Ausgabe 
1.12.1940
 
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^-Obergruppenführer Lorenz.

Dec Optiker am Lahn

4

(Nachdruck verboten.)

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6. Fortsetzung.

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Der Zlüchlling auf Korsika

Roman von geinz Lorenz-Lambrecht

Aufbruch ins Reich.

Letzter Tag in einem deutschen Dorf in der Dobrudscha.

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2 21prU beinahe geschnappt hallen, und dort S e 1 e n c g, wo zwei Stunden später eine englische aeschlofsene Kompanie in Das Feuer meiner MG lief Wie lebendig wird Dies alles wieder

Doch die Zeit Drängt, von Süden her. aus Der. GegenD von Ham, tont Gefechtslärm herüber Unser Ziel aber liegt in nordwestlicher Richtung immer tiefer hinein in Die Bresche, Die unsere PanzerDioi- sionen geschlagen haben. Auf Der großen Straße von St Quentin über Roupy, Beauvois unD lertrg geht es PSronne entgegen Früher begleiteten schattenspenDende hohe Bäume Diese Straßen. Heute sind es Bäumchen, die erst Bäume werden wollen, Ersatz für die von uns gefällten Doch Dort steht wirklich noch einer Der alter zu sein scheint Ich reite hin und sehe eiserne Klammern als Leiter m seinen Stamm getrieben, aber völlig verrostet. Eine alte B S teile! Der Baum kommt mir vor wie ein alter Kamerad in dieser völlig neuen Umgebung. Denn alle Dörfer sind am alten Platze neu aufgebaut, doch der Ackerboden sieht so aus. als ob er das Umwühlen noch nicht überwunden hätte

Dor uns P 6 r o n n e ! Die Stadt brennt, Flieger werfen Bomben Nach rechts zeigende Wegweiser tragen bekannte Namen Richtig, Dort liegen Die Höhen vyn Marquai? und Hamel, auf Denen Die Dritte englische Stellung verlief, in Die ich im Nebel Des 23 März 1918 mit meiner 5 über- raschenb efnDrang, unb Die ich gegen Gegenangriffe hielt bis Die Bealeitbatterie, Die 5 /25, zur Panzer« abwehr heran war. Ein stolzer Tag für meine braven Männer von Damals! Das BanD des .^Hohen- zvllern" auf Der staubigen Bluse erinnert an ihn. Und dort liegt Aizecourt le Haut, wo mein Vorgänger in Der Kompanieführung. Odlt Kei cher. am 14 September 1916 bei Bouchavesnes gefall-n feine letzte Ruhe fand Bouchavesnes! Der Name ist nicht wegzudenken aus Der Geschichte Der hessischen Regimenter

Ich umgehe mit meiner Marschgruppe Peronne unD Das Darauf liegende Feuer und marschiere.zu­nächst auf Mont St Quentin los, um bis auf wenige Kilometer an Bouchavesnes heratnukom- men Doch bann muß ich noch Tuben zur Somme ebbiegen Aber bie Derbinbung ist ba mit ben vielen lieben Kameraden bie Derschwane" 20. September 1916 verschlang! Das Rätsel ihres Tobes wurde auch nicht gelost, als wir am 24. März 1918 Bouchaves« nee wiedernahmen, zu besten Derteibigern uns ein merkwürdiges Geschick am 1 September 1918 wie« Der werben ließ Die Straße im Sommetal von Pfanne über (Stert) unb Maricourt, bie wir nun bei Nacht weitermarschieren, ist Euch alten Käme« roden von 1915-1918. bie Ihr bies vielleicht lest noch wohlbekannt. D-r Narb-Kan al" in dem wir währenb ber Sommeschlacht bei Moislains Unterschlupf fanben. unb in dem wir in ber Nacht vom 23 /24. März 1918 biwakierten, ist Heute noch nicht fertia Zwar bat man zu seiner Finanzieruno eine Lotterie veranstaltet, aber der Kanal hat feinen Nüßen davon aehaht Unb Heute spi-lt sein Ausbau hi ben Arbeitsbeschaffungsplanen Frankreichs eine grobe Rolle

