Ausgabe 
1.2.1940
 
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Zahnstein ist gefährlich.

Auf diese wichtige Tatsache hat vor kurzem der Kongreß für Innere Medizin in Wiesbaden hin­gewiesen. Der Zahnstein, den.ja jeder kennt, ift nicht nur häßlich, sondern auch für die Gefimdhett und Kraft der Zähne außerordentlich gefährlich. Die Oahnsteinschicht setzt sich besonders an den unteren rontzähnen an. Er vermischt sich mit allerlei zer­störenden Stoffen und Sauren Besonders stark bildet sich Zahnstein beim starken Raucher. Der ge-

TJieTwnfilBtäerHeimat

Zrr, der Abwasch!

so

Rüben brechen Monopole.

Wie Deutschland das größte Zuckerproduktionsland der Erde wurde.

Das kann gefährlich werden, wenn sich eine giftige gefüllt stehen lassen; so kanni sich erst gar mchts an- Lrznei in der Flasche befindet. Ein unvorsichiger setzen. Schon vor dem Essen die vielleicht vom Abend Dater mußte vor kurzem durch Schaden tlua wer- vorher oder vom Frühstück noch vorhandenen ae-

Brr, der Abwasch! Das ist der Stoßseufzer . mancher Hausfrau! Es gibt kaum eine Hausarbeit, die so allgemein unbeliebt ist wie das Abwaschen. Wir können uns aber diese Arbeit durch einige Kniffe erleichtern und bei dieser Gelegenheit auch noch an Zusatzmitteln zum Abspülwasser sparen. Und zwar haben wir zweierlei zu beachten: 1. dafür zu sorgen, daß es keine Krusten in Kochgeschirren gibt, daß auch in Schüsseln und Behältern alles Angesetzte schön aufgeweicht wird; 2. daß möglichst erst Das Fett beseitigt wird, ehe das Geschirr oder Besteck (Messer darf man nur bis zum Griff ins Wasser stecken, weil sich sonst die Schneide allmählich herauslöst) in das

sunde Zahn ist in seinem Knochenfach derartig auf» gehängt, daß er beim Kauakt einer ständigen Be­wegung unterworfen ist und sozusagen federt. Falls sich nun Zahnstein gebildet hat, übt dieser auf das Zahnfleisch einen ständigen leichten Druck und einen ständigen Reiz aus. Das Zahnfleisch wird dadurch gelockert. Der Zahnstein vermag dadurch am Zahn­hals etwas weiter in die Tiefe zu bringen. Dadurch entstehen Taschen, in denen sich Speisereste an­sammeln, und das kann zu einer Zahnfleischent­zündung führen. Im Zahnstein selbst sitzen Klein­lebewesen, Bakterien, Pilze und andere krank- machende Mikroben. Dies aber ist für die Gesundheit des Mundes äußerst bedenklich, so daß man alles tun muß, durch eifriges Zähneputzen rechtzeitig den Zahnstein zu entfernen.

Dienst der Wissenschaft. So ist es nicht verwunder­lich, daß der Name Andreas Sieaesmund M a r g gr a f heute nur mehr dem Chemiker ein »f ist. Dieser Gelehrte war Vorsteher des

hen Laboratoriums der Akademie, er er- forchte die Verbindungen des Phosphors und ent­deckte den Zuckergehalt der Runkelrübe. Aber nicht als reife Frucht fiel ihm die Entdeckung in den Schoß; in zielbewußter Arbeit gelang ihm dieser Erfolg.

Man spricht davon, daß ohne den Massenanbau der Kartoffel Europa nicht zum 500-Millionen-Kon- tinent hatte wachsen können. Aehnliches gilt auch vom Rübenzucker. Das teuere überseeische Zucker­rohr hatte wohl genügt, um die reichen Schlecker­mäuler und die Schubladen der Apotheken zu füllen, aber niemals, um als wertvolles Nahrungsmittel in allen Bevölkerungskreisen Eingang zu finden. Die ungeheuere Nachfrage nach Zucker ließ dem Kun­digen erkennen, daß aus einem Genußmit­tel ein Nahrungsmittel zu werden im Be­griffe war, und daß nur der hohe Preis das ver­eitelte.

