Ausgabe 
29.1.1942
 
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in national-

Churchills Kampf mit dem Unterhaus

Die Schuldigen für die Katastrophe von Hawai

1. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

bis die Sache sich zerschlug ...

Sie sah ihn an. Doch er wandte sich mit einer

(Fortsetzung folgt)

........u"'"*' «»»i*. vt-iii vuiyius jpiciciiu, unverhohlen zufrieden mit dem, was der Komponist zum Lobe der Sängerin vorbrachte ...

Da wird ja Fräulein von Brätel sehr glücklich sein, wenn ich ihr alles das schreibe", hatte er gesagt.

Schreibe?" Der Vater wollte an die fremde Schauspielerin schreiben? Ulla war aus dem Stau­

er neben Abbeg saß das Unvermögen, sich oe^en seine Aufforderung zu wehren ... Daß er diesem Abbeg hier wieder begegnen mußte! Hatte oas Schicksal selber ihn geführt? Er dachte ein Jahr zurück, sah den Direktor mit den Schmissen und dem Billardkugelschädel in seinem Zimmer, in Lap­persdorf, die Offerte derSächsischen Glashütten" auf der Lippe. Nein, er batte sich damals nicht ent­schließen können. Drei Generationen Fehrs mach­ten in der kleinen Hütte die kostbaren Kunsdgläser, von denen dieser Mann derNationalisierung" nichts verstand. Kostbar? Ja. Kostspielig auch, zu­gegeben. Kaum, daß dieSophienau" das Kapital verzinste, von Gewinn gar nicht zu reden. Aber eine Liebhaberei mußte man ja wohl haben, wenn man so lange Jahre ohne Frau in den schlesischen Wal­dern lebte! ... Ulla? Die war auch gegen Verkauf gewesen, Vertreterin der vierten^Generation Fehr,

gewissen fahrigen Bewegung weg, so daß sie ftinen | Blick nicht fand.

Sie wollte nach dem Grund für diese plötzliche Reise fragen.

Allein, sie wußte unumstößlich genau, daß sie * die Wahrheit doch nicht hören würde.

Ja, Papa." Und sie ging rasch hinaus.

Der Tag roar, um die Mittagsstunde kaum heller geworden als am Morgen. Auch die Ebene lag tief verschneit, die Flocken wurden in dichten Schwaden an den beschlagenen Fenstern vorbeigewirbelt.

Christian Fehr drehte den Kopf mit dem weiß­blonden Haar, das die Neigung hatte, ihm etwas eigenwillig und unordentlich in die Stirn zu fallen, auf dem grauen Polster des Abteils. Er war alleiü, so konnte er sinnen und träumen und sich ggnz den Gedanken überlassen, auf deren hohem Meer er trieb, seit er heute früh Marions rätselhaften "Brief emp­fangen und flimmernden Auges überlesen.

Immer von neuem dachte er, wie alles ange- sängen hatte an jenem septembergoldenen Abend in München, fast körperlich deutlich rollte es vor ihm ab, mit allen Einzelheiten: die Autofahrt zur Oktoberwiese der geheime Widerwille, mit dem

den beiden deutschen Großmächten die Selbständif keit Schleswig-Holsteins zugesichert hatte, sein 93 ei sprechen brach und durch Gesetz vom 13. Noven der 1863 Schleswig Dänemark einverleibte, wurl

es wieder befreit.

Gemeinsam forderten damals »Preußen uni Oesterreich von Dänemark die Zurücknahme diese Gesetzes, und als Dänemark es ablehnte, kam s 1864 zum Krieg. Dänemark wurde geschlagen, bi neutralen Großmächte enthielten sich angesichts de Großdeutschen Bündnisses Preußen-Oesterreich jede Einmischung, und Dänemark mußte Schleswig-Hol stein an Preußen und Oesterreich abtreten. Im Bei trag von Gastein 1865 kam Schleswig an Preuße! und Holstein an Oesterreich. Nach dem Kriege otii 1866 mußte Oesterreich auch Holstein noch ai Preußen abtreten, und am 2 4. Januar 18 6' vollzog der Oberpräsident B a ro.n Karl d di S ch eel-Plessen, der beste Mann, den Schlei wig-Holstein aufweisen konnte, feierlich im Kiele Schloß die Einverleibung des Lande in Preußen.

nen nicht herausgekommen.

