OJL-iport
einer Anzahl
(Nachdruck verboten.)
H Fortsetzung.
Mit dem Treudienst Ehrenzeichen auSgeze chnet.
Der Führer hat das Goldene Treudienst-Ehren- Zeichen für 40jährige treue Dienstzeit dem Justiz- inspektor Karl Heutzenröder in Grimberg und den Justizsekretären Otto G u t j a h r in Gießen und Johannes Gottfried Seibert in Homberg verliehen. Die Ehrenzeichen wurden den verdienten Beamten durch die zuständigen Behördenleiter tn feierlicher Form überreicht.
Beim Landratsamt in Gießen wurde der Verwaltungsobersekretär H a s e n z a h l für 40jährige Treue im Dienst mit dem goldenen Treudienstehrenzeichen bedacht. Für 25jährige Treue wurden der Verwaltungsamtmann Ewald, der^ Kreiskassen-Ober- inspektor Mank, der Kreisverwaltungsobermspek- tor Höll, der Kreisvollziehungsbeamte Schade und der Verwaltungsangestellte Gengnagel aus- gezeichnet. Den verdienten Beamten wurden Die Auszeichnungen durch den Landrat Dr. Lotz in schlichter Feier überreicht.
Bei der Polizeidirektion Gießen wurden der Der» waltungssekretär Friedrich Rühl und der Polizeibüroassistent Heinrich Ludwig für 25jährige treue Dienste mit der gleichen Auszeichnung geehrt.
Tagung
der Aussteliunqsgeflügelzüchter.
Der [Mhte ülann fütBMcnbof
Roman ooniriMetW
CARL DUNCKER VERLAG • BERLIN W SS
Etädtespiel Wetzlar - ließen 9:3.
Das zu Gunsten des WtzW. »en Neujuhr-t-g angesetzte Spiel der beiden^ Stadtemannschasten endete mit dem obigen Sieg für die Wetzlarer Vertretung. Näherer Bericht folgt.
Nur ein Spiel in derHandball-Gauklaffe
Bei den Handballern sind gute Platzverhältnisse stets die Vorbedingung für die programmgemäße Abwicklung der Rundenspiele gewesen. Diese Vorbedingung war nickt gegeben. Das war auch der Grund, weshalb diesmal wieder zwei Spiele ab-
Wball zur Jahreswende
3m Kampf um die punkte.
nennstu dein Benehmen Luise gegenüber — he? Als dSchmerzen hattest, war Luise neben dir, und eoar dir recht. Weißt du, was sie tut? Vom Morgcbis zum Abend sitzt sie im Büro und er« ledigt ine Arbeiten, plackt sich für dich, reibt sich auf, kitt, du dich späterhin nicht überanstrengen sollst, h wette, sie Nimmt die Nacht mit zu Hilfe. Verstc du überhaupt, was es heißt, eine Fran rare He zu haben? Keine Ahnung hast du, wahr- haftiaran sollte dich zum zweitenmal das Spalier bis urs Dach hochjagen."
Kl'sa steht t)or feinem Bett und schüttelt wüte ihre Fäuste. Sie messen sich mit feindseligen Blick wie <z-wei Kampfhähne, die gleich wieder aufender losgehen wollen. Dock dazu kommt es nichtchr, denn Luise und Anne betreten das Zim- meruise bleibt an der Tür stehen und sieht von eineizum andern, sie weiß genau, daß es wie« dern eine der unerläßlichen Zänkereien zwischen den den gab. Aber Anne läuft mit langen Schritten i das Bett herum, nimmt die durchsichtigen Kranhände zwischen ihre gesunden, langen Fin und sagt: „Du hast ja richtig rote Backen, Fra ganz gesund siehst du aus, Junge. Denke dir,, fahre heute ans Meer. Unglaublich, nicht walDer Glaube ist noch gar nicht faßbar, daß ich einer Stunde schon unterwegs nach Bremen bin
ja", sagt Franz, „ich wünsche dir eine sehr sch' Reise, Anne. Ich war einmal von Hamburg auus Helgoland, Gott, wie lange ist das Herr D-Meer ist ein Erlebnis, sage ich dir."