Der deutsche Chemiker Marggraf wußte das und darum erstreckten sich seine Forschungen darauf, einen gleichwertigen Stoff zu finden. Heber ein Jahrzehnt hat der Gelehrte dieses Ziel mit aller Hartnäckigkeit verfolgt, und im Jahre 1747 hatte er es erreicht! Sein Bericht darüber, den er der Akademie vorlegte, führte den TitelChemische Versuche, einen wahren Zucker aus verschiedenen Pflanzen, die in unseren Ländern wachsen, zu üehen." In ihm gibt er von seiner wichtigen Ent- Deckung folgendermaßen Kunde:So kam ich ge­legentlich auf den Gedanken, auch die Teile verschie- schiedener Pflanzen, die einen süßen Geschmack haben, zu erforschen, und ich fand, daß einige dieser Pflanzen nicht nur einen dem Zucker ähnlichen Stoff, sondern in der Tat wirklichen Zucker enthalten, der dem bekannten, aus Zuckerrohr ge-

WinlersMe.

Gut gewählte und zubereitete Wintersalate brin­gen große Abwechslung in die Winterkost. Roh und leingeraspelt eignen sich: Gelbe Rüben, Sellerie, zarte Teile von Stangenlauch, Meerrettich, Kohl­rüben, rote Rüben und Kopfkohl. Wirsing hat so starken Eisengeschmack, daß er in Mischung alle anderen Gemüse überdeckt. Rosenkohl sollte man nicht zu Salat schneiden.

Rohes Sauerkraut ist einer unserer wertvollsten, rohen Wintersalate. Sein Vitaminreichtum nimmt nicht gegen Ende des Winters wie bei frischem Kopfkohl ab. Auch das hitzeempfindliche Vitamin C ist bei der Milchsäuregärung erhalten geblieben. Kein Wunder, daß rohes Sauerkraut heute so hoch geschätzt wird. Alle Gemüsewurzeln und -knallen, die unter der Erde wachsen, sind besonders reich an basischen Mineralstoffen. Zur säurereichen Win- terkost mit viel tierischen Fetten, Rind- und Schweinefleisch bilden basenreiche Gemüse eine gute Ergänzung. Die Säuerung dieser Gemüsesalate soll von milder Würze sein. Zwiebeln oder feine Lauch­stücke dürfen nicht fehlen. Wer es liebt, reibt die Salatschüssel mit etwas Knoblauch aus.

Wichtig ist die Zerkleinerung zu hauchdünnen Scheiben, Stiftchen oder mit der Raffel. Kraut, auch Sauerkraut gewinnt durch Marinieren. Rohes Frischkraut muß außerdem tüchtig mit dem Stößer gestampft, dann mariniert und mindestens eine Stunde gepreßt werden. Marinade: Bester Wein­essig oder Kräuteressig, etwas Zucker und wenig Salz. Rohe Gemüsesalate können salzlos zubereitet werden, wenn würzige Kräuterpulver statt Kräu- teressig im Essig verrührt werden. Erst nach dem Marinieren etwas Del ober glattgerührten Duarg zugeben. Auch der Cigengeschmack der Gemüse wurzt gut.

