Mittwoch, 29. April 19^2
192. Jahrgang M. 99 Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags
Beilagen:
Gießener Familienblätter Heimat inrBild-DieSckolle
Bezugspreis: Monatlich.....RM.1.80
Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsvrechanschlutz 2251 Drahtanschrift: „Anzeigers Postscheck 11686 Frantr./M.
Annahme von Anzeigen für bte Mittagsnummer bis 8'/, Uhr desBormittagS
Anzeigen-Preise:
Anzeigenteil 7 Rvf. je mm bei 22 mm Zeilenbreite, Tertteil 50 Rvf. je mm bei 70 mm Zeilenbreite
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffell AbschlüsfeMengenstaffelL Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/. mehr
Gietzener Anzeiger
wUsäi.«. General-Anzeiger für Oberhessen ^skssk*
Oie USA. spüren -en Krieg.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Dem nordamerikanischen Kongreß ist soeben eine „Botschaft" Roosevelts über die Auswirkungen des Krieges und die dadurch notwendig werdenden Maßnahmen zugegangen. Man wird sich, bevor man diese „Botschaft" liest, der Tatsache erinnern müssen, daß Roosevelt seine dritte Wahl zum Präsidenten durch das feierlich gegebene Versprechen sicherte, er würde seine ganze Mühe und Arbeit darauf verwenden, Amerika aus dem Krieg herauszuhalten. Seine jetzige Botschaft ist ein Hohn auf seine damaligen Friedensbeteuerungen. Er zieht einen Vergleich mit dem Eintritt der USA. in den ersten Weltkrieg und brüstet sich damit, daß die Vereinigten Staaten am 7.November 1941 weit besser vorbereitet waren als am 6. April 1917. Ihm ist dabei offenbar gar nicht zum Bewußtsein gekommen, daß er damit dem amerikanischen Volk klar macht, daß sich die Lage Nordamerikas schon zu Beginn dieses Krieges wesentlich ungünstiger gestaltet hat als 1917. Trotz seiner diesmaligen besseren Kriegsvorbereitung haben jetzt die USA. militärische Niederlagen größten Ausmaßes und katastrophale Tonnageverluste einstecken müssen, die sich nicht wieder einholen lassen.
Des weiteren bestätigt Roosevelt in seiner „Botschaft" jetzt unumwunden, daß er zwei Jahre lang den Kongreß und das amerikanische Volk betrog. Denn jetzt stellt, er mit einem gewissen Stolz fest, daß die angeblichen Verteidigungsmaßnahmen, die Revision der Neutralitätsgesetzgebung, das Wehrpflichtgesetz, das Leih- und Pachtgesetz und schließ-
Luden beherrschen die USA.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Als Benjamin Franklin, einer der ersten Mitarbeiter Washingtons und Mitbegründer der Unabhängigkeit Nordamerikas, sein Land vor den Juden warnte, da sie eine Bedrohung des jungen Staates seien, schwebte ihm sicherlich nur eine ganz blasse Ahnung von dem vor, was aus den Vereinigten Staaten heute unter der völligen Judenherrschaft geworden ist. Diese Herrschaft tritt mehr oder minder getarnt auf, die Juden sind sehr sorgfältig darauf bedacht, andere in den Vordergrund zu schieben und selbst im Dunkeln die Fäden zu ziehen, an denen ihre Marionetten sich bewegen. Noch seltener geschieht es aber, daß sie sich im Gespräch über die tatsächliche Herrschaft des Judentums in den Vereinigten Staaten äußern, lieber diese Tatsache ist nunmehr ein Dokument veröffentlicht worden, das der f r a n z ö s i s ch e B o t s ch a f t e r i n B r ü s- sel über eine Unterredung mit einem belgischen Großrabbiner am 18. Januar 1926 ab faßte. Schon damals hat dieser die Rolle des Judentums in den Vereinigten Staaten eindeutig dahin präzisiert, daß die Juden in den USA. in der Lage seien, einen sehr wirksamen Druck auf Wirtschaft und Regierung auszuüben und beide in ihrem Sinne zu beeinflussen und zu lenken.
