in treuer Gemeinschaft Freud und Leid in einem Hause geteilt und in Eintracht und Frieden zusammen gewohnt.
** Sittlichkeitsverbrecher gesucht! Die Kriminalpolizei teilt uns mit: In Prenzlau und Rottstock wurden nach Verübung von Sittlichkeitsverbrechen zwei 7jährige Mädchen und in Aken/Elbe ein lOjähriges Mädchen ermordet. Nach den kriminalpolizeilichen Feststellungen kommt für die drei Fälle der gleiche Täter in Frage. Die Arbeitsweise und die Personenbeschreibung sind die gleiche. Der Täter wird wie folgt beschrieben: Etwa 1,55 Meter groß, mittelkräftig, mittelschmales, von Witterung und Sonne gebräuntes gerötetes Gesicht, nachlässiger, schlenkernder Gang, 34 bis 37 Jahre alt, wechselt häufig seine Kleidung. Er trug bei zwei Fällen grünlichen Tellerhut mit bräunlich-dunkelgrünem Band und starkem Gemsbart, der in silberner Hülle oder Spange festgehalten wird. Er gibt als Beruf Melker bzw. Obermelker an. Zeugen gegenüber nannte er sich Hans und Hannes. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er als Melker oder landwirtschaftlicher Arbeiter Beschäftigung sucht. Für die Ergreifung sind 2000 RM. als Belohnung ausgesetzt. Zweckdienliche Meldungen nimmt jede Polizei- oder Gendarmerie-Dienststelle entgegen.
Pilze einwecken.
Nun stehen wir jetzt wieder vor dem Beginn der eigentlichen Pilzzeit und es ist aus verschiedenen Gründen anzunehmen, daß in diesem Jahr eifriger gesammelt wird als bisher. Schon deswegen, weil es sich allmählich herumgesprochen hat, daß Pilze sich vorzüglich zum Einwecken eignen. Man kann sich also, wenn man selbst sammelt, für den Winter ohne Kosten einen schönen Vorrat an Konserven zulegen. 1 ,
Aber woher soviel Pilze holen, daß sich ein Einwecken lohnt? Nun, es stimmt zwar, daß wir wahrscheinlich nicht von jedem Gang in den Wald mit einem vollen Korb heimkehren. Weder Pfiffer- linae noch Butter-, Stein- und Birkenpilze, um nur einige bekannte Sorten zu nennen, wachsen durchschnittlich in rauhen Mengen beieinander. Und manche Pilze, die sehr appetitlich cmssehen, kennt man nicht und läßt sie stehen.
Das Letztere ist in diesem Falle natürlich das einzig Richtige, denn kaum auf einem anderen Gebiete ist das bekannte Sprichwort: „Was der Bauer nicht kennt, das ißt er nicht" so unbedingt am Platz wie auf dem der Pilze. Also wird ein unerfahrener Sammler am besten jeden ihm nicht ganz genau bekannten Pilz als giftig ansehen. Er entgeht so allerlei Gefahren und unter Umständen aar dem Gifttod. Aber mit dieser Vorsicht beim Pilzsammeln kann es allein nicht getan sein. Es geht vielmehr darum, neben der Kenntnis der giftigen auch die mancher eßbaren noch viel mehr zu verbreiten als das bisher geschehen ist. Welche Lucken noch auszufüllen sind, kann man auf jedem Gang über einen städtischen Pilzmarkt beobachten. Das Angebot beschränkt sich häufig, wenn man von Champignons und allenfalls noch Stein-, Butter- und Birkenpilzen absieht, auf Pfifferlinge. Nun mag es ja stimmen, daß dieser Allerweltspilz am häufigsten vorkommt und infolgedessen auch am bequemsten zu sammeln ist. Immerhin fällt es uns auf, daß manche anderen Pilze, die den Pfifferling an Güte übertreffen und in guten Jahren ebenfalls in Massen vorkommen, fast nie angeboten werden. Hier denken wir vor allem an den Perlpilz, der speziell in Kieferwäldern oft in unvorstellbaren Mengen wächst, und an einen der schönsten unter unseren deutschen Pilzen, den großen Schirmling, der seines sonnenschirmähnlichen Aussehens komischerweise meist den französischen Namen Parasolpilz trägt. Auch ihn, der wie der Perlpilz vorzüglich schmeckt, treffen wir in lichtem Nadelholz und Mischwäldern und an ihren Rändern an.
