zum Untergang in Händen behalten.
(eifere Angriffserfolge
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im Festungsgebiet von Sewastopol
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112 644 Minen ansgebaut.
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liche Panzerkampfwagen abgeschossen. Bei nächt
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In den bisherigen Kämpfen um die Festung den in der Zeit vom 7. bis 28. Juni
Gefangene eingebracht. Geschütze Granatwerfer erbeutet oder nichtet, Bunker genommen und
im Kampf abgeschossen.
Starker Eindruck im Nahen Osten.
alle diese Erörterungen nur geführt würden, um der Sowjetunion gegenüber eine Geste zu machen.
Der Fall der Festung Marsa Matruk hat die Panikstimmung i n A e g y p t e n verstärkt. Die Massenflucht aus Alexandria hält an, die Straßen zum Ni Delta sind von flüchtenden Menschen verstopft. Eisenbahner sollen sich geweigert haben, über Alexandria hinaus britische Militärtransporte durchzuführen. Die ägyptischen Behörden sollen dieses Lerhalten gebilligt haben mit der Begründung, die Weststrecke sei militärisches Operationsgebiet geworden. Unter dem Eindruck der neuen deutsch-italienischen Erfolge zeigen die in fast allen nahöstlichen Ländern verschärften britischen R e k r u t i e r u n g s- bemühungen nur geringen Erfolg. Im Irak konnten nicht mehr als 170 Rekruten angeworben werden. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Paläst i n a.
über den stofflichen Inhalt. Ebendieses Prinzip regiert aber auch seine philosophische Freiheits-
SO 100km
lichen Luftangriffen auf wichtige Nachschubbahnhöfe der Sowjets im Gebiet des oberen Don wurden 14 Transportzüge durch Bomben vernichtet.
3m mittleren Frontabschnitt verlor der Feind bei erfolgreichen eigenen Sloßtrupp- unternehrnen 332 Gefangene und 900 Tote. Eine Flakbatterie sowie 216 Bunker und Unter ftänöc wurden zerstört.
Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, war es der 2. fowjetrussischen Stoßarmee sowie Teilen der 52. und 59. sowjetrufsischen Armee im Februar d. 3. gelungen, über den gefrorenen Wolchow nördlich des 3lmensees vorstoßend, eine tiefe Einbuchtung in die deutsche Abwehrfront zu erzielen. Unter Führung des Generals der Kavallerie Lindemann haben Truppen des Heeres und der Waffen-^, dabei auch spanische, niederländische und flämische Freiwilligen verbände, hervorragend unterstützt durch die Luftflotte des Generalobersten Keller, nach monale- langen erbitterten Kämpfen unter schwierigsten Wetter- und Geländeverhältnissen diese feindlichen
Oer Wehrmachtbericht.
DNB. Aus dem Führerhauplquartier, 29.3uni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Festungsgebiet von Sewastopol erzwangen deutsche und rumänische Truppen, durch starke Luftstreitkräfte unterstützt, in kühnem Angriff den Uebergang über das tief eingeschnittene Tschernajatal und brachen in stark ausgebaute Stellungen der beherrschenden Sapun-höhe ein.
dieses Ideal seines Jünglingsalters zerrann; es war bereits dahin, ehe noch die Bekanntschaft mit Kant den philosophischen Neubau begrifflich bestimmte.
Hebbel sagte einmal, daß man Schiller lieber mit Calderon als mit Shakespeare vergleichen möchte. Aber wenn sich auf diesem Wegs auch eine Reihe zutreffender Einsichten in die Sprechweise, Theaterauffassung, Beherrschung des szenischen Apparats und das im eigentlichen Sinns Aesthetisch-Schauspielerifche ergab, so darf doch der an sich fruchtbare Vergleich unter gar keinen Umständen überspitzt und etwa auch zum Verständnis von Schillers Weltanschauung herangezogen werden. Für Calderon war das christliche Dogma» lebendig; für Schiller sind seine Symbole nur noch so zu gebrauchen wie die antike Götterwelt. HöDer- lin, dem der Mythus wieder zur Wirklichkeit wurde, erschien ihm als ein in hohem Grade gefährdeter Lyriker, dessen heftiger Subjektivität" er schwerlich eine brauchbare dramatische Leistung zugetraut hätte.
„Ernst ist das Leben, heiter die Kunst." Der Dichterphilosoph Schiller überschritt die Grenze zwischen Kunst und Lebenswirklichkeit, die er von der einen wie von der anderen Seite her erreichte, nie. Kantisch ausgedrückt: er dichtete und dachte transzendental, ohne sich jemals in ein Transzendentes zu begeben.