Al» ber lag graut. Drängen sich Drei Namen in ben 9lnrht»rorimb: Dort rechts der Dormarschstraße. Has ist Harderourt, von dem ein Kornstaaes« befehl am 28 Auauft 1918 verkündete- Nach sieben fchw-ren G'-oßkamoftnaen warf heute ob-nd die 25 örobh hessische Inf -Division mit dem Garhe-Gre« nobier-Reat Kaiser Kronz' aus eiaenem Entschluß d?e Enalonher in alänzendern Geaenstoß von der Hohe nördlich Harh-rvurt aus Harderourt unb hem Seiher Wald Der Feind erlitt lchwere blutige Ver­luste Ein bonnerndea Hurra h-n tanferen H"sten und ber vreithif-4'«*n (Barhe?" Und hier kommt M a ri court! 24 März 1918, abends Wir sind am Rand des Somm-schlachtfeldes ongekom« men Die englische Front, scheint durchbrochen Ich sehe noch den R-oiment«kommandeur an her Smße des zur Marschkolonne sich zusammenziehenden Re, giments tm Vormarsch auf Marirourt, bis feind- sicher MG -Feuer zeigte, baß der Feind neue Kräfte fn ben Kamps geworfen hatte. Ilnb am nächsten Tage wehrten mfr seine dreimosigen Angriff- mit seinen eigenen Waffen, aus Tanks erbeuteten Pemi?» Gewehren ab. weil wh für eigene beutsche Waffen keioe Munition mehr besaßen.

In Eamon wird eine Mnri«ßrnst eingelegt. Auch di-s-s Darf und Mulden und (B^hen in f-iuer Nähe sind reich an Erinnerungen Hier durchlebte das Regiment im Auauft 1918 schwerste Tgne unter brnon d»r 29 Mi,n"st ein hefn^h-r« nerl"str"i-hs^

manbantur; es wird, ba bie (Befangenen natürih kein richtiges Geld haben dürfen, von den wöchiD lichen Gutscheinen abgezoaen, Die ihnen gei^ einem deutsch-französischen Abkommen für ihre D> düriniste bei ber Kantine bis zu einem Wert W zwanzig Francs wöchentlich zustehen.

Die Gefangenen lesen unb dösen in ihren Silf stuhlen. Es ist still auf der Bastion. Glühend |M die Sonne am Himmel, obwohl es schon in

Sonnenscheibe aus dem Wasser unb beginnt lang­sam in ben Himmel zu steigen.

. Viktor wirb kaum berührt von diesem Farben­spiel ber Natur. Mübe unb voller Ueberbruß wen- bet er sich in bas graue Dunkel des langen Raumes zurück Er legt sich wieder nieder und findet, da sich der heiße Körper nun doch abgefühlt hat, einen kurzen und traumlosen Schlaf.

III.

Viktor fühlt sich am folaenben Tag schlaff und unlustig. Der gestrige Fieveransall wirkt noch in ihm nach, ebenso wie sein lebhafter Traum Er hat Das Bedürfnis, allein zu fein. Aber fast ist es un- möglich, sich von Den anDeren (Befangenen adzu- fonoern Man kann sich in sein Zimmer hocken, man kann seinen Kreislauf im engen Hof antreten, man kann auf die Bastion hinausgehen überall trifft man bie Gesichter, in Denen man iebes Fält- chen kennt.

Nach bem Morgenappell unb Dem sparsamen Frühstück geht er zur Bastion hinaus. Durch ein überbautes Torgewölbe. Das aus bem Hos heraus, führt, bann zwischen hohem Gemäuer steigt er Die iünszig Schritt hinauf Die Bastion ist ber höchste unb äußerste Punkt ber Zitabelle Sie bildet einen Dreieckigen kleinen Platz Die eine Seite, nach ber inneren Zitabelle zu, ist offen Die anberen beiden Seiten laufen spitzwinkelig unb von Mauern be­grenzt aufeinander zu. um an ihrem Treffpunkt von einer maurisch anmutenben Kuppel überwölbt zu werben, bie einen schmucklosen Pavillon bildet Die hintere der beiden Mauern ist sehr hoch hat aber schmale senkrechte Sehschlitze ober Gucklöcher ober wie man es nun nennen mag. man sieht durch sie einerseits in bie Straße hinein, bie vom Zitabellen- berg in Die Unterstadt führt, anbererfeits nach links hin, in einen tiefer gelegenen Teil Der Zita- belle, ber ben Gefangenen verschlossen ist Die Mauer nach vorn ist nur brusthoch Eine Flucht über sie scheint ausaeschlosien sie ist auf Den senk­recht aufragenben Felsen aufgesetzt

