Nach der Rede Ribbentrops
Brennstoff versorgt würden. Es sei vielmehr anzunehmen, daß sich die Stützpunkte in Frankreich befänden.
4-Milliarden-Oottar-Anleihe der LlSA.
Zürich, 29. Sept. (Europapreß.) Der USA- Finanzminister Morgenthau hat bekanntgegeben, daß das Finanzdepartement im Oktober eine Anleihe in Höhe von 4 Milliarden Dollar auflegen werde. Es handle sich um die größte finanzielle Transaktion seit dem ersten Weltkrieg. Die Schulden der USA.-Regierung erreichten die Höhe von 90 Milliarde^ Dollar. Das ist mehr als das Doppelte von 1940, als die USA. sich aktiv au: den Krieg vorzubereiten begannen. Die Staats-
Schwere Kämpfe im Waldgebirge des Kaukasus und im Raum von Tuapse.
Oie Handelsschiffahrt der LlSA.
L i s s a b o n , 29. September. (DNB.) „Diario da Manha" schreibt, 1922 habe die amerikanische Handelsflotte ihre größte Stärke mit 14 738 506 BRT. erreicht. Hinzu muffe man noch 2 947 690 BRT. für die Binnenschiffahrt rechnen. Diese Handelstonnage habe 1939 nur noch 9 336155 BRT. für die Seeschiffahrt und 2 538 229 BRT. für die Binnenschifffahrt betragen. 49 v. H. der Schiffe seien über 20 Jahre alt und 35 v. H. zwischen 15 und 20 Jahren. Im ersten Jahre des Krieges sei die Handelsflotte weiter zurückgegangen. Schiffsverkäufe an das Ausland hätten über eine Million BRT. betragen, während die Neubauten sehr gering waren. So habe die amerikanische Flotte am 31. Dezember 1940 an Schiffen von über 1000 BRT. nur noch 7 279 000 BRT. besessen einschl. 4 071000 BRT. für die Küstenschiffahrt. Wie groß die Handelstonnage am 31. 12. 1941 gewesen sei, habe man nicht ermitteln können. Die Versenkungen an der amerikanischen Atlantiktüste, im Golf von Mexiko und im Karibischen Meer haben die nordamerikanische Regierung gezwungen, die Küsten- und Binnenschiffahrt für den Ueberseeverkehr einzusetzen. Unter den Versenkungen leide besonders die Tanker- flotte, der Mangel an diesen Spezialschiffen habe sich durch die dauernden Versenkungen noch weiter verschärft. Kürzlich habe der Präsident der Schiffsbauvereinigung erklärt, daß die Werften Aufträge abwickeln, die den Liefertermin schon längst überschritten hätten. In den Häfen Nord- und Süd
amerikas lägen große Warenmengen, die aus Schiffsraummangel nicht befördert werden könnten. Um diesen Zustand abzuwenden, beabsichtige man, alle südamerikanischen Straßen zu benutzen, die an das nordamerikanische Straßennetz Anschluß finden.
Knox in Brasilien.
Madrid, 30. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der USA. - Marineminister Knox traf in Rio de Janeiro ein. Der Presse erklärte er, er sei gekommen, um die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Brasilien zu fördern. Zum U-Boot-Krieg im Atlantik meinte Knox, daß die Achsen-U-Boote wahrscheinlich weder auf der Insel Martinique noch in Französisch-Guayana mit
Die große Rede des Reichsaußenministers hat in der Welt ein ungewöhnliches Echo gesunden. Die Kommentare besagen im allgemeinen, daß die Dreierpaktmächte mit dieser Rede eine „Inventur ihrer Siegeschancen" gemacht haben, deren überzeugender Wirkung sich niemand so leicht zu entziehen vermag. Im feindlichen Ausland ist die Verlegenheit gegenüber dem deutschen Rechenschaftsbericht um so größer, als auch hier sich memand der verblüffenden Feststellung erwehren kann, daß We7- dell Willkie die Lage der Sowjetunion am gleichen Tage nahezu gleichlautend mit dem Reichsaußenminister beurteilte. Die „Times" bemerkt spöttisch, Willkie habe ,-als unparteiischer Zeuge einen zeitgemäßen Dienst geleistet". Auch Willkies Ueber- zeugung, daß es für die Engländer und Amerikaner besser sei, die Zeit als Feind denn als Verbündeten zu behandeln, ist mit der Feststellung Ribbentrops, daß die Zeit heute für die Drelerpaktrnächte arbeite, identisch. Aber der geschwätzige Amerikaner ist bereits Gegenstand scharfer Angriffe. „New York Herald Tribüne" schreibt, Willkie dürfe der Strategie nicht durch Massenversammlungen Forderungen stellen. Eine Agitation der Oeffentlichkeit, um die Soldaten gegen besseres Wissen zu Aktionen an- zustacheln, würde eine Katastrophe erster Ordnung bedeuten.
