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192. Jahrgang Nr. 75 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags

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Montag, 50. März 1942

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vrühlfche Univerfitätrdruckerrl R. Lange General-Anzeiger für Oberhessen

Der mißglückte britische Landungsversuch.

Churchills Aingkampf mit der Wahrheit.

Zahlreiche feindliche Schiffe vernichtet. - Kein Schaden im Ll-Bootstützpunkt St.Nazaire.

die Nebelwand verstärkten. Hinter ihrem Schutze ergriff der Rest des Verbandes die Flucht.

Während sich dieses Seegefecht abspielte, entdeckte ein anderes Torpedoboot ein aus der Loire-Mün­dung flüchtendes Schnellboot vom Typ des Motor-Kanonenbootes, nahm es unter Feuer, en­terte es auf hoher See und nahm 25 Gefangene von Bord. Um an dem Gefecht der anderen Boote teil­zunehmen, das er beobachtete, ließ der Komman­dant die Leinen loswerfen und verzichtete auf die Versenkung des Bootes mit Rücksicht auf drei fchwerverletzten Engländer, die sich an Bord befan­den. Bei der Rückkehr unserer Torpedoboote vom siegreichen Gefecht wurde später das britische Kano­nenboot in Schlepp genommen und in den Ha­fen ein gebracht. Außer diesem Boot wurde kein Feindboot gesichtet, das aus der Bucht von St. Nazaire entkommen wäre. Der britische Zer­störerverband hatte vor der Loire-MüNdung vergeb­lich auf Wartestellung gelegen.

Die deutsche Wacht am Atlantik.

Von Kriegsberichter Franz Bretz.

Völker erbitterten Wider st and gegen die im Anmarsch befindlichen Einheiten. Aussichts­los! Sie müssen den deutschen Matxosen und In­fanteristen das Feld räumen. Der Weg zum Wasser ist abgeschnitten, also keine Rückkehr mehr möglich. So ziehen sie sich in die das Hafenviertel umgeben­den Straßen zurück, wo sie aus den Wohnungen der französischen Zivilbevölkerung heraus mit Ver­bissenheit sich gegen ein Schicksal wehren, das ihnen keine Chance mehr gibt.

Mit einem Zug Infanterie stoßen wir PK.-Män- ner vom Westen her in das Stadtinnere vor, das von seinen Bewohnern mittlerweile geräumt wor­den war. In der Straßenzeile, die zum Hafen führt, peitschen uns die ersten Schüsse entgegen. Haus u m H a u s muß systematisch durchgekämmt werden. Meist genügen ein paar Handgranaten, um den Gegner unschädlich zu machen. Unsere eigenen Ver­luste sind, da hier Spezialisten im Straßenkampf eingesetzt sind, gering. Ab und zu kommt noch einer mit erhobenen Händen heraus, gefangen! Viele aber sehen den nächsten Morgen nicht mehr. Es sind durchweg junge sportliche Gestalten, die erstmals Be­kanntschaft mit deutschen Infanteristen machen. Es ist ihnen schlecht bekommen.

Die achte Morgenstunde findet uns im restlosen Besitz von Hafen und Stadt. Wieder einmal hat das Schicksal, wie oft schon in diesem Krieg, entschie­den. Die Bilanz im Falle St. Nazaire ist für Lon­don niederschmetternd. Es beruhigt uns aber, daß wenigstens einige Augenzeugen dieser Katastrophe die Themse erreicht haben, um ihrem Herrn und Meister einen authentischen Bericht von der Nieder­lage zu geben, die sich würdig an die englischen Taten von Andalsnes und Dünkirchen anschließt.

Das pariser Echo.