Alle Gemüse, besonders Wurzeln und Knollen gründlich reinigen und dünn schälen. Gelbe Rüben sauber bürsten und mit Schale raffeln oder fein hobeln. Sehr schön sehen vielfarbige Gemüseplaiten aus. Jede Sorte wird für sich angemacht und bunt nebeneinander gehäuft. Die vitaminreiche gelbe Rübe kann mit Aevfeln, Kohlrüben und femge- schnittenem, rohem Sauerkraut (salzlos eingemacht!) zu einem süßen Salat mit Zucker, Apfelsüßmost und geriebenen Nüssen ober Kürbiskernen ange­macht werden. Durch die milde Säure des salzlosen Krautes erhält dieser Fruchtsalat die Feinheit von Apfel-Apfelsinensalat. Strunk und holzige Teile der Gemüse sind von der Rohkost auszuschließen.

etlichen Jahrzehnten unmöglich schien, ist heute selbstverständlich geworden. Trinkwasser, Heizgas und elektrisches Licht, billige Verkehrsmöglichkeiten durch Dampf und Elektrizität und nicht zuletzt die ungeheuere Bereicherung unseres Speisezettels. Auch der ärmste Mann würde die ein lärmige Nah­rung seiner Urgroßeltern mit Entrüstung zurück- weisen, von den bloßen Genußmitteln ganz zu schweigen. Ja, manche Genuhmittel werden heute von den Chemikern und Physiologen zu den unent­behrlichen Nahrungsmitteln gerechnet, so mit vollem Recht der Zucker, der noch vor einem guten Jahr­hundert nur in der Küche der Wohlhabenden zu finden war. Ilm das Jahr 1800 wurden für 50 Kilo Rohrzucker 22 bis 25 Taler verlangt und auch be- zahlt. Wenn man bedenkt, daß man für diese runde Summe auch ein paar schlachtreife Ochsen erstehen konnte, so wird man diesen Zuckerpreis etwas ge»

Abspülwasser kommt.

Zu Punkt 1: Schon beim Kochen so arbeiten, daß alles benutzte Geschirr und Löffel gleich in eine SchüsselmitWasser kommen ober mit Wasser

schmalzen finden.

Honig, der nickt von Bienen flammt!"

So nannten die Geschichtsschreiber des Alexander- zuges nach Indien jenes Süßmittel, das die Inder aus einem Rohr zu bereiten verstanden. Diese Rohr­pflanze hieß im Sanskritsarkura", woraus das europäischefucre" undZucker" entstanden sind. In Mitteleuropa wurde aber der Zucker erst durch die Kreuzzüge bekannt Venedig rückte zum ersten Handelsplatz für Zucker auf; denn hier löschten die aus Indien kommenden Schiffe ihre süße Fracht. Nach der Entdeckung Amerikas schlug der Welt- handel andere Bahnen ein; Zentral- und Süd­amerika produzierten das Zuckerrohr, und Lissabon, Amsterdam und schließlich Hamburg wurden zu den großen Einfallspforten für die Waren aus Ueber- fee. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts deckte ganz Europa seinen Zuckerbedarf aus Amerika.

3n Per Oorotdeenstratze zu Berlin.

Ein unscheinbares kleines Haus in der Ber­liner Dorotheenstrahe beherbergte seit dem Jahre 1700 diePreußische A kademi e der Wi s- s e n s ch a f t e n". Der große Leibniz hatte zu dieser

Frühstück noch vorhandenen ge- ________________Schüsseln und Töpfe in eine Schüssel mit Wasser stellen, damit sie vorgeweicht sind. Vor dem Abspülen wird nun nicht nur bas Wasser ent­leert, sondern wir hatten uns eine Bürste, bie auch etwas gröber fein kann, mit ber wir schon angesetzte Ränder und Reste entfernen. Wenn eine Warm­wasserleitung vorhanden ist, machen wir auch diese Arbeit mit warmem Wasser.

Zu Punkt 2: Jedes gebrauchte Geschirr, Teller oder Besteck sofort nach Gebrauch ab­spülen, auch wenn wir nur kaltes Wasser zur Verfügung haben. Von den noch warmen Eßtellern löst sich der größte Teil selbst fetthaltiger Reste, wenn wir schnell genug damit sind, damit das Fett nicht erst erstarrt. Das Säubern des Siebes, durch das wir eine Suppe ober Tunke geseiht haben, ist immer eine gefürchtete Arbeit, bie wir uns aber sehr vereinfachen, indem wir bas Sieb sofort also gar nicht erst aus der Hand legen! unter einen möglichst kräftigen Wasserstrahl halten.

