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Mittwoch. ZO.September |942
Gießener Anzeiger
1-2. Jahrgang Nr. 230
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vrühlsche UniverfttStrdruckerei L Lange General-Anzeiger für Oberhessen
Heute spricht der Führer
Der Führer sprach zu jungen Offizieren
17 Uhr
In USA. und England wird man sich der letzten Sondermeldung des deutschen mandos jener Worte des Führers vor
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Berlin. 30. Sept (DBB. Aunkspruch.) Anläßlich der Eröffnung des Kriegs-Winterhilfswerkes 1 9 4 2/43 spricht der Führer heute abend um IS Uhr in einer Kundgebung der NSDAP. Reichsminister Dr. Goebbels wird zu Beginn der Kundgebung den Rechenschaftsbericht über das Kriegs-Winter- hilfswerk des vergangenen Zahres erstatten. Die Veranstaltung wird auf alle Sender übertragen. Eine w iederholung der Uebertragung findet heute abend um 20.15 Uhr statt.
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wieder eingesetzt. Wir hatten auf der ganzen Fahrt, auch in den kleinsten Orten, Gelegenheit, die außergewöhnliche musikalische und tänzerische Begabung dieser Menschen kennenzulernen.
Eine Fahrt durch den Hafen auf erbeuteten russischen Motorbooten zeigt uns zwar hier und da eine zerstörte Mole, hinterläßt aber im großen und ganzen den Eindruck, daß die Bolschewisten in der Eile ihres Abzuges nicht alles zerstören konnten, was sie wollten, so wie auch die Oper unversehrt blieb, weil das Personal die Zündschnüre durchgeschnitten hatte. Die im Hafen versenkten Schiffe liegen fo flach auf dem Grund, daß sie alle wieder gehoben werden können. Im übrigen pulsiert das Leben bereits stärker. Eine große Anzahl von Fabriken ist wieder in Gang gebracht, und die große Zigarettenfabrik produziert bereits eine Million Zigaretten täglich.
BeispielhafteOpferfreudigkeitderFront
Der Aufruf des Führers zum 4. Kriegs-Winterhilfswerk hat bei der Wehrmacht begeisterten Widerhall gefunden. Ein Beispiel besonderer Opferfreudigkeit gab das Infanterieregiment 519, das feit fast 15 Monaten im Einsatz im Osten steht und an einem Sammeltage das Ergebnis von 53 124,60 RM. erreichte. Die lange Liste der Spenden zeigt fast nur Beträge von 100 bis 1000 RM. Der Kommandeur hat in einem Tagesbefehl seinen Männern Dank und Anerkennung „für dieses beispielhafte Bekenntnis zur Kameradschaft innerhalb des Regiments und darüber hinaus zur Verbundenheit mit der Heimat" ausgesprochen. Die Heimat findet in diesen Worten das gesagt, was sie den Männern zurufen möchte, die täglich bereit sind, Opfer an Gesundheit und Leben zu bringen und es sich darüber hinaus noch zur Ehre anrechnen, im großen Wettbewerb der Opferfreudiakeit an ersten Stelle zu stehen.
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12 000 junge Offiziere und Offiziersanwärter füllten — wie schon gemeldet — den Berliner Sportpalast, als der Führer in einer mitreißenden Rede die jungen Soldaten auf die hohen Pflichten des Offiziers hinwies, seine unbedingte Siegesgewißheit und sein festes Vertrauen auf die Kampfkraft der deutschen Wehrmacht betonte. — Auf unserem Bild begrüßt der F ü h r e r bei seinem (Eintreffen im Sportpalast die Generalfeldmarschälle Keitel und Milch sowie Reichsführer ff Himmler.
(Scherl-Bilderdienst- sHeinrich Hoffmann-j M.)
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Unser Bukarester Korrespondent gibt Ein- i drücke von einer Reise, die einige in Bukarest ' akkredierte ausländische Diplomaten und i Pressevertreter auf Einladung der rumänischen Regierung in das unter rumänischer Verwaltung stehende Gebiet zwischen Dnje- ster undBug gemacht haben.
Bukarest, September 1942.
