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und kein Opfer zu groß sein kann. Weil wir heute aus eigener Erfahrung wissen, daß all das, was wir als unseren höchsten ideellen und materiellen Besitz schätzen, zerstört, vernichtet und für immer ausgelöscht wäre, wenn nicht unsere Soldaten ihr scharfes Schwert schützend darüberhalten wurden, darum wollen wir hier zuerst der einmaligen Lat des Führers gedenken, die dem deutschen Volk seine herrliche Wehrmacht schuf und ihm so die Mög­lichkeit gab, sich gegen die Anschläge seiner haß­erfüllten Feinde zur Wehr zu setzen. Dieses national­sozialistische Volksheer, das den gleichen Geist des Kampfes und des Opfers in sich tragt, der die Be­wegung Adolf Hitlers zum Siege führte, für alle Zukunft stark zu erhalten, soll uns heute mehr denn je heiligste Verpflichtung sein. Die Arbeit der Mil­lionen Männer und Frauen, die in der Heimat olle Kräfte anspannen, ist nur auf dieses Ziel aus­gerichtet. Indem der deutsche Arbeiter der Front die Waffen schmiedet, bewährt er sich als einsatz­bereites Glied der durch die Idee des.Führers ge­einten Volksgemeinschaft, kämpft er für die vollstän­dige Verwirklichung der revolutionären sozialistischen Forderungen der Partei und ihre Durchführung gegen den Widerstand der internationalen Aus­beuter. w £

Niemals lassen wir uns wieder dasRemtaus Arbeit und Brot für jeden Volksgenossen ent­reißen, das der Führer Wirklichkeit werden ließ. Wir kennen die grauenhafte Zeit der Arbeitslosig­keit und des Hungers, wir kennen das System der Ausbeutung, das den Schaffenden zum wehrlosen Objekt des internationalen Kapitals macht. Arbeit für alle, Aufstiegsmöglichkeiten für alle, Hilfe der Gemeinschaft für Mn, der in Not kommt: das ist unser Sozialismus. Einzigartiges wurde hier in den Jahren des Aufbaues unter Führung der Par­tei geleistet. Wir verteidigen es mit der Kraft und Hingabe, um es weiterbauen und vollenden zu können.

Dem demokratischen System als dem Paradies der politischen und wirtschaftlichen Parasiten haben wir durch unser Bekenntnis zum Nationalsozialis­mus den Rücken gekehrt, nachdem uns die Erfah­rungen einer jahrzehntelangen Judenwirtschaft die katastrophalen Folgen nationaler Zerrissenheit und Schwäche in furchtbarer Weise demonstriert haben. Das deutsche Volk in seiner festen Gemeinschaft läßt sich nicht ein zweitesmal von politischen Schiebern um die Früchte seiner Arbeit betrügen; es ist ent­schlossen, bis zum letzten dafür zu kämpfen, daß ihm die Erfolge der Aufbaujahre unter der starken Füh­rung Adolf Hitlers erhalten bleiben und daß er diesen Aufbau innerhalb seines Lebensraumes fort­führen kann, auf daß es einst die Früchte harten Mühens und Schaffens ernte.

Was Aufbau, Aufschwung, Fortschritt auf allen Gebieten des Lebens heißt, das durften wir in den Jahren nach der Machtergreifung in wunderbarer Weise erleben. Die nationalsozialistische Weltanschau­ung als dynamische Kraft hatte uns alle erfaßt, ritz uns vorwärts und vollbrachte Leistungen ungekann­ten Ausmaßes. Es wurde gearbeitet wie nie zuvor, aus der Arbeit wuchs die Produktion, mit der Pro­duktion stieg das Einkommen des Volkes. Wirt­schaft und Technik richteten sich nicht mehr nach dem Profit des Unternehmers aber den Dividenden der Akionäre, sondern wurden auf den Nutzen der Ge­samtheit abgestimmt. \

Der Vierjahresplan ließ zahllose Werke und Fabriken anlaufen, die uns frei machten von den Fesseln internationaler Wirtschaftsmonopole. Die Reichsautobahnen entstanden als ewiges Denkmal nationalsozialistischer Organisation»-- und Leistungskraft. Große Strecken Oedland wurden von den Mannern des Reichsarbeitsdienstes in selbst-, loser Gemeinschaftsarbeit kultiviert. Hunderttausend^, neuer Wohn- und Siedlungshäuser in gesunder Umgebung dienten der Aufnahme zahlloser neugegrübdeter Familien. Ueberall, am Arbeitsplatz und in der Freizeit, in der Fürsorge für Mutter und Kind begann sich das sozialistische Programm der Partei durchzusetzen. Das deutsche Bauern­tum, dem der Nationalsozialismus die Rettung vor dem sicheren Verfall brachte, steigerte in schwerer Arbeit seine Leistungen von Jahr zu Jahr und sicherte so unsere Ernährung.