Paris, 30. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse bezeichnet als Anstifter des geschei­terten britischen Landungsversuches den Sowjet­botschafter in London, Maisky. Maisky ist be­dient, aber schlecht bedient worden, schreibtOeuvre". Petit Parisien" spricht vom Scheitern eines Ab­lenkungsmanövers Churchills.Paris Soir" er­klärt, das vollständige Scheitern der englischen Lan­dung infolge der schnellen Reaktion der deutschen Truppen beweise, daß die zweite Front im Westen 1 leichter zu versprechen, als zu errichten sei.

Lustangriff auf Geleitzug am Nordkap.

Oer Wehrmachtbericht vom Samstag.

DAV. AusdemFührerhauptquartler, 28. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch und im S übab- schnitt der Ostfront wurden schwächere feindliche Angriffe und Aufklärungsvorflöße des Feindes ab- gewiesen. Auch im m i t t l e r en und nördlichen Frontabschnitt führte der Feind an verschiedenen Stellen mit starken, von Panzern unterstützten Kräf­ten erfolglose Angriffe. Kampfflugzeuge griffen In der letzten Nacht kriegswichtige Anlagen in Mos - kau an. Am gestrigen Tage wurden an der Ost­front 21 feindliche Flugzeuge vernichtet und 35 Pan­zer abgeschossen.

3n Nordafrlka wurden bei einem Nachtge­fecht im Gebiet von Tmlmi eine Anzahl britischer Gefangener eingebracht. Deutsche Sturzkampfflug­zeuge griffen die Hafenanlagen von Tobruk an und erzielten Bombentreffer auf einem feindlichen Han­delsschiff. In Luftkämpfen wurden drei britische Flugzeuge abgeschossen. Die Luftangriffe auf Flug­plätze der Insel Malta sowie auf Marinewerften und Hafenanlagen von La Valetta wurden bei Tag und Aacht fortgesetzt.

An der britischen Süd- und Ostküsle bombardierten Kampfflugzeuge bei Tage mehrere Häfen; zwei Handelsschiffe wurden beschädigt.

wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ver­suchten in der Aacht zum 28. März englische See- streitkräste in der Loire-Mündung Truppen za landen, um den Unterseebootsstühpuntt St. Aa- zaire anzugreifen und die Hafenschleuse zu zer­stören. 3m Feuer der deutschen Marinebatterien flog ein mit Sprengstoff beladener alter amerikanischer Zerstörer, der ein Schleusentor rammen sollte, vor dem Erreichen seines Zieles in die Luft. Die Masse der feindlichen Schnell- und Sturmboote wurde ebenfalls durch Marineartillerie vernichtet oder schwer beschädigt. Soweit es dem Feinde gelang, Kräfte an Land zu sehen, wurden sie bei dem Ver­such, die Werft anzugreifen und in die Stadt ein- zudringen, durch Truppen aller Wehrmachtteile aus- gerieben. Aach bisher vorliegenden Meldungen wur­den ein Zerstörer, neun Schnellboote und vier Tor­pedoboote des Feindes vernichtet. Aeben hohen blutigen Verlusten lieh der Feind über hundert Gefangene in unserer Hand. Auf deutscher Seite ging nicht ein Kriegsfahrzeug verloren. Auch in dem Unterseebootsstühpunkt ist keinerlei Schaden ent­standen. Aach hellwerden stiehen deutsche Torpe­doboote auf einen überlegenen britischen Zerstörer­verband, der das Gefecht abbrach, nachdem er meh­rere Treffer erhalten hatte.

Aus einem schwächeren Verband britischer Bom­ber, der in der letzten Aacht die norddeutsche B u cht und das .besetzte h o llän d i s ch e K ü st en­ge b i e t anflog, wurden durch Aachtjäger und Flakartillerie fünf Flugzeuge abgeschossen. Stör­slüge einzelner britischer Flugzeuge führten in das Küstengebiet der Ostsee und nach 'Süd­deutschland.

Das Fiasko von St. Nazaire.