Tighina ist eine kleine freundliche Stadt mit einer alten Festung am bessarabischen Ufer des ■ Dnjesters, einstmals, im Mittelalter und zur Zeit der ständigen Kämpfe zwischen Russen und Türken, viel bedeutender als heute. Hier saß jener türkische Pascha, der -Karl XII. von Schweden verriet und damit — vielleicht ungewollt — dem russischen Imperialismus zu einer entscheidenden Ausdehnung nach Westen verhalf. Bender —r das ist der türkische Name dieser Stadt — bedeutet nichts anderes als „Tor": Tor von der Asien vorgelagerten russischen Steppe nach Europa oder umgekehrt von Europa nach Asien. Der Name ist nur zu wahr, denn fast alle Einfälle asiatischer Völker nach Europa sind über Tighina erfolgt. Nach dem Weltkrieg, als das 1812 im Kampf gegen die Türken von den Russen „freundschaftlich besetzte" Bessarabien durch den Willen seiner Bevölkerung und den Einmarsch der rumänischen Armee an Rumänien zurückgefallen war, bekam Tighina erst recht einen fast mystischen Charakter als „letzte Station Europas". Der einzige Eisenbahnzug hinüber wurde täglich mit den größten Vorsichtsmaßnahmen abgefertigt. Mit einigen wenigen Reisenden und zahlreichen bis an die Zähne bewaffneten Rotarmisten als Begleitmannschaften fuhr er langsam und polternd über die hohe Eisenbahnbrücke. Die da drüben allerdings betrachteten Tighina weiter als das Tor, durch das sie propagandistisch und vielleicht schließlich auch mit militärischer Macht in Europa einbringen konnten. Eines schönen Tages im Jahre 1925 konnten die Bewohner von Tighina sehr gut beobachten, wie auf dem gegenüberliegenden, tieferen Ufer des Dnjesters eine Gruppe von Menschen, eine rote Fahne tragend, erschien. Die drüben verkündeten mit fanatischer Feierlichkeit, daß die Autonome Moldauische Republik im Rahmen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken geschaffen worden sei, und ihr Zug an den Dpjester sollte symbolisch andeuten, daß sie auch das bei Rumänien befindliche Bessarabien auf der anderen Seite des Dnjesters als dazugehörig betrachteten, wenn nicht gar noch mehr.
Heute ist von alledem kaum mehr eine Spur. «Das Jahr Bolschewismus, das Tighina nach dem bolschewistischen Ueberfall vom Sommer 1941 auf sich nehmen mußte, ist fast nur noch die (Erinnerung an einen bösen Traum. Der Zug fährt heute vorsichtig und friedlich, reichlich besetzt, über die nach der Zerstörung durch die Bolschewiken von den Rumänen vorläufig neu errichtete hölzerne Brücke hinein in jenen Garten, den das Dnjestertal darstellt. Und brühen, in Tiraspol, erwarten uns Molbauer unb Molbauerinnen in ihren schönen Trachten, bie ebenso gut irgenbmo in Rumänien zu Hause sein könnten, unb ber Bürgermeister bietet den Gästen nach altem Brauch Brot unb Salz bar. Brot unb Salz reicht man uns auch in jebem Dorf, in jeber kleinen Stabt, wo wir Halt machen. Durch die anmutig hügelige mit übermannshohem Mais ober Sonnenblumen und riesigen Dbftplantagen bestandene Landschaft fahren wir nordwärts, vorbei an endlosen Feldern mit Tausenden von Bäumen, an prachtvollem Vieh und Imkereien mit Myriaden von fleißigen Bienen. Wahrlich, ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Aber es hat wochenlang nicht geregnet, und die meisten Wege sind ungepflastert. So ist diese ganze Herrlichkeit meist in eine dichte Staubwolke eingehüllt. Staub bringt m den Schlafwagen, in ben Mund, durch die Kleider bis auf die Haut, legt sich auf die Teller, ehe noch der Speisewagenkellner den ersten Gang serviert. Ein Pessimist unter uns prägt für Transnistrien i statt aller poetischen Formen voll Verdruß den Aus- \ druck,Zzara prafului": Land des Staubes.
