Ausgabe 
1.3.1940
 
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M. Jahrgang Nr. 52

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Das italienische Kolonialreich.

23on unserem G.-Korrespondenten

Neapel, im Februar 1940.

lieber die Schöpfung, die vor den Toren Roms im Entstehen begriffen ist und sich viele Kilometer weit bis nach Ostia, bis zum Strand und Hafen von Rom, erstrecken wird, über dieE 42" (die Weltausstellung 1942) ist schon mancherlei berichtet worden. Bisher von der Weltpresse fast unbeachtet geblieben ist ein zweites, in den Ausmaßen wohl nicht annähernd fo riesenhaftes, aber wegen seiner reizvollen Anlage und wegen der Besonderheit fei­ner Ausstattung nicht minder interessantes Werk i n Neapel. Es ist dies die in wenigen Wochen durch den Duce zur .(Eröffnung gelangendeE r ft e Ausstellung der italienischen über­seeischen Gebiet e". In Rom wie in Neapel wird durch Aufwand vieler Millionen ein ein­drucksvoller Rahmen geschaffen, um der Welt ein Bild des schöpferischen Geistes des jungen faschi­stischen Italiens zu vermitteln. Biele Tausende fin­den seit Jahr und Tag durch die Vorbereitungs­arbeiten ein sicheres Brot. Hier wie dort sollen die Neuschspfungen dauernden Charakter haben und permanente Ausstellungen bergen sowie zum Sitz von nationalen und Weltkongressen aller Zweige der Wissenschaften und der Wirtschaft werden.

Die Weltausstellung im Jahre 1942 zu Rom liegt noch im weiten Feld. Doch die Eröffnung der Aus­stellung der überseeischen Gebiete zu Neapel erfolgt bereits am 9. Mai dieses Jahres. Eingerahmt von monumentalen, in neuzeitlich strengen Linien ge= haltenen Bauten, sind in der reizvollen Senke zwi­schen Posillip und Kap Mysene tropische Land- schaftsbilder, überseeische Siedlungen, großartige Wasserspiele und auch Erholungs- und Dergnü- gungsstätten erstanden. Ueuerwältigend wird der Einblick sein, den der Besucher gewinnen wird in das in den überseeischen Besitzungen geleistete Auf­bauwerk, in die Geschichte kolonisatorischer Bestre­bungen und in die gesamte politische, wirtschaft­liche, soziale und kulturelle Arbeit des Faschismus in diesen Gebieten: in Libyen, im Dodekanes und in Jtalienisch-Ostafrika.

In drei Hauptabteilungen ist diese Ausstellung »gegliedert worden. Durch eine von mächtigen Säulen flankierte Ehrenpforte gelangt man in eine weite Vorhalle des Hauptgebäudes, in dem die Amts­räume der Ausstellung untergebracht sind. An die Rückseite anschließend, säumen den langgestreckten Hauptplatz flache Gebäude mit vorgelagerten Ko­lonnaden, deren Abschluß auf der rechten Seite der fünfzig Meter hohe Turm des Faschisn.us, auf der linken ein riesiger Würfel bildet. In diesen Gebäu­den findet die hi st arische Abteilung Auf­nahme. Sie bietet in den zahlreichen Unterteilungen einen Ueberblick über das Wirken Italiens im Mit­telmeer bis zur Schaffung des italienischen Impe­riums durch einen historischen Nachweis der Leistun­gen der Seefahrerrepubliken Amalfi, Neapel, Pisa, Genua und Venedig, sowie des großen wirtschaft­lichen Beitrages zur Entwicklung der Seeschiffahrt durch die Marinen Neapels, Toskanas, Sardiniens und im 17. Jahrhundert durch die päpstliche Marine. Diese Schiffahrtsabteilung nimmt ein cha­rakteristisches Bauwerk auf, das in den architekto­nischen Linien venezianischen und genuesischen Bau­ten aus dem Nahen Osten während der Glanzzeit der italienischen Seefahrerrepubliken folgt. Hier wird auch die genau in den überlieferten Matzen nachgebildete Galeere gezeigt, die Marco Quirini in der Seeschlacht bei Lepanto geführt hat. In wei­teren Unterteilungen wird das Werk der italieni­schen Pioniere und Forscher in Afrika, das Entstehen des italienischen Kolonialbesitzes und im Turm der Faschistischen Partei deren Wirken zur politischen, sozialen, korporativen und kulturellen Entwicklung der italienischen überseeischen Besitzungen und der Beitrag Mussolinis zur kolonialen Expansion Ita­liens aufgezeigt.