Immer halten sich einige (Befangene auf bet Bastion auf Sie liegen in ben ßiegeffühlen, die sie von Damtani erworben haben, dem Händler, ber täglich in Die Zitadelle kommt, um den Offizie­ren allen möglichen erlaubten Krimskram es gibt eine abgestempelte Liste Darüber! anzu- brehen. Das Geld hierfür erhält er von Der Kom-

Der Leiter Der Volksdeutschen Mittelstelle, der lit K <1< CK-___ w-. LL hto ni-ntin 9f u.

Nun ist es Spätherbst geworben. Das weite Land m Rumänien zwischen Donau und Schwarzem Meer ist erfüllt von der Schönheit Dieser sonnigen No- oembertage. Am seiDiablauen Himmel ziehen un* enDliche Scharen 'Bögef aus Dem Norden kommend Durch Das Land werter nach Dem warmen SüDen. Voß Den weiten FelDern. Die sich bis an Die Donau und bis zu ben Ufern bes Schwarzen Meeres er­strecken, ist Die Ernte eingebracht, nur Da und Dort stehl noch ein MaisfelD, und ber Wind rauscht Durch Die Blätter Schon sind wieder einige Aecker bereit. Die Wintersaat aufzunehmen, Die eiserne Pflugschar hat Die schwarze, fette ErDe in Schollen aus Dem Boden herausgehoben, schnurgerade liegen die glän­zenden Furchen nebeneinanber

lieber ber Donau liegen am Morgen breit unb bicht Die Nebel und lösen sich erst widerwillig, Öen von ber Sonne, Die sich siegreich Durch-

t. Der Herbstwind weht über bas Meer unb wühlt es auf. Die Wellen rauschen In ewiger Folge, geziert von weißen Schaumkronen, gegen Die Küste Bläst Der WinD stärker über Das Wasser, so werben aus ben Wellen Wogen, gläserne schillernbe Wogen­berge. bie gegen die Küste rollen unb tosend zer­brechen Die Blätter der Akazienbäume, bie in Den Dörfern stehen, sind ganz gelb geworden und tau­meln langsam von Den Zweigen Es ist ein großer Abschied in ber Natur. Der nicht traurig stimmt, ber nur zum Denken zwingt, ber oft Klarheit schafft und neue Wege weist. Kein Abschied für immer ist es. halb kommt bie Wiederkehr Des Neuen, alles ist bann frisch und kräftig, ein neuer Abschnitt be* ginnt

In ber Dobrubscha, biesem Land zwischen Donau und Schwarzem Meer, nehmen auch in Diesen Wochen des Spätherbstes Taukenbe von deutschen Menschen Abschied von Dem BoDen. ben sie Jahrzehnte bestellten, von Dem Haus unb Hof, in dem sie ebenso lang arbeiteten unb lebten, sie löschen Die Feuer am häuslichen Herb und kehren heim in bas Lanb. aus bem ihre Vorfahren einst ausgezogen waren.

In Mangea-Punar. einem am Gestabe des Meeres liegenden freunblich stillen Dorf mit schmucken weißblau getünchten Häusern, das fast durchweg von deutschen Bauern bewohnt ist. rüstet man zum nahen Aufbruch ins Reich. Schon ist aller Hausrat verpackt, nur Das Notwendigste ist noch in Den Stuben, ein oder zwei alte Stühle, um sich noch ein wenig Hinsehen zu können, ein alter Tisch, ben man nicht mitnimmt, ein blinder Spiegel an Der Wand, Der ausgedient hat Sonst sind Die weißen Wände kahl, und Das Sonnenlicht flutet in bie Räume, in benen alle Fenster offenstehen.

