Ausgabe 
29.5.1942
 
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(92. Jahrgang Ur. 123 ÄSgy Ä M AW* P

Gießener Anzeiger

von einzelnen Nummern n > Vj

infolge höherer Gewalt r r **

GBffiSa General-Anzeiger für Oberhessen tsäsä-

Der große Sieg in der Kesselschlacht südlich Charkow

ist

im

Alle Ausbruchsversuche zerschlagen.

sowie

(iniquc lorpedierie ein Unterseeboot einen US2L- Zerstörer, der mit abgerissenem Vorschiff den nahen Hafen erreichen konnte. 3m Mittelmeer er­zielte ein Unterseeboot zwei Torpedotreffer auf einem stark gesicherten Tanker sowie weitere Tref­fer auf zwei Transporter des britischen Nachschubs. 3m nördlichen Eismeer versenkte ein Unterseeboot einen Dampfer von 8000 BRT. aus dem Murmansk-Geleitzug. Damit wurden im Zuge dieser Operationen 12 Schiffe mit 48500 BRT. versenkt und zehn weitere Handelsschiffe torpe­diert, von denen einige ebenfalls als gesunken an­zusehen sind.

Bei einzelnen Anflügen gegen die holländische Küste wurden durch 3äger, Jlaf und Marine­artillerie neun britische Flugzeuge ab­geschossen.

Störflüge einer Anzahl feindlicher Flugzeuge lösten in O st preußen in der vergangenen Nacht Fliegeralarm aus. Vereinzelte Bombenwürfe ver­ursachten nur geringen Schaden. Der Feind verlor zwei der angreifenden Flugzeuge.

Bei der Abwehr von Ausbruchsversuchen weil überlegener feindlicher Panzerkräfte aus dem Kessel von L h a r k o w hat sich das Kradschützen- balaillon 16 0 besonders ausgezeichnet.

DNV. Aus dem Führerhauptquartier, 28. Mai. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Kesselschlacht südlich Charkow hat zu einem grohen Sieg der deutschen Waffen und ihrer Verbündeten geführt. Auch die letzten Lntloslungsangriffe des Gegners konnten das Schicksal der eingeschlossenen Armeen nicht mehr wenden. Nur vereinzelte Gruppen des Feindes

Schaufenster auf, die nur durch ein kleines Fen- sterchen einen Blick auf die Auslagen gestatten. Wer sich die Ladenausschriften nicht übersetzen kann, hat es oft nicht leicht, zu erraten, um was für ein Geschäft es sich handelt. Uebrigens hat man schon im Winterkrieg gegen die damals viel stärkeren bolschewistischen Fliegerangriffe die gleichen Schutz­bauten errichtet, die zudem noch Sturm und Kälte etwas abhalten. Unter beidem hat die städtische Bevölkerung im vergangenen Winter manchmal recht zu leiden gehabt. Die Schneewälle beiderseits der Gehwege waren übrigens an einigen Stellen so hoch, daß man die dazwischen fahrende Straßen­bahn nicht sehen konnte. Kohlen, die fast aus­schließlich aus Deutschland bezogen werden müssen, standen für Wohnungen so gut wie gar nicht zur Verfügung. Holz gibt es .zwar im Lande genug. Um aber ausreichende Mengen in die größeren Städte schaffen zu können beim Verheizen von Holz braucht man gleich sehr große Quantitäten fehlte es wieder an Arbeitskräften. Die harte Kälte von 30 Grad trat zudem mit einem scharfen Ost­wind auf. Manche Wohnungen blieben längere Zeit ungeheizt, viele andere, z. B. in großen Miethäu­sern, waren gerade eben beschlagen, und in unserem alten angesehenen Hotel an der Hauptstraße der

leisten noch Widerstand, ihre Vernichtung Gange. Schon jetzt sind über

165 000 Gefangene gezählt, 517 Panzerkampfwagen,

1180 Geschütze, Tausende von Kraftfahrzeugen und Pferden

Die deutsche Arbeitskraft schlägt jede andere Macht der Welt.

Oer Sauleiter sprach zur Arbeiterschaft eines Betriebes in Darmstadt.