Aeußerst interessant in seiner typischen Eigenart ist die in drei Unterabteilungen gegliederte geo­graphische Abteilung der Ausstellung. Zwi­schen hochstämmigen Dattelpalmen leuchten die nie­drigen, weißen Bauten einer lydischen Ortschaft, ragen schlanke Minaretts zum Himmel auj. In der Unterabteilung für Jtalienisch-Ost- afrika werden zwischen Palmen, mannshohen Kakteen, Agaven und seltsamen Euphorbien Ein­geborenendörfer erstehen, deren Hauptbauten be­reits fertiggestellt sind. Ein von unzähligen Palmen gerahmter See bildet den Mittelpunkt der Sied­lung, in der auch eine koptische Kirche nicht fehlt. Beide Siedlungen werden Eingeborene in ihrer charakteristischen Kleidung beleben, die ihren Ge­schäften wie in der fernen Heimat nach- geherl. Ein in den Linien der Ritterzeit gehaltenes Gebäude nimmt die Nachweise der kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Tätigkeit Italiens auf Rhodvs und im Dodekanes, sowie wertvolle Erinnerungsstücke aus der Ritterzeit auf Rhodos auf. Angegliedert ist auch auf Wunsch des Außenministers Graf Ciano eine albanische Ausstellung, in der die hundertjährigen, histo­rischen Beziehungen zwischen Italien und Albanien aufgezeigt werden. In weiteren Ausstellungsgebäu­den ist schließlich die dritte Abteilung unterge­bracht, die handelswissenschaftlich sehr interessant ist und ein anschauliches Bild bietet über den land­wirtschaftlichen Produktionsgang, die Jndustrieer- zeugnisse in den Kolonien und die in Italien für die Kolonien arbeitenden Industrien, über die sani­tären Fortschritte, das Verkehrswesen sowie über den Handel in den italienischen überseeischen Be­sitzungen.

Es ist noch erwähnenswert, daß außer diesen drei Hauptabteilungen auch eine zum Kolonialbesitz in Beziehung stehende Kunst-, Lichtbilder-, Brief­marken- und Münzausstellung vorgesehen ist. Hier ist auch das erste massiv gebaute, allen neuzeitlichen technischen Anforderungen entsprechende Frei­lichttheater Italiens errichtet worden, das 15 000 Zuschauer fassen wird. Selbstverständlich hat man für ausreichende Verkehrsmöglichketten, auch

durch Erbauung einer Drahtseilbahn von Posillip in das Ausstellungsgelände, zum bequemen und raschen Erreichen der Ausstellung vom alten Neapel aus Vorsorge getroffen. *

Oelttanspotte für England zehnmal teurer als im Weltkrieg.

K o p.e n Hagen, 29. Februar. (Europapreß.) Nach Ansicht der dänischen Handels- und Schiff­fahrtszeitung muß eines Tages der Augenblick kom­men, da die englischen Schiffswerften nicht mehr so viele Tanker bauen können, wie die englische Flotte durch Torpedierung und Minen­sprengungen verliert. Im Weltkrieg habe der Transport einer Tonne Oel von Mexiko nach Eng­land zehn Schilling gekostet, wogegen heute bereits 60 Schilling verlangt würden. In Schftfahrtskrei- sen rechne man mit einem baldigen Anziehen der Preise auf 100 Schilling. Wenngleich auch England und Frankreich heute gewillt» seien, neutralen Inter­essenten riesige Summen für den Transport von Oel zu zahlen, so sei es schon jetzt schwierig, die neutrale Tankschiffahrt mejen des großen Risikos für Transporte nach englischen und französischen Häfen zu gewinnen.

Jämmerliches Schicksal evakuierter französischer Frauen.