Bundeswettkampfschießen der Kriegerkameradsckaft Lollar. Am Sonntagvormittag tratdie Kriegerkameradschaft Lollar erstmalig zum diesjährigen Wettkampfschießen des NS.-Reichskriegerbundes an. Die 28 Teilnehmer marschierten vom Sammelplatz an der Schule zum Schießstand der Kriegerkameradschaft Daubringen, wo dem eigentlichen Wettkampfschießen ein Uebungsschießen vorausging. Die Resultate sind in Anbetracht dessen, daß sich die jüngeren Kameraden unter den Fahnen befinden und die Teilnehmer am Schießen schon älter sind, als gut zu bezeichnen. Die Reichskriegersührung hat hierauf Rücksicht genommen, indem sie eine leichtere Hebung (5 Schuß iegend freihändig) vorschreibt.
Hitler-Zugeni» im sportlichen Leistungskamps.
Bann- und Untergaumeisterschaften in Bad-Ikauheim.
Am Samstag und am gestrigen Sonntag hatte Bad-Nauheim die Hitlerjugend des Bannes 116 zu Gast, soweit sie sich in den Ausscheidungskämpfen am Sonntag vorher für die Meisterschaften des Bannes bzw. des Untergaues qualifizierte. Schon am Samstag traf eine stattliche Anzahl der jugendlichen Wettkämpfer ein, blieb zu Nacht in Bad-Nauheim und war gut untergebracht. Am Samstag wurden die Wettbewerbe zum Reichssportwettkampf erledigt. Am Sonntagvormittag fanden sich dann viele Kameraden und Kameradinnen in der herrlich gelegenen Tscham- mer- und Osten-Kampfbahn ein, um sich nach einer würdigen Morgenfeier und Flaggenhissung in den Vorkämpfen zu den Einzel- und zu den Mannschaftskämpfen zu messen. Der Nachmittag brachte dann die Entscheidungen. Zahlreiche Zuschauer fanden sich dazu ein und gingen begeistert mit. Man bekam eine Reihe begeisternder Leistungen zu sehen und konnte erkennen, daß die Leibesübung in der Hitler-Jugend breiten Boden gewonnen hat, andererseits aber auch die Zusammenarbeit von Hitler-Jugend und Reichsbund für Leibesübungen in ihrer günstigen Auswirkung bewiesen wurde. Die Bannführung erkennt die fördernde Mitarbeit der Kameraden im Reichsbund für Leibesübungen dankbar an. Die gesamte Veranstaltung wickelte sich erfreulich rasch ab, wenn auch zu wünschen gewesen wäre, daß zu der einen oder anderen Uebung schneller angetreten worden wäre.
Die Siegerehrung beschloß den Wettkampftag. Bannführer Odenweller hielt eine kurze Ansprache, in der er auf die Verpflichtung hinwies, in der Heimat weiterzuarbeiten und den älteren Kameraden, die nun im Felde stehen, zu zeigen, daß die Hitler-Jugend auf dem Posten ist. Anschließend verlasen der L- Stellenleiter Fontius und die Untergau-Sport- wartin L. Fuhry die Ergebnisse des Tages. Den Siegern wurden Urkunden überreicht. Bannführer Ode.nWeller und die Untergauführerin Käthe Töpelmann beglückwünschten die Sieger und Siegerinnen durch Handschlag. Mit der feierlichen Einholung der Flaggen fand der Wettkampftag seinen Abschluß.
Sie ßrgebniffe.
Hitler-Jugend, Klasse A.
100-Meter-Lauf: 1. Frz. Deppner, 38/116, 11,5; 2. Helmuth Becht, MHI. 1/116, 11,6; 3. Dietrich, MHI. 1/116, 11,7 Sek.