Don diesem neuen Leben wurden ebenso alle Ge­biete der Kultur erfaßt und erneuert. Pie em Spuk war der ganze jüdische Schund, der jahr­zehntelang als deutsche Kunst angepriesen worden war, hinweggefegt. Statt dessen wurden die einzig­artigen Werke echter deutscher Kultur im wahrsten Sinne Allgemeinbesitz des ganzen Volkes.

Dieser, unerhörte Aufschwung im Innern, der unter der Parole des FührersGemeinnutz vor Eigennutz" schließlich doch jedem einzelnen deutschen

Der feurige Gfen

Roman von Hans von Hülsen

2. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ja, das Schicksal selber mußte ihn geführt haben! Denn trafen sie nicht zehn Minuten später, vollkom­men zufällig, in derGroßen Ochsenbraterei" Ma­rion? Er hörte Abbegs Kommandostimme ganz deutlich: ,Ha, zum Donnerwetter Fräulein von Brätel? Oder etwa nicht?!" Und sah sie neben der sonderbaren Zwergin, dieserFips", am langen rohgezimmerten Tisch, mitten im strudelnden Wirr­warr von Stimmen und Schreien in der rasend lär­menden Musik der hemdärmeligen Musiker mit dem Oberlandlerhütl auf krebsrotem Schädel, im blauen Nebel, durch den mit rötlichem Hof die großen Monde der Bogenlampen schwammen, und der feuriae Schein der mächtigen Kohlenfeuer lohte, im Wrasen der fetttriefenden ganzen Ochsen, die sich darüber am Spieße drehten ... Das befangene Ge­sicht, das sich bei diesem Anruf zu Abbeg hob, die dunklen, feuchtschimmernden Augen, die ihn sekun­denlang böse anstarrten das nicht ganz echte Lächeln, das dann Befangenheit und Zorn ver­drängte. Und die merkwürdigen Reden, die die bei­den tauschten, Marion und Abbea wie zuckende Florettklingen schienen sie ihm. Was hatte Abbeg gesagt?Sechs Jahre eine lange Zeit! Fünf Jahre auch ..Offenbar waren sechs Jahre seit ihrer letzten Begegnung vergangen- ... aber was wollte das heißen:Fünf Jahre auch?" Wie war überhaupt ihr Verhältnis zueinander? Die ganze Nacht hatte er darüber gegrübelt und wie oft, wie oft seitdem! Er hörte Marion sagen:Also wir beide, Fips und ich, sind Schauspielerinnen. Wollen Sie lachen? Dann müssen Sie ins ,Hidi- qeigei' in Schwabing, da produziert sich Fips alle Abend. Kabarett!"

Und Sie selber? Verzeihen Sie meine Un­wissenheit, ich lebe auf dem Lande, kenne nicht mal die Breslauer Theater, geschweige die Münchner. Sterne erster Größe können funkeln, ohne daß ich .

Marion klopfte auf die Tischplatte:Keine Rede

Das erwartete Vertrauensvotum.

Stockholm, 29. Jan. (Europapreß.) Mit 464 Stimmen gegen eine Stimme sprach das Unterhaus Churchill am Ende der drei Tage dauernden Debatte sein Vertrauen aus. 24 Abgeordnete, welche größtenteils der Arbeiterpartei angehören, enthiel- ten sich der Stimme. Als einziger Abgeordneter stimmte der der unabhängigen Arbeiterpartei an­gehörende Abgeordnete Mac Govern gegen' die Re­gierung. Das Abftimungsergebnis laßt darauf schließen, welchem, Druck vor und hinter den Ku­lissen die Abgeordneten ausgesetzt waren. Noch in letzter Minute, am Schluß der Debatte, hat Chur­chill erklärt, er fühle, daß er die Unterstützung des Hauses diesmal sehr benötige. Die Abstimmung zeigt aber auch die verzweifelte Stimmung und die Ratlosigkeit des britischen Parlaments, das gar nicht mehr anders konnte, als alle Versager Churchills zu entschuldigen.