Später, als Fontana in seinem roten Sportwagen daoongebraust war, hatte sie den Vater festgehalten, der ins Herrenzimmer hinübergehen wollte.Aber, lieber Papa, waö muß ich von dir hören? Sogar im Theater bist du gewesen? Welche Seltenheit!"

Er hatte ihr in die Augen gesehen? Etwas be­troffen, wie ihr schien.

Eigentlich ist dein Abbeg schuld dein Raub­fisch!" hatte er sehr rasch gesagt:Wir waren zu­sammen auf dem Oktoberfest ja, denke dir, auch das hat dein entwicklungsfähiger Papa unternom­men! Und da trafen wir das Fräulein von Brätel. Mit einer Freundin, die übrigens direkt ein Albino war, merkwürdig ... Ja, Fräulein von Brätel ist eine alte Bekannte von Abbeg. Und daraus hat sich dann alles weitere entwickelt"

So hatte er gesprochen, und hatte ihr die Wange geklopft und war über die Schwelle getreten.

Und nun nun schrieb ihm diese Brätel ...! Hatte sie ihm wohl schon öfters geschrieben? Nie wieder hatte er von ihr gesprochen! Und hatte doch sonst soviel von München erzählt!

Mter eniai

Stockholm, 28. San. (DNB.) Churchills Rede, die mit den Worten schloß:Ich halte mein ur­sprüngliches Programm von Blut, Schweiß und Tränen aufrecht, die alles sind, was ich jemals ge­boten habe, und denen ich fünf Monate später viele Mängel, Irrtümer und Enttäuschungen hinzufügen muß", hat zusammen mit seiner Drohung, er werde bei zu starker Opposition den ganzen Kram hin- schmeißen, das Unterhaus so niedergedrückt, daß zu Beginn der Debatte nur wenige Abgeordnete eine scharfe Kritik vorbrachten. Das einzige Pikante waren Ausführungen des jungen Churchill zu den Kämpfen in Nordafrika. Während der Vater erklärt hatte,wir brachten niemals mehr als 45 AD Mann bei dieser Schlacht gegen die feindlichen Streitkräfte zum Einsatz, die weit mehr als doppell so stark waren", stellt sein Sohn folgen­dermaßen richtig:Wir hatten an Panzern eine zahlenmäßige Ueberlegenheit von mindestens 7:4. Eine noch größere Ueberlegenheit hatten wir in der Luft." Damit hat der Sohn den Vater widerlegt.

Im wesentlichen haben sich die Kritiker auf die Niederlage in Ostasien gestürzt. Churchills Ausrede, es sei doch sehr unwahrscheinlich erschie­nen, daß die Japaner mit der amerikanischen Flotte im Rücken jemals versuchen würden, Singapur an­zugreifen, hat keineswegs zur Beruhigung beige­tragen. So bemerkte der konservativve Abgeordnete M i l n e :War es wirklich nur möglich, 60 000 Mann in Singapur auszurüsten, nach 2V* Jahren Krieg und nach einer Aufrüstung seit etwa fünf Jahren? Das Unterhaus ist der Ansicht, daß der Ministerpräsident zuviel auf seine Schultern nimmt." Er kritisierte scharf die britischen Beamten in Ost­asien wegen ihrer fortgesetzten optimistischen Erklä­rungen und sagte, wen sie schon gewußt hätten, daß sie schlecht vorbereitet seien, dann hätten sie den Mund halten sollen. Der Labour-Abgeordnete Lawrence meinte bekümmert, es sei nie erklärt worden, warum man die SchlachtschiffePrince of Wales" undRepulse" ohne ausreichenden Flieger­

genossen Sorgen und Mühen tn reichstem Maße erspart werden können, wenn eine solche Hilfe von Volksgenosse zu Volksgenosse aus dem Be­reich privater Freundlichkeit in den einer nationalen Selbstverständlich- k e i t gerückt ist.

