Versprechen der Mitarbeit. Wenn schon jetzt, mitten im Krieg, der Versuch gemacht werde, die vom Bol- schewismus aufgezwungene Leibeigenschaft aufzu« heben, so geschehe das, um zunächst einmal wenigstens die schlimmsten Schäden des Moskauer Unterdrückungssystems wiedergutzumachen. Es werde nicht zuletzt auch von der Bevölkerung dieser Gebiete selbst abhängen, inwieweit die Pläne zum Wiederaufbau erfolgreich durchgeführt werden könnten, so daß das dortige Bauerntum nach 20jähriaer jüdifch-bolsche- wistischer Zwangsherrschaft und Ausbeutung einmal wieder in der Lage sei, die Früchte seiner eigenen Arbeit zu genießen. Als Zeichen der Verbundenheit am gemeinsamen Werk überreichten die Abord- nungen dem Minister eine Ehrengabe mit Erzeugnissen des Landes, unter denen sich, der landesüblichen'Sitte entsprechend, Salz und Brot befanden. Den Abordnungen ist Gelegenheit ge- aeoen, auf mehrtägigen Reisen deutsche agrarwirtschaftliche Einrichtungen, u. a. Bauernhöfe in Westfalen, sowie die Reichshauptstadt kennenzulernen.
Mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Der Führer verlieh das Ritterkreuz an ^-Sturmbannführer Dieckmann, Bataillonskommandeur in einem Infanterie-Regiment einer ^-Division, und ^-Oberscharführer Stäudle, Beobachter in einem Art.-Reg. einer ^-Division. Als nördlich des Samaraflusses eine das Gelände weithin beherrschende Ortschaft genommen worden war und der Feind starke Gegenangriffe mit Panzerunterstützung führte, war es ^-Sturmbannführer Dieckmann zu verdanken, daß alle erbitterten Versuche der Bolschewisten, die Ortschaft wieder zu gewinnen, zerschlagen werden konnten. — ^-Oberscharführer Stäudle hat südostwärts des Ilmensees einen starken bolschewistischen Durchbruchsversuch zum Schein tern gebracht. Als der Feind nach heftigem Artillerie- und Granatwerferfeuer mit starken Kräften angriff und bis auf 50 Meter an die deutschen Stellungen herangekommen war, übernahm ff* Oberscharführer Stäudle, als alle Offiziere ausgefallen waren, obwohl selbst schwer verwundet, den Befehl über die stihrerlos gewordene Infanterie, es gelang ihm, den Angriff abzuschlagen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat dem Tenno zu feinem Geburtstag ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm übermittelt.
*
Der neue französische Regierungschef Pierre L a • o a l empfängt in diesen Tagen eine Reihe leitender Kolonialbeamter von den nordaManischen Besitzungen, darunter den Generalresidenten von Marokko, General Nogues, den ständigen Generalsekretär der französischen Regierung in Afrika, Admiral F e n a r d , den Generalresidenten von Tunis, Ad- nriral E st e v a und den Generalgouverneur von Algerien, Chato l.
Kunst und Wissenschaft.
Der Pianist Emil von Sauer gestorben.
In Wien ist nach kurzem schweren Leiden der Pianist Profefvr Emil von Sauer im Alter von 80 Jahren gestorben. Sauer war noch ein Schüler von Liszt und einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart. Bis in die letzten Monate seines Lebens waren seine Klavierabende in Deutschland und im Auslande gesuchte musikalische Ereignisse. Sauer ist auch als Komponist von Klavierwerken und mit einem 1901 erschienenen Memorienbande „Meine Welt" hervorgetreten.
Der Schöpfer des Mal-Liedes.
In der Mitternachtsstunde des 1. Mai findet am Hasetor in Osnabrück eine Gedenkfeier für den Komponisten des Liedes „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus" statt. Justus Wilhelm Lyra wurde 1822 in Osnabrück geboren und starb 1882 als Pfarrer in Gehrden bei Hannover, wo ebenfalls alljährlich eine Gedenkfeier stattfindet. Don seinen 1843 erschienenen „Deutschen Liedern" ist die Vertonung von Geibels Mai-Lied ein echtes Volkslied geworden.
Aus aller Wett.
Zwei Spione hiagerichlel.