Churchill ging es um ein Vertrauensvotum. Weil die Dinge schlecht gegangen sind und weil Schlimmeres kommen wird, deshalb verlange ich ein Vertrauensvotum." Das ist wohl die merk­würdigste Begründung, die ein pleitegegangener Hasardeur jemals einem Parlament übermittelt hat. Nach 2V2 Jahren Krieg gelang es uns gerade, un­sere Köpfe über dem Wasser zu halten", mußte Churchill in seiner tief pessimistischen Rede gestehen. Das entspricht wirklich der Lage. Am Tage, da er vom Unterhaus ein Vertrauensvotum forderte, kam das Eingeständnis der britischen Admiralität von der Versenkung des britischen SchlachtschiffesBar­tz a m". Es war ein neuer Schlag gegen Churchill, der nur das zugibt, was nicht direkt abzuleugnen ist. Was hatte er überhaupt dem britischen Volke zu sagen? Er wußte nichts Positives zu erzählen. Was in Washington wirklich beschlossen wurde, ist durch die Ereignisse längst überholt. Der wahnwitzige Plan Roosevelts und Churchills, die Welt zu unter­jochen, hat so große Löcher bekommen, haß beide jetzt an die von Wilhelm Raabe bespöttelte Taktik gemahnen, Löcher in einem dünn und schlissig ge­wordenen Hemd dadurch zu stopfen, daß man am gleichen Kleidungsstück Flicken ausschneidet, um die ersten Löcher zu verdecken, das heißt im Laufe der Zeit nur noch Löcher, aber kein Hemd unter den Händen hat. Für Churchills Taktik ist bezeichnend der Satz:Ich hatte letzthin eine Menge schlechter Nachrichten aus dem Fernen Osten, und ich halte es aus Gründen, die ich näher darlegen werde, für außerordentlich wahrscheinlich, daß wir eine Menge

weiterer schlechter Nachrichten haben werden." Wenn England zurück müsse, dann gäbe es nur verschiedene Orte preis. Wenn England Singapur verliert, dann gibt es selbst nach englischer Ansicht mehr auf als einen Ort, Singapur war nach eige­nem Eingeständnis der Eckpfeiler der britischen Macht in Ostasien. Sein Einsturz würde, wie eng­lische Sachverständige erklärten, nicht nur die Pa­zifik-Position Englands, sondern auch die indische und vorderasiatische Lage in Mitleidenschaft ziehen. England ist durch Japan im ostasiatischen Raum schachmatt manövriert worden. Churchills Satz, Singapur werde bis zum letzten Zoll von britischen, australischen und indischen Truppen verteidigt wer­den, ist nichts mehr als eine jämmerliche Schamade.

Wie in Ostasien, so auf allen anderen Kriegs­schauplätzen. Churchill hat sich ausführlich mit Ge­neral Rommel befaßt. Er will nicht prophezeien, und bei Rommels furchtbaren Schlägen gegen die Truppen des Empire ist diese Einstellung jetzt wohl- verständlich. Aber hat nicht Churchill am 28. No- oember erklärt, Rommel werde totsicher vernichtet, hat er nicht gesagt, seit oselen Monaten habe Eng­land Menschen und Material angesammelt, um diesen Dernichtungsstoß zu führen? Jetzt ist ihm das Prophezeien vergangen. Jetzt behauptet er, nicht einmal der General Auchinlek in Nordafrika sei genügend gerüstet gewesen, um Rommel zu be­siegen.

Auch den Sowjets hat Churchill nicht helfen kön­nen. Er sagte,leider" müsse er gestehen, die Hilfe für Stalin sei nicht in dem gewünschten Maße er­folgt, well schlechtes Wetter die Materiallieferun­gen verhindert habe, aber immerhin sei diese un­zureichende Hilfe für Stalineine Ermutigung in dunkelster Stunde". Diese Ermutigung konnte er einmal den Australiern nicht versprechen. Irgend­wann würden sie vielleicht in einem Rat in Wa­shington vertreten sein, so tröstete er die Verzwei- felten. Dis dahin aber ist das ganze Jllusionsge- bäude Churchills längst in Scherben gegangen. Das weiß man in Australien, das weiß man in aller Welt, und man beginnt, das auch in London ein­zusehen ohne dagegen etwas machen zu können, denn Churchill hat das Empire in eine so heikle Lage manövriert, daß das Parlament den Premier­minister nicht aus der Verantwortung entlassen kann, mag es auch tiefstes Mißtrauen empfinden gegen diesen politischen Glücksritter, d-er zum Toten­gräber des Empire geworden. ist. E. S.

