Ausgabe 
31.12.1942
 
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die alle Nöte und Schwierigkeiten in ihrer Orts­gruppe kennt. 2692 Frauen stehen heute im Gau Hessen-Nassau für einen eingezogenen Amts­walter der NSV. Ständig wachsend ist das Gebiet- der Beratungsarbeit, das vor allen Dingen getragen wird von den 344 Beratungsstellen der Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk. 171 822 Besucher wurden ge­zählt. Dabei handelte es sich nicht immer um prak­tische Fragen allein, sondern manche Schwierigkeit persönlicher Art wird von Frau zu Frau überbrückt.

3m Dienste der hauswirtschaftlichen Praxis.

Die Nähberatungsstellen nehmen eine besonde'/e Stellung ein und kommen einem Bedürf­nis entgegen, indem sie manchen Punkt einsparen helfen. In den 96 Schuhaustausch st ellen konnten 28126 Schuhe getauscht werden, sicher ein Ergebnis, das den Wirtschaftsämtern eine fühlbare Entlastung brachte. Die volks- und hauswirtfchaft- schaftliche Beratungsarbeit wurde ergänzt durch 4152 Kochturse, die 44 708 Besucher aufzuweisen hatten. Was hier praktisch geübt wurde, brachten 2666 Vorträge theoretisch an 101 754 Besucherinnen heran. Die hauswirtschaftliche Ausbildung der Frau muß in der heutigen Zeit eine besondere Ausgabe sein. Die beste Möglichkeit dazu bietet der Haus- wirtschaftliche Beruf. Es soll daher auf jene 1177 Frauen hingewiesen sein, die es sich zur Aufgabe ge­macht haben, die hauswirtschaftlichen Lehrlinge in unserem Gaugebiet zu fördern und in ihrer Lehrzeit zu überwachen. Unsere Frauen haben ihre Pflicht getan.

Außermilitarische Wehrerziehung.

Trotz stärkster personeller Sctzvierigkeiten gelang es auoy Den Gliederungen der Partei, ihr umfang­reiches Aufgabengebiet, das sie mit der Front un­mittelbar verbindet, zu erfüllen. Bei der SA. blieb auch im laufenden Jahre die auf die Kriegsvechält- nisfe eingestellte ouhermilitärische Wehrerziehung im Mittelpunkt des Gesamteinsatzes. Der vom Führer der SA. zuaewiesene Auftrag zur wehr­haften Ausrichtung des ganzen Volkes gewann einen neuen, oestinrmenden Ausdruck in den dies­mal zum ersten Male abgehaltenenWehr- kampftagen der SA.". Unter Führung der SA. traten auch im Gau Hessen-Nassau die SA. und die Betriebssportgemeinschaften der DAF. in zahlreichen Veranstaltungen vor die Oeffentlich- feit, um in geländemäßigen Wehrkämpfen Rechen­schaft über den erreichten Stand der wehrhaften Ausbildung abzulegen. Neben der fortgehenden Ausbildung innerhalb der Einheiten war die SA. wie immer zur Stelle, wenn es galt, fei es bei Erntehilfe bei Absperr- und Luftschutzmaßnah- men oder beim Katastrophendienst einMspringen. Hinzu kam die Hilfe in Haus, Hof und Feld für an Der Front stehende Kameraden. Mannigfaltige Aufgaben bei der Erntehilfe wurden vielerorts im Rahmen von ganzen Dorfpatenschaften erfüllt. Un­ter den sonstigen vielen Einsätzen mögen besonders die Schneearb-eiten im vergangenen strengen Win­ter erwähnt werden, die zur Abwicklung eines störungslosen Bahnbetriebes tatkräftig beitrugen. Bei Gelegenheit der Amtseinführung des neuen Führers der Gruppe, Gruppenführer D i e l ft i ch, «erfolgte durch den Stabschef der SA. am 28-/29. November eine Besichtigung verschiedener Einheiten in Frankfurt a. M.

JISfifL schult Lraftfahrernachwuchs.