400-Meter-Lauf: 1. Jox, MHI. 1/116, 54,4; 2. Engelbert Klein, Fhl. 33/116, 54,9; 3. Vogel, Gef. 19/116, 63,4 Sek.
800-Meter-Lauf: 1. Leopold Vieland, Fhl. 2/116, 2:08,9; 2. Flick, MHI. 1/116, 2:17,9; 3. (Sa- Wein, Mot. 3/116, 2,32 Min.
1500-Meter-Lauf: 1. Karl Fischer, Gef. 42/116, 4:33,3; 2. Brendel, Gef. 33/116, 4:42,1; 3. Heini Döll, Fhl. 4/116, 4:49,9 Min.
Hochsprung: 1. Erwin Kreiling, 19/116, 1,68; 2. Günther Landgrebe, 33/116, Kurt Kohlhage, 34/116, Wolfgang Stratmann, Fhl. 1/116, je 1,68 Meter.
Weitsprung: 1. Deppner, 38/116, 6,75; Kurt Engel, 15/116, 6,30; 3. Boll, Fhl. 1/116, 6,18 Meter.
Dreisprung: 1. Rob. Hartmann, Ges. 34/116, 12,29 Meter; 2. Dietrich, MHI. 1/116, 11,66; 3. Krieger, Gef. 6/116, 11,53 Meter.
Keulenweitwersen: 1. Kurt Engel, Gef. 15/116, 65,50; 2. Fritz Döll, M. 5/116, 61; 3. Hans Grieb, Gef. 10/116, 57 Meter.
Kugelstoßen: 1. Artur Sack, Gef. 6/116, 11,48; 2. Kurt Engel, Gef. 15/116, 10,96; 3. Hans Grieb, Gef. 13/116, 10,94 Meter.
Speerwerfen: 1. Kurt Engel, Gef. 15/116, 46; 2. Stratmann, Fl. 1/116, 37,25 ; 3. Hans Grieb, Gef. 10/116, 36,65 Meter.
Diskuswerfen: 1. Sack, Gef. 6/116, 31,82; 2. Engelbert Klein, Fhl. 33/116, 31,21; 3. Theo Becker, Gef. 33/116, 30,42 Meter.
Reichssportwettkampf: 1. 34/116 2750; 2. 33/116 2713 Punkte.
Hiller-Jugend, Klasse B.
100-Meter-Lauf: 1. Herbert Witzel, Gef. 33/116, 12,1; 2. Hans Rinn, MHI. 1/116, 12,1; 3. Günther Heck, SRD. 1/116, 12,1 Sek.
1000 -Meter-Lauf: 1. Heck, SRD. 1/116, 2:57,2; 2. Beyer, SRD. 1/116, 2:57,6; 3. Rinn, MHI. 1/116, 2,58 Min.
Hochsprung: 1. Wolfgang Schonebohn, Fhl.
4/116, 1,60; 2. Adolf Menges, 6/116, 1,60; 3. Siegfried Schulmeyer, Fhl. 31/116, 1,60 Meter.
Weitsprung: 1. Herbert Witzel, 33/116, 5,79; 2. Hans Rinn, MHI. 1/116, 5,65; 3. Ludwig Frey, Na. 1/116, 5,63 Meter.
Keulenwerfen: 1. Friedrich Rüdiger, Gef. 34/116, 61; 2. Wilhelm Gebhard, Gef. 33/116, 60; 3. Ludwig Mank, Allendorf, 54 Meter.
Kugelstoßen: 1. Werner Kreiling, Gef. 6/116, 12,14; 2. Rudolf Hainer, Lehrshl., 10,63; 3. Otto Dietz, Fhl. 31/116, 10,18 Meter.
4X100-Meter-Staffel. HI. — B.: 1. Gef. 33/116 50,5 ; 2. Gef. 6/116 50,8; 3. Mtv. Gießen 51,6 Sek.
Fußball: HI. - Mannschaft Gießen — HJ.° Mannschaft Friedberg 4:0.
Deutsches Jungvolk.
75-Meter-Lauf: 1. Ewald Schwab, Fhl. 13/116, 9,7; 2. Erwin Kreiling, Fhl. 19/116, 10,5; 3. Heinz Becker, Fhl. 2/116, 10,5 Sek.