Im Hof, im Stall und in der Scheune ist alles so. daß ber, ber als Nachfolger bes deutschen Bauern an Den Hof kommen wird, die besten Vorbedingun­gen für einen guten Anfang hat Ja, sie werden sich tüchtia anstrengen müssen, die. bie nun die deutschen Bauernhöfe in ber Dobrudfcha überneh*

sich das Meer. ...

Viktor denkt an nichts Bestimmtes.

Denkt er an überhaupt nichts. Er ist nur von i üblen angefüllt. Sie kreisen um Thea. Nach Skandal mit Mervinger hat er sie nicht mehr * sehen Wie bättf er ber Ehrlose, ber auf Reichtum spekulierte, es wagen bürjen. sich ihr einmal zu nähern! Er hat chr nur einen kiE Abschiedsbrief geschrieben, bevor er bie Reise u ben großen Teich antrat. Aber er hat sie nicht A gellen können Er liebt sie noch immer Aber In' Liebe ist anbers geworben, meint er, tiefer, «W Härter, bewußter.

(Fortsetzung folgt)

Die Offiziere bes Ehrengerichts hörten Dr Mer- ptnger mit höflichem und eisigem Schweigen und schmalgepreßtem Mund an Mit dem Herzen ftan» ben sie auf Viktors Seite. Aber Viktor mußte man verobschieben, unb Mervinger mußte man beim Ab­schied bie Hand geben Man tat es, indem man ben Arm sehr stets von sich ab hielt unb eine ebenso steife Verbeugung machte.

Viktors Pläne für eine leuchtenbe Zukunft waren über Nacht zusammengestürzt Im Mai 1914 bie Festungshaft hatte man gekürzt nahm er ben Weg, Den vor ihm so viele verkrachte Eristenzen eingeschlagen hatten: ben Wea in Die Neue Welt Er trieb sich, ohne schon festen Fuß gesoßt zu haben, in Neuyort herum, als ber Weltkrieg ausbrach Da frohlockte er schon Es war Die große Chance für ihn. Die einzige Chance, seinen Ehrenschilh wieber blank zu bekommen Mit dem ersten Schiff es war ein, schwebisches fuhr er nach Europa, um sich seinem Regiment zur Verfügung zu stellen, unb selbst wenn er wieber als ganz gewöhnlicher Sol­dat anfangen mußte. Seine Ehre, fein Berus, feine Heimat, seine Liebe alles, alles war wieder mn einem Schlage erreichbar geworden Welches Glück für ihn dieser fürchterliche Krieg!

Auf dem Schiss befanden sich noch sechzehn an bere, Die gleich ihm unter ben beutschen Fahnen kämpfen wollten Darunter Iürk Solterbeck Er war um brei Jahre älter als (Bienant, neubackener Re- serveofsizier unb von seinem Vater gerabe zu einem halbjährigen Ausenthalt in die Staaten entlaubt worden, um die Dortigen Verhältnisse zu studieren Vom ersten Augenblick an schlossen sie sich einan­der an

Im Kanal überfiel Viktor wieder sein Mißgeschick Ein französisches Torpedoboot stellte ben Schweden unb nahm mit bem Recht bes kriegsührenben Staates bie sechzehn wehrfähigen Deutschen gefan­gen Die sechs Offiziere ber Reserve unter ihnen (amen von Brest in bas Gesangenlager nach Belle Isle. Auch Viktor. Zwar war er nicht mehr Dfji»

mar. Mancher liebe Kamerad mag hier in einem der verschiedenen Friedhöfe zur letzten Ruhe gebettet fein Wir haben keine Zeit unb Ruhe, Denn man braucht uns Wir marschieren über Fricouri wo einst Richthofen vor seiner Uebersührung nach Deutschlanb sein Grab fand, und Albert auf Dem Rorbufer Der Somme weiter auf Amiens los. während wir 1918 im März nach SuDeu über die Somme abbogen So zogen im Fluge eines einzigen Marschtages die Bilder aus fünf Kriegsiahren vor- über, und dankbar empfanden wir alten Soldaten es Daß unserer, unter unserem Befehl marschieren­den jungen Mannschaft Die Kämpfe und Opfer er­spart geblieben sind, die wir selbst hier in all ihrer FurchGarkeit kennengelernt hatten.

