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1.7.1940
 
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Montag, Juli 1940

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen)

Nr.153 Zweites Blatt

Großeinsatz von Generator-Krafisahrzengen

der

Oerzerstreute Professor".

seinen

des romi men oiaates uno oet cunum^n «unm 7

aufzustellen, das je geschaffen wurde. Die Aufmerk- ter vermeiden konnten, fnmfpit des (Belehrten ist eben so vollständig auf!

Laut und Leben, Glockenklang und Maschinengezisch ger. Gewiß, manc und dem wandelnden Reigen der Tiere! Das also einzufangen aber oa mirh mifcor her Gsöckchenrvdel Und bCHT kineM DllderbUM,

eroiqen gestrickten Wurstel. Wiehernde Pferde vor I sehen, mit steifen Bildern von Tieren die wir doch ewigen geimai tellerpatschende, jederzeit lebendig, (-f^r ^nnh haben. Und

Lebens, von innen heraus.

Bis sich mit den ersten Schritten die Welt der Dinge, auf die wir bisher nur vom Mutterarm herniedergesehen, uns entgegenstellt, hart, eckig, un- gesirgig, anstößig im ursprünglichsten Sinne. Aber unser Gleichmut wird ihrer Meister. Bald müssen sie sich unserer lebendigen Kraft fügen, die sich noch um keine Abstufung kümmert. Was, nicht fest ist und unbeweglich, muß dran glauben, das unzerreiß­bare Bilderbuch, die raschelnde Zeitung, die Brille des Vaters. Gläser werden vom Tisch gewischt, Ses­sel gestürzt, ungerührt vom Lärm, Wasser aus der Schüssel geplanscht, die Taschenuhr dem einzigen vertrauten Organ, dem Munde zugesührt.

Und an einem gesegneten Sonntag hat sich mit einem Ruck die freie Welt vor uns aufgetan, über­wältigend in ihrer unendlichen Weite, ein Labsal für die jungen Sinne. Wie sind die rein und frisch und unverbraucht mit ihrem Schatz von Einstellung, die die Welt durchläuft von der kleinsten Blattlaus auf der Rose bis zur fernen Turmuhr. Dazu die feine, tiergleiche Witterung von Gerüchen, aus einem Blumenkelch, aus Nachbars Küche, vom Huf­schmied her. Und wie köstlich frisch ist die Luft, voll

icucnutg, anfaßbar zur Hand haben. Und dazu diese nichtssagenden Verse:Will mein Kind­chen Blumen sehn, muß es auf die Wiese gehn, Blumen gibts dort mancherlei, und der Spitz steht auch dabei." Da weiß es der alte Mathes besser: Büabl schau, schau, da drunt in der Au, rast a Fux mit zwoa Rvbrn, döi wem ma gleich hobm!". Was? Und spielt auf dem Fotzhobel noch einen Steirischen

bestimmte Dinge eingestellt, daß die anderen nur die Oberfläche feines Geistes berühren und leicht aus dem Kreis seines Wissens entschwinden.

Die moderne Psychologie ist den Eigenheiten des Gedächtnisses und dpn besonderen Vorgängen, die zum Vergessen führen, auf die Spur gekommen. Wie oft hört man Leute darüber klagen, daß sie ein so schlechtes Gedächtnis hätten, weil sie irgend etwas vergessen, einen Namen, eine Adresse oder eine gleichgültige Verabredung. Aber trotzdem kann das Gedächtnis dieses Vergeßlichen vortrefflich fein. Der Mann, der vergißt, den Brief in den Pvst- kachen zu stecken, den ihm seine Frau mitgegeben hat, wird vielleicht alle Namen der Rennpferde be­halten haben, die bei einem Rennen starten, bei dem er gesetzt hat. Und eine Dame, die Verab­redungen mit Vorliebe nicht innehält, erinnert sich bis in alle Einzelheiten an eine Wohnungseinrich­tung, die sie bewundert hat, kann die schwierigsten Verwandtschaftsverhältnisse aufzählen und ist über die Preise aller Toilettensachen vollkommen unter«

Bei den Wettbewerben in früheren Jahren war stets eine erfreulich große Beteiligung festzustellen, so daß man wohl hoffen darf, auch in diesem Jahre wieder viele Volksgenossen bei dieser vorbildlichen Arbeit be­teiligt zu sehen.

