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Zrettag. 80. Januar Jy^2

Gießener Anzeiger

»2. Jahrgang Nr. 25

Genrral-Anzeiger für Oberhessen

Der

Rachrichlendienst um 20.15 Uhr.

Bengasi genommen

mit der der

PK. Das

gen haben.

Kultur sehr viel tiefer als den Amerikanern. Reklame machen und

im Bewußtsein sitzen sollte am lautesten für Moskau gelegentlich geradezu die

Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Giehen. Schvlstrahe r-9

ned Beef.

Am Horizont aufkreuzende Punkte: das sind Tommypanzer! Dann stehen auch schon Panzer gegen Panzer im Kampf. Ab­schuß, Einschlag, wieder Abschuß immer kurzer werden die Abstände. Jetzt lassen auch die Pan­zerjäger ihre kleinen Kanonen sprechen und unab­lässig 'erfüllen die schweren Koffer die Luft mit ihrem Brausen. Schnell wie das Gefecht begonnen, kaum, daß der Feind erkannt war, so endet es auch. Das Artilleriefeuer wird vorverlegt, unsere Panzer überschreiten in breiter Front den Höhenrand, und die Panzerjäger protzen auf.

Eben noch mit dem Lärm der Panzerschlacht er-

Führer spricht zum 3 0. Januar heute um 17 Uhr. Seine Rede wird vom Großdeutschen Rundfunk auf alle Sender übertragen. Eine Wie­derholung der Uebertragung bringt der Groß­deutsche Rundfunk heute abend nach dem

zur Filhnoill tet ßnd;

Mit sie M - den jeweui »leistet haben; M\w.n als 20 wichs« Umsätzen be> flichtis MZ imungen- iw

Kalenderjahr m M-°d- ZI. Dezenve«

angesichts der unerhörten Uebermacht, Gegner anrückte, nicht vermeiden, die

Nachahmung bolschewistischer Errungenschaften in England fördern. Allmählich stellt sich nun aller­dings heraus, daß diese politische Annäherung an Moskau, so oberfläcl-lich und äußerlich sie auch zu­nächst gedacht gewesen sein mag, im eigenen Land Folgen hat, mit denen man nicht ^gerechnet hatte.

Im Lager der Konservativen verfolgt man diese Entwicklung mit Mißtrauen und Unbehagen und fordert von der Regierung, sie solle von sich aus Reformen einleiten, damit nicht von der Linken her ein radikaler Umsturz vorbereitet werde. Es ist im Grunde das alte englische Rezept, den revolutio­nären Bewegungen durch homöopathische Behänd- lung vorzubeugen. In diesem Sinne sind wahr­scheinlich auch die Aufsätze derTimes" zu ver­stehen, die unlängst eine Nachahmung bolschewisti-

DNV. Musbern Führerhauptquartler, 29. Januar. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Deutsche und itallenische Truppen haben heute früh Bengasi genommen. Der Füh­rer hat den Oberbefehlshaber der Panzerarmee Afrika, General Rommel, in Anerkennung sei­ner hohen Verdienste zum Generalobersten befördert.

Heute nachmittag spricht der Führer.

Berlin, 30. Januar. (DNB. Funkspruch.)

Druck und Verlag: vrühlsche Univerfitätsdruckerei H Lange

Was wir verteidigen

Gedanken am 30. Januar 1942.

ticuciiayiunv.^yv.i unser es _ um all das, was wir uns unter der Fuhrumj Kloots Hitlers feit der Machtübergabe auf allen Gebieten errangen, was wir mit starkem Leben erfüllen oder überhaupt erst kraft der Idee und dank der Parier

scher Methoden verlangte. Es muß aber bezweifelt werden, ob Churchill dieses altbewährte Rezept heute noch anwenden kann. Er hat sich selbst die Hände gebunden, als er die Bolschewisten zu seinen erklärten Alliierten machte, Auf die militärische Freundschaft Stalins will er nicht verzichten, und deshalb kann er ihm die politische Freundschaft nicht verweigern. Die bolschewistische Sichel, die der angelsächsischen Weltherrschaft in Europa den Weg bahnen sollte, hat sich.als ein sehr zweischneidiges Instrument erwiesen. Bk-

Unser Bild zeigt General Rommel lm Haupt« quartier des italienischen Armeekorps bei einer Lagebesprechung.