An einem Abend — mittags hatten wir ganz im Norden der Provinz auf dem ehemaligen Gut des Fürsten Lwow, Tfcherniatin, unter der Puschkin- Eiche gegessen — kommen wir in Mogilew an. Bisher hatten wir wenig Spuren des Krieges gesehen. Mogilew ist schwerer mitgenommen; hat doch hier vom 17. bis 25. August 1941 die nach der ©tabt benannte berühmte Kesselschlacht stattgefunden. Manches Haus ist zerstört. Im bunten Licht des Sonnenuntergangs fahren mir den Berg hinauf, wo auf Geheiß Marschall Antonescus em ^großes Monument zur (Erinnerung an die in dieser schlacht gefallenen deutschen und rumänischen Soldaten errichtet werden soll. In der Slbenddämmerung schauen wir dann hinunter auf den Dnfester, der hier Bessarabien von Transnistrien trennt. Wie er sich so feinen Weg durch die Höhen — letzte Ausläufer der Karpaten — bricht, packt uns einen Augenblick lang die Vorstellung, wir stünden an der Porta West- falica, und ber Fluß unter uns sei nicht der Dnjester, sondern die Weser. ,
Zwölf Stunden fährt man mit der Eisenbahn • vom äußersten Norden bis zum Süden der Provinz. Odessa, ber Schwarzmeerhafen, unb bie größte Stabt der Provinz (vor dem Krieg 600000, heute -unb 400 000 Einwohner), macht keinen unfreunb- 'ichen Eindruck auf uns. Zwar sieht man, baß hier der Krieg getobt hat, unb gar manches Haus ist zerstört. Aber fein Vergleich mit dem Ruinenfeld von Sewastopol; auch K i s ch i n e w mit feinem vollständig in die Lust gesprengten Boulevard Alexandru cel Bun, ist viel schlimmer mitgenommen. Aber alles das, was in den Lieblichkeiten ber ländlichen Gegend unterging, ist in der Großstadt mit hren Mietskasernen nach einem Jahr noch nicht zu befestigen gewesen: bie Spur v o n 2 5 Iah r e n Bolschewismus. Man sieht es überall: an ben ; vernachlässigten Fassaden der Wohnhäuser, deren verputz seit Jahrzehnten nicht mehr erneuert worden
ist, sogar an der Kleidung und dem Aussehen ber Menschen. Es muß einmal eine schöne Stadt gewesen sein, bas Odessa ber Zarenzeit mit seinen tolzen Palästen am Meer. Aber unter ben Sowjets sing der Export dieses Welthafens stark zurück^ und o, wie sie die berühmte 14O-stufige Marmortreppe zum Meer hinunter durch eine solche von Zement ersetzen, um den wertvollen Marmor zu verkaufen, so ließen sie — sei es aus Indifferenz ober Prinzip — diese reiche Metropole verfallen. (Einigermaßen gut erhalten geblieben ist noch die Oper, innen wie außen ganz im Stile des Wiener Burgtheaters gehalten, unb halb nach der Einnahme ber Stadt durch die Rumänen hat hier ber Spielbetrieb
wo Milch unb Honig fließt
Von unserem Dr. He.-Korrespondenten.
Roosevelts großes Schweigen
Von unserer Berliner Schristleitung.
Monaten erinnern, daß immer neue U-Boote und junge U-Boot-Mannschaften heranwachsen, bie ben Kampf gegen bie Kriegsverbrecher auf ben Meeren aufnehmen werden. Bei ben letzten Geleitzugschlach- ten waren in zunehmendem Maße junge U-Boot- Besatzungen beteiligt. Der Erfolg dieser Operationen hat bewiesen, daß diese jungen Mannschaften vom rechten alten U-Boot-Geist erfüllt sind und vor keiner noch so starken Geleitzugsicherung zurückschrecken. Sie haben sich bei ber Torpedierung des Truppentransportgeleits die fettesten Brocken herausgeholt und damit sowohl ber Transporterflotte, wie auch den Expeditionstruppen Roosevelts erhebliche Verluste beigebracht. Deshalb bas große Schweigen in Washington und London.
Der Führer hatte dieses Schicksal Roosevelt prophezeit. Er hatte gewarnt, alle USA.-Schiffe, bie uns vor bie Rohre kämen, würben versenkt. Roosevelt aber, besten Spiel Schiffsmobelle finb, dünkte sich weiser als der Führer; er lief hinter dem Kriege her, bis der Krieg ihn an ber Gurgel hatte unb Tausende von amerikanischen Solbaten mit ihm. Was weiß er von bem Schmerz ber Mütter unb Angehörigen berer, die er aus falscher Berechnung unb unter krassem Wortbruch in ben Tob jagte? Er bringt es fertig, biefen sorgenvollen Müttern ber USA. ganz offenbare Hohnworte zu — spen- ben. In diesen Tagen findet bie alljährliche „Pilgerfahrt ber Mütter" statt, bie ihre Söhne im ersten Weltkrieg bahingeben mußten, weil bie Morgan unb Lamont, bie Wilson unb Roosevelt um bie Millionen bangten, bie sie ben (Englänbern geborgt, und daher bie amerikanische Nation burch Lug unb Trug in das Kriegsfeuer stürzten. Einst, als die Narben des Schmerzes noch frisch waren, war das amerikanische Neutralitätsgesetz die Folge der Erkenntnis, daß jede kriegerische Hilfe für England mit dem Blut der besten Söhne der USA. bezahlt werde.
