Donnerstag, 80 April 1942
Gietzener Anzeiger
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(92. Jahrgang Nr. 100
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General-Anzeiger für Oberhessen "»t
totalen
Vergeltungsangriff auf $orf
Flug-
ohne eigene Verluste 15 feindliche
Vernichtungswillen unserer Gegner den Sieg des Reiches gegenüberstellen.
Alle Kräfte für den totalen Sieg
Der Gauleiter vor dem Einsahstab für den Arbeitseinsatz.
werden demnächst Hausgehilfinnen in kinderlosen haushalten mll Hausfrauen unter 40 Jahren und Haushalten, bei denen über 14 . Jahre alte Töchter sind, die bei der Hauswirtschaft mithelfen können, in kinderreiche haushalte umgefeht werden. Wenn diese Umsetzung durch den Appell an die Einsicht nicht erreicht werden kann, wird sie auf dem Wege der Dienstverpflichtung mit beschränkter Dauer vorgenommen werden.
Der Gauleiter erörterte danach als ebenfalls aktuelle Aufgabe die.ständige vertrauensärztliche Ueberprüfung des Krankenstan- d e s. Durch besondere Maßnahmen wird man unter strengster Beachtung der Gesundheitsbetreuung in gerechter Weise dafür sorgen, daß Drückeberger und Faulenzer ihre Pflichtvergessenheit nicht mit einer vorgeschützten Krankheit entschuldigen können.
Die Rede des Gauleiters ließ schließlich keinen Zweifel daran, daß die kommenden Arbeitseiinsatz- maßnahmen für viele Taufende von Volksgenossen mit unvermeidbaren Härten verbunden sind. Diese Härten aber sind als Beitrag für den Sieg unumgänglich und mit dem Blick auf die Opfer der Front zu ertragen. Je härter und je einschneidender die Maßnahmen aber sein werden, so folgerte der Gauleiter, um so notwendiger ist die Forderung, alle seelischen Kräfte unserer Volksgemeinschaft zu mobilisieren. Aus ihr ergebe sich auch die Selbstverständlichkeit des höflichen Umgangston es undhaadelns untereinander. In verstärktem Maße werde die Partei darauf achten, daß die Nervenbelastung jedes Einzelnen durch das ungebührliche und unhöfliche Benehmen einzelner angemaßter „Amts- und Ladendiktatoren" keine weiteren Spannungen erfährt. Das deutsche Volk muß jetzt erkannt haben, daß es gilt, die letzte Kraft herauszuholen. Es werde dazu seinen Willen stählen und mit seinem handeln dem totalen
Der Wehrmachiberichi.
DNB. Aus dem Führerhauptquartler, 29. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Schwarzen und Afowfchen Meer wurden wirkungsvolle Luftangriffe gegen Hafen- anlagen und Schiffe der Sowjets geführt.
Im mittleren Abschnitt der Ostfront wiederholte der Feind an einzelnen Stellen seine erfolglosen Angriffe.
Im nördlichen Frontabschnitt wurden eigene örtliche Angriffe und Stoßtruppunterneh- mutigen erfolgreich durchgeführl. Bei der Wegnahme eines feindlichen Brückenkopfes durch eine deutsche Infanteriedivision verlor der Gegner über 1400 Tote, sechs Panzer, neun Geschütze und zahlreiche andere Waffen.
In Lappland wiesen deutsche unk finnische Truppen mehrere feindliche Angriffe ab.
An der Eismeerfront schossen deutsche Jäger
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besprach vor dem Einsatzstab für den Arbeitseinsatz die organisatorischen Grundlagen zur Lösung dieses aktuellsten Problems.
Die Konzentration auf die Arbeit ist das vordringlichste Gebot der Stunde. Sie muß es ermöglichen, daß der durch die weitsichtigen Planungen des Führers vor Beginn des Krieges erzielte Vorsprung unserer Rüstung verstärkt werde. Es gelte damit den gigantischsten Arbeitseinsatz, den die Welt je gekannt habe, zu organisieren. Sein Ziel sei es, die vordringlichsten Voraussetzungen für den sieghaften Kampf unserer Front, nämlich die Rüstung und die Ernährung gegen alle Widerwärtigkeiten des Schicksals sicherzustellen.