Besonders peinlich hat in den amerikanischen militärischen Kreisen die Erklärung Willkies berührt, „daß die militärischen Führer von der Oeffentlicb- keit ein wenig gestoßen werden müßten'. Man ist in diesen Kreisen der Meinung, daß Willkie weder der politischen noch der militärischen Führung der USA. einen Dienst erwiesen habe. Man sieht neue Differenzen mit Moskau voraus, falls der amerikanische und britische Generalstab zu der Fest- stellung kommen sollte, daß die Errichtung der „zweiten Front" in kürzester Frist nicht durchführbar sei. In diesem Zusammenhang ist eine Neu- yorker Meldung interessant, in der es heißt, „daß Deutschland bisher nur deshalb nicht angegriffen wurde, weil Großbritannien trotz des Höchsteinsatzes aller verfügbaren Männer und Frauen zwischen 18 und 50 Jahren auf den britischen. Inseln nicht über genügend Truppen, Ausrüstung und Transportmittel verfügt, um die Kräfte mit Erfolg angreifen
wende der europäischen Geschichte und der Weltgeschichte überhaupt stehen, wo slch der Zukunftsaufbau oirf Jahrhunderte vollzieht, und wo alles, was ohne unser Mitwirken sich ereignen würde, zu um serm Schaden sein würde, läuft Frankreich nur durch die Fehler einiger Hirnverbrannter die Gefahr, seiner Nation, die an dem großen Aufbauwerk den größten Anteil haben sollte, das Ansehen zu geben, als bleibe dieses Land unversönlich feindlich eingestellt und ein ständiges Gärungsmittel der Zersetzung."
„Für die Bevölkerung würde eine Nichtbeteiligung Frankreichs an den Aufbauarbeiten eine Katastrophe bedeuten. Es ist unbedingt erforderlich, daß es ebenso wie feine Führer alles tut, um mit Würde und Stolz an diesem Aufbau mitzuarbei t en .. Es geht um Frankreichs Stellung im zukünftigen Europa, und da heißt es, keine Zeit zu verlieren, denn die Ereignisse laufen schnell. Diejenigen, die heute noch nicht erkannt haben, daß für uns trotz der furchtbaren Niederlage aussichtsreiche Möglichkeiten geschaffen worden find, die uns Ruhe, Ordnung und Gleichgewicht verschaffen und uns erlauben, aus den Trümmern neues Leben erstehen zu lassen und hoffnungsvoll an die Zukunft zu denken, die unsere notwendig gewordene Niederlage 1 nicht einsehen wollen und sich unserem Siege entgegenstellen, müssen unschädlich gemacht werden. Nur der Glaube an ein herrliches Ä o l o - nialreich erhält uns noch aufrecht und verpflichtet uns zur Arbeit für dieses Land, das wir aus den Fesseln der Querköpfe und Politiker befreien müfsen, die es in ihrem Antikolonialismus an der erforderlichen Treuss fehlen lassen."
England heißt es weiter, habe das größte Interesse daran, Frankreichs überseeische Besitzungen zu erlangen und gebe sich darum die größte Mühe, Frankreich gegen den Sieger aufzustacheln. England hoffe, den Krieg so lange hinziehen zu können, bis es zu einem Frieden der Unterhandlung tarne, und dann wolle es das französische Kolonialreich o l s „W e ch s e l g e l d" benutzen! „Ohne unser Empire sind wir nicht mehr viel, ohne unsere Gefangenen sind wir gar nichts mehr. Wenn mir das eine zerschlagen und die Rückkehr des andern durch Aufrechterhaltung einer revolutionären Haltung hinauszögern, so läßt uns England in eine tödliche Gefahr laufen." , . n L f,f.
