich die Maschine rammt dachte ich. Die Maschine heulte über mich hinweg, ich sah sie in den Wolken verschwinden. Wie wird es wohl den anderen ergangen jein?. Wü


