Abschluß der japanischen Friedens- Verhandlungen mit Nanking.
Tokio, 1.Sept. (Europapreß.) Am-Samstagnachmittag erfolgte in Nanking der Abschluß der japanisch-chinesischen Friedensoerhandlungen, die bereits im März begonnen hatten. Der Abschluß e'r- folgte zwischen dem japanischen Sonderbotschafter General Ade und dem Präsidenten des neuen Chinas Wang Tsching-Wei. Die formelle Unterzeichnung dieses Vertrages ist im September zu erwarten. Als symbolischer Akt ist am gleichen Tage die chinesische Botschaft in Tokio, die seit zwei Jahren versiegelt war, wieder geöffnet worden. Der Einzug eines neuen chinesischen Botschafters ist in Kürze zu erwarten.
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Nach einem Bericht aus Nanking haben die japanischen Streitkräfte in Nordchina am 21. August die chinesischen Truppen, die versuchten, die Eisenbahnlinie von Tungfu und Schitai abzuschneiüen/ erfolgreich angegriffen. In Zentralchina gelang es, durch eine überraschende Offensive Bewegungen zum Scheitern zu bringen, die ein Teil der neuorganisierten chinesischen Streitkräfte nördlich von Wu- ning in der Provinz Klangst versuchte.
Dänische Opfer einer englischen Mine.
Kopenhagen, 1. September. (Europapreß.) Der dänische Passagierdampfer „Rise" wurde in den Gewässern zwischen Svendborg und Aeroeskoebing das Opfer eines feigen Anschlags englischer Flieger. Durch Auflaufen auf eine englische Mine in den ausschließlich von der dänischen Binnenschiffahrt benutzten Gewässern wurde das mit vielen Passagieren besetzte Fahrzeug zerrissen und sank augenblicklich. Unter den zehn Toten befinden sich drei Mann der Besatzung mit dem Kapitän sowie drei Passagiere und zwei Kinder. In der amtlichen Veröffentlichung wird ausdrücklich betont, daß die Mine nur englischen Ursprungs sein könne.
Kleine politische Nachrichten.
Der italienische Außenminister Graf Ciano ist Sonntag 11 Uhr, von Wien kommend, im Flugzeug nach der italienischen Hauptstadt zurückgekehrt. Mit dem gleichen Flugzeua traf auch der deutsche Botschafter von Mackensen wieder in Rom ein. Zum Empfang des Außenministers hatten sich Parteisekretär Muti sowie zahlreiche Persönlichkeiten
von Staat und Wehrmacht eingefunden. Weiter waren zum Empfang von der deutschen Botschaft der Gesandte Baron voi^Plötzen sowie der ungarische Gesandte Baron Viliam erschienen.
In Jugoslawien ist auf Vorschlag des Kriegsministers, General Neditch, die Militärdienstzeit von 18 aus 24 Monate verlängert worden.
Die japanische Kommission für Niederländisch-Jn- dien unter Führung des Handels- und Industrie- Ministers Kobayafchi hat Japan an Bord des „Ni- scho-Maru" verlassen. Zum Vertreter Kobayaschis wurde der Finanzminister Kawata ernannt.
Anläßlich des Feiertages der Luftfahrt kündigte die türkische Luftfahrtliga die Aufstellung von drei Bataillonen Fallschirmjägern und ihre Ausbildung innerhalb von drei Monaten an. Die Fallschirmjäger sollen sich aus Schillern der Segelfluglager und Zivilfliegern rekrutteren.
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14 Reichsarbeitsdienstabteilungen waren aus dem Generalgouvernement in Warschau zusammengezogen worden, um hier unter Mitwirkung des Reichsmusikzuges des RAD. vor den Augen des Reichsarbeitsfuhrer Reichsleiter Hierl eine Abendfeier unter freiem Himmel im Wehrmachtsstadion zu veranstalten, auf der der Inspekteur für Erziehung und Ausbildung des RAD., Generalarbeitsführer Dr. Decker, sprach.
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Nach dem Ausklang der Sommerkampfspiele der HI. im Breslauer Sportstadion sprach bei der Siegerehrung Reichssportführer von Tschammer und Osten den Jungen und Mädeln seine Genugtuung darüber aus, daß es in wenigen Jähren durch planmäßige, zähe Arbeit gelungen sei, den Anschluß der sportlichen Leistungshöhe der deutschen Jugend an die internationalen Leistungen der akttven Sportler herzustellen.
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Der 3 5. Deutsche Sängertag des Deutschen Sängerbundes in Dresden gab einen Ueberblick über die verflossene Arbeit sowie über die zukünftigen Aufgaben, die dem Deutschen Sängerbund als Träger einer wichtigen staatspolitischen, volkspoli- tischen und kulturpolitischen Sendung gestellt waren.
