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Einfluß und würbe protestantisch. Erst bas Er- wachen des finnischen Dlationalismus ließ die kon­fessionellen Unterschiebe gegenstandslos erscheinen.

Im Jahre 1617 wurde die lange Raubkri^s- periobe, die seit dem Schlüsselburger Frieden Ka­relien und einen Teil Finnlands verwüstete, durch den Frieden von Stolbowa beendet. Schwe­den konnte seine Grenzen bis zur heutigen finnischen Staatsgrenze ausdehnen. Als aber Schweden unter Karl XII. den Bogen überspannte und einen dauernden Ostausschlag des Pendels zu seinen Gun­sten erzwingen wollte, daß stieß Rußland unter dem jungen Peter dem Großen plötzlich das Fenster zu der £)ftfee auf und nahm sich später, während Europa unter Napoleon haderte, ganz Finnland. Hundert Jahre später, 1917, beim russi­schen Zusammenbruch, konnte Finnland wieder Aus- erstehung feiern. Rußland wurde bis an das Fenster in Petersburg zurückgedrängt.

Lange Jahrzehnte hat Finnland unter der russi­schen Oberherrschaft ein friedliches Eigenleben füh­ren tönen. Der Zar führte den Titel eines Groß­fürsten von Finnland und ließ sich in Helsingfors durch einen Generalqouverneur vertreten. Das Land hatte feine eigene Verfassung, seine eigene Münze, fein eigenes Militär und seine Kommandosprache. Von russischer Verwaltung war wenig zu sehen und zu fühlen. Der russische Druck begann sich freilich zur Zeit der nihilistischen Verschwörungen und At­tentate zu verstärken, da die Terroristen ihre Pläne meistens auf dem nahen finnländifchen Boden aus« heckten, wo sie vor dem Zugriff der Ochrana sicherer waren. Dor allem aber waren es militärische Not­wendigkeiten, die sich für Petersburg immer fühl­barer machten und die Rußland veranlaßten, die finnländische Eigenstaatlichkeit zu kürzen. Die finn- ländische Grenze verläuft dicht vor den Toren Pe­tersburgs. Dom finnländifchen Bahnhof in Peters­burg bis zur Grenzstadt Terricki sind es kaum zwan­zig Minuten Fahrt. Es wäre, um einen Vergleich anzustellen, etwa so, als ob die Grenze eines frem­den Landes mitten durch den Wannsee und durch Spandau ginge. Das war ein Zustand, der sich nur bei engen freundschaftlichen Beziehungen und bei Rücksichtnahme des schwächeren Teiles auf die Be­dürfnisse einer Großmacht auf die Dauer aufrecht­erhalten ließ.

Schon 1906, nach dem japanischen Kriege und nach dem Zusammentritt der Duma, kam es zu ernsten Reibungen zwischen Finnland und Ruß- land. Die finnländischen Regimenter wurden auf­gelöst und russische Garnisonen zogen in Wyborg ein. Sweaborg vor Helsingfors wurde zu einer Marinebasis ausgebaut, die finnländischen Proteste blieben unbeachtet, Russen, die nach Finnland kamen, unterlagen dem gesellschaftlichen Boykott. Erst die Bolschewiken gaben den Finnländern im Frieden von Dorpat die Unabhängigkeit. Die Voraussetzung dabei war, daß Finnland in einem erträglich freund­schaftlichen Verhältnis mit dem benachbarten Riesen lebte und daß es sich nicht zu antisowjetischen Intri­gen fremder Großmächte hergab. Die Finnländer haben nicht, wie die Esten und die Letten, die groß- machtpolitischen Notwendigkeiten und die militä­rischen Bedürfnisse Rußlands anerkennen wollen, sie haben es oorgezogen, das Schicksal herauszufordern und tragen jetzt die Folgen ihrer Politik. Der Win­terfeldzug im hohen Norden und an der ungeheu­ren Eisfläche des Ladogasees, in den Schneefeldern bei Petfamo, wo jetzt ewige Nacht herrscht, ist für beide Teile schwierig. In diesem Streite wiederholt sich die Geschichte früherer Jahrhunderte. U. St.

