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Ur. 27 Zweites Man
Donnerstag, l. Zebruar 1940
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Aus dem Reiche der Krau
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die Gegenwart reicht.
Butter spiett heute mit uns
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zu nötig, um den Ruf „Mutter spielt heute mit uns" zu den schönsten Kindheitserinnerunae machen. Annemarie Buchn«
KlemeHilfenbeimZuschneiden...
Bevor wir den neuen Stoff zuschneiden, erkundigen wir uns, ob er schon dekatiert ist, also nicht mehr wesentlich beim Waschen einlaufen kann. Ist er noch nicht dekatiert, dann bügeln wir die linke Seite des Stoffes unter einem gut feuchten Frotteetuch mit mäßig heißem Eisen, so daß eine starke Dampfentwicklung den Stoff beeinflußt. Wer es ganz gut machen will, wäscht den Stoff vor der Verarbeitung, um seiner Zuverlässigkeit ganz sicher zu sein.
Bei Kleidern, die rechts- und linksseitig gleichen Zuschnitt aufweisen, liefert das Muster meist nur den halbseitigen Schnitt, den wir dann natürlich doppelt zuschneiden müssen. Achten wir aber darauf, daß wir nicht zwei rechte oder zwei linke Hälften zuschneiden! Die eine Seite muß beim Zuschneiden die rechte Seite des Stoffes nach oben weisen, die andere Hälfte die linke.
Wenn wir nach der Schnittauflage mit Nahtzugabe zuschneiden, so stecken wir den Stoff und das Papier mit Nadeln zusammen, damit sich nichts verschieben kann. Auch umranden wir mit Schneiderkreide die genaue Form des Schnittmusters.
Wenn man es irgend vermeiden kann, setzt man nicht zwei schräge Bahnen aneinander, sondern bringt immer eine fadengrade Stoffbahn an eine schräge. Um besonders sauber arbeiten zu können, schneidet man die schrägen Bahnen einen Tag vor dem Nähen zu und hängt sie über Nacht freischwebend an einem Kleiderbügel auf, damit sie sich durch ihr eigenes Gewicht zurechtziehen.
Man vergesse nie, vor dem Zuschneiden rechtzeitig das Muster zu beachten. Es soll immer nach oben laufen, nie nach unten, Blumen dürfen nicht auf dem Kopfe stehen ufro.
Glatte Stoffe schneidet man am besten auf gescheuerter Holzplatte zu, die etwas rauh ist, und auf der der Stoff einigermaßen festliegt. Auf polierter Platte rutscht er zu sehr umher. Panne, Samt, Plüsch, Velvet sollen immer mit dem Strich, nie gegen den Strich verarbeitet werden, man soll also, wenn man das Kleid trägt von oben nach unten streichen können. Beim kunstseidenen Samt, Panne ufro. allerdings ist das Gegenteil zu beachten.
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gänzlich verändert wirken kann.
Das Kleid selbst ist sehr einfach, ohne betonte Linienführung gearbeitet, hat lange, enge Aermel und einen viereckigen Ausschnitt. Ein aparter Gürtel, eine Kette oder eine farbige Ansteckblume am Halsausschnitt sind der Ausputz.
Gänzlich verändert, zum Beispiel für Theater
Arzneiflaschen gehören nicht in den Müllkasten.
Man soll mit halbgeleerten Arznei* flaschen äußerst vorsichtig sein. Wenn sie herum* stehen, können Kinder auf den Gedanken kommen, damit zu spielen und zu probieren, wie es schmeckt.
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oder Konzert wirkt der Anzug durch eine kurze Jacke mit langen Aermeln aus elfenbeinfarbener Ripsseide (oder auch aus Lame) mit angeschnittenem Kragen, Aufschlägen und Taschen. Dann kann ein hochgeschlossenes Westen- t e i l mit angeschnittenen und vorne gekreuzten Gürtelenden aus dem Grundmaterial (oder auch aus Fuchsiarotem Mattkrepp zum Beispiel), das hinten mit kleinen Stoffknöpfen geschlossen wird, über das Kleid getragen werden. (Skizze rechts.) H.
Heute zeigen wir zweimal Abendkleid aus schwarzem g o l e , das durch verschiedene.
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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Frauen im Krieaserleben.