Der Gauleiter erklärte nochmals, daß er sich bei der Durchführung aller Maßnahmen im Gau der bereits für dieses Aufgabengebiet vorhandenen Der- waltungs- und Behördendienststellen bedienen werde, und daß darüber hinaus die Parteiüienst- stellen nach seinen Richtlinien zur Einschaltung gelangen. Er forderte von allen Dienststellenleiter^ die e n g st e Zusammenarbeit, die von vornherein jede Prestigefrage und jede egozentrische Behauptung des Arbeitsgebietes verhindere. Bei dieser Gelegenheit stellte der Gauleiter dann seinen sachlichen Referenten für die Aufgabe des Arbeitseinsatzes, Oberregierungsrat Dr. Schrader vom Lanvesarbeitsamt Hessen vor.
Er behandelte dann im einzelnen dringende Aufgabenstellungen des Arbeitseinsatzes. Wan werde in diesem Rahmen auch versuchen, so weit es irgend geht, die Lücke der fehlenden Hausangestellten zu schließen. Dieser Notstand, der sich zum Beispiel darin ausdrücke, daß in Frankfurt a.W. über 600 kinderreiche Familien ohne diebe- antragte Hausgehilfin auskommen müssen, fordere aus Gründen der Gerechtigkeit eine entsprechende Steuerung. Durch eine Verfügung des Landesarbeitsamkes
wattigen Anforderungen der Kriegsproduktionen trotz mancher Entbehrungen und mitunter schwieriger Verhältnisse ist. Wenn gleichzeitig und unabhängig von diesen nationalsozialistischen Musterbetrieben die neue Ehrung einiger Betriebe als „Kriegsmusterbetrieb" erfolgt, und ihnen die ehrende Auszeichnung zuteil wird, das Kriegsverdienstkreuz an die Betriebsfahne heften zu dürfen, so spiegelt sich auch darin die enge Verbundenheit unserer Produktionsstätten mit dem gegenwärtigen Freiheitskampf des deutschen Volkes.
Musterbetrieb kann im Kriege kein Betrieb werden, der nicht neben einer hervorragenden Sozialarbeit zugleich eine erstklassige Leistung für unsere Rüstung vollbringt. Klarer als hierdurch kann überhaupt nicht gezeigt werden, wie auch die Sozialpolitik gegenwärtig eine scharfe Waffe unserer Kriegführung ist. Sie sichert durch Gewährleistung einer gewaltigen laufenden Waffenerzeugung von der Seite des schaffenden Menschen her die umfangreiche Materialversorgung der kämpfenden Front.
Unser Vorbild ist bei alledem der Soldat selbst. Seine Entbehrungen, sein rücksichtsloser Einsatz find für uns in der Heimat Ansporn, ihm nachzueifern. Was unsere schaffenden Volksgenossen, Männer und Frauen, an den Arbeitsstätten vollbringen, ist unvorstellbar und oft mit persönlichen Entbehrungen verbunden. Sie alle wissen aber auch, worum es bei dieser gewaltigen einmütigen Kraftanstrengung der gesamten deutschen Nation geht und lassen deshalb in ihrer Einsatzbereitschaft nicht nach. Vor allem hat der Führer unb' in feinem Auftrag die Deutsche Arbeitsfront' in die Herzen aller schaffenden Menschen die Ueberzeugung gelegt, daß nach diesem Kriege in Deutschland ein Sozialwerk größten Ausmaßes verwirklicht wird. Unser deutscher Sozialismus war bereits vor Kriegsbeginn dabei, im Einflußbereich Großdeutschlands das überall- stische und kapitalistische System auszumerzen. An seine Stelle trat die neue Sozialverfassung Adolf Hitlers. Diese Entwicklung wird sich nach Kriegsende fortsetzen, wofür bereits jetzt alle notwendigen innerdeutschen Voraussetzungen geschaffen werden.