Der finnische Heeresbericht.

Luft- und Artillerieangriffe der Russen.

Helsinki, 1. Jan. (DNB.) Nach dem finnischen Heeresbericht vom 31. Dezember endeten die Kämpfe am Kiantajärvi im Suomussalmi- Sektor mit einem Erfolg der finnischen Truppen. Im Frontabschnitt von Salla führ- ten die Russen einen Angriff auf finnische Stellun­gen durch. Die Schlacht nordöstlich des La- doga-Sees, die bereits am 29. Dezember be­gann, wurde fortgesetzt. Auf der karelischen Landenge g.iffen russische Truppen über das Cis des Ladoaas an. An oen anderen Frontab­schnitten der karelischen Landenge fand teilweise heftiges A rtilleriefeuer statt, das von den Russenn.^uf die Mannerheim-Linie gerichtet wurde. An den anderen Frontabschnitten herrschte stellenweise Patrouillen- und Artillerie- tätigfeit. Auf die fnnischen Küstenbefestigun- ge n führten die Russen zahlreiche Luft- und Artillerieangriffe durch. Bombenangriffe durch russische Flieger fanden am 30. Dezember im Sudwesten des Landes, unter anderem auf Han ko (Hanaö) statt. Die finnische Luftwaffe führte Aufklärungsflüge durch. Am 31. Dezember wurde dreimal Luftalarm in Helsinki gegeben. Beim ersten Male flogen neun feindliche Bomber über die Stadt. Eine Maschine soll abgeschossen worden fein. Nachmittags zeigten sich keine Flug­zeuge über der Stadt.

Die Mandate und der Krieg.

Eine Feststellung der Reichsregierung.

Berlin, 30. Dezember. (DNB.) Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland und die Südafri­kanische Union haben mit der Kriegserklärung an das Deutsche Reich auch di« ihnen als Man­date anoertrauten Gebiete in Kriegszu­stand mit Deutschland versetzt und in den Manoats- gebieten feindliche Maßnahmen gegen bas Reich, gegen Deutsche und deutsche Interessen ergriffen. Die deutsche Regierung stellt fest, daß bie Manbatare nichtimBesitzberSvuveränität über bie Manbatsgebiete unb infolgebeffen nicht bersch- t i g t finb, bie Gebiete in einen an Deutschlanb er­klärten Krieg einzubeziehen. Außerbern finb bie Man­datsmächte ausdrücklich verpflichtet, bie ihnen anoer­trauten Gebiete zum Wohle berbort ansäs­sigen Bewohner zu verwalten. Die für bie Ausübung bet behördlichen Machtbefugnisse gelten- ben Vorbehalte bezwecken grunbsätzlich eine Neu­tralisierung ber Manbatsgebiete in einem europäischen Krieg. Sie würben getroffen, um bie Hineinziehung ber Manbatsgebiete unb ihrer Be- völkerung in einen solchen Krieg ein für allemal zu verhinbern.

Die Hineinziehung ber Manbatsgebiete in den Krieg ist ein Rechtsbruch, bie Störung bes Friedens in ben Gebieten burch willkürliche Maß­nahmen gegen bie Deutschen unb ihr Eigentum ist eine burch nichts gerechtfertigte Hanblung, bie in Wiberfpruch zu bem Geist und dem Inhalt der Mandatsstatuten steht. Die deutsche Re­gierung hat durch Vermittlung der Schutzmächte den Regierungen der Feindstaaten mitgeteilt, baß sie diesen Rechtsbruch feststelle unb bie Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Australiens, Neu- feelanbs und Sübafrikas für allen Schaden

Ein deutsches Jahr in der europäischen Geschichte.

Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Neujahrsansprache an das deutsche Volk

Berlin, 31. Dez. (DNB.) Zum Jahreswechsel 1939/40 hielt Reichsminister Dr. Goebbels am Sonntagabend über alle deutschen Sen­der eine Ansprache, in ber er sagte:

Es fällt mir biesmal etwas schwerer als in früheren Jahren, in einer kurzen Siloefteransprache noch ein­mal bas abgelaufene Jahr vor bem geistigen Auge meiner Zuhörer in Erscheinung treten zu lassen. Nicht als wenn es mir babei am notwenbigen Stoff mangelte. Im Gegenteil, bas Jahr 1939 war so dramatisch bewegt und so großartig in feinen histo­rischen Vorgängen, daß man eine ganze Bibliothek darüber schreiben könnte; und doch weiß man kaum, womit man anfangen soll.

Vieles von dem, was sich in diesem Jahr ereig­nete, liegt uns heute schon )o fern, als wenn Jahre ober gar Jahrzehnte darüber verstrichen wären. Es ist ein Jahr, das unauslöschlich in das Buch der Ge­schichte eingetragen worden ist. Es wird gewiß noch viele Jahrzehnte lang den Geschichtsforschern Mate­rial und Unterlage für eine Unzahl von wissenschaft­lichen Untersuchungen geben. Sie werden sich dabei bemühen, Vorgänge und handelnde Personen in ihren Motiven und Triebkräften aufzuzeigen und darzustellen. Sie werben alles bas, was wir mit heißen, glühenden Herzen erlebt und gestaltet haben, mit wissenschaftlicher Objektivität kritisch untersuchen und festlegen und ihm trotzbem vermutlich nicht ganz gerecht werben. Aber Freund und Feinb, An­hänger und Gegner werden doch konstatieren müssen, baß es e 1 n großes unb bewegtes Jahr war, daß in ihm Geschichte gemacht wurde, daß es bas Gesicht Europas geändert und der Landkarte dieses Erdteils neue U m - risse gegeben hat.

Mehr noch, was unser Volk betrifft, wird man feststellen, daß sein nationales Leben sich im Jahre 1939 endgültig zu festigen begann, daß es in einer großen Kraftanstrengung an­fing, die Ketten der Beengtheit und Unfreiheit endgültig abzuwerfen und zum ersten Mal wieder nach seinem tiefen Fall als Groß­macht in die Erscheinung zu treten. Dann, wenn dieses Jahr einmal mit wissenschaftlichem Fleiß von der Geschichtsschreibung untersucht wird, werden Sorgen und Kümmernisse, die wir dabei zu tragen hatten, vergessen sein; die gebrachten Opfer werden in einem milderen und schöneren Lichte erstrahlen, die vergossenen Tränen sind versiegt, und das geopferte Blut bildet dann den Kill, der unser Reich für ewig zusammenhält. Dr. Goebbels gab bann in seiner Rundfunkan­sprache einen zusammenfafsenden Rückblick auf die großen politischen Ereignisse bes verflossenen Jah­res, wobei er Englanbs Kriegsschuld) scharf heraus- stellte unb bann fortfuhr: Das Jahr 1939 ist ins­gesamt gekennzeichnet durch eine auf die Einkrei­sung Deutschlands unb den Krieg gegen bas Reich hinzielende aufs äußerste angespannte diplomatische Tätigkeit der Londoner Plutokratie. Am 10. Januar schon erscheinen Chamberlain unb Halifax in Paris. Am 5. Februar erklärt Chamber­lain vor dem Unterhaus, daß alle Streitkräfte des Empire Frankreich zur Verfügung ständen. Am 18. März erfolgen englische unb französische Demar­chen in Berlin wegen der Errichtung bes Protek­torats über Böhmen unb Mähren. Wenn es da­mals noch nicht zum Kriegsausbruch kam, so des­halb, weil England und Frankreich noch nicht fer­tig. waren. Aber im Anschluß an die Errichtung des Protektorats erreicht bann die antideutsche Pressekampagne in London und Paris ihren ersten Höhepunkt. Hand in Hand damit geht die Ausstreu­ung von alarmierenden und den wahren Tatbestand vernebelnden Gerüchten von feiten der Londoner Kriegshetzerclique. Am 19. März schon wird lügne­rischerweise gemeldet, daß die deutsche Regierung Rumänien ein Ultimatum gestellt habe.