Volksgenossen zugute kam, wurde begleitet von außenpolitischen Entscheidungen, die mit der stolzen Errichtung Großdeutschlands Millro- nen Deutschen die Befreiung von fremder Herrschaft und die Vereinigung mit der großen deutschen Volksgemeinschaft, brachten. Die Saarabstimmung war ein sieghaftes Fanal am Beginn des Weges, der in seiner Folge zu der Befreiung des Rhein­landes, zur Heimkehr der Ostmark und des Sudeten- und Memellandes führte. Indem so das deutsche Volk in der Gestalt seines Führers die Souveräni­tät über seine gewaltsam abgetrennten Glieder un­ter Wahrung des Friedens wieder übernahm, ge­wann es die innere Stärke und Geschlossenheit, die das verhöhnte und unterdrückte Deutschland von Versailles in die erste Reihe der Großmächte stellte. Diese Entwicklung wurde noch besonders gekenn­zeichnet durch das Bündnis mit Italien und Japan, das als Grundlage einer friedlichen Neuord­nung gedacht nun im Feuer des durch die Plu- tokratien uns aufgezwungenen Krieges seine Be­währung fand.

Während das Werden des Großdeutschen Reiches, das mit dem 30. Januar 1933 begann, keinem der übrigen europäischen Mächte zum Schaden gereichte, ließ der Führer kein Mittel unversucht, um den Frieden in Europa zu stabilisieren und die zwangs­läufig sich ergebende Neuordnung so zu gestalten, daß sie allen beteiligten Völkern zugute kommen sollte. Welchen wirtschaftlichen Aufschwung eine solche Aera der Zusammenarbeit mitgerissen von dem immer rascher fortschreitenden Aufbau im Herzen Europas für den ganzen Kontinent be­deutet hätte, können wir an dem ermessen, was in dieser Hinsicht in Deutschland allein in den Jahren von 1933 bis 1939 geleistet wurde.

Wir wissen heute, welche Kräfte am Werk waren, um diese von allen Völkern ersehnte friedliche Ent­wicklung zu stören und durch einen gewaltsam vom Zaun gebrochenen Krieg unmöglich zu machen. Ihr

Ziel war es, in einembequemen" Krieg, der das deutsche Volk durch Aushungerung dezimieren sollte, all das zu rauben und zu zerschlagen, was wir in den Jahren des Aufbaues geschaffen haben, und in Verewigung der europäischen Zerrissenheit als Aus­beuter und Parasiten des versklaven deutschen Vol­kes die Herrschaft des Goldes über die Arbeit auf- zurichten.

Die Geschichte dieses Krieges nimmt einen anderen Verlauf. Keines der Söldnerheere der jüdischen Kriegstreiber setzte seinen Fuß auf deutschen Boden Unter der genialen Führung Adolf Hillers und dem entschlossenen Einsatz des ganzen deutschen Volkes aber bereitet sich hinter der kämpfenden Front ein Neuaufbau vor, der nach nationalsozialistischen Ideen in gigantischen Ausmaßen Wirklichkeit wer­den wird.

Wenn wir so erkennen, was für einzigartige Dolkstaten wir in den Jahren des Friedens er­arbeitet haben, was wir heute gegen den Haß und Vernichtungswahn der jMisch-plutokratifch^bolfche- wistischen Internationale verteidigen, dann kämpfen wir mit einer erbitterten Entschlossenheit, die zu jedem Opfer und Verzicht bereit ist, die keinen Kom­promiß und erst recht keine Kapitulation kennt, und dann ist uns der Sieg so sicher, wie einst der NSDÄP. auch in härtester Zeit der 30. Januar 1933 und danach der einzigartige Aufstieg im Zei­chen der NSDAP, gewiß war.

Hawai-llntersuchung abgelehnt.

Washington, 30> Januar. (Europapreß.) Der Marineausschuß des USA.-Repräsentantenhauses hat mit 16:6 Stimmen eine Untersuchung der Pearl- Harbour-Katastrophe durch den Kongreß a b ge­lehnt. Durch den überraschenden Angriff japa­nischer Flugzeuge und Unterseeboote auf Hawai zu Beginn des Pazifik-Krieges im Dezember vo­rigen Jahres wurde der größte Teil der Pazifik-

von Stern! Ich funkle ein bißchen im Gärtnerplatz­theater ..."