ÄuTetn Wegner", ruft Luise dazwischen, „ber Öfcrjt erwartet Sie in seinem Zimmer. Es ift durtzte, linker Hand, auf diesem Flur, soll ich w'inmen?"
in, bewahre", Klarissa wehrt heftig ab. „De« schgt ihr euch lieber mit diesem Säugling da im £ der sehr zu Unrecht in seinem Männechcrut am besten, ihr legt ihn trocken."
. wuchtet zur Tür, schnaubt und stampft rot* es'ferd, und hinter ihr bricht wie auf Kommando Dreistimmiges unbändiges Lachen aus. »Marissa, Klarissa", jubelt es durcheinander, und Franz f schreit hinter ihr drein: „Sie sind und Met« btben doch das Teufelsweib vorn Birkenhof."
der Tür bleibt Klarissa stehen, wendet sich ^'Zimmer zu und droht mit dem Finger, aber n’iiTen Augenblick, denn sie muß ja selbst lachen, "sie will es nicht zeigen, daß diese ansteckende rlichteit ihrer gesiebten Jugend wie Helles Leuchter die tausend Fältchen ihres Gesichtes flieht
(Fortsetzung folgt)
gleich.
Naunheim, noch mit mehreren Ligaspielern antretend, zeigte ein ungekünsteltes, nur auf Erfolg abgestelltes Spiel, das in der Hauptsacke von den Außen getragen wurde. 1900, in der Ausstellung: Dinges; Goß, Hain; Günther, Jäger, Hans Botz; Bonarius, Heilmann, Kraft L, Heuser, Hans Kraft, hatte zu Beginn der zweiten Hälfte die beste Zeit.
4:3-Sieg des DfV.-Reichsbahn
über die Spielvereinigung Leihgestern.
Am Sonntag wurde an der Rindsmühle ein Fuhballkampf ausgetragen, der bis zum Schlußpfiff äußerst spannend verlief. Der VfB. vermochte die Leihgesterner auf eigenem Platz zu schlagen! Der VfB. hat den Kampf daUk seiner besserer Leistung durchaus verdient gewonnen. Dor allem die Hintermannschaft war gut. Der linke Läufer Godglück war der beste Spieler auf dem Feld.
Die Leihgesterner fanden sich sehr feiten zu einem Kombinationsspiel zusammen. Glücklicherweise waren die beiden Verteidiger sehr sicher, sonst hätte die Niederlage höher aus fallen können. Godglück schoß I in der 25 Minute einen Strafstoß Pis 25 Meter
und gut.
Klarissa sitzt erschöpft in ihrer Wagen ecke. Das Herz schmerzt sie, ihr ist schwindlig und übel. So schlimm war es Jett langem nicht. Sie plagt sich, ihrer Schwäche Herr zu werden, um Kläre nicht einweihen zu müssen. Um nichts in der Welt will sie, daß jemand von ihrem Leiden weiß. Sie versucht, tief zu atmen, legt die Arme fest gegen den Körper, aber das Schwindelgefühl nimmt zu. Kalter Schweiß bricht aus, da sucht sie in ihrer Handtasche mit zitternden Fingern nach den Tabletten, die Schworm ihr gegen diese Anfälle verordnet hat. Sie hat die Tabletten und ein Stück trockenes Brot, mit denen sie die Dinger he runter schluckt, immer bei sich, sie hat sie auch heute zurechtgelegt, — aber — sie sind nicht da.
„Was ist dir, Tante Klarissa?" Klär* hat sie schon eine Weile heimlich beobachtet.
Klarissa spurt, daß ihr Unterkiefer ztttert, daß das Schwindelgefühl zunimmt. ,Zch — suche mein« Tabletten, hab' sie aber veraessen", die Wort« kommen nur stammelnd aus ihrem Mund."
„Ach, die Tabletten — ich fand sie aus dem Früh- stückstisch und dachte mir schon, daß du sie vielleicht brauchst. Sie lagen mit einem Stück Brot zusammen, hier sind sie."
Kläre holt sie aus ihrer Tasche. Sie ist ein Enget
gültig.