Es erfolgt nun ein verzweifelter Versuch ber

englisch-französischen Kriegshetzerclique, R ußland mit in die Einkreifungsfront gegen Deutschland hin­einzuziehen. Schon am 28. März war der englische Außenhandelsminister Hudson nach Moskau gereift. Am 31. März bringen Londoner Zeitungen die Lüge von deutschen Truppenansammlungen an ber pol­nischen Grenze. Am selben Tage proklamiert Cham­berlain im Unterhaus die Beistandserklärung für Polen und Rumänien. Der Führer nimmt am darauffolgenden Tage Veranlassung, in einer Rebe von Wilhelmshaven aus die eng­lischen Einkreisungspolitiker auf das eindringlichste zu warnen. Am 5. April erklärt Lord Stanhope, daß bie Luftabwehr ber englischen Flotte in Ver­teidigungszustand gefetzt fei. Am 20. April schon er­folgt in London bie Errichtung des Munitionsmini- ftcriums, das nur für den Ernstfall geplant war. Am 28. April antwortet der Führer vor dem Deutschen Reichstag auf dieses kriegerische Treiben ber englischen Plutokratie. Er erklärt bie Voraussetzungen für ben deutsch-englischen Flotten­oertrag durch Englands Politik für hinfällig, des­gleichen die deutsch-polnischen Abmachungen vom Jahre 1934. Am Tage vorher schon hat England die Wehrpflicht eingeführt, und am 14. Juni be­ginnen in Moskau die vielwöchigen englisch-ftan- zösifch-sowjetrussischen Verhandlungen. London hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland im Osten und im Westen an greifen zu lassen.

Der Minister gibt bann ein Bilb ber englisch-pol­nischen Intrigen unb Provokationen bis zum briti­schen Ultimatum vom 3. September unb fährt bann fort: Nun ist der Augenblick gekommen, baß bie ßonboner Kriegshetzerclique bie Maske fallen lassen kann. Bei ber Regierungsumbildung am 3. Septem­ber treten bie Häupter biefer Kriegs­hetzerclique mit ins Kabinett ein; Churchill unb Eben werben damit auch offiziell bie Einpeitscher ber britischen Kriegspolitik. Der KriegberWest- mächte gegen bas Reich nimmt feinen An­fang. Der Außenpolitik bes Führers ist es gelungen, ben britischen Einkreisungsversuch zunichte zu machen. Englanb unb Frankreich stehen allein gegen Deutsch­lanb. Damit ist bas Reich erneut auf bie Probe ge­stellt. Im Innern bes ßanbes sind alle Maßnahmen getroffen, um diesen Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen. Schon am 28. August wirb zur ratio­nellen Verteilung ber uns zur Verfügung stehenben Nahrungs- unb Gebrauchsmittel bie allgemeine Be- zuqfcheinpflicht eingeführt. Am 30. August erfolgt bie Bilbung eines MinisterratsfürdieReichs- öertetbigung. Am 1. September wirb eine um« faffenbe Kriegswirtfchaftsverorbnung erlassen, unb am 5. September erfolgt bie Einsetzung von mit großen Vollmachten ausgestatteten Reichs- verteibigungskommissaren. Am 20. Oktober werben in einem Erlaß klare unb sehr meitgehenbe Bestimmun­gen über bie Verde sserung ber Lebens­haltung für Angehörige Einberufener heraus­gegeben. Am 6. November schon können wir groß­zügige Verbesserungen in der Zuteilung von Lebensmitteln feftlegen. Am 16. November erfolgt bie Einführung ber Reichskleiber­karte, unb am 20. November wirb bie Verbesse­rung ber Lebensmittelversorgung für Nacht- unb ßangarbelter geregelt. Das Weihnachtsfest ver­leben Front und Heimat in einer festen unb uner­schütterlichen Gemeinschaft. Der Führer weilt bei feinen Truppen am Westwall, um mit Ihnen gemein­sam ben Heiligen Abend und bas Weihnachtsfest zu begehen. Das Jahr 1939 enbet für das Deutsche Reich unb für bas deutsche Volk mit ber unerschütterlichen Gewlßhe11 bes Sieges.

