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2.7.1940
 
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Dienstag, 2. Zuli 1940 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer visZ'/rUhrdesBormittags Grundvreise für 1 mm Höbe bei Anzeigen von 22 mm Breite? Pf.,Tertanzeigen von 70 mm Breite 50 Pf. Wiederholung Malstastel I Abschlüsse Mengenstast'elL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25^/omehr Ermäßigte Grundvreise

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190. Jahrgang Nr.

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Gietzener Anzeiger

Brfiti W UnioafitätsönidtreiB. tauge General-Anzeiger für Oberhessen 54 ei<6<n?S*ellra6f&T-*

Aden, Stützpunkt des Empire

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große Rolle spielen wird.

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Somaliland wird.

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Massenflucht der britischen Plutokraten.

Lissabon, 1. Juli. (DNB.) Die Massenflucht der englischen Oberschicht nimmt immer größeren Umfang an. Wer auch nur die geringsten Beziehun­gen zur amerikanischen Botschaft in London hat, ucht schleunigst ein Einreisevisum für die Bereinig­ten Staaten zu erhalten. An einem Durchschnitts-

für England von aus­schlaggebender Entschei­dung ist. Englands unge­heurer Kolonialbesitz, auf dem seine Machtstellung und sein Reichtum beruht, ist für das Mutterland nur so lange gesichert, wie es der Herrschaft über die Meere sicher ist, und so lange, wie seine Kriegs­flotte die unmittelbare Verbindung mit den fernen Kolonien und damit zugleich die Freiheit des Han­dels aufrecht zu erhalten imstande ist.

Aden ist ein See- und Flottenstützpunkt ersten Ranges, der dem aufstre­benden italienischen Ko­lonialbesitz gefährlich wer­den kann, dessen Erhal­tung aber auch anderseits

In den italienischen Heeresberichten lesen wir, daß die Hafenstadt Aden an der Südküste Arabiens von italienischen Flugzeu­gen in Wellenformationen erfolgreich mit Bomben belegt worden sei. Wel­chen Wert, so wird man­cher fragen, hat dieser Hafenplatz, der doch so weit vom Hauptkriegs­schauplatz, dem Mittellän­dischen Meer, entfernt ge- gelegen ist? Gewiß, Aden liegt etwa 3000 km vom Suezkanal, aber nur etwa 200 km von der Ostküste Abessiniens, das Italien vor wenigen Jahren sei­nem Reich einoerleibt hat, Abessiniens, das am Süd-

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ausgang des Roten Mee­res gelegen, von dem bri­tischen Sudan, Britisch- Ostafrika und Britisch­begrenzt

den Flugplatz Werville-Lestrem bei Lille am Mittag des 30.6. anzugreifen versuchten, wur­den durch Flak im Anflug zersprengt und anschlie­ßend von unseren Jägern in einen heftigen Luft­kampf verwickelt, hierbei gelang es, sechs Blenheim- Flugzeuge sowie drei britische Jäger abzu - schießen.

Die Angriffe feindlicher Flugzeuge gegen nicht­militärische Ziele in Nord-, West- und Süddeulsch- land in der Nacht zum 1. 7. richteten nur geringen Sachschaden an. Am 30. 6. wurden insgesamt 1 S britische Flugzeuge, davon 11 im Luft- kampf, sieben durch 3laf abgeschossen. Ein deutsches Flugzeug wird vermißt.

Am 30. Juni

23 feindliche Flugzeuge abgeschoffen.

Berlin, 1. Juli, (DBB.) Wie nachlräglich be- kannt wird, hat sich die Zahl der Abschüsse feind­licher Flugzeuge am 30. Juni , die im heutigen OKW.-Berichl mit 18 angegeben war, auf 23 er­höht.

Der Wehrmachtsbericht vom Montag.

Führerhauptquartier, 1. Juli. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In Frankreich keine besonderen Ereignisse.

Ein U - Boot hat 23 000 BRT. feindlichen Han- delsschiffsraumes versenkt und einen Kreuzer derOrion" - Klasse südlich Brest torpediert; zwei der versenkten Dampfer wurden aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen.

Kapitänleutnant Prien hat in den letzten Tagen weitere feindliche Handelsschiffe vernichtet; die im OKD.-Bericht vom 28. 6. bekanntgegebene Ber- scnkungsziffer seines Bootes erhöht sich dadurch auf 51086 BRT.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum 1.7. wieder mehrere Häfen an der schottischen Ost- sowie der englischen Oft- und Westküste an. Sie er­zielten gute Treffergebnisse.