Was ist das? Keine Ahnung! Schauspiel? Oper?" Operette! ,Donaunixe' haben Sie nie gehört, Sie Unschuld vom Lande? Der große Erfolg! Ich singe die Hauptpartie ..."

Aber das werde ich mir mit Vergnügen an» hören!" .Angenehmer Mezzo-Sopran tut wohl', halle er gedacht, er entsann sich genau.

- Sonderbarer Abend im Menschengewühl der Wies'n"! Lange waren sie zu viert, vom Zufall zusammengeweht, durch die lichterfunkelnde Zelt­stadt' gebummelt. Vor einer Schießbude hatten Fehr und Abbeg auf Marions Wunsch einen Wett­kampf ausgefochten, er war unentschieden geblie­ben, Marion war mit einem großen Schokoladen­herzen in Stanniol (Abbegs Gewinn) und einer Puppe (Fehrs Gewinn), einer riesigen blonden Mizzi" mit Klappaugen, die eigentliche Gewinne­rin geblieben'...Ich hab' so gern mit Puppen gespielt", sagte sie, dankbar lächelnd.Kann ich bestätigen", rief Abegg.Spielten ja beinahe noch mit Puppen, als ich Sie kennenlernte ..." Ich habe vielmehr den Eindruck, Sie spielten mit einer Puppe, Abbeg!" ... Fehr hatte innerlich den Kopf geschüttelt: was wollten alle diese lauern­den, hastig gewechselten Reden bedeuten?!

Und dann im Gewirr von Karussells, Achter­bahnen, Luftschaukeln, Lukassen die tieferregende Szene bei der Wahrsagerin (Preis fünfzig Pfennig pro Person)! Das alte verdächtig feurige'Zigeuner- weib im roten, goldflitterbesetzten Röcklein, dicke Goldringe in den Ohren, hatte ohne viel Feder­lesens Marions und Fehrs Hände ergriffen ...

Was seh' ich?", rief sie:Schöne Damen! Schöner junger Herr! Wollen Sie wissen, was das Geheimnis der Urgroßmutter meinem Auge ent­schleiert? Diese Linien! Wie sie zueinander passen? Wie das zueinander hinstrebt! Schöne Dame, schöner Herr! Werden fein glücklich, werden sein Mann und Frau, eh' ein Jahr ..." c-

Laut auflachend riß Marion die Hand zurück. Auch Fehr brach in Gelächter aus er fühlte am Schlag seines Herzens, daß sein Lachen nicht ganz unbefangen war ...

Na also!", rief er.Donnerwetter, das ist freilich mehr als fünf Groschen wert!" Und langte nach der Geldbörse,

Aber da flog schon ein Markstück auf den Tisch. Darf ich dann wenigstens diese Ehe finanzieren?" tönte eine Stimme hinter ihnen.

Jäh wandte er sich um: .Keine schlechten Scherze, Herr Abbeg!"

3 bewahre, Gaudi muß sein! Wozu ist man auf der Wies'n?"

Christian Fehr riß sich zusammen. Der Kopf war ihm gegen die graue Polsterstütze gesunken. Hatte er geschlafen?' Und geträumt tief geträumt? Sonderbar nah und wirklich war das alles gewesen, jedes Wort hatte er verstanden, jede Stimme unter­schieden wie an jenem glücklichen September­abend ...

Und nun sollte er sie wiedersehen! In einer Stunde wohl schon ...

Wie war sie plötzlich nach Berlin verschlagen? Und warum rief sie ihn? Sein Herz schlug, als wäre er wieder ganz jung.

Auf einem vorüberhuschenden Schild las er den NamenGrünau". Donnerwetter, das war ja schon beinahe Berlin, und es galt, sich fertigzumachen ..."

Genau um diese Stunde stand Dr. Wulflam in dem engen Büro, dessen Fenster auf große, unter mächtigen Schneekifsen liegende Holzstapel hinaus­ging, und behorchte mit dem Hörrohr sorgfältig die mageren Rücken der Meister, Gesellen und Lehr­jungen, die nacheinander vor ihm aufmarschierten. Sein kupferner Haarschopf fiel zur Seite wie ein Hahnenkamm. Ulla Fehr saß ihm gegenüber am Schreibtisch des Vaters und notierte in der großen Liste alles, was er ihr halblaut zurief.