Darum allein geht es nämlich: Das Anbieten und das Annehmen der kameradschaftlichen Hilfe des Volksgenossen, dieses nähere Zusammenrücken angesichts der schärferen Winde, die ein Krieg nun einmal mit sich bringt, das soll uns nichts Äußer- gewöhnliches fein, sondern ein Bestandteil unserer Lebensführung, über die gar nicht gesprochen zu werden braucht?

Eine solche tätige Kameradschaft ist sie nicht die natürliche Folgerung aus all den politischen Lehren und nationalen Erlebnissen unserer Zeit? Ist sie nicht wahrer Nationalsozialis­mus, angewandt auf die kleineren Dinge des Lebens? Und ist sie nicht schließlich auch ein Weg zur Vermehrung unserer Kräfte, zur Vervielfälti­gung der Kriegsleistung der Heimat, zur Stärkung unserer Herzen und damit ein Weg zu dem Ziel, für das wir heute alle leben, dem Sieg unseres Reiches und damit der Zukunft unseres Volkes!

sprengten britischen Streitkräften ist es infolge der von den Japanern energisch betriebenen Verfolgung bisher nirgends gelungen, sich zu stärkerem Wider«! stand festzusetzen. Auf dem Rückzug befindliche britische Kolonnen wurden von starken japanischen! motorisierten Abteilungen ein geholt und nach kur­zem Kampf vernichtet. Im Raume von Dimpang Rangam wurden britische Widerstandsnester mi8 blanker Waffe angegriffen und erobert. Bei Mor- sing an der malaiischen Ostküste gelangten japa : nische Landungstruppen in den Rücken britischer Widerstandsnester, die ebenfalls nach kurzen Kämp­fen eingenommen wurden. Nach am Mittwochabend in Tokio eingegangenen Frontberichten haben die? britischen Streitkräfte in Johur seit Dienstag den! allgemeinen Rückzug angetreten. Nur fünf Eisen­bahnstationen trennen die japanische Vorhut noch! von der letzten Station auf dem malaiischen Fest-! land.

Protest gegen USA.-Truppenlandung in Nordirland.

Stockholm, 28. Jan. (Europapreß.) Eires Mi-! nisterpräsident deValera hatgegendie Lan­dung nordamerikanifcher Truppen in Nordirland protestiert. Er begründete seinen Pro­test damit, daß er weder von der Regierung der Vereinigten Staaten noch von der englischen Regierung wegen dieser Maßnahme befragt wor­den sei. Die irische Nation sei vor 20 Jahren von der britischen Regierung gegen den ausdrücklichen Willen des Volkes geteilt worden. In der Pro­testnote heißt es dann weiter:Als die Vereinigten Staaten von Nordamerika in den letzten Krieg ein­traten, erklärte Präsident Wilson, Amerika sei

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130 Mellen von Pearl Harbour entfernt bereits um 7.20 Uhr entdeckt, ober er habe 18 Mi­nuten gebraucht, um den wachhabenden Ofstzier zu erreichen, der seinerseits entschied, daß es sich nur um USA. - Flugzeuge handeln könne.