Die Justizpresfestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Die durch Urteile des Volksgerichtshofes wegen Landesverrat zum Tode verurteilten Johann Musielak aus Lissa, 34 Jahre alt, und Wilhelm M e u- r e r s (genannt Guelicher) aus Aachen, 31 Jahre alt, sind heute morgen h i n g e r i ch t e t worden. Die Verurteilten. haben aus Gewinnsucht im Auftrage einer fremden Macht Spionage gegen Deutschland getrieben.
Gewohnheitsverbrecher erschossen. J
Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei teilt mit: Am 22. April 1942 wurde der Gewohnheitsverbrecher Wilhelm Thiede erschossen.
Warnung aus Stendal
Roman von A. Lothar Philipp
17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Das ist doch die Höhe", polterte Petersen los, „erst macht er alle Welt verrückt mit seinen melancholischen Reden, so daß man denken kann, er will mit ihr nichts mehr zu tun haben, weil sie offenbar bei der Sache Lanos irgendwie beteiligt ist, und dann setzt er sich dauernd zu ihr. Wenn man ihn sucht, hockt er bei ihr und verdreht die Augen wie ein abgestochenes Huhn."
Willis zuckte lächelnd die Achseln.
,Hch finde nichts dabei", sagte er.
„So, nichts dabei, nichts dabei", rief Petersen ärgerlich, „und was wird, wenn Elisabeth wirklich die Ursache für die Mordtat gewesen ist? Dann ist sie in aller Munde, und womöglich werden wir auch noch in die Geschichte hineingezerrt. Du mußt ihm das verbieten."
„Ich denke nicht daran", hatte Willis gesagt und mar gegangen.
Er wußte recht gut, daß es Petersen nur darum ging, den starken Welt auszustechen, und daß er sich ärgerte, daß anscheinend Welt ihn bet Elisabeth ausgestochen hatte.
Und so war es auch. Jedesmal, wenn Petersen die beiden zusammen sitzen sah, ärgerte er sich. Wie kam Welt dazu, bei Elisabeth zu sitzen, während er, Petersen, daran vorbeigehen mußte und sich gezwungen sah, sich darüber zu ärgern? Vielleicht wußte Welt mehr als Petersen über Elisabeths Beteiligung bei der unangenehmen Geschichte, vielleicht hatte sie wirklich nichts damit zu tun, und Welt war so unkameradschaftlich, darüber zu schweigen und ihm, Petersen, in aller Stille den Rang bei ihr abzulaufen?
Als er die beiden das nächstemal auf dem Dachgarten sitzen sah, trat er an den Tisch und fragte, ob er sich dazufetzen dürfe.
Zum Nationalfeiertag 1942.
Der Nationalfeiertag wird in diesem Zahre am 2. M a i gefeiert, da der 2. Mai ein Sonnabend ist und so die erholungsbedürftige Arbeiterschaft zwei Feiertage erhält. Der 2. Mai ist deshalb auch ein gesetzlicher Feiertag. Der Nationalfeiertag soll ganz der Erholung der deutschen Arbeiterschaft der Rüstungsbetriebe, der Verwundeten und der Genesungskompanien dienen.
Für Gießen sind dafür folgende Veranstaltungen vorgesehen:
Am 1. Mai wird das Mai-Ansingen durchgesührt.
Am 2.Mai, vormittags 10.30 Uhr Filmaussührungen im Gloria-Palast „Ein ganzer Kerl", im Lichtspielhaus „Wunschkonzert".
Von llbis!2Uhr singen der Vauersche Gesangverein und dec Gesangverein „Heiterkeit- am Kreuzplah — Marktplatz — vor dem Theater und am Bahnhossplah.
Von 12 bis 13 Uhr Plahmusik der SA.-Kapelle, auherdem singt der VDM. vor dem Vahnhos — am Selterstor — Kreuzplah — Marktplatz und vor dem Theater.
Von 13.3P bis 18 Uhr finden auf dem „Waldsportplah VsV.-Reichsbahn" sportliche Wettbewerbe statt, darunter um
1 5 Uhr Handballspiel der Lustwasse gegen HZ. Bann 116.
1 6 ll h r Fußballspiel Stadt Marburg gegen Stadt Giehen.
Von 17bisl9Uhr singen die Zungmädel vor dem Vahnhos — am Selters- tor — Kreuzplatz — Marktplatz — vor dem Theater und am Ludwigsplah.
Um 18 U h r findet im Skadttheater eine Festvorstellung mit „Der Meisterboxerstatt.