Sowohl im Vorwort als auch bet Labat selbst finden sich Hinweise genug auf die immer noch fortdauernden Bemühungen Englands, die Franzosen zum mindesten in der Stellung passiven Abwartens festzuhalten, und es wird auch nicht verschwiegen, daß die Predigt von der „Unversöhnlichkeit gegem über dem Sieger" bei gewissen Elementen noch Boden findet. Gegen diese richtet sich der Satz: „Ein in Zerfall geratenes Frankreich, das, erbittert und mürrisch, von Vergeltung träumt, wird Deutschland zu weiteren Zwangsmaßnahmen zwingen und ein gefährliches Beispiel für die andern Nationen sein.
Berlin, 29.Sept. (DNB.) Im Kaukasus haben die Bolschewisten es verstanden, die natürlichen Hindernisse, die das schluchtenreiche Bergland und die mit dichtem Unterholz durchsetzten Urwälder bieten, au einem starken System von Feldstellungen und Stützpunkten ausAubauen, das sie mit immer wieder neu in den Kampf geworfenen Reserven verbissen verteidig en. Oft müssen Infanterie und Pioniere ihre Angriffe durchführen, ohne das Nachziehen der schweren Waffen abwarten zu können, so daß diese Gebirgskämpfe an die deutschen Truppen außerordentliche Anforderungen stellen. Dennoch macht im Nordwestteil des Kaukasus der Angriff durch das mit starken feindlichen Stellungen durchsetzte Kampfgelände weitere Fortschritte. Dabei stürmten am 28. 9. deutsche Jäger sogar 74 bol- schewistische Kampfstände. Ein junger Leutnant riß feine Jäger immer wieder vorwärts, bis die Bunkerstellungen durchstoßen und aufgerollt waren. Ein Infanterie-Regiment erstürmte eine schwer befestigte, durch Stützpunkte verstärkte Kampfstellung, die zur
zu können, von denen man weiß, daß Deutschland sie in Westeuropa stehen hat". Auch die Vereinigten Staaten hätten während der ersten Monate ihrer Teilnahme am Krieg nicht genügend Kampftruppen oder Transportmittel nach England schaffen können, um eine erfolgreiche Invasion unternehmen zu können. Eine Invasion aber, die zum Scheitern verurteilt wäre, bevor sie noch begonnen habe, oder eine Invasion, der die nötige Kraft fehle, um Hitler zu zwingen, 30 oder 40 Divisionen von Rußland abzuziehen, würde für die Sowjets keine wirkliche Hilfe bedeuten. — Wendel! Willkie aber, von Stalin und von seinen eigenen Beobachtungen in Moskau unter Druck gesetzt, hat den Sowjets die Errichtung der „zweiten Front" in kürzester Frist zugesagt.
In Moskau wahrscheinlich besonders willkommen ist die Anregung des amerikanischen Erzbischofs Spellman, die Amerikaner sollten lieber „eine zweite Front des Gebetes" errichten. Ohne Zweifel wäre dies die billigste Art für die Eygländer und Amerikaner, sich den Verpflichtungen gegenüber dem bolschewistischen Verbündeten zu entledigen. Daß die Amerikaner auch sonst nach Ausflüchten suchen, um sich den Anklagen Moskaus zu entziehen, zeigt eine Reihe amerikanischer Zeitschriften. „Harpers Magazine" behauptet, die Sowjetunion habe der Atlantik-Charta nur zugestimmt, um sich aus der gegenwärtigen Krise zu retten. Wenn der Krieg mit einem bolschewistischen Siege endete, würde sich Stalin niemals an seine „Verbeugungen vor der Phraseologie der Atlantik-Charta" halten. Er würde dann als Minimum die Grenzen der Sowjetunion von 1941 verlangen. Auch dort aber würden die bolschewistischen Armeen nicht Halt machen; Polen, die Tscheche! und der Balkan mürben Moskau unterstellt werden, und es wäre ein Irrsinn, zu glauben, daß die Engländer und Amerikaner dann noch imstande wären, die russische Expansion zu kontrollieren. — Etwas anderes ist auch von deutscher Seite nie gesagt worden. In jedem Falle bestätigt die amerikanische Zeitschrift das Vorhandensein von Gcheim- klauseln zum englisch-sowjetischen Bündnisvertrag, in dem die von ihm zitierten bolschewistischen Forderungen niedergelegt und von den Engländern anerkannt wurden.