Neben den Aufgaben, die das NSKK. als moto­risierte Einheit der Partei ständig zu lösen hat, A. B. die Organisation des Derkehrshilfsdienftes im gesamten Gaugebiet, wurde im vergangenen Jahre in gesteigertem Maße die vormilitärische Ausbildung der NSKK.-Männer in den dazu auf­gestellten Wehr staffeln, bzw. in der Motor-HI. durchgeführt. Die bis zum Ende des Jahres 1942 ausgegebenen Kriegskraftfahrscheine belaufen sich auf rund 3000. Diese Zahl übertrifft die des vori­gen Jahres um ein Vielfaches und spricht von dem unermüdlichen Einsatz sowohl der mit der Schu­lung beauftragten NSKK.-Männer wie des jungen Kraftfahrernachwuchses.

Im Interesse der Ntotorisierung Deutschlands während des Krieges wurde ferner als besonders vordringlich di? Umschulung der Kraft­fahrer auf Generatorbetrieb in Angriff genommen. Zunächst wurden die Männer der NSKK.-Stürme, darüber hinaus aber bestimmte Kraftfahrer der Wehrmacht und vor allem die Fahrer der privaten Wirtschaft theoretisch und praktisch unterrichtet. Bisher konnte die Motor­gruppe Hessen etwa 4000 Detriebsberechtigungs- und Wartescheine, die für den Betrieb eures Ge­neratorwagens vorgeschrieben sind, an die Teilneh­mer der von den Motorstandarten durchgeführten Kurse aushändigen. Das NSKK. hat mit dieser Umschulungsarbeit für unsere Kriegswirtschaft einen wesentlichen Beitrag geleistet, der sich im kommen­den Jahr erwartungsgemäß noch bedeutend ver­größern wird.

In den letzten Wochen ist die Motorgruppe Hes­sen mit der Durchführung einer neuen, wichtigen Aufgabe beschäftigt. Es werden Motorboot­einheiten aufgestellt, die die Schulung des Nachwuchses für die motorisierten Pioniere, ins­besondere die Ausbildung auf Sturmbooten zum Ziele hoben. Die NSKK.-Stürme werden sich bei dieser neuen Aufgabe ebenso wie bei den früheren restlos einfetzen, damit cud) hier in Kürze der Wehrmacht ein gut vorgebildeter Nachwuchs zur Verfügung steht.

Die fliegerische Ausbildung des 3l$5fL

Die durch das NS.-Fliegerkorps durchgeführte vormilitärische fliegerische Ausbildung der Hitler- Jugend wurde durch eine Reihe wichtiger Erlasse des Oberbefehlshabers der Luftwaffe erneut unter­strichen und als nicht mehr wegdenkbar für die Auf­gaben der Luftwaffe bestätigt. Im Gau Hessen- Nassau, diesem an fliegerischer Tradition so reichen Gau, wird diese Aufgabe der Auslese und Ausoil- düng des Nachwuchses auf allen fliegerischen Ge­bieten durch die NSFK.-Gruppe 11 (Hessen-Mosel- land) durchgeführt Im vergangenen Jahre war diese Arbeit innerhalb der Gruppe trotz Krieg und mangelnden Ausbildern befonders rege. An erster Stelle stand die Se g e l f l u g s ch u l u n g. Auf den Segelflug-Uebungsstellen der Gruppe, in Hirzen­hain, dem traditionellen Fliegerdorf, in Limburg, Babenhausen, Gras-Ellenbach im Odenwald und nicht zuletzt auf dem Rebstock bei Frankfurt wurde in regelmäßigen laufenden Lehrgängen eine inten­sive Breitenschulung betrieben mit abschließender A«, B- und E-Prüfung für die Hitlerjungen. In zahlreichen Werkstätten wurde die fliegertechnische Ausbildung und in den neuen mit allen modernen Einrichtungen versehenen Funkstellen der Gruppe die Bordfunker-Ausbildung durchgeführt. Daneben ßef btt Erfassung der lrn Modell-

slug und Flugmodellbau fit Zusammenarbeit mH den Schulen und in den Modellflugwerkstätten der Gruppe.