Bunter Abend mit Kraft durch Freude.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" trat am Samstag wieder mit einem Bunten Abend her­vor, der die zahlreichen Besucher sehr befriedigte. Das Stadttheater war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Ansager Paul Paulsen mit einer Flut aus­gesprochener und angedeuteter Witze und Wort- spielereien den Abend humorvoll eröffnete und auch im Verlaufe der Veranstaltung immer wieder zu herzhaftem Lachen herausforderte. Das Programm brachte eine Fülle von reizvollen künstlerischen und artistischen Darbietungen. Charlotte Schütze, die bekannte und beliebte Soubrette vom Deutschen Theater in Wiesbaden, sang einige originelleLiedchen und Schlager, und tat es nicht nur mit guter Stimmt, sondern auch mit köstlicher Mimik, mit Witz und Scharm, so daß die Beifallsstürme nicht ausbleiben konnten. Das Wilius-Senzer-Ballett, vier gut aussehende, höchst bewegliche und fesche Mädchen, erfreuten verschiedentlich durch Walzer, Grotesktanz, durch Marsch und Pantomime und sicherten sich eben­falls einen stattlichen Anteil vom Beifall, den das angeregte Publikum zu spenden gerne bereit war. Stürmische Anerkennung errangen die beiden Bleck­wenns (Vater und Sohn) für ihre artistischen Dar­bietungen auf dem Fahrrad; beide zeigten schier unübertreffliche Sicherheit und Eleganz selbst in den schwierigsten Hebungen. Zn verschiedenen Zugaben mußte sich der jugendliche Akkordeon-Virtuose Ernst Formhals entschließen, der sein Instrument nicht nur meisterhaft beherrscht, sondern auch mit viel musikalischem Feingefühl zu spielen weiß. Eine Heber» raschung im besten Sinne bildete das Auftreten der drei Elanos, deren jüngstes Mitglied, ein ungemein bewegliches I4jähriges Mädchen, int wahrsten Sinne des Wortes zum Spielball für ihre beiden Partner

sächsische die Marmel".

Die Einleitung zu den meisten Sommerspielen geben die sog.Auszählreime", durch die aktive und passive Rollen unter die Mitspielenden verteilt wer­den. Freude am Lachen und Spotten spricht viel­fach aus diesen Reimen, mitunter sind es aber auch geheimnisvolle Wortphantasien wie z. B.

Ebbese, ftebbefe, sibbese, fa, Ribbede, rabbede, knoll.

Beim Zählreim fällt auf jedes mitspielende Kind eine Silbe, immer im Kreise herum, und wen je­weils die letzte trifft, scheidet aus oder hat eine be­stimmte Figur des Spiels darzustellen wie:

Auf dem See

Schwamm ein Reh

Wille wille wapp, und du bist ab.

Das letzte Sommerspiel ist gewöhnlich das Dra­chensteigen. Wenn wir die Papierdrachen mit langen Schwänzen in die Höhe segeln sehen, von dünner Schnur in Knabenhänden gehalten und gelenkt, dann wissen wir, daß es Zeit ist, von der Sommerlust Ab­schied zu nehmen, mag auch die Sonne noch golden glänzen und der Himmel sich blau leuchtend über die Erde spannen. ________________________

dem knarrenden 1DVv-, Kühe auf der Wiese, daneben als getreuester Be­gleiter der zottige Stallpintfcher Burfchl. Unb was hat doch Wasser für ein munteres, lebendiges We­sen, am Brunnen, am Bach: oder Holz, wie hcmd- jam, gutmütig, dienstbereit.

So wär's schön, so ließe sich's leben. Aber nun kommen die großen Menschen, die Heberflüssigen; die nicht weiter stören, einstweilen, so lange sie für sich bleiben und uns in Ruhe lassen. Aber das ist's ja eben. Unb berohalben habe ich noch heute aus der Erinnerung gar bewegliche Klage zu erheben. Denn noch wollen wir gar nicht vom klaren Spiegel un­serer Froschperspektive aus nach ihnen aufsehen, die ja nicht ahnen oder es lange vergessen haben, wie nahe mir noch der Natur und ihren Wundern stehen, bodenständig im besten Sinne. Aber wir sind ziem­lich wehrlos gegen ihre unverlangte Anbiederung. Ob die Tantelieb", der Onkelbrav" ist, pocht vergeblich an's Tor unseres Innenlebens, das so randvoll ist von Wichtigerem. Lieb ist das Kal- berl im Stall, und brav der Maxi, der gewaltige Pinzgauer im blitzenden Geschirr vor dem Fuhr- wagen, der sich so schön über den Rücken streicheln läßt, wenn uns der alte Mathes hinaufhebt.