Kläre sitzt hn Fond des Wagens neben Klarissa. Sie sitzt da und denkt über alles nach, aber sie tut es nicht wie ein Mensch, der mit dem Herzen dabei ist. Nein, Kläre Ziegler ist nicht mit dem Herzen beim Birkenhof und seinen Bewohnern. Sie war ein paar Wochen dort, aber sie war eine Fremde. Jetzt wird sie bald mit ihrem Mann hier oder da in der Welt sein. Di« Welt ist weit, und der Birkenhos ist für sie nichts weiter, als ein kleiner, langweiliger Fleck in der großen, schönen Welt. Das einzige, was sie noch interessiert, ist das Erbe. Eine Frau, die weiß, was sie will, das muh man schon sagen.
Franz Pegel ist mutlos und verbittert. Er hat in diesen Wochen viel Schmerzen aushalten müssen, und nun liegt er da und findet alles unausstehlich. Er sieht alt und verbissen aus, als sein« Frau und
schau am 20. und 21. Januar für Klem-Linden und Umgegend erteilt. Im Interesse der allgemeinen aiuitlarung über die Geflügelzucht wird mit der Ausstellung eine Lehrschau verbunden. Man rechnet mit einer Beschickung von etwa 300 Tieren. Da bi« Reichsfachgruppe, die Landessachgruppe Hessen- Nassau und die Bauernkammer den Ausstellern zahlreiche wertvolle Ehrenpreise zur Verfügung stellen werden, dürften die Bemühungen der Aussteller bei entsprechendem Tiermaterial ihre Anerkennung erfahren. Als Richter sind bewährte Manner vom Fach vorgesehen.
Dereinsführer Otto May (Lang-Gons) erstattete Bericht über die in Frankfurt abaehaltene Versammlung der Landesfachgruppe Hessen-Nassau.
Kreisfachgruppenvorsitzender Heß schloß mit warmem Aufruf zur Mitarbeit an den von der Reichsfachgruppe vorgezeichneten Zielen zum Wohl von Volk und Vaterland und mit dem Gruß an den Führer die Versammlung.
Gießen alsVerteUunaSstelle für Binder zugelaffen.
Die Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft hat chre Zustimmung dazu erteilt, daß auf der 23er- teilungsstelle Gießen die Rinder amtlich in die vorgeschriebenen Schlachtwertklassen eingereiht werden. Für 'Schlachtwertklassen gelten die aus der Preisbekanntmachung des Viehwirtschaftsoerbandes Hessen-Nassau vom 27. Dezember 1939 ersichtlichen Preise. Für Rinder, die amtlich als Ausstichtiere bezeichnet werden, können Ausstichzuschläge gewährt werden. Die Bestimmungen treten am 2. Januar 1940 in Kraft.
Geselliger Abend beim TV. 1846.
Kläre sieht, daß Klarissas Gesicht müde und zerfallen ist. Sie denkt: „Wer weiß, ob das noch lange gut geht. Ich hätte in diesen Wochen mit ihr über die Erbanaelegenheiten sprechen müssen, es ist ein Fehler, daß ich es nicht getan habe, aber die dumme Sache mit Franz Pegel kam mir dazwischen, nun ist nichts mehr zu machen." Sie ärgert sich, daß nichts mehr zu machen ist, und daß sie es versäumt hat, und sieht böse zu Luise Pegel hinüber. Sie kann Luise von der Seite sehen, eine starke, breite Frau, mit einem ziemlich ausdruckslosen Gesicht. Nichts Besonderes dran an dieser Frau. Und Franz? Du lieber Gott, er ist ihr in der Tat herzlich gleich-
Klarissa zu ihm ins Zimmer kommen, beachtet er sie kaum. Man soll ihn in Ruhe lassen, er will keine Menschen sehen. Er starrt die Zimmerdecke an und sagt: „Mir ist am wohlsten, wenn ich allein bin."
Luise seufzt. Sie suut nichts, . ‘jcr sie seufzt. Sie gehört nicht zu den Frauen, bi« jetzt in Tranen ausbrechen würden, nein, das tut Luise Pegel nicht. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn sie es könnte, so frißt sie die Traurigkeit in sich hinein. Ähre Augen werden starr. Luises Augen, die sehr hell und blau sind, und die eigentlich das Schönste an ihr sind, werden starr. Klarissa sieht es wohl. Sie kennt Luise wohl von allen Menschen am besten und weiß genau, das sie sehr unter der Lieblosigkeit ihres Mannes leidet. Daher sagt sie: „Tu mir den Gefallen, Luise, und frage den Oberarzt, ob ich ihn sprechen kann."