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Am Sonntagvormittag wurde in Krakau die Eröffnung der Ausstellung „Deutsche Leistung im Weichselraum" durch den Generalgouver
neur Reichsminister Dr. Frank vorgenommen. Um der Einbeziehung des Generalgouvernements m den großdeutschen Machtbereich auch nach außen Ausdruck zu verleihen, wie auch um der Verehrung und Dankbarkeit für den Führer Ausdruck zu geben, erfolgte im Anschluß an die Eröffnung die Umbenennung des schönsten Platzes von Krakau in „Ad o lf- Hi tle r-Platz".
In den fünf Wochen seit der Eröffnung wurde die Große Deutsche Kunstausstellung bereits von über 250 000 Volksgenossen besucht. Mehr als 500 der ausgestellten Werke sind schon verkauft, darunter die Hälfte aller Arbeiten der Malerei, die Hälfte aller Werke der Graphik und annähernd 100 Plastiken.
Aus aller Wett.
Handwerker zum Dr. phil. promoviert.
An der Universität Königsberg promovierte der Optikermeister Otto Bohr aus Saarlautern zum Dr. phil. Gegenstand seiner Doktordissertation war ein heimatkundlich-sprachwissenschaftliches Thema.
Ein Tschaikowsky-Denkmal für Moskau.
Der Kunstausschuß des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion hat einen Wettbewerb für ein Tschaikowsky-Denkmal ausgeschrieben. Das Denkmal soll in Moskau aufgestellt werden. — Als Standort ist der Platz vor dem Moskauer Staats-Konservatorium ausgesucht worden, das ebenfalls den Namen des großen Komponisten erhalten hat. Der gleiche Ausschuß hat dem Kunstverlag „Jskusstwo" den Auftrag erteilt, ein Album herzustellen, das dem Leben und der Kunst Tschaikowskys gewidmet sein soll.
Ein seltener Badegast.
Auf der Nordseeinsel Fanoe, wenig nördlich der deutsch-dänischen Grenze, hat sich seit Mttte August zur größten Ueberrgschung der Inselbewohner ein Gast eingestellt, wie man noch keinen auf Fanoe gesehen hat. Ein prächtig entwickelter Hirsch wurde in dem wenige Quadratkilometer großen Forst auf der Insel von mehreren Fischern beobachtet, und es besteht kein Zweifel darüber, daß das Tier bie' fast zweitausend Meter breite, sehr tiefe Ostseerinne, die Fanoe von der nördlich gelegenen waldbedeckten Halbinsel Skalling trennt, durchschwommen hat, um nach der Insel zu gelangen.
Raubmord in Frankfurt a. M.
Lpd. Frankfurt a. M., 2. Sept. Am 31. August, gegen 15 Uhr, wurde in dem Hause Johannitergasse 7 die berufslose Elisabeth Kagerbauer durch mehrere Messerstiche mit einem Fahrtenmesser getötet. Der Täter, der 21jährige Rudolf Wintersdorf, in Friedberg (Hessen) geboren, wurde alsbald nach der Tat f e st g e n o m m e n. Die Kagerbauer, die im Alter von 40 Jahren steht, hatte den Täter mit auf ihr Zimmer genommen. Wintersdorf hat bei seiner polizeilichen Vernehmung zugegeben, daß er die Frau niedergestochen habe, um sie zu berauben.
Eine Staatsbibliothek in Warschau.
Die Sammlungen der Warschauer Universitätsbibliothek und der Nationalbibliothek werden zu einer „Staatsbibliothek in Warschau" vereinigt. 82 Beamte werden unter deutscher Leitung einige Monate mit der Katalogisierung der Sammlungen zu tun haben. Die Universitätsbibliothek ist mit 1,5 Millionen Werken die größte Bibliothek des ehemaligen Polen. Sie geht auf das J-ahr 1817 zurück und umfaßt die Sammlungen des „Warschauer Lyzeums" und vieler damals kassierter Klöster. Als Bibliothekare waren zu dieser Zeit der Verfasser des „Wörterbuchs der polnischen Sprache" Linde und der Geschichtsforscher Joachim L e l e- w e l tätig. Nach dem Aufstand des Jahres 1830 wurde ein großer Teil der Sammlungen, vor allem wertvolle Zeichnungen und Handschriften, nach Rußland geschafft und kehrte erst auf Grund des Rigaer Traktates von ‘1921 wieder zurück. Außer den vielen alten polnischen Druckschriften und humanistischen Werken besitzt die Bibliothek die größte außerhalb Rußlands bestehende Sammlung russischer Bücher. Die Nationalbibliothek, die erst im Jahre 1928 ins Leben gerufen wurde, umfaßt über 300 000 Werke. Ihre Aufgabe war die Sammlung geistigen Schaffens des polnischen Volkes und aller Werke und Veröffentlichungen, die in der ganzen Welt über Polen erschienen. Diesem Zweck wird die Bibliothek auch in Zukunft dienen.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter de» Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Berantworllich für Politik, Feuilleton und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirtschaft und Sport: Ernst Blumschein.
Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsletter: Dr..Jng. Erich Hamann: Anzeigenletter: Hans Beck. Verantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6.
Gießen (Kaplansgasse 25), den 2. September 1940.
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