WieJapan Dimes and Advertrfer" erfahret haben will, sei Kimmel zum Tode verur­teilt worden, eine Maßnahme, die mehrere Kon­greßmitglieder seit Einigen Wochen befürwortet hät­ten. Wenn man schon die Verantwortung einem einzigen Mann zUschreibe, wie stehe es dann eigent­lich mit der Verantwortung des Marineministers Knox, der Kimmel unter Uebergehung mehrerer dienstälterer Offiziere zum Oberbefehlshaber ge­macht habe, und wie stehe es mit dem Chef der amerikanischen Wehrmacht, Roosevelt, selbst, so fragt das Blatt. Aus lange Zeit hinaus sei eine nord amerikanische Flottenoffensive im Pazifik an­gesichts dieser Demoralisierung des USA.-Marjne- kammandos völlig unmöglich. Sollte sich die USA- Flotte wieder erholen, dann würde sie, wie die Nachricht von der Besetzung des Bismarck-Archipels erkennen lasse, feststellen müssen, daß dje südliche Verbindungslinie zwischen den USA. und Austra­lien bereits von der japanischen Flotte unterbrochen sei.

Der japanische Vormarsch auf Malakka.

Tokio, 28. Jan. (Europapreß.) In ununter­brochenen Verfolgungskämpfen haben die japani­schen Truppen auf Malakka erhebliche Geländege­winne erzielt. Den in den größeren Gefechten bei Gamas und Kuala Lumpur geschlagenen und zer-

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Der feurige Ofen

Boman von Hans von hülfen

M erb r i b, 28. Jan. Agentur Efe meldet aus Neuyork:Die Hauptfrage aller Amerikaner heißt zur Zeit: Was ist in Pearl Harbour pas­siert? Das Volk will Einzelheiten über die Kata­strophe wissen, und die Regierung hat eine Kom­mission nach Hawai geschickt, die die Schuldigen feststellen soll. Schon seit dem 16. Oktober hat Wa­shington auf die große Gefahr eines japanischen An­griffs aufmerksam gemacht. Am Morgen des 7. De­zember waren 88,v.H. aller Streitkräfte auf ihren Posten, 60 v. H. der Offiziere und 96 v. H. der Mannschaften waren im D i en st. Was ist aber in diesem Falle unter Dienst zu verstehen, wenn man nicht einen plötzlichen feindlichen Angriff ab- wehren kann? Die Antwort darauf ist eine bittere Anklage gegen das nordamerikanische System, das mit seinem ständigen Wechsel im Perso­nal keine straffe Zusammenfassung der Einheiten zuläßt. Außerdem ist die ganze USA.-Streitmacht mit einem bürokratischen Netz überzogen, das schnelle Entschlüsse unmöglich macht. Gegenüber diesen Mängeln bestand in der japanischen Marine eine einzige Kommandostelle, die durch ein einziges

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Diese Maßnahmen erregten in Schleswig-Hol­stein Unwillen, und es entstand dort eine natio­nal-deutsche Gegenströmung, die sich gegen die Danisierungsversuche der dänischen Re­gierung richtete. Diese Strömung wurde noch ver­stärkt durch die nationale Einwirkung der Frei­heitskriege. Außerdem hatte Dänemark 1814 Nor­wegen verloren und dadurch, feine Stellung als europäische Großmacht eingebüßt. Was die Dänen durch ihre politische Machtlosigkeit im Norden ver­loren hatten, versuchten sie nun durch kulturelle Mittel im Süden des Staates wieder zu gewinnen, und so entstand die Bewegung der E i d e^r d ä n e n, die durch eine geschickte dänische Kulturpropaganda versuchte, zunächst Nordschleswig kulturell für Däne­mark zu gewinnen als Vorstufe seiner politischen Angliederung.