Gerade in einer Zeit, die auch von den Frauen den vollen seelischen und tätigen Einsatz fordert, um alle ihre Kräfte den Kriegsanforderungen dienft- dar zu machen, wendet sich der Blick gern einmal rückwärts und den Frauenpersönlichkeiten zu, die eus ihrem Zeiterleben uns Vorbild geworden sind. Tapfere Haltung, tatkräftige Arbeit und still aus- harrende, an keiner Schwierigkeit zerbrechende Geduld waren- die Stützen, die diese Frauen auf
gelesen, oder aber die Kinder haben das Buch selber gelesen. Unter den Puppenstubenkindern wählen wir nach dem Inhalt des Buches die passenden Per- onen aus. Mit den Vorbereitungen, dem Einrichten und Umräumen der Puppenstube. Ankleiden der Puppen ist meistens schon ein langer Sonntag ausgefüllt, so daß wir das eigentliche Spiel schon auf_ einen anderen Tag verlegen müssen.
Sind auch Jungens von 6 bis 12 Jahren unter unserer Schar, so nehmen wir einmal Plastilin (Knetmasse) für unseren Tätigkeitsdrang. Mit Hilfe eines Erdkundebuches erklären -mir den Kindern die Siedlungsformen unserer Vorfahren. Wir haben da ein Angerdorstein Haufendorf, ein Reihendorf, einen Rundling. Mit Hilfe von Plastilin wollen wir nun selber ein anschauliches Bild von dem Gelernten gestalten. Als Untergrund nehmen wir ein festes Stück Pappe oder ein Brett und geben uns schon einmal die Dorfstraße, vielleicht auch den Dorfteich und die Felder, etwas mit einem Bleistift an; das Fertigstellen kommt besser später, wenn wir durch die Häuser und die Kirche schon besser Proportionen ehen können. Zuerst wird die Kirche modelliert, dann kommt das Pfarrhaus, die Schule, die grö-
Rezepte:
Semmelauflauf. 4 bis 5 Brötchen, 2 Eier, 3 bis 4 Eßlöffel Zucker, Zitronensaft, etwas Zimt, Vanillezucker, 1 kg Aepfel, entrahmte Frischmilch. Die Brötchen mit so viel kochender entrahmter Frischmilch übergießen, daß sie weich werden, gut verrühren. Eigelb und die übrigen Zutaten beifugen, zuletzt den steifen Eierschnee. Die in feine Scheibchen geschnittenen Aepfel mit Zucker bestreuen und unter die Masse rühren. Man kann auch Rosinen sowie etwas Rum hinzutun. In eine gefettete Auflaufform geben, obenauf etwas Weckmehl und einige Butterflöckchen und eine Stunde backen. Man kann diesen Auflauf auch mit Zwieback zubereiten.
Apfelbrotsuppe. 125 g Brot, 50 g Zucker, etwas Butter, Salz, Zitronensaft und -schale, 200 bis 250 g Apfelschalen. Die Apselschalen waschen und mit dem Gewürz in etwas Wasser zum Kochen bringen Das Brot ebenfalls mit etwas Wasser einweichen, zu den Apfelschalen geben und 10 bis 15 Minuten kochen lassen. Alsdann rührt man die Suppe durch ein Sieb, fügt etwas Butter hinzu und schmeckt mit Salz und Zucker ab. Von den geschälten Aepfeln kochen wir Apfelkompott für den nächsten Tag.
Graupeneintopf. 250 g Graupen. 250 g Hammelfleisch, 30 g Fett 1 kg Lauch, Salz. Das in Würfel geschnittene Fleisch tn heißem Fett anbräunen, den geschnittenen Lauch kurz mitdünsten und mit etwa 1 Liter Wasser auffüllen. Dann gibt man die eingeweichten Graupen hinzu, läßt ordentlich aufkochen und in der Kochkiste weichkochen.
Pikante Soße. Mit Fett oder Speck und Zwiebeln bereitet man eine dunkle Mehlschwitze, füllt mit Wasser aus, gibt ein Lorbeerblatt sowie
Lützower kämpften, in den Lazaretten als Pflegerin tätig. Bis in die Ardennen zog Elise mit der tapfe- len Schar mit. Nach der glücklichen Beendigung der Freiheitskriege durfte sie das Eiserne Kreuz aus her Hand des Königs in Empfang nehmen.
