Ausgabe 
1.8.1940
 
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140. Jahrgang Ur. 180

Gießener Anzeiger

Donnerstag, 1-August M«

vrühlfche Universttatrdnrckerei 8. Lcmge General-Anzeiger für Oberhessen «iktzen^chulstrah« 7-4

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Entrüstungssturms der englischen Oessentlichkeit solcher Schnüffler-Spezialisten ernannt worden.

Weibliche Heckenschützen.

schäft und den militärischen Stellen dafür Sorge ge­tragen,, daß auch dort gesät und geerntet wird. Drü­ben aber auf lothringischer und elsässischer Seite ziehen sich durch die unbestellten Felder die ver­rosteten Drahtverhaue. Das Land erscheint wie aus­gestorben. Niemand hat auf französischer Seite daran gedacht, daß man nur ernten kann, wenn man gesät hat. Das Futter auf den Wiesen verkommt, auf den Feldern wuchert das Unkraut. Die Dörfer sind ver­nachlässigt, verkommen, wenn nicht durch eine zucht­lose weiße und farbige Soldateska verwüstet. So ließ Frankreich ein Land sterben, ohne daß es an­geblich nicht hatte leben können. Die Herren, die da­mals so leichtfertig den Krieg an Deutschland erklärt haben, sollten einmal hören, wie die Bevölkerung dieses Landes über sie urteilt. Sie waren die Letzten, die berufen waren, im Namen dieses Volkes zu handeln.

Reichsbahndirektion Saarbrücken wieder am Stammsitz.

Lpd. Saarbrücken, 31.Juli. Als zu Beginn des Krieges die Räumung des westlichen Grenzge-

England setzt noch immer ans die Blockade - Eitle Londoner Hoffnungen.

Südamerika und die Havanna-Konferenz

Scharfe Kritik an den Kolonialmandatsplänen der LlGA.

Montevi'deo, 31. Juli. (DNB.)El Debate" begrüßt die Verwerfung der ursprüng­lichen U8A.-Vorschläge eines Kollektivman­dates nach Genfer Muster auf Grund der argen­tinischen Vorschläge, die die trationellen Bestrebun­gen der ibero-amerikanischen Republiken verkörper­ten. Die in Panama beschlossene Nichtübertragbar­keit der Kolonialmandate wäre sinnlos ohne Be­rücksichtigung des Selbstbestimmungsrech- t e s. Auch eine Gebietsausdehnung auf Kosten euro­päischer Staaten oder ibero-amerikanischer Nachbar­länder sei die traditionelle Politik der schlauen U8A.-Diplomatie, die stets in Augenblicken der Schwäche der Mutterländer eingegriffen habe. Den Normen dieser Politik, die seit dem Pariser Ver­trag von 1783 verfolgt worden sei, verdankten die Vereinigten Staaten heute ihre gewaltige Ausdeh­nung. In blutigen, ungleichen und stets ungerechten Kriegen hätten die Vereinigten Staaten Nachbar­gebiete annektiert, darunter Gebiete freier Länder wie Mexiko und Portoriko mit Ausdehnung der Herrschaft auf das Karibische Meer, was die harm- lojen Kanzleien Südamerika^ zu vergessen schienen:

Benutzung englischer Trockendocks, ferner der Verweigerung von Proviant- und Be­triebs ft off Übernahme in englischen Häfen, uiü die Neutralen so zur Annahme der englischen Wunsche zu zwingen.

Edens Gehirntrust.

M a d r-i d , 1. August. (Europapreß.) AlsBrain trust" (Gehirn-Trust) bezeichnet man in ßonbon die von Anthony Eden ausgewählten Geschäfts­männer, die in der Stunde der Not im eng­lischen K r i e g s mi n i st e r i u m neue durch­schlagende Verbesserungen ernführen sollen. Der Londoner Korrespondent der spanischen Zeitung ABC." meldet, eine der wichtigsten Aufgaben die­ser Männer sei es, die Aushebung zu be­schleunigen. Der gleiche Korrespondent meldet über dieSchnüffler Cooper s", die beauf­tragt sind, in Bars, Kneipen und anderen Lokalen herumzuhorchen und die einen jeden auf der Straße anhalten dürfen, um sich nach demBefinden sei­ner Moral" zu erkundigen, bisher seien trotz des

Zwischen Saarbrücken und Mülhausen

Von unserem X ^.-Sonderkorrespondenten.