Vgl. hierzu die Schillerstudie des Verf. in: „Dos Deutsche in der deutschen Philosophie", herausge» geben von Theodor Haering (Verlag Kohlham« mer, Stuttgart/Berlin).
Tiefe Depression in England
Aber Churchill bleibt dem Empire erhalten.
Ostwärts des Donez wurden bei der wehr mehrerer örtlicher Panzervorstöhe 15 feind-
Istanbul, 29. Juni. (Europapreß.) Der „ von Marsa Matruk hat in allen Ländern des Nahen Ostens starken Eindruck hervorgerufen. Man hatte der Bedeutung Marsa Matruks entsprechend damit
Kinq’wp
Armeen zunächst von ihren rückwärtigen verbtn- düngen abgeriegett, dann immer mehr zusammenge- drängt und heute endgültig vernichtet.
Damit ist die großangelegte Durchbruchsoffenfiva des Feindes über den W o l ch o w mit dem Ziel der Entsetzung Leningrads gescheitert urld zu einer schweren Niederlage des Gegners geworden. Die größte Last dieser harten Kämpfe haben 3nfanterie und Pioniere getragen.
Der Feind verlor nach den bisherigen Feststellungen
32 759 Gefangene,
649 Geschütze,
171 Panzerkampfwagen,
2904 Maschinengewehre, Granatwerfer und Maschinenpistolen, sowie zahlreiches sonstiges Kriegsmaterial. Die blutigen Verluste des Feindes übersteigen die Gefangenenzahl um ein Vielfaches.
Schwere Artillerie des Heeres nahm Industrie- Werke von Leningrad und den Schiffsverkehr in der Kronstädter Bucht unter wirksames Feuer.
3m Gebiet von Murmansk warfen Kampfund Sturzkampfverbände Bahnanlagen und Lagerhallen in Brand. Begleitende 3äger schossen zwölf feindliche Flugzeuge ohne eigene Verluste ab.
3n Nordafrika wurden britische Kräfte im Raum südlich Marsa Matruk erneut geschlagen und zum weiteren Rückzug nach Osten gezwungen. Dabei hatte der Feind schwere Verluste an panzern. Das stark befestigte Marsa Ma- truk wurde eingelchlossen, die Verfolgung des Feindes fortgesetzt. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe führten wirksame Angriffe auf britische Verteidigungsstellungen und bombardierten feindliche Kolonnen auf dem Rückzug. Jagdfliegerverbände schützten den Kampftaum über der Panzerarmee und schossen ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge ab. Im Nachschubdienst nach nordasrikauischen Häfen schossen Bordflakkomman- dos der deutschen Kriegsmarine am 27. Juni sechs britische Bomber ab.
3m Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot vor Haifa einen Tanker und einen Frachter mit zusammen 5000 BRT.
Auf Malta wurde in der letzten Nacht der Flugplatz Halfar bombardiert.
An der Südwestküste Englands warfen in der letzten Nacht stärkere Kampfftiegerkräfte zum Teil aus geringer höhe eine große Zahl von Bomben schweren Kalibers und Tausende von Brandbomben auf kriegswichtige Anlagen.
Oer Sieg am Wolchow.
Singapur geschwunden. Auch das Labour-Blatt, der „Daily Herald", stellt aufs neue die Forderung, Churchill solle die Idee aufgeben, er könne die doppelte Aufgabe als Premierminister und Verteidigungsminister, erfolgreich erfüllen. „Die Sinnlosigkeit dieser doppelten Bürde", so schreibt das Blatt, „trat in den letzten Wochen besonders deutlich hervor. In dem Augenblick, in dem der Feldzug in Libyen kritische Formen annahm, hielt sich Churchill in Washington auf, wo ihn politische Aufgaben voll in Anspruch nahmen."