Hochsprung: 1. Richard Drebes, Fhl. 33/116, 1,27; 2. Friedrich Hill, Fhl. 3/116, 1,27; 3. Hans Kuhl, Fhl. 4/116, 1,22 Meter.
Weirsprung: 1. Erwin Kreiling, Fhl. 19/116, 4,80; 2. Ewald Schwab, Fhl. 13/116, 4,73; 3. Heinz Becker, Fhl. 2/116, 4,67 Meter.
Schlagb allweitwerfen: 1. Erich Rinn, Fhl. 6/116, 64; 2. Otto Laux, Fhl. 9/116, 62,50; 3. Willi Kreiling, Fhl. 19/116, 61 Meter.
Reichssportwettkampf D I.: 1. Fähnlein 9/116 2230; 2. Lehrfähnlein Gießen 2218; 3. Fähnlein 23/116 2170 Punkte.
4X75°Meter-Staffel D I.: 1. Fähnlein 2/116 43,5; 2. Fähnlein 3/116 44,1; 3. Fähnlein 6/116 44,2 Sek.
BDM. Klasse A.
100-Meter-Lauf. 1. Hermine Buß, BDM.» Werk la/116, 13,5 Sek.; 2. Gertrud Hörder, M.- Gruppe 7/116, 14,3; 3. Reitz, M.-Gruppe 26/116, 14,7 Sek.
Weitsprung. 1. Hermine Buß, VDM^-Werk la/116, Mtv. Gießen, 4,8; 2. Lis. Steinbrecher, M./26, 4,78; 3. Gertrud Hörder, M.-/7, Tv. Klein- Linden, 4,51 Meter.
Hochsprung. 1. Gertrud Hörder, M.-G. 7, 1,35; 2. Elisabet Schäfer, M.-G. 13, 1,30; 3. Irmhild Schmidt, M.-G. 2a, Mtv., 1,30 Meter.
Kugelstoßen. 1. Irmhild Schmidt, M.-G. 5, Mtv., 8,33; 2. Erna Grögor, M.-G. 31, 7,42Ve; 3. Elli Köhler, M.-G. 15, 7,18 Meter.
Diskuswerfen. 1. Irmhild Schmidt, BDM.- Werk la/116, Mtv., 26,44; 2. Hedi Geist, BDM.- Werk la/116, Mtv., 24,53 Meter.
Speerwerfen. 1. Irmgard Euler, IM. 24, Tv. Grünberg, 16; 2. Erika von Bentheim, M.-G. la, Mtv., 13,20 Meter.
^XlOO-Meter-Staffel. 1. Mädelgruppe 26/116, 59,6 Sek.
BD7N.klasie B.
75-Meter-Lauf.' 1. Ilse Roth, MG.3/116, 10,5; 2. Marianne Schäfer, M.-G 33/116, 10,6; 3. Rosemarie Andres, M.-G. 33/116, 10,6 Sek.
Weitsprung. 1. Ilse Braun, 4,52; 2. Rosemarie Andres, 33/116, 4,40 ; 3. Griseldis Gutsch, 33/116, 4,28 Meter.
Hochsprung. 1 Margret Leistert, 26/116, 1,28; 2. Else Braun, 26/116, 1,23; 3. Annelore Kratz, 5/116, 1,23 Meter.
Schlagb allwerfen. 1. Emmi Dick, M.-G. 7/116, Tv. Lang-Göns, 54,50; 2. Annelore Kratz, M.-G. 5/116, Mtv. Gießen, 46; 2. Meta Leidner, M.-G. 15/116, 46; 3. Erika Riefer, MG. 33/116, 45 Meter.
4X75-Meter-Staffel. 1. Mädelgruppe 3/116, 43,7; 2. Mädelgruppe 33/116, 44,4; 3. Mädelgruppe 26/116, 46,3 Sek.
ReichssportwettkampfBDM. 1. Mädel- gruppe 33/116, 2171 Punkte; 2. Mädelgruppe 3/116, 1969 Punkte.
BD21t-öerF.