Die diesjährigen Gebietswettkämpfe der Flieger- HI., die in ihrem fliegerischen Teil von der NSFK.- Gruppe 11 im Juli auf der Segelflug-Uebungsstelle Limburg geleitet wurden, gaben einen Ueberblick über den hohen Stand der fliegerischen Ausbildung der Jungen. Bei dem darauf folgenden Reichswett- kampf in Vöslau bei Wien konnten dementsprechend gute Leistungen der Flieger-HI. Hessen-Nassau er­zielt werden. Auch bei der Inspektionsreise des In­spekteurs des NS.-Fliegerkorps, Obergruppenführer u Bülow, Ritterkreuzträger und ehemaliger Kom­modore des Jagdgeschwaders Richthofen, im Juni 1942 konnte die NSFK.-Gruppe 11 mit ihren Aus- bildungsstellen und ihrer geleisteten Arbeit gut ab­schließen. Die im Oktober und November 1942 er­folgten Funktagungen in Frankfurt a. M. und

Darmstadt ließen die stetig wachsende Ausbildung im Funkwesen erkennen und somit das Ziel: Einen in allen fliegerischen Zweigen gut vorgebildeten Nachwuchs sicherzustellen.

Wenn die Gruppe außerdem sagen kann, daß die Hauptzahl ihrer Männer als Flugzeugführer, Beob­achter, Bordfunker und Bordmonteur an den Fron­ten eingesetzt ist, und sich darunter allein aus ihrem Bereich zwei Ritterkreuz- und Eichenlaubträger und zwei Träger des Deutschen Kreuzes in Gold, sowie Träger vieler anderer hoher Auszeichnungen befinden, so ist das ein Beweis dafür, daß das NS.-Fliegerkorps sowohl an der Front als auch in der Heimat feine Aufgabe erfüllt und somit dazu beiträgt, die Überlegenheit der deutschen Luftwaffe, die neben dem vorzüglichen Material vor allem in der vorzüglichen Ausbildung der Flugzeugbesatzun­gen besteht, für alle Zeit sicherzustellen.

Der Schluß des Verichles folgt am Samstag.

Oie Straße des Todes.

Wenn man an der Schwelle eines neuen Jahres Rückschau hält, dann kann man auch nicht Vorbei­gehen an Der Liste derjenigen, die alljährlich aUs unseren Reihen scheiden und häufig Lücken zurück- lasfen, die nur schwer wieder geschlossen werden kön­nen. In Kriegszeiten ist das Opfer, das die Volks­gemeinschaft dem Tode bringen muß, weitaus grö­ßer als in normalen Zeiten, kommt doch hinzu jenes Heer von namenlosen Helden, die ihr junges Leben für das Vaterland gaben. Mele sind auch darunter, deren überragende Leistungen in aller Munde waren. Nur einige feien genannt: Der Gene, ralfeldmarschall von Reichenau, der nach einem Schlaganfall beim Transport in die Heimat am 17. Januar im Alter von 57 Jahren starb, der Eichenlaubträger Kapitänleutnant E n d r a s, der nach Versenkung von über 200 000 BRT. Ende März mit seinem. U-Boot von Feindfahrt nicht zu- rückkehrte, Eichenlaubträger Leutnant Stoep pen, Sieger in 85 Lustkämpfen. Am 5. Juni fiel im Osten Unteroffizier Hubert Brinkforth, der erfte Ritterkreuzträger aus dem Mannschafts stand. Am 18. Juni kehrte Eichenlaubträger Leutnant S t r e h- l o w nach 68 siegreichen Lustkämpfen vom Feind­flug nicht zurück, am 25. Juni Oberfeldwebel Steinbatz nach seinem 99. Luftsieg. Im August kam Eichenlaubträger Oberleutnant O st ermann nach 102 Luftsiegen nicht zurück. Am 15. September wurde gemeldet, daß Eichenlaubträger Kapitänleut­nant Mütze l bürg auf einer Feindftihrt sein Leben lassen mußte. Besonders schmerzlich war der Tod Hans-Joachim Marseilles, Trager des Eichenlaubes mit Schwertern und Brillanten, der nach 158 ßuftpiegen am 30. September unbesiegt den Fliegertod starb. Arn 3. Oktober fiel Iber Eichenlaub- träger General der Panzertruppen Freiherr von Lang ermann und Erlencamp. Zu den herben Verlusten unserer Wehrmacht zählt auch General der Flieger Thomas, ein Pionier des deutschen Flugwesens, der im August gestorben ist. Am 21.August kam Freiherr von Gablenz, Generalmajor im Reichsluftfahrtministerium und Di­rektor der Deutschen Luft-Hansa, bei einem Flug­zeugunglück ums Leben.