Aber nicht immer ist es möglich, Geschirr gleich auf diese Weise vorzusäubern und bas Fett sofort zu beseitigen. Dann haben wir noch ein ebenso ein­faches wie wirksames Hilfsmittel: Zeitungs­papier! Man wird erstaunt sein, wie vorzüglich leicht zusammengeknülltes Zeitungspapier Fett und sonstige Reste vom Geschirr mitnimmt, wenn wir es zum Ausreiben benutzen. Auch Eimer, Ausguß und sonst schwer zu säubernde Gegenstände reibt man erst mit Zeitungspapier aus, und bie Arbeit ist nur halb so schlimm. Der Abwasch des auf diese Weise gut vorbereiteten Geschirrs ist nur noch ein Kinder­spiel und erfordert auch nicht die Menge an Soda oder ähnlichen Zusätzen, die sonst notwendig sind. W.

Vieles, was noch vor einem Jahrhundert ober I Gründung die Anregung gegeben, und viele bebeu- v.4.a~ ut honto tende Männer haben hinter diesen schlichten Mauern

zum Ruhm chres Vaterlandes gearbeitet im stillen

Vater mußte vor kurzem durch Schaden klug n^r-

den. Er hatte eine halbgeleerte Arzneiflasche in den brauchten Teller, S< Müll geworfen und vergessen, den Inhalt, der aus 11 (TO-fr Morphium bestand, auszugießen. Sein zweijäh­riger Sohn spielte und geriet in seinem Spieleifer an den Müllkasten. Er fand die unglückliche Arznei- flasche, kostete von der Morphiumlösung und kam mit schweren Dergiftungserscheinungen in das Krankenhaus. Der achtlose Vater hatte den Scha­den. Zwar gelang bie Rettung des Kindes, aber das Sparkonto des Vaters war auf bie Hälfte zu­sammengeschrumpft.

wonnenen genau gleicht. Am stärksten aber ist dies« wahre Zucker in den Runkelrüben enthal­ten." So ging von dem unscheinbaren kleinen Ber­liner Haus der Anstoß aus, der einen der bedew tendsten und größten chemischen Industriezweige zur Folge haben sollte!

Gegen naschhafte Hasen.

Bis dahin freilich war noch ein langer und dornenvoller Weg, den ein anderer deutscher Ge­lehrter zurücklegen mußte. Es war dies der Che­miker Franz Karl Achard, ein Schüler des genialen Marggraf, der mit feinem Lehrer die vie­len Untersuchungen durchgeführt und wohl auch an der Entdeckung des Zuckergehalts der Runkelrübe Anteil hatte. Sein Sinn strebte jedoch mehr aufs Praktische, und so müssen wir in Achard den Mann sehen, der der eigentliche Pionier der Zucker­rüben industrie war.

Als Marggraf im Jahre 1782 seine Augen für immer schloß, hatte Achard bereits mit seinen Kul- turversuchen auf dem Gute Kaulsdorf bei Berlin begonnen. Er wollte eine sehr zuckerreiche Rüben­sorte erhalten und diese Pflanzversuche mürben auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Nicht daß diese Rübensorte nicht gewachsen wäre, aber jedesmal fraßen die Feldhasen diese ausnehmend süßen Rüben kurz vor der Ernte ab! Dolle uv ei Jahr­zehnte lang wiederholte sich dieser launisch-verzwei­felte Kampf, aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts glaubte Achard doch so weit zu~fein, um mit der Zuckerfabrikation beginnen zu können. Er hatte Apparate um Apparate gebaut, und nun eine Ma­schinenanordnung gefunden, die aus den Runkel­rüben einen brauchbaren Sirup und als Endprodukt kristallisierten Zucker lieferte. Sein eigenes Ver­mögen hatten diese Experimente verschlungen, und nun brauchte Achard Geld, um seine Fabrik zu bauen. Es wäre in normalen Zeiten leicht zu be­kommen gewesen, aber der bewaffnete Friede, den die revolutionären Verhältnisse in Frankreich nötig machten, war Handel und Wandel nicht günstig.