Was nun kam. schien auch für uns Neuland zu fein. Während der großen Schlacht in Flandern, In Der Abwehr bei Amiens und ostwärts Davon be­reiteten wir uns Darauf vor. eines Tages aus unseren Stellungen anzutreten gegen Die Wey - gand-Linie auf Die Frankreich seine letzte Hoffnung setzte. Am 7. Juni war auch für mein Bataillon d§r Auaenblick gekommen, wo mir über die Somme vorstoßenD ober aus bem kleinen Brückenkopf von Aubigny ostwärts Amiens vor- brechend, aus ber Abwehr wieber zum Angriff an­treten konnten. Mein erstes meltergeftedtes Am

men, denn ber beutsche Bauer hat sich mit Meiß unb Tüchtigkeit einen Hof geschaffen, Der ein Vor­bild sein kann für jeden Landmann.

Viel lassen diese deutschen Menschen zurück an den Stätten, an denen sie groß geworben sind, manche Erinnerung an schöne Sage in ihrem Leben taucht gerade setzt beim Abschied wieder auf, und hm und wieder greift wohl eine stille Wehmut um sich, aber bann ist ba Das anbere, bas Große. Der Führer hat uns in das Reich gerufen, wir sollen heim nach Deutschland, in das große stolze Reich. Wir sollen fortan mitschaffen in Gemein­schaft mit unseren Brüdern unb Schwestern am großen Werke Adolf Hitlers. Das ist bie große Freude, bie alle Wehmut überbrückt. Von ganzem Aerzen freuen sich diese Menschen, ob jung ober alt

In Mangea-Punar, bas heißt auf beutsch Büffelbrunnen", ist am Tage vor der Abreise eine freudige Unruhe. Im Hause Des Bauern Baumstark eilen Die Kinder mit glänzenden Augen durch die leeren Zimmer und laufen Dann wieder hinaus auf Den Hof. Der Kleinste, Drei Jahre ist er alt, geht zu Den PferDen, bie im Hofe an einer Akazie an­gebunden stehen, unb streichelt ben zu Boden ge­neigten Hals der braunen Stute. Dann wendet er sich und kommt zum Vater, der an der Haustür steht, unb Jagt zu ihm:Vater, bie Pferd' folln in Den Stall!"Na. brina's halt rem. Die letzte Nacht", lagt ber VaterI kann net", antwortet leise ber Kleine, er weiß, baß er noch zu klein und schwach ist für solche Arbeiten, aber schon beschäf­tigen sich seine Gedanken mit den Tieren und Din­gen am väterlichen Hof Das wird einmal ein rich­tiger deutscher Bauer auf irgendeinem Platz in Deutschland werden.

Die Mutter spricht mit den blonden blauäugigen Töchtern nochmals über Das Hausgerät, bas mit­genommen werben konnte unb in ben Koffern unb Kisten schon verpackt ist Auch ber alte Großvater Baumstark freut sich mit allen Fasern seines sung- gebliebenen Herzens auf bie Heimfahrt Ins Reich zuerst ben Nibelungenstrom aufwärts unb bann weiter auf ben stählernen Schienen bis mitten nach Deutschlanb hinein.

So, wie in ber Familie des Baumstarks alles voll Freude und Erwartung ist alles bereitsteht zum Aufbruch, so ist es in jedem deutschen Bauernhaus m Mangea-Punar. liberal! ist abgeschlossen mit dem bisherigen, überall ist man bereit, bem Neuen mit offenen Herzen und klaren Augen entgegenzu­treten. liegt doch bas Neue, bas nun für jeden von ihnen kommt in ihrer wirklichen ursprünglichen Heimat, in Deutschlanb

Und so wie es in Manaea^siunar Der letzte Tag vor der Heimkehr ist, so ist es auch in all ben an­deren Orten Der Dobrudscha. in Denen Deutsche bis» her lebten, der letzte oder einer der letzten Tage. Bald haben alle 1215 000 Volksdeutschen Den W-a in die Heimat ongetreten.