Luise nickt und geht. Sie seufzt wieder ein bißchen. Als sie die Tür erreicht und den Raum verläßt, sieht Klarissa, die ihr nachschaut, daß sie die breiten Schultern hebt und wieder sinken läßt, eine mutlose Bewegung, die Klarissa aufs höchste gegen Franz erbittert. „Nun sage mir endlich", zischelt sie dem Kranken zu, als sich die Tür hinter der Frau geschlossen hat, „wie es dir geht. Liege nicht da und Himmel die Decke an, vor mir brauchst du dich nicht als sterbender Schwan aufzuspielen, Frantz."
Er wendet den Kopf und blinzelt sie unter halb- geschlossenen Lidern hervor an. „Sie fragen, wie cs mir geht, Fräulein Wegner? Danke, wie es einem Krüppel gehen kann", seine Stimme ist höhnisch.
Das bringt Klarissa ganz und gar in Harnisch. „Krüppel!" schreit sie. „Daß ich nicht lache. Dante Luise für ihre Treue und dem lieben Gott dafür, daß er deinen Leichtsinn nicht ärger bestraft hat. Du hättest mehr als eine Ohrfeige verdient. Meine Nichte Kläre ist heute abgereist, sie hat dir keinen Gruß bestellen lassen, Franz Pegel, du bist ihr gleichgültiger als ein Stäubchen auf ihrem feinen Kostüm. Und dem Tischler in Balke habe ich den Auftrag gegeben, im Herbst das Spalier zu er-
Die Kreisfachgruppe Gießen der Ausstellungsge- flügelzüchter hielt am Silvestersonntag im „Hotel Hopfeld" eine außerordentliche Versammlung ab. Kreis fachgruppenvorsitzender Ludwig Heß (Watzenborn-Steinberg) leitete die Versammlung.
Da die Kreisfachgruppe aus verkehrst echnifchen Gründen ihre alljährlich übliche Kreisausstellung in diesem Iaht« nicht abhalten kann, wurde dem Ge- slügelzuchtverein Gießen-Klein-Linden die Zustimmung zur Durchführung e'iner allgemeinen Geflügel-
Rettung in höchster Not.
• Rüddingshausen (Kr. Gießen), 1. Jan. In einem hiesigen Hause wurde von dem Schornsteinfeger, der in Abwesenheit der Hausbewohner zur Reinigung des Kamins erschienen war, ein Balken ) rand entdeckt, der durch einen stark geheizten Ofen entstanden war. Infolge der Rauchentwicklung durch den Balkenbrand war ein Zimmer, in dem zwei kleine Kinder im Bett lagen, schon vollkommen verqualmt. Die Mutter der Kinder hatte zu Besorgungen das Haus verlassen. Dem tatkräftigen und raschen Zugreifen des Schornsteinfegers gelang es, die beiden Kinder aus dem verqualmten Zimmer im Augenblick der höchsten Not noch zu retten.
Sunöfunfprogramm
Mittwoch, 3. Januar.
6 Uhr Morgengruß. 6.10: Morgengymnastik. 6.30: Frikonzert. Ausführung: Das Orchester des Reichsferrs Leipzig. 7 bis 7.15: Nachrichten. 8: Landvolkmerk' auf! 8.10: Gymnastik. 8.25: Sendepause. 9.: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 9.30 (für-ie angeschlossenen Sender ab 8.20): Musik am Ämittag. Es spielt das Rhein-Mainische Landesoester unter Leitung von Fritz Cuft. 10: Frohe Dsen. 11: Chor- und Kammermusik. 11.50: Mikrofounterwegs. 12: Mittagslonzert. Es spielt das grosOrchester des Reichssenders Breslau. 12.30 bis 12.4 Nachrichten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhlicheautsprecher. 16: Nachmittagskonzert. Ausführung Das große Unterhaltungsorchester des Reichsseers Wien. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Was bigen die Theater in unserem Sendegebiet? 18.25: 'der und Klänge aus Moselfranken (VII). „Mosel'nkische Dolksdichter: Michael Lentz." 19: Unterhungskonzert. Dazwischen: 19.10: Berichte. 19.45: olitische Zeitungsschau. 20: Nachrichten. 20.15: ebertragung vom Deutschlandsender.
1900 — Naunheim 3:3.