Eintrittskarten für die Filmvorstellungen und das Theater sind ausschliehlich den Rüstungsarbeitern und -arbeiterinuen, sowie den Verwundeten und Angehörigen der Genesungskompanien vorbehalten. Da der Nationalfeiertag der Erholung der Arbeiterschaft dienen soll, ist nach dem Dillen des Führers die Teilnahme an den ösfentlichen Veranstaltungen allen Volksgenossen sreigestellt.
Am 2. Mai wird nicht geflaggt.
Lob der Höflichkeit.
Höflichkeit entspringt, mag sie sich auch gelegentlich zur ^eremoniösen Verbindlichkeit veräußern, einem natürlichen Takt des Herzens. Sie erleichtert, in wohlabgewogenem Maße angewandt, den Umgang unter Menschen, schafft auch unter mißlichen Umständen eine wohltuend angenehme und Gegensätze ausgleichende Stimmung und vermag auch rauhere Sitten, dis in bedrängten Zeiten als unliebsame Begleiterscheinungen aufzutreten pflegen, zu läutern oder wenigstens abzudämpfen. Das gefällige Wort schuf in vergangenen Zeiten jene Atmosphäre gegenseitigen Wohlverhaltens, die uns, den Menschen eines sachlicher denkenden, im Grunde unzere- moniösen und im Verkehr von Sentiments gelösten Zeitalters keineswegs mehr wie früher als eine selbstverständliche Umgangserscheinung geläufig ist. Entraten könnten wir der Höflichkeit nicht. Wir stehen nicht vereinzelt im Lebensraum und bedürfen, mögen wir uns auch noch so selbstsicher fühlen, ständig der Hilfe, des Rates, ja des Wohlwollens der anderen Menschen, die mit uns leben und sich im gleichen Verhältnis zu uns befinden. In einem altfranzösischen Sprichwort — des Landes also, das für die Höflichkeit die biegsamsten sprachlichen Formulierungen gefunden hat — heißt es: „Höflich der Mund, die Hand an der Mütze, kostet wenig und ist nütze." Eine goldene Lebeneregel, die nur zu leicht als banal und bürgerlich-spießig abgetan zu werden pflegt.
Nicht als ob wir nicht den Wert der Höflichkeit zu schätzen wüßten! Es gibt auch heute noch vorbildlich aufmerksame, zuvorkommende, ritterliche, burd> aus höfliche Menschen in allen Lebenslagen, -berufen und -ständen. Die Höflichkeit ist sogar — es sei mit Anerkennung vermerkt — auf Äushangtafeln in Kanzleien und Aemtern als empfehlenswerte Eigenschaft im Umgangston zwischen Behörde und Publikum proklamiert worden, eine Aufforderung, eine Bitte nur, aber ein, bildlich gesprochen, wohltätig lenkender erzieherischer Zeigefinger. Draußen, im geschäftlichen Leben, begegnet man ihr schon seltener. Kriegs- und Notzeiten bringen es nur zu häufig mit sich, daß die Menschen, anstatt sich einander zu nähern und sich gegenseitig zu nützen, sich voneinander abschließen und selbstsüchtig den persönlichen Vorteil für sich zu ergattern streben. Hier zeigen sich die ersten Symptome des Mangels an natürlicher Höflichkeit — gleichzusetzen mit dem Mangel an Herzenstakt —, der sich fortpflanzt bis in die Läden — es sind aber erfreulicherweise nur Ausnahmefalle — wo manche, die Verkaufswaren abzugeben haben, wie die Weltordnung beherrschende Halbgötter auf die geplagten und gehetzten Hausfrauen herabsehen, ohne jenes innere Verständnis, ohne die höfliche Anteilnahme, die uns als Volk, das um Leben und Zukunft ringt, zur Einheit geschloffen zueinander zwingt. Nicht besser ist die Kategorie jener ewig Verdrossenen, der Griesgrämigen,
„Ungern", seufzte Welt, „sehr ungern. Es sind so viele Tische frei —"
„Aber, Welt", lachte Elisabeth, „Petersen ist dock) schließlich Ihr Partner. Nehmen Sie doch Platz, sagte sie dann zu Petersen.
Der Kleine hatte kaum Platz genommen, als er auch schon mit fliegenden Fahnen zum Angriff vorging.
„Welt kompromittiert Sie, Elisabeth", sagte er, „Sie sitzen dauernd nur mit ihm zusammen, so daß schon darüber geredet wird. Dabei vernachlässigen Sie mich und Willis in sträflicher Weise. Was haben wir Ihnen denn getan?"