(PK.-Kriegsberichter Moosmüller. sSchj)

Ein ganzes Armeekorps gebunden.

Der Kampf vor Lollnm.Bardia und Halfaya

1942 hat ein

»ekommen

reudet i. Jüngel heoL Opper m Main Jinik n, Offenbach

385 P/

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittags

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a eines M 'ab 2bim mH- D-e M ,?ner Steuer- T®

Die Angst und die daraus entspringende Hoch­achtung, die man in England und in den USA. vor General Rommel hat, hat ihn in beiden einblichen Ländern beinahe zu einer populären Figur gemacht, der man alles zutraut. Davon, wie man ihn insbesondere in den Bereinigten Staaten einschätzt, gibt einen klassischen Beweis derChi­cago Daily News Funk", der zu den Vorgängen in Afrika und dem Vorstoß des Generals Rommel bei Ägedabia seinen Kommentar mit folgenden Worten beginnt:Die Meldungen aus Libyen sind ein Beweis dafür, daß General Erwin Rommel, derSchlingel" unter den modernen Generalen, ein neues Kaninchen aus seinem Hut gezaubert hat. Gestern stand er noch in ab­wartender Stellung am östlichen Tor der Cyre- naika. Ganz plötzlich wandte er sich gegen seine Verfolger und schoß in drei Panzerkolonnen auf Osten zu. Die auf der rechten britischen Flanke be­findlichen Truppen wurden zum Rückzug gezwun­gen, und die Deutschen gingen auf eine Linie vor, die zehn Meilen weiter östlich gelegen ist. Es war dies der gleiche Trick, mit dem Rommel alle b r t« tischen Berechnungen während der ersten vierzehn Tage der augenblicklichen Offensive über den Haufen warf." Das Kompliment, das die Chicago Daily News" hier General Rommel macht, war um so bedeutsamer und wog um so chwerer, als es sich bei der deutschen Aktion nur um Vorstöße handelte und um nichts anderes, wie man ja das auch in Kairo ganz richtig erkannt hatte, wenn man sagte, daßRommels neuer Vorstoß nichts anderes sei als ein Fühler . Aber derFühler" war kräftig genug, bis Bengasi vorzustoßen. General Rommel ist es, der die Ini­tiative nicht aus der Hand gibt und aus seiner Lage heraus den Gang der Ereignisse bestimmt. Es ließ sich K-------

statten machen sich daran zu schaffen. Motor an­werfen und darauf zu. Der schwere Wagen kurvt und mahlt in den Sanddünen. Dann festerer Boden. Ein paar Sprünge über die durch den Kameldorn gebildeten festen Höcker. In dem unbeschädigten Wagen knistert es bedenklich. Der einzige Wasser­kanister muß herhalten, aber es hat sich gelohnt: 15 Fässer Benzin und ein großer LKW., genug für den Tagesverbrauch einer Panzerkompanie.

SAH, \ Untrem geboten, LeilNai. Xäw N «ßa

Berlin, 29. Jan. (DNB.) Die neuen Erfolge der deutsä>en und italienischen Truppen im Raum von Ägedabia lassen die Bedeutung des heldenhaf­ten Kampfes deutscher und italienischer Soldaten bei Bardia, Sollum und Halfaya fetzt in vollem Umfange erkennen. Berichte und Aus­sagen gefangener britischer Offiziere haben befta* tigt, daß dieser entschlossene Widerstand große Teils der 8. britischen Armee an die heißumkämpften Stellungen gebunden und von der Masse der britischen Truppen abgespalten hat. So wußten die Briten in den ersten Tagen der Schlacht in der Cyrenaika ein ganzes Armeekorps, das ......v ,.........r ..uu, uutu, ich----! VbJJt^ar deutschen Panzer verstärkt wurde, aufbieten, um die deutsch-itatte-

neu errichten konnten.

Greifen wir aus den gewaltigen Gesamtleistungen der Jahre des Aufbaues nur einige wenige Bei-

Deutsche Panzer greifen an

Von Kriegsberichter Claus Dörner.

Wirt.

Kurz hinter Ägedabia wollte man a u f d i e V i a Balbia vorgehen, den wasserreichen Ort von einen rückwärtigen Verbindungen abschneiden. Der Hauptstoß aber' war, unmittelbar der im großen Uadi el Faregh laufenden Piste folgend, a u f e l Agheila gerichtet. Und wahrhaftig, hatten die Mark 6 und' Mark 4 so vorbrechen können, wie es ihnen die auf der Karte rot verzeichneten Pfette vorschrieben, so hätte man in den Redaktionen der Times" undDaily Mail" nicht über Material­mangel zu klagen brauchen.