B e r I i n, 28. März. (DNB.) Zu der Zerschlagung des britischen Landungsoersuchs in St. Nazaire teilt das Oberkommando der Wehrmacht die folgenden Einzelheiten mit:

Am 28. 3., kurz nach Mitternacht, überflogen feindliche Flugzeuge in mehreren Wellen den Raum von St. Nazaire und warfen einige Bom­ben ab, die keinen Schaden anrichteten. Die Ein­flüge sollten offensichtlich die Aufmerksamkeit der Küstenverteidigung von der See ablenken. Noch während die Flak die Flieger beschoß, ver­suchten leichte britische Seestreitkräfte in die Loire-Mündung einzudringen, wurden aber von den Marinebatterien entdeckt und unter wirksames Feuer geno mm e n. Der Feind chatte seinen Plan nach dem Beispiel des Zeebvügge- Unternehmens des Weltkrieges angelegt, das eben­falls gegen einen deutschen U-Bootftützpunkt gerichtet war und ebenfalls feinen Zweck verfehlte. Der Ab­lauf der Ereignisse vollzog sich in großer Geschwin­digkeit. Während Schnell- und Sturmboote verschie­denen Punkten der Küste zuströmten, nahm ein Zerstörer Kurs auf das Schleusentor. Die Marinebatterien verteilten das Feuer auf die Ziele. Mit ungeheurer Explosion flog der Zerstörer vor dem Erreichen der Schleuse in die Luft. Aus den Trümmern wurde feftgeftellt, daß es ein alter amerikanischer Zerstörer war, der seinerzeit mit an­deren USA.-Zerstörern im Austausch gegen Stütz­punkte an die hritische Marine abgetreten und jetzt, mit Sprengstoff beladen, eingesetzt war. Im Feuer der Küstenvatterien gingen fast gleichzeitig an ver- schiedenen Stellen der Bucht Torpedoboote, Schnell­boote und Sturmboote unter.

Bei dem massierten Einsatz gelang es einigen feindlichen Booten, Truppen an Land zu brin­gen. Sie wurden durch sofort einsetzende Angriffe, an denen sich Verbände aller drei Wehrmochtteile beteiligten, zersprengt und flüchteten sich, vom Rückweg abgeschnitten, in kleinen Gruppen in um­liegende Häuser. Eine konzentrische (5äubervrqs= aktion vernichtete die zersprengten Gruppen, die sich

teilweise geschlossen ergaben. In kurzer Zeit war die Ruhe in der Stadt und im Hafengebiet wieder hergestellt. Alle Angriffe waren abgeschlagen und die feindlichen Landungstruppen a u f ge­rieben.

In Verfolgung des mit wenigen Einheiten fliehen­den Feindes stießen deutsche Torpedoboote vor der Loire-Mündung nach und trafen bei Hell­werden auf einen überlegenen britischen Zer­störerverband, den der Feind dort auf Warte­stellung gelegt hatte. Statt zurückkehrender britischer Schnellboote liefen deutsche Torpedoboote mit hoher Fahrt auf die britischen Zerstörer, eröffneten das Artilleriefeuer und setzten im Passiergefecht zum Torpedoangriff an. Obwohl die feindliche Zerstörergruppe sich einnebelte, bot sie unseren an­greifenden Booten ein klares Ziel und konnte den Torpedos nur teilweise ausweichen. Fünf Tor­pedotreffer wurden erzielt. Fünf starke Deto­nationen hallten über die See, deren Explosionen

(DNB.) ...... 28. März. Ein schöner, warmer

Frühlingstag war zu Ende gegangen. S t. N a - ä a i r e, die große Hafenstadt an der Loire an der bretonischen Küste, in der das Leben am ganzen Tage in tausendfältiger Form pulst, war zur Ruhe gegangen, und nur die Männer, die feit Jahr und Tag für Europa auf der Wacht stehen, standen auch in dieser Nacht bei ihren Geräten und Waffen' suchten Himmel und Horizont ab, wie sie es auch bisher getan haben. Leichte Bewölkung ist aufge­zogen und mahnt zu um so größerer Wachsamkeit.