Brüssel, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Ein Bild von dem jammervollen Los Taufender von

Berlin, 29. Fedr. (DNB.) Ein von Fernfahrt zurückgekehrtes U-Boot unter Führung des Korvet­tenkapitäns Werner Hartmann hat die Versen­kung von 45 000 Brt. gemeldet. Das U-Boot hat da­mit in zwei Fernunternehmungen die Gesamtversen­kungsziffer von 80 000 Brt. erreicht.

Glückliche Heimkehr.

........(PK). Em U-Boot läuft ein! Wie immer an den Tagen, da der schnittige, fast schmächtige Leib eines Tauchbootes, dieser Wunder- fache deutscher Präzision, den Bug zum Heimat­hafen gerichtet hält, fühlen wir eine tiefe Befrie­digung über das Schicksal, das die U-Boot-Kame­raden nach Wochen harter seemännischer Pflicht und überstandener Gefahren wieder ' heimkehren läßt. Wir wissen um ihre Aufgabe, die eines star­ken Armes, eines tapferen Sinnes und eines gläu­bigen Herzens bedarf, wir wissen um ihr Leben auf diesem engen Raum, der harte Entbehrungen auf erlegt. Sie haben jetzt alles überstanden mit einer Zähigkeit und Ausdauer, die von jeher den U-Bootfahrer auszeichnete. Jetzt, nach langen, ein­samen Wochsn im stählernen Leib des 'Bootes winkt ihnen die Frecheit, die Heimat wieder ...

Weit draußen sichten wir das schlanke Fahrzeug. In seinem grauen Farbanstrich, der von seiner lan­gen Reise unansehnlich wurde und hier und da von Rostflecken durchsetzt ist, hebt er sich kaum von der Umgebung ab. Lediglich der Turm ist deutlicher auszumachen, und jetzt, beim Näherkommen, machen wir eine ftohe Entdeckung. Auf der Brücke,, über dem ausgefahrenen Sehrohr, das wegen seiner Dleistiftdükme zunächst kaum wahrzunehmen war, wehen Wimpel: ein zwei drei a ch t W i m- p e l. Die Zeichen des Sieges also schließen wir unsere atemlose Rechnung freudig ab haben acht feindliche Schiffe ihre Reise zur Flotte Neptuns antreten lassen. An Bord begrüßen wir den Kom­mandanten, Korvettenkapitän Hartmann, dessen erfolgreiche erste Heimkehr uns noch gut im Ge-

Frauen und Kindern, die aus den französischen Ost­gebieten und aus Paris in die westlichen Departe­ments evakuiert wurden, versucht das Pariser Oeuvre" zu geben. Schon aus den wenigen Tat­sachen, die das Blatt anführen darf, ersieht man deutlich, welchem Schicksal sie überlassen worden sind. Die tägliche Unterstützung beläuft sich nur auf sieben Franken, das find etwa 45 Pfennig. Die Frauen hausen zu sechsen in einem kleinen Zimmer, in dem es nicht einmal eine Heizung gibt. Aber sie können noch als Bevorzugte angesprochen werden, denn zahlreiche Familien müssen sogar in Wasch­küchen hausen. Oft haben sie neben sich den Schweinestalld Da die Unterstützungen bei weitem nicht ausreichen, müssen die Frauen irgendwo Ar­beit suchen. Die kleinen Ortschaften bieten jedoch keinerlei Arbeitsgelegenheit, jo daß die Frauen ge­zwungen sind, täglich mehrere Kilometer zu Fuß zurückzulegen, um für ein mageres Entgelt irgend­eine Tätigkeit auszuüben.

Oer Wehrmachtsbericht vom Donnerstag.

Berlin. 29. Febr. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt Bet örtlichen Spähtruppunternehmen im Grenzgebiet westlich Merzig und nordwestlich Weißenburg erlitt der Feind Verluste und mußte mehrere Gefangene in unserer Hand lassen. In der Nacht vom 27. bis 28. Februar flogen vereinzelte feindliche Flug­zeuge in Nocdwesldeulschland ein, darunter zwei über die niederländisch-deutsche Grenze. Am 28. Fe­bruar war die Fliegertäligkeit gering. Die Luftwaffe führte lediglich Grenzüberwachungsflüge durch.

dächtnis haftet. Daknackte" er 35 000 BRT. und jetzt...?!

