ren zieht der Student der Sozialwissenschaft als Kriegsfreiwilliger bei den Alpenjägern ins Feld. Drei silberne Tapferkeitsmedaillen und die Beförderung zum Offizier zeigen, daß in dem Jüngling bereits die Eigenschaften erwacht sind, die ihn später zum Erfolg führen: Tatkraft, Unerschrockenheit, Todesverachtung. Kaum wieder nach Ferrara zurückgekehrt, übernimmt Balbo die Führung der faschistischen Bewegung in seiner Vaterstadt. Eine neue Gabe, seine glühende, mitreißende Beredsamkeit, enthüllt sich und trägt zum Anwachsen der Gefolgschaft des Duce nicht weniger bei als die blutigen Kämpfe, die gegen verblendete Gegner geführt werden müssen und in denen er sich den Beinamen „Pizzo di ferro“ (Eisenbart) erwirbt. Beim Marsch auf Rom gehört Balbo als einer der Quadrumvirn zu den engsten Mitarbeitern Mussolinis. Seine Verwegenheit trägt ihr Teil zum Gelingen des Unternehmens bei. Der Duce belohnt die Treue Basbos, indem er ihn sofort als Unterftaatsfekretär ins Wirtschaftsministerium beruft.
Aber die große Stunde Balbos schlägt erst im Jahre 1926. Der Duce überträgt ihm die Aufgabe, die neue Luftwaffe Italiens zu schaffen. Irr acht Jahren, von 1926 bis 1934 legt Jtalo Balbo als Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium die Grundlagen einer Luftmacht, die selbst von den Feinden Italiens als eine der besten der Welt anerkannt wird. In dieser Zeit wird Balbo selbst mit Leib und Seele Flieger. Er organisiert die berühmten Geschwaderflüge, die das Aufsehen der Welt erregten: 1928 den Rundslug um das westliche Mittelmeer mit 61 Wasserflugzeugen, 1929 den Rundflug um das östliche Mittelmeer mit 36 Wasserflugzeugen und schließlich 1930 und 1933 die großen Geschwaderflüge nach Süd- und Nordamerika mit 12 bzw. 24 Apparaten. Im Jahre 1933 verleiht Mussolini ihm in Anerkennung seiner Verdienste den Titel eines Luftmarschalls von Italien.
Zwei Jahre später geht Balbo als Generalgouver- neur nach Libyen. Er entwickelt dort kolonisatorische Fähigkeiten, die selbst die Fachmänner verblüffen. Sein kühner Geist und seine unermüdliche Tatkraft bewältigen Probleme, die vor ihm als unlösbar betrachtet wurden. Neuzeitliche, freundliche Städte, die Besiedlung des Landes mit Tausenden von italienischen Dauernfamilien werden in künftigen Jahrhunderten noch Zeugnis ablegen von der fast übermenschlichen Größe dieses Mannes, den ein unbegreifliches Geschick in der Blüte seiner Jahre mitten aus seinem Schaffen herausgerissen hat.
Selbst diese knappen Angaben lassen erkennen, welche Fülle von Erleben und Vollbringen, von überschäumender Begeisterung, verschwenderischem Sichausgeben, ftoher Freude und tiefgefühlter Befriedigung sich in den zweieinhalb Jahrzehnten dieses so unendlich reichen Menschenlebens zusammendrängen. Diesem Manne war jeder Tag, der ihn vor neue Aufgaben stellte oder ihm das Gelingen in Angriff genommener Unternehmen brachte, ein Geschenk. Hatte er einige Jahrhunderte früher gelebt, so hätte er in den Kreis jener prächtigen, kraftstrotzenden, kriegerischen und zugleich kunstliebenden Renaissance-Menschen gepaßt, von denen einige ja auch in seiner Heimatstadt Ferrara zu Hause waren. Wie in ihnen, so lebte auch in dem Tatmenschen Balbo die Seele eines Dichters. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er am 29. Oktober 1938 vom Deck des Motorschiffes „Vulcania" aus die Parade jener Siedlerflotte abnahm, die aus dem Hafen von Genua in See ging, um 1800 Dauernfamilien an das vierte Ufer Italiens, die libysche Küste, zu tragen. Mit leuchtenden Augen, mit seinem berühmten strahlenden Lächeln, mit einer Handbewegung, mit der er das ganze weite Bild, „seine Flotte", umarmen zu wollen schien, rief der Marschall den ihn umgebenden Vertretern der Weltpresse zu: ,Zst das nicht schön?" Und als irgend jemand von der geschichtlichen Bedeutung dieses Augenblicks sprechen zu müssen glaubte, da unterbrach er ihn kurz und freudig: „Nein, schön wie ein Gedicht!"