Wie stets in den letzten Nächten ist der Tommy auch heute wieder eingeflogen. In der Ferne hört man die warnenden Töne der Luftschutzsirene, dann Motorengeräusch, aber kein Schuß fällt. Keine Deto­nationen, aber es liegt etwas in der Luft. Im Schutze der Dunkelheit haben trotz unseres Ab­wehrfeuers sich in den ersten Stunden des Sams­tags englische Einheiten, insbesondere Motoren- tanonenboote, mit einem Zerstörer der Küste genähert. In Schlauchbooten erreichen mehrere Kommandos von Schottländern die Ufer, besetzten lautlos, da sie mit Schuhwerk versehen sind, das jedes Geräusch beim Auftreten vermeidet, die Ufer, andere, die folgen, Molen und Kais. So gelingt es tatsächlich, sich an einigen Stellen des Hafengebietes einzunisten. Aber in diesem Augenblick scheint schon die Hölle loszubrechen. Im gleißenden Licht der deutschen Scheinwerferbatterien ist der Feind bald ausgemacht und bas vernichtende Ab­wehrfeuer reißt bereits die ersten Lücken in die auf die Ziele zuftrebenden Schiffe.

Wie lodernde Fackeln stehen schon nach kurzer Zeit brennende Boote in der See. Es sind vornehmlich, wie die Engländer sie nennen,G u n - bon'ts" mit zwei Geschützen kleineren Kalibers bestückt, deren Feuer aber gegtfn die schweren Brocken unserer Küstenbatterien nicht aufkommt. Ein Zerstörer versucht zu entkommen, rammt sich aber schließlich fest. Binnen weniger Minuten r- -r h-*rrh wohlgezielte Schüsse aus dem Heck­geschütz eines in unmittelbarer Nähe liegenden

, j luJigt Unter Detonationen schlägt eine Feuersäule zum dunklen Himmel empor, dann ver­sinkt das Heck des Schiffes bis zur Kommandobrücke in den Fluten.

An einigen Stellen leisten die (Engländer es sind diesmal wirklich Engländer und keine Hilfs-

Oer Wehrmachibericht vom (Sonnfdg.

DAV. Aus dem Führerhauplquartier, 29. März. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der Halbinsel Kertsch zerschlugen deutsche Kampfflugzeuge feindliche Panzeransammlungen. Bei Luftangriffen auf das Hafengebiet von Aomo­ros i j s k wurden Bombentreffer aus zwei Handels­schiffe sowie in Eisenbahnanlagen erzielt. 3m Dä­ne z g e b i e t wiesen deutsche und rumänische Trup­pen an einzelnen Stellen starke feindliche Angriffe ab. Auch an verschiedenen Abschnitten der übrigen Ostfront setzte der Gegner seine erfolglosen Angriffe fort. 3n den harten Abwehrkämpfen wurden dem Feind wieder hohe blutige Verluste zugefügt. 3m Seegebiet des Aordkap beschädigte die Luftwaffe einen Zerstörer und vier Handelsschiffe eines stark gesicherten Geleitzuges durch Bomben­wurf. Der Hafen von Wurmansk wurde bei Tag und Aacht mit Bomben belegt.

3n Aordafrika beiderseitige Spähtrupptätig­keit. Erfolgreiche Luftangriffe richteten sich gegen die Festung und den Hafen von Tobruk sowie ge­gen britische Kraftfahrzeugkolonnen und Zeltlager. Aus Malta wurde vor allem die Staatswerfk von La Valetta bombardiert.

An der K a n a l k ü st e schaffen deutsche 3äger aus einem feindlichen Verband sieben Bombenflugzeuge ab. Westlich St. Aazaire versenkten Kamvfflug'euge bei Tage im Tiefangriff ein britisches Schnellboot.