Bei einem Gedenken der großen Toten des Jah­res sind es vor allem drei, deren Verlust für das ganze Volk sehr schmerzlich gewesen ist: Reichs­minister Dr. Todt, der Erbauer des Westwalls- der Schöpfer der Reichs autobahnen, kam am 8. Fe. bruar bei einem Flugzeugunfall ums Leben, ff» Obergruppenführer H eydri ch, Stellvertretender Reichsprote'ktor, wurde am 4. Juni das Opfer eines Attentates in Prag, und Reichsleiter Hühnlein starb am 18. Juni im Alter von 60 Jahren. Auch darüber hinaus weist die Totenliste der Par­tei eine Reihe bekannter Namen auf. Am 25. Fe­bruar verschied in München einer der Vorkämpfer der Bewegung, Anton D r e x l e r, der Gründer des Deutschen Arbeitervereins, am 15. Mai Gauleiter und Reichsstatthalter Earl Rover, am 25. Mal Frau Eva Chamberlain, die Tochter Richard Wag­ners, Inhaberin des goldenen Ehrenzeichens der Partei, im Alter von 75 Jahren, am 23. Juli der

nationalsozialistifche Kulturschriftsteller Joseph Stolzing-Czerny, am 30.Juli ^-Obergrup­penführer und General der Waffen-^ Paul Scharfe, Chef des Hauptamtes ^-Gerichtsbar­keit, am 13. Oktober ^-Obergruppenführer General­leutnant von M a f f o to, Präsident der Deutsch- Bulgarischen Gesellschaft, am 1. November ^-Oder- gruppens'ührer Siebert, der bayerische Minister- Präsident und Präsident der Deutschen Akademie.

Aber auch in die Reihen unserer Wirtschastsführer und Techniker fyat der Tod in diesem Jahre einige tiefe Lücken gerissen. Am 4. Januar starb Wehr- Virtschastssührer Bordet, Generaldirektor des Bochumer Vereins, der Ruhr-Stahl-AG. und Ha­nomag, am 8. Januar der frühere Mitinhaber oer Stoewer-Werke, der Stettiner Automobil-Indu­strielle Emil Stoewer, am 17.Januar Wehrwirt­schaftsführer Dr. August Diehn, Generaldirektor des Kali-Syndikats, am 12. März Robert B o fch im Alter von 80 Jahren, Anfang April der Wehrwirt- fchaftsführer Dr. S p r i n g o r u m , am 19. Juli der Wchrwirtschaftsfühper Dr. Wilhelm Kissel, Vor­sitzender des Vorstandes von Daimler-Benz, Mitte August Kommerzienrat Richard Schering, Be­gründer jener chemischen Fabrik, aus der der Sche- ring-Konzern heroorging, am 11. Dezember Staats­rat von S t a u ß, einer der führenden Köpfe des deutschen Bankwesens. Arn 23. Februar verschied der bekannte Lustfahrtpionier August von Parse- oal im Alter von 81 Jahren, am 23.März der langjährige Direktor des DDJ. Professor Dr. lat» schoß.