Die dänische Propaganda hatte jedoch wenig Er­folg, und noch im Jahre 1838 erklärte ein Nord­schleswiger Abgeordneter im Schleswiger Stände- saal:Wir betrachten uns als einen untrennbaren Teil des Herzogtums Schleswig und gedenken uns in keiner Weise von Schleswig-Holstein abzusob- dern." Und als im März 1848 der dänische König Friedrich VII. die Einverleibung Schleswigs in Dänemark verkündete, erhoben sich die Schleswig- Holsteiner zur Verteidigung ihres alten Landes­rechtes, das von dem dänischen König, Christian I.,

schütz habe auslaufen lassen. Sir Herbert Wil­liams betonte, daß Churchill um ein Vertrauens­votum bitte, fei ein Maßstab dafür, wie genau er wisse, daß er das Vertrauen verloren habe. Es feien zu viele Fehler gemacht worden. Ein Vertrauensvotum werde nur Unruhe hinter­lassen. Der nationalliberale Abgeordnete Hen - dersen-Stewart rief, es sei verkehrt, noch so zu tun, als ob die Regierung als Ganzes noch das frühere Vertrauen des Volkes besitze.Die Unzulänglichkeiten unserer Produktion find'im Ver­gleich mit der Entwicklung der ftrategifchen Lage ein Versagen allerersten Ranges. Ich werfe der Regierung grobe Fehler, schlechte Füh­rung, schlechte Vorbereitung und verkehrte Beurtei­lung der Lage vor, wie wir es selten erlebt haben."

Unter dem Gelächter des Hauses fragte der Ab­geordnete Shin well, warum man nicht gleich zwei Vertrauensvoten veranstalten könne, eine Abstimmung für Churchill und die andere für die übrigen Kabinettsmitglieder. Daß gerade im konservativen Lager die Kritik an der Zusammen­setzung der Regierung durch Churchills Rede nicht beseitigt ist, beweist am besten dieD ai ly Ma i l". Sie ermahnt den Premierminister, daß er ein n e u e s V e rf a s s u n g s p r i n z i p einführe, wenn er den. Grundsatz der Alleinverantwort­lichkeit des .Premierministers aufrechterhalten wolle. Früher fei die kollektive Verantwortung des ganzen Kabinetts auch von Churchill anerkannt worden, während er jetzt plötzlich behaupte, allein verantwortlich, zu fein. Das Blatt veröffentlicht eine Karrikatur des bekannten Zeichners Jllingworth, die das Unterhaus als eine Wildwestkneipe darstellt, in der drohende Gestalten mit düsteren Blicken auf den Klavierspieler eindringen, der verzweifelt wei- terspielt. Neben dem Klavier steht Churchill im Comboy-Gewand und zückt drohend seinen Revol­ver, während er mit zusamengepreßten Lippen die Worte hervorstößt:Hat etwa einer Lust, auf den Klavierspieler zu schießen?"

Noch jüar die Mehrheit der Bevölkerung rn dieser Lösung nicht einverstanden, da man das Ui recht von Olmütz noch nicht vergessen hatte. Do allmählich söhnten sich die Schleswig-Holsteiner mit Preußen aus. Viel hat dazu die Waffenkamerad. schäft auf den Schlachtfeldern im deutsch-franM scheu Kriege 1870/71, sowie die Vermählung bet Prinzessin Auguste-Viktoria von Schleswig-Holstein mit dem Erben der deutschen Kaiserkrone, Prinz Wilhelm von Preußen, im Jahre 1880 beigetragen

Die Lösung der Schleswig-Holsteinischen Frage die damals Bismarcks geniale Politik durchgesehj hatte, war die einzig richtige, und Großes war bm mit erreicht worden: Ern deutsches Land war b?> freit von der Herrschet eines fremden Staates uni konnte sich nun /zu einem lebensvollen Glied de; Deutschen Reiches entwickeln.

Wort die ganze Kriegsmaschine in Bewegung setzte. Bezeichnend für das schlechte Funktionieren des nordamerikanischen N ach richtenapparates ist die Feststellung, daß ein Warnungstelegramm der Regierung in Washington erst seinen Bestim­mungsort erreichte, als die Katastrophe bereits voll­endet war.