Nicht so strahlend im Mittelpunkt kriegerischer lind völkischer Erhebung, aber vom nämlichen Geiste beseelt war Ferdinande von Schmettau, bie — da ihre Eltern wenig begütert waren — für bie Ladung von Silber und Schmuckfachen, die ihr Vater von feinem kleinen schlesischen Gut nach Breslau schickte, um wenigstens auf diese Weise dem Vaterland ein Opfer zu bringen, ihre beiden wundervollen blonden Zöpfe abschnitt und sie zur 23er« Wertung mitsandte. Der mit der Sammlung und Verwertung der patriotischen Gaben beauftragte hofrat Heun ließ aus dem Blondhaar Ringe und Ketten fertigen, deren Erlös den Betrag von 1500 Talern erbrachte. Die junge Ferdinande war durch ihre Tat das Beispiel für'viele junge Mädchen geworden. Bei der Fünfzigjahr-Feier der Freiheits- Iriege wurde sie nach Berlin gerufen, wo sie im Hause Wrangssls, mit dem sie verwandt war, vom König ausgesucht und zur Ehrenstiftsdame von Zehdenick ernannt wurde. In den Kriegsjahren 1864, 1866 und 1870/71 war sie an der Spitze von ^rauenverbänden stets aufs neue für Volk und Vaterland in opfervoller Liebestätigkeit am Werk.
Auch die Chronik des Weltkrieges weiß von ffrauen zu erzählen, die auf den verschiedensten Gebieten durch ihren Einsatz die alte geschichtliche Tradition der deutschen Frau, in schweren Zeiten ihre seelischen und körperlichen Kräfte dem selbstlosen Dienst am Ganzen zu widmen, weitergetragen haben. Ihnen reichen die Frauen von heute die Hände und schließen sie zur Kette, in der sie wie ihre Vorfahrerinnen einzelne Glieder sind, stark ihrer Verbundenheit, die aus der Vergangenheit
2 Nelken und 1 bis 2 feingeschnittene Essiggurken hinzu, läßt einmal aufkochen und schmeckt mit Salz ab. Dieser Soße kann man auch etwas Hackfleisch beigeben.
Graupen mit Milch. Man weicht am Abend 500 g Graupen in XA bis 3/< Liter entrahmter Frischmilch ein und kocht sie am andern Tag langsam — am besten in der Kochkiste, damit sie nicht anbrennen — zu einem dicken Brei, gibt em Stückchen Zimt, 2 Eßlöffel Zucker, etwas Vanillezucker und Salz hinzu. Hierzu reicht man Dörrobst und Danillesoße.
P i l l e k u ch e n. 1 kg rohe Kartoffeln, 50 g Mehl, 7% Liter heißes Wasser, Salz, etwas Fett oder Del. Die gestiftelten rohen Kartoffeln werden mit Salz und Mehl vermischt. Dann gibt man das heiße Wasser darüber und verrührt alles. In einer Pfanne wird die Masse (5 cm hoch) gebacken. Man muß einen Deckel darüber decken und bei kleiner Flamme backen.
An regnerischen und dunklen Nachmittagen ist für eine Mutter oft keine leichte Aufgabe, ihre Heinen Geister ohne viel Lärm zu beschäftigen. Bie muß dann schon selber sehr viel Anregung geben und Temperament entwickeln, damit keine Langeweile auftritt. Einige Spiele mit ein wenig Phantasie sollen ihr dabei helfen.
Zuerst einmal das alte und immer wieder beliebte Schattentheater. Eine weiße Fläche, hinter ber wir unsere schauspielerischen Talente zeigen können, schaffen wir uns schnell selber. Der Deckel eines größeren Kartons bekommt ein viereckiges Loch von etwa 35 zu 25 cm. Das Loch bekleben mir von hinten mit weißem Papier, und der Schauplatz ist fertig. Die Figuren schaffen wir uns auch ’elber nach Abbildungen aus dem Märchenbuch, da ja die alten Volksmärchen am schönsten im Schat- lenspiel gezeigt werden. Wir wollen Dornröschen bringen. Dazu brauchen wir das Dornröschen, den Prinzen, die böse und die gute Fee, das Spinnrad, bas Königspaar, den Koch, möglichst mit einem be- veglichen Ann, damit die Ohrfeige nicht vergessen vird, und den Küchenjungen. Alle Figuren werden auf Pappe aufgemalt und die Umrisse fein säuberlich ausgeschnitten. Beim Ausschneiden können schon tUe Kinder mithelfen, was ihnen meistens sehr viel Freude macht; auch sind sie auf diese Weise gleich beschäftigt Als Spielleiter findet sich dann eines her größeren Kinder, ober die Mutter spielt selber, i-en ieft bekommen wir aus dem Märchenbuch vorgelesen oder besser noch erzählt
Haden wir kleine Mädchen zu beschäftigen w pielen wir an einem Nachmittag ein Märchenbuch »der eine Erzählung, der mir vielleicht noch eine ! eigene Handlung einfügen können, mit der Puppenstube. Wir haben den Kindern die Geschichte vor-
lichteten und mit denen sie oft genug dem Kriegs- vnd Volksschicksal entscheidende Wendung gaben.