Ungern sehen die Rumänen, sie setzt scheiden,

zier, aber in einem seiner Papiere stand noch ein < Vermerk, daß er es gewesen war Unb ba Die Fran- i zosen währenb ber ersten Krieasmonate ihren . Stolz bareln setzten, möglichst viele Deutsche Offiziere unter ihre Obhut zu bekommen, so steckte man auch Viktor kurzerhanb in ein Offizierslager, wo sie auf Befehl ber Kommanbantur wegen Fluchtgefahr halb nur noch in Uniform gehen burften, die sie ich von zu Hause schicken lassen mußten

Viktors Herstellung auf Wiederherstellung seiner Ehre war in bie Brüche gegangen. Sie schien hin­ter bem Stachelbraht enbgültig vernichtet Er litt mit vielen tausenD Offizieren Die Entbehrungen ber Gejangenschaft. Aber bie anbern hatten wenigstens gekämpft Sie hatten in Den vordersten Linien ge­legen, waren verwundet, verschüttet, beim Sturm­angriff abgeschnitten worden Sie waren ehrliche (Befangene Er selbst zu aller Unehre, die er schon vor dem Krieg auf sich geladen hatte kam nun noch diese klägliche Gefangennahme, bevor er überhaupt einen Schuß Pulver gerochen

Viktor liegt mit heißem Gesicht Seine Nerven zucken Stunde um Stunde durchgrübelt er* die Rächt und wird von einer Empfindung in die an­dere gestürzt Bitterkeit und ohnmächtiger Zorn auf sein Schicksal, Sehnsucht unb zartere Regungen. Ueberbruß unb Ekel unb am allermeisten dos Be­wußtsein. ein minderwertiger unb von allen guten Geistern verlassener Mensch zu sein bas alles tobt sich in einem wilben Aufruhr in ihm aus

Der erste Ovalglanz ber Morgendämmerung Durch­dringt schon Oie blaue Nacht Viktor steht auf und geht leise an das Fenster Eine dumpfe Schwüle lagert in bem Raum, in bem bie Atemzüge ber (Be­fangenen burcheinanber wehen, seufzen, röcheln, stöhnen, knarren

Er steigt wieder auf bas niebrige Sims unb hält sich an zwei Eisenstangen Die herandrängende Mor­genluft kühlt lein heißes Gesicht Das Fiebern bes schweiß'suchten Körpers läßt allmählich nach Mit realofem Blick starrt er über Die Dunkle Fläche bes Meeres Vor Der italienischen Küste steigt in das Opal des Morgens bald ein zartroter Ton. Der wächst rasch höher hinan und färbt sich in der Tiefe wie Brandglut Dann wabert ein purpurner Gold- i |aum den ganzen Horizont entlang, als ob Him- > mei unb Meer, wo sie sich berühren, in Brand ae- . taten wären. Endlich taucht riesig und blutrot Die

griffsziel des Tages war bas Dorf (Benteil es. Auf ber Hochfläche vor ihm aber konnte ich einem meiner Kompaniechefs zeigenDort Drüben im Sübosten liegt Thennes rind Dort Hangard. unD an jenem WalDstück habe ich im April die Stel­lung meiner Kompanie gehabt, die am weitesten gegen Amiens unser Ziel, herangeschoben war Damals wußte ich nicht Daß mir eine besondere Ueberraschung noch bevorstand. Denn als ich letzt zu Hause in alten Karten kramte, fiel nur eine Skizze, längst vergessen, in bie Hanb, bie ben Kopf trägt:Angrisssstreifen für ben Angriff ber 25 2 D am 4. IV. 1918." In ihrem Streifen aber liegt Gentelles, unb als damaliger 116er war ich auf bas gleiche, aber nicht erreichte Angriffsziel ongesetzt^wie jetzt als 36er, nur mit dem Unter­schied. Daß Damals Der Stoß nach NorDwesten gegen Amiens zu führen war, dieses Mal von Amiens nach Süden gegen Paris. Am Abend Des 7 Juni war ich mir allerdings dessen nicht mehr bewußt, daß sich hier in Gentelles nach 22 Jahren erfüllt hatte, was 1918 ein Versuch geblieben war. Der Fall, zweimal im Leben nach so langer Zeitspanne auf ein doch verhältnismäßig kleines Ziel zum An­griff angesetzt zu sein, Dürfte nicht allzu häufig fein Es war für mich bie größte Ueberraschung beim Suchen auf eigener Spur.