Eine Staffel von neun britischen Blenheim- Kampfflugzeugen, die unter dem Schuh von Jägern

Englands Kinder wandern ans

Von unserem Ll. T.-Korrespondenien.

Ansicht seriöser Engländer versagen. Am 5. Septem­ber 1939 liefen die ersten Sonderzüge aus London und anderen Städten des Südens nach Mittel­england aus. Es begann eine freiwillige Evakuie­rung, von der etwa achtzig- bis hunderttausend Kin­der erfaßt wurden. Die Jungen und Mädel fanden Unterkunft in Privathäusern und wurden betreut von Lehrern und Lehrerinnen, die eigens zu diesem Zweck ausgebildet worden waren. Schon bald mach­ten sich die ersten Klagen der Landbevölkerung be­merkbar. Besonders die Jugend der Hauptstadt zeichnete sich durch völlige Zügellosigkeit und Un- erzogenheit aus. In zahlreichen Briefen an die Times" schilderte die geplagte Landbevölkerung die unhaltbaren Zustände. Die Gastfamilien konnten dieser wilden Schar nicht Herr werden. Es kam zu bösen Auftritten und einer ausgesprochenen Kinder­flucht zurück in die Großstädte und die elterlichen Wohnungen. Die Regierung sah sich gezwungen, die Evakuierungspläne neu zu überprüfen und mußte zusehen, wie die Eltern die Kinder, die noch nicht mutwillig zurückgekehrt waren, zurückholten und in die Staate brachten. Innenminister Sir John Anderson, damals Minister für zivile Verteidigung, gab im Unterhaus zu, daß dieser erste Evakuierungs­versuch gescheitert war.

Aufbauend auf diesen Mißerfolg, bereitet sich England nun für den Ernstfall vor und fuhrt eine Massenevakuierung durch, die nicht nur einzig da­steht in der Geschichte eines europäischen Landes, sondern auch Zeugnis gibt von der Schwäche ei­nes Reiches, das nicht mehr in der Lage ist, seiner Jugend Schutz vor dem Gegner zu geben, den man sich selber, gewählt hatte. Die neue Evakuierung ist Pflicht. Die Regierung hat von der ihr anfangs Juni gewährten diktatorischen Vollmacht Gebrauch gemacht. Die Eltern haben nicht die Möglichkeit, den Ort der Evakuierung zu wünschen oder zu be­stimmen, dürfen, wenn überhaupt, die Kinder nur wenige Tage im Monat besuchen und sind nicht in der Lage, die Dauer der Evakuierung zu entscheiden. Die Unterbringung der Jugend auf dem Lande ist mehr als provisorisch. Schulen, Tanzsäle, Tanzlokale und ähnliche Lokale werden geräumt, weil man Platz für die Hunderttausende von Kindern braucht. Der Unterricht vollzieht sich nach dem Gutdünken der jeweiligen Lehrperson. Schulklassen gibt es nicht, ebensowenig feste Lehrfächer oder Schulpläne. Die lange Freizeit, das größte Sorgenkind der die Auf­sicht ausübenden Erwachsenen, soll durch heimat­kundliche Ausflüge und Vorträge ausgefüllt werden.

Diese Evakuierung innerhalb Englands ist jedoch nicht das einzige, was heute zur Trennung der Fa­milien beiträgt. Nach einem langen Hin und Her hat man sich entschlossen, die überseeischen Glied st aaten um die Aufnahme englischer Kin­der zu bitten. In den ersten Tagen des Juli wird der erste Kindertransport nach Australien unD Neuseeland abgehen. Zwanzigtausend Kinder sollen vorerst in diese beiden Dominions gebracht werden. Weitere vierzigtausend sollen folgen. Die Eltern dieser Jugend müssen eine Erklärung unter­zeichnen, derzufolge sie nicht verlangen werden, daß man ihre Kinder vor Ablauf des ersten Halbjahres nach Friedensschluß wieder in die Heimat bringt. In dem Augenblick, da die Söhne und Töchter von ihren Müttern Abschied nehmen, wissen diese nur, daß ihre Kinder nach Australien und Neuseeland abreisen. Sie kennen weder den Ort der Evakuie­rung noch die Art der Unterbringung oder Verpfle­gung. Neutrale Beobachter in London stellten kürz­lich fest, es müsse böse um das Sicherheitsgefühl der Engländer aussehen, wenn sie unter diesen Umstän­den ihre Kinder fortgeben und dabei nicht wüßten,

Große Erfolge unserer U-Boote.

