Ausgabe 
1.2.1940
 
Einzelbild herunterladen

Die Jagd im Februar

fenbers Köln. 12.30 bis 12.40: Nai

13:

ordentlich wertvollen Rohstofflieferanten dar. Aber auch die Rücksicht auf die Geflügelhaltung verlangt seine Kurzhaltung, und auch die Niederjagd ver­trägt nur eine gewisse Menge von Füchsen. Dabei darf seine große Rolle als einer unserer besten Mäusevertilger keineswegs verkannt werden. Für den Jäger stellt ein guter Winterfuchs jedenfalls immer eine Beute dar, die Freude macht. Hinzu kommt, daß gerade die Vielseitigkeit der Jagbarten auf den roten Freibeuter ihn so besonders beliebt bei dem leidenschaftlichen Weidmanne macht. Wer die Neue zu nutzen versteht und den Fuchs in einer Dickung bestätigt, hat es mit Hilfe von wenigen Sappen leicht, Reineke an den nicht abgestellten Pässen zu verprellen und ihn sich dorthin drücken zu lassen, wo er sich selbst vorstellte. Stehen mehr Flinten zur Verfügung, hat ein rechtes Fuchsbrücken immer seinen Reiz. Wer die Lockjagd liebt, kommt ebenso zu seinem Recht. Wenn der Fuchs durch hohen Schnee lernte, was es heißt, wenn Schmal­hans Kiichenmeister ist, weil die Mäuse unerreichbar sind, dann ist er morgens bis in den hellen Tag hinein auf den Läusen, und schon in den frühen Nachmittagsstunden reviert er wieder an Hecken, Rainen, Waldrändern oder Gräben. Um so leichter fällt er dann darauf herein, wenn der Jäger ihm etwas erzählt von eines Hafen Todesklage (dort hatte ein Artgenvsfe offenbar mehr Jagdglück! Viel­leicht läßt er ihn sich abjagen), vom Pfeifen der ge­liebten Mäuse (die man so lange schon vergeblich sucht); es soll übrigens Jäger geben, die eigens um mit dem Korken auf dem Glasmäuseln zu können, stets eine Schnapsflasche mit sich führen! Besonderen Reiz gewährt es, diese Jagd bei mond­heller Schneejagdim weißen Zeug" auszuüben. Andere wieder lieben es, am Bau oder in der Luderhütte auf den roten Schelm zu passen. Dazu quält den Fuchs neben dem Hunger noch die Liebe.

NSG. Den ratsuchenden Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront stehen zur Zeit in Deutschland 478 Rechts­beratungsstellen zur Verfügung. Die Rechtsberater haben in der DAF. die Sonderausgabe übertragen erhalten, den Arbeitsfrieden herzustellen und zu erhalten. Sie geben den Mitgliedern der DAF. Aus­künfte und Beratungen und vertreten sie, wenn not­wendig und erfolgversprechend, soweit es sich um arbeitsrechtliche Streitigkeiten, Angelegenheiten der Sozialversicherung und um Steuerfragen der Klein­betriebe handelt, auch vor Gericht und sonstigen Spruchbehörden.

Die Aufgaben der Rechtsberater sind durch den Krieg nicht etwa überflüssig geworden oder gar ent» allen. Im Gegenteil, zu Beginn des Krieges häufen sich die Gesetze. Es gilt, aus der Masse der Verord­nungen, Durchführungsbestimmungen,' Erlasse und Erläuterungen die Grundsätze herauszuarbeiten, die als Leitfaden dienen können in dem nur scheinbar unentwirrbaren Gestrüpp der vielen gesetzlichen Be­stimmungen. Vier solcher Grundsätze sind aus der bisherigen Gesetzgebung inzwischen erkennbar ge­worden:

1. Der moralische Grundsatz: Er lautet: Solange die Front blutet, soll die Heimat opfern.

2. Der wehrpolitische Grundsatz: Er lautet: Die Bedürfnisse der Reichsverteidigung stehen im Vorder­grund.

3. Der wirtschaftspolitische Grundsatz: Er lautet: Betriebe sollen nach Möglichkeit unter Anpassung an

Sie können wieder einmal Geburistag feiern.