Zst Rübenzucker Gift?

In seiner Not wandte sich Achard mit einer Ein­gabe an den König und der König half! Die ersten Autoritäten der Wissenschaft hatten sich für das Achardsche Projekt ausgesprochen, und so konnte der unentwegte Mann im Herbst 1801 auf dem Gute (tune rn in Schlesien die er ft e Zucker­rübenfabrik der Welt eröffnen. Die Sache lief langsam an. Die Ausbeute von Zucker aus den Rüben betrug anfänglich nur 6 v. H., aber die Rohrzuckerimporteure witterten die Gefahr, die chrem Geldbeutel bevorstand. Darum versuchten sie es nun mit Lügen und Verleumdungen. Bezahlte Subjekte, die sich alsWissenschaftte?' aufspielten, erklärten, daß der Rübenzucker gesundheitsschädlich fei. Als das nicht zog, ging man einen Schritt wei­ter und ließ irgendwoeinen braven Mann und Familienvater unter entsetzlichen Qualen sterben weil er Rübenzucker genascht hatte"!

Eine Quelle von Deutschlands Reichtum.

Im Jahre 1806 verhängte Napoleon die Kon­tinentalsperre. Der Import von Rohrzucker war somit praktisch unmöglich; der Preis für die geschmuggelte Ware stieg von 22 auf 200 Taler! Und nun schlug Achards große Stunde! In rascher Folge entstanden in ganz Europa Rü­benzuckerfabriken, und als die Handelssperre wieder fiel, konnte das teure Ueberfeeprobuft nicht mehr gegen den gleichwertigen Rübenzucker konkurrieren. Seine Produktion wurde immer gewaltiger, sein Preis immer wohlfeiler und bie minderbemittelten Volksteile waren nicht mehr allein auf Honig und Sirup angewiesen. Ein rücksichtslos ausgebeutetes Monpol sank in den Staub, ein Privilegium der Reichen hörte auf zu existieren! Die Leckerei Zucker wurde zum Volksnahrungsmittel!

Marggraf und Achard haben eine der Haupt­quellen von Deutschlands Reichtum erschlossen! Fast 150 000 Menschen finden heute in der deutschen Rübenzuckerinbusttie Arbeit und Brot, und die Er­zeugnisse der deutschen Zuckerindustrie stellen den 15. Teil des gesamten deutschen Nattonalver» mögens dar! Deutschland ist das größte Zucker» proouktionsland der Welt geworden!

auflöst und verschwindet.

Mancher Filmbesucher hat sich vielleicht gefragt, pflanzt. Nach einigen Jahren waren auch hier die ein solcher Eingriff woyl überhaupt möglich und neuen Gewebe so restlos aufgesaugt, daß bie Horn-

ob

haut wieder trüb und undurchsichtig war. Aus fei­

ern

verwendet werden konnte. In den letzten Jahren

robleme offen, an deren Dewältt-

noch mani

gung eifrig gearbeitet wird. Bessere Konservierungs, Methoden des toten Hornhautmaterials und die

In dem FllmMutterliebe" erlebten wir das große Opfer einer Mutter, bie ihr eigenes

! Druckschrift lesen konnte. Kleine Stücke dieser Häute wurden bann in normale Kaninchen-Hornhaut über- ' ftaom vywytoyx iritrfi hior hn<

lich nur ein Fensterchen in ber ui wordenen Hornhaut geöffnet zu werden, um die

Hornhautüberpflanzung

Was die Wissenschaft zu dem FilmMutterliebe" sagt.