Es war die monatliche Generaluntersuchung, die Christian Fehr auf Vorschlag seiner Tochter für die ganze kleine Belegschaft derSophienau" an- georonet hatte. Aber heute war alles anders als sonst Wulflam spürte es in jedem Nerv.

Die Baroneß, die immer mit ihrer heiteren Ak­tivität die Seele dieser Stunden gewesen war, zeigte sich heute von einer Seite, die der junge Arzt nicht an ihr kannte: zerstreut, unbeherrscht, fast unfreund, lich Immer hatte sie sonst gern zwischen den ein­zelnen Untersuchungen ein kleines Geplauder mit ihm eingeschoben, etwa den Fall des im Kopfe zweifellos nicht ganz richtigen alten Meisters Theo Glumm besprochen, dessen Schwindsucht leider un­aufhaltsam Fortschritt; hatte auch geduldig zugehört, wenn die Leute nach redseliger Schlesier-Art die

Aus der schiefen Ebene

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Die Konferenz von Rio, die nach dem äußeren Vorbild ihrer Vorgängerinnen in Panama und Hu oanna eine Zusammenkunft von Vertretern aller amerikanischen Staaten war, stand im Gegensatz zu jenen unter dem unmittelbaren Druck einer chicksalsschweren Entscheidung, nachdem es inzwi- chen Herrn Roosevelt gelungen war, die Kriegs. Verwicklung, die er suchte, zustande zu bringen. Nie­mand hatte das Staatsgebiet der USA. bedroht, und niemand macht den ibero-amerikanischen Löir. dem einen Fußbreit ihres Gebietes streitig. Deutsch, land als die Ordnungsmacht des neuen Europa hat zu wiederholten Malen auf die ausgesprochen fried, lichen und dem gegenseitigen Nutzen dienlichen In, teressen hingewiesen, die "ihm die alten und frucht.

Flotte der Vereinigten Staaten vernichtet. Jetzt ist es den Herren offenbar peinlich, die ganze An. gelegenheit durch eine Untersuchung erneut auszil- rühren, deshalb verzichten sie lieber darauf.

Argentiniens Außenminister beim Flugzeugunglück mit dem Leben davongekommen.

baren Handelsbeziehungen zu den füdarnerikani. schen Staaten auch für die Zukunft wertvoll machen. Die ibero-amerikanischen Länder haben es selbst am besten verspürt, was die völkerrechtswidrige, von Washington geduldete und mehr und mehr geför. berte Blockadepolitik Großbritanniens für sie durch den Ausfall des deutschen und der übrigen konti­nentaleuropäischen Handelspartner an Schaden be­deutet hat. Bis in die Formalitäten dieses Will, fchoftsaustausches hinein hat sich die, klare und sau. bere Handelsmethode des Reiches auch auf dem Südkontinent jenseits des Atlantik größter Sympa, thien erfreut, da sie durch keinerlei Machtambitionen

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getrübt war wie die verführerischen Mechoden der Kreditgebarung Washingtons, und da sie auf der Grundlage der strukturbedingten Austauschmöglich, ketten zwischen den beiden Wirtschaftsräumen auch den finanziellen Möglichkeiten der devisenarmen Südamerikaner gerecht wurde.

Das Marktnkonopol, das die Vereinigten Staaten als Lieferanten von Jndustrieerzeuqnissen und als Verbraucher von agrarischen Rohstoffen auszunutzen in der Lage waren, hat demgegenüber für Süd- amerika alle die Schwierigkeiten empfindlich spür, bar werden lassen, die jeder Kenner der Verhält­nisse Vorhersagen konnte. Erstens bestehen zwischen den beiden Gebieten keine wirtschaftlichen Ergän- zungsmöglichkeiten. (Betreibe und Baumwolle bilden normalerweise Ueberschußprodukte in beiden Zonen; und mindestens für die in das neue Erntejahr über­nommenen 2V2 Millionen Tonnen alten Weizens in Argentinien sowie die großen, dem Verderb anheim- gefallenen Maisbestände dieses Landes ist das Feh. len eines lohnenden Absatzmarktes ein schwerwie­gendes Problem, nachdem gegenwärtig der rüstungs.

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Buenos Aires, 30. Januar. (DNB.-Funk-

spruch.) Der Kraftwagen des Chefs der Luftwaffe, i;Ln Oberst Zanni, stieß mit einem Lastauto amini ^H^afen Q'

sofort ins Marinehofpital verbracht.