Ein Kreuzer der Orion-Klasse torpediert. Kapitänleutnant Prien versenkte über 51000 BRT. - 18 britische Flugzeuge abgeschofsen.

biens betreten durften. Trotzdem versuchten die Engländer 1609/10 in Aden festen Fuß zu fassen, hatten aber keinen Erfolg. Erst als nach der Be­setzung Aegyptens durch die Franzosen die Eng­länder für die Verbindung nach ihren indischen Be­sitzungen fürchten mußten, sandten sie 1799 eine Flotte zum Roten Meer und besetzten die Insel Perim an der Straße von Bab e l Mandeb , mußten diese dann aber wieder wegen Mangel an Wasser und auch deshalb aufgeben, weil die da­maligen Geschütze die Straße von Bab el Mandeb nicht unter Feuer nehmen konnten.

Im Jahre 1802 schlossen die Engländer mit dem Jmäm von Aden einen Freundschafts- und Handels­vertrag. Da aber 1817 erneut Unruhen ausbrachen, sahen sich die Engländer veranlaßt, Repressalien zu ergreifen. Die Stadt wurde 1820 bombardiert und erobert und der Imam auf diese Weise gezwungen, einen Vertrag zu vollziehen, der den Engländern größere Freiheiten zusicherte. Die ganze Halbinsel wurde dann den Engländern im Jahre 1839 also jetzt vor 101 Jahren gegen eine jährliche Pension von 8700 Thaler (wohl Maria-Theresia- Taler) von dem Imam überlassen. Als aber wieder Unruhen ausbrachen und die Engländer die Stadt verlassen mußten, wurde sie wieder mit Bomben belegt und im Sturm genommen.

Auch Aden ist ein Beweis dafür, mit welchen Mit­teln England sich seine Stützpunkte und seinen kolo­nialen Besitz angeeignet hat. Auch die in der Nähe liegenden Inseln, die an sich keine wirtschaftliche Be­deutung hatten, wurden besetzt und dieser Besitz trotz wiederholter Aufstände der um ihre Freiheit kämpfenden Araber gehalten, zu einer starken Festung ausgebaut und mit einer Garnison eng­lischer und indischer Truppen belegt. Im Jahre 1882 erhöhte man die Pension an den Imam, die man zeitweise wegen der Unruhen gesperrt hatte, auf 19 600 Thaler jährlich. Infolge der Erklärung Adens zum Freihafen (1850) nahm der Handel, namentlich aus dem Hinterland, stark zu. Auch die Zahl der Einwohner stieg ständig und soll zur Zeit etwa 45 OOO betragen. Das Schutzgebiet wurde durch weiteren Landerwerb auf etwa 30 000 Quadrat­kilometer erweitert. Durch die Vertiefung des Hafens, die man um 1900 vornahm, kann dieser nunmehr den größten Kriegsschiffen Ankerplatz ge­währen. Durch die Anlage großer Zisternen kann die wasserarme Stadt mit dem nötigen Regenwasser versehen werden. Aden ist für England auch wegen der zahlreichen Kabelverbindungen, die durch das Rote Meer nach dem Osten verlaufen, von großer Bedeutung, wenn auf diesen auch nur Gedanken und keine Güter ausgetauscht werden. Diese Linien sind ausschließlich in englischen Händen. Von Aden ostwärts haben die Engländer langsam vom Jahre 1888 an längs der ganzen Südkuste bis Merbat Einfluß gewonnen, sie haben ferner im Jahre 1886 die Insel Sokotra, seit 1854 die Churia-Muria- Jnseln im Besitz, Stützpunkte, die seit der Eröff­nung des Suezkanals und 'der zunehmenden Be­deutung Arabiens fortwährend an Wert gewonnen haben.

Während des Weltkrieges wurden die Engländer bei Makalla von 12 000 Arabern angegriffen und geschlagen, eine Tatsache, die sie damals geheim hielten, sie aber auch nicht ableugneten. (S. Milit. Wochenblatt vom 2.12.1915.) Eine Kriegsbericht­erstattung, die man ja auch heute noch in England beliebt.

Daß die Ausdehnung Englands auf das Soma­liland auf dem in den Indischen Ozean hinein­ragenden Zipfel Ostafrikas wesentlich mit Rücksicht auf den Schutz Adens geschah, soll hier nur ge­streift werden. Berbera wurde hier von den Italie­nern schon mit Bomben belegt.

Man darf wohl mit Sicherheit annehmen, daß Aden in den kommenden Kriegshandlungen und Friedensverhandlungen zwischen Italien und Eng­land neben der Frage des Suezkanals noch eine

wie sich ihr zukünftiges Leben gestalten werde.