Und damit hat die Vertreibung aus dem Paradiese

Kindheit.

Von Hans Kloepfer.

Das war doch ein unendliches Reich, und aller guten Dinge voll, lange, bevor uns das Märchen zu weiten Wundern rief. Ein Auftauchen wars aus dem warmen Keimgrund alles Menschentums, und nach geruhigem Nachträumen gewahrte man, aus dem Schlafe erwacht, wie viel Licht in der Welt ist.

Lange dauerts, bis sich aus Hell und Dunkel die Farben abheben, das prächtige Rot vor allem. Mit gelassenem Gleichmut lassen wir die nächste Um­gebung um uns werben, wenn unsere Bedürfnisse gestillt sind, ohne Ahnung von dem unendlichen Schatz unserer Sinne. Noch mißlingt jeder Griff. Aber in stiller Geduld, in voller Unschuld gegenüber dem bösen Objekte, versuchen wir immer und im­mer wieder nach dem zu langen, was uns als nächstes vor die Augen tritt. Wir haben so viel Zeit. So wird uns schon im Spiel der Finger unser Kör­per zu eigen, zunächst noch als Mittelpunkt des

Tageskalcndcr für Montag.

Gloria-Palast (Seltersweg):Der Fuchs von Glenarvon"; 14.45 Uhr Wochenschau-Sondervor­stellungSiegesfahnen über Deutschland". Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Das Glück wohnt neben­an". In beiden Häusern Neueste Ufa-Ton-Woche: Siegesfahnen über Deutschland".

Notizen für den 1. Juli.

Sonnenaufgang: 5.07 Uhr, Sonnenuntergang: 21.50 Uhr. Mondaufgang: 2.30 Uhr, Mondunter­gang: 17.26 Uhr.

Ein Jahr NSV.-DahnhofSdienst.

Am heutigen 1. Juli ist ein Jahr verflossen seit jenem Tage, an dem die NSB.-Kreisamtslettung Wetterau am Bahnhof Gießen einen Bahnhofsdienst einrichtete. In diesem ersten Jahre seines Wirkens hat der NSV.-Bahnhofsdienft die Stärke seines Wollens und die Kraft feines Könnens in vielseitigem Einsatz überzeugend unter Beweis gestellt. Nicht nur Bei der täglichen Betreuungsarbeit an durchreisenden Frauen, Mädchen, Kindern, alten Leuten usw. hat der NSV.-Bahnhofsdienst segensreiche Arbeit geleistet, sondern auch bei der sehr umfangreichen. Tag und Nacht währenden Versorgung der Rückgeführten aus den Grenzgebieten im September vorigen Jahres und in den anschließenden Wochen, sowie bei der Erfrischung von durchreisenden Soldaten hat sich dieser Zweig der NSV. in hervorragendem Maße bewährt. Der NSV.-Bahnhofsdienst hat jedenfalls berechtigten Grund, schon das erste Jahr seiner Tätigkeit als guten Dienst für die Volksgemeinschaft und als einen neuen erfreulichen Aktivposten in der gesamten Arbeit der NSV. anzusehen.

Schmückt die Häuser mit Blumen!

Der Fremdenverkehrsverein Gießen veranstaltet auch in diesem Jahre wieder einen Blumenschmuck- Wettbewerb, um durch diesen schonen Wettstreit im Schmücken der Fensterfronten, Balkons und Vorgär­ten das Straßenbild unserer Stadt zu verschonen.

Aus der Stadt Gießen.

Sommerspiele der Kinder.

Mannigfach sind die Somrnerspiete, in denen sich die Freude an Bewegung, Luft und Sonne ausdrückt und dem Spielbetrieb Genüge getan wird. Die meisten Straßenspiele sind ältester Herkunft. Reifen­schlagen, Wurf- und Hüpfspiele mit flachen oder kantigen Steinen lassen sich bis ins Altertum ver­folgen. Das beliebteMarmeln" z. B. gehörte, wie sich aus antiken Kindergräberfunden der verschieden­sten Völkerschaften nachweisen läßt, zur Lieblings­beschäftigung der damaligen Jugend; so viele Stein­kugeln aller Größen hat man darin gefunden. Ver­steck- und Ballspiele besingt schon Homer. Die Litera­tur hes Altertums verzeichnet eine Menge Kinder- lissder, die zu Reigen- und Gebärdenspielen gesungen wurden, und es gibt antike Statuen kreiseltreibender Putten. Die sommerlichen Kinderspiele haben also eine alte Tradition und haben nach Wesen und Sinn kaum eine Wandlung erfahren.