Britische Bomber griffen in der letzten Aacht einige Orte im norddeutschen Küstenge­biet an, vor allem die Stadt Lübeck. Die Zivil­

bevölkerung hatte einige Verluste. Aachtjäger, Flak­artillerie und Marineartillerie schossen 12 der an­greifenden Bomber ab.

Oer Lustangriff am Nordkap.

Berlin, 29. März. (DNB.) Zu dem deutschen Luftangriff im Seegebiet des Nordkaps wird vom OKW. mitgeteilt.: Deutsche Kampfflugzeuge sichteten bei bewaffneter'Aufklärung über dem Nord- m e e r in den Samstag-Nachmittagsstunden einen Geleitzug. Im Schutze eines Kreuzers und meh­rerer Zerstörer liefen einige Handelsschiffe mittlerer Tonnage in mäßiger Fahrt auf Ostkurs. Trotz heftiger Schneeschauer griffen die deut­schen Kampfflugzeuge an. (Ein Handelsschiff von 4000 BRT. erhielt eine 10-Zentner-Bombe auf das Heck. Ein Zerstörer, der die Flugzeuge heftig be­schoß, wurde ebenfalls von 500-kg-Bomben am Heck getroffen und erheblich beschädigt. Bei dem am Abend fortgesetzten Angriff erzielten Sturzkampf­flugzeuge weitere Treffer auf einem Frachter von 6000 BRT. mit 500-kg-Bomben, die mittschiffs und am Bug betonierten. Das Heck des schwer beschä­digten Schiffes wurde aus dem Wasser gehoben. Ein Frachtdampfer von 6000 BRT. wurde ebenfalls durch zwei Treffer am Heck beschädigt. Ein Schiff mußte aufgegeben werden und strandete.

Oie Insel Ouurfaori in finnischer Hand

Berlin, 29. März. (DNB.) Wie das O.KW. mitteilt, wurde am 27.3. die im Finnischen Meerbusen gelegene Insel Suursaani (Hogland) von finnischen Truppen erobert. (Es gelang ihnen, bas West ufer der Insel in überrasch end cm Angriff zu nehmen. Der Feind leistete in Feldstellungen starken Widerstand. Die Bolschewisten wurden ge­worfen und vernichtet. Am Westufer des Onega- Sees war es einem starken feindlichen Spähtrupp gelungen, in unübersichtlichem Gelände Fuß zu faf»

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Um das Wichtigste zuerst zu sagen: Dieser Versuch einerzweiten Front" ist in seinen Anfängen er- tickt worden, ehe noch die englischen Landungs­truppen auch nur im entferntesten dazu kamen,sich zu entwickeln". Der Hafen von St. Nazaire ist un­berührt: deutsche U-Boote sind dort sicher. Das ist ein Zusammenbruch vieler englischer Hoffnungen. Die meisten Engländer glauben auch heute noch, daß der Ueberfall auf Zeebrügge durch ein ähnliches Manöver im Jahre 1918 ein (Erfolg gewesen war. Das ist falsch. Zeebrügge war kein Erfolg, wenn auch eine an sich mutige Tat. St. Nazaire ist ein

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glatter Mißerfolg. DieseFortentwicklung" von 1918 zu 1942 ist für Churchill eine neue schwere Be­lastung. Er weiß es. Er versucht deshalb mit allen Mitteln, die Wahrheit über den Mißerfolg von St. Nazaire zu verschleiern. Er ist das Wortbild ist nicht übertrieben in einem wahrhaftigen Ring­kampf mit der Wahrheit.