Es kann nur beunruhigend auf die Eltern gewirkt haben, daß die Regierung bis zum letzten Augen­blick nicht wußte, ob eine derartige Evakuierung aus Sicherheitsgründen überhaupt möglich ist. Ein Vertreter der Regierung äußerte noch am 18. Juni, es sei ungewiß, ob die überseeische Eva­kuierung durchgeführt werden könne. England brauche seinen Schiffsraum für mili­tärische Zwecke, und noch notwendiger brauche es jedes Kriegsfahrzeug, das man für Die Beglei­tung derartiger Evakuierungstransporte für erfor­derlich halte. Wie weit jetzt genug Passagierton­nage und Kriegsschiffs-Einheiten zur Verfügung stehen, um die Transport? sicher durchführen zu können, wird in England aus militärischen Grün­den nicht gesagt. Die Eltern, die in wenigen Tagen von den ersten zwanzigtausend für Australien und Neuseeland bestimmten Kindern Abschied nahmen, wissen nicht, in welche Zukunft ihre Söhne und Töchter hinausfahren.

Kampferfpnhen für England.

An England macht sich jetzt dieselbe Erscheinung bemerkbar wie an Frankreich in den letzten Tagen der Regierung Reynaud: je bedrohlicher die Kriegs­treiber die unmittelbare Gefahr nahen fühlen, um o häufiger lassen sie sich rednerisch vernehmen, ein Zeichen ihrer ständig wachsenden Nervosität. Aus­gerechnet Herr Chamberlain, den ja die Oppo- ition lieber heute als morgen auf die Anklagebank etzten möchte, behauptet im Rundfunk, England werde einen geradezu schrecklichen Widerstand leisten. Der alte Mann hat anscheinend denschrevlichen Widerstand" der Engländer bei Andalsnes, bei Abbeville, bei Dünkirchen und wo immer englische Truppen kämpften, völlig vergessen. Aber Chamber­lain weiß noch mehr: ,Zn jedem Dorf und in jedem Hause wird der Gegner solange bekämpft werden, bis er vernichtet ist." Zu dieser Vernich­tung haben die Engländer ja bereits geschlagene zehn Monate Zeit und ausgiebige Gelegenheit ge­habt und haben dabei in Der Luft, zu Lande und zu Wasser bisher in bekannter Weise den Kürzeren gezogen. Auch auf Dem Wasser! Der alte Chamber­lain behauptet freilich, die englische Marine sei der deutschen weit überlegen. Aber was müssen Die Engländer selbst von dieser Behauptung halten, wenn sie wissen, daß die Arbeit des englischen Admiralstabes überwiegend von der großen Sorge beansprucht wird, Die englische Flotte nicht in Den Bereich Der Deutschen Luftwaffe und Der deutschen Schiffsgeschütze kommen zu lassen, Die Die Englän­der in diesem Kriege immer zu ihrem Schaden kennengelernt haben!

Der deutsche Wehrmachtsbericht vom 1. Juli kann erst wieder beträchtliche Erfolge im Kampfe gegen die englische Luft- und Seemacht melden. An Der Spitze Der FeinDoerluste steht ein englischer Kreuzer vom TypOrion". Die Orion- Klasse umfaßt insgesamt 8 Leichte Kreuzer, Die in Den Jahren 1931 bis 1934 vom Stapel gelaufen sind unD Deren Wasserverdrängung bei 7000 Tonnen liegt. Ihre Bewaffnung besteht aus acht 15,2-ow- Geschützen, acht 10,2-cm-Flak, vier 4,7-cm-Flak, zwölf Fla-MG., acht TorpeDobooten unD zwei Flug­zeugen mit Schleuderanlage. Ihre Geschwindigkeit beträgt 32,5 Seemeilen, ihre Besatzung zählt 550 Mann. Von Den acht Kreuzern dieser Klasse ge­hören vier zur australischen Marine, während zwei für Neuseeland bestimmt sind. Ein Schiff dieser Reihe, Der Ajax, ist Der Oeffentlichkeit bereits Durch Das Seegefecht vor Der La-Plata-MünDung näher befanntgeroorDen. Außer Dem moDernen Kreuzer Der Orion-Klasse, Der südlich Brest torpediert wurde, hat England auch wieder eine Menge Handels- schiffsraum verloren, wobei wir mit Genug­tuung erfahren, daß Kapitänleutnant Prien hier­bei in erster Linie beteiligt war. Churchill Dürfte also Das Lachen über Die Deutschen U-Boote, Die er schon vor Monaten sämtlich vernichtet haben wollte, langsam vergehen. Aber auch mit Der prahlerisch verkündeten Überlegenheit Der Royal A i r Force unD ihrer Piloten scheint es nicht weit her zu fein. Der OKW.-Bericht vom 1."Juli melket, daß von neun britischen Bombern, Die zusammen mit Jägern einen Flugplatz bei Lille angreifen wollten, nicht weniger als sechs Bomber unD Drei Jäger vernichtet murDen. Das Ziel des englischen Luftangriffs aber würbe überhaupt nicht erreicht, und am Schluß Des OKW.-Berichts steht als Tages­bilanz Der Luftkämpfe, Daß sich Die englischen zu