Vorerst gilt für uns allerdings ebenso wie für den Frontsoldaten die Parole: Durch Kampf zum Sieg!
zeuge ab, darunter 14 vom Wüster Hurricane.
In Nordafrika wurde in der Gegend süd- cstwärks W e ch i t i ein britischer Vorstoß abgeschlagen. Wirksame Luftangriffe richteten sich gegen britische Zeltlager und Kraftfahrzeugansammlungen bei Tobruk sowie gegen militärische Anlagen des britischen Flottenstützpunktes Alexandria.
Starke Kampffliegerverbände führten die Zerschlagung militärischer Einrichtungen auf der Insel Wal la fort.
Leichte deutsche Kampfflügzeuge griffen tagsüber Werftantagen auf der Insel Wight und Eisenbahnziele an der englischen Südküste mit Bomben und Bordwaffen an. Ueber der Kanalküste schossen deutsche Jäger aus starken britischen Iagd- verbänden ohne eigene Verluste sechs feindliche Flugzeuge ab.
Als Vergeltung für die britischen Luftangriffe auf Wohnviertel deutscher Städte griffen Kampffliegerverbände in der Nacht zum 29. April die englische
Nationalsozialistische Sozialarbeit im Kriege.
Von Oberbefehlsleiter Otto Marrenbach, Geschäftsführer der Deutschen Arbeitsfront.
In diesen Tagen tritt di? Deutsche Arbeitsfront in das zehnte Jahr .ihres Bestehens ein. Neun Jahre unermüdlicher Arbeit von über 1,5 Millionen ehrenamtlichen Mitarbeitern, Wallern und Warten der Deutschen Arbeitsfront und der NS.-Gemein- i schäft „Kraft durch Freude" liegen hinter uns. Im Kriege ist die soziale Betreuungsaufgabe der Deutschen Arbeitsfront nicht geringer, sondern größer geworden. Wo heute deutsche Arbeiter schaffen, ist die Partei in Gestalt der Deutschen Arbeitsfront bei ihnen, betreut sie, schafft die Voraussetzungen zur Entfaltung ihrer Leistungskraft, sorgt für ihr persönliches Wohl, soweit es nur unter den Kriegs- i umständen möglich ist — mögen diese Arbeiter in der Heimat, in' Norwegen oder vor Leningrad, in der Ukraine oder auf der Krim, in Afrika oder an der Atlantikküste schaffen.
Was sich jetzt im Kriege nicht bewährt, wird auch später keine Existenzberechtigung haben, harte Maßstäbe sind seit Jahren angelegt, um das gesamte Leben in Deutschland den Kriegsumständen anzupassen. Organisationen und Betriebe wurden geschlossen, soweit sie im harten Schicksalskampf unserer Tage entbehrlich find. Die Deutsche Arbeitsfront erwies sich aber nicht erst im Kriege selbst, sondern schon vorher bei Beginn der Westwall- bauten als ein Faktor von höchster Bedeutung für unsere Wehrwirtschaft. Als unser unvergeßlicher Dr. Todt seinerzeit vom Führer den Auftrag bekam, in kürzester Zeit an unserer Westgrenze ein gewaltiges Festungswerk zu schaffen, bat er seinen Kameraden Dr. Ley um den äußersten Einsatz zur Unterbringung, Verpflegung und gesamten Betreuung der schnellstens aus allen Teilen des Reiches an die Westgrenze gerufenen Arbeitskameraden. Die Deutsche Arbeitsfront meisterte diese Aufgabe der Menschenbetreuung ebenso schnell und gründlich, wie Dr. Todt seine technische Aufgabe meisterhaft löste.