hatte sehen können, rvieder ein bas Opfer war vergeblich gewesen. Man brauchte lange Jahre intensiver Forschung, um den Grund solcher anfäng­lichen Mißerfolge zu erkennen. Er liegt in der Eigenart des lebenden Gewebes. Das Ersatzgewebe wächst nämlich allmählich so in das erkrankte Ge­webe hinein, daß es sich schließlich ganz in diesem

chen Versuchen gelangte man zu der Erkenntnis, daß eine erfolgreiche Hornhautüberpflanzung nur bann möglich ist, wenn noch kein trübes, blutgefäß- haltiaes Geweve eingebunden ist und keine ver­wachsenen Narbenflecken vorhanden find. Auch bie Beschaffenheit des Ersatzgewebes spielt eine bedeu­tende Rolle.

Lichtstrahlen wieder einfallen zu lassen. Dies ist aber firakttsch undurchführbar, weil bann die Augen- lüssigkeit abfließen würde, und weil die Natur die Deffnung rasch wieder verschließen würde. Darum ist bie Augenheilkunde seit langem bemüht gewesen, einen Ersatz ber geschädigten Hornhaut zu schaffen.

lieber die Entwicklung dieser Bemühungen berich­tete vor einiger Zeit Prof. Dr. Fr. Salzer. Schon im Jahre 1830 gelang es zum ersten Male, eine gesunde Hornhaut auf bie erkrankte eines menschlichen Auges zu überpflanzen Die Trans- plantation gelang, ein kleines Stück ber gefunden Hornhaut wurde auf das kranke Auge verpflanzt. Aber nach einiger Zeit trübte auch bie überpflanzte Hornhaut, durch die der Kranke monatelang gut

erfolgreich ist. Inwieweit läßt sich das Filmgefchehen hier mit Dem Stande der Wissenschaft, mit der mo­dernen Augenheilkunde oereinoaren?

aber hat es sich herausgestellt, daß es nicht mehr nötig ist, ausschließlich Hornhäute von Lebenden für Ueberpflanzungszwecke zu verwenden. Prof. Fila- t o w und Dr. N i z e t i c überpflanzten zum ersten­mal die Hornhaut von Toten. Sie fanden, daß über­lebende menschliche Hornhaut, bie mehrere Stunden bis Tage bei einer Temperatur von 5 Grad auf» bewahrt wirb, im lebenden Auge einheitt und klar und durchsichtig bleibt Damit ist es heute in weit­aus größerem Umfang als früher möglich, zahl­reichen Menschen, die eine Erblindung befürchten müssen, Rettung zu bringen.

In der Frage der Hornhautüberpflanzung stehen

Die Hornhautüberttagung ist also nicht in allen Fällen ber Erkrankungen möglich. Wo aber alle Grundbedingungen erfüllt sind, reitet sie ein er­kranktes Auge tatsächlich vor völliger Erblindung. Der deutsche Augenarzt Dr. E l s ch n i g erzielte eine große Anzahl erfolgreicher Transplantationen, bei denen das Ersatzgewebe unversehrt und klar blieb. Allerdings war auch die Frage der Beschaffung ge- "v " ' ' * ' ttemlich schwierig; sie

fand meist nur da eine rasche Lösung, wo einem

. wichtigen Telle anderen Augenkranken ein nicht mehr au rettendes übte also eigent- Auge herausgenommen werden mußte, dessen Horn- rndurchsichtig ge- haut bann zur Rettung eines anderen Pattenten morhon um Kia narmonhol morhon SXn hon ' **"