Wir sind noch dabei, Kompaß und Scheinwerfer aus einer abqeschossenen Hurricane auszubauen, als bereits unsere Artillierie abprotzt und in Stellung aebt Die B-Stelle hat sich auf einer Dune ein­gerichtet. Drüben am Djebel lassen sich bereits mit bloßem Auge die Hellen Verdecke der britischen Last­kraftwagen' ausmachen; schon der erste Einschlag bringt Bewegung in den Haufen. Emer nach Dem andern geht in Flammen auf ober bleibt mit zer­schossenen Reifen liegen. Stellungswechsel nach vorn. Noch einmal wird in den fluchtenden Haufen hm- eingehalten, was die Rohre hergeben.

In einer Mulde stehen zwei brennende Wagen, daneben ein scheinbar noch umrersehrter. Dunkle Ge-

- sd chen. von U I Messen

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Druck zu verstärken. Während die Briten mit gro­ßer Uebermacht gegen die Stellungen von Sollum und Halfaya vorstürmten, bereitete General Rom­mel in der westlichen Cyrenaika den großen Schlag vor der ihm wie die umfangreichen Mengen zerstörten und erbeuteten britischen Kriegsmaterials beweisen geglückt ist.

Die heldenhaften Kampfer von Sollum und Hal- faya, die sich mit einer Härte und Entsagung ohne­gleichen selbst dann noch gegen die britische Ueber. inacht zur Wehr setzten, als ihnen Proviant, Wasser imb Munition ausgegangen waren haben damit den schönsten Ruhm geerntet: sie haben den Er- folg heranreifen lassen, den die Banzer General Rommels jetzt in der westlichen Cyrenaika errun-

Die Männer verfolgen die Schleifspuren am Boden. Da, ein Toter?Come an, boy! In seiner Heimatsprache angeredet, wendet derTote" er­staunt den Kopf, dann hebt er, noch liegend, Die Hände. Es ist ein Oberleutnant aus guter Familie, der höflich bittet, eine Zigarette rauchen zu dur en. Er sagt, er sei erstaunt, hier Deutsche anzutreften. Er habe geglaubt, weit hinter den britischen Limen zu sein. So ganz im Unrecht ist der Mann übrigens nicht. Doch es ist den deutschen Afrika-Soldaten schon beinah zur lieben Gewohnheit geworden, immer dort überraschend aufzutauchen, wo Der -------- _ .

Feind sie nicht erwartet. Der Tommy rechnet mit rwch durch eine schwere Verteidigung, unb d i e t i u > u/ c n >> a n 3 c r . uequiiii ivUi.de, üuivic.cn, ** - o t,

greifen an. Der Tommy setzt wettlustig auf nischen Stützpunkte ab.zuschnüren. stärkere L u 11 - Sieg, auf Flucht der Verbündeten und beutereiche und S e"e st r e i t k r ä f t e wurden von anpcren Verfolgungskämpfe, aber er läßt iq wenigen Tagen Kampfplätzen abgezogen, um diesen konzentriicheir

Wenn wir heute an der Schwelle des zehnten Jahres unseres national­sozialistischen Reiches stehen, am Beginn eines Jahres, das erfüllt fein wird von dem 9r0.p£n Entscheidungskampf gegen die internationale indische Weltverschwörung, von dem erbitterten Ringen un­serer Wehrmacht gegen den gefährlichsten Ver­bündeten der Plutokratie, den Bolschewismus, so ist an diesem Zeitpunkt besonders notwendig, sich m Gedanken einmal die unendlichen Werte und Werke vor Augen zu halten, die, vom Nationalsozialismus geschaffen, heute Inhalt und Glück unseres Lebens und und die von unseren heldenhaft kämpfenden Soldaten vor dem Zugriff der plündernden Horden der Zerstörungsmächte so sicher bewahrt werden. Wofür wir in diesem Kriege mit solcher Harte uns Entschlossenheit kämpfen,, sind nicht Weltbeherr­schungspläne, wie sie die jüdischen Plutvkratien umt der Bolschewismus anstreben, find nicht Wirtschafts- Monopole und Aktienpakete. Wir kämpfen für d e n Bestand und das Leben unseres Vol­kes, für den Lebensraum unserer Kinder, wir I verteidigen die geistigen und sittlichen Güter, Die I wir aus jahrhundertealter Tradition übernommen, und den nationalen Besitz, den wir uns i" harten