Seitdem erwies sich immer wieder, daß die gewaltigen Anforderungen an produktive Leistungen der deutschen Wirtschaft ebenso geniale technische Maßnahmen wie unermüdliche und hervorragende Menschenführung voraussetzen. Beides zusammen, Technik und Menschenführung, vereinen sich dann im Erzeugnis, der Waffe, die in der Hand des unvergleichlichen deutschen Soldaten den Gegner überall schlägt.
In manchen Kreisen wurde bei Beginn dieses Krieges angenommen, daß nun ein Stillstand in der sozialpolitischen Entwicklung eintreken werde. Sozialpolitik meinten sie, sei in Kriegszeiten ein Luxus, den man sich nicht leisten könne. Wenn dem so wäre, dann würde der Mensch beispielsweise auch in der Wüste kein Wasser zu trinken brauchen und bei 40 Grad Kälte im russischen Winter keinen Pelzmantel und keine warme Kleidung anziehen müssen, dann brauchte man zum Schießen außer dem Geschoß kein Pulver und zum Reiten außer den Sporen kein Pferd. Gewiß, Vergleiche hinken stets, aber im Grunde ist es sehr ähnlich mit der Sozialarbeit, deren völliges Aussetzen eine entscheidende Schwächung unseres Rüstungspotentials bedeuten würde.
Die Deutsche Arbeitsfront und ihr Leiter, Dr. Ley, haben, wie der Führer selbst während des Krieges in einer Rede vor dem deutschen Volk erklärte, im Frieden die Voraussetzungen für den inneren deutschen Neuaufbau geschaffen. Jetzt im Kriege ist die von der Deutschen Arbeitsfront entsprechend dem Auftrag des, Führers vom Oktober 1934 mit immer neuen Impulsen versehene Sozialarbeit ein Eckpfeiler unserer Kriegswirtschaft geworden.
Die schaffenden deutschen Menschen haben, durch die Deutsche Arbeitsfront in den Friedensjahren eine soziale Betreuung erfahren, wie sie vorher zu keinen Zeiten der Geschichte denkbar war. Ich erinnere an die Möglichkeiten des Lebens, die die NS.»Gemeinschaft Kraft durch Freude unseren schaffenden Menschen erschloß. Wir können weiter darauf Hinweisen, daß in jedem Betrieb und insbesondere in jedem Gau von der Deutschen Arbeitsfront in Zusammenarbeit mit der Organisation der gewerblichen Wirtschaft die Voraussetzungen für die berufliche und persönliche Weiterbildung nud damit den A u f st i e g jedes Volksgenossen geschaffen wurde, der den Wunsch hat, weiterzukommen. In kapitalistischen Staaten gibt es so etwas nicht, bei uns kann jeder schaffende Mensch, der entsprechende Anlagen hat, die beruflichen Stufenleitern emporklimmen, auch wenn er über kein Geld und kein Vermögen verfügt.
Was zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit unserer arbeitenden Volksgenossen . getan wurde, ich unvergleichlich. Selbst im Kriege, wo ein allgemeiner Aerztemangel eintrat, hat die betriebsärztliche Betreuung nicht etwa nachgelassen, sondern an Umfang noch zugenommen. Welche Bedeutung ein warmes Essen für den schaffenden Menschen während der heute mitunter langen Arbeitszeit hat, ist jetzt auch dem letzten Betrieb klar geworden. Auf Anordnung des Reichsleiters Dr. Ley sind umfassende Vorbereitungen in Angriff genommen, um im kommenden Winter, wenn möglich, in allen Rüstungsbetrieben warmes Essen zu verabreichen. Die Frauen, die in großer Zahl seit Kriegsausbruch neu in das Arbeitsleben strömten und damit ihre Arbeitskraft selbstlos dem Reich zur Verfügung stellten, werden vom Frauenamt der Deutschen Arbeitsfront aufmerksam und vielseitig betreut. Die unermüdliche Kleinarbeit in der persönlichen Betreuung und Beratung der über 25 Millionen Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront kann hier überhaupt nicht im einzelnen aufgeführt werden.