Ein sehr beliebtes Straßenspiel ist derHinkepott', dessen Grundlage eine Kreidezeichnung aus dem Asphalt oder Linien im Sandboden ist. Diese Zeich­nungen, die wir jetzt überall sehen, wo fröhliche Kin­der beisammen sind, gleichen Hausgrundrissen, aber sie haben höhere Bedeutung: zwischenHimmel" und Hölle" hat man nach bestimmten Vorschriften in den einzelnen Feldern herumzuhüpfen oder zu hinken, wobei oft noch ein flacher Stein durch alle Räume zwischen Himmel und Hölle zu treiben ift

Die Reigen- und Gebärdenspiele, recht eigentliche Mädchenspiele, zählen zu den vielseitigsten und schönsten Sommerspielen. Sie sind stets von gesunge­nen Versen begleitet. Heber ganz Deutschland ver­breitet ist der Reigen:

Machet auf das Tor, machet auf das Tor, Es kommt ein goldner Wagen, Wer fitzt darin? Wer sitzt darin? Ein Mann mit goldenen Haaren. Was will er denn? Was will er denn?

Er will die N. N. haben ...

Dabei löst sich die Geforderte aus der Reihe Gefährtinnen. So löst sich unter dauernder Wieder­holung des Verses der Reigen langsam auf. Und wem von uns Erwachsenen klingt es nicht noch in der Erinnerung lieblich ins Ohr, das uralte Reigenlied:

Wir treten auf die Kette, daß die Kette klingt;

Wir haben einen Vogel, der so lieblich singt...?

Ein richtiges Bubenspiel dagegen ist das Klickern. Das melodische Klappern der Kugeln aus buntge­färbtem Ton oder aus schillerndem Glas hört man auf dem städtischen Bürgersteig ebenso wie auf dörf­lichen Straßen. Für feine Verbreitung und Beliebt­heit zeugen schon die vielen Namen, unter denen es die deutsche Knabenjugend spielt. Eine Forscherin hat nicht weniger als 130 Bezeichnungen festgestellt. 2)te bekanntesten Namen des Spieles sind:Gsteiner- ten",Bickeln",Klickern",Jllern",Murmeln", oder .Schussern": im Württernbergischen heißt man die KugelnSchneller"; im Rheinland nennt man sie:Demmes",Kleckel",Fränkel" oderBom- men", das fränkische Kind kennt dieHorrel", das

Der zerstreute Professor, der überall . Regenschirm stehen läßt, ja wohl auch noch lebens­wichtigere Gegenstände vergißt, hat durchaus fern schlechtes Gedächtnis. Man erzählt von Mommsen, daß er die Namen seiner Kinder nicht wußte, aber in diesem Riesengeist hafteten unzählige Einzelhei­ten, die es ihm ermöglichten, das vollständigste Bild des römischen Staates und der römischen Kultur

richtet.

Wie kommt es nun, daß man manches so leicht be­hält unb anderes so leicht vergißt? Im Unterbe­wußtsein des Menschen wird nichts vergessen. Es ist die große Vorratskammer, in die alle Erinne­rungsbilder versinken, die wir je ausgenommen haben. Aber unser Bewußtsein stopft in dieseVor­ratskiste" alles, was es nicht behalten will oder was es nicht durch Hebung gelernt hat, zu behal­ten. Diese im Unbewußten vergrabenen Tatsachen sind nun verloren, wenn man nach ihnen gefragt wird, unb man kann wohl sagen, baß biese Ein­richtung ber weisen Natur, bie uns bas Vergessen geschenkt hat, eine ber größten Wohltaten bebeutet. Traurige unb schmerzvolle Ereignisse, bie bem Men­schen bei jeber neuen Erinnerung eine neue Er­schütterung bes Gemütes bringen würben, werben auf biese Weise unschäblich gemacht, versinken in bas Nichts bes Unbewußten, aus bem sie vielleicht niemals roieber auftauchen. Andrerseits ist natür­lich bie Fähigkeit bes Gebächtnisses einer der wich­tigsten Faktoren für ben geistigen Fortschritt ber Menschheit, benn bie Erfahrung unserer Rasse ist im Gebächtnis aufgespeichert. Gefahren, benen ber primitive Mensch ausgesetzt war unb bie er auf irgenbeine Weise überwand, hafteten in feiner Er­innerung, sodaß er oder seine Nachkommen sie spä­ter vermeiden konnten. C. K.