Oer Chef der argentinischen Luftwaffe

gang des Truppenübungsplatzes Campo de Mayo in der Nähe von Buenos Aires zusammen. Zanni

wurde schwer verletzt in ein Hospital verbracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Der Verunglückte war als Nachfolger von General Zuloaga Anfang Ok­tober des vorigen Jahres zum Oberkommandierenden des Militärflugwesens ernannt worden. Er stand im 49. Lebensjahr. Bereits mit 23 Jahren erzielte er die südamerikanische Bestleistung im Dauer- und Schnelligkeitsflug. Sechs Jahre später überquerte er zweimal die Cordilleren. Eine Glanzleistung bil­dete fein Flug AmsterdamTokio, wobei er einen Schnelligkeitsrekord auf der Strecke Amsterdam- Kalkutta aufstellte. Zanni war auch vorübergehend den diplomatischen Vertretungen in Paris, Lon­don, Tokio und Washington zugeteilt.

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der iti h Unterred Mschen § 111 Delcroix,

Buenos Aires, 29. Jan. (DNB.) Auf dem Rückflug von Rio de Janeiro nach Buenos Aires ist der argentinische Außenminister Ruiz Gui. n a z u mit mehreren Mitgliedern seiner Delegation

.Tokio, 29. «Nischen Mari jeti der Mas iitfenitrafee, d ^'.reiche Lusic ttzpunlle au iiib Durul

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im Flugzeug a b g e ft ü r 31. Das Flugzeug stürzte kurz nach dem Start in der Umgebung von Rio ins Meer. Alle 12 Insassen wurden geborgen. Sie sind unverletzt bis auf den Außenminister, Jemen. Vier der eine Brustverletzung davontrug. Guinazu wurde

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Sonst noch was, Doktor?" fragte sie, indem sie schon die blaue Baskenmütze über den blonden Kopf zog. Sie stand hinter dem Tisch und sah | Wulflam mit Augen an, von deren Blick ihm un- i behaglich zumute wurde.

Unsere gnädigste Baronesse ist heute sehr un* gnädig!"

Ungnädig? Eilig. Servus, Doktor!"

Er übersah die über den Tisch weg hingestteckte j Hand:

Darf ich mich Ihnen nicht anschließen wie sonst?" i Wenn Sie sich beeilen bitte!"

Sie gingen nebeneinander her, den Weg von dec rauchenden Sophienau zum Schloß. Der Schnee- ; pflüg hatte ihn gegen Mittag freigemacht, hohe Wälle türmten sich zu beiden Seiten. Zu allen Jah­reszeiten waren sie diesen Weg gegangen, seit zwei­mal zwölf Monaten, seit die Generaluntersuchungen eingeführt waren. Und immer hatten sie lebhaft gesprochen und kameradschaftlich debattiert über Dinge, die sie gemeinsam interessierten: Krankheits­fälle in des Doktors junger Praxis, soziale und medizinische Probleme. Ja, mehr als zwei Jahre, seit Wulflams Niederlassung in Lappersdorf, hatte eine gute, auf sachlicher Grundlage ruhende Freund- schäft zwischen ihnen bestanden. Ulla, der der Vater gerade endgültig das Medizinstudium abgeschlagen, hatte in dieser Zusammenarbeit so etwas wie Er­satz für die Erfüllung ihres Lieblingswunsches ge­funden, die des Vaters Egoismus ihr weigerte. Sie hatte dem jungen Arzt beim Aufbau der Praxis geholfen, feine Kranken betreut, mehr als einmal in schweren Fällen die Nacht am Bett in einer ärmlichen Dorfhütte verwacht. Und stets waren die Beziehungen zwischen ihnen beiden hell und unge­trübt gewesen. Bis heute

Bis heute ... Das war's, worüber Wolfram sich immer wieder wunderte, während die belanglosen Worte hin und her gingen. Und er litt doppelt darunter, denn gerade heute hatte er sich auf diesen Rückweg und fein vertrauliches Gespräch besonders gefreut. (SottfetzmrA jslgtä

kleinen Sorgen und Anliegen ihres dumpfen Da­seins vor ihr ausbreiteten. Heute aber vermied sie jedes persönliche Wort, beschränkte sich auf das Sachliche, hetzte die ganze Untersuchung herunter und schloß am Ende mit knappen, heftigen Be-