Ringsumoerteibigung terrassenförmig auf einer Höhenkuppe angelegt war. Im Hochgebirge durchbrachen Gebirgsjäger mehrere tiefgegliederte Verteidigungsstellungen und sprengten Bunker und Kampfstände.
Im Raum von Tuapse hatte Infanterie mehrere Höhenstellungen sowie ein festungsartig ausgebautes Fabrikgebäude gestürmt. Die Bolschewisten versuchten in verzweifelten Gegenangriffen die verlorenen Stellungen zurückzugewinnen. Umsonst warf der Feind von Mitternacht bis zum Morgengrauen seine Bataillone in den Kampf. Vergeblich belegten Feldartillerie, Schiffsgeschühe und Küstenbatterien des Feindes die deutschen Stellungen mit schwerem Feuer. In erbitterten Nahkämpfen brachen alle Angriffe der Bolschewisten zusammen.
Am Terek durchbrachen Panzerverbände eine stark befestigte Verteidigungsstellung. Infanterie gewann in schweren Wawkämpfen um einen beherr- schenden Höhenkamm weiter an Boden.
schulden wuchsen seit Beginn dieses Finanzjahre? ll.Juli) monatlich um vier Milliarden Dollar an.
Auch Südamerika krankt am Tonnagemangel.
B u e n o s A i r e s, 29. Sept. (Europapreß.) Nel- on Rocke feiler, Roosevelts Beauftragter zur Koordinierung der interamerikanischen Beziehungen, ist von seiner Südamerikareise nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Er erklärte in Miami, daß das Grundproblem aller von ihm besuchten lateinamerikanischen Länder der Mangel an Schiffstonnage sei.
Ein Achtel der Erdbewohner sind Großstädter.
Zürich, 29. Sept. (Europapreß.) Obwohl schon feit längerer Zeit Anstrengungen gemacht werden, der Landflucht mit allen Mitteln zu wehren, vermehren sich- die Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern fortwährend. Vor etwa zehn Jahren rechnete man mit 400 Großstädten, nach den letzten Ermittlungen sind es bereits deren 700. Etwa 300 Großstädte liegen t n Europa. Amerika hat nur 155, Asien dagegen 215, Afrika nur 20 und Australien 10 Städte, die mehr als 100 000 Einwohner zählen. Die meisten Großstädte in Europa besitzt Deutschland mit 69, dann folgen die Sowjetunion mit 65, Großbritannien und Irland mit 58, Italien mit 24, Frankreich mit 17 und Spanien mit 11 Großstädten. Die größte Zahl der Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern weisen die Vereinigten Staaten mit 92 auf. China hat 50, Brasilien 10 Großstädte.
Von den 253 Millionen, die die Großstädte füllen, entfällt fast d i e Hälfte auf Europa. Kein Erdteil aber hat seine Bewohner so stark auf die Großstadt konzentriert wie Australien, dort lebt meyr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung in Großstädten, während der Anteil der Großstädte in Amerika und Europa nur etwa ein Fünftel der gesamten Bevölkerung beträgt. Wendet man sich einzelnen Ländern zu, so sieht man allerdings eine wesentlich stärkere Zusammenballung der Bevölkerung in Großstädten, wie z. B. in Großbritannien, dort wohnen 45,3 v. H. der Einwohner in großen Städten.
Vor zehn Jahren zählte man rund 20 SB eit» städte, d. h. Städte mit einer Million und mehr Einwohnern, heute rechnet man bereits mit 39, die zusammen 93 Millionen oder 4,3 v. H. der gesamten Erdbevölkerung umfassen. Europa hat an den Millionenstädten den größten Anteil; auf seinem Boden stehen 15 Weltstädte. Dann kommt, nicht wie man erwarten könnte, Amerika, sondern Asien mit 11, dicht dahinter allerdings die Vereinigten Staaten mit 10, Australien mit 2, Afrika mit einer einzigen Millionenstadt. Trotzdem leben von den rund zwei Milliarden Menschen, die die Erde bevölkern, immer noch etwa 85 v. H. nicht in Groß- oder Weltstädten.
Aus dem Reich, planmäßige Anstellung der Volksschullehrer.