tag nimmt Die Botschaft 2000 telefonische, 1000 briefliche und 500 telegrafische Disagesuche entgegen.

Es handelt sich hierbei lediglich um Mitglieder Der englischen Oberschicht, Die sich Die Kosten einer Amerikareise leisten können unD über genügend Ka­pital in USA. verfügen, daß sie Dort eine zeitlang leben können. Die für Den Krieg verantwortliche englische Plutokratie schickt sich also an, Die von ihr in Die Katastrophe hineingeführten Volksmassen im Stich zu lassen. Die englische Bevölkerung, Die Das ElenD in Den Evakuierungsbezirken täglich mit an­sehen muß, wirD sehr bald erkennen, daß Diejenigen Kreise, Die Diesen Krieg entfesselten, nicht im ge­ringsten gesonnen sinD, ihn auch Durchzufechten. Kämpfen unD bluten können Die arbeitenDen Mas­sen. Sie selbst wollen am Krieg nur verdienen.

Von Aden aus kann der Südausgang des Roten Meeres, die Straße von Bab el Mandeb, beherrscht und der Seeweg nach Indien gesichert werden! Schon im grauen Altertum bildete Aden einen be­deutenden Handelshafen im Süden Arabiens Gleich nach der Eroberung Aegyptens (30 v. Chr. Geb.) hatten die Römer den Hafen in Besitz genommen und mehrere Jahrhunderte innegehabt. Der Hafen selbst liegt außerordentlich geschützt am Rande eines riesigen 'Vulkantrichters. Schon im Altertum war Aden ein bedeutender Transitplatz zwischen Indien und Europa. Mähend Der Zeit Des Islam war Der Hafen eng mit Der Geschichte Jemens oerbunDen, wo im 15. JahrhunDert Die Kaffeekultur aufkam unD Dem Hafen größere BeDeutung verlieh. Damals soll Die StaDt etwa 80 000 Einwohner besessen haben. Durch Den Seeweg um Das Kap Der Guten Hoff­nung verlor ADen an BeDeutung. Die Einwohner­zahl sank bis auf 600, unD die Ausfuhr von Kaffee ging auf ein Minimum zurück. Auch religiöse Mo­mente spielten bei Diesem Rückgang mit, da im 17. Jahrhundert auf Weisung des Sultans von Konstantinopel keine Ungläubigen Den BoDen Ara-

Stockholm, im Juli 1940.

Ueber hunderttausend Eltern nehmen in diesen Tagen Abschied von ihren Kinde rjt , die aus den Grafschaften des Südens und des südöstlichen Drei­ecks nach Mittelengland und Schottland evakuiert werden. Die mehr als zweihunderttausend Kinder bilden erst die Vorhut einer überstürzt eingelei­teten Evakuierungswelle. Etwa fünfhunderttausend Kinder sollen die Häuser ihrer Eltern verlassen, um irgendwo in England" untergebracht zu werden. Anfang Juli wird London eine kinderlose Stadt sein, denn seit vierzehn Tagen rollen unaufhörlich Die Extrazüge hinaus in Die Provinz. Die Familien roerDen zerrissen, unD Das ElenD, Das Die englische Kriegserklärung vom 3. September 1939 über so viele Völker Europas gebracht hat, breitet sich jetzt über Das Jnselreich aus. Niemals zuvor in Der Ge­schichte Des Landes hat eine Zivilbevölkerung ein aufrüttelnDeres Drama erlebt als diese Massenaus­wanderung der Jugend, Der Neville Chamberlain in seiner SonntagsreDe vom 3. September eine bessere Zukunft versprach.

Die Evakuierung trägt Den Charakter des U n = norbereiteten und Ueberftür^ten. Fast zehn Monate hat die Regierung Zeit gehabt, jene Pläne auszuarbeiten. Die in Diesen Tagen nach Der