Aus der Wissenschaft und Kunst seien genannt: Am 21. Januar in Düsseldorf der Geschichtsforscher Professor Dr. Heinrich Wolf, am 16. August Ge- Heimrat Bumm, früherer Präsident des Reichs­gesundheitsamts, am 30. August der Heidelberger Chirurg Professor Kirschner, am 5. September der Physiko-Ehemiker Professor Dr. Max Boden­stein, am 31 Oktober der Breslauer Staatsrechtler Staatsrat Professor Freiherr von Freytagh-Loring- Hofen, am 28. April der berühmte Pianist Emil von Sauer, am S.Mai der Münchener Maler und Zeichner Professor Karl Bauer, am 27. Juli der Direktor der Akademie der Bildenden Künste in München, German B e st e l me y e r, am 31. August der Berliner Schauspieler Walter S t e i n b e ck, 'am 7. Dezember der Direktor der Dresdener Gemälde­galerie Dr. Posse.

Und schließlich seien noch einige Männer aufge­zahlt, die aus dem Kreis der alten Militärs in die­sem Jahre wieder abberufen wurden: Am 20. Ja­nuar im Alter von 85 Jahren General der Infan­terie v o n B ü l o w, am 21. März, 81jährig, General der Infanterie von G o n t a r d, am 8. April im Alter von 87 Jahren General der Infanterie von Lochow, am 14. Mai, 74jährig, General von L o ß b e r g, am 18. Mai in Kiel der frühere Flot­tenchef Admiral O lde k o p , am 21. September Ge- neral von Liitzow, als Führer eines Freikorps auch nach dem Weltkriege bekannt geworden, am 29. September, 71jährig, General der Infanterie Otto Hasse.

Aus der Stadt Gießen.

An der Schwelle des neuen Jahres.

Kaum eine Seit im Jahre ist so dicht von altem Volksglauben ourchwoben wie die Neujahrsnacht. Finden sich in Friedenszeiten in der, Großstadt wie in dem kleinsten Dorf die Menschen zu geräuschvoller Festlichkeit zusammen und wird der Augenblick, in dem das alte Jahr zu Ende geht, das neue über die Schwelle tritt, mit Lärm und Zurufen, auf dem Lande vielfach mit Schüssen und Peitschenknallen begrüßt, so daß der erste Ton der Glocken sich kaum dagegen behaupten kann, so liegt ein uralter Sinn in diesen geräuschvollen Bräuchen, die im Grunde nichts anderes sind als Abwehrzauber gegen böse Geister und Dämonen. Nach dem Glauben unserer Vorfahren waren ja diezwölf Nächte" um die Wintersonnwende den Geistern freigegeben, die seg­nend oder unheilbringend die Stätte der Menschen heimsuchten. Und wenn noch heute dasBleigießen" in Hebung ist, so zeigt uns dies eine letzte Ahnung davon, daß diese Nacht und der darauf folgende Neujahrstag einst Schicksalstag erster Ordnung war, an dem ein Blick in die Zukunft den Kundigen offenstand, und an dem alles, was geschah, von Be­deutung für das ganze Jahr war. Neujahr ist für die großen Schicksalsdinge des Menschen, Leben und Tod, Liebe und Hochzeit von höchster Bedeutung; unendlich mannigfaltiger Volksglauben und Dolks- brauch sind mit den letzten Stunden des alten und den ersten des neuen Jahres verknüpft.