Wir schauen ihm aufmerksam ins bärtige Gesicht, das keine Spur von Ermüdung zeigt, und aus dem ein paar frohe und muntere Augen blicken. Und ebenso frisch und unverbraucht zeigt sich auch die Mannschaft in ihren grauen, verschimmelten Leder­jäckchen, mit einem abenteuerlichen Bartwuchs, der heute den Stolz jedes richtigen alten U-Boot- Fahrers ansmacht.

Ächt Wimpel machen acht Schiffe? Stimmt's, Herr Kapitän?"Jawohl", kommt es aus feinem Munde, und mir erfahren so nebenbei, da st diesmal d i e Quote versenkten Schiffsraumes sich auf 4 5 0 00 BRT. gesteigert hat. Ein .Spitzenergebnis, das bisher noch von keinem deutschen U-Boot erreicht wurde.Herzlichen Glück­wunsch!"

Unser U-Boot hat jetzt wieder langsame Fahrt aufgenommen und steuert zwischen den gepanzerten Riesen unserer Kriegsmarine und an den schnellen Zerstörern und Begleitschiffen vorbei den Stützpunkt an. Wo unsere flatternden Siegeszeichen sich zeigen, da hebt ein lustiges Morsen an. Blinksignale blitzen zu uns herüber, und unser Signalmaat hat alle Hände voll zu tun, um die Flaggengrüße, die dem Boot eine glückliche Heimkehr wünschen, zu beant­worten. .Eine besondere Ehrung wird den Kame­raden am nächsten Tage zuteil, als Admiral Carls und der Befehlshaber der U-Boote, Konteradmiral D ö n i tz, ihnen den Dank für ihren Einsatz aus­sprechen. ,

Wenn die Kameraden nun nach den Wochen der Erholung und Stärkung in der Heimat wieder gegen Engelland fahren, dieserPest, ohne deren Vernichtung es", wie Admiral Dönitz in seiner Rede sagte,keinen wahren Frieden geben kann", dann wird ihre, Brust das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse schmücken, das sie sich als mutige Soldaten des Führers unter pflichtbewußtem Ein- I satz ihres Lebens erwarben, und das sie sich auf ihren weiteren Fahrten immer aufs neue verdienen werden. Erich Johannes Kieß.

Tag der Luftwaffe."

Wenn auch in diesem Jahr derTag der Luft», muffe" nicht mit besonderen Veranstaltungen be­gangen werden kann, so wird doch das ganze deutsche Volk gerade an diesem Tage dankbaren Herzens seiner Luftwaffe gedenken, die in den sechs Monaten, die der Krieg währt, nicht nur den Feind von unseren Grenzen ferngehalten, sondern ihm eine Reihe härtester Schläge zugefügt und damit ihre Ueberlegenheit bewiesen hat. Unser ganz be­sonderes Gedenken gilt an diesem Tage den Helden, die von ihren Feindflügen nicht mehr zurückgekehrt sind. Sie haben sich würdig gezeigt ihrer Kamera­den aus dem Weltkrieg.

Wenn jetzt unsere Luftwaffe als die stärkste und größte der Welt bezeichnet werden kann selbst den Zeitungen der Pkutokratien entschlüpft hin und wieder dieses Eingeständnis, bann erscheint es fast wie ein Wunder, daß dieser stolze Wehrmachts­teil im Lause so weniger Jahre buchstäblich aus dem Nichts heraus geschaffen werden konnte. Wir wollen keineswegs die vom Heer und dep Kriegsmarine geleistete Aufbauarbeit verkleinern, aber ihnen stand ja immerhin in der Reichswehr und der Reichsmarine ein Grundstock zur Ver­fügung, der bei der Luftwaffe völlig fehlte. Es lag auf der Hand, daß angesichts der Tatsache der bet den Feindmächten noch in recht frischer Erinnerung stehenden Leistungen der deutschen Weltkriegsflieger hier die Aufbauarbeit ebenso geheim wie rasch und gründlich geleistet werden mußte. Als der Führer Hermann Göring mit dieser Ausgabe be­traute, da wußte er, daß damit die Entwicklung der neu zu schaffenden Luftwaffe in - die besten Hände gelegt mar, denn Göring mar nicht nur einer unserer erfolgreichsten Kriegsflieger be­kanntlich führte er zuletzt das Geschwader Richt­hofen, sondern gehörte vom Beginn des Kamp­fes der Bewegung an zu den engsten Mitarbeitern des Führers und hatte feine überragenden Fähig­keiten oft genug bewiesen. In echter Kameradschaft griff Göring bei seiner Aufbauarbeit auf feine Kampfgefährten aus dem Weltkrieg zurück. Namen wie Udet, Bodenschatz ufm. sind im deutschen Volk nicht erst seit 1935, sondern schon seit dem großen Weltenbrand zur Genüge bekannt.