In der Kesselschlacht südlich Charkow war noch der Mittwoch erfüllt von verzweifelten, wenn auch nutzlosen Ausbruchsversuchen einzelner ver­sprengter Kampfgruppen der Bolschewisten. Durch ihre Kommissare zu äußerstem Widerstand ange­trieben, hatten die Bolschewisten einzelne Wider- standsnester gebildet, die jedoch ebenso zer­schlagen wurden wie die wiederholten Entla­stungsangriffe des Feindes von Osten her. Bei einem dieser vergeblichen Angriffe, die den ehernen Ring des Kessels durchbrechen sollten, wur­den am Mittwoch im Gefechtsstreifen einer deutschen Panzerdivision 25 feindliche Panzer abgeschossen. Das Kradschützenbataillon 16 0 wies stärkste Angriffe weit überlegene» feindlicher Panzer­kräfte ab, obwohl die Kradschützen mehrere Male von den angreifenden Panzern überrollt wurden. Wenn dem Bataillon auch ein breiter Frontabschnitt zur Verteidigung gegen die in hellen Hausen an- stürmenden Bolschewisten zugewiesen war, so daß an die Führung und jeden einzelnen Schützen größte Anforderungen an schnellste Entschlußkraft und zähe, sten Kampfeswillen gestellt wurden, so wichen und wankten sie nicht und verhinderten alle Durchbruchs­versuche des Gegners nach Osten.

Die Luftwaffe unterstützte in pausenlosen An­griffen mit Kampf-, Sturzkampf- und Schlachtge- schwadern die Operationen des Heeres. Als der Ring

um die Bolschewisten geschlossen war, hatte der Feind insbesondere durch die rollenden Einsätze der Kampf- und Schlachtfliegeroerbände kaum vorstell­bar hohe Verluste an Menschen und Material. Kampffliegeroerbände bombardierten besonders wirk­sam die Verbindungswege des Feindes über den Donez. Richt hur mehrere feste und schwimmende Brücken über den Donez fielen den deutschen Luft- angriffen zum Opfer, sondern auch zahlreiche Trans­portzüge, wodurch es dem Feind unmöglich gemacht wurde, im kritischen Augenblick rechtzeitig Verstär­kungen an die Front zu werfen. So hat sich in der Schlacht um Charkow das in vielen Feldzügen er­probte Zusammenwirken von Heer und Luftwaffe wieder aufs höchste bewährt.

Das Ritterkreuz.

Berlin, 28. Mai. (DRB.) Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an den Ober­gefreiten F r a p s, der als Richtschütze iti einer Panzerjäger-Abteilung bei den Abwehrkämpfen an der Kertsch-Front, völlig auf sich gestellt, in drei Tagen elf Sowjetpanzer abschoß; ferner an Ober- feldwebel Henning, der als Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader im Osten bei oft schlech­tester Wetterlage nachts bei Tiefangriffen bis weit in das feindliche Hinterland 20 Flugzeuge, 23 Eisen- bahnzüge sowie drei Flak-Batterien vernichtete

unübersehbare Mengen von anderem Kriegsgerät als erbeutet gemeldet. Diese Zahlen sind ständig im Wachsen.

3m mittleren und südlichen Ab­schnitt der O st front wurden durch eigene Angriffe Frontverbesierungen erzielt.

3m Eismeergebiet wurde der Hafen von Murmansk erfolgreich mit Bomben belegt. Ein größeres Handelsschiff wurde beschädigt.

Bei Luftkämpfen im nordafrikani­schen Küstengebiet wurden 14 feindliche Flugzeuge von deutschen und italienischen 3ägern abgeschossen.