Auf Veranlassung des beim Generalbevollmäch­tigten für das Kraftfahrwesen gebildeten Generator­stabes wird in den nächsten Wochen mit der Um­stellung des größten Teiles der zur Zeit noch laufen­den Diesel-Lastkraftwagen unb Schlepper begonnen. Außerbem sollen noch in biefem Jahre neue Gene­rator-Kraftfahrzeuge in größerer Zahl bem Trans­portwesen zugeführt werden. So sehr diese Maß­nahme auch geeignet ist, die gegenwärtigen, kriegs­wirtschaftlich bedingten Verkehrsverhältnisse zu er­leichtern, so handelt es sich bei ihr im wesentlichen doch bereits um eine Friedensplanung auf weite Sicht. Im aroßdeutschen Wirtschaftsraum haben wir nach dem Kriege mit einem erheblich größeren Be­darf an motorischen Zugkräften zu rechnen. Eine vielfache Steigerung wird sich namentlich in der Landwirtschaft ergeben. Diesem erhöhten Bedarf wird anderseits infolge der Transportlage eine all­gemeine weltwirtschaftliche Benzin- und Dieselöl­verknappung gegenüberstehen. Es ist also notwendig, für die infolgedessen zu erwartenden Schwierigkeiten schon jetzt vorzusorgen. -

Generatoren tanken bekanntlich feste Kraftstoffe, wie Torf und Kohle. In erster Reihe kommt Holz in Betracht, das auf Grund der bisherigen Erfahrun­gen mit den besten Antriebserfolg ergibt. Seine Ver­wendung im Generator entspricht auch insofern dem nationalsozialistischen Grundsatz rationeller Wirt­schaftsführung, als neben Brennholz, wie es im Walde anfällt, vor allem auf das Abfallholz in den Betrieben der holzverarbeitenden Industrie zurück­gegriffen werden kann. Dieses Abfallholz, das bis­her mit nur geringem Nutzeffekt in den Oefen ver­feuert wurde, wird nunmehr einer optimalen Aus­nutzung zugeführt. Es entspricht schließlich auch der Dynamik deutscher Wirtschaft, daß beizeiten auf Kraftstoffe zurückgegriffen wird, die keinem endgül­tigen Abbau unterliegen, sondern die uns alljährlich neu zuwachsen. ef f

Zur Erfassung und Aufarbeitung des Tankholzes ist mit Genehmigung des Reichsforstmeisters eine

drauf.

Aber bald kornrnt's schlimmer: Wenns an Die kindliche Kosmetik geht mit all ihren lästigen und unnützen Handgriffen. Wenn's schon einmal notig ist, uns die Nase zu putzen, so läßt sich das doch mit einem Handgriff abtun. Aber die Tante Ulrire sie hieß wirklich so und verdiente es auch wie umständlich und aufreizend hat sie das Werk immer wiederholt, bis Mißmut und Ungeöulö ihr Anlaß zur Belehrung boten. Vom Ankleiden ganz zu schweigen. Dieses Zwängeln, Knöpfeln, Ziehen, Zurechtzupfen und Glattstreichen bis zum gestrengen Rat am Schlüsse, ja jeder Lache auszuweichen. Als obs etwas Lustigeres gäbe, als mit einer langen Rute in sie hineinzupatschen ober sie mit Straßen- kot aufzudämmen.

Ader über solche Dinge konnte man doch nur mit der Mutter reden.