Es ist nicht die höfische Geschichtsschreibung, die der Königin Luise von Preußen das Verdienst zusprach, durch ihr Verhalten und ihr Tun das ( bchicksal Preußens aus tiefer Not zu Ehre und tlnsehen mit heraufgeführt zu haben. Im Volke leibst wußte man um das Wirken der ersten Frau des Landes und hat es ihr über ihre Lebenszeit hinaus gedankt. Sie hat ihrem schwankenden Gatten gegenüber die zuversichtliche Haltung bewahrt, sie hat in den schlimmsten Zeiten die ausharrende Ge>. duld bewiesen und sie hat unermüdlich daran ge- erbeitet, die Männer in die Stellungen zu bringen, ton denen allein die Rettung des Vaterlandes kommen konnte. Ihr persönliches Verdienst war es, daß damals Schlesien nicht an Napoleon abgetreten vurde. In der Begegnung mit Napoleon in Tilsit om 6. Juli 1807 hat sie als Frau das vielleicht I^roerfte Opfer gebracht, indem sie dem Manne, der e schmählich verleumdet hatte, gegenübertrat, um ton ihm bessere Bedingungen für den Frieden zu erlangen. Ihre hoffende und vertrauende Kraft blieb Männern wie Stein, Scharnhorst, Gneisenau Aufgabe und Verpflichtung auch über ihren Tod hinaus, dem sie schon 1809 erlag.
Das geistige Erbe Luises fand später in Elise ton Lützow eine Nachfolgerin von starkem Temperament und aktivem Einsatzwillen. Es war vor ollem die vaterländische Begeisterung, die den 26- jährigen Freiherrn von Lützow und die erst 19jäh- tige Elise von Ahlefeldt verband und zu ihrer Ehe führte. Von 1809 bis 1813 war ihr Haus in Berlin tin Treffpunkt aller Patrioten, die allen Niederlagen zum Trotz den Glauben an den Wiederaufstieg Preußens nicht verloren. Scharnhorst, dem jungen Paare eng befreundet, vermochte es, den König da- I hin zu bringen, Lützow mit der Aufstellung einer ßreifchar zu betrauen, die als „Lützows wilde, ver- vegene Jagd" in die Geschichte einging. Elise gab nicht nur ihr Vermögen für die Ausrüstung hin, sondern war die tätige Seele der Organisation der .schwarzen Jäger". Sie half in der Schreibstube, je sorgte eigenhändig für die Verpflegung, sie hielt die Kleiderkammer instand und war, als die
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oder andere Gemüse, wie sie die Jahreszeit bringt, 20 g Fett, Salz. Die Makkaroni werden wie üblich in dem Salzwasser gargekocht. Inzwischen hat man die Gemüse in feine Stifte geschnitten und in dem Fett angedünstet, und unter Zugabe von ganz wenig Wasser gar geschmort. Wenn das Gemüse fertig ist, gibt man die abgetropften Nudeln darunter und läßt alles gut heiß werden.
Buttermilch mit Klößen. % kg halb gekochte und halb roh geriebene Kartoffeln werden mit Mehl und Salz verknetet und zu kleinen Klößchen geformt, die in Salzwasser garziehen müssen. Man übergießt sie in einer Schüssel mit heißer Buttermilch, die mit etwas Kartoffelmehl gedickt ist und mit Zucker und Salz abgeschmeckt wird. _
Heren Höfe, die Katen; natürlich darf äuch das Spritzenhaus nicht vergeßen werden. Unsere ganz Kleinen beschäftigen wir mit dem Formen der Büsche und Sträucher, die den Dorfteich umsäumen sollen. Ein Leiterwagen belebt dann die Dorfstraße, und auf dem Dorfteich fehlen natürlich auch nicht die Enten.
Bei diesen drei einfachen Spielen fallen sicher der einen oder anderen Mutter noch andere nette, teils luftige, teils unmerklich belehrende Spiele ein. Es sei noch das Theaterspielen erwähnt, das mit dem Verkleiden meist den Höhepunkt an Geburtstagsfeiern bildet. Oder aus der Kinderstube wird mit Hilfe aller Puppen ein Kinderheim oder ein Krankenhaus. Auch mit Hilfe aller Baukasten können wir größere Jungen beschäftigen, wenn sie einmal ihre Beobachtungsgabe zeigen und einige Straßenzüge ihrer Vaterstadt darstellen sollen.