Langsam aber sicher hätten USA. teilweise oder ganz Kuba 1899, Panama 1914, San Domingo 1913, Haiti 1915, Nicaragua 1920, Costarica 1917, Guatemala und Mexiko 1914 besetzt. Seit 150 Jah­ren nützten die USA. alle geeigneten Augenblicke in einer bestimmten Richtung aus. Die Havartna- Konferenz beweise, daß die USA. die Gelegenheit zur weiteren territorialen Ausdehnung auf Kosten der amerikanischen Kolonien der durch den gegen­wärtigen Krieg geschwächten Nationen nicht ver­säumen wollten. Der nordamerikanische Ausdeh­nungsplan zeige verlockende Aussichten: 9,6 Mil­lionen qkm englischen, 81 000 qkm französischen, 130000 qkm holländischen und 2,5 Millionen qkm dä­nischen Besitzes (Grönland). Wenn der iberische Kon­tinent einer unabhängigen Zukunft entgegensehen wolle, müsse er die ausgestreckten Hände Europas und Asiens ergreifen. Zum ersten Male sei der her­rischen Macht der USA. der A larm ru s de s Südkontinents begegnet. Unzweifelhaft fei, daß feine Lebenskraft und fein Entschluß, mächtigen europäischen und asiatischen Freundschaften Geltung zu verschaffen^ in Havanna andere Bedingungen

bietes erforderlich wurde, mußte auch die Reichs­bahndirektion Saarbrücken ihren Heimatsitz verlassen. Sie schloß am 3. September 1939 ihre Pforten und siedelte mit ihrem Stamm nach Koblenz über. Von dort aus erfolgte unter der Leitung des Vize- Präsidenten Grehling die Bearbeitung der ge­faulten allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten, insbesondere der Finanz- und Personalfragen, wäh­rend sich im übrigen aus organisatorischen Gründen eine Aufteilung des Direktionsbezirkes als not­wendig erwies. Die Gefolgschaftsmitglieder des ge­räumten Gebietes wurden z. T. bei anderen inner­deutschen Direktionen eingesetzt, zum Teil hier wei­terbeschäftigt oder aber auch schon nach kurzer Zeit etwa zu einem Viertel, an der Spitze Präsident Dr. Sa rter, rn die wiedergewonnenen und besetzten Gebiete des Ostens abgeordnet. Nun ist am 19. Juli die RBD.-Saarbrücken zurückgekehrt und hat die Verwaltung ihres ganzen Bezirks unter Leitung des neuen Präsidenten Frorath wieder aufge­nommen. Neben den'großen Aufgaben des Wieder­aufbaues im eigenen Bezirk stehen der Reichsbahn­direktion Saarbrücken neue Leistungen bevor. Ein großer Teiler Strecken Lothringens mit sei­nen reichen Industriegebieten und schwierigen Ver­kehrsanlagen ist ihr übertragen worden. Ihr Wie­deraufbau wird alle Kräfte voll in Anspruch neh­men.

Stockholm, 1.2üig. (Europapreß.) Am Mitt­woch gibt die englische Admiralität bekannt, daß einige Kriegsschiffeinheiten fürneue Auf­gaben" freigemadjt worden seien. Unter diesen neuen Aufgaben ist die Durchführung tier am Dienstag vom Minister für die wirtschaftliche Kriegführung, Dalton, bekanntgegebene Ausdeh­nung der Blockade zu verstehen. Von dieser Blockade sagt die Londoner Presse, sie reiche vom Nordpol bis zum Aequator und werde Deutschland in einigen Monaten auf die Knie zwin­gen. An amtlicher Stelle erklärte man neutralen Korrespondenten, man brauche nur ein paar Mo­nate zu warten, um die Auswirkungen der Blockade in Deutschland zu spüren. In einer Presse-Konferenz warf ein neutraler Korrespondent daraufhin die Frage auf, wie es denn mit drn Eisen-, Erz-, Stahl» und Aluminiumvorräten beschaffen lei, die Deutsch­land durch die Landbesetzungen erhalten habe; die Antwort lautete, diese Vorräte gäben Hitler eine gewisse Atempause, doch so fügte man vorsichtig hinzu jede Blockade sei eine sehr langsam wirkende Kraft, die allerdings, auf sich allein ge­stellt, den-Krieg nicht gewinnen könne. So reden sich die Briten selbst gut zu. Ob nach den bis­herigen Kriegserfahrungen auch nur einer in Eng­land von der übrigen Welt ganz abgesehen glaubt, daß dieses alles mehr sein könnte als ein kümmerlicher Täuschungsversuch der Londoner Kata­strophenpolitiker?