Mit dieser Aeußerung ist das Wahrheit geworden, wovor Benjamin Franklin so eindringlich warnte. In seinem Vermächtnis wies er feine
Dergewngsangnff gegen die Stadl Aorwich.
Berlin, 28. April. (DNB.) Die schweren Angriffe auf Norwich begannen kurz vor Mitternacht und zogen sich in mehreren Wellen nahezu eine Stunde lang hin. Zum Teil aus niedriger Höhe lösten die deutschen Kampfflugzeuge Tausende von Spreng - und Brandbomben auf den befohlenen Zielen aus. Bei guter Erdsicht konnten die Besatzungen die Detonationen im Zielgebiet beobachten. Heb er dH in Norwich entstanden Brände, die sich besonders im Stadtkern zu weithin leuchtenden Großfeuern verdichteten. Tieffliegende Kamps- slieger konnten deutlich erkennen, wie ganze Häuserblocks unter der Wucht der Detonationen zusammenstürzten. Die Briten hatten zur Abwehr Nachtjäger eingesetzt, die jedoch nur vereinzelt in Berührung mit den deutschen Flugzeugen kamen. Von dem Vergeltungsangrrff kehrten zwei Kampfflugzeuge nicht zurück.
♦
Norwich ist mit 124 000 Einwohnern die Hauptstadt der mittelenglischen Grafschaft Norfolk und liegt etwa 30 Kilometer landeinwärts von dem bekannten Hafen Great Parmouth an der Ostküste MittelenglanÄs. Es ist Knotenpunkt der Bahn London—Parmouth und Sitz zahlreicher Industrien, vor allem der Leder- und Schuhproduktion, ferner werden hier Maschinen, Chemikalien, Ziegel und Krepp hergestellt. Norwich, das nicht weit von einem alten römischen Kastell errichtet wurde, zeigt selbst eine Reihe alter Bauwerke, deren Geschichte bis in die normannische Zeit zurückreicht, so die Kathedrale, die Guilhall, den Bischofspalast, ferner eine Reihe von Bibliotheken und höheren Schulen. Norwich ist auch ein Zentrum der britischen Flugzeug- rii st ungs Industrie, es befinden sich dort Rüstungswerke für Flugzeugzellenbau, Flugzeugmotorenteile und Flugzeugreparaturen. Ein bedeutendes Unternehmen der Elektroindustrie stellt vor allem U-Bootmotoren, Generatoren und Transformatoren her.
*
Leichte Kampfflugzeuge griffen Dienstag in Dief- flügen an der Ostküste der Insel Wight eine Werft mit Sprengbomben und Bordwaffen an. Dabei wurden die Schiffsbauhallen von Bomben getroffen. Auch in der Fabrikationshalle des Ausrüstungshafens am Westufer detonierten zwei Bomben und richteten größere Schäden an. Ferner erzielte ein leichtes Kampfflugzeug einen Bombentreffer hart neben der Bordwand eines Zerstörers.
lich die unausgesetzte Vermehrung von Armee und Marine, lediglich in der Absicht des vor der Wahl abgeleugneten Kriegseintritts erfolgt sind. Er bekommt es dabei fertig zu behaupten, daß das alles „mit voller Billigung der Nation" geschehen sei, obgleich auch das amerikanische Volk noch nicht vergessen hat, mit welchen Mitteln der Bestechung, des polittschen Drucks und falscher Behauptungen Roosevelt operiert hat, um seine Gegner mundtot zu machen.