Oer 29. Februar. Interessantes aus dem Gießener Standesamtsregister.

G. A.-Gport.

Letzte Vorbereitungen für die Kämpfe der Wintersportwoche.

Paroleausgabe zur Kriegserzeugungsschlacht.

Landesbauernführer Or. Wagner kündigt kreisweise Versammlungen an.

Arbeitsplätze sotten erhalten bleiben

Hechtsberatung auch im Kriege.

Mittagskonzert. Es spielt das kleine Orchester des Reichssenders Breslau. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhliche Lautsprecher. 15.45: Bücher für unsere Soldaten. 16: Nachmittagskonzert. Ausführung: das große Orchester des Reichssenders Frankfurt a. M. 17 bis 17.10: Nachrichten. 18: Ruf ins Land: Be­richte des Landesernährungsamtes. 18.25:Herz, aufglühe dein Blut". Eine besinnliche Sendung für unsere Kameraden am Westwall. Worte von Gorch Fock. 19.10: Nach des Tages Arbeit. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Berlin. Da­zwischen: 19.10: Berichte. 19.45: Politische Zeitungs­schau. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutschlandsender. Dazwischen: 22 bis 22.15

Freitag, 2. Februar.

6.10 Uhr: Morgengymnastik. 6.30: Frühkon^ert. Ausführung: Musikzug der SA.-Gruppe Hessen 7 bis 7.15: Nachrichten. 8.05: Landvolk, merk' auf! 8.15: Gymnastik. 9.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind:Alle rödeln mit!" 9.30: Schulfunk (Oberstufe). Sendereihe: Kampf um Wirtschafts­freiheit:Deutsches Del". 10: Frohe Weisen. 10.50: Sportberichte. 11: Konzert. 11.50: Mikrophon unter« wegs. 12: Mittagskonzert. Ausführung. Rhein- Mainisches Landesorchester. 12.30 bis 12.40: Nach­richten. 14: Nachrichten. 14.15: Der fröhlick>e Laut­sprecher. 15.45: Heimatsprache Mutterlaut: .Lu­stige Eifler wolle mer fein." 16: Nachmittagskon- zert. Es spielt das große Orchester des Reichs­senders Breslau. 17 bis 17.10: Nachrichten. 17.45: Klingende Liebesgaben. Eine fröhliche Sendung für unsere Kameraden am Westwall. 19.10: Nach des Tages Arbeit. Ausführung: das kleine Orchester des Reichssenders Berlin. Dazwischen: 19.10: Be­richte. 20: Nachrichten. 20.15: Uebertragung vom Deutjchlandsenber. Dazwischen: 22 bis 22.15

die Bedürfnisse der Kriegswirtschaft aufrechterhalten bleiben.

4. Der arbeitspolitische Grundsatz: Er lautet: Die Arbeitsplätze sollen grundsätzlich erhalten bleiben und nicht gewechselt werden.

Mögen diese Grundsätze auch vielfach durchbrochen werden, so bleiben sie doch der rote Faden, nach dem die Rechtsberater ihre Tätigkeit ausgerichtet haben. Diese ist heute besonders verantwortungsvoll und vielseitig. Fragen aus dem Lohn- und Urlaubsrecht, aus der Ueberstundenbezahlung, betreffend den Fa- mllienunterhalt, Renten- und Krankenkassenansprüche, werden vornehmlich an die Rechtsberater heran­getragen. Sie lösen sie nicht nur in engster Zusammen­arbeit und Fühlungnahme mit den Arbeitsämtern und Fachabteilungen der DAF., sowie in zweiter und dritter Instanz auch mit erfahrenen Rechtsanwälten, sondern darüber hinaus geben sie über die Gaurechts­beratungsstellen und das Amt für Rechtsberatungs­stellen in Berlin der Reichsregierung wertvolle An­regungen zu Ergänzungen oder Aenderung beste­hender Gesetze. Damit dienen sie, deren Arbeit das Auge der Öffentlichkeit kaum wahrnimmt, der be­sonders im Kriege so wichtigen Erhaltung des Arbeits­friedens und damit einer Voraussetzung für die Ver­wirklichung des deutschen Sozialismus, gegen den die kapitalistische Juden- und Freimaurerwelt mit Waffengewalt, Hungerblockaden und Seelenbeein­flussung vergebens Sturm läuft.