Die Öffentlichkeit erfuhr erst in dem Augenblick etwas von unserer Luftwaffe, als bereits die ersten Staffeln über der Reichshauptstadt kreuzten, von der Berliner Bevölkerung mit Jubel begrüßt, vorn Ausland mit der größten Ueberraschung zur Kennt­nis genommen. Mit Riesenschritten ging es vor­wärts. Der bekannte Ausspruch Görings:Das

deener Trawler avt der schottischen Nordost­küste angegriffen.

Die deutschen 'Aufklärer sind nicht für derartige Angriffsaufträae ausgerüstet, wie die bekannten Heinkel-Karnpfflugzeuge, trotzdem benutzt aber jeder deutsche Aufklärungsflieger aus eigenem Antrieb jede sich bietende Gelegenheit, den Feind trotz schärfster Abwehr durch die bewaffneten englischen Handelsdampfer oder Fischerboote anzugreifen. Die vorstehende Kampfschilderung des englischen Reuterbüros bestätigt wieder die Einsatzbereitschaft deutscher Flieger, selbst wenn sie viele hundert Kilometer entfernt der Heimat, weit über See, auf sich allein gestellt, auf Feindflug sind.

Sans Mach.

Ein Sendbote der neuen Slowakei.

Der Reichsminister des Auswärtigen hat den Ober* kommandierenden der Hlinka-Garde und Propa­gandachef der slowakischen Regierung, Sano Mach, der auf Einladung der Reichsregierung zu einem mehrtägigen Aufenthalt in Berlin eingetroffen ist, im Auswärtigen Amt empfangen. Der slowakische Gesandte, Cernak, wohnte der Unterredung bei.

Sano Mach ist uns kein Unbekannter mehr. Sein Name ist dem deutschen Volke seit den Tagen der slowakischen Befreiung geläufig. Als Oberkomman­dant der Hlinka-Garde und slowakischer Propaganda­chef bildet er eine der stärksten Stützen des jungen Staates. Aber es dürfte gerade den deutschen Leser auch interessieren, etwas aus der Kampfzeit des jungen slowakischen Politikers zu erfahren. Sano Mach stammt von einem Bauernhof. Sein Vater fiel als Soldat des österreichifch-ungarifchen Heeres 1918 an der italienischen Front. Der am 1. Oktober 1902 geborene Sohn studierte nach dem Kriege in Nove Zamky. Er hielt dort vor seinen Kommilitonen eine ausgesprochen völkische Rede und wurde des­halb auf Befehl der Prager Regierung von der Zulassung zu jeder Prüfung ausgeschlossen. Dieser Zwischenfall war das entscheidende Erlebnis, das Sano Mach zum aktiven Politiker bestimmte. Der junge Slowake wollte und konnte seiner Ueberzeu- gung nicht untreu werden, und so fand er sehr bald den 'Weg zu Dr. Tuka, mit dem zusammen er in den Jahren 1924 bis 1926 die Rodobrana, d i e slowakische Heimwehr, aufbaute. Eine Beleidigung" Masaryks trug ihm die erste Gefäng­nisstrafe ein, der dann noch viele andere folgen sollten. Sano Mach aber ließ sich durch den tsche­chischen Terror nicht erschüttern, sondern wirkte, so­bald er wieder frei gekommen war, stets von neuem für die Befreiung seiner Heimat aus den Prager Fesseln. Als Zentralsekretär der slowakischen Partei, dann als Hauptschriftleiter derSlovenska Pravda" und schließlich als Gründer der Hlinka- Garde, die sich nach dem geistigen Führer der Slowakei seit ihrer Lostrennung vom alten Reich der Habsburger, Pater Hlinka, nennen, schuf Mach die geistigen und organisatorischen Voraus­setzungen, aus denen endlich am 14. März 1939 die Freiheit des slowakischen Volkes erwachsen konnte. Aus der Lebensbahn Sano Machs wird deutlich, warum das nationalsozialistische Deutschland diesen slowakischen Kämpfer mit besonders herzlicher Sym­pathie empfängt.