Die Lehramtsanwärter der Volksschulen können schon nach halbjähriger außerplanmäßiger Schuldienstzeit planmäßig angestellt werden, wenn ihr Verhalten einwandfrei und ihre Leistungen besonders gut beurteilt sind. Wer jedoch weder Arbeits-, noch Wehrdienst ableistete, kann frühestens nach außerplanmäßiger Dienstzeit von drei Jahren planmäßig angestellt werden.
AuSmielung der Dienststellen aus Wohnungen.
Die Schwierigkeiten auf dem Wohnungsgebiet haben zu dem Verbot der Zweckentfremdung von Wohnungen geführt. Der Reichsarbeitsminister hat angeordnet, daß Ausnahmen vom Umwandlungsverbot nicht erteilt werden, auch nicht, wenn erhebliche Aufwendungen wie Ankauf eines Hauses erfolgt sind. Zur Freimachung bereits jetzt zweck- entfremdeter Wohnungen hat der Minister die Gemeinden angewiesen, zunächst die Freimachung der im Altreich seit dem 20. April 1936 zweckentfremdeten Wohnungen zu betreiben. . Die Freimachung erfolgt zunächst nur, wenn Behörden ober sonstige öffentliche Dienststellen, die NSDAP., ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände den Wohnraum für andere als Wohnzwecke benutzen. Dagegen ist die Freimachung von
Heise zu den Liliputanern.
Von Bruno H. Bürgel.
Ich bin auf einer Reise durch weite, weite Bergwälder, die völlig menschenleer und voll schweigender Einsamkeit waren, wieder einmal mit der oft und von vielen Seiten ausgesprochenen Tatsache bewußt geworden, daß die Erde eigentlich nicht den Menschen gehört, sondern den Ameisen. Fast an lebcm Baum sah man da die zuweilen einen Metex hohen braunen Ameifenstaaten, in denen ein ge* fchäftiges Gewimmel herrschte vom frühesten Morgen bis in die sinkende Nacht, und alle Flächen, Wege, Stege dieser Bergwälder wimmelten von den kleinen, schwarzbraunen, geschäftigen Leuten, die da mit großer Ernsthaftigkeit und Emsigkeit am Werk waren. Der Mensch macht nur einen großen Trara, die Ameisen sind still, aber von einem unerhörten Fleiß, einer durch nichts abzulenkenden Folgerichtigkeit in ihrem Werk, und in ihren Staaten ist eine Ordnung, eine Gesetzmäßigkeit, ein Sozialsinn, der jeden überrascht, der sich einmal eingehender mit diesem nächst dem Menschen klügsten Geschöpf der Erde befaßt hat. Kein Wunder, daß es seit den Tagen der Bibel Leute gegeben hat und gibt, die die Erforschung der Ameisenwelt und der 'Natur dieses eigenartigen Wesens ein Leben gewidmet haben, ohne daß es bisher gelungen ist, die letzten Rätsel zu lösen, etwa die Frage "zu beantworten, ob die Ameisen denken können, wie die Menschen, ober ob sie einfach angeborenen Trieben folgen, die sie zwingen, so und nicht anders zu handeln.
Gewiß, Städte mit elektrischer Beleuchtung, Warmwasserheizung, Warenhäusern, Zeitungen haben sie nicht, und alle unsere anderen technischen Errungenschaften sind ihnen fremd, aber seit wann besitzt denn der Mensch das alles, und gibt es nicht heute noch ungeheure Erdstriche mit einer sehr primitiv lebenden Bevölkerung? Der Ameisenstaat ist eine Gemeinschaft klarster, naturhaftester Nütz- lickkeit und Zweckmäßigkeit, in der einer für alle, alle für einen arbeiten, nach undurchbrechbarem Gesetz. Einer der bedeutendsten Ameisenforscher sagt einmal, daß in diesen Staaten die soziale Frage restlos gelöst ist; da gibt cs keine Bevorrechteten, keine Tagediebe, keine Prasser und keine Hungerer. Innerhalb eines solchen Staates gibt es keine
Kämpfe, wohl aber werden zuweilen Kriege aus- gefochten gegen Nachbarstaaten, die irgendwie in die Lebensnotwendigkeiten des anderen Staates ein« brechen, etwa indem sie allzu nahe rücken, die Ernährungsfrage komplizieren.