Alle diese Aeußerungen zeigen, wie tief die Depression ist, in der sich Großbritannien befindet. Dieser Stimmung wird nun mit kritiserenden Aeußerungen britischer Politiker ein vorsorgliches Ventil geöffnet, um den Ueberdrück, der Churchills Stellung gefährlich werden könnte, zu beseitigen. Den letzten Griff wird dann Churchill in gewohnter Weise an die Deffnung des brodelnden Kessels legen, wird nochmals schwarz in schwarz malen, um bann zum rechten Augenblick als Sieger den Kampfplatz des Unterhauses zu verlassen. Schon jetzt weist eine Erklärung Reuters auf die Regie Churchills hinüber eine Opposition gegen sich oefteilt hat, um einen wirkungsvollen Hintergrund für feinen parlamentarischen Sieg zu haben. Reuter erklärt, die aufsässigen Elemente seien zahlenmäßig in der Minderheit. Die Debatte werde zu einer überwältigenden
f.Ladoga
Rom, 29. Juni. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht ' vom Montag gibt bekannt: Marsa Matruk wurde heute vormittag erobert. Nachdem der Widerstand der feindlichen Panzerkräfte südöst- lich von Marsa Matruk gebrochen war, setzten die Panzer- und motorisierten Einheiten der Achse ihren Vormarsch nach Osten fort. Im Verlauf der erbitterten Kämpfe des gestrigen Tages und der Besetzung des befestigten Lagers wurden über 6000 Gefangene gemacht, 36 Panzer sowie eine große Anzahl von Kanonen und Kraftwagen zerstört ober erbeutet. Die Luftwaffe nahm lebhaft an den Operationen zu Lande teil. Material- und Kraftwagenparks wurden bombardiert und mit den Bordwaffen beschossen. Im Hafen von Marsa Matruk wurden zwei Dampfer getroffen und einer da- Branb geschossen. 17 englische Flugzeuge
des Handelns erfüllte. Schiller war, was gar nicht genug betont werden kann, ein völlig undogmatischer und zur Durchprobierung aller Möglichkeiten neigender Geist; Kühnheit des Denkens ist fein hervorstechendster philosophischer Charakterzug. So veränderte er gelegentlich den ihm von Natur gemäßen Standpunkt in radikaler Weise, bloß um auch der Wesensart Goethes, in die er sich kongenial einzufühlen verstand, Genüge zu tun. Man lese z. B. den Brief, in welchem er (am 12. Januar 1798) zu der kleinen Studie Goethes „Der Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt" Stellung nahm. Welche Leichtigkeit und Freiheit der Gedankenführung! Es ist ganz unmöglich, den .Ver- sasier dieses Schreibens noch irgendwie als orthodoxen Kantianer anzusprechen; seine Erweiterung der kantischen Ausgangsposition ist eine umfassende; sie erstreckt sich durchaus nicht etwa nur auf Kritik und Umbildung des kategorischen Imperativs.
Daß Schiller weder als Philosoph noch als Mensch ein „Moralist" gewesen ist, muß jeder zu- geben, der ihn wirklich kennt und liest. Aver er hat sich nicht bloß um die Bekämpfung des moralischen Rationalismus, sondern auch um die grundsätzliche Ueberwindung des gesamten weltanschaulichen Dualismus verdient gemacht. An die Stelle der pla- tonifierenben Zweiweltentheorie tritt bei ihm eine durchaus dynamische, auf Spannung beruhende und im Kampf sich äußernde Zweikräftetheorie. Das aber bedeutet, daß auch bei ihm die zur Steigerung führende Polarität regiert: ebenso wie bei Goethe, Humboldt und Schelling.
Werfen'wir in diesem Zusammenhang einen Blick auf den Kunsttheoretiker Schiller, so ist es ausfallend, wie wenig er im Grunde zur Aesthetik des Dramas und insbesondere des Tragischen beigetragen hat. Man sollte erwarten, baß sich Philosophie unb Kunsttheorie in diesem tiefgründigen Problembezirk zusammengefunden hätten; bas ist aber nicht der Fall. Die Weltanschauung, die in ben „Briefen" über bie ästhetische Erziehung des Menschen" zum Ausdruck kommt, neigt zur Form einer dramatisch bewegten Geschichtsphilosophie; sie ist oft heroisch, aber nirgends tragisch. Offensichtlich war Schiller nicht von einem „tragischen Lebensgefühl" erfüllt, wie Hölderlin, Grillparzer oder Hebbel. Der Ausspruch „Der Tod kann kein Hebel sein, weil er allgemein ist" scheint mir für seine ungebrochene Natur charakteristisch. Hätte er eine Theorie des Tragischen entwickelt, so wäre sie auf die Sphäre des ästhetischen Scheins beschränkt geblieben. Die künstlerische Leistung triumphiert bei Schiller über alle Zusammenbrüche und Untergänge, bie innerhalb der Dichtung vorkommen unb notwendig sein mögen; stets erweist sich die Form als siegreich
auffassung. Beide lassen sich mit dem in den theoretischen Abhandlungen niedergelegten Bekenntnis zu einem, jedes bestimmte religiöse Dogma ablehnenden Idealismus der Freiheit und zu einer nach Form und Inhalt harmonisch ausgewogenen klassischen Kunstgestaltung nur schwer in Einklang bringen.