An der Südküste Großbritanniens versenkten leichte Kampfflugzeuge ein feind­liches Dorpoffen boot

Deutsche Unterseeboote operierten mit Erfolg in verschiedenen Seegebieten. Sie versenkten aus stark gesicherten Geleit­zügen im Nord - und Mitlelatlantik drei Schiffe mit 14 000 BRT. und torpedierten drei weitere Schiffe, deren Sinken nicht beobachtet 'wer­den konnte. An der O st k ü st e Nordamerikas, im Karibischen Meer und vor dem Missis­sippi versenkten sie acht Schiffe mit 26 500 BRT. und beschädigten vier Schiffe schwer durch Torpedotreffer. Bei der 3nfel Mar-

Stadt wurden im Speisesaal und in allgemeinen Räumen tagelang die Fensterläden nicht geöffnet, um die recht magere Wärme einigermaßen zu hal­ten, An einigen Tagen schien der eisige Ostwind die Stadt zu beherrschen: zugemummelt so gut es ging, liefen die Menschen buchstäblich wie auf der Flucht vor ihm durch die Straßen. Das waren be­sonders bittere Zeiten für die tapferen Hausfrauen. Dem schneidend scharfen Griff des Sturmes aus­gesetzt standen sie am offenen Hafengelände Schlange nach Fisch, dem Hauptnahrungsmittel in den größeren Städten.

Zum Straßenbild der finnischen Hauptstadt im Kriege gehören die mit Holzgas betriebenen Kraft­wagen. Taxis find allerdings nicht zu bekommen. Die Kraftwagen haben für die Holzkohle hinten einen Behälter so hoch wie der Wagen, die Omni­busse ziehen ihn sogar auf einem kleinen besonde­ren Anhänger polternd hinter sich her. Mit Holz­gas, für das in Finnland und Schweden ausrei­chend Rohstoff vorhanden ist, fährt sich nicht schlecht, nur muß bei dem schnellen Verbrauch der Kohle häufig nachgefüllt werden, wie auch die Zündkerzen öfter verschmutzen. UeberfüUung ist auch in Helsinki eine Erscheinung, die man immer wieder beob­achten kann. ÜeberfüUt fiht> die Straßenbahnen zu manchen Stunden, überfüllt sind die wenigen Lo­kale, die um 23 Uhr schließen. So sind auch in Helsinki all die Kriegserscheinungen, zu beobachten, die wir aus der eigenen Heimat kennen, die in mancher Beziehung allerdings noch schärfer und ein­schneidender sind.

Bei unseren finnischen Waffengesährien

Von unserem E. S.-Sonderberichterstatter.

Charkow.

Mit stolzer Freude erlebt das deutsche Volk die zweite Siegesbotschaft dieses Frühlings. Die Timo- schenko-Armeen bei Charkow sind vernichtet. Bis jetzt wurden aus dem Kessel von uns 165 000 Gefangene, 517 Panzer, 1180 Geschütze, Tausende von Kraftwagen und unzähliges anderes Kriegs­gerät herausgeholt, fürwahr, ein Beweis für die geradezu zerschmetternde Wucht, mit der die deut­sche Pranke zuschlug und den Gegner tödlich traf. In diesem Kessel südlich von Charkow, in den Timoschenkos Angriftsarmeen hineinfpazierten, zn- sammengedrängt, dann durch die überlegene deutsche Kriegführung in kleinere Kessel aufgeteilt, ohne Nachschub von Munition, Treibstoff und Ver­pflegung, vor und hinter sich die deutsche Infanterie und deutsche Geschütze, deren Granaten in den ge­drängten Reihen grausige Ernte hielten, über sich die Stukas, deren Bomben neues Unheil brachten, wurden die Armeen Timoschenkos zertrümmert.