Am Samstag, dem 28. März, meldet Reuter am frühen Vormittag:Gin kombiniertes Unternehmen wurde in den frühen Morgenstunden des Sams­tags von Einheiten der drei.Wehrmachtteile mit einem kleinen (!) Angriff auf St. Nazaire aus ge­führt. Ein weiteres Kommunique wird ausgegeben werden, sobald unsere Streitkräfte zurückgekehrt sind." Dann schweigt Reuter sich aus und bringt endlich die Sondermeldung aus dem Führerhaupt­guartier von dem mißlungenen Landungsversuch in St. Nazaire während der Nacht zum Samstag. Nach langer Pause meldet Reuter sich schließlich auch selbst offiziell zum Wort:Don St. Nazaire kam die Meldung, daß die Ueberfallstreitkräfte wohlbehalten vom Angriff zurückkehrten. Zusätzliche Einzelheiten werden noch bekanntgegeben werden." Endlich in der Nacht zum Sonntag, aber erst nach Mitternacht, erklärt der Sender London aber nur in einer Uebersee-Mekdung!, daß er eben Einzelheiten über den Angriff auf St. Nazaire erfahren habe. Der Angriff könne mit dem Angriff der britischen Flotte auf Zeebrügge im Jahr 1918 verglichen wer­

fen. Er wurde umfassend angegriffen und vernichtet. An der 85 Kilometer nordostwärts Stalina verlaufenden Front versuchte der Gegner nach star­ker Artillerievorbereitung eine vorgeschobene Kräfte­gruppe deutscher Gebirgsjäger durch Umfassung von drei ©eiten anzugreifen. Die Besatzung ließ den weit überlegenen Feind bis auf Handgranatenwurf­weite herankommen und zerschlug dann in hartnäcki­gen Nahkämpfen alle bolschewistischen Angriffe.

Neuer Ll-Booiserfolg im Atlantik.

DAV. Aus dem Führerhauptquartler, 29. Wärz. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekant: 3m Kampf gegen die britische und ameri­kanische Versorgungsschiffahrt erzielten deutsche Un­terseeboote neue große Erfolge. Sie versenkten i m Aordatlantlk und vor der amerikani­schen K ü st e 16 feindliche Handelsschiffe mit 110 000 BRT., darunter acht große Tanker mit 73 900 BRT.

Ein harter Schlag für die Ölversorgung der USA. ist die große Zahl und Tonnage der versenk­ten Tanker, die fast ausschließlich vor der amerika­nischen Küste vernichtet worden sind. Dies hat eine weitere erhebliche Verschärfung der ohnehin schon beträchtlichen Tankerknappheit der Vereinigten Staa­ten zur Folge. Durch diese erneuten Tanker Versen­kungen ist die Deinerforgung der Industriezentren im Nordosten der Vereinigten Staaten, die durch den Tankerverkehr aus den Oelhäfen gespeist wird, wiederum schwer getroffen worden. Seit dem ersten Auftreten deutscher Unterseeboote vor den Küsten Nordamerikas hat sich damit bei der Bekämpfung der amerikanischen und britischen Dersorgungsschiff- fahrt die Gesamtversenkungszisfer in den verschiede­nen Seegebieten im Attanttk auf fast 1,3 Millionen BRT. und die Zahl der versenkten Tanker auf 73 erhöht.

Italienische ll-Boote versenkten seit Ende Januar vor der LlGA.-Küste 114000 BRT.

Rom, 29. März. Der italienische Wehrmacht­bericht vom Sonntag gibt bekannt, daß südöstlich von Mechili feindliche, auf Aufklärung befindliche Panzer durch Artillerie in die Flucht geschlagen wurden. Flugzeugverbände bombardierten Militär­anlagen und Hafen von Tobruk, griffen Kraftwagen­kolonnen an und schossen in Luftkämpfen vier Flugzeuge ab. In der Nähe der Küste der Vereinig­ten Staaten versenkte ein U-Boot weitere vier Han- delsdampfer mit zusammen 20 000 BRT. Die Ge­samttonnage des von Ende Januar bis heute längs der amerikanischen Atlantikküste versenkten Schiffs­raumes flieg damit auf 114 000 BRT.