Auch Amerikas Außenhandel betroffen.

Neuyork, 31. Juli. (Europapreß.) Der Lon­doner Korrespondent derNew Port Herold Tri­büne" befaßt sich mit der Ausdehnung der briti­schen Brockade auf Spanien und Portu-- g a l und weift darauf hin, wie sehr durch die neue herausfordernde Maßnahme Englands der Außen­handel der USA. in Mitleidenschaft gezogen wird. Die britische Regierung bemüht sich erst gar nicht, wie aus dem Bericht des Korrespondenten hervorgeht, auch nur den Schein des Rechts für ihre Blockademaßnahmen $u wahren; offenbar in der Erkenntnis, daß ein derartiger Versuch keine Aussicht auf Erfolg hätte. Die einzige Entschuldi­gung, die London für sein Verhalten anführt, ist die, daß die USA.-Regierung ebenso wie die an­deren neutralen Regierungen rechtzeitig von der bevorstehenden Maßnahme in Kenntnis gesetzt worden seien. Wie schon so oft, möchte England auch diesmal wieder die Neutralen durch Erpressungen seinen neuen Blockadewünschen ge­fügig machen. Nach der Meldung des Blattes drohe die englische Regierung mit zeitraubenden, kost­spieligen Schikanen wie der Verweigerung der Reparaturen in britischen Häfen und der

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Zwischen Saarbrücken und Mülhausen spielte sich die letzte Phase des Feldzuges irt Frankreich ab. Zwischen diesen beiden Städten an der Saar und an der Schweizer Grenze haben die Franzosen in fast zehnjähriger Arbeit die M a - ginotlinie errichtet, die ihrer Meinung nach niemals durchbrochen, niemals überschritten werden konnte. Sie ist dennoch in den deutschen stürmischen Angriffen in wenigen Tagen erlegen. Heute hat sie ihre militärische Bedeutung verloren und wird in Bufünft nur ein Symbol jener kurzsichtigen falschen olitik der französischen Regierungen darftellen, die «nach dem Weltkrieg ihr ganzes Ziel daraus ab­stellten, den VersaillerFrieden" als Fortsetzung des Kckeges mit anderen Mitteln auszuwerten. Der Erfolg dieser Politik war der Krieg, den Cham­berlain und Daladier am 3. September dem Deut­schen Reich erklärten. Die Friedenspolitik des Füh­rers haben sie abgelehnt und sabotiert.

Dieses Gebiet zwischen Saarbrücken und Mül­hausen rechts und links des Rheins war in den rückliegenden Monaten dieses Krieges zum großen Teil jenes Niemandsland, in welchem sich tzwei gewaltige Heere in Kampfbereitschaft gegen- überlagert. Hier ist es in monatelangen Einzelkärnp- fen zu jener Kriegsform gekommen, die die alten Weltkriegsteilnehmer aus dem vierjährigen Stel­lungskrieg her kennen. Hier hat sich der Angriffs­geist der neuen deutschen Armee in zahllosen Stoh- »rupp- und Spähtruppunternehmungen, in vielfach unbekannt gebliebenen Heldentaten gezeigt, gestählt und gefestigt. Bis bann in der zweiten Junihälfte die Stoßkraft der deutschen Armee mit elementarer Gewalt hervorbrach und in die für uneinnehmbar gehaltene Maginotlinie hinein- und hindurchstieß. Heute liegen all diese harten, schweren Monate und die letzten blutigen Kämpfe schon wieder weit hinter uns. Das Tempo dieses Krieges weist neue Ziele und läßt nur die Erinnerung zurück an "das, was war, was allerdings ewig bleiben wird als Zeugnis unvergleichlichen deutschen Soldatentums.