Cyrenaika aufzugeben. Aber in dem Rückzug lag und verzichtvollen Jahren des Aufstiegs selbst er- eine hohe Kriegskunst, die unsere Gegner stets oon arbeitet haben. Kurz: Unser Ringen geht um die neuem in Erstaunen versetzte. Und jetzt stehen sie Lebensgrundlagen unseres Volkes, mit offenem Munde da, weil Rommel plötzlich aus seiner neuen- Stellung heraus zu einem kühnen Einbruch in dle- englischen Aufmarschräume vor seiner Stellung übergegangen ist. Tagelang ist er mit seinen Panzern in die Wüste hineingerollt, hat ungezählte Waffen aller Art erbeutet ober zerstört und Lager an Vorräten, große Benzmdepots 5Iug=. uct ««, plätze und Flugzeuge genommen. Wenn sie mm spiele heraus, um an ihnen die Werke zu menen, versuchten, Rommel eine Offensive anzudichten, die für deren Verteidigung uns kein Einsatz zu hoch bis an die ägyptische Grenze führen soll, dann ist das ein beliebtes Manöver, ein Ziel aufzurichten, . Tnf

um nachher, weil es nicht erreicht wurde, da es gar füllt, breitet sich nun bleierne Stille im EaL Ltn nicht anaeftrebt worden war, zu behaupten, man verwundeter britischer Panzerkommandant, Der im habe den Gegner siegreich zurllckgefchlagen. Turm seines bereits bannenden Fahrzeugs ein-

_ , *, geklemmt ist, ruft um Hilfe. Dankbar lächelt er Dem

Cfdbo in ttalittL Arzt zu, der ihn verbindet. Sechzehn zerstörte oder

tyrcuviyty Hl schLerbeschädigte Tanks vom Typ Mark 4 und

Mailand, 30. Januar. (DNB. Funkspruch.) Die Mark 6 lassen sich von einem Punkt aus mit dlo-

Wiedereroberung von Bengasi hat in Italien leb« ; <" x ------------

hafte Fre ude und Begeisterung ausge- jo beschädigt, daß löst.Corriere della Sera" schreibt, Churchill war s.

von einem vollen Erfolg in Libyen überzeugt, bah er dieser großangelegten und seit Monaten vorbe- reiteten Aktion alles andere unterordnete. Ohn-e den deutschtttalienschen Sieg überschätzen zu wollen, könne man doch sagen, daß der grandiose strate­gische Plan des englischen Kommandos restlos gescheitert sei. Der triumphale Marsch durch Libyen auf Tripolis oder gar Tunis habe sich in | eine Reihe überaus harter Kämpfe verwandelt, wobei der Rand der Syrte wiederum die äußerste Grenze des fo teuer erkämpften Vormarsches Durfte Ute, dem sofort der Gegen« stoß folgte. An dem großen Erfolg der deuisch- $ alieNischen Landstreitkräste seien aber auch Flotte und Luftwaffe beteiligt, die m engster Zu­sammenarbeit den fo wichtigen Nachschub sicher­ten und dem Gegner gleichfalls schwere Verluite zufügten. Das unerschütterliche Vertrauen in den Ausgang des Krieges in Nordafrika.und im Mit­telmeer sei aber nicht etwa auf eine Unterfchätzung der immer noch gewaltigen gegnerischen Stteit- kräfte zurückzuführen, sondern auf das Bewußt­sein der steigenden eigenen Möglichkeiten. Die Wie­dereroberung von Denga'si sei eines der sichersten Anzeichen für diesen Wandel der Situation.

- ßem Auge zählen. Ein einziger deutscher Panzer ist !- so beschädigt, daß er abgeschlevpt werden muß.