Wer von denen, die damals dabei sein durften, erinnerte sich beim Eintreffen der Nachricht vom Heldentod Balbos nicht jenes „Zuges der Zwanzig t a u f e n d", der den Marschall in der ganzen Größe seiner Persönlichkeit zeigte. In wenigen Monaten waren in einem bis dahin unbewohnten und unwirtlichen Gelände zahlreiche Musterdörfer mit Tausenden von Bauernhäusern, mit Rathäusern, Schulen, Krankenhäusern, Postanstalten, Kirchen und Märkten, mit Brunnen und Wasserleitungen aus dem Boden gestampft worden. 17 Dampfer brachten die Siedler, insgesamt 20 000 Menschen, von Italien hinüber in die neue Heimat. In den Ausschif- fungshäsen Tripolis und Benghasi standen 2000 Militärlastwagen bereit, um diese Siedler in die zum Teil Hunderte von Kilometer entfernten Dörfer zu befördern, wo schon alles für ihre Aufnahme vorbereitet war, und diese Riesenorganisation klappte dank dem persönlichen Einsatz des Marschalls reibungslos bis in die kleinsten Einzelheiten.
Unter den Pressevertretern gab es damals nur ein Urteil über Marschall Balbo: ein ganzer Kerl! Unermüdlich war er um das Wohl der ihm anvertrauten Menschen bemüht. Er war der früheste der Frühaufsteher, und bis in die ersten Morgenstunden hinein sah man ihn im Kreise seiner Mitarbeiter. Wie oft raste er am späten Abend, wenn die Pressevertreter und seine Mitarbeiter zu wenigen Stunden des Schlafes erschöpft in die Betten sanken, mit seinem Kraftwagen Hunderte von Kilometern voraus oder zurück, um sich durch persönlichen Augenschein davon zu überzeugen, daß alle Räder der Organisation liefen, und stand dann bei Morgengrauen trotz der durchwachten Nacht ftisch und elastisch wieder vor uns, um uns zur Eile anzutreiben. Und bei all dem fand er noch Zeit zu liebenswürdigen Unterhaltungen, verlor nicht eine Sekunde lang seine frohe Laune und seinen bezwingenden Humor. Die Siedler verehrten Marschall Dalbo wie einen Vater. Man muß miterlebt haben, wie einfach und herzlich er mit den Bauern zu sprechen verstand, wie er sich-um alle ihre kleinen Sorgen und Nöte kümmerte, wie er ihnen Trost zusprach, wenn ihnen einmal nicht alles nach Wunsch ging. Aber auch wie er bei all dieser Menschlichkeit mit scharfem Blick und hartem Wort Nachlässigkeiten oder gar Pflichtvergessenheiten rügte und alle zur Arbeit und Pflichterfüllung ansporn te.
Erholung von seiner anstrengenden Tätigkeit suchte Balbo von Zeit zu Zeit in der Oase Gha- dames, weit landeinwärts am Rande der Sahara dicht an der Grenze gegen Französisch-Nordafrika gelegen, ein verträumter Erdenwinkel, in dem die Zeit seit Jahrhunderten stillgestanden zu sein scheint. Eifersüchtig wachte Balbo darüber, daß diese Oase nicht durch allzu starken Fremdenverkehr ihrem Dornröschenschlaf entrissen werde. Hin und wieder wurden die Eingeborenen und die Garnisonen des Grenzpostens durch Propellergeräusch aus ihrer Ruhe aufgeschreckt: Balbo kam zu kurzem Besuch. Er verbrachte ein paar Tage in dem weltabgeschiedenen Frieden unter den leise rauschenden Palmen und dem überirdisch funkelnden Sternen
himmel dieser traumhaft schönen Oase, ging wohl auch auf die Antilopenjagd und kehrte dann wieder in die Burg zu Tripolis zu seiner Arbeit zurück.