Es erhebt sich nun also die Frage, ob wir die Weltanschauung, die in den „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen" und in „Das Ideal und das Leben" abschließend zum Ausdruck tarn, auch noch für die letzten Lebensjahre und mithin für den ganzen Schiller in Anspruch nehmen dürfen — ober ob wir umgekehrt bie im engeren Sinne bes Wortes philosophischen Bemühungen von einem Standpunkt aus zu deuten haben, der außerhalb des philosophischen Fachgebiets liegt und die geistige Entwicklung des Menschen unb vor allem des Dichters im ganzen überblickt.
Es gilt daher ben im engeren Sinne philosophischen Entwicklungsgang Schillers Schritt -für Schritt an Hand ber einzig und allein dafür in Betracht kom- nwiben und maßgebenden Dokumente zu verfolgen und darzulegen. Hauptstationen dieses Weges find: die „Philosophischen Briese", das philosophische Gespräch im „Geisterseher", die u. a. in „Armut und Würde" durchgeführte Auseinandersetzung mit Kant, der in den „Breifen über die ästhetische Erziehung des Menschen" enthaltene schlechterdings geniale Entwurf eines die Phänomenologie Hegels sowohl im Grundgedanken wie in zahlreichen Einzelheiten vorwegnehmenden Systems, schließlich die dichterische Formulierung des erreichten Standpunkts in „Das Ideal und das Leben". Auch wenn Schiller den Wallenstein und die noch folgenden Meisterbramen feiner letzten Lebenszeit nicht gedichtet hätte, wäre er auf Grund dieser philosophischen Schriften als einer ber größten Deutschen zu bezeichnen. Wie Fichte und Schelling greift auch er in seiner Weise von Kant auf Leibniz zurück; mit Fichte unb Schelling zusammen ermöglicht er ben systematischen Zusammenschluß ber gesamten deutschen Philosophie durch Hegel.
Don besonderer Bedeutung wurde es für die Entwicklung der deutschen Philosophie, daß im entscheidenden Augenblick ein geborener Dramatiker dem entstehenden System jede Starrheit und es mit hem vorwärtsdrängenden Impuls
Schiller steht heute wieder im Mittelpunkt unseres Interesses. Man ist sich klar darüber geworden, baß bie herabsetzenden Schlagworte, welche ein auf Impressionismus, Realismus obefc Symbolismus erpichtes Zeitalter gegen ben großen Dichterphilosophen geprägt hatte, auf Oberflächlichkeit unb Mißverständnis beruhten. Das Heroische wurde als innerster Kern von Schillers Dichtung, des Dramatische als eigentlichster Antrieb auch feines Denkens erkannt. Man begriff endlich wieder, daß eine hoch- stilisierte schwungvolle Theatralik keineswegs mit leerem rhetorischem Gepränge verwechselt werden darf. Man sah ein, daß ein wahrhaft bedeutender Dichter nicht unter allen Umständen an philosophischer Unmittelbarfeit verlieren muß, was er als Denker an philosophischer Bewußtheit gewinnt.
Trotzdem bestehen hier noch immer beträchtliche Unklarheiten. Es ist bekannt, daß die Weltanschauung eines Dichters nicht nur in seinen theoretischen Aeußerungen besteht, sondern vor allem auch aus feinen künstlerischen Leistungen heraus entwickelt werden muß. Versuchen wir dies bei Schiller, so scheint sich zwischen Theorie und Praxis eine gewisse Kluft aufzutun.
Wir gewinnen den Eindruck, daß der Dichter selbst, als er mit der Wallenstein-Triologie auf dem Hochplateau seines Könnens angelangt war, der Theorie gram wurde. Jedenfalls sprach er nun selbst wiederholt von den Hemmungen und Störungen, welche ein naiv-fröhliches Schaffen durch die Reflexion erleidet. Er begann an dem Wert der mit abstrakter Allgemeinheit formulierten ästhetischen Gesetze zu zweifeln und erklärte gelegentlich, daß er eine einzige praktische Handwerksanweisung einem Dutzend philosophischer Gesichtspunkte vor- ziehe. Dieses unbezweifelbare Abrücken des Vierzigjährigen von der Spekulation kann so ausgelegt werden, daß den großen philosophischen Abhandlungen für die Beurteilung von Schillers Weltanschauung nur ein bedingter Wert zugebilligt wird und der Gehalt feiner Meister- b r a m e n dafür jedenfalls ungleich maßgebender fei.