Im Wehrmachtbericht vom 23. Mai wurde gesagt, daß 20 Schützendivisionen, drei Kaoalleriedivisionen und 15 Panzerbrigaden an dem sowjetischen Groß­angriff beteiligt waren, den Timoschenko am 12. Mai auf Charkow und südlich an Charkow vorbei an- setzte. Ein amerikanischer Sprecher des Senders Neuyork berechnet eine sowjetische Schützendivision auf 12 000, eine Kavalleriedivision auf 4000 und eine Tankbrigade auf ungefähr ebensoviel Mann­schaften. Unter Zugrundelegung dieser Ziffern um* faßte der Angriffskeil Timoschenkos etwa 312 000 Mann. Die Zahl der Gefangenen, die die Sonder- meldung vom 28. Mai allein auf 165 000 angibt, ist hoch, gemessen an der van dem Amerikaner errech­neten Angriffsstärke und... an der zusammengefaß­ten, vernichtenden Feuerwirkung der deutschen Erd­truppen und Luftwaffe. Die Gefangenen- und Beute­zahlen sind aber andauernd im Steigen. Es bleibt nur der Schluß übrig, daß der von Timoschenko an­gesetzte Angriffskeil zahlenmäßig stärker gewesen ist, als ursprünglich vermutet! Äus aufgefundenen Befehlen ergibt sich, daß die sowjetischen Panzer­brigaden mit ausgesuchtem Menschenmaterial be­mannt waren, mit Industriearbeitern aus den gro­ßen Motorwerken von Moskau, Nischni Nowgorod und Woronesch. Die Panzerung, auch die Geschwin­digkeit der eingesetzten Panzerkampfwagen war ge­genüber dem Vorjahr erhöht. Trotzdem haben die deutschen panzerbrechenden Granaten ihr Werk voll, endet. Auch die britischen und amerikanischen Pan­zer, die zum Einsatz kamen, unterlagen. Große Hoff­nungen sind geknickt; aus Illusionen wurden Ent­täuschungen.

Gerade darum fällt es Moskau, London und Neuyork so unsagbar schwer, die Wahrheit zu ge­stehen. Stalin selbst ist es gewesen, der iwr aller Welt erklärte: 1942 muß die Entscheidung fallen! Der Auftakt von Kertsch und Charkow zeigt die Unterlegenheit der sowjetischen Mannschaft und des sowjetischen Materials. Auf diese Blütenträume ist ein Rauhreif gefallen. Das Stottern über alle Sender der Feindmächte ist erbarmungswürdig. Ein Sprecher des Senders Neuyork erzählte noch am 27. Mai in voller Ahnungslosigkeit:Anschei­nend (!) herrscht jetzt im Raum von Charkow Ruhe, weil die Sowjets sich nur auf Spähtruppunterneh­mungen beschränken, um einen Großangriff (!) vorzubereiten." United Preß meldete aus den Krei­sen der Sowjetbotschaft in London:Unsere Haupt­aufgabe ist es, die Deutschen zum Kampf zu zwin­gen, wenn w i r es wollen. Wir müssen ihre Kraft möglichst vermindern, indem wir sie zürn Einsatz

II. <

Finnlands Hauptstadt im Kriege.

Helsinki, im Mai 1942. j

Im finnischen Alltag ist der Krieg wohl noch 1 stärker für jedermann spürbar als in Deutschland. Mehr noch als bei uns find die Männer ringe- ' zogen, überall müßen auch hier die Frauen ein­springen, die schon im Frieden in manchen sonst : nur den Männern vorbehaltenen Berufen tätig waren. Ganze Familien dienen der Nation. Wir kennen eine Generalsfamilie: Der Mann ist an der Front, die Frau tut als Lotto hinter der Front Dienst, der etwa 15jährige Sohn ist beim Vater als Bursche im Quartier. Denn wo, so meint man mit unbürokratischer Natürlichkeit, könne er in diesen Zeiten mehr lernen als draußen bei den Soldaten? Im übrigen sind die Schulen doch meist geschlossen, denn es fehlt an Lehrern. Auch die Professoren der Universitäten tun ihren Dienst als Soldaten oder als Fachleute.