Fliegen bedeutete für Balbo Leben. Selten benutzte er ein anderes Verkehrsmittel als das Flugzeug, das er meist selbst steuerte. Nur so war es möglich, Haß es in dem ihm unterstellten weiten Gebiet keine Entfernungen mehr für ihn gab. Nicht selten hielt er am Vormittag eine Besprechung mit Derwaltungsbeamten oder Eingeborenen-Führern in Tripolis ab und wohnte bereits am Nachmittag in dem viele hundert Kilometer entfernten Benghasi einer anderen Konferenz bei. Den Weg von Tripolis nach Rom und umgekehrt legte er Hunderte Male im Flugzeug zurück. Nach den Witterungs-
verhültnissen fragte er dabei nicht. Luft und Wetter waren ihm vertraut, und so entbehrt es nicht einer tragischen Größe, daß er gerade in der Luft sein Ende finden sollte. Er starb einen Tod, der seinem Werke Abschluß und Krönung ist, den er sich vielleicht in stiller Stunde selbst so und nicht anders gewünscht hat, herausgerissen aus seinem Leben, bevor es zum Niedergang neigte, aus seinem Schaffen, als er bereits den Enderfolg winken sah, gefallen in seiner ungebrochenen Manneskraft im Kampfe für fein Vaterland, dem seine ganze Person gehört hat, im Aether über jenem Stück Nord- afrika, das er aus einer Kolonie zu einer Provinz Italiens umgewandelt hat, mit jenem sorglosen Kinderlächeln auf den Lippen, das alle an ihm liebten.
Der Fliegertod Marschall Balbos.
Rom, 29. Juni. (Europapreß.) Line Sonber- meldung des italienischen Hauptquartiers bestätigt, daß am 28. Juni das von dem Luftmarschall Jtalo Dalbo während der Abwehr eines feindlichen Bombenangriffs geführte Flugzeug in Flammen geriet und a b ft ü r z t e. Balbo und sämtliche übrigen Insassen des Flugzeugs kamen ums Leben. Die Besatzung des Flugzeuges setzte sich zu- samen aus Major der Luftwaffe Ottavio Frai - lich, Hauptmann der Luftwaffe Gino Capan- nini, Funkerunteroffizier Giuseppe Bartl. An Bord des Flugzeuges befanden sich ferner aus dienstlichen Gründen Generalkonsul Lnrico Laretti, Sekretär des Fascio von Tripolis, Jnfanteriemajor der Reserve Claudio D r u n e l l i, Generaldirektor des Fremdenverkehrsverbandes Libyens in Tripolis, Artilleriehauptmann der Reserve Bello 2 u i - lici, Direktor des „Lorriere pabano“, Alpinileut- nanf bet Reserve Livio Balbo, Sekretär bes Fascio von Ferrara, enb Leutnant ber Luftwaffe der Reserve Gino F l o r i a. Zum Zeichen ber Trauer um ben verbienten Mitkämpfer Mussolinis würben alle Fahnen in Italien auf halbmast gesetzt. Der Duce hat befohlen, baß aus Anlaß bes Iliegertodes bes Luftmarschalls am 30. Juni und 1. Juli alle Staatsgebäude und Flugplätze die Flaggen auf halbmast sehen und die Fahnen der parteisihe mit Trauerflor umhüllt werden sollen.
Die sterbliche Sülle Saldos nach Vengasi übergesühtt.
Bengasi,!. Juli. (DNB.) In der Nacht zum Sonntag fft die Leiche des Luftmarschalls Balbo nach Bengasi übergeführt worden. Die Nachricht von seinem' Tode hatte sich schnell in Libyen verbreitet, die Bevölkerung strömte aus allen Ortschaften hin zu der Straße, über die der Leichenkondukt seinen Weg nehmen mußte. Die sterbliche Hülle des Quckdrumvirn und seiner mit ihm im Kampf gefallenen Kameraden wurde von einer doppelten Reihe eingeborener Reiter von Tobruk aus begleitet. Die an getretenen Truppen erwiesen dem Kämpfer die militärischen Ehren, die am Wege befindliche Bevölkerung verharrte in ehrfürchtigem Schweigen.