Dieses Gebiet zwischen Saarbrücken und Mül­hausen stellt auch jenen Gebietsstreifen dar, der sowohl diesseits wie jenseits der einstigen Reichs­grenze bei Beginn des Krieges von der Be­völkerung geräumt worden war. Es hat damals, als noch niemand recht an den Ernst des Krieges um oder in der Maginotlinie glauben wollte, manche Tränen, manches Herzeleid, man­ches Nichtoerstehen gegeben, als die weiterschauende politische Führung des Reiches Anordnungen zur Räumung gab. Aber diese Räumung vollzog sich auf deutscher Seite nach sorgfältig vorbereiteten Plänen, die Rückführung der vielen Tausenden nach einer Ordnung, die trotz der Härte, die der einzelne empfand, doch das große Ziel des Ganzen im Auge hatte. Und dieses große Ziel hieß: Sicher­stellung des Lebens und der Gesundheit der Men­schen.

Zu gleicher Zelt, z. T. sogar vorher, wurde auch auf der anderen Seite die Evakuierung der als Kampfgebiet in Betracht kommenden Gebiets­teile durchgeführt. Hier stand das militärische Inter­esse im Vordergrund, während menschliche lieber- legungen eine Nebenrolle spielten. Ohne vorberei­tetes Hinterland, ohne notwendige Aufklärung der Bevölkerung in den Einweisungsgebieten wurden die evakuierten Massen aus ihrer Heimat heraus­getrieben und einem unbestimmten Schicksal preis- gegeben. Dann brauste der Krieg über diese Ge­biete hinweg.

Wo vorausschauende Ueberlegung und ordnende Disziplin herrscht, wie auf der deutschen Seite, da ist von den Einwirkungen des Krieges und der Witterung in all den langen Monaten äußerlich kaum etwas zu spüren. Die auf deutscher Seite ge­räumten Gebiete standen nicht nur unter stän- biger Kontrolle und Bewachung, son­dern auch unter einer vorsorglichen Be­treuung mit dem Ziel, den zurückgezogenen Be­wohnern ihre Heimstätten möglichst ohne Schäden ju erhalten. Nur in wenigen deutschen Grenzorten, die in den erftgn Kriegsmonaten vorübergehend den Franzosen überlassen worden waren, sah es böse aus. Vielfach haben die farbigen Kulturträger Frankreichs hier in unvorstellbarer Weife gehaust. Aber auch die weißen Franzosen haben sonderbare Zeichen ihrer kulturellen Sitten hinterlassen. Sie waren offenbar von einem regelrechten Zerstörungs­rausch erfüllt. Schon in den Wochenschauen hat man seinerzeit die Kulturtaten der französischen Soldaten in Hombach sehen können. Sie waren der Auftakt zu jenem Vernichtungswerk, über das die Belgier und auch die Nordfranzosen bitterste Klage gegen ihre einstigen Freunde und eigenen Volksgenossen erheben.

Zehn Monate waren Städte und Dörfer, waren die Wohnungen unbewohnt geblieben, einzelne Ort­schaften hatten unter den Kriegseinwirkungen ge­litten, andere waren aus militärischen Gründen Veränderungen unterworfen'worden, vielfach hatten die Wohnungen militärischen (Einquartierungen zur Verfügung stehen müssen, und schließlich waren die Auswirkungen des harten Winters nicht ohne Spu­ren an den Heimstätten der rückgeführten Bevölke­rung Dorübergegangen. Trotzdem waren während der ganzen Zeit durch die hierzu aufgestellten Son­derkommandos diese Gebiete unter eine technische und polizeiliche Bewachung gestellt worden, damit etwa auftretenbe Schäden nach Möglichkeit sofort beseitigt werden konnten. Technische Nothilfe, Poli­zei, Organisation Todt waren eingesetzt, um größere Schäden zu verhindern und zu beseitigen.