Oie Sehnsucht nach Berlin.

Don unserer Berliner Schristleitung.

Die englische Propaganda hat ihrem Publikum wieder einen dicken Bären aufgebunden. Sie berich­tet, daß es einem Bomber gelungen sei, nach Deutschland einzufliegen, und dann ohne besondere Mühe den Luftraum von Ber­lin zu erreichen. Hier habe er mit bloßem Auge die Straßen der Stadt, z. B. Unter den Linden, unterscheiden können. Er habe Leuchtraketen los­gelassen und ganze Pakete mit Flugblättern auf Berlin abgeworfen. Eine wunderbare Geschichte, an der aber wieder kein Wort wahr ist. Die Leuchtraketen über Berlin wären sicher nicht un­bemerkt geblieben und die Flugblätter wären von den neugierigen Berlinern bestimmt entdeckt wor­den. Keins von beiden ist zu melden, so daß man schon annehmen muß, daß der tüchtige Flieger ein ähnlicher Held ist wie derjenige, der schon vor eini­gen Wochen über Berlin gewesen sein wollte und der in London berichtete, die Flakbatterien hätten prompt gegen ihn eingesetzt. Es wurde aber sehr bald festgestellt, daß in der ganzen Zeit keine einzige Flakbatterie in unb um Berlin Veranlassung hatte, in Tätigkeit zu treten. Wenn man sich fragt, wes­halb englische Flieger immer wieder in den Versuch geraten," ihren Propagandadienst anzuschwindeln, so liefert uns die Mitteilung des englischen Botschaf­ters in Brüssel vielleicht eine Erklärung. Er schildert, daß die Erkundungsflieger nur unter großer Ge­fahr und in Hohen von 6000 bis 8000 Meter ihre Aufgabe erfüllen formen. Der Mangel an Sauer-, stoss mache es dem Flieger schwer, seine Gedanken

zu konzentrieren. Schon der Entwurf einer Karten­skizze bedeute für ihn eine große Anstrengung. Wieviel schwerer muß es sein, unter solchen Situa­tionen Leuchtraketen abzuschießen oder das Straßen­bild von Berlin zu erkennen? Die feindlichen Flieger scheinen regelmäßig in Angstzustände zu kommen, wenn sie sich über dem deutschen Raum befinden und in solcher Verfassung sind-sie bann bereit, in der englischen Heimat die gewagtesten Behauptungen aufzustellen.

Einsahbereiffchast deutscher Stieger.

Berlin, 29. Februar. (DNB.) Wie im Wehr­machtsbericht vom 28. 2. gemeldet wurde, sind zwei deutsche Aufklärungsflugzeuge vom England- flug nicht zurückgekehrt. Reuter gibt da­zu bekannt, daß der britische TrawlerAurora" in der Nordsee von zwei deutschen Flugzeugen angegriffen wurde und sich mit feinen Maschi­nengewehren zur Wehr setzte. Der Kapitän und der erste Maschinist feuerten mit Lewis-Gewehren. Ein Flugzeug wurde getroffen und verschwand mit einer Rauchfahne hinter sich. DieAurora" wäre von den deutschen Fliegern mit Maschinengewehr­feuer übersät und von einer Brandbombe getroffen worden. Der Kampf dauerte etwa 20 Minuten. Außerdem wurden noch dreiAbex -

Neuer deutscher Li-Boot-Crsolg.

Zn zwei Fernunternehmungen 80000 BNT. versenkt.