,Hch kann Sie doch nicht mit Gewalt herführen", lachte sie, „ich bin viel allein und freue mich, wenn mir Welt die Zeit vertreibt."
„Na, ich finde, er vertreibt Ihnen stöhnend die Zeit. Sind seine Seufzer denn gar so interessant und unterhaltend?"
„Windbeutel!" brummte Welt und warf ihm einen wütenden Blick zu.
„Es ist nicht sehr höflich von Ihnen", sagte jetzt Elisabeth ernst, „in meiner Gegenwart Streit anzufangen und Ihren Partner lächerlich zu machen. Wenn Sie das tun wollen, so wäre es besser, Sie wären nicht erst gekommen."
Das war sehr deutlich. Welt schmunzelte und warf Elisabeth einen verliebten Blick zu, über den Petersen vollends wütend wurde.
„Lächerlicher als er schon ist, kann ich ihn gar nicht machen", rief er lachend, „ich glaube, wenn Sie ihn mal beim Tanzen auf den Fuß treten, dann seufzt er: und sterb ich denn, so sterb ich doch, durch sie, zu ihren Füßen doch —"
„Wollen wir tanzen, Welt?" fragte Elisabeth, ohne auf Petersens Worte einzugehen.
Welt erhob sich freudig überrascht.
Petersen sah ihnen ärgerlich nach. Schlimmer hätte ihm Elisabeth ihre Mißachtung nicht zeigen können. Er überlegte, ob er gehen sollte, entschloß sich aber dann doch, ihnen nicht diese Freude zu bereiten, sondern dazubleiben.
der Nörgler, die, weil ihnen eine altgewohnte Bequemlichkeit oder eine leibliche Annehmlichkeit versagt bleibt, ihre Umwelt mit der gereizten Unhöflichkeit chrer schlechten Laune belästigen.
Wie sich ein Charakter erst ganz im Unglück bewährt, so die Höflichkeit, persönlich genommen, im Feuer der Dolksnot. Auch sie vermag zu beweisen, was wir innerlich wert sind. Vortrefflich hat dies Goethe in den Wahlverwandtschaften, in Ottiliens Tagebuch zum Ausdruck gebracht: „Es gibt Höflichkeit des Herzens; sie ist der Liebe verwandt. Aus ihr entspringt die bequemste Höflichkeit des äußeren Betragens." Wahr — allzu wahr!
M MMie d Mellsliml
Betreff: Allgemeine kostenlose Erfinderberatung, insbesondere über die erfinderische Mitarbeit der Gefolgschaft.
Sämtliche Volksgenossen, die sich in Sachen einer Erfindung, insbesondere über die erfinderische Mitarbeit der Gefolgschaft beraten lassen wollen, haben hierzu am Montag, dem 4. Mai 1942, vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, im Hause der DAF., Gießen, Schanzenstraße 18, kostenlos die Möglichkeit. Auskunft Zimmer 13. 1424V
Jugend grützt den Frühling!
NSG. In allen Städten und Dörfern unseres Gaues werden am 2. Mai in der Zeit von 11—13 Uhr Jungen und Mädel den Frühling begrüßen. Freude und Entspannung wollen sie den schaffenden Volksgenossen und vor allem auch den verwundeten Soldaten bringen.
Beim offenen Singen auf den Plätzen der Städte und Dörfer will die Hitler-Jugend durch die schönen Frühlingslieder alle erfreuen. Möglichst viele Volksgenossen sollen mit eintreten in den Kreis der Singenden und sollen mitsingen und sich an den schönen Liedern freuen.
Alte Volkslieder, wie „Der Winter ist vergangen", „Nun will der Lenz uns grüßen" und Lieder unserer Zeit, „Unser die Sonne, unser die Erde", „Der helle Tag ist ausgemacht", werden durch Kanons „Es tönen die Lieder" ynd Taglieder wie „Zum Tanze geht ein Mädel mit güldenem Band" oder ,^Heifsa, Kathreinele" abgelöst. Reigen und Volkstänze der Mädel in ihren bunten Tanzkleidern wer- den das Bild verschönern. Die Fanfaren- und Spielmannszüge werden Platzkonzerte durchführen und durch die Straßen ziehen, um alle aus den Häusern zu linken.
Wenn auf den Plätzen die Tänze beendet und die Lieber verklungen sind, dann ziehen die Mädel und Jungmädel in die Lazarette, um dort für die. Sollten zu singen und ihnen Maikränze und Blumen zu bringen.