In den landwirtschaftlichen Gebieten dieser deut­schen Gaue tragen die bestellten Felder ihre Frucht der Ernte zu. Kein Fleckchen deutscher Erde vor, zwischen und hinter dem Westwall hat brach gelegen. Der Front-Bauer hat feine Felder bestellt wie vordem. Dort aber, wo die Bevölkerung heraus- gezogen werden mußte, haben besondere Kommandos In Verbindung mit den Organen der Reichsbauern-

Neuyork, 1. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die in den letzten Tagen in der amerikanischen Presse ver­öffentlichten Bilder aus England liefern den unumstößlichen Beweis für die ungeheuerliche Tat­sache, daß nunmehr auch die englischen Frauen z u Heckenschützen ausgebildet werden. So brachte derNew Port Mirror" das Bild eines weiblichen englischen Parlamentsmitgliedes. Die Lady liegt auf dem Bauch und hält ein Gewehr im Anschlag. Die Unterschrift des Bildes verkündet, daß diese Dame mit 10 Schüssen 7 Treffer erzielt hat und fomit für würdig befunden wurde, in bas Frauenkorps zum Abschießen von Fallischirmtruppen aufgenommen zu wer­den (!). In einer anderen Ausgabe bringt dasselbe Blatt gleich eine ganze Bildserie über das weibliche Heckenschützenkorps. Ein Bild zeigt vier Frauen mit Gewehr in Anschlag, die laut Unterschrift gleichfalls ihr Schiehexamen ablegen. (Ein anderes Bild zeigt eine Frau zu Pferde, die sich zur Bildaufnahme mit einem Feldstecher vor den Augen in Positur gefetzt hat. Die Aufgabe der kühnen Reiterin ist es, zu Pferde die Küste abzupatrouillieren, nach Fallfchirmtruppen auszuschauen und die weib­lichen Heckenschützenbanden zu alarmieren. Wenn für diese Frauen das grausige Erwachen aus ihrem sinnlosen und völkerrechtswidrigen Svldatenspiel kommt, werden die plutokratischen Urheber dieses verbrecherischen Wahnsinns ihr kostbares Leben leider längst in Sicherheit gebracht haben.

Der ununterbrochene Krieg.

Zum 1. August.

Als am 1. August des Jahres 1914 das deutsche Volk zu den Waffen griff, um den Boden seiner Heimat zu beschützen, da sollte es nicht zwei ober drei Gegnern, sondern einer Welt von Fein­den gegenübertreten, die die Vernichtung des auf­strebenden, wachsenden und tatenfrohen Deutsch­lands auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Mit der besten Armee der Welt trat Deutschland diesen Was- fengang an, wenngleich es unzureichend ausgerüstet war und nicht über die militärischen Reserven ver- fügte, deren Fehlen sich in der Marneschlacht so ver­hängnisvoll bemerkbar machen sollte. Friedliebend, wie das ganze deutsche Volk war, hatte es nicht die drohenden Schatten, die am Himmel aufzogen, be­merkt. Seine politische Führung, in Wahnvorstel­lungen befangen, glaubte bis zur letzten Minute, daß England sich aus dieser gewaltigen militärischen Auseinandersetzung heraushalten würde.

Jetzt, da das deutsche Volk dank der weltanschau- lichen Erziehungsarbeit, die die Bewegung Adolf Hitlers geleistet hat, politisch sehend geworden ist, weiß es, warum es jenen Krieg nicht gewinnen konnte. Es war die Diskrepanz zwischen der poli­tischen, militärischen und wirtschaftlichen Führung, die getrennte Wege gingen und nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiteten. So konnte es kommen, daß den Versprechungen eines Wilson Glauben geschenkt wurde und das oeutsche Volk eine Beute derer wurde, die sich anmaßten, einen Staat der Freiheit, Schönheit und Würde zu errichten.

Wie ein Fanal erklangen, kaum daß das deutsche Volk seine Waffen niedergelegt hatte, die von Haß erfüllten Worte des damaligen französischen Mi­nisterpräsidenten, daß 20 Millionen Deutsche zuviel auf dieser Welt seien. Versailles, das einen gerech­ten Frieden bringen sollte, legte dem deutschen Volk ein Diktat auf, das nichts anderes als eine lebens­längliche Versklavung bedeutete. Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln dieses Wort präg­ten die Mächte, die Deutschlands Vernichtung woll­ten. Klar brachten sie damit zum Ausdruck, daß, wenn auch die Waffen schwiegen, der Krieg dennoch für sie noch nicht beendet war.