Beginnt man jedoch in diesem Sinne dem rein dichterischen Lebenswerk Schillers die darin zum Ausdruck gebrachte Weltanschauung abzufragen, so pflegen sich alsbald zwei Deutungsweisen bemerkbar zu machen, bie feit einiger Zeit beliebt geworden sind: bie barocke und die christliche Schiller-
Südlich unb nördlich des Ilmensees haben seit ber Einschließung Leningrabs im September 1941 die Kämpfe nicht aufgehört. Sie wurden mit ungeheurer Erbitterung geführt unb burch ben Winter fortgesetzt. Der Hauptzufluß des Ilmensees ist ber Lo - wat, der von Welikije Luki herkommt, während der Ausfluß des Ilmensees Wolchow heißt. Der Wolchow mündet etwa 150 Kilometer östlich von Leningrad in den Ladogasee. Der Fluß ist nur 220 Kilometer lang. Seine Ufer sind meist niedrig und werden im Frühjahr stark überschwemmt. In derselben Richtung wirkt es, daß das Andringen des Ladogasees in das Mündungsgebiet
fein würden. 48 Stunden später war alles überholt i — Marsa Matruk war gefallen!
Nach englischen Angaben war bie 8. ober libysche ] Armee ber Engländer 12 Divisionen, also etwa 1 180 000 Mann stark. Davon sind mindestens 59 000 i Mann gefangen genommen: ein gutes Drittel der ganzen britischen Armee in Libyen. Es muß hinzu- gefügt werden, daß bie Engländer inzwischen Verstärkungen aus dem Niltal, aber auch aus Palästina, Syrien und Mesopotamien heranzuziehen suchten. Zu den Gefangenenziffern kommen noch die hohen Zahlen an Toten unb Verwundeten, kommt auch, daß die britischen Divisionen von ben verlustreichen Kämpfen und überstürzten Rückzügen schwer angeschlagen sind. Die Engländer dürften einige neue Regimenter in die Schlacht von Marsa Matruk hm- eingeroorfen haben; aber ob diese neuen Truppen kampfgewohnt waren, sei dahingestellt.
Ueberaus bezeichnend scheint uns bie Bemerkung bes deutschen Wchrmachtberichts vom 29. Juni zu sein, daß Jagdfliegerverbände den Kampfraum über der Panzerarmee erfolgreich schützten und ohne eigene Verluste zehn feindliche Flugzeuge abschossen. Das deutet auf eine empfindliche Schwächung ber Engländer in ber Luft, da ihnen in der Umgebung von Marsa Matruk nahe Flugplätze für die Jagdflieger mit ihrer beschränkten Flugweite fehlten und die Flugplätze von Alexandrien (Entfernung 280 Kilometer/ und Kairo (Entfernung 440 Kilometer) schon für Jagdflieger reichlich weit abliegen. Umgekehrt hatten die Engländer bei ihrem fluchtartigen Rückzug von Tobruk über Sollum nach Marsa Matruk sichtlich feine Zeit, ihre eigenen Flugplätze (vermutlich auch Straßen und die Eisenbahn) wesentlich zu zerstören? Sie dienen uns.
Mit Marsa Matruk verliert England bie Hoffnung, jemals wieder in Jtalienisch-Nordafrika ein- mailchieren zu können. Um bie Festung war die letzte Verteidigungslinie der Briten vor Alexandria errichtet worden. Die Festung liegt am Abhang des ägyptisch-libyschen Wüstenplateaus, das mit seinen tief eingeschnittenen ehemaligen Flußläufen, seinem Geröll und weiten Strecken Flugsandes ber Verteidigung den besten Halt gab, da auch Dünen dem Vormarsch größte Schwierigkeiten entgegensetzten, während die britischen Panzerabwehrgeschütze die beste Ausnützung des Geländes für sich hatten. Von Alexandria, mit dem es wie auch Tobruk durch eine strategische Bahn verbunden ist, liegt es in der Luftlinie 260 Kilometer entfernt. Die Truppen der Achsenmächte haben also nur acht Tage gebraucht, um die ganze Vorfeld-Verteidigung Alexandrias zu vernichten. Trotz schwersten Befestigungen, zahlreichen Feldverteidigungsanlagen und zähem Widerstand der Briten, die wußten, daß mit diesem Einsturz ber letzten Bastion der Weg nach Alexandria offen läge, haben bie Truppen ber Achsenmächte in beispiellosem Schwung auch dieses Bollwerk dem Gegner entrissen.