Während er mit abgefeimter List und Tücke Deutschland provozierte, hielt Roosevelt es damals noch für angebracht, der amerikanischen Oeffentlich-
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lichkeit vorzugaukeln, er sei ein Mann des Friedens. Als solcher drapiert er sich auch jetzt noch. Noch zu dem schmerzreichen Pilgerzug ber Mütter hat er eine heuchlerische Botschaft erlassen, in ber bie Worte stehen: „Heute machen bie USA. jebe mögliche Anstrengung, und werden sie auch weiterhin machen, durch den Sieg dis Errichtung unb Aufrechterhaltung eines gerechten und dauerhaften Friedens zu gewinnen, damit die Grundsätze der Demokratie bewahrt werden und schließlich keine Mutter, Frau oder Braut den Tod ihres Liebsten, der im Kriege geopfert wurde, betrauern muß. Meine Grüße und guten Wünsche gehen zu jeder Mutter." — Das wagt er heute noch zu sagen, wo er den sorgenden Müttern unb Bräuten bie Antwort barüber verweigert, ob er ihre Liebsten in ber Geleitzugkatastrophe bem sicheren Tob in ben Rachen jagte, bas wagt berfelbe Mensch, ber noch in seinen Wahlnöten am 4. September 1940 Amerikas Müttern versprach: „Ich versichere den Völkern unb Müttern, baß ihre Jungen nicht in einen fremben Krieg gezogen werden" unb am 24. Oktober 1940: „Wir werden an keinem auswärtigen Krieg teilnehmen und nicht unsere Armeen, Flotte und Luftwaffe in die westliche Hemisphäre entsenden, um sich im Ausland außerhalb der amerikanischen Republiken — mit Ausnahme eines Angriffs auf uns — zu schlagen."
Französische Stimmungen.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Ein französischer Kolonialkaufmann unb Vermal- tungsbcleaierter, Renä ßabat, hat einen interessanten Bericht veröffentlicht: „Gabuns Kampf gegen den Gaullismu s", der auch in beut- cher Sprache vorliegt. Das Bemerkenswerte dabei ist bie sehr aktivistische Tonart im Sinn der Abkehr von England und des Anschlusses an das deutsche Programm für den gemeinsamen Wiederaufbau Europas.
Gabun ist der südlichste, an den Ozean grenzende Teil des Generalgouvernements von Französisch Aequatorialafrika, dos ich vor vier Jahren bereifte, worüber ich auch im Gießener Anzeiger eingehend berichtet habe. Rach dem Zusammenbruch Frankreichs vor ber deutschen Offensive unternahm es ber abtrünnige General b e Gaulle, mit englischer Hilfe sowohl Aequatorial- als auch Westafrika zum Ungehorsam gegen die Regierung von Vichy aufzu- rusen. Der Anschlag auf bas wichtige Dakar, die Hauptstadt von Westafrika, mißlang, aber in ben Aequatorial-Provinzen hatten die Gaulliften Erfolg. Bewaffneten Wiberftand fanden sie nur in Gabun. Mehrere Monate lang hielten sich hier die Loyalen, aber am 9. November 1940 mußte Libreville, bie Hauptstadt von Gabun, nach verlustteichen Kämpfen den gaullistischen Streitkräften, bie über die Hilfsmittel des ganzen Generalgouvernements verfügten, übergaben werden. Unter den Verteidigern des Platzes war auch unser Verfasser.