Ausgaben, die während der Kriegszeit zurück- stehen können, sind auf Anordnung des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley längst gedrosselt und schließlich völlig eingestellt worden. Die von der Deutschen Arbeitsfront geführte und auf ihre Anregung in den Betrieben praktisch zur Auswirkung gelangende
Sozialarbeit konzentriert sich heute absolut auf Maßnahmen, die unmittelbar zur Erhaltung der Arbeitskraft und des Leiftungs- willens, zur Aufrechterhaltung der Arbeitsdisziplin, Erhaltung der Volksgesundheit, sowie zur Steigerung der produktiven Leistung notwendig sind. Zuletzt hat Dr. Ley in einer Anordnung vom 26. Januar 1942 diese Grundsätze abermals in einem neuen Kriegsorgani- ationsplan der Deutschen Arbeitsfront zum Ausdruck gebracht: „Die gesamte Arbeit aller Diensttellen ist auf dieses einheitliche Ziel abzustellen und die noch verbleibenden, Mitarbeiter sind in vollem Umfang für diese kriegsnotwendigen Aufgaben einzusetzen."
Wir gestehen offen, daß es nicht immer leicht war, diese unerläßlichen kriegswichtigen Ausgaben überall glatt zu erfüllen. Bis auf einen kleinen Rest sind wie in der gesamten Partei die hauptamtlichen Mitarbeiter der Deutschen Arbeitsfront von den höch- ten bis zu den untersten Dienststellen zum Wehrdienst eingerückt. Der allergrößte Teil der ehrenamtlichen Mitarbeiter ist ebenfalls längst Soldat und der Vertreter hat oft schon wieder den zweiten, dritten oder noch weitere Vertreter gefunden. Trotzdem sind die Aufgaben jederzeit voll und rechtzeitig gelöst worden, da den ge- amten Arbeitskörper der Deutschen Arbeitsfront )er Geist Dr. Leys erfüllt, der selbst persönlich chonungslosen Einsatz leistet und ohne jede Rücksicht auf feine Person der unermüdliche Motor unserer Sozialarbeit auch im Kriege geblieben ist.
Am 2. Mai erfolgen nun wieder Ernennungen neuer nationalsozialistischer Musterbetriebe. Diese Betriebe und andere, die im Kriegsleistungskampf 1941/42 eine überaus wertvolle betriebliche Sozialarbeit leisteten, find lebendiger Beweis für, unsere eit Jahren stets wiederholte Feststellung, daß die orgfäüige und richtige Menschenführung und Sozialarbeit im Betrieb zugleich das Arbeitsergebnis, die Produktionsleistung fördert — ja, überhaupt unerläßliche Voraussetzungen für die heutigen ge-
Oie Vergeltung.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Das Wort des Führers, daß er von jetzt ab wieder Schlag um Schlag die Angriffe der englischen Bomber auf deutsche Kulturstätten und Wohngebäude vergelten werde, ist, wie die Engländer inzwischen verspüren müssen, keine leere Phrase gewesen, sondern entschlossen in die Tat umgesetzt worden. Die deutsche Luftwaffe hat die Angriffe auf Lübeck, Rostock und Köln gründlich geahndet, indem sie die britischen Städte Ereter, Bath, Norwich und Bork mit Tausenden von Brand- und Sprengbomben belegte. Herr Churchill, der geglaubt hatte, großspurig verkünden zu können, daß die deutsche Luftwaffe nicht mehr in der Lage sein, stärkere Bombenangriffe zu unternehmen, muß sich jetzt überzeugen, daß die deutsche Luftwaffe nach wie vor die Kraft und die Macht hat, schwerste und stärkste Schläge zu führen, wenn es von der deutschen Kriegführung für notwendig erachtet wird und das Verhalten der Briten es gebietet.