Bis in Deutschlands Notzeit ein unbekannter Frontsoldat aufstand und, ein Prediger in der Wüste, das Volk zur Besinnung aufrief. Nach vier­zehnjährigem Ringen war der Kampf des Gefreiten Adolf Hitler von Erfolg gekrönt, er nahm des Rei­ches Schicksal in feine Hände. Arbeit und Aufbau! Unter diesem Leitgedanken stand das Werk, das Adolf Hitler in Angriff nahm und das von Jahr . zu Jahr mehr feiner Vollendung entgegengeführt wurde. Das Unrecht des Versailler Diktats wurde, ohne daß die Waffen sprachen, Schritt für Schritt friedlich beseitigt. Fast schien es, als ob die Gegner von einst Vernunft annähmen und mit diesem Deutschland, dem kein Gedanke so fern lag wie der des Krieges, in Frieden gufammenarbeiten wollten.

Wir wissen jetzt, daß dies alles nur eitel Lug und Trug gewesen ist. Zum zweiten Mal bin­nen eines Vierteljahrhunderts haben die Westmächte es sind zum großen Teil sogar die gleichen Männer an die Gewalt appelliert, um das gleiche Spiel wie vor 25 Jahren zu beginnen. Doch diesmal sind sie auf ein anderes Deutsch­land gestoßen, aus ein Deutschland, das nach außen hin genau so stark ist wie nach innen, das wie es der Führer prophetisch in seiner Wilhelmshavener Rede angekündigt hatte, nicht untätig zusehen würde, wie es von neuem eingetreift werden sollte, auf ein Deutschland, das auf dem Gebiet der ihm aufge« zwungenen militärischen Aufrüstung nichts versäumt hatte.

Nach zehn Monaten Krieg sind Polen, Norwegen, Belgien, Holland und Frankreich zu Boden ge­zwungen worden, ist die Friedenshand, die der Füh­rer zum letzten Mal dem allein verbliebenen Gegner England entgegengestreckt hatte, zurückgeschlagen worden. Jetzt steht die Endabrechnung mit England bevor, das sein Schicksal selbst besiegelt hat. Am 1. August 1914 brach der Weltkrieg aus. Er war 1918 nicht zu Ende, sondern nur durch einen Scheinfrieden unterbrochen. Im Herbst des Jahres 1939 ist der Krieg von neuem aufgeflammt, die Welt hat allerdings in der Zwischenzeit ein an­deres Gesicht angenommen. Deutschland wird mit schweren wuchtigen Schlägen das übersättigte und alternde Großbritannien genau so zu Boden schla­gen, wie es seine anderen Gegner niebergerungen hat.

geschaffen habe als in den vorhergehenden Konfe­renzen traurigen Andenkens.

Gegen eine wirtschaftliche Unterjochung.

Rio de Janeiro, 31.Juli. (DNB.) In der brasilianischen Presse nehmen die ablehnenden Stimmen gegenüber den Planen einer Unterjochung des südamerikanischen Handels unter nordamerika­nische Interessen zu.Gazeta de Noticias" nennt die Konferenz von Havanna den Versuch einer end­gültigen Verwirklichung des ProgrammsAmerika den Nordamerikanern . Wer die Diskussionen in Havanna verfolgt habe, komme zu dem Schluß, daß bei dem zahlreichen, auf dem Altar der Humanität abgebrannten Feuerwerk die wirkliche Absicht dahin geht, die armen amerikanischen Völker, die zwar ohne Goldreserven, aber dafür an N a - turschätzen und Roh st offen reich und übervoll seien, durch kunstvolle Kartell­pläne auszusaugen. Die Pläne der neuen Paladine des Panamerikanismus würden dem Nor­den eine große Zukunft, Mittel- und Südamerika aber Elend und Unruhen bringen. Der Arti­kel erinnert an die Worte des Reichsministers Funk, wonach die Handelsbeziehungen mit Süd­amerika nur durch die englische Blockade unterbro­chen seien und später wiederhergestellt würden. Dem habe der Havanna-Panamerikanismus nur den Dor- Mag einer Auflieferung aller Waren .Südamerika»