Der Adjutant des britischen Oberkommandierenden wird wohl einige Stunden damit zu tun gehabt haben, die von der Hand seines Generals einaezeich- neten roten Linien und Pfeile mit dem Radier­gummi wieder zu entfernen. Statt mit roten Pfei­fen ist die Piste im Uadi el Faregh mit den ver­kohlten Resten von hundert Britenpanzern eindeutig bezeichnet.

geqennti fcrtifvrcdmnfdilnti 2251 iMbestt _ ----

vor uns liegende in Der linken Ecke durch einen Paktreffer zerfetzte britische Kar. tenblatt von Ägedabia weist zahlreiche Em- zeichnunqen auf: Mit schwarzem Sttft.d'ie b e u tf ch- italienischen Stellungen, tvie sie sich m der Phantasie des Chefs einer englischen Panzer- kompanie bargefteüt haben mögen, unb in4rafhgen roten Strichen die feindlichen Stoßlinien. Man wird unwillkürlich an eine als Quintaner verfaßte Lateinarbeit, in Der Der Rotstift Des ge» strengen Herrn Ordinarius für Den eigenen Ge­schmack allzu heftig gewütet hat, erinnert. Mit dem einen Unterschied allerdings, daß der Rotstift des Lateinlehrers unerbittlich recht behielt, wahrend die kühnen Pfeile des britischen Offiziers das Wieben, was sie von Anbeginn waren: Rechnungen ohne

lüerforgungäianipit:, uva » ~ '

hundert brennende Panzer auf dem Kampffeld unb liefert uns erfreuliche Vorräte an Keks und Cor-

ftscheint täglich., außer : sonntags und feiertags

q,.'1 Beilagen:

' liekener Familienblätter : ^jmatiinBild DieLckoUe Be-ugsvreiS:

Stockholm, Ende Januar.

: Noch ist kein Monat vergangen, feit in Wajhing- pit die 26 Staaten, Protektorate und Exilregierun- ,n welche sich durch den Willen weniger Männer Vt auch nur durch Zufall im gegnerifchen Lager ammengefunden haben, ihren Namen unter die Klärung fetzten, durch welche sie sich zum gemein­ten Slampf gegen die Achsenmächte verpflichten, 'joch sind die Pläne, welche Churchill und Roose- f(t in wochenlangen Beratungen in Washington ^morsen haben, kaum über das Stadium theoreti- ger Erwägungen hinaus gediehen. Noch ist der Ionische Apparat, welcher auf politischem, wirt- gastlichem und militärischem Gebiet zur Durch- chmng dieser Pläne erforderlich ist, erst in dürf­en Ansätzen vorhanden; schon aber zeigen sich fe in der Fassade der Einigkeit, die vorerst Erdings nur Schönheitsfehler sind, aber später ks ganze Gebäude zum Emsturz bringen können.

Der Streit Der Trabanten, auch Der großen unter (inen, brauchte dabei vielleicht in Washington und ionbon nicht besonbers ernst genommen zu wer- Kn wenngleich er. störend genug wirkte und, wie zrgenwärtig das Beispiel Australien s zeigt, sonders für England, dem empfindlichsten der d.'iden angelsächsischen Partner, recht spürbare Fol- (?n auch im innerpolitischen Leben haben kann, jrotzbem würden diese Eifersüchteleien im zwetten Enb dritten Rang kaum ins Gewicht fallen, wenn veniqstens im Parkett, im Kreise Der drei Großen, Einigfeit bestände. Aber es zeigt sich immer deut- l-iber, daß davon nicht gesprochen werden kann, und laß. während die Gegensätze zwischen London und Washington vorläufig überbrückt zu sein scheinen, ler Draht nach Moskau unter dem Tau- ,iehm her an beiden Enden sitzenden Partner merk-

svnatlick.. RM.1.80

ustellgebühr.. ,, ich bei Nichterscheinen tpr einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Oie zweischneidige Sichel

Von unserem Dr. L.-Korrespondenten.

Ich gelitten hat.

Schon bei der Unterzeichnung der Washingtoner Erklärung wurde klar, daß es Churchill unb Roose- je(t nicht gelungen war, S t a l i n von der Not- , vendigkeit einer unbedingten militärischen Zu- ammenarbeit mit den Angelsachsen zu überzeugen, jroar Dürfte Litwinow-Finkelstein, Der von jeher eine Schwäche für Die westliche Diplomatie hatte md sich gern und häufig den in Moskau verpönten Frack anzog, fein Möglichstes getan haben, um wenigstens nach außen hin ungetrübte Eintracht Mzufpiegeln. So kam es auch, daß die Bolsche­wisten die Washingtoner Erklärung unterschrieben, ich jedoch gleichzeitia volle Handlungsfreiheit da- löurd) bewahrten, daß die Verpflichtungen zur kiniqkeit nurgegendieAchsenmächte Gül­tigkeit hatten, mit Denen sich jeder Unterzeichner im l Kriege befand. Das bedeutete praktisch, daß die I-Ängelsachsen auf die Hilfe Der Sowjetunion gerade fan 'bdr Front verzichten mußten, wo sie diese am Dringendsten benötigten, nämlich in Dftaf 1 en.