Wiederum Hegt ein Jahr, das größte und stol­zeste des nationalsozialistischen Regimes hinter uns. Dir nehmen mit Ehrfurcht und Dankbar­keit von ihm Abschied. Es war ein deut­sches Jahr in der Geschichte Eurovas.

Ehrfurcht erfüllt uns vor ben Opfern, die das ganze deutsche Volk in diesem Jahr gebracht hat. Sie tra­

fen den einen stärker, den anderen weniger stark. Aber wir haben alles getan, um die Lasten, bie getragen werben mußten, gerecht auf alle Schultern zu verteilen. Dieser Krieg wird vom ganzen Volke geführt. Es ist ein Krieg um unser nationales Leben. Es hat dabei gar nicht zu sagen, daß er noch nicht auf allen Fronten in voller Schärfe entbrannt ist. Es kann nicht mehr daran gezweifelt werden, daß die Kriegshetzer­cliquen in London und Paris Deutschland zer­stückeln unb das deutsche Volk v e r i ch t e n wol­len. Sie geben bas heute auch offen zu. Nur für bie Summen halten sie noch ihre scheinheiligen Phrasen bereit, baß sie nur ben Hitlerismus besei­tigen, bem beutschen Volke aber nichts Böses zufü­gen wollen. Das kennen wir aus ber Vergangenheit, unb gebranntes Kinb scheut bas Feuer. Daraus fällt in Deutschland heute niemand mehr herein, eie wollen im Führer ben Hitlerismus, im Hitlerismus bas Reich unb im Reich das beutsche Volk treffen. Alle Bemühungen des Führers um den Frieden haben bei ihnen nichts gefruchtet. Wir stehen ihnen als Reich der 90 Millionen in ihren brutalen Welt- beherrfchungsplänen im Wege. Sie Haffen unser Volk, weil es anständig, tapfer, fleißig, arbeitsam unb intelligent ist. Sie hassen unsere Anschauungen unsere sozialen Vorstellungen unb Errungenschaften, sie hasten uns als Gemeinschaft und Reich. Sie haben uns einen Kampf auf Leben und Tod auf­gezwungen. Wir werben uns dagegen entsprechend zur Wehr setzen. Es ist nun keine Unklarheit mehr offen zwischen unseren Feinden unb uns. Alle Deut­schen wissen jetzt, woran sie finb; unb deshalb ist bas ganze deutsche Volk von einer fa­natischen Entschlossenheit erfüllt Ein Vergleich mit bem Weltkrieg ist hier gänzlich unan­gebracht. Deutschland ist heute wirtschaftlich, poli­tisch, militärisch und geistig bereit, bem Angriff seiner Gegner die Stirn zu bieten.

Es wäre vermessen, bas neu anbrechende Jahr in feinen Einzelheiten feftlegen ober analysieren zu wollen. Es ruht noch im Schoß ber Zukunft. Nur soviel steht fest: Es wirb ein hartes Jahr wer­ben, unb es gilt, die Ohren steif zu halten. Der Sieg wirb uns nicht geschenkt werben. Wir müssen ihn uns oerbienen, unb zwar nicht nur an ber Front, fonbern auch in ber Heimat. Jeder hat daran mit­zuarbeiten unb dafür mitzukämpfen.

Und deshalb richten wir in dieser Stunde, da wir Abschied nehmen von einem großen Jahr und eintreten in ein neues, großes Jahr, unse­ren Gruß von der Heimat an die Front. Dir richten ihn an alle Soldaten in den Bun­kern und Borpostenstellungen, auf den Flieger­horsten und auf den Einheiten unserer Kriegs­marine. Heimat und Front aber vereinigen sich in dieser Stunde in ihrem gemeinsamen Gruß an den Führer. Doge ein gütiges Geschick ihn uns in Gesundheit und Kraft erhalten; dann können wir ruhig und sicher in die Zukunft schauen. Er ist heute mehr noch als je zuvor für uns alle Deutschland, der Glaube an unser Volk und die Gewißheit seiner Zukunft. Dir verneigen uns in Ehrfurcht vor den großen Opfern unseres Volkes. Sie sollen nicht um­sonst gebracht worden sein und nicht umsonst im kommenden Jahre gebracht werden. Das sind wir dem Reich und seiner Zukunft schuldig.