NSG. Auf einer zentralen Tagung des Landes- ernährungsamtes im Hause her Landesbauernschaft Hessen-Nassau gab Landesbauernführer Dr. Wag­ner den vollzählig erschienenen Kreis- und Bezirks- bauernführern einaehen'de Richtlinien für die Wei­terführung der Erzeugunasschlacht im Kriege. In seiner Ansprache stellte er unser gegenwärtiges Ringen in die großen Zusammen­hänge der Weltpolitik, die in dem Kampf der jungen Völker gegen die alte qWeltordnung gipfelt. Auf unserer Sette gibt es dabei keine äußere und innere Front, sondern nur eine, die deutsche Front, die um den Führer geschart ist, und in der ich alle Kräfte unseres Volkes konzentrieren.

Die Ortsbauernführer werden für die örtliche Führung der Kriegserzeugungsschlacht große und verantwortungsvolle Aufgaben^ haben. Landes­bauernführer Dr. Wagner kündigte deshalb an, daß er zusammen mit Landesobmann Weintz im Februar alle Ortsbauernführer kreisweise zu Versammlungen einberufen werde, um ihnen die Hauptparolen der neuen Erzeugungsschlacht ein­gehend bekanntzugeben. Eine besonders dringliche

Am Mittwoch herrschte ebenfalls schon in den frühen Morgenstunden reger Betrieb in Garmisch- Partenkirchen, wo die internationalen Kämpfe zur IV. Wintersportwoche am Donnerstag ihren An­fang nahmen. Der Schulungskurs der Eishockey­spieler ist nun abgeschlossen. Den ersten Kampf bestreiten Deutschland und Jugoslawien.

Inzwischen wurde in den Wettkamp Mros dis Auslosung für die ersten Schi-Wettbewerbe, die Abfahrtsläufe der Männer und Frauen, vorge­nommen. Für den Abfahrtslauf der Frauen gingen elf Meldungen ein. Als erste wird am Freitag um 10.01 Uhr Helga GM auf die Reise geschickt; dann folgen Rosemarie Proxauf, Frl. Rösch und Christ! Cranz. 94 Nennungen sind für den Abfahrtslauf der Männer einge­gangen, darunter 16 aus Deutschland. Um 10.21 Uhr beginnt hier der Deutsche Staffler als erster Läufer. Dann folgen in kurzen Abständen sämt­liche aussichtsreichen Bewerber dieser Konkurrenz. Außerdem wurden jetzt auch die deutschen Läufer für den Staffel-Wettbewerb bestimmt. Deutschland tritt mit drei Mannschaften an.

1892: Frieda Pauline Moos, Gießen.

1896: Helene Gertrud Baumann, Karvline Elisa­beth Lotz, Friedrich Franz Schuldt (sämtlich in Gießen).

1900: keine.

1904: Lina Elisabethe Mar golf, Elsa Bertha Schalch, Marie Eisenhardt, Gustav Orbig (sämtlich in Gießen), Emma Auguste Hohmann, - Ufingen, Karl Albert Groß, Frankfurt a. M.

1908: keine.

1912: Lotte Trapp, Gießen, Marie Elisabeth Kai­ser, Gießen.

1916: Ludwig Sauer, Gießen, Stanislaus Pie- kielna, Nieder-Erlenbach.

1920: Hans Max Rink, Gertrud Rothmann, Paula Schupbach (sämtlich Gießen), Emma Pfeiff, Geils­hausen, Marie Martha Salschewska, Bad-Nauheim.

1924: Jakob Schaust, Fachbach; Gustav Geisse,' Gießen.

1928: Else Elfriede Eichenauer, Inge Antonie Hanna Arnold, Marie Lieselotte Kehr, Waltraud Gumbel (sämtlich in Gießen), Friedrich Hoffmann in Höchst.

1932: Liselotte Seipp, Gießen.

1936: Werner Julius Hebberich und Anneliese Marie Hedderich als Zwillinge (Gießen), Gertrud Krämer, Grüningen, Hans Werner Dort, Lollar, Werner Damm, Reiskirchen.