I Die strategische Planung der Alliierten, für Welche Churchill unb Roosevelt bei ihren Beratun- Ken in Washington Die Grundlage schaffen wollten, W, wie ber Welt immer roieber versichert wird, leine Planung auf lange Sicht. Mit dieser Desftun- /abuiig versuchen die amerikanischen und britischen Staatsmänner, sich selbst und ihre Völker darüber fhinwegzutäuschen, daß augenblicklich m Oftajien sehr wichtige Positionen verlorengehen. Von Mit- iiliebern der australischen Regierung wurde schon Ibetont, daß das eine sehr törichte Betrachtungs- Imeife sei, weil es später unendlich schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein würde, diese Positionen iviederzuerobern. Aber selbst, wenn man diese etwas -algenhumorig schmeckende Erklärung gelten lassen wollte, fo liegt es auf der Hand, daß die Planung ber Angelsachsen für die künftige Kriegführung im Pazifik äußerst schwierig sein muß, solange sie Die Beteiligung der Sowjetunion in ihrer Rechnung als unbekannten Faktor einsetzen müssen.

Die defensive KrieMhrung der Alliieren hn Pazifik ist angeblich ein Teil der strategischen Planung auf lange Sicht. In Wirklichkeit ist sie aanz einfach eine Notwendigkeit. Schon lange vor Ausbruch Des Krieges wurde von vor. sichtigen Amerikanern darauf verwiesen, daß es für hie Vereinigten Staaten sehr schwierig fein wurde, b?n Krieg in die Gewässer Japans zu tragen. Heute ist es nahezu unmöglich, nachdem die l)ierfür J^or^ gesehenen Stützpunkte auf Guam, Wake und Mid- vay-Jsland und dazu die Philippinen verloren- tzegangen sind. Singapur ist so bedroht, daß es als Lfensivstützpunkt gleichfalls ausscheidet. So ist es begreiflich, daß Die angelsächsischen Strategen auf ben Gedanken gekommen sind, W l a d i w 0 st 0 k in ihre Pläne einzubeziehen, um von hier aus nut I Unterseebooten die japanischen Verbindungslimen rach China zu stören und mit Flugzeugen Die In­dustriestädte in Japan selbst anzugreifen. .

Stalin hat jedoch nicht die Absicht, sich m die I Karten gucken zu lassen, auch nicht von seinen an- felsächsischen Alliierten. Schon in .einem früheren I Stadium des Krieges hatte er einer nordamerika- nischen Militärmisfion verboten, sich zu Studien- I zwecken an die Front zu begeben. Unb wenn heute vornehme Besucher, wie 'kürzlich der brittsche Außen-- l-irtinifter Eden, einen Frontbesuch machen, so I dürste es sich Dabei um ähnliche Reisen handeln, vie sie vor Dem Kriege bas bolschewistische Reise­büro Intourist für neugierige Westeuropäer burch ?otemkinsche Arbeitersiedlungen und Musterbetriebe veranstaltete. Jedenfalls ist es zu einer engen mi­litärischen Zusammenarbeit zwischen den Bolsche­wisten unb den Angelsachsen noch nirgends ge= lommen. Die Besetzung Irans gestaltete sich eher einem Wettlauf zwischen britischen und sowje- ckschen Verbänden, und seither hört man wenig von I k-iner Zusammenarbeit, die über die Lieferung analoamerikanischen Kriegsmaterials , hinausginge.

Wenn also ber Kreml <m einer militärischen Zu- I lammenarbeit mit ben Angelsachsen nur ein sehr ! begrenztes und egostisch-es Interesse hat, sv be= I treibt er um so eifriger eine Annäherung auf p 0 - litischem Gebiet. Dabei ist bemerkenswert, I Jaß bisher dis Engländer, denen Die abendländische