Das Tollste.leistet sich aber Roosevelt in seiner „Botschaft" durch folgende Feststellungen: „Dieses enorme Kriegsprogramm erschüttert die Industrie', die Arbeitskräfte, die Landwirtschaft und die Finanz. Es unterbricht die normale Lebensweise jedes Amerikaners und jeder amerikanischen Familie. Neue schwere Steuern müssen eingeführt werden, die Lebenshaltungskosten werden steigen. Die Kriegskosten betragen jetzt bereits ungefähr hundert Millionen Dollars täglich und werden noch vor Ablauf dieses Jahres sich verdoppeln. Das bedeutet, daß eine Summe, die größer ist als die Hälfte des gesamten Nationaleinkommens, für unsere Kriegsanstrengungen ausgegeben wird." Man muß sich nur über die Unverfrorenheit wundern, mit der Roosevelt von dem USA.-Volk für seinen Krieg solche Opfer fordert, nachdem er im Wahlkampf dem USA.-Volk unzählige Male hoch und heilig versichert hat, daß er die Vereinigten Staaten aus dem Kriege heraushalten werde.
Landsleute darauf hin, daß sie die Juden ausschlie- ßen müßten, denn sonst würden die Nachkommen der damals lebenden Generation diejenigen sein, die draußen auf den Feldern arbeiten müßten, um den Juden den Gewinn abzuliefern. Es ist wohl nie eine Prophezeiung so sehr in allen Teilen Wahrheit geworden, wie die eines der ersten Kämpfer für die Freiheit und Unabhängigkeit des jungen Kontinents. Und was schon damals die Befürchtung Benjamin Franklins bildete, war 1926 bereits in allen Grund- zu gen festgelegt und hat sich heute zu einer vollständigen Despotie des Judentums entwickelt. Namen wie die des Professors Felix Frankfurter, des Richters Samuel Rosemann, foes Ministers Henry Marge nlhau, des Bundesrichters Brandeis. sind heute für die ganze Weltöffentlichkeit Zeugen dafür, daß das Judentum in den USA. es verstanden hat, vor allem den Präsidenten selbst mit einem Netz von jüdischen Mitarbeitern zu umgeben, die von Frankfurter in ihre führenden Stellungen (ändert wurden. Was das Brüsseler Dokument ankündigt, ist heute in den USA. bis zur letzten Konsequenz durchgeführt worden: die Juden beherrschen in der Tat das ganze Land, es gibt weder in der Verwaltung, noch in der Wirtschaft, der Presse oder Justtz einen wichtigen Posten, der nicht von einem Juden besetzt ist.
Oer Wehrmachtbericht.
DNB. AusdemFuhrerhauplquarller, 28. April. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m mittleren ünd nördlichen Abschnitt der O st front brachten eigene Angriffs- unternehmungen örtliche Erfolge. An einzelnen Abschnitten wurden stärkere Angriffe des Feindes unter hohen Verlusten für den Gegner abgeschlagen, hierbei wurden an einer Stelle 13 feindliche Panzer vernichtet. Kampfflugzeuge bombardierten bei Tage feindliche Schiffe in Leningrad und an der Küste des Asowfchen Meeres.
An der Eismeerfront wurden fünf Sowjetbomber, die einen deutschen Flugplatz angriffen, vollzählig vernichtet und weitere drei Jagdflugzeuge vom Muster hurricane abgeschossen.
3n Nordafrika wiesen deutsch-italienische Truppen britische Aufklärungsvorstöße ab.
Starke Verbände der Luftwaffe setzten die Angriffe auf militärische Anlagen der 3 n s e l Malta fort. 3n La Valetta wurden an Kasernen und Versorgungsanlagen weitere schwere Zerstörungen hervorgerufen.
lieber der Küste der besetzten We st gebiete verlor die britische Luftwaffe am gestrigen Tage in Luftkämpfen, durch Flak- und Marineartillerie 1 9 Flugzeuge.
Kampffliegerverbände führten in der Nacht zum 28. April einen Vergeltungsangriff gegen die Stadt Norwich durch, die mit zahlreichen Spreng- und Brandbomben belegt wurde.
Britische Bomber griffen in der letzten Nacht ausschließlich nichlmililärifche Ziele in Köln an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und verletzten. Zahlreiche Wohnhäuser, Kirchen und Wohl- fahrtseinrichtungen wurden zerstört oder beschädigt. Ein einzelnes britisches Flugzeug führte einen Störflug nach Süddeutschland und in das Protektorat durch. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 12 der i angreifenden Flugzeuge ab. Mehrere britische Bomber wurden bei einem Nachtangriff auf die nor- j wegische Küste zum Absturz gebracht. Die britische
Luftwaffe verlor damit am gestrigen Tage und in der letzten Nacht bei ihren Einflügen in die be- ehten Gebiete und in das Reichsgebiet mindestens 38 Flugzeuge.