Der Rektor der Universität Helsinki, der als Mathematiker viele Beziehungen zu Deutsch­land pflegt, und jetzt ballistische Arbeiten über­nommen hat, führte uns durch die jetzt geschlossene Hochschule, in der auch im Winterkrieg keine Vor­lesungen gehalten worden waren. An das alte, aus der klassizistischen Zeit der ersten Häfte des ^.Jahr­hunderts stammende Universitätsgebäude schließt sich gut und innen fast unmerklich ein großer (Er­weiterungsbau an, der mit den modernsten ted)-- nischen Anlagen ausgestattet ist. Hier ist das überall schwierige Problem, aus Tradition und Fortschritt eine neue lebensvolle Einheit zu schaffen, in einem repräsentativen Dau gelöst. Der alte Teil mit seinen schönen Maßen und der meist noch echten alten Einrichtung aus der Zeit des nordischen Klassizis­mus schließt sich glücklich mit einer ihm verwandten und doch selbstoerständigen neuen Architektur zu­sammen. Der Ansporn zu reiner und disziplinierter Leistung, zu einer im Geistigen sauberen und klaren Haltung, die bereit ist, die Kraft des einfach Schö- nen zu sehen, muß von diesem Hause ausgehen, auf das die Finnen mit Recht so stolz sind. Wir empfanden hier eine Atmosphäre, die uns mit dem beglückenden Gefühl erfüllte, etwas dem Deutschen, vor allem dem bestenpreußischen Stil" Ver­wandten zu begegnen, das in seinem tiefsten Wesen nichts mitWestlischerem" oder gar mit dem Ame­rikanismus zu tun hctt. Uebrigens stammt der alte Universitätsteil aus jenen Jahren von 1820 bis 1830, als in Helsinki ein deutscher Baumeister Engel viele öffentliche Gebäude schuf, unter ihnen auch dieGroßkirche", die erhöht an dem schönsten Platz von Helsinki, dem Forum der Stadt, steht, ihr zur Seite die Universität.

Wir sind in diesem Kriege schon durch manch ver­lassenes Haus oder öffentliches Gebäude gegangen. Immer sprachen aus-ihnen wie in Frankreich die Zeichen einer eiligen Flucht, einer ziel- und kraft­losen Verwirrung. Als wir jetzt durch die leeren Gänge, die unbenutzten Hörsäle und die sttlle, wun­derschöne Aula der Universität gingen, sah alles so sauber, gepflegt und ordentlich aus, als ob gleich die Jugend Finnlands hier fröhlich und tatenluftig an die Arbeit gehen würde. Da empfan­den wir besonders deutlich und ergreifend, daß hier, wie schon im Winterkrieg, die ganze Jugend aus- gezogen ist, ihre Heimat gegen den Feind im Osten zu verteidigen. Und als Fremder, wenn auch als Zugehöriger, fühlte man sich doch etwas wie ein störender Eindringling in diese vollkommene Stille ihres geistigen Heims, die diese Jugend gleichsam zum Zeichen ihres Draußenseins hier zurückge- laffen hat. .,

Der Universität gegenüber steht tm gleichen Stil eines klaren, strengen Klassizismus ein großer Ge­bäudekomplex, der verschiedene Amtsstellen beher­bergt, wie das Ministerium des Aeußeren und das Büro des Ministerpräsidenten, der uns zu einem kurzen Empfang ringelnden hatte. Mit Minister­präsident R a n g e 11 sprachen mir über die schwie­rigen Fragen der Versorgung und u.a. über das eng damit zusammenhängende Problem der Bestellung der karelischen Felder. Die nach Karelien zurückkehrenden Dauern finden eine verwüstete Heimat vor. Im Winterkrieg war ihr Land Kampf­gebiet, es mußte dann an die Sowjets abgetreten werden, und im Sommer vergangenen Jahres als die Finnen die Bolschewisten aus ihrem Lande her­aus und bis vor die Tore von Leningrad zuruck- warfen, zog der Krieg ein zweites Mal über Ka­relien hin. Wir find im Auto durch dieses Land gefahren. Oftmals mußten die uns begleitenden Offizier sagen, daß hier einmal ein großes em wohlhabendes Dorf gestanden hatte, denn selbst der kleine Wald von Schornsteinen stand nicht mehr, der sonst wenigstens als letzter Ueberrefri finnischer Holzhäuser über der alles verhüllenden Schneedecke onirigt daß hier eine Siedlung war. Wie beglückend war es bann, nach stundenlanger Fahrt meist ab­seits der Straßen mal wieder ein wohlerhaltenes Haus oder eine unzerstörte Scheune zu sehen! Dem heimkehrenden Bauer versucht man, mit Baracken und anderem zu helfen, aber allzu viel kann man nicht tun, denn die Aufgaben, die die Regierung zu lösen hat, find <ebr zahlreich, und es fehlt in dem weiten Raum Finnlands überall an Arbeitskräften. Der zurückkehrende Bauer wird sich zunächst in feiner Heimat manchmal etwas primitiv emnchten müssen, aber er wird dies mit einer instinktiven Geschicklichkeit auch können. Denn auf dem Lande und selbst noch bei der städtischen Bevölkerung ist im Kriege mehr noch als früher eine robmsonhafte Fähigkeit hervorgekommen, sich mit eigenen Ein­fällen und mit handwerklichem Geschick über aller­lei Schwierigkeiten selbst hinwegzuhelfen.