Indem wir unsere Herzen in ehrfürchtigem Dank Zum Allmächtigen emporheben, erbitten wir uns von ihm auch für das kommende Jahr seinen gnädigen Schutz. Wir wollen es ihm nicht schwer machen, uns seinen Segen zu geben. Wir wollen kämpfen und arbeiten und dann mit jenem preußischen General sprechen:Herrgott, wenn du uns nicht helfen kannst oder nicht helfen willst, so bitten wir dich nur, hilf auch unseren verfluchten Feinden nicht!"

verantwortlich mache, der Deutschen und ihren Interessen in den von diesen Ländern verwalteten Mandatsgebieten zugefügt wird.

Die Wehrmacht« berichte.

Berlin, 1. Jan. (DRV.) Das Oberkommando der Dehrmacht gab am 31. Dezember bekannt:

An der D e st f r o n t verlief der Tag ruhig. Die Kriegsmarine fetzte auch in den letzten Wochen die Aufklärungs- und Ueberwachungstätigkeit sowie eine laufende Kontrolle der Handelswege in Ost- nnd Rordfee vlonmäßiq fort. Der Einsatz von $??- streitkräften im Handelskrieg war weiterhin erfolg­reich. Ein V o r p o st e n b o o t ist in der Rächt vom 29. zum 30. Dezember östlich von Trelleborg bei schwerem Sturm gestrandet. Von der 37 Dann star­ken Besatzung wurden 35 Dann gerettet.

Das Oberkommando der Dehrmacht gibt am 1. Januar bekannt:

An der Westfront keine besonderen Ereignisse. Feindliche Flugzeuge versuchten am 31. De­zember nachmittags die deutsche Nordsee- küste anzustiegen, wurden jedoch frühzeittg er­kannt und ab gewehrt.

AeueDerlehung holländischen Gebietes durch britische Klug euae.

Berlin, 2. Jan. (DRB) Bei den Aufklärungs- verfuchen, die die Briten gestern gegen die deutsche Rordseeküste unternahmen, setzten die deutschen Abwehrmaßnahmen so frühzeitig ein, daß die britischen Flugzeuge, ohne irgendeine An­griffshandlung einleiten zu können, ben Rück­flug antreten mußten, hierbei ist i n d r e i F ä l - len festgestellt worden, daß die Briten, wahr­scheinlich um den Flug über offenes Wasser abzu­kürzen, aus der deutschen Bucht in niederlän­disches Hoheitsgebiet einbogen. Damit hat sich dos britische Konto von Reutralitätsver- lehungen um drei weitere Fälle erhöht.

Unsere Flieger wieder über den Gbetlandm^eln.

Amsterdam, l.Jan. (DNB.) Wie aus London berichtet wird, wurden Zwei deutsche Flieger am Montagmorgen über ben St)etlanb- i n f e l n gesichtet. Es mürbe Lustalarm gegeben, unb bie Luftabwchrgelchützs traten in Tätigkeit. '

Gowjeiruksisch-japamsche Einigung in der Fischereifrage.

Grundsätzliche Derstäi.<>iqung auch über die Festsetzung der Grenzen zwischen Molotow und Togo.

Moskau, 1. Jan. (DNB.) Während einer mehrstündigen Unterredung zwischen dem japanischen Botschafter in Moskau, Togo, und Außenkom- rnissar Molotow wurde eine Vereinbarung in der Fischereifrage erzielt. Danach soll die proviso­rische Fischereikonvention, die im Frühjahr 1939 ab­geschlossen wurde, zunächst verlängert werden, um das Eintreten eines vertragslosen Zustandes be­züglich der japanischen Fischereirechte in den sow­jetischen Territorialgewässern zu vermeiden. Gleich­zeitig werden jedoch die Verhandlungen weiter­geführt, durch die ein langfristiges Fische- rei ab tommen erreicht werden soll, das das seit einigen Jahren von Fall zu Fall erneuerte Pro­visorium endgültig ablösen würde.