Oberleutnant S ch o e n e r t errang feinen fünfzehnten Nachtjagdfieg.
Sinnlose Zerstörung in Köln.
Berlin, 28. April. (DNB.) Bei dem Angriff auf Köln hatten es die Briten ausschließlich auf Kirchen, Hospitäler und alte Kulturdenkmäler abgesehen. So wurde das schöne Rathaus und die herrliche St. P a n t h a l e o n s- Kirche in Brand geworfen und teilweise zerstört. Die Kirche ist die schönste und älteste Kölns, sie wurde im Jahre 964 als romanische Basilika vom Erzbischof Bruno I. gegründet und im 19. Jahrhundert völlig erneuert. Das Rathaus, ein umfangreicher GÄäudekomplex, erhebt sich aus den Fundamenten der alten Stadtmauer. Der Mittelbau lammt aus dem 14. Jahrhundert, im 16. Jahrhundert wurde die Renaissance-Halle mit wertvollen Relief-Darstellungen an gefügt, im Inneren befindet ich der sagenumwobene Löwenhof. In dem großen Sitzungssaal sand im Jahre 1367 die erste Tagung der Deutschen Hanse statt. Die bunten Fenster des Rathauses sind von besonderem kunsthistorischen Wert.
Weitere Verluste an Britenbombern.
Berlin,29.April. (DNv.Funkspruch.) Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, wurden bei Anflügen britischer 3agdverbände an der nord- französifchen Küste lm Laufe des Dienstag 6 Spit - fite von deutschen 3ägern abgeschossen. Die Verluste der britischen Luftwaffe in der vergangenen Nacht haben sich auf insgesamt 25 Bombenflugzeuge erhöht Darunter befanden sich 4 viermotorige Bombenflugzeuge vom Wüster Stirling und Halifax.
Das Ritterkreuz für einen Fernaufklärer.
Berlin, 28. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz an Leutnant Scheidig, der als Flugzeugführer in einer Fexnaufklärungsstaffel in den Einsätzen gegen die Orkney-Inseln und die Shetlands, gegen Norwegen, England, die Sowjetunion, gegen Malta und im Mittelmeerraum an der laufenden Vildüberwachung maßgeblich beteiligt war, auf zwei Flugplätzen aus 500 bis 800 Meter Höhe Treffer zwischen abgestellten Flugzeugen erzielt und insgesamt 33 000 BRT. feindlichen Schiffsraumes versenkt hat.
Tokio, 28. April. (Europapreß.) Die Besetzung aller strategischen Punkte von Bedeutung auf den Molukken und im nordwestlichen Mertel von Neu-Guinea bringt die Sicherstellung des hol- lättdischen Kolonialbesitzes in Zentralasien durch die Japaner fast vollständig zum Abschluß. Nur noch an der Südküste des holländischen Teiles von Neu- Güinea dürsten sich schwache holländische Kräfte halten. Die strategische Bedeutung dieser Operationen besteht darin, daß der Schutz der bisher besetzten reichen Rohstoffgebiete auf den großen Sund a- Inseln und den Philippinen gegen englisch- amerikanische Gegenangriffe von Nordaustralien her vollkommener gestaltet wird. Gleichzeitig werden die japanischen Ausgangsstellungen für den Fall einer Offensive gegen die feindlichen Stützpunkte in Nordaustralien beträchtlich verbessert. Unter den besetzten strategischen Punkten befinden sich die Küstenplätze F a k f a k sowie B a b o nordwestlich davon, in der Mac Cluer-Ducht, und H o l l a n d i a an der Nordostküste Niederländisch-Neu-Guineas, unweit der Grenze nach Kaiser-Wilhelm-Land. Besondere Bedeutung dürfte gerade der Besetzung Hollandias zu- kommen, da von hier aus die Operationen gegen die Nordwestgebiete Neu-Guineas durchgeführt werden können. Außerdem besetzten die Japaner mehrere der das westliche Neu-Guinea umgebenden Inseln. Der einzige Marinehafen, der sich noch in feindlichem Besitz befindet, Port Moresby, ist derart, bombardiert worden, daß er immer mehr an Bedeutung für den Gegner verliert.