Es ist nur ein wenig Liebe und Ueberlegung und ein freundliches Lächeln über eine verkramte Kinderstube und Schnippel auf dem Fußboden da-
Wir pflegen unsere Kleider.
Die Kleiderpflege ist ein wichtiges Kapitel. Kluge Frauen haben selbstverständlich stets Wert darauf gelegt, ihre Kleider zu pflegen durch regelmäßiges Ausbürsten und Fleckentfernern Jetzt ist dies nötiger als je, denn wir müssen haushalten mit den Vorräten an Stoffen, die wir haben.
Eine Vorbedingung, die Kleidungsstücke lange in gutem Stand zu erhalten, ist einmal die, nicht täglich dasselbe Kleid zu tragen, vielmehr öfter zu wechseln. Ein Kleid muß sich einmal ausruhen, es gewinnt durch das Hängen über dem Bügel Frische und Form zurück. — Wichtig ist es, zur möglichsten Schonung des Stoffes eine waschbare Passe einzu-- heften, bei sehr dünnen Stoffen auch ein Aermel- futter. Die Hellen Einsätze ober andersfarbigen Kragen an einem Kleide sollte man mit Knipsern versehen, um das zeitraubende Einheften zu ersparen.
Von Zeit zu Zeit muß ein Kleid nach sorgfältigem Ausbürsten aufgeplättet werden, es genügt aber oft auch schon, das Kleid in die feuchte Luft des Badezimmers oder auf den Balkon zu hängen, der Stoff glättet sich dann von selbst. Natürlich muß das Kleid nach diesem Dampfbad erst trocknen, man darf es danach nicht sofort anziehen.
Berufstätige Frauen, die viel schreiben müssen, sollten Schreibärmel od-er Kittel tragen, um die Aermel zu schonen. Bei sehr dünnem Stoff emp- iehlt es sich als vorbeugende Maßnahme aeqen Ellbogendurchscheuern, eine Blende in der Breite von etwa 10 Zentimetern auf den Unterärmel zu setzen. Ebenso kann man das Durchscheuern des Stoffes unter den Armen verhindern, wenn man ein Stück oder auch gleichfarbige Seide untersetzt.
Herrenanzüge ober Kleiber aus härterem Wollstoff ober Kammgarn, die an einzelnen Stellen glänzend geworben sind, behanbelt man mit Salmiakgeist. In eine Schüssel lauwarmes Wasser gibt man einen kleinen Schuß Salmiak, legt baä Kleidungsstück auf ein Tuch und bürstet es strichweise ab. Das gereinigte Kleid erscheint nach bem Bügeln roteber wie neu. Beim Trockenbürsten tut man gut, die Kleider auch von innen auszubürsten.
Baumroollsamtkleiber werben nach bem Dampf- bab wieber tadellos, wenn man sie mit der linken Seite nach außen auf das Bügelbrett zieht und mit dem Bügeleisen ganz leicht überstreicht Seibensamt muß vorsichtiger behandelt werden, man dämpft ihn am besten nur auf und bürstet ihn mit einer weichen Bürste leicht ab.
Filzhüte kann man bei einigem Geschick aus- srischen, indem man sie über einem Kessel mit kochendem Wasser aufdämpft. Hierzu darf nicht viel Wasser im Kessel sein. — Nach dem Aufdämpfen kräftig bürsten, danach setzt man sich den Hut im feuchten Zustand auf den Kopf und biegt ihn nach Gefallen zurecht. Er muß bann vorsichtig auf einen Stänber gesetzt werden unb bars trocknen. Wenn ber Hut ein guter Haarfilz ist und also bie Kosten lohnt, kann man ihn bei ber Putzmacherin ganz umpressen lassen.
Strümpfe schont man, indem man sie einmal sehr behutsam überzieht und jedes Zerren vermeidet, bei dem so leicht eine Masche fällt. Um das Reißen an den Fersen zu verhindern, trägt man kleine Einsatzfersen aus Zellophan, die das Gewebe schützen. Ist die Ferse trotz aller Vorsicht doch durchgescheuert und oft gestopft, so schneidet man in der Mitte der Sohle einen kleinen Keil, den man gut zusammenstopft — bei sehr dünnen Strümpfen tut es auch ein Abnähen, auf diese Weise rutscht das Gestopfte durch den strafferen Sitz des Stoffes hinten in den Schuh hinein.
Die Kleidungsstücke, die wir besitzen, können wir durch diese kleinen Handgriffe lange Zeit in gutem Zustande erhalten und werden so stets einen ge* pflegten Eindruck machen. H. F.