Gleichzeitig wurden zwischen Molotow und dem japanischen Botschafter die Fragen besprochen, die mit dem Projekt einer Neufestsetzung der gesamten Grenzlinien zwischen der Sow­jetunion unb der A e u ß e r e n Mongolei einer- feits und Mandschukuo und Javan anderseits verbunden sind. Die Sowjetunion yatte schon im Jahre 1934 einen diesbezüglichen Vorschlag an Ja- pan gerichtet, der aber infolge des Auseinander­gehens der beiderseitigen Standpunkte niemals in die Tat umgesetzt werden konnte. Nun erfährt man, daß von japanischer Seite schon anfangs Dezember neueDorschlüge für die Neufestsetzung der Grenzlinien in Moskau überreicht worden finb. Die Sowjetregierung hat sich nun im Prinzip mit den japanischen Vorschlägen einverstanden erklärt, die auf bie Schaffung einer gemischten Kommis- Hon aus Vertretern der vier in Frage kommenden Staaten hinausläuft; sie behält sich jedoch vor, einige Verbesserungen und Zusätze zu bem japanischen Plan vorzuschlagen. Damit ist zum ersten Male seit vielen Jahren eine grundsätzliche Verständi - g u n g über bas Problem ber Neufestsetzung der fernöstlichen Grenzen zwischen Moskau und Tokio erreicht.

Die Moskauer Presse veröftentlichi in großer Aufmachung die Dokumertte der sowjetrusfi sch- japanischen Abmachungen über die Zahlung der letzten Nate für dir ostchinesijche Dahn

und über die Verlängerung des Fische- reiabfommens. In dem Notenaustausch zwi- scheu Molotov und Togo werden weiter geregelt ber Betrieb japanischer Fischkonservenfabriken und der zu ihnen gehörenden Fischereigrunde in den so wjetrusf ischen Hoheitsgewässern, ferner das Prin- K der Versteigerung für diejenigen an Japan zu überlassenden Fi scher ei gründe, deren Verträge mit bem Jahre 1939 abgelaufen find, ferner die Zah­lungsbedingungen für bie Ueberlassung ber Fische- reigrünbe. Ein Kommentar ber TASS, hebt die Be­zahlung der letzten Rate bes Kaufpreises für die o st chinesische Bahn burch Mandschukuo an bie Sowjetunion mit Genugtuung hervor. Man- bschukuo hatte es im Hinblik auf eigene Schuld- forberungen an die Sowjetunion ab gelehnt die fällige letzte Summe für die ostchinesische Bahn an bie eowjetunion zu zahlen. Durch das Abkommen werden die Forderungen ber Sowjetunion an Man- bschukuo und diejenigen Manbschukuos an die Sow- gegeneinander aufgerechnet, wobei Mandschukuo bie Verpflichtung übernommen hat, eine Restsunnne von 5,8 Millionen Pen bis zum

-1942 ö:a5 Konto der sowjetrusfischen

Botschaft m Tokio einzuzahlen. Die Sowjetunion hat sich chrerseits verpflichtet, diese Summe z u m 1" p°"'schen und mandschu- rischen Waren zu verwenden.

Oie Option in Oberetsch.

Rom, 2. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Durch- suhrung der Option der deutschsprachigen ? * V r r 9 des Oberetsch ist gemäß dem deutsch-ita lemschen Abkommen um Mitternacht bes ^e^mbe,L abgeschlossen worden. Der Ent- Meid ist vollkommen in Ordnung vor sich gegangen. Die Beziehungen zwischen den italienischen Behör- den bes Oberetsch unb der deutschen Abordnung waren stets von größter Herzlichkeit und Korrektheit getragen. Am Neujahrsabend hat in Bozen ein Essen mit anschließendem Empfang stattaefunden, cn dem neben den Mitgliedern der deutschen Abordnung dex Staatssekretär im «Butfc