Ueberhaupt die Mutter! Was alles ist sie nicht, weiß sie nicht, kann sie nicht. Meistert die Dinge mit feiner Hand, und die Tiere find ihr hörig schon beim ersten Ruf ihrer Stimme. Aber davon ahnt ja solch ein flüchtiger Gast in der guten Stube nichts, und wenn er auch noch so artig dienert. Das alles gehört nur den Kindern und bleibt ihr still gehüte­ter Schatz bis ins Alter, wenn sie ihn bis dahin nicht verloren haben. Oder bis die eigenen Kinder ihr Reich von neuem zu bauen beginnen.

besondere Gesellschaft, dieG. F. T.-Gesellschaft für Tankholzgewinnung und Holzabfallverwertung AG." gegründet worden.

Sie wird alleiniger Träger des zu diesem Zwecke vom Reichsforftmeister bewilligten Brennhvlzkvn- tingentes sein. Außerdem hat sie die Ermächtigung erhalten, Aufarbeitungs- und Trockenanlagen ohne besondere Einzelgenehmigung zu errichten. Sie wird die ihr zufallende Aufgabe entweder in eige­ner Regie, oder durch Auftragserteilung an be­stehende Betriebe der Holzwirtschaft erfüllen. Ihr alleiniger Abnehmer ist eine zweite, ebenfalls zu diesem Zweck besonders gegründete Gesellschaft, die Generatorkraft AG. für feste Kraftstoffe". Ihre Aufgabe ist es, das Generatorenholz überall in gleichbleibender Beschaffenheit zu einem regional abgeftuften festen Preis den Generatorfahrzeug­haltern zur Verfügung zu stellen. Sie wird ein aus­gedehntes Tankftellennetz in gary Großdeutschland schaffen. Außerdem hat dieGeneratorkraft AG." auch noch einen technisch einwandfreien Kunden­dienst aufzuziehen.

Die wesentlichste Voraussetzung für den Einsatz von Generator-Kraftwagen aber ist, daß es ge­lungen ist, ein Fahrzeug zu entwickeln, das jeden Wettbewerb mit den mit flüssigen Kraftstoffen fah­renden Wagen aushält und vor allem auch bei zweckmäßiger Abstimmung von Motor und Gene­rator die gleiche Geschwindigkeit und Steigefähig­keit aufweist. Irgendwelche Vorurteile gegen den Generator-Lastkraftwagen bzw. den Generator- Schlepper haben daher heute keine Berechtigung mehr. Es sind vielmehr alle Voraussetzungen er­füllt um dem friedenswirtschaftlich notwendigen Einsatz von Generator-Fahrzeugen den vollen Er­folg zu sichern. Die vorgesehene Umftellung wird um so reibungsloser vor sich gehen, als für den Umbau der Kraftwagen Staatszuschüsse gewährt werden, die 1000 RM. für Diesel- und 600 RM. für Benzinfahrzeuge betragen.

wurde unb dabei doch alle kindliche Grazie zu wahren wußte. Der Musik-Clown Arnoldi erheiterte nicht nur durch sein Spiel auf der Okarina, auf derEin­topf-Geige", auf einer Konzert-Gitarre und einer Miniatur-Violine, sondern auch durch seine spaßigen Bemerkungen. Diefünf Sorgenbrecher" steuerten etwas Singsang zum Programm bei. N.

Stenografen-Leistungsschreiben in Giehen.

Zu dem für den gestrigen Sonntag in der Oef- fentlichen Handelslehranstalt in Giehen angekündig­ten Gauverbands-Leistungsschreiben der Deutschen Stenografenschaft für die Ortsvereine Gießen, Grün- berg und Wetzlar stellten sich der Wettschreibleitung unter Führung von Kurzschriftlehrer, Prokurist Au­gust Siebert, Gießen, 52 Teilnehmer. Mit Rück- icht auf die Kriegsverhältnissee und die dadurch bedingten Transportschwierigkeiten wurde das Schreiben an verschiedenen Orten der Kreisoerban­des durchgeführt.

In Vertretung des verhinderten Kreisverbands- führers K. H.K üh l begrüßte Kreisverbandsrechner

Blasenleiden

Das Wasser habe ich als Arznei be­trachtet, und auf diese Weise bin ich die Entzündung der Blase losgewor­den. Mein Leiden habe ich jetzt 17J. u. mich so durchgeschl. Ihr Wasser heilt.

M.A.Fecker, Kfm., Jöhlingen/B.,Bahnhofstr.28. 12.8.38.

20 grobe Flaschen RM 12.60, 50 grobe Flaschen RM 25 Fracht hin und zurück trägt der Brunnen. Heilquelle Karlssprudel, Biskirdien A.