Italiens Trauer.
Rom, 30. Juni. (Europapreß.) In bewegten Le-itauffätzen preist die gesamte italienische Presse das Lebenswerk Jtalo Balbos, des großen Faschisten, Soldaten, Politikers, des unvergeßlichen Kolonisators Libyens und der Cyrenaika. Tiefe Erschütterung über den schmerzlichen Verlust der Nation tut sich in den Nachrufen kund, die dem guten Kameraden gewidmet sind, der in allen Lebenslagen menschliches Empfinden allem vorangestellt habe. Die Betonung gerade dieses Charakterzuges des verblichenen Marschalls ist das schönste Lorbeerreis, das das dankbare Volk auf den Sarg -des toten Helden und Menschenfreundes fegt
„Auf dem Wege zum Sieg", schreibt das halbamtliche „Giornale d'Jtalia", „ist Balbo gefallen,
während er sich mit dem von ihm gesteuerten Flugzeug mitten in den Kamps, wo die Gefahr am größten, hineingestürzt hat." „Wer aber kann sich diesen Soldaten und Führer des Faschismus, der aus Heldengedichten zu uns heruntergestiegen zu Jein schien und der aus dem Leben selbst ein Heldenepos gemacht hatte, tot vorstellen?" Die Erinnerung an den Luftmarschall wird leuchten wie sein Name: Jtalo. Er wird stets in der Erinnerung wei° terleben, weil er — der Quadrumvir der Revolution, der Luftmarschall, der begeisterte und ritterliche Soldat — in sich selbst die höchsten Tugenden des Faschismus verkörperte. Balbo war einer der Führer, die der Tod nicht hinwegnehmen kann, well man sie immer wieder in der vordersten Linie in der Stunde der Entscheidung spürt und wiedererlebt.
Herzliche Anteilnahme des deutschen Volkes.
Der Führer und Göring an den Duce.
Führerhauplquarlier, 29. Juni. (DRV.) Der Führer hak zum Helbenkob bes Marschalls Valbo an ben Duce folgenbes Telegramm ge- richkek:
„Duce! Soeben erreicht mich bie Nachricht von bem Fliegerlobe Ihres Marschalls Jtalo Valbo. Zu dem schweren Verlust, ber Sie, Duce, und mit Ihnen bas ganze italienische Volk getroffen Hal, spreche ich Ihnen meine tieffte Anteilnahme aus. An ber Bahre bes Marschalls wirb neben bem italienischen auch bas beulfche Volk in Trauer stehen. Balbos Taten für bas junge römische Impeickum werben auch bei uns unvergessen bleiben. Abolf Hiller."
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Ministerpräsident Generalfeldmarschall Göring richtete an den Duce folgendes Telegramm: Die Nachricht vom Heldentode meines Freundes Balbo hat mich aufs Tieffte erschüttert. Ich kann es kaum fassen, daß diese energiegefüllte strahlende Persönlichkeit nicht mehr an der Spitze seines so verantwortungsvollen Wirkungskreises steht. Die Persönlichkeit des ersten Luftmarschalls des Faschismus war für uns alle in dieser Zeit ein Garant des Sieges. In dieser für Italien so tragischen Stunde übersende ich Ihnen, Duce, mein und meiner Luftwaffe tiefftes Mitgefühl. Ihr Hermann Göring.
Dem italienischen Armeegeneral Pricolo telegraphierte Generalfeldmarschall Göring: Unfaßbar ist uns allen die Nachricht vom Heldentode Ihres Luftmarschalls Balbo. Eine gewaltige, nicht auszufüllende Lücke ist aufgetan. Der Schöpfer der italienischen Luftwaffe, der Bezwinger des Atlantik, ist so, wie er lebte, auch a l s Held gefallen. Aber wir deutschen Kameraden wissen, daß sein vorwärtsstürmender, siegesbewußter Geist die italienische Luftwaffe erfüllen und beseelen wird, daß damit die italienische Luftwaffe im H e l d e n g e i st B a l b o s siegen wird. Ich selbst verliere einen treuen Freund, die deutsche Luftwaffe einen hervorragenden Kameraden. Wir senken in Trauer und Ehrfurcht die Fahnen vor dem großen Toten. Hermann Göring, Generalfeldmarschall.