Das letzte Spiel im alten Jahr brachte den Blau- Weißen nur einen Teilerfolg. Äm gewissen Sinne können die Blau-Weißen aber noch zufrieden sein, daß es zu einem Unentschieden gekommen ist. Denn nachdem man fick mit einer Verlegenheitself behelfen mußte, sah es von Anbeginn wenig günstig für di« Platzbesitzer aus. Unterstützt durch den Wind begannen die Naunheimer mit ungestümem Angriffsgeist, mit dem Erfolg, daß nach kurzer Spieldauer das Spiel 1:0 für sie steht. Dieser Erfolg spornt« die Gäste an. In der Hintermannschaft der Platzbesitzer herrschte große Bedrängung. Nur langsam ließ dieser Druck nach, und als der Schiedsrichter zur langersehnten Pause pfiff, war man bei den Platzbesitzern froh, daß nicht weitere Treffer gefallen sind. , ..
Die nächsten zehn Minuten lagen die Blau- Weißen bereits mit 2:1 in Führung. Durch Die Ueberrumpelung gerieten die Naunheimer aus dem Konzept. Doch auch ihnen steht oftmals das Gluck bei, denn die Blau-Weißen bringen es nicht fertig, Vorteile aus ihrer Ueberlegenheit zu erzielen. Ueberraschend fällt der Ausgleich. Bei der Abwehr schoß Goß den Mittelstürmer an^der mit dem ab- prallenden Ball durchlief und placiert in die lange Ecke einschoß. Damit aber noch nicht genug. Als Kraft I. sich wieder einmal lässig im Felde bewegte, verlor er den Ball prompt an den Gegner, und ehe die blau-weiße Hintermannschaft Zeit zum Eingreifen hatte, schoß der Halblinke der Gäste zum 3:2 ein. Und dies fünf Minuten vor Schluß! Keiner von den Anhängern der Blau-Weißen glaubte mehr an eine Veränderung. Fortuna zeigte sich aber gnädig. Bei einem allerletzten Angriff wurde Heilmann vor dem Strafraum allzu hart gebremst. Der Schiedsrichter entscheidet Strafstoß. Die Gäste zogen alles zusammen, bildeten eine uttdurchdringliche Mauer. Hellmann setzte sich das Leder zurecht, und mit präziser Genauigkeit ging der Ball seinen Weg über die Köpfe der Absperrung und über die Hände des Torwächters ins Netz zum vielbejubelten Aus-
aesagt werden mußten. Dornholzhausen — Mtv. Gießen und Münchholzhausen — Lützellinden müssen später nachgeholt werden. Dadurch, daß Katzen- Lrt auf sich warten ließ, standen sich lediAich Hochelheim und Garbenheim gegenüber. Die ©ar- benheimer waren durch das Fehlen eil „ '/ ihrer Spieler schon von vornherein im Nachteil. Es kam noch hinzu, daß sich Hochelheim mit den Platz. Verhältnissen viel besser zurechtfand und all« Gelegenheiten ausnutzte. So kam es, daß das Treffen bei Halbzeit bereits 6:2 stand und zum Schluß ein unverhältnismäßig hoher Sieg zustandekam. 13:3!
neuern."
Franz Pegel hat feit Wocken gelegen, nur immer langgestreckt gelegen, mit schweren Gewichten an den Füßen. Dor drei Tagen hat er zum Erstenmal versucht, sich auf Geheiß des Arztes aufzunchten, es ging aber mehr schlecht als recht. Doch jetzt schwingt sein Oberkörper wie von selbst in die Höhe. Er stemmt die Hände hinter sich, das Gesicht wird rot von der Anstrengung, er keucht: „Ich habe nie gewußt, daß Sie so unanständig sind."
Ihre beiden harten Hände legen sich um seine Schultern und drücken ihn in Die Kissen zurück. „So, unanständig nennst du das, schön. Wie aber
an Vernunft, diese Kläre, nichts dagegen zu sagen, und Klarissa fühlt sich schon bei dem Gedanken beruhigt, daß sie ihre Medizin hat. Kann es möglich fein, daß sie im selben Augenblick weniger schwindlig ist, daß auch der Schmerz in der Herzgrube nachläßt? Unfinn, aber der Mensch ist abhängig von seinen Gedanken, und Klarissa denkt, daß es nun vesser wird. Sie quält sich ein Lächeln ab. „Es ist nicht so schlimm, weißt du, ein bißchen das Herz, zuviel Arbeit di« letzten Tage."