Das Jahr 1940 ist ein Schaltjahr! Der Februar dieses Jahres hat 29 Tage! Dadurch ist allen den- enige-n, die in den vergangenen Jahren am 29. Fe­bruar geboren wurden, wieder einmal Gelegenheit gegeben, ihren Geburtstag zu feiern, den andere Menschen sonst alljährlich begehen.

Auf unsere Bitte hat uns das Gießener Standes­amt gestattet, in den Bänden, die in festen und euersicheren Schränken untergebracht sind, nach­zuschlagen, um all diejenigen festzustellen, die in den Schaltfahren der letzten sieben Jahrzehnte in Gießen geboren worden sind. Dieses Nachschlagen war eine ganz interessante Arbeit. In einigen wenigen Schaltjahren waren am 29. Februar gar keine Geburten zu verzeichnen. Die meisten Ge­burten an diesem seltenen Tag waren im Jahre 1904, nämlich 6 $u verzeichnen.

Nachstehend seien diejenigen Volksgenossen na­mentlich genannt, die am 2 9. Februar in Gie­ßen geooren wurden, die also in diesem Monat wieder einmal Geburtstag feiern können. Uysere Erhebungen gehen bis auf das Jahr 1876 zurück, auf den Zeitpunkt, zu dem das Gießener Standes­amt feine Tätigkeit aufnahm. Es find:

1876: Katharine Weller, Gießen.

1880: Johann Gottlieb Lenz, Luise Schmitt, Ma­rie Nies, Friedlich Balser (sämtlich in Gießen).

1884: keine.

1888: Jean Wilhelm Karl Rinn, Gießen.

Aufgabe ist die Sicher st ellung der Ar­beitskräfte für die Frühjahrsbestellung und für den in gleicher Höhe zu hottenden Hackfrucht­bau. Durch die Bereitstellung polnischer Gesinde­kräfte und Wanderarbeiter werden auftretende Schwierigkeiten behoben werden, wenn diese Ar­beitskräfte unverzüglich bei den Arbeitsämtern an­gefordert werden. Verständnisvolles und rasches Zusammenwirken von Ortsbauernführern und Be- triÄsführern ist hierzu nötig und schnellstens in die Tat umzusetzen. An die Dauern richtete Dr. Wagner die Mahnung, trotzdem bie Bedeutung des Landdienstes und des weiblichen Arbeits­dienstes auch als Mittel gegen eine künftige Landfluchtbewegung nicht außer acht zu lassen. Neben allen verfügbaren Arbeitskräften ist der rich­tige Einsatz der vorhandenen Hilfsmittel von Zug­tieren, Maschinen und Geräten eine Frage von be­sonderer Wichttgkeit. Das Gesamtziel auf ernah- rungswirtschaftlichem Gebiete muß nach wie vor sein, die Erzeugung zu steigern und das Erzeugte sparsamer zu verwenden.

Mit dem Januar ging die Jagd auf Nutzwild im Jagdjahr 1939/40 im wesentlichen zu Ende. Stand seither noch das Jagen im Vordergründe, so wechselt es nun mit dem Hegen den Platz. Viele schwarze Felder, dieSchonzeit" bedeuten, weist für den Hornung der Jagdschein auf. Um so eher wird der Jäger jede Neue benutzen, um auf Sauen zu kreisen, wo das urige Wild noch seine Fährte zieht. Die Notwendigkeit, gerade unter den jetzigen Ver­hältnissen den Wildschaden auf ein Mindestmaß herunterzudrücken, macht eine stetige Bejagung des Schwarzwildes zur jägerischen Pflicht. Das gleiche gilt für alle Reviere, die das Kaninchen als Standwild haben.

Don Federwild gibt das Gesetz noch Ringel­tauben, Wald - und Sumpfschnepfen so­wie wilde Gänse frei. Tatsächlich werden ja, wenn der Monat mild verläuft, in seiner zweiten Hälfte nicht selten die ersten Schnepfen bei uns er­legt. Besser wäre es, wenn der Schuß unterbliebe. Denn es find dies Lagerschnepfen, die an offenen Waldaräben usw. überwinterten und erfahrungs­gemäß auch in unseren Revieren, und zwar ftüh, zur Brut schreiten. Der Frühlingsbote des Weid­mannes aber ist erst die Zugschnepfe, die je nach Wetterlage im Laufe des März bei uns aufzutreten pflegt.