Meklionssahri Mffolims an die Alpensront.
Mailand, 29. Juni. (Europapreß.) Mussolini begab sich am Freitag auf den Kleinen St. -Bernhard, wo er eine Besichtigung der Hochaebirgstruppen vornahm, die in diesem Abschnitt über 30 Kilometer in feindliches Gebiet vorgedrungen waren. Der Duce war vom Generalstabschef Marschall Badoglio, dem Unterstaatssekretär S o d d u und bem Armeekommandanten General Gu zzoni begleitet. Rechts und links der allmählich abfallenden Straße waren überall noch die Zeichen des zähen feindlichen Widerstandes zu sehen, Drahtverhaue, Schützengräben, Maschinengewehrnester und Artilleriestellungen. Weiter unten im Tal sind die Häuser von Bourg Saint Maurice. Gegenüber erhebt sich die Belledonne- Kette, in deren Felsen die Forts Courbaton, Fal- coniere und Voulnis eingebaut bzw. eingesprengt sind. Sechs Kilometer nach Ueberschreiten der Grenze wurde der Duce vom 12. Bataillon Schwarz- Hemden, das sich an der Seite der Artillerieabteilung Aosta tapfer geschlagen hat, mit erhobenem Dolch und lauter Stimme begrüßt. Der Duce sprach dem Kommandanten seine volle Anerkennung aus. Nach längerem Aufenthalt in den vorgeschobenen Linien begab er sich zum Aufenthaltsort oes Königs und Kaisers, mit dem er eine etwa einstündige Besprechung hatte.
Am Samstagfrüh stattete der Duce den italienischen Truppen an der Westalpenfront und einem Lazarett in Turin einen längeren Besuch ab. Dann begab er sich mit seiner Begleitung nach dem MontCenis. In Villa Foccardo besichtigte der Duce Radfahrabteilungen, MG.- und Gebirgsartillerieformationen eines Bersaglieri-Regiments, in Piano San Nicolo eine Gruppe des 1. Artillerieregiments, das 59. Gebirgsartillerieregiment und andere Abteilungen, die auf dem Grande Croce aufgestellt waren. Bon hier begab sich Mussolini auf französ.i scher Gebiet. Ueberaü waren die Spuren der Kampfhandlungen deutlich sichtbar. Ganze Strecken der Straßen waren von dem gut- gezielten italienischen Artilleriefeuer zerstört. In Termignon begab sich der Duce bis zu den erreichten Vorpostenstellungen. Auf der Straße von Mo- baue erstreckt sich die vorderste italienische Linie bis zu den ersten Häusern dieser französischen Stadt. In U l z o traf der Duce auch mit dem italienischen Kronprinzen und Oberbefehlshaber der Armeegruppe West zusammen. In Moliere traf der Duce den Herzog von Pistoia, der die 7. Armee kommandiert. Don dort ging die Fahrt weiter zum Paß von Monginevro. Auf der Höhe
liegt das französische Fort C hen a ' l e t, das von den italienischen Truppen gestürmt und erobert wurde. Ueberall wurde der Duce von den Truppen und der Bevölkerung mit lautem Jubel begrüßt.
_ Am Sonntag begab sich der Duce ins Roiatal. 3n Fontan verließ er den Wagen und begab sich auf einen steilen Militärsteig hinauf zu d en Vorposten. Er besichtigte die Stellungen und verfolgte an Hand einer Karte sowie der Erläuterungen Marschall Badoglios und des Unterstaatssekre- tärs im Kriegsministerium Soddu die einzelnen Phasen des Kampfes, ber sich hier abgespielt hat. Gegen Abend begab sich der Duce zu dem Flugplatz de Angelis, wo starke Kräfte des 1. Luftgeschwaders angetreten waren. Nach Ab- schreiten derFront unterhielt sich Musolini mit eini- gen wegen ihrer besonderen Verdienste ausgezeich- neten Fliegern. Als ber Geschwaderkommandant Die. Formationen wegtreten ließ, umringten die Flieger sofort den Duce und brachten ihm stürmische Huldigungen dar. Der Duce blieb noch einige Augenblicke unter den tapferen Männern der Luftwaffe.