„3a, ja", Kläre nickt, „Herz und Nerven gehen auch mandjmal mit mir durch, versuch ein bißchen zu schlafen, Tante."
Eine vernünftige Frau, diese Kläre. Wenn dieser junge Mensch schon unter Herz und Nerven zu leiden hat, warum dann nicht die alte_ Klarissa? Sie schließt die Augen und denkt, daß Kläre sachlich und kühl ist. Anne ist anders, Anne würde jetzt vor ihr aus den Knien liegen, und sie würde Annes junge, wundersame Kraft spüren, und die würde in sie übergehen, neu und belebend in sie übergehen. Ja, Anne! Und Hüt den Gedanken an dieses Kind schließt sie die Augen.
Zwei junge Frauen sitzen in der Enge des Wagens beieinander. Sie könnten jetzt zusammen sprechen, aber das machen sie nicht, bewahre. Sie schlucken an Tränen und sagen nichts. Die Jungen schreien und johlen. Sie sind außer Rand und Band, zwei Füllen, die noch nichts von der Schwere des Levens wissen.
Im ersten Auto fahren Klarissa, Kläre und Luise Pegel. Luise will ihren Mann besuchen, der immer noch im Krankenhaus liegt. Sie sieht nickt mehr so frisch aus wie sonst. Sie hat seit langem schlecht geschahen, die Zahlen aus dem Büro haben sie bis in den Schlaf verfolgt. Es ist schwer für sie, eine große Aufgabe, den Mann zu vertreten. Jetzt ist sie müde. Sie ist todmüde und will es nicht zeigen. Sie lächelt und müht sich, wach zu bleiben, alber die Augen fallen ihr zu. Luis« schläft bald fest
Die Aktiven des Turnvereins 1846 veranstalteten im Bemühen, die turnkameradschafWche Verbundenheit auch über di« Kriegsjahre hinweg aufrechtzu- echalten, im „Bayerischen Hof" einen Kamerad- schastsabend, der wiederum einen sehr anregenden Verlauf nahm. Auch zahlreiche Frauen nahmen daran teil. Dereinsführer Wiegand sprach herzliche Worte der Begrüßung und las anschließend einige Feldpostbriefe vor, denen zu entnehmen war, daß es auch den Wünschen der Feldgrauen, entspreche, die Turnbameradschaft über alle Schwierigkeiten hinweg aufrechtzuerhalten. Er ermahnte daher die Dccheimgebliebenen, treu zur Fahne äu stehen, und alle Pflicht zu erfüllen, die im Rühmen des Vereins zu erfüllen ist, die insbesondere darin be- stehe, die Jugend zu ertüchtigen und so zu leiten, daß die Traditionen des Vereins cmfrechterhal'ten bleiben. Sodann berichtete der Vereinsführer über den Durnbetrieb, der sich erfteulich rege gestattet habe.
Im wetteren Verlauf des Wends gab auch Turnkamerad Franz Sauer FeDpoftgrüße zur Kennt- nis und zeigte anschließend zwei Filme, di« aus der Arbeit der Reichsakademie für Leibesübungen ausgenommen worden waren und in ausgezeichneten Bildern Anregungen dafür gaben, in welcher Form den Kindern im Alter von 4 bis 10 Jahren die Leibesübungen ncchegebracht werden können.
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** Die Gießener Famillenblätter werden künftig aus technischen Gründen am Mittwoch und Samstag erscheinen. Die Sonderseite „Aus d e m Reiche der Frau" ift im Wechsel mit der Beilage „Heimat im Bild" für Donnerstag, die Beilage „Die Scholle" wie bisher für Dienstag vorgesehen.
direkt ein. In der 35. Minute erzielte Berghöfer nach geschicktem Umspielen des rechten Verteidigers den zweiten Treffer. In der 42. Minute folgte durch Pantalon aus einem Gedränge heraus der dritte Treffer. Kurz vor Halbzeit erzielten die Platzbesitzer durch ihren Mttelstürmer das erste Tor.