„Er meint es nicht so schlimm, Elisabeth", sagte Welt während des Tanzens, „aber er kann eben nicht aus seiner Haut heraus. Im Grunde ist er ein gana guter Kerl, eben ein bißchen Windhund —"
„Ach, Sie sollten ihn nicht noch in Schutz nehmen", schmollte sie, „er ist ungezogen und unhöflich. Wenn er weiter sich so benimmt, werde ich ihn bitten, sich einen anderen Platz zu suchen."
Als sie zum Tisch zurückkamen, tat Petersen so, als sei nichts gewesen.
„Haben Sie eigentlich etwas von der Sache Ihres Lanos gehört?" fragte er plötzlich, wobei er eine besondere Betonung auf das „Ihres" legte.
Welt schüttelte den Kopf und tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn.
Aber Petersen fragte unentwegt weiter. Er war fest entschlossen, einmal dahinterzukommen, welche Rolle Elisabeth dabei spielte. Davon hing sein weiteres Verhalten zu ihr ab.
„Ich.meine", sagte er „wenn es sich wirklich Herausstellen sollte, daß Sie der Grund zur Mordtat waren, dann wäre die Sache für Lanos doch bedeutend günstiger, denn Eifersuchtstaten sind Affekthandlungen, die nicht so streng bestraft werden —"
Elisabeth hatte sich in ihren Sessel zurückgelehnt und ließ ihre Augen über ihre Umgebung schweifen, als suche sie irgendwo eine Hilfe.
„Aber vermutlich weiß die Polizei noch gar nicht, wer die eigentliche Ursache zu diesem Mord war", fuhr Petersen fort, „ich bin nur gespannt, wann sie Lanos nun endlich fangen werden."
„Lanos hat nicht gemordet", sagte Elisabeth leise.
„Wieso wissen Sie das so genau? Waren Sie dabei?"
„Nun hör doch schon auf davon", rief jetzt Welt, „siehst du denn nicht, wie Elisabeth die Sache berührt? Laß sie doch in Ruhe —"
„Erlaube mal, es ist mein gutes Recht, einmal darüber zu sprechen, und ich habe nicht die Absicht, mir von dir den Mund verbieten zu lasten."
Großer Gott, dachte Elisabeth, wenn er doch still jein würde! Wenn doch irgendeine Hilfe kommen
Lohnzahlungen am 30. April.
In einer Reihe von Betrieben werden Löhne und zum Teil auch Gehälter am Freitag, 1. Mai, ausgezahlt. Da in diesem Jahre der nationale Feiertag des deutschen Volkes auf den 2. Mai fällt, wird es den Gefolgschaftsmitgliedern oft kaum möglich fein, mit den am 1. Mai ausgezahlten Verdiensten die üblichen Einkäufe für die nächsten zwei Tage durchzu- führen. Der Reichsarbeitsminister empfiehlt daher allen Betriebsführern, die am 1. Mai fälligen Lohn- und Gehaltszahlungen bereits am 30. April 1942 zu leisten.
Kartoffeln für Wehrmachturlauber.
Die Einführung von Bezugsausweisen für Kartoffeln hat auch eine reichseinheitliche Regelung der Kartoffelversorgung der Wehrmachturlauber notwendig gemacht. Nach dem Erlaß des Reichsernäh- rungsministers find Wehrmachturlauber zum Bezug von Speifekartoffeln nur gegen Bezugsausweise berechtigt. Die Höchstmenge beträgt bei einer Urlaubsdauer von weniger als einer Woche 1 Pfund je Kopf und Tag. Bei einer Urlaubsdauer von einer Woche und mehr sind als Höchstmenge 5 Pfund Kartoffeln je Kopf und Woche zugrundezulegen. Die Ausgabe entsprechender Bezugsausweife erfolgt gegen Vorlage des Urlaubsscheins.
Keine Bro marken für (Suppen und Tunken.
Der Reichsernährungsminister hat angeordnet, daß in den Gaststätten für Suppen und Tunken sowie Gemüsegerichte, zu deren Herstellung Mehl verwandt worden ist, Brotmarken für Brot oder Mehl nftht abverlangt werden dürfen. Die Gaststätten erhalten besondere Mehlzuteilungen in Form eines Zuschlags von 20 v. H. zu den von ihnen abgelieferten Bedarfsnachweisen über Brot, durch die sie in die Lage versetzt werden, diese Gerichte herzustellen.
lleberprüst die Sandvorräte in den Häusern.