Spielt also die Nutzwildjagd eine ganz unter­geordnete Rolle unter unseren oberhessischen Jagd- verhältniffen, so gehört die Aufmerksamkeit des Jägers um so mehr dem Raubwild. Da ist es vor allem der F u ch s, der die Jagd ebenso lohnend wie notwendig macht. Denn noch trägt er seinen guten, dichten Winterbalg, wenn auch gelegentlich die Roll­zeit ihre Spuren in ihm hinterließ. Auf jeden Fall stellt unserRoter", desien Bälge ja heute von einer hochstehenden Kürschnerei zu ganz prachtvollen Rauchwaren verarbeitet werden, einen außer-

Die Rollzeit ist noch im Gang. Spuren im Schnee verraten dem Jäger, wo das Pärchen oder die ganze Hochzeitsgesellschaft zu Bau fuhr. Dann wird die Jagd mit dem Erdhund immer wieder zu einem Erlebnis, das reich an Erfolgen, aber auch an ®nt* täufchungen fein kann. Und schließlich bleibt noch, wenn dies alles nicht zu genügendem Erfolg führen will, die Falle übrig.

Diel zu wenig beachtet wird in vielen Revieren der Iltis, dessen Winterbalg gleichbegehrt ist. Auch ihn verrät am ersten der Spurschnee; sonst geht er nicht unschwer in die Kastenfalle, die in Durchlässen u. ä. eingebaut ist. Auch das Wiesel, vor allem das Großwiesel oder Hermelin im weißen Winterkleid, lohnt den Fang mit seinem Balg. Zu­gleich aber ist es Hegearbeit, wenn diese kleineren Räuber kurz gehalten werden. Denn sie gehören zu den schlimmsten Feinden einer Niederjagd. In einem gut gepflegten Revier stehen die Kastenfallen ür Wiesel das ganze Jahr hindurch fängisch. An­ders ist ihrer nicht Herr zu werden. Wer aber Hasen, Fasanen und Hühner schießen will, muß Wiesel besagen.

Man macht in jedem Winter die Erfahrung, daß gut angenommene Futterstellen für Federwild von inzelnen Bussarden geradezu belagert werden. Die­senSpezialisten" muß das Handwerk gelegt wer­den. Da der Bussard noch Schußzeit hot, ist es möglich, solche Räuber abzuschießen.

Eine ganz auffallende Erscheinung im Gießener Gebiet ist die starke Zunahme der E l st e r n. Die Elster ist einer der schlimmsten Nest- und Junghasen- räuber, die es gibt. Während die Krähen mehr auf dem offenen Feld jagen, schlüpft die Elster in die schützenden Hecken und sucht sie nach Beute ab. Ihre Gefährlichkeit ist offenbar zu wenig erkannt worden. Sonst hätte sie nicht in kurzer Zeit so zunehmen können. In Notzeiten ist ihr Abschuß oft leichter als später. Jede auf die Elster gesparte Patrone wird ehr teuer! Die beste Bekämpfungsart allerdings, nur jetzt noch nicht anwendbar, ist das Ausheben ihrer auffallenden Nester.

Trägt der Februar winterlichen Charakter, so ist weiter zu schütten und zu füttern. Je kräftiger Fasanen und Hühner durch den Winter kommen, um so eher brüten sie und um so vollwertiger ist das Jungwild, wenn die Jagd aufgeht. Wird das Wetter aber milder, dann, setzt bald die Rammelzeit der Hasen ein. Dem Jagdschutz kommt in Kriegs - zeiten besondere Bedeutung zu.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, im Frühjahr irgendwelche Hegeanlagen anzupflanzen, Wildäcker anzulegen usw., der wird gut tun, alle Vorarbeiten zu erledigen, ehe die Pflanz- oder Saatzeit kommt. Oft ist es so, daß Pflanzen oder Saatgut nicht mehr zu haben sind, wenn der löbliche Entschluß gefaßt wird. Auf der anderen Seite stellen solche Anlagen die besten Wege erfolgreicher Hegearbeit dar.