Die jetzigen Vergeltungsschläge haben die dafür ausersehenen britischen Städte außerordentlich schwer getroffen. Der englische Nachrichtendienst, dessen Gepflogenheit es ist, sich über deutsche Angriffe aus- zuschweigen, muß diesmal zugeben, daß erhebliche Schäden angerichtet worden sind und daß man „eine lange Liste von Toten und Verletzten erwarte". Im übrigen verfallen die Engländer nach der Manier, die mir bereits kennen, wieder in die weinerliche Tonart. Wenn sie auch damit nicht viel G^ück haben werden, so beweist uns dieses Verfahren, daß die Vergeltungsschläge sitzen. Es kann niemand rühren, wenn die Engländer Mitleid zu- schinden suchen, indem sie beispielsweise von Bath sagen, daß dort Evakuierte und alte Leute einen Zufluchtsort und die Menschen der Rollstühle und der Krücken eine Freistatt gesunden hätten und daß eine solche Stadt zur Vergeltung eines Angriffs auf eine deutsche Kriegsindustriestadt bombardiert worden sei. Die Engländer wissen so gut wie wir, daß weder Lübeck noch Rostock ,Kriegsindustriestädte" sind. Ihre Methode, uns vorzuwerfen, wir hätten beispiels- meiije Bath angegriffen, „weil es militärisch bedeutungslos fei und daher nicht in der gleichen Weise wie die englischen Industriestädte verteidigt werde".
Stadt Port an. Zahlreiche große und kleinere Brände sowie Explosionen ließen eine starke Wirkung des Angriffes erkennen.
Britische Bomber griffen in der letzten Rächt das norddeutsche Küstengebiet an. Der Angriff richtete sich vor allem gegen die Stadt Kiel. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Wohnhäuser.-Krankenanstalten und Kulturdenkmäler wurden zerstört ober beschädigt. Elf der angreifenden Bomber wurden abgeschossen, drei weitere verlor der Feind bei einem Nachtangriff auf die norwegische Küste.
Oberleutnant Eckhardt errang seinen 14. bis 16. Nachtsieg.
Oie Bedeutung Vorks.
Port ist eine altertümliche Stadt mit malerischen Bauten, die auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seit dem Jahre 79 war das damalige Eboräum das Hauptquartier der 6. römischen Legion und die zeitweilige Refidenz römischer Kaiser. Septimius Severus starb dort im Jahre 311, während Constan-
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Zu den aSergeltungsangriffen auf York und Norwich. (Scherl-Bilderdienst-M.)
tius Chlorus in dieser Stadt zum Kaiser ausgerufen wurde. Im Jahre 1644 wurde Port beim Aufstand des mit den Schotten gegen Karl I. verbündeten Parlamentsheeres belagert und erobert. Berühmt ist die breitürmige gotische Kathedrale, das Rathaus und die mittelalterliche Gildenhalle. Hort, heute eine Stadt von rund 85 000 Einwohnern, wurde in neueren Zeiten Verkehrszentrum und Eisenbahnknotenpunkt erster Ordnung. Der „Flying Scotch» man" hält auf seiner Fahrt von London nach Edinburgh lediglich in York. Dort befinden sich auch große Kasernenanlagen, ein Flugplatz und Werke der englischen Rüstungsindustrie.
Krankenhäuser in Kiel bombardiert.
Berlin, 29. April. (DNB.) Der in der vergangenen Nacht von britischen Kampfflugzeugen durchgeführte Luftangriff auf die Stadt Kiel richtete sich wiederum ausschließlich auf Kultur- und W o h n st ät t e n.^ Insbesondere nahmen sich die Briten die Gebäude im Universitätsviertel zum Ziel. Drei wissen» schaftliche Institute, darunter das medizinische, wurden getroffen, zwei weitere Privatkrankenhäuser, die durch das Rote Kreuz der Genfer Konvention gekennzeichnet und in der klaren. Hellen Mondnacht deutlich erkennbar waren, wurden arg in Mitleidenschaft gezogen, so baß besonders hilflose Kranke unter dem Angriff zu leiden hatten.