Graoeliusdie Wettschreibleitung, sowie sämtliche Teilnehmer. Im Auftrage der Reichsbundesführung der Deutschen Stenografenschaft in Bayreuth über­reichte er mit Worten des Dankes und.der Anerken­nung für jahrzehntelange treue, aufopfernde und fördernde Tätigkeit für die Kurzschrift bem Kurz­schriftlehrer, Prokurist Fidel Balken, Gießen, den Ehrenbrief der Deutschen Stenografenschaft mit goldener Nadel. Er knüpfte daran den Wunsch, daß der Beliehene seine wertvolle Kraft noch lange in den Dienst der stenografischen Kunst und somit in den Dienst der Wirtschaft bzw. unseres ganzen deutschen Vaterlandes stellen möge.

In Gießen wurden Silbenzahlen von 60220 Silben geschrieben. Es beteiligten sich in der Ab­teilung 220 Silben 1 Stenograf, 200 Silben 4 Ste­nografinnen, 1 Stenograf, 180 Silben 7 Stenogra­finnen, 160 Silben 8 Stenografinnen, 3 Stenogra­fen, 140 Silben 3 Stenografinnen, 3 Stenografen, 120 Silben 3 Stenografinnen, 3 Stenografen, 100 Silben 3 Stenografinnen, 80 Silben 6 Stenografin­nen, 1 Stenograf, 60 Silben 3 Stenografinnen, 3 Stenografen.

In den Abteilungen 60120 Silben mußten sich die Teilnehmer auch an dem vorgeschriebenen Rich­tigschreiben beteiligen. Alle ab gelieferten Arbeiten wurden sofort nach Beendigung der Hebertragun­gen an die Gauwettschreibleitung gesandt, weil von dieser die Prüfung und Wertung aller aus dem Gauverband eingehenden Arbeiten einheitlich durch­geführt wird. Heber das Ergebnis läßt sich daher erst nach Bewältigung der durch die Prüfung und Wertung erforderlichen ungeheuren Arbeit berichten.

Vom Vogelsberger Höhen-Club.

Dem Gedenken an solche 9JHtglieber des Vogels­berger Hohen-Clubs, die sich ganz besondere Verdienste um den Gesamt-VHC. erworben haben, will der VHC. eine besondere Stätte bereiten. Er will in den Klub­häusern auf dem Hoherodskopf einige Zimmer nach diesen verdienten Männern benennen und die Räume mit Erinnerungsstücken an diese VHC.er (Bilder, Wanderausrüstungsstücken usw.) ausstatten. Damit die pietätvolle Ehrung möglichst vielseitig gestaltet werden kann, werden die Mitglieder des VHC. um die Heberlassung geeigneter Erinnerungsstücke an den Gesamtverein gebeten.

*

** Vorbildliche Hausgemeinschaft. Am heu­tigen Montag, 1. Juli, sind es dreißig Jahre, daß der Lokomotivführer Wilhelm Erle mit seiner Fa­milie in dem Hause des Bauunternehmers i. R. Hein­rich Bernhardt, Klein-Linden, Frankfurter Str. 25, wohnt. Drei Jahrzehnte lang haben beide Familien

begonnen. _ e , ...

Da tappt irgendein wildftemdes DnEelungetum in unser klares, buntes Reich, mit plumpen Fra­gen:Wie heißt du?", ober später:Gehst du gern in die Schule?",Ist der Herr Lehrer wohl brav? und was dergleichen Gemeinplätze mehr sind! Meint wohl, wir würden dafür all unser Heines nützliches Wissen um die Welt der Dinge an ihn verschwenden. Weiß nicht, wie ein Kleiner, vernünftig abzuwarten, bis die gründliche Prüfung des Eindringlings em Urteil erlaubt. Erst müssen doch die fremben Zuge übermanbert werden, mit Auge, Geruch und Gehör, alter Zigarettendunst in den Kleidern, die Falten im Gesicht, die Warze am Kinn, die zwecklose Glatze, und erst die kindisch verstellte Meckerstimme. Dis wir endlich in Gottesnamen hinter der Mutter her­vor seinen Gebrauchswert festgestellt haben und ihn zögernd am Spielzeug teilnehmen lassen. Denn was ist ein Säbel, ein Holzpferd doch viel mehr als solch ein großer Mensch, wichtiger, verwendbarer, gutmutt-

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