Wo Schutzgchölze vorhanden sind, sei jetzt schon daran erinnert, daß der Heckenschnitt gemäß den Bestimmungen des Reichsnaturschutzgesetzes am 15. März beendet sein muß. Der Schnitt aber ist unbedingt nötig,wenn die Bäume nicht in den Himmel wachsen", sondern zu dichten, quirlreichen Büschen und undurchdringlichen Hecken sich entwickeln sollen. Auch natürlich vorhandene Hecken können durch Einpflanzungen und Schnitt verbessert und zweckentsprechend umgestaltet werden.

Hubertus.

Der Reichssportführer begrüßte am Mittwoch be- einem Kameradschafts ab end im Partenkirchener Rathaus die Vertreter von sieben Nationen, bte zur Wintersporttvoche gekommen sind. Im Namen der ausländischen Sportler dankte der rumänisch- Mannschaftsführer Broerescu für die Einladung der sie alle freudigen Herzens gefolgt seien.

Echikämpfe am Johannisberg.

Das es in diesem Kriegswinter nur wenigen möglich ist, nach den beliebten Wintersportstätten im Vogelsberg und Hochtaunus zu gelangen, hat das Kreisfachamt Schilauf im NSRL.-Kreis Fried­berg am Winterstein und auf dem Johannisberg bei Bad-Nauheim eine rege Wintersporttätigkeit entfal­tet. Am vergangenen Sonntag führte man erstmals in diesem Gebiet einen richtiggehenden Schiwett­kampf durch, und zwar einen Äbfahrtslauf am Jo­hannisberg. Es war nicht nur eine technisch ein­wandfreie Austragung des Wettkampfes möglich, auch der Publikumserfolg und damit die Werbung für den Wintersport war ausgezeichnet. Erster Sieger in der Männerklasse wurde Erwin P f a.d von der Schizunft Bad-Nauheim in (2:09 + 2:03) 4:12 Minuten. Die gleiche Zeit fuhr auch der Beste der Jungmannen, der Tiroler Fritz Heist (z. Zt. Schiklub Friedberg).

Ermuntert durch den schonen Ersterfolg des letz­ten Sonntags, hat sich das Kreisfachamt Schilauf entschlossen, am nächsten Sonntag am Johannisberg eine ähnliche Veranstaltung durchzuführen; es hat dazu auch den Nachbarkreis Gießen eingeladen.

Kreisfachwart Dr. Spotte! (Bad-Nauheim) hat für die Veranstaltung am nächsten Sonntag einen Langlauf und nochmals einen Abfahrtslauf aus­geschrieben. Der Langlauf wird vormittags am Kurhause Bad-Nauheim für Männer (etwa 10 km), Jungmannen (etwa 5 km) und Jugendliche (etwa 1,5 km) gestartet, der Abfahrtslauf für Männer, Jungmannen, Jugendliche, Frauen und Jungmäd­chen nachmittags an der Johannisberg-Gaststätte.

** Gießener Konzert-Verein. Infolge mehrerer Erkrankungen unter Solisten und Mitglie­dern des Städtischen Orchesters ist der Konzert-Verein nicht in der Lage, die in seinem Winterprogramm angezeigten Zeitpunkte seiner Veranstaltungen ein­zuhalten. Es sind deshalb Verlegungen notwendig, , die jeweils bekanntgegeben werden.

Strafkammer Gießen.

Die Verhandlung vorn 9. Januar gegen die M. B. in Kirtorf wegen Abgabe einer falschen eides­stattlichen Versicherung und gegen den K. St. in Kirtorf wegen Verleitung zu dieser ftrafbaren Hand­lung, über die wir am 10. Januar bereits berich­teten, wurde am 16., 30. und -31. Januar fortgesetzt.

Der Angeklagte K. St. hatte von einem Juden Grundstücke für 1550 RM. gekauft. Der Vertrag kam aber nicht zustande, vielmehr wurde der Grund­besitz an einen anderen verkauft. St. strengte einen Zivilprvzeß an, in dem er behauptete, er habe dem Suben den Kaufpreis von 1550 RM. bezahlt. Die Angeklagte M. B. versicherte die Zahlung an Eides Statt.