100-Meter-Lauf. 1. Elfriede Krack, BDM.° Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 13,7; 2. Emmi Reinstädter, M 6/116, Tv. Heuchelheim, 13,8; 3. Else Ludwig, BDM.-Werk la/116, VfB.-R., 14,1 Sek.
Wertsprung. 1. Elfriede Krack, VDM.-Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 4,71; 2. Frieda Reichwein, BDM.-Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 4,26; 3. Ursel Hennich, 3.54 Meter.
Hochsprung. 1. Frieda Reichwein BDM.° Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 1,35; 2. Elsriede
Ktack, BDM.-Werk 31a/116, Tgm. Bad-Nauheim, 1,35 Meter.
Kugelstoßen, 1. Emmi Reinstädter, M.-G. 18/116, Tv. Heuchelheim, 8,99; 2. Gertrud Muhl, BDM.-Werk la/116, VsB.-R., 8,70; 3. Else Ludwig, BDM.-Werk la/116, VfB.-R. Gießen, 8,40 Meter.
Diskuswerfen. 1. Gertrud Muhl, BDM.- Werk la/116, VfB.-R., 21,52; 2. Emmi Reinstädter, M.-G. 6/116, Tv. Heuchelheim, 21,42; 3. Else Ludwig, BDM.-Werk la/116, VsB.-R., 19,51 Meter.
Speerwerfen. 1. Herta Brüning, M.-G. la/116, Mtv. Gießen, 26; 2. Else Ludwig, M.-G. la/116, VfB.-R. Gießen, 18 Meter.
Staffel. 1. BDM.-Werk la/116 Gießen, 60,7 Sek.
Jungmädel.
60-Meter-Lauf. 1. Lini Maus, IM. 1/116, 8,6; 2. Waltr. Magerkurth, IM. 31/116, 8,8; 3. Hilde Pötsch, IM. 31/116, 9,0; 3. Beate Kreiling, IM. 2/116, 9,0 Sek.
Weitsprung. 1. L. Lenzi, IM. 1/116, 4,35; 2. Lilli Maus, IM. 1/116, 4,30; 3. Gerdi Schmandt, IM. 6/116, 4,28 Meter.
Hochsprung. 1. Ilse Hofmann, IM. 26/116, 1,20; 2. Erika Lang, IM. 21/116, 1,20; 3. Ilse Peppler, IM. 21/116, 1,16 Meter.
Schlagballwerfen. 1. Ilse Hofmann, IM. 26/116, 48; 2. Lydia Schrauth, IM. 31/116, 46; 3. Gertrud Beck, IM. 27/116, 45 Meter.
Reichssportwettkampf. 1. JM.-Gruppe 1/116, 2461; 2. JM.-Gruppe 33/116, 2416; 3. JM.- Gruppe 31/116, 2410 Punkte.
Endrunden-Teilnehmer um die deutsche Fußball-Meisterschaft ermittelt.
In den Gruppen-Endspielen um die deutsche Fußball-Kriegsmeisterschaft steht zwar noch die Begegnung zwischen dem Köln-Mülheimer SV. und Schalke 04 aus, aber nach den Kämpfen des Sonntags ist bereits alles klar zur Vorschlußrunde. Zum Dresdner S C., der sich bereits am vergangenen Sonntag den Sieg in der Gruppe 2 erkämpfte, haben sich am letzten Juni-Sonntag der vorjährige Meister Schalke 04, der Ostmarkmeister Rapid Wien und Badens junge Meistermannschaft SV. W a l d h o f gesellt, so daß jetzt das Viererfeld der Vorschlußrunde komplett ist.
Die Ergebnisse des Sonntags.
Gruppe 1 in Berlin: Un. Oberschöneweide — Rapid Wien 1:3 (0:1).
Gruppe 3 in Berlin: Schalke 04 — Fort. Düsseldorf 1:1 (0:1).
Gruppe 4 in Mannheim: SV. Waldhof — Kickers Offenbach 4:0 (2:0); in Stuttgart: Stuttgarter Kickers — 1. FC. Nürnberg 2:0 (2:0).
Kriegsmeisterschaften der Gießener Gtudenlen.