Ich bin, feit ich bas französische Kolönialafrika kennenlernte — auch bas schmucke Libreville habe ich seinerzeit besucht —, für eine Revision des oft etwas abschätzigen Urteils über bie französische Kolonialpolitik eingetreten. Es wird gut gearbeitet, und auch bei den Franzosen hat sich ber Typus des kolonialen Pioniers gebilbet, der die afrikanische Erde liebt und seinen Spott hat über „Sahariens en chambre", die Afrikaschwätzer vom grünen Tisch, ßabat ist keiner von dieser Sorte. Seine Erzählung, wie Libreville verteidigt wurde und schließlich fallen mußte, wie die Verteidiger gefangen genommen unb schlecht behandelt wurden, und wie einigen, darunter bem Verfasser, die Flucht nach Spänisch-Guinea gelang, ist dramatisch ausführlich, mit französischer Lebendigkeit, gehalten. Das Wichtigste dabei sind nicht so sehr die Einzelheiten, wie die grundsätzlich klare Haltung. Dies tritt auch in einem längeren Vorwort, „Betrachtungen eines Kolonisten", zutage, das ein nicht genannter Freund des Verfassers, anscheinend eine Persönlichkeit von Bedeutung, geschrieben hat. Einige Stellen aus dieser Vorrede, bie sich zugleich an die französische, englische unb deutsche Adresse richtet, verdienen die Wiedergabe.
„England", heißt es hier, „hat keine europäische Mentalität und kann auch keine besitzen. Das verbietet ihm schon feine sinnlose Verachtung gegen alles, was nicht englisch ist, unb sein bis zur Raserei sich fteigeniber Egoismus. Diese Erfahrung hat man im Laufe ber Geschichte immer roieber bei Unternehmungen machen können, bie sich gegen unseren Kontinent richteten. Für uns heißt jetzt bie Lehre, die wir daraus ziehen müssen: Zurückhaltung vor England!"
„... Jedermann hat genügend Zeit gehabt, klar zu sehen, zu richten und zu verstehen. Niemals haben unsere ruhmreichen hervorragenden Führer eine klarere, menschlichere und nationalere Sprache gesprochen, als eben in dieser Zeit. In dem Augenblicke nun, in dem der ganze Kontinent im Erstehen einer neuen Ordnung ist, wo wir an der Haupt-
Die Nachrichten über bie Versenkung breier großer Truppentransporter mit amerikanischen Expeditionstruppen sind auch in ben USA. entgegen ben strengen Zensuranweisungen so weit durchgesickert, bah aus ben Kreisen ber Bevölkerung unb ber Presse besorgte Fragen an bie zustänbigen Regierungsstellen gerichtet würben. Der Sprecher bes Marine- minifteriums gab auf eine entsprechend Anfrage bes Vertreters von „Reuter" bie Antwort, die Marine befolge bie Politik, auf solche Melbungen n i e- mals z u antworten, sie würbe auch biesmal bavon nicht abweichen. Er verweigerte ausbrücklich jeben Komemntar zu ber Mitteilung bes deutschen Oberfommanbos. Aehnlich verfährt man in Lon- bon, wo behauptet wurde, daß keine Bestätigung ber beutschen Melbung über bas Schicksal bes Geleitzuges gegeben werben könnte.
Dieses Verhalten ber amerikanischen unb englischen amtlichen Stellen ist burchaus nichts Neues. Sie haben in solchen Fällen immer die Taktik verfolgt, nur zuzugeben, was nicht mehr verheimlicht werden konnte. Trotzdem befindet sich diesmal Roose- vett in einer besonders kritischen Lage, weil man sich in den Kreisen ber Angehörigen ber nach Eng- lanb transportierten amerikanischen Solbaten mit einer allgemeinen Erklärung, man wisse von nichts, nicht abspeisen lassen, sonbern klipp unb klare Auskunft barüber haben will, ob bereits Nachrichten über bie Ankunft ber Truppentransporter in England vorlägen.
Roosevelt hat in seinen verschiedenen Reden in der Vergangenheit sich damit gebrüstet, daß es den deutschen U-Booten bisher nicht geglückt sei und auch in Zukunft nicht glücken werde, die regelmäßigen Truppen- und Nachschubttansporte für die amerikanische Expebitionsarmee in Europa zu erwischen. Um so bestürzter äußert man sich in ber Umgebung Roosevelts darüber, daß plötzlich an- scheinend ganze Rudel deutscher U-Boote in den Gewässern ber englischen Insel und Islands aufgetaucht sind, die auch den letzten umfangreichen Truppentransport erwischt unb zum großen Teil vernichtet haben.
Damit haben die deutschen U-Boote mit allen schönen Berechnungen und Hoffnungen aufgeräumt