Es entstand dann Zweifel darüber, ob St. über­haupt einen solchen Geldbettag gehabt habe. Die Sachverständigen gaben die Möglichkeit zu, zumal der Angeklagte St. behauptete, er habe einige hundert Zentner Heu und Vieh verkauft. Die An­geklagte M. B. behauptete, sie sei zugegen gewesen, als St. Geld auf den Tisch gelegt habe, und von dem Verkäufer sei ihr gesagt worben, St. habe den er­wähnten Betrag bezahlt.

Da am Schluß der Verhandlung in Gießen am 30. Januar noch ein wegunfähiger Zeuge benannt wurde, begab sich das Gericht am 31. Januar an den Wohnort des Zeugen in Kirtorf und setzte dann die Verhandlung bei dem Amtsgericht in Homberg fort.

Die Weiterverhandlung wurde auf den 10. Februar in Gießen anberaumt.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

* Londorf, 31. Januar. Am Ortsausgang nach Allendorf ereignete sich gestern gegen 19 Uhr ein Verkehrsunfall. Der 72jährige Heinrich Weiß von hier lief gegen einen Personenkraft­wagen, wurde zu Boden geworfen und erlitt im Sturz einen Armbruch. Der Lenker des Per- sonenkraftwagens brachte den Derunalückten sofort in seinem Fahrzeug in die Chirurgische Klinik nach Gießen.

) Lich, 1. Febr. Am heutigen Donnerstag, 1. Fe­bruar, kann der Ortseinnehmer i. R. Wilhelm Zimmer, Butzbacher Straße, in bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit feinen 8 5. Geburtstag begehen. Trotz feines hohen Alters übt der Jubilar noch die Tätigkeit eines Feuerversicherungsagenten aus, eine Vertretung, die schon feit 1860 in den Hän­den der Familie Zimmer ist und von dem Jubilar selbst seit Jahrzehnten wahrgenommen wirb. Der alte Herr ist eine in weitesten Kreisen von Lich unb Umgegenb geschätzte Persönlichkeit.

Zwei Todesopfer eines schweren Verkebrsnnfalls.

LPD. Nassau (Lahn), 31. Jan. Ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei Per­sonen zu Tobe kamen, ereignete sich in Rückershausen. Zwei Lastkraftwagen stießen zusammen, wobei ein Lastwagenfahrer aus Lin- benholzhausen unb ein Beifahrer aus Dietkirchen ums Leben kamen; eine weitere Person wurde ver­letzt.

100. Geburtstag einer Westerwäiderin

LPD. Westerburg, 29. Jan, In Wengen­roth konnte Frau Charlotte Horn in diesen Tagen ihren 10 0. Geburtstag feiern. Die Hundertjährige ist Trägerin des Goldenen Ehren­kreuzes der deutschen Mutter. Trotz ihres hohen Alters ist sie geistig noch sehr rege.

Rnnbfunkprogramm

Donnerstag, 1. Februar.

12 Uhr: Mittaaskonzert. Ausführenbe sind: bas russische Ballett, bas große Orchester bes Reichs-

Höhe über bem Fußboben 18 bis 19 Grab gemessen werben. Schlaftäume sollen stets wesentlich kühler gehalten werben. Kinber, ältere Leute unb Leibenbe pflegen märmebebürftiger zu sein. In für sie be­stimmten Aufenthaltsräumen finb höhere Luftwärme, stäube am Platze, bie aber keinesfalls über 21 Grab hinausgehen sollen. Es gibt fraglos auch unter ge- funben Menschen solche, bie besonbers leicht frieren. Sie müssen biefe Eigenart burch entsprechend Wahl ihrer Unter- unb Oberkleidung ausgleichen. Es ist bagegen in Gemeinschaftsräumen, bie gleichzeitig mehreren Menschen zum Aufenthalt bienen müssen, ein nicht zumutbarer Zustanb, wenn alle übrigen eines Fröstlings wegen schwitzen sollen, ber es ver­säumt ober gar ablehnt, sich um seiner selbst willen wärmer anzuziehen. Das gilt sinngemäß auch für bie großen Miethäuser mit ihren vielen Wohnungen.