Im Straßenbild Helsinkis fallen vor allem die mächtigen vorgebauten Holzverschalungen der

RSG. In der Werkhalle eines Darmstädter Be­triebes sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger am Donnerstagnachmittag vor mehr als 3000 Arbeitern und Arbeiterinnen über Be­deutung und Ziel des Einsatzes der totalen Ar­beitskraft des deutschen Volkes.

Nach der Begrüßung durch den Betriebsführer ergriff der Gauleiter das Wort, um zunächst an Hand eines geschichtlichen Rückblickes die tieferen Ursachen des Ueberfalles der Plutokratien auf das durch friedliche Arbeit im Aufbau begriffene deutsche Volk einzuaehen. Klar arbeitete feine Rede hier den Haß und Vernichtungswillen des Judentums her­aus, das stets nur das eine Ziel kannte, die deutsche Arbeitskraft in fein Ausbeuterfystem einzuordnen. Unter dem Beifall der Verfammetten schilderte er dann den im Nationalsozialismus repräsentierten Widerstandswillen des deutschen Volkes gegen diese Versklavungsabsichten und erläuterte als das Ge­heimnis der Aufbauerfolge des Dritten Reichs den sieghaften Kampf der Arbeit gegen das Gold. Die deutsche Arbeitskraft allein sei es gewesen, die im Kampf gegen Kapital und Gold das deutsche Volk aus seiner sozialen Not zu einem Aufstieg ohnegleichen führte, was die Bewunderung der anderen Völker, aber auch den Neid und Haß des Judentums ausgelöst habe. Diese Waffe des Führers aber, mit der er den Aufbau eines Reiches des sozialen Fortschrittes begann, werde nunmehr, da es um den Bestand der bereits erreichten Er­folge, darüber hinaus aber um das Leben jedes

Einzelnen schlechthin gehe, wiederum beweisen, daß sie jede andere Macht der Welt schlägt.

Noch einmal lenfte der Gauleiter dann den Blick auf das jeden Tag aufs neue bewiesene Helden­tum der Front. Es verpflichte die Heimat zum totalen Arbeitseinsatz und habe auch ein Recht, von der Heimat die Ertragung jeder not­wendig erscheinenden Einschränkung auf dem Ge­biete übernommener Lebensgewohnhriten und der Erduldung schwieriger Lebensumstände zu fordern. Die selbstverständliche Treue der Heimat zur Front bestimme so auch alle Maßnahmen eines auf die Kriegswichtigkeit ausgerichteten planvollen Arbeits­einsatzes. In dieser Zeit unseres Schicksalskampfes gelte es, jede mögliche Arbeitskraft in den kriegs­wichtigsten Stellen zum Einsatz zu bringen.

Der Gauleiter appellierte in diesem Zusammen­hang nochmals an den freiwilligen Einsatz der deutschen Frau. In einer Zeit, wo es um Sein oder Nichtsein unseres Volkes gehe, werde sie sich nicht den Luxus des Nichtstuns erlauben, son­dern es sich zur Ehre anrechnen, überall dort, wo sie zum Einsatz prädestiniert erscheint, mithelfen zu können. Mit dem Blick auf die Tatsache, so wies der Gauleiter zum Schluß seiner Rede hin, daß eine auf das beste ausgerüstete Wehrmacht eine auf den höchsten Leistungszustand gebrachte Kriegswirtschaft erfordere, tue die Heimat ihre Pflicht. Sie wisse um die Notwendigkeit dieser Aufgabe für die Erringung des Sieges und wxrhe sie daher, koste es, was es wolle, erfüllen!