Die Inselgruppe der Molukken, bekannt auch unter dem Namen Gewürzinseln, war die Östlichste Inselgruppe Niederländisch-Jndiens. Die Molukken sind sehr gebirgsreich. Auf den nördlichen Inseln liegen zahlreiche Vulkane. Hauptausfuhrartikel sind Gewürze, Kopra, Kaffee und Perlen. Die Einwohnerzahl des gesamten Verwaltungsbezirks mit der Hauptstadt Amboina beträgt rund 900 000. Die Bewohner, Alfuren, erhielten im Laufe der letzten Jahrzehnte zahlreichen Zuwachs durch chinesische und arabische Händler. Niederländisch-Neu- Guinea wurde von Niederländisch-Jndien aus verwaltet. Das Gebiet umfaßt nicht ganz 400 000 Quadratkilometer. Die Einwohnerzahl beträgt rund 280 000. Hauptausfuhrartikel sind Kopra, Kautschuk, Gold, Kupfer sowie Perlmuscheln und Trepang.
Hilfe für Tschunking wird immer schwieriger.
Genf, 29. April (DNB. Funkspruch.) Der ehemalige Gouverneur der Staatsbank von Aegypten, Sir Edward Cook, der vor einigen Wochen zum britischen Bevollmächtigten in Indien sürdieZu - fuhr nach Tschungking ernannt wurde, stoßt auf große Schwierigkeiten. Die einzige Möglichkeit, Tschungking wenigstens dringend benötigte Maieria-.
Vereinfachung der Wirischast.
Im Kriege bewährt sich auf die Dauer nur das Echte, das Einfache, Zweckmäßige. Nun ist das nationalsozialistische Deutschland sicherlich eines der modernsten, wenn nicht das modernste Staatswesen überhaupt. Wir haben schon vieles über Bord geworfen, was andere heute noch als Ballast mit sich Herumschleppen, aber trotz der wahrhaft revolutionären Entwicklung gibt es bei uns ebenfalls noch manchen Ballast, dessen Zwecklosigkeit der Krieg uns offenbart. Vereinfachung zur Ersparung von Kräften für kriegswichtigen Einsatz, Entlastung der Wirtschaft von allen überflüssigen Arbeiten, damit sie frei wird für ihre jetzt einzig wichtige Aufgabe, die größtmögliche Produktion von Kriegsmaterial, das ist gegenwärtig die gebieterische Forderung. Daraus ergaben sich die Maßnahmen zur Vereinfachung der Wirtschaft, die in den letzten Wochen in rascher Folge getroffen wurden. Von der neuen Preisregelung für die Rüstungswirtschaft durch die Einheits- und ©ruppenpreife zu der Bildung von Hauptausschüssen und Jndustrierinaen in der Rüstungsindustrie zur konzentrierten Lösung aller technischen Fragen, von dem Erlaß, der die Zurückhaltung von Arbeitskräften und Rohstoffen in der Industrie ebenso als Kriegsverbrechen stempelt wie den Schleich- und Tauschhändler, von der Einführung der Wahrheitspflicht bei wirtschaftlichen Bestands- und Bedarfsmeldungen bis zu den soeben von Staatssekretär Reinhardt angekündigten Vereinfachungen beim Lohnabzug und in der Finanzverwaltung und zu der von Reichswirtschaftsminister Funk bekanntgegebenen Neuordnung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft und des Kontingents- und Bewirtschaftungswesens führt eine einheitliche Linie. Das Ziel aller Maßnahmen ist immer das, überflüssigen Ballast zu beseitigen, den Wirtschaftsablauf klarer und übersichtlicher zu machen, damit die wesentliche Aufgabe, die Produktion von Kriegsmaterial, immer besser erfüllt werden kann.