Am gestrigen Sonntag wurden die diesjährigen Kriebs-Universitätsmeisterschaften ausaetragen. Die Beteiligung war den augenblicklichen Zeitumständen entsprecheiü), sehr gut. Die Wettkämpfe wurden mit dem Sechskampf der Kameradschaften eröffnet. Dieser Wettbewerb war von vornherein äußerst spannend, da auf Grund.der Voreraebnisse die Entscheidung nur zwischen den Kameradschaften „Kießling" und „Brockwitz" fallen konnte. Es wurde zäh um jeden Punkt gekämpft. Nach Erfüllung sämtlicher Disziplinen sicherte sich die Kameradschaft „Brockwitz" mit einem Vorsprung von 9 Punkten den 1. Platz.
Auch in den Einzelkämpfen wurde erbittert um den Sieg gerungen. Pen 100-Meter-Lauf gewann Rückert aeaen starke Konkurrenz mit 12,1, während Krausch sich in überlegenem Stil den 1500- Meter-Lauf sicherte. Auch die 200 Meter gewann Rückert, während Sbresney sich im 400-Meter-Lauf den Sieg holte.
Auch unsere Studentinnen warteten mit guten Leistungen auf. In dem spannenden 80-Meter-Lauf gab es ein totes Rennen zwischen Frl. Rosentreter und Frl. Jüres mit der Zeit von 13,3.
Als Abschluß der Wettkämpfe wurde die 4X100- Meter-Stafsel gelaufen. Als erbitterte Gegner standen sich auch hier die Kameradschaften Kießling und Brockwitz gegenüber. Es liefen für die Kamerad- chast Kießling: Brachetti, Schlaudt, Rückert, Schmidt, ür die Kameradschaft Brockwitz: Frorath, Haber- mehl, Gromann, Hammer. Mit einer Zeit von 49 Sekunden gewann die Kameradschaft Brockwitz die Staffel, mußte dann aber nachträglich wegen lieber» chreitens des Wechsels distanziert werden.
Die Ergebnisse folgen.
Keine Sm von Sauü.
Roman von Charlotte Kaufmann.
30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
„Wie fahre ich da am besten?" wollte Jngeborg wissen.
„Fahren? Da können Sie nicht fahren, Fräulein. Mit dem Wagen nicht. Alles Sand da. Nur ein schmaler Weg, .mit Strandgras bewachsen."
„Wie lange geht man zu Fuß?"
„Ach, eine halbe Stunde."
„Eine halbe Stunde", stöhnte Evamaria. „Wir fahren zurück."
„Wir gehen", sagte Jngeborg hartnäckig. „Steige aus."
„Du bist verrückt. Komplett verrückt." Die Studentin kroch aus dem Wagen. „Es ist so warm hier drin, und jetzt jagt sie mich heraus."
„Warm", höhnte Jngeborg. „Vorhin sagtest du, mein Katalytofen wäre nur eine Attrappe." Sie ließ das Kühlwasser auslaufen und wickelte die Wagendecke über Motor und Kühlerschutzhaube. „Wenn wir rasch gehen, wird uns warm werden."
Sie stapften über gefrorenen Sand. Der Wind pfiff, grün lag das Meer.
„Dort in der Ferne ist das Haus. Ich sehe es!" rief Jngeborg. Sie hielt den Kopf geradeaus und kämpfte sich durch die Mauer des Winders.
„Wir sind erfroren, bevor wir ankommen", stöhnte Evamaria. „Ich bin bei Gott Kummer gewohnt und ein Mensch der Tat. Aber diesen Weg hier halte ich für Blödsinn. Ausgerechnet um deiner Marotte willen holen wir uns die schönste Lungenentzündung. Laß docb die Frau dort zufrieden."
„Mache den Muno zu und stecke ihn in den Schal!" rief Jngeborg. „Dir kann der Wind doch nichts anhaben. Du bist ja angezogen wie ein Eskimo. Was soll ich sagen!"