NSG. Nach den bei Luftangriffen gemachten Erfahrungen reicht der in den Häusern bereitgefteilte Sand vielfach nicht aus, um Brandbomben schnell und erfolgreich zu bekämpfen. Vermeidbare Verluste und Schaden an deutschem Volksgut sind die Folgen. Der Abwurf englischer Brandbomben erfordert vielmehr verstärkte Abwehrmaßnahmen der ganzen Bevölkerung. Begnügt euch nicht mit einem Eimer oder einer Tüte Sand vor der Wohnungstüre! Zur Unschädlichmachung einer einzigen Brandbombe werden bei rechtzeitigem Auf finden 10 Pfund Sand bzw. eine Sandtüte gleichen Inhalts benötigt. Deshalb kann Sand in Tüten und Behältern nicht genug vorhanden fein. An alle ergeht deshalb erneut die Mahnung: Ueberprüft und ergänzt die Sandvorräte in den Häusern! Dachböden, Mansarden und obere Stockwerke sind am meisten gefährdet! Deshalb muß in diesen Räumen besonders reichlich Sand bereitgestellt fein. Rasches Abdecken der Brandbombe mit Sand vermeidet Brände und vermag dein Hab und Gut zu retten.
Reparaturen und Preisstop.
Unter welchen Voraussetzungen macht sich ein Vermieter, dem mangels abweichender Vereinbarungen die Reparaturpflichten auf Grund des Varagraphen536BGB. obliegen, eines23er- ftoßes gegen die Preisstopverordnung schuldig? Der stoßes gegen die Preisstopverordnung schuldig? Zu dieser Frage wird aus dem Reichsheimstättenamt geschrieben: Der Runderlaß des Reichskommissars für die Preisbildung Nr. 55/40 vom 5.5. enthält folgende Ausführungen: „Vielfach ist die Beobachtung gemacht worden, daß Hauseigentümer die Durchführung von Reparaturen ohne hinrc«chenden Grund unter Hinweis auf die Kriegsoerhältnisse ablehnen. Ein solches Verhalten stellt einen Verstoß gegen die Preis st opverordnung dar. Erforderliche und ausführbare Reparatu-
s
Kleine
würde, die ihn veranlassen würde, still zu sejn. Ich halte das nicht aus, diese Gedanken —
Die Hilfe kam unerwartet von Willis, der auf dem Dachgarten seinen Tee einnehmen wollte, und dabei mit keinem Gedanken an Elisabeth gedacht hatte.
Er wäre sogar, ohne sie zu sehen, an ihrem Tisch vorbeiaegangen, wenn nicht Welt ihn bemerkt und diese Gelegenheit benutzt hätte, das Gespräch auf ein anderes Thema zu bringen.
„Hallo, Willis", sagte er.
Elisabeth blickte auf, sah Willis und lächelte erleichtert.
„Ich wohne nun schon seit Tagen im gleichen Hotel , sagte Elisabeth, „aber wir haben uns noch nie gesehen. Wie sonderbar das eigentlich ist — fügte sie leise hinzu.
Willis sagte hierzu nichts. Er nahm an ihrer Seite Platz und warf einen Blick auf Petersen, der feinen Aerger über Willis' plötzliches Erscheinen nicht verbergen konnte.
„Wir sprachen gerade von dem Fall Lanos", sagte Petersen und warf Welt einen überlegenen Blick zu, „aber Elisabeth weih anscheinend auch weiter nichts."
„Ein Zigeuner namens Anton Sumor wird gesucht", sagte Willis, „ich las es heute in der Mittagszeitung, man forscht nach Mitteilungen über ihn. Ich habe den Namen niemals gehört. Anscheinend ist die Polizei noch nicht weitergekommen. Manchmal denke ich, es wäre gut, wenn Lanos da wäre, er könnte sicherlich vieles klären —"
„Ja", pflichtete sie ihm bei, „das war auch schon mein Gedanke. Wenn er unschuldig ist — was ich bestimmt glaube — so paßt es gar nicht zu ihm, sich verborgen zu halten —"
„Und wenn er schuldig ist?" fragte Petersen.
Elisabeth zuckte die Achseln
„Selbst dann ist er ein Mann, der wahrscheinlich mutig die Folgen einer solchen Tat auf sich nehmen würde. Ich verstehe das alles nicht."
'Fortsetzung folgt)