Schlesische Mädchen gehen zur mitternächtlichen Stunde auf den nächsten Kreuzweg oder in die Nähe der Kirche, in der Hoffnung, hier den ihnen be­stimmten Liebsten leibhaftig sehen zu können. Aus den Häusern, in denen noch vor Ablauf des Jahres jemand sterben wird, soll um diese Stunde ein geisterhafter Leichenzug mit einem Sarg hervor- schweben, den jedoch nur gewisse, besonders dafür befähigte Personen wahrnehmen können. Nach einem thüringischen Volksglauben muß der Mensch im nächsten Jahre sterben, der um Mitternacht zum Fenster hinausblickt und dort einen schwarzgekleide­ten Mann stehen sieht. Das Haus, auf dem in der ersten Stunde des Jahres ein Feuerschein gesehen wird, ist dazu bestimmt, noch vor Ende des Jahres abzubrennen. In manchen Orten der Lausitz legen noch alte Leute in der letzten Jahresnacht ein Ge­sangbuch unter ihr Kopfkissen, das sie beim Er- wachen am Neujahrsmorgen aufs Geratewohl auf» schlagen: das Lied, auf das ihr Auge fällt, läßt auf ihr Schicksal im kommenden Jahr schließen. Selbstver­ständlich, daß auch die Träume dieser Rächt als Mmktskündeich

Auch für Wetter, Fruchtbarkeit und Ernte ist die Zeit auftchlußreich.Das schlimme Jahr tritt schwimmend an", heißt es. Schönes Neujahrswetter läßt in Tirol aus einen fruchtbaren Sommer hoffen. Ostwind soll ein gutes Obstjahr bringen, Südwind verheißt viel Korn, Westwind reichliche Milch und guten Fischfang, Nordwind dagegen Sturm, Kälte und Unfruchtbarkeit. Schlimm ist es, wenn der Neu­jahrstag mit einem starken Morgenrot anbricht, denn das bedeutetUnwetter und große Plag'".

Natürlich versucht der Mensch, sich auf vielfache Art gegen die unheimlichen Wirkungen der Neu- jahrsnacht zu schützen, dagegen die segenbringenden Kräfte auf sich herabzuziehen. Der westfälische Bauer malt mit Kreide in der letzten Jahresstunde drei Kreuze über seine Stalltüren, um das Vieh vor Be­hexung zu schützen, in Tirol werden nicht nur die Türen, sondern auch die Dinge des täglichen Ge­brauchs, Kästen und Truhen, sogar Schüsseln und Töpfe mit einem Kreuz versehen. In vogtländischen Bauernhäusern darf am Neujahrstage das Feuer im Herd nicht ausgehen, weil sonst im begonnenen Jahr das Geld ausgeht. Damit dieses im Gegenteil stets im Ueberfluß vorhanden fei, ißt man in der Silvesternachtquellende Speisen", wie Reisbrei oder Hirse. Auch Fische sind beliebt, da Fischschuppen Geld bedeuten. In manchen bäuerlichen Gegenden Deutschlands wird zu Neujahr ein besonderes Brot gebacken, dasNeujährchen", das jedoch nicht für die Menschen, sondern für das Vieh bestimmt ist, dem es kleingeschnitten in bas Futter gemischt wird.

Weit mehr als freundliche Aufmerksamkeit steckt ursprünglich auch in den Neujahrswünschen. Daß diese im Grunde magische Beschwörungsformeln waren, beweist schon die Tatsache, daß der Bauer einst und vielleicht mancherorts auch heute noch nicht nur den Menschen .sondern auch seinen Haustieren, Aeckern und Obstbäumendas neue Jahr anwünschte", wobei in vielen Gegenden die Obstbäume mit Strohs^ilen umwickelt wurden. Auch die bereits sehr alte Sitte, den Glückwunsch von Untergebenen oder im Range niedriger stehenden Personen mit einer Geldspende zu beantworten, geht vielleicht auf einen alten Opferbrauch zurück. In manchen Gegenden, z. B. am Rhein und in Ostfries­land, bemühen sich die jungen Leute, Kinder und das Hausgesinde, den Aelteren und den Brotherren ober auch einanderbas neue Jahr abzugewinnen", b. h. mit ihrem Glückwunsch zuvorzukommen. Wem es gelingt, der hat bas Anrecht auf ein Geschenk, ähnlich wie beim Vielliebchen, bas ja auch gern in der Silvesternacht gegessen wird. Die Fülle ber Neu- totabräudM itt lmMßhhW wo wir buÄeden. ftn-rg

wir Abwandlungen davon, die aber meistens nur Ueberrefte aus einer Zeit sind, in der bas Volk noch überwiegend magisch fühlte unb lebte. C. K.