Die uhrglasförmig vorgewölbte Hornhaut, die etwa einen Millimeter stark ist, schließt als äußere Schutzkapsel den Augapfel ab. Sie ift völlig durch­sichtig und läßt die Lichtstrahlen ins Innere des Auges fallen. Verletzungen und Erkrankungen der Hornhaut sind sehr häufig, sie können durch Ent- zündunaen ber Bindehaut, durch Chemikalien (z. B. m bestimmten Fabriken) und als Folge anderer Krankheiten entstehen und führen zu Geschwüren. Diese verheilen zwar oft sehr rasch, aber bie babei entstehenden Narben trüben die Hornhaut, einem gefrorenen Fenster gleich, durch bas man nur Hellig- reitsunterschiede wahrnehmen kann, jedoch keine' noch Allerdings war auch die Frage der Beschaffung gc so großen und nahen Gegenstände. Die so hervor- eigneten Hornhautmaterials riemlich schwierig; si gerufene Erblindung ist um so tragischer, als ja fand meist nur da eine **,z' n" "

Sehnerv, Netzhaut und bie anberen wichtigen Telle anderen Augenkranken ei des Auges unversehrt sind. Es braui' *

Auge dahingibt, um ihr Kind vor ber drohenden | Folgender Versuch zeigt diese Tatsache der Ver- Ervlinbung zu bewal)ren. Es handelt sich babei um schmelzung. Man gewann Hornhäute von Pferden, das Problem der Hornhautüberpflan^ung; Meerschweinchen und anderen Versuchstieren, tötete bie gesunde Hornhaut der Mutter wird auf Die er-1 ne jn ^ner bestimmten Lösung ab und fand sie krankte und zerstörte des Kindes überpflanzt und danach noch so klar, daß man durch sie die feinste ermöglicht damit die Erhaltung des Gesichtssinnes ..... - * -- -

für das Kind.

vorläufig noch im Versuchsstadium befindliche Möglichkeit des Herrichtens von frischen Tier-Horn­häuten zur Ueberpflanzung gehören dazu.

O. O. E.

Tiere, die sick iotfiellen.

So seltsam es auch klingen mag, so ist doch manch­mal bie wirksamste Methode, einem Feinde zu ent­gegen, die, daß man sttllsteht, und dieses Prinzip wird besonders in der Tierwett häufig angewandt. Die Raupe, bie auf ber Pflanze irgendeinen Geg­ner wittert, wird plötzlich starr und unbeweglich und so überscheTr. Das Kaninchen sitzt, wenn es einen verdächtigen Laut hört, mit gespitzten Ohren ganz still und glaubt, damit das Unheil abzuwehren. Es gibt aber auch Geschöpfe, die diesen Trick noch viel meistechafter ausführen, indem sie sich geradezu tot- stellen. Diese schauspielerische Leistung hat man bei oen verschiedensten Tieren beobachtet, aber es gibt nur wenige, die es darin zur vollendeten Meister­schaft gebracht haben.

Eine solche Künsllerin ist die virginische Natter, die ein ganz harmloses Reptil ift, aber durch das Aufblasen einer Haube und bas An nehmen einer drohenden Haltung zunächst seinem Feinde Furcht einzujagen sucht. Wenn sie Damit kein Glück hat, dann sviett die Natter ihren letzten Trumpf aus, indem sie in wilde, krampfhafte Bewegungen ver- fällt und sich schließlich zusammenrolllt, woraus sie bewegungslos und anscheinend tot liegen bleibt Sie kann dann aufgehoben und sehr rücksichtslos be­handelt werben, ohne daß sie aus dieser scheinbaren Todesstarre erwacht, sie leistet so menig Widerstand wie ein Strick. Ein Forschungsreisender dachte die ihm bekannte Fähigkeit der Schlangen auszunutzen, um auf seine Negerträger bei einer Expeditton Ein­druck zu machen. Als er auf ein solches Reptil stieß, da veranlaßte er bie Trager, die einen großen Schreck vor allen Schlangen hatten, sich im Kreise um das Tier herumzustellen und seine Kunst des Hypnottfierens zu beobachten. Er erklärte, er werde die Schlange töten, ohne sie zu berühren. Darauf­hin ging er auf bas Reptil zu, macyte einige ge­heimnisvolle Bewegungen mit der Hand und sofort rollte sich bie Natter zusammen und lag anschemend leblos da. Liber was er beabsichtigt hatte, erreichte er keineswegs, sondern bas Gegenteil. Die Neger waren so entsetzt über dieZauberkraft" ihres Füh­rers, daß ste vor ihm Angst bekamen und ihm davonliefen.