„Du? Nun, dir ist warm. Das kann ich mir den- ken. Wenn sich ein Mensch etwas einbildet, dann schadet ihm weder Kälte noch Hitze, wenn er nur das erhält, was er will. Trotzdem ist deine Nase schon ganz blau. Ich bezweifle, ob sich das schön auf einem Gemälde macht."
Sibylle stand am Strand, als die fremden Mäd
chen über die Dünen kamen. Sie war dabei, Wildenten und Möwen zu füttern.
Eine fremde Stimme, ein leises „Hallo" ließ sie aus ihrem grübelnden Starren aufwachen.
„Hallo! Sind Sie Frau Hauck?"
„Ich heiße Sibylle Hauck. Ja." Sie warf in einem hastigen Bogen den Rest des Futters den Vögeln hin und eilte zum Haus hinauf.
„Wir kommen zu Ihnen, Frau Hauck. Mein Name ist Petersen. Jngeborg Petersen. Dies hier ist meine Freundin. Wir sind ganz durchgefroren."
„Ja ... ja ..., es ist häßlich kalt. Kommen Sie herein." Sibylle beeilte sich, die Tür zu öffnen und den fremden Besuch ins Zimmer mi führen.
„Ach, Gott fei Dank. Wir dachten schon, wir würden erfrieren."
„Setzen Sie sich, bitte." Sibylle lächelte. „Was führt Sie zu mir?"
„Ich möchte mich malen laßen", sagte Jngeborg. „Herr Keit hat mir erzählt, daß Sie so wunderbare Bilder malen. Und ich hatte schon lange vor ..."
Evamaria in der Nähe des kleinen Ofens nickte eifrig. „Und wenn man sich schon malen lassen will, dann tut man das am besten, solange man noch jung ist, nicht wahr?"
Jngeborg lächelte und nickte. „Ja, und deshalb bin ich hier. Der Weg war ein bißchen weit. Weiter, als mir Herr Keit schilderte ... es wäre nett, wenn Sie heute ... wenn Sie heute schon ein wenig Zeit hätten."
Sioylle saß schmal und klein auf einem Hocker neben der Vitrine, aus deren Fenster die balinesischen Teufelsmasken fanattsch grinsten. Es kam iyr alles sehr überraschend. Joachim hatte diesem hübschen Mädchen erzählt ...
„lieber den Preis des Bildes können wir uns ja noch einigen. Das spielt keine Rolle", sagte Inge- borg. „Ich will nur ein Kopfbild. Kopf und Schultern. Wenn Sie Leinwand hier haben und Farben ... Das Tageslicht dürfte vielleicht im Augen- blick noch genügen." Sie hob den Kopf und sah durchs Fenster nach dem Himmel. „Es wäre mir lieb, wenn ich nicht allzu oft hier heraus müßte."
„Doch, sicher", erwiderte Sibylle zuvorkommend, „wenn Sie wollen, dany können wir gleich anfan» gen. Wenn es Ihnen nicht zu kalt ist im Atelier. Ich habe natürlich nicht gewußt ... Aber warten
iroanb im Nebenraum.
elte Evamaria. Sie
sah
als
die vor.
Sie einen Augenblick. Ich werde den Ofen drüben rasch anzünden."
Aber S.bylle tat nichts weiter, und sie erwiderte auch nichts Besonderes. „Ja hoffentlich wird das Bild schon sagte sie nur, während die Kohle feine Umrisse auf Die Leinwand warf. Dann holte sie die Palette, Pinsel und Farben. Nur eine Sekunde lang wanderten ihre Augen durch die gewürfelten Fenster hinaus an den Strand, auf dem noch sieben Krähen einherstolzierten. Die Möwen und die Enten waren schon wieder abgezogen.
,^ch bewundere Sie", sprach Jngeborg, ohne die
„Das spielt keine Rolle. Es gibt Männer, Ziehen reifere Frauen den jungen Mädchen llebrigens ist sie noch lange nicht dreißig."
Sibylle kam wieder und lud die Damen ins Atelier. Jngeborg nahm auf einem Korbstuhl Platz und lockerte die Haare über der Stirn.
Die glasgrüne See starrte zum Fenster herein. Lauter und stärker war hier das Donnern des Meeres und das Pfeifen des Windes.