Gin Kubikmeter Gas... .

Ein Kubikmeter Gas im Haushalt läßt sich ein« sparen, wenn man nur wenigstens jeden dritten Tag einmal nach dem Ankochen die Flamme zum Fortkochen kleinstellt,

jeden Tag einmal etwa drei Liter Spülwaffer in einer Schüssel an zweiter Stelle über einem Tops mit Essen heiß macht, anstatt es gesondert auf dem Gas zu erhitzen,

nur wenigstens einmal im Monat statt eines Wannenbades zwei Brausebäder nimmt,

die Brenner ordentlich pflegt, wodurch Gaserspar« Nisse bis zu 10 v. H. eintreten.

regelmäßig einen Deckel auf den Topf tut, nicht mehr Wasser heiß macht als unbedingt nötig. Jeden Morgen zum Rasieren einen halben Liter Wasser unnötig erhitzt, bringt auch in zwei Monaten schon einen Mehrverbrauch von einem Kubikmeter Gas mit sich,

nie die Kochflamme ungenutzt brennen läßt; denn in einer Minute würde die gleiche Gasmenge ver­schwendet fein, die man zur Herstellung von einem Schuß Jnfanteriemunition braucht. Darum die Vor­bereitungen zum Essenkochen abschließen, ehe man die Gasflamme entzündet,

am Durchlauferhitzer die Zündflamme mir dann brennen läßt, wenn das Gerät wirklich benutzt wird; nachts aber z. B. nur, wenn im sehr kalten Winter Frostgefahr besteht.

Marktumschau für die Hausfrau.

Wie in den Dorweibnachtstagen, ist auch jetzt zwischen den Jahren" die Lage auf dem Gemüse- markt im wesentlichen gleich geblieben. Hier und ba ist in beschränkter Menge Rosenkohl verteilt worden, die feinste der Kohlarten; da. ober bort kann auch noch jemanb etwas bavon aus feinem Garten holen. Aber die Ernte an Rosenkohl war dieses Jahr nicht groß: Trockenheit unb Raupen haben viel Schaden gemacht. Also müssen wir uns in der Hauptsache schon an die härteren unb derbe« ren Kohlgemüse halten. Es gibt aber reichlich Wir­sing, ber sich von ber Hausfrau leicht ganz ähnlich wie Rosenkohl zubereiten läßt, außerbem aber auch noch auf vielfache andere Art. Der Grünkohl (Braunkohl, Winterkohl) darf in manchen deutschen Gegenden nicht auf dem weihnachtlichen Speise« zettel fehlen; warum sollte also nicht auch ein gutes Silvester- ober Neujahrsessen bavon zu machen sein? Wir können zwar nicht soviel' Fett an ihn wenden wie im Frieden, aber er schmeckt doch immet noch sehr gut. Weißkohl kann man, zur feiere täglichen oder sonntäglichen Abwechslung, auch eht« mal als Fülle für eine Pastete, einen Strudel oder anderes Gebäck verwenden; man muß ihn dazu fein schneiden oder wiegen, mit ein wenig Fett an­dämpfen und mit Paprika kräftig würzen. Rot­kohl sollte von Zeit zu Zeit auch einmal roh, als Salat, gegeßen werben. Etwas Kümmel zur Salat­soße erhöht bie Bekömmlichkeit sehr.

Die Hausfrau muß es gerabe jetzt überhaupt als ihre Pflicht ansehen, immer etwas rohesGrünes" auf ben Tisch zu bringen: wir leben in der vitamin- ärmsten Zeit des Jahres unb sind für jebe Zufuhr an Vitaminen bankbar. Feldsalat, Brunnen- treffe und Gartenkresse müssen daher bei jeder Gelegenheit ausgenützt werden.