Vormarsch nach Osten fortgesetzt.
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lehre!
Wir haben also keinen Grund zu der Annahme, daß Schiller in ben letzten Jahren seines Lebens mit den Ideen seiner philosophischen Hauptschriften gebrochen hätte. Darum ist es auch unmöglich, den Dichter im Hinblick auf jene Stoffe unb Gestatten, zu denen ein christliches Bekenntnis gehört, für biefa bestimmte, für bie europäische Entwicklung schicksalhaft geworbene Religionsform in Anspruch zu nehmen. Unb hierin liegt nun eben auch ber tieffl Wesensunterschied zwischen Schiller und dem Barock, Im Zeitalter des Barock, dem Schiller nicht mehr angehört, obwohl zugegeben werden mag, daß er noch durch mancherlei Unterströmungen mit ihm verbunden ist, gewann die ch r i st l i ch e W e 11 a n * ' ' g zum letztenmal eine allesumfasse-nds grandiose Gestalt. Leibniz war der überragende Philosoph dieses Jahrhunderts. Insofern der junge Schiller von Leibniz ausgeht, hängt er noch mit ber Weltanschauung der Barockzeit zusammen. Aber
gerechnet, baß die britischen Streitkräfte im Stande; sein würden, diesen feit 1935 systematisch zu einem starken Stützpunkt ausgebauten Platz länger zu behaupten, vor allem, da Marsa Matruk poch in den letzten Tagen mit frischen neuseeländischen Truppen verstärkt worden war.
Radio Ankara bemerkt, dies Ereignis finde seine Erklärung nur im Zusammenbruch ber Moral ber britischen Truppen in Aegypten und in dem Verlust jeglicher Widerstandskraft oder darin, daß die britische Armee in den letzten Kämpfen zu starke Verluste erlitten habe. Das Istanbuler Blatt „Cum- huriyt" schreibt, der Fall von Marsa Matruk zeige, daß in den Operationen der Achse volle Planmäßigkeit bestehe, während diese ben Operationen ber Alliierten völlig fehle. Es sei zu verwunbern, baß, während Rommel bereits in Aegypten operiere, Churchill unb Roosevelt noch von einer „Zweiten Front" sprächen. Man habe ben Eindruck, als ob
Um Schillers Weltanschauung.
Von Dr. Hermann Glöckner, o. ö. Professor der Philosophie an der Universität Gießen.
Berlin, 29. Juni. (DNB.) Die dürftige Erklärung Churchills unb Roosevelts wurde während des Wochenendes durch Erklärungen englischer Polittker ergänzt, die deutlich die schwierige Situation der Gegenseite zeigten. In Liverpool stellte Arbeitsmi- nister B e v i n fest, daß die Briten einen Rückschlag erlitten hätten, aber „noch habe niemand genaue Kenntnis von den Tatsachen". Bevin fuhr dann fort: „Der Kampf ist noch ntd)t zu Ende. Wir sind noch nicht besiegt. Man kann keine Schlachten' gewinnen, indem man nach Berichten und Einzelheiten fragt und Untersuchungen anstellt, während der Kampf noch im Gange ist. Bevin sprach bann von elenden, schmutzigen Machenschaften, bei denen versucht werde, die nationale Einigkeit zu zerstören, indem der Ministerpräsident Churchill gegen seine Mitarbeiter ausgespielt werde. Diese Machenschaften würden von einigen Zeitungsmillionären betrieben. Er persönlich sei bereit, sich zu Churchills Fahne zu stellen „als Mitarbeiter bis zum Ende", Recht aufschlußreich war auch eine Erklärung Lord Winsters, des parlamentarischen Sekretärs der Admiralität. Winster erklärte: „Das Land hegt nicht den Wunsch,Churchill als Premierminister zu verlieren, doch hat es das Vertrauen in seinen Krieg verloren und möchte gern, daßx er sein Amt als Verteidigungsminister aufgibt. Wir wünschen eine Regierung, bie uns einige Siege prä- -- v « ~
sentiert, nicht dauernde Entschuldigungen für eine Vertrauenskundgebung für Churchill fuhren. Chur- Reihe von Niederlagen. Das Parlament gibt sich chill wird also bas Ruber des sinkenden Schiffs bis eitel Mühe, wenn es die Vertrauensfrage erörtert, zum Untergang in Händen behalten, denn das Vertrauen ber Oefsentlichkeit ist nach --------
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