vor allem Das neue Rumänien gibt bas offen ff r unb bekennt freimütig, Die deutschen Bauern wom Vorbild für uns, es ist schmerzlich, sie zu di: g lieren, aber wir können es nur zu gut begreif daß diese Deutschen Menschen keinen Auyenbli! H zögern, rief sie doch ihr großer Führer in bs mächtig geworbene Deutschland zurück, ba bltifi keiner. Ja, diese Deutschen haben ihren Platz n Sübosten immer voll ausgefüllt, sind nicht gtmari! noch gewichen, wenn auch oft schwere Stürme ük sie hinwegbrauften. sie standen wie knorrige Deutlft Eichen unb trotzten ben Unbilden und Widrigkeit,', n die nur allzu oft in ben vergangenen Jahren Ute | sie hereinbrachen.

Starke, gesunde beutsche Bauernfamillen uit! auch eine große Zahl Handwerker ziehen hm. Zahlreich sind die Kinder ber einzeln. Familien. Das ist mit ein Geschenk, das biß; Deutschen heimbringen. Sie werden sich einfÜM als ein starkes Glied in Die große Gemeinschaft te gesamten Deutschen Volkes unb werben unter te Führung Adolf Hitlers mitbauen am Reich S nehmen sie nun Abschied von der Erde, aus te sie mitten in der Fremde emporwuchsen, und Idjoti ihre Kindeskinder werden nur mehr aus bei* A zählung von bem Land, wo sie einst lebten, wo Ihn Höfe standen, und von der großen Heimkehr i^ Väter und Großväter ins Reich, wohin sie du Führer rief, wissen.

^-Kriegsberichter Dr. Pogatschnigg

Auftrage des Reichsführers ff die große Au», f i ed l u n g s a k t i o n der V o l k s d e u ts ch«, aus Bessarabien unb Der Norb-Buki. m i n a leitete unb nunmehr auch bie Leitung be Aussiedlung aus ber Dobrudscha und te Süd-Bukowina innehat. Er führte diese groß Völkerwanderung mit seiner Dienststelle und ir.; Unterstützung des NSKK., ber NSV. unb des Den: fchen Roten Kreuzes durch. Er hat das beutsh Kommando beim Einmarsch nach Bessarabien dis russischen Grenze geleitet und überprüfte später felbr im bessarabischen Gebiet den Fortgang der Arbeit- Unser Bild zeigt ihn in G a l a tz, wo er neue Richt linien über Die Aussiedlung aus der Dobrudscha goß Im Hintergrund Generalkonsul W i n d e g g e r d® I «y. |n der deutschen Gesandtschaft in Bukarest, ber bei te

Aussiedlung behilflich war. |

(ff-PK.-Slapak-Scherl-M.) I «irisch

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späten Herbst geht

Viktor tritt an bie brusthohe Mauer. UnmltW am Fuß bes Zitabellenberges liegt Der alte Hosm Nackte Kinder spielen zwischen bem UfergefwW herum unb springen hin unb wieber ins Der Krieg berührt sie noch nicht, verworren Mrd ihr Gekreisch bis heraus Aus der anderen SeitH der Ha^n von einer Reihe alter Häuser eingefuiM die wie Miniaturwolkenkratzer wirken, weil sie sehr schmal sind im Verhältnis zu ihrer Höhe M Ende ber Häuser schließt sich im rechten Winkel p schöner großer Plötz an. bie Place St. Nicolas -i* ber Mitte gleißt das Marmordenkmal des gw Korsen im klassischen Stil Schöne neue Gebo^ begrenzen ben Platz auf einer Längs- und eirr"1 Schmalseite, meist Hotels, Casös unb Geschah Häuser An seiner Hinteren Ecke beginnt Der NJ Hafen Zwei TorpeDoboote unD einer Der W Dampfer, bie zwischen Marseille unb Korsika kehren, liegen barin.

Hinter all Dem, bem alten Hafen, ber W* St Nicolas unb Dem neuen Hgsen, baut sich/ , Stadt auf. Die äußersten weißen Landhäusch" liegen zwischen Den Oliven- unD FeigenterraHtl verstreut, über Denen Das Felsengebirge als ichließenDe Kulisse beginnt. Vor all Dem aber M*

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