Die Kohlrüben (Erdkohlraben) sind an ihrem bösen Ruf, den sie bei den Aelteren von uns haben, ganz unb gar unschulbig. Sie schmecken in der Art der Teltower Rübchen, o. h. mit etwas gebräuntem Zucker zubereitet, sehr gut unb sind zu ben Kar-, toffeln ein vortreffliches Gemüse. Nur als Kar­toffelersatz, wie im Winter 1916/17, eignen sie sich freilich nicht. Wieviel besser geht es uns überhaupt heute!

Ein ganz ausgezeichnetes Gemüse ergeben bie weißen Rüben. Vor allem mit Hammelfleisch zusammengekocht sind sie eine Bereicherung unserer Küche, bie wir auch in Zeiten einer reicheren Ge­müseauswahl nicht vergessen sollten.

Wichtig für Betriebsführer.

Nach ber zweiten Lohnabzugsverorbnung sinb in ber Invalidenversicherung vom 29. Juni 1942 ab, und in der Angestelltenversicherung vom 1. Juli 1942 ab für versicherunaspflichtige Gefolgschaftsmitglieber regelmäßig keine Beitragsmarken mehr zu verwen­den. Dafür hat ber Arbeitgeber eine Bescheinigung ousAufteUen. In biefe sind nach Beendigung des Be« chäftigunasverhältnisses, spätestens aber nach Ab­lauf des Kalenberjahres, einzutragen: 1. bie Zeit, m der ber Arbeitgeber den Versicherten in diesem Ka« lenderjahr beschäftigt hat; 2. ber gesamte Entgelt, den ber Versicherte in dieser Zeit von dem Arbeit^ geber erhalten hat.

Alle Arbeitgeber haben daher nach dem 31. De­zember 1942 diese Eintragungen vorzunehmen. Um den vorzeitigen Umtausch der Karten alten Musters zu vermeiden, haben die Bescheinigungen, soweit richt bereits neue Karten ausgestellt sind, auf be- onberen Einlagezetteln zu erfolgen, die bei den Ausgabestellen erhältlich sind. Die alten Karten dürfen vor Ablauf der gesetzlichen Hmtauschfrift von drei Jahren erst umgetauscht werden, wenn auf dem Einlagezettel für Eintragungen kein Raum mehr ist. Die jetzt vorzunehmenben Eintragungen haben sich auf bie Beschäftigungszeiten und Entgelte vom 29. Juni 1942 ab in der Jnvalibenversicherung und vom 1. Juli 1942 ab in ber Angestelltenversicherung zu beschränken, weil für bie Zeiten vorher die Bei­träge noch burch Derwenbung von Marken entrichtet mb.

Die Beschäftigungszeiten sinb genau einzutragen. Unterbrechungen ber Beschäftigung sinb nur einzu- tragen, wenn fein Entgelt weitergezahlt würbe unb wenn sie mindestens eine Kalenderwoche bei Jn- validenversicherungspflichtigen, mindestens einen Ka- lenbermonat bei Angestelltenversicherungspflichtigen betragen haben. Zum Entgelt gehören beispielsweise auch die Familienzuschläge, Gewinnanteile, Weih- nachtszuwenbungen, bie Ausfallvergütungen nach ber Derorbnunq vom 16.12.1942, ber Wert für reie Station, Wohnung ober Kost sowie Ueberftun» benoergühingen, diese jeboch ohne bie sog. Mehr- arbeitszuschüfse. Für bie Sachbezüge ist ber amtlich estgesetzte Wert einzusetzen. Eiserne Sparbeträge inb vom Entgelt nicht abzusetzen, obwohl sie kein »eitragspstichtiger Entgelt sind. Die Eintragungen inb möglichst umgehend am Jahresbeginn vorzu­nehmen, damit den Versicherten keine Nachteile ent- tehen.

Verbunkelungszelk:

81. Dezember von 17.17 bis 8.03 Uhr.

1. Januar von 17.17 bis 8.03 Uhr.

* Mehrlei stungen in der Kranken« Versicherung betrifft eine Bekanntmachung beö Allgemeinen Ortskrankenkasse für Stabt- unb ßanfej

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