Besonders bezeichnend ist dabei die Neuordnung der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, weil sich hier nämlich zeigt, wie sich auch in die modernsten Formen der wirtschaftlichen Gestaltung Altes und Ueberholtes einnisten kann. Der Gedanke der Organisation der gewerblichen Wirtschaft und ihre praktische Errichtung war etwas einmalig Revoluttonäres und Neues. Die plutokra- tischen Staaten haben der von Deutschland bereits 1933/34 geschaffenen Organisation auch nichts annähernd Gleichwertiges entgegenzusetzen. Sie suchen heute noch nach den Meckmäßigsten Formen und Methoden für diese, einst von ihnen nur mit Spott bedachte, aber heute als kriegsnotwendig erkannte Organisation der Gesamtwirtschaft. Wir haben sie! Das ist ein unbestreitbarer Vorteil, aber sie ist auch
lien zukommen zu lassen, ist der Luftweg, da die nach der Schließung der Burma-Straße oft er« wähnten „Ersatz-Straßen" noch lange Zeit Zutunstspläne sind. Es fehlt jedoch an Flugzeugen, um Tschungking auch nur einigermaßen regelmäßig mit wichtigen Dingen zu ver«^ sorgen. Erforderlich ist eine Lufttransportflotte von etwa 500 Flugzeugen. Es besteht jedoch keinerlei Aussicht, in absehbarer Zett auch nur einen Bruchteil davon zusammen zu bringen.
Aus ähnliche Schwierigkeiten stoßt die norbameri« konische Wirtschastsabordnuna unter Führung Gradys in Indien. Ihre Ausgabe besteht in der Entwicklung der indischen Rüstungsproduktion, wofür eine ganze Reihe von Plänen ausgestellt wurde. Die rasche Durchführung scheitert jedoch schon an dem Mangel an Werkzeugmaschinen. Grady hat deswegen um beschleunigte Zusendung von Werkzeugmaschinen ersucht. Aber die USA. sind selbst knapp an solchen Maschinen. Dazu kommt noch der Mangel an Transportmitteln.
Keine alliierten Kriegsschiffe in argentinischen Häfen.
Lissabon, 29. April. (Europapreß.) Das nord- amerikanische und englische Ansinnen, die Häfen von Argentinien als Versorgungs- und Aus- befferungshäfen für die eigene Kriegsflotte zu benutzen, ist von der argentinischen Regierung entschieden ab gelehnt worden. Es heißt, daß am La-Plata-Strom nur der Hafen von Montevideo (Uruguay) von alliierten Kriegsschiffen angelaufen werden könne, da Argentinien infolge seiner Weigerung, die diplomatischen Beziehungen zu den Achsenmächten abzubrechen, eine strikte Neutralität beobachten und sich auch weiterhin an die internationalen Bestimmungen hatten wolle. Danach dürfen neutrale Häfen von Schiffen kriegführender Staaten nur ausnahmsweise zur Ausbesserung von Reparaturen in einer kurz befristeten Zeit angelaufen werden.
Oie USA. müssen Schiffahrtslinien einstellen.
Stockholm, 29. April. (DNB>FunkspruchZ Wie „New Port Herold Tribüne" mitteilt, wurden die regelmäßigen Schiffahrtslinien von Neuyork nach Boston, Portland und Halifax eingestellt. Auch der regelmäßige K ü st e n s ch i f f « fahrtsverkehr zwischen Neuyork und den Keinen Hafenstädten Neu-Englands ist gesperrt worden. Das USA.-Schiffahrtsamt hat alle Fahrzeuge dieser Linien beschlagnahmt, da es infolge d-er fchwe. ren Schiffsverluste durch U-Boot-Angriffe in immer steigendem Maße auf die Fahrzeuge der Küste na jchiffahrt zurückgreifen mich.
Oie Besetzung Nordwest-Guineas und der Molukken.