Der Bericht des Untersuchungsausschusses beschul­dige Admiral Kimmel und Generalleutnant Short der groben Pflichtverletzung. Kurz vor dem Angriff fei ein U-Boot-Netz vor Pearl Harbour ent­fernt worden, um zwei nord amerikanischen Minen­suchern die Durchfahrt zu gestatten, was nach kurzer Zeit den japanischen U-Booten die Einfahrt in den Hafen ermöglicht habe. Ferner habe der Oberbe­fehlshaber der USA.-Flotte um 7,12 Uhr Mitteilung von einem Gefecht zwischen USA.-Zer­stör e r n und japanischen U-Booten er­halten und dennoch versäumt, General­alarm zu geben, sodaß die Amerikaner voll­kommen unvorbereitet waren, als wenige Minuten später der japanische Luftangriff erfolgte. Ein nord, amerikanischer Posten habe die japanische Luftflotte 1

Und dann? Dann würde er ganz allein im Schlosse in dieser Ruine von einem Schlöße sitzen und auf das Altwerden warten! Immer nur die Voranschläge und Abrechnungen des Forst­meisters prüfen, die Pacht für Nieder-Lappersdorf von Herrn Demblin kassieren, Gläser sammeln und sich mit dem unlösbaren Problem herumschlagen, wie die Sophienau rentabel zu machen wäre ... Sehr angenehme Aussichten für den Lebensrest, zum Teufel noch mal!

Drunten in der Diele fand Ulla den alten Fabian im Gespräch mit dem Briefträger. So früh heute? Es war nicht der graubärtige Jeschke, der mit seinem zottigen Bart wie Rübezahl in Person aus­sah, sondern ein junger Mann, den sie nicht kannte. Aushilfe, erfuhr sie: Postschaffner Jeschke liege seit gestern mit einer Lungenentzündung im Kreis­krankenhaus.Früher hätte mir Wulflam das telephoniert", dachte sie, ein wenig bitter:Ich bin freilich selber schuld ..." Durch die Glastür sah sie, daß draußen ein Paar Skier im tiefen Schnee steckten. Der Postbote war auf Schneeschuhen ge­kommen, daher die frühe Stunde, der alte Jeschke langte immer erst gegen Mittag im Schlosse an.

Sie nahm Briefe und Zeitungen und trug sie an den Frühstückstisch. Fabian hatte heute im Eß­zimmer gedeckt, sehr vernünftig, der Wintergarten mar bei solchem Südweststurm nicht recht bewohn­bar, der Glaser hätte längst einmal kommen müssen, um alle Scheiben neu zu kitten. Das gehörte auch zurRuine Lappersdorf", von der der Vater gern mit Galgenhumor sprach. Da er auf sich warten ließ, betrachtete sie zerstreut die Post. Geschäftliches, wie immer, Drucksachen, Angebote, die Zeitschrift desReichsverbandes Deutscher Glashütten". Äber auch ein länglicher, blauer Briefumschlag mit steiler Handschrift beschrieben. Aus der Rückseite als Ab-

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vewutzle reit und allgemein er en Näch­stenhilfe das Wort geredet werden, weil sie zum selbstverständlichen Prinzip in jedem Haus, in jeder kleinen Gemeinschaft unseres Volkes er­hoben so überaus viel dazu beitragen kann, nicht nur die Zahl der schaffenden Hände zu ver­mehren, sondern auch Sorgen, Mühen und Nerven­kraft zu sparen!

Sage keiner, daß der Nutzen unbedeutend sei, wenn etwa zwei Familien sich entschließen sagen wir abwechselnd gemeinsam einzulaufen und da­mit den beiden Hausfrauen einige Abendstunden zu gewinen. Oder wenn ein Volksgenosse, der über eine günstigere Tageseinteilung verfügt, einem anderen, der von früh bis spät in Arbeit steht, aus freien Stücken etwas zur Hand geht. Oder wenn ein Haushalt aus der Fülle seiner in langen Jahren aufgestapelten Vorräte an Geschirr dem anderen einen Topf zur Verfügung stellt, nachdem der alte zerbrochen ist und sich im Augenblick nicht