Englische Bombenabwürfe in der Schweiz.
r-J® e Ln ' ^li. (Europapreß.) Dom schweizerischen Armeestab wird mitgeteilt: „Nach Fesfftellun- aen des Fliegerbeobachtunas- und Meldedienstes hatten in der ersten Morgenstunde des 30. Juni zwei fremde Flugzeuge den nördlichen Teil der Schweiz überflogen. Sie überflogen einzeln den Rhein, kreuzten in großer Höhe über der Nord- schweiz und verließen nach 1 Uhr die Schweiz in westlicher Richtung. Die Routen sind genau be- könnt. Um 1 Uhr früh wurden in d er Innen- schweiz Bomben abgeworfen. Festgestellt wurden acht Einschläge bei Weißenbach, Gemeinde Ober-Aegen, und vierzehn, vielleicht sechzehn Einschläge bei Altmett, Gemeinde Rvthenturm. Es handelt sich um englische Brandbomben mit teilweise neuesten Laborierdaten. Der angerichtete Schaden ist gering, da zahlreiche von den abgeworfenen Bomben Blindgänger waren.
Schwere Zuchthausstrafe für die Nickman-Bande.
Stockholm, 29. Juni. (DNB.) Die Sabotage- clique des Engländers Nickman wurde von dem Stockholmer Stadtgericht zu schweren Zuchthaus-
Der äMWe SmüenkOf.
Die Hattun die der j^nge, aber kluge und energische König Faruk von Ägypten gegenüber dem englischen Ansinnen, für Ai' diesen
Krieg einzutreten, gezeigt hat. lenkt bie Blicke der Weltöffentlichkeit in oerftä ktem Maße auf dieses Land, das vom britischen Standpunkt aus g „die Wachfftube am Kanal zwischen Atlantischem und Indischem Ozean, der Brückenkopf aus der Landenge zwischen Asien und Afrika, das Außenwerk Indiens" ist--und nach englischer Auf-
faffung auch nichts weiter zu sein hat.
Wenn auch die englische Vormachfftellung im Nahen Osten zum erstenmal nach dem WeUkrieg durch die Verleihung der Mandate im Irak (formell 1932 aufgehoben), in Transjordanien und in Palästina, weiter durch die internationale Anerkennung des Protektorats über Aegypten (formell 1922 aufgehoben) eine völkerrechtliche Grundlage erhielt, so hatte sich England schon mehr als 100 Jahre v o r h e r dort eine Position geschaffen, die praktisch dieser Beherrschung gleichkam. Es konnte das um fo leichter tun, als der immer sichtbarer werdende Zerfall des osmanischen Reiches geradezu einlud, auf dem diplomatischen Schachbrett Siege zu erringen. Aber dieses Spiel war bewußt darauf abgestellt, unter dem Deckmantel der „Uneigennützigkeit" und des „Befchützertums" zwiefpälttg zu sein.
Zunächst wurde zwar im Jahre 1807 das englische Expeditionskorps von ägyptischen Truppen unter dem Befehl des Gründers der heute noch in Kairo regierenden Dynastie, Mehemed Ali, mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Aber als die Meerengen in das Blickfeld der europäischen Politik ttaten und 1827 die Seeschlacht von Nava- rino, die die drei Großmächte England, Rußland und Frankreich der Türkei lieferten, für das Os- manenreich eine weitere Schwächung bedeutet hatte, die in weiteren russisch-türkischen Kriegen immer stärker wurde, als schließlich 1870 noch der Suez- fanal fertig wurde, war das Prinzip des „Di- vide et impera” schon so weit gediehen, daß England im Jahre 1882 „zum Schutz der Interessen der Gläubigermächte" Alexandrien bombardierte. Den „Interessen" wurde nach traditionell englischer Methode dadurch nachgeholfen, daß man dem Kreditbedürfnis des Khediven im weitesten Maße entaegenkam. Aegypten wurde von englischen Truppen besetzt, wobei die machtlose Türkei, die seit 1517 über Arabien herrschte, sich mit der Versicherung abfinden mußte, daß die Okkupation „nur bis zum Eintritt von Ruhe und Ordnung" dauern würde.