Man kann in dieser kurzen Betrachtung nicht die ganz erstaunlichen Einzelheiten des Ameisenlebens barlegen, die auch ernsthafte Forscher oft dazu bewogen haben, sich die Frage vorzulegen, ob diese kleinen Mitbewohner der großen Erdkugel Äer- ftanb haben wie wir, aber wenn wir hören, daß z. B. die Regelung der Nachkommenschaft da abhängig gemacht wird von der Menge der zur Verfügung stehende Nahrung, wenn wir erfahren, daß einander bekämpfende Ameisenvölker zuweilen plötzlich so etwas wie einen Waffenstillstand einsteten lassen, wenn sie sehen, daß beide Parteien gleich stark sind, eine Entscheidung nicht herbeigeführt werden kann, und daß man dann (jeder Staat den anderen respektierend) so etwas wie Grenzen zieht und friedlich nebeneinanderlebt, so läßt das aufhorchen. Es gibt Ameisenvölker, die eine Art Landwirtschaft ober Gartenwirtschaft treiben, indem sie unter der Erde Pilzgärten anlegen, und daß sie Blattläuse und andere Geschöpfe als „Milchkühe" halten, ist allgemein bekannt, ja, sie betreuen diese Tiere (die einen süßlichen Saft ausscheiden, der den Ameisen so willkommen ist wie etwa uns ein Schälchen Honig), wie der Mensch seine Herden betreut, und schützen sie gegen ihre Feinde.
Tausende von Ameisenburgen habe ich in jenem Gebirgstal angetroffen; sie waren immer sorgfältig am Fuße eines hohen Baumes angelegt, und zwar ausnahmslos nach der Südseite, der Seite, die die längste und größte Sonnenbestrahlung bringt; das Blätterdach des Baumes schützt den Bau vor allzu starker Beregnung. Ringsum und weithinaus Heere von geschäftigen Arbeitern, die alles mögliche herbeischleppten. Schaffen sie einen schwereren Gegenstand nicht allein, so benachrichtigen sie in der Nähe befindliche Mitbürger ihres Staates. Abermals ein Rätsel! Mit dem Vergrößerungsglas sieht man, daß sie mit den Fühlern dem Gefährten verschieden viele, verschieden schnelle und kräftige Zeichen geben, die einmal der Jnstzktenfvrscher Sajo mit der Trommelsprache der Neger oder mit den Morsezeichen der Telegraphisten vergleicht. Hier haben
wir die Sprache, die Verständigung der interessanten kleinen Geschöpfe, und die nähere Beobachtung beweist, daß sehr verschiedenartige Bedürfnisse oder Wahrnehmungen so mitgeteilt werden können. Ich habe einmal eine grobe und oberflächliche Abschätzung gemacht, wie viele Ameisen in diesem einen einzigen Gebirgstal, das ich da mehrfach durchwanderte, vorhanden sind; ich kam auf 1200 Millionen. Auf der ganzen Erde gibt es nach den neuesten Statistiken 2200 Millionen Menschen! In den drei Gebirgstälern dieser kleinen Landschaft sind demnach sicher so viele Ameisen wohnhaft, wie dieser ganze große Planet Menschen beherbergt.
Forscher erzählen, daß einige Gegenden Südamerikas und Afrikas ausschließlich den Ameisen gehören, daß Ansiedlungen da unmöglich sind, und in manchen Bezirken auch sehr wenig andere Tiere angetroffen werden. „Unser Land" — sagte einmal der Präsident eines südamerikanischen Staates „gehört eigentlich gar nicht uns, sondern den Ameisen!" Wirklich, bei einem Streit, wer da der Eindringling sei, könnten sich die Ameisen darauf berufen, daß sie „schon immer dagewesen seien", während der Mensch erst später kam. Ameisen sind schon in den Gesteinen der Jurazeit, also vor annähernd 150 Millionen Jahren nachgewiesen, der Mensch aber tritt vor etwa einer Million Jahren aus dem Dunkel des Unbekannten in die Erdgeschichte ein.