In der zweiten Halbzeit hatte Leihgestern mehr vom Spiel und hott« durch seinen Rechtsaußen ein weiteres Tor auf. Auf der Gegenseite verwandelte Schütz einen Strafstoß unhaltbar zum 4:2. Kurz vor Schluß drängte Leihgestern mächtig und konnte durch seiner Halbttnken zu einem dritten Tor auf« holen.
Ehrinaslausen I. — Watzenborn-Steinberg I. 1:5 (1:3).
Zum zwiten Spiel um die Kriegsmeisterschaft mußten die „Teutonen" am vergangenen Sonntag in Ehringsausen antreten. Die „Teutonen" stellten folgende Mnnschaft: Burger; K. Buß, Fett; Maid, H. Schmavt, Weh rum; W. Häuser, Schmitt, Hirz, K. Häuser,Harnisch.
Zu Segin des Spieles drängte Ehringshausen stark, dock die>se etwa V^-stündtge Drangperiode überstand ie Hintermannschaft der Gäste. Dann sanden fid die „Teutonen", gingen aus der Bei> teidigung am Angriff über und schufen vor des Gegners 2r gefährliche Situationen. Ueberraschend gingen dar die Platzbesitzer in der 25. Minute in Führung, ö. Häuser und Harnisch (2) stellten bis zum Hcübitpftff das Resultat auf 3:1.
Bei drüender Ueberlegenheit der Gastmannschaft ging das Piel nach Seitenwechsel weiter. Fett und Buß stanin fast stets auf der Mittellinie. Schmitt und K. Ä«r erhöhten auf 5:1. Durch körperliche Härte vernderte Ehringshausen eine höhrer Niederlage. bch diesem Spielsonntag sind die „Teutonen noi die einzige Mannschaft der Gruppe, die 1 ohne Berstpunkte ift
n Höhepunkt zu erreichen, war diesmal ent- r.nb dem Ernst der Zeit alles ruhig und still. ■uer Silvester-Feuerwerk war aus durchaus ver- ^""^cdlichen Gründen durch behördliche Anordnung ■^unterbunden, und dazu zeigte die Bevölkerung tn anerkennenswerter Weise die Disziplin, den Jahreswechsel so würdig und auf die Größe unserer Zett ausgerichtet zu begehen, wie es für jedermann selbstverständlich war. Daß in dieser Stunde des Jahreswechsels alle Gedanken und herzlichen Wunsche be- sonders unseren Soldaten an der Front gatten, namentlich in den Familien, die Vater, Sohn, Bruder oder sonstigen Anverwandten draußen haben, war das besondere Kennzeichen dieser Stund^, daneben aber galten natürlich alle guten Wunsche in dieser Kriegssilvesternacht dem vollen Steg und dem Wohlergehen unseres Volkes und Vaterlandes.
Adalbert Bindewald f.
Am 29. Dezember ist der Grobhandelsvertreter und vereidigte Dolmetscher Adalbert Binde mal o, ein geborener Gießener und ein« in wetten Kreisen bekannte PersöMichkeit an einem Herzschlag verstorben. A. Vindewald war von Beruf Kausmann und als solcher durch seine Tüchtigkett, msbefondere auch in der Beherrschung vieler fremden Sprachen, tn den Kreisen der Industrie und des Handels ein besonders geschätzter Mann. Seine ganze Liebe galt der körperlichen Ertüchtigung der Jugend, für_ bi« er immer fein Können und Wissen uneigennützig einsetzte. Seit 1882 gehört« er der Deutschen Turner- toaft an. Im Jahre 1885 beteiligt« et M an der Gründung des Männerturnvereins Gießen, der ihn in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied ernannte. Seine Verdienste um die Förderung der deutschen Turnsache wurden durch die Verleihung der Lhrenbriefe des Tumgaues Hessen und oes Kreises 9 (Mittelrhein) der D. T. anerkannt. Bei Vorbereitung größerer Feste in Gießen hat er sich hervorragend beteiligt und er ist insbesondere durch seine vaterländischen Gedichte bei Ausgestaltung von Festschriften usw. hervorgtztreten. Während des Weltkrieqes 1914—1918 übernahm er das Amt des 1 Sprechers des MTV., das er bis zum Friedens- schluß inne hatte. Eine 57jähri>g« aftiue Turnerzeit hat durch seinen Tod chren Abschluß gefunden. Das Andenken an diesen deutschen Turner und Volksgenossen wird immer in hohen Ehren sortbestehen.
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