Eine ähnliche Fähigkeit besitzt auch die europäische Feuerkröte, deren unsere Körperhalfte feurig rot gezeichnet ist. Wenn bie Kröte angegriffen wird, jo legt sie sich auf den Rücken und bleibt starr, wäh­

rend fie dem Feinde ihr wie ein Feuer glühendes Unterteil entgegenhält. Die gisttae südamerikanische Kröte verfällt ebenfalls bei Gefahr in eine solche Starre und verharrt in ihr, bis der Gegner sich entfernt, worauf sie sich mit größter Eile Davon* macht. Ein besonderer Künstter im Sichtotstellen ist Das Opossum, ein überaus lebendiges Tier, dem die künstliche Ruhe gewiß recht schiver fällt; es hat es aber zu einer solchen Vollendung gebracht, daß es sich selbst nicht rührt, wenn es von Hunden ge­bissen wird. Wenn diese glaubten, das Opossunt getötet zu haben und fortliefen, kriecht es auch ver­wundet noch davon. Auch in der Wafferweit gibt es Beispiele einer seltsamen Unbeweglichkeit, dis als eine Art des Sicht otstellens auf gefaxt worden ist. B.

«Gfte in Dosen "

Die Drehbuchautoren des neuen Cine-Allianz- Filmes (Lichtspielhaus Bahnhofstraße) haben sich für diesmal die Ehe eines Schlagerkomponisten aus« gesucht, um ihren Witz zu üben. Der Schlagertoiw ponist hält es in seiner Ehe nicht aus, weil feine Frau zu ordentlich ist und sie ift anhaltend entfeht Darüber, daß er so schlampig ift. Also wollen sie sich scheiden lassen! Der Onkel Windhorst, der ganz genau weiß, daß die beiden ohne einander nicht leben können, führt nun als Jurist und Scheidungs- fpezialist Regie, um die Scheidung zu verhindern. Mit Hilfe von zeitticher und räumlicher Trennung, mit künstlich angefachter Eifersucht und mit man­cherlei Vorspiegelungen wird denn auch der Effett erreicht, daß sich die beiden Hauptpersonen wieder beglückt in die Arme fallen. Dieser Grundzug einer Handlung wurde gehörig herausgeputzt, mit erheb­licher Aufmachung und mit viel Tempo behanoett und auch mit einigem Humor durchsetzt, der aller­dings manchmal etwas mühsam herbeigeholt er­schien.

Johannes Riemann spiette zunächst den wil­den Ehemann, der aber zusehends zahmer wurde und schließlich zu Kreuze kriecht. Ihm stand mit viel fraulichem Charme Leny Marenbach gegen­über, die auch die Verwandlung von der ehrpusseli- gen Hausfrau zur mondänen Frau glaubhaft zu machen verstand. Hilde Hildebrand und Hilde W e i ß n e r erschienen als Frauen von besonders ausgefallenem Format, während Ellen Hill ein sehr originelles und natürlich-lebhaftes Hausmädchen mimte. Ralf Artur Roberts als menf eben freund­licher Onkel und Scheidungsfpezialist bewegte sich sehr geschickt in seiner Rolle, in Der er Gewandtheit und Begriffsstutzigkeit nebeneinander au veranschau­lichen hatte. Die Spielleitung hatte Johanne« Meyer. Heinrich Ludwig Neune»