Wie die Menschen der verschiedenen Rassen und Nationen ihre charakterlichen Unterschiede und Eigentümlichkeiten der Lebensführung haben, so auch die verschiedenen Ameisen-Arten, Bauten, Nester, Nahrungsmittel, allgemeines Verhalten weichen voneinander ab. Es gibt auch da tolle Räuber, die ein bequemes Leben zu führen wünschen und sich Sklaven hatten, die alle Arbeiten zu verrichten haben. Diese Sklaven aber nehmen sie nun nicht aus dem eigenen Stamm, nein, sie überfallen mit einer wohlgeordneten Armee eine andere Ameisenart, um deren Nachwuchs, die im Bau wohluntergebrachten „Puppen", zu rauben, die sie dann sorgfältig betreuen, bis die Entwicklung vollendet ist und die herangewachsenen Jungen als Sklaven in den Staaten der Räuber werkeln müssen. Das sind Tragödien im Ameisenleben! Die Raub- ritterarmee rückt geräuschlos und blitzschnell an, bringt in das frembe Nest ein; dessen Torwächter signalisieren aufgeregt die Gefahr, die „2lrheiter"
stürzen zu den Puppen, um sie in Sicherheit zu bringen, die „Soldaten" (sie haben riesige Köpfe und mächtige Kieferzangen) bringen mit einem unerhörten Mut und völliger Todesverachtung auf die fremden Schufte und Schurken, und es gibt tolle Kämpfe; aber immerhin ist die Beute der abziehenden Sklavenjäger oft recht beträchtlich. Ja, auch in dieser Wett ist nicht eitel Sonnenschein, aber im allgemeinen sind die Ameisen unter sich von rührender Kameradschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft; sie helfen einander, wo sie können, und nicht selten sieht man einen der kleinen braunen Wichte einen anderen, der sich verletzt hat, über weite Strecken heimtragen ins gemeinsame Heimatnest.
Oer »Königssprung- der Germanen.
Der römische Schriftsteller Florus spricht mit Bewunderung von dem „Königssprung" des Teutonenkönigs Teutvbud, den dieser über sechs Pferde ausführre. Eine solche Leistung schien ungeheuerlich, und besonders hielt man es für unmöglich, baß es sich hierbei um einen Freisprung gehandelt haben könnte. Auch bie Untersuchungen der gleichen Leistung durch moderne ©portier ergaben, daß der „Königssprung" ohne technische Hilfe, das Federbrett, noch nicht ausgeführt worden ist. In den Monatsheften „Germanien" wird nun auf einen von Dr. Stemmermann geführten Nachweis aufmerksam gemacht, der erklärt, wie der Sprung des Teutonenkönigs eine zwar außergewöhnliche Leistung darstellte, aber doch durchaus ausführbar war. Im Hochweitsprung wurde innerhalb der Deutschen Turnerschaft 1926 im Absprung von ebener Erde eine Höchstleistung von 1,60 m und eine Länge von 3,20 m erreicht. Darauf ermittelte Dr. Stemmer* mann durch Messungen sowohl am „Hallenser Reiter" als auch an lebenden Urwildpferden die durchschnittliche Hohe von 1,17 m und eine Breite von 53 bis 54 cm der germanischen Pferde bie sich von unseren heutigen Pferden erheblich unterschieden. Durch Einrechnung eines gewissen Abstandes zwischen den sechs Pferden ergab sich ein Hi-nderniS, das sich genau in die aus den Zahlen des Hochwertsprunges, durch den deutschen Turner erreichte Sprungparabel einfügt. Der ohne technische Mittel ausgeführte Sprung des Turners würde tifo den Anforderungen des germanischen Köniqssprumres durchaus entsprochen haben. C.K.
; Mo
mit
itiitf*
liit 81
m. oeri ftp;6 r holz, Mll - -tztlkotu
Mung Meriü Hanni- < r Me r lirten w Sttein
’iiiu ® rii* ganten c
mt2Irt |(« Sufi i-iW |M
5ir 8» lillS - [rtj des »ck & Sami k Spitze
ADem j iiöentenfi n) der je iiuropa st' -icknteH liSieichss j nuerfität
Ku
drosch merfität tOrbina
Eiling i vzdes in e-imorb«
st an b
:2m 30. i der M vrg Dc L Peter- tidelberg me er fi Mich II Arme Mzinisch irenmitgl Mr 1 hitiar d 176. Lc n Kelter leerte k intoniert Äckerwc
bet Msitiit k Orbim
■NW.
1877 Vierte ktius.
“Itn s
Mi
Ar
Nbe W Si S ll[J hatte als h
Mfioj
S'M li‘ ?*» fein
3j JW si
1 «' Ojf