Evamaria kauerte sich auf einen Hocker und hielt die Hände gegen den Ofen. „Daß Sie bas hier aus- halten können", sagte sie unb verfolgte aufmerksam den Kohlestift in Sibylles Hanb.
3a, Herr Keit erzählte mir schon, baß Frau Hauck außerorbentlich einsam wohnt", nickte Jnge- borg. „Muß ich sehr stillhalten?"
„Ja, ganz still. Vielleicht senken Sie bas Kinn ein wenig. Lächeln Sie einmal."
Jngeborg lächelte unb zeigte ihre weißen Zähne.
„So, bleiben Sie so."
Evamaria nickte. „Ja, so ist es hübsch. Sv wirb es Joachim gefallen. Meine Freunbin", roanbte sie sich ZU Sibylles Rücken, „meine Freunbin wirb sich bemnächst mit Herrn Keit verloben, wissen Sie." In ihren Augen lag ein wenig Bosheit. Sie wollte sehen, was Sibylle barauf erroibem ober tun würde. Man konnte daran sehen, wie weit sie mit diesem Mann war, der Jngeborg Petersens ganzes Denken ausfullte.
Haltung zu verändern, „ich bewundere Sie außer- ordentlich, Frau Hauck. Herr Keit hat mir erzählt oon Ihrem schweren Schicksal und weshalb Sie so allein sind. Aber Ihr Mann lebt ja noch. Er wird sicher bald zurückkommen. Er ist wohl schon auf bem Weg hierher?"
Was redet dieses Mädchen, dachte Sibylle. Herrgott, was redet dieses fremde blonde Ding, bas ich. malen soll. Auf bem Weg hierher! Unmöglich, daß Joachim . v unmöglich.
Sie hatte ihn'seit der Fahrt in die Berge nicht mehr gesehen, und damals sagte er ihr, daß Detlef Hauck tot sei.
Sie drückte einen Kranz bunter Farbflecke auf bie Palette. „Sie müssen das Kinn ein wenig tiefer Lotten"' sagte sie ruhig, so daß Evamaria neben Dem Ofen anerkennend nickte.
Eine kleine Komödie hier, dachte die kleine Stu- oentin belustigt, unb ihr nüchterner, praktischer tomn beobachtete, währenb ber eiserne Ofen feine Warme über sie ergoß.
roar ,e5 lange still. Jngeborg burfte sich nicht rühren, sie mußte lächeln unb schweigsam sein. Außerbem war ja auch burch bie Hilfe von Eva- maria jetzt schon alles gesagt, was sie vorgehabt hatte hier zu sagen.
Evamaria war nun damit beschäftigt, bie Pinsel- 'triche unb bie Farbkleckse zu verfolgen, bie Sibylle auf bie Lemwanb trug, unb Sibylle selbst war jetzt von ihrer Arbeit so gefangen, burfte nicht benfen, mutzte Schatten unb Schattierungen ftubieren, Farben, Nuancen.
Allmählich fror Jngeborg. Das Pfeifen bes Win- Des allein machte ihr kalt, unb es zog von ben Fenstern Das Lächeln auf ihrem Gesicht erfror unö würbe eine wesenlose Maske. Das Meer vor Dem Hause schien ihr böse zu sein, wie ein wilbes r-eJr- ivurbe zum allgewaltigen Sturm. Und plötzlich fürchtete sie sich vor ber herben Frau, Dte sie angelogen hatte, bie hinter ber Staffelei
Augen immer unb immer roieber in ihr Gesicht sahen, als wollte sie alles, alles heraus lesen.
^mmer unb immer roieber hob sich ber bunkle Kopf, bas blaßbraune Gesicht hinter bem Leinwand- rahmen Immer von neuem starrten diese Augen in die ihren, tasteten über ihren Mund, ihre Nase, ^re Stirn. (Fortsetzung folgte
Sie holte Holz unb versch „Eine schöne Frau", läch, schabenfroh aus.
„Finbe ich nicht einmal."
„Doch, boch. Die Frau ist schön."
„Sie ist minbeftens fünf, sechs Jahre alter ich"