Nun, nach englischer Auffassung ist dieser Zeit- vunkt bis zum heutigen Tage noch nicht eingetreten, denn England hat selbstverständlich an diesem einmal geschaffenen Zustand nichts mehr aeänbert. Es hatte auch nicht einen Augenblick diese Absicht, denn Aegypten ist, wie Bismarck einmal sagte, „der Nero im Genick, der Rückgrat und Hirn verbindet". Aegypten bedeutet für England und das englische Weltreich die letzte und größte Sicherung des Zusammenhalts, ganz abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung, die Aegypten als Baumwollieferant ein-' nimmt. So war es nach englischer Auffassung auch „folgerichtig" — ganz gleich, was man vorher versprochen hatte —, daß England nach dem Erwerb von 44 v. H. der Suez-Kanal-Aktien daran ging, zur weiteren „Sicherung" des Landes nach dem S u -
strafen verurteilt. Aus dem Urteil geht hervor, daß Nickman von einem Repräsentanten einer fremden Macht Geld zu der Absicht entgegengenommen hatte, um den Krananlagen in Oxeslüsund Schaden zuzufügen und dadurch dem Erzexport Hindernisse in den Weg zu legen. Diese Sabotagehandlung sollte durch Behrich ausgeführt werden, der auch zweimal in Oxelösund war, jedoch diese Tat nicht ausführen konnte und auch Abstand nahm, ihn auszuführen. Danach haben Nickman und andere seiner Clique Oxelösund besucht, schließlich aber Auftrag erhalten, die Sabotage nicht auszuführen.
Bessarabien.
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Budapest
RUMÄNIEN
Saloniki
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Belgrad
JUGO- 1
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- BULGARIEN' Sofia
Nach der zwischen der Sowjetunion und Rumänien über die Rückgliederung der nördlichen Bukowina und Bessarabiens erzielten Einigung haben sich am 28. Juni sowjetrussische Truppen m Richtung der Städte Czernowitz, Kischinew und Akkerman in Bewegung gesetzt.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
Rumänische Befrachtungen.
' 2?$uni- (Europapreß.) Der „Tim- fä^eibt zu den Ereignissen der letzten Tage: „Rumäniens militärische Kraft ist intakt. Die Maßnahme, die der König und der Generalstab getroffen Wen, beweist daß ber rumänische Entschluß un- bfJdS?hrt £!' dle Fnedensmission fortzusetzen und die Ordnung in diesem Sektor aufrechtzuerhalten." Eine kritischere Note schlägt der „Curentul" an. Er fpri$t von der Sinnlosigkeit eines mili- der vielleicht zwei oder drei Monate hätte dauern können, und sagt dann, daß ber 27. Juni das E r g e b n i s d e r z a u -
* e n. * * u *r i t ä t s p o I i t i £ Rumäniens
SL 3Ran zwar alle Verpflichtungen erfüllt, aber man habe es vermieden mit Macht und Entschlossenheit die auswärtige Politik ren obwohl es seit Oktober 1939 nxrr 9£roe^n Jei'rr ba& die rumänischen Interessen völlig den Interessen der Westmächte entgegengesetzt üebnhfh0» nur S* englische (Baran t i e gehabt die sehr freigiebig, aber auch ohne jeden ^^/..Segeben worben sei, da sie niemals funktioniert hatte. Jene Länder, die sich bar- ?nM?er Äffen^?tteiV £ätten ihr Vertrauen feuer be- j?hlt- Rumänien habe nicht zur rechten Zeit ben Sinn ber Ereignisse erkannt. Seine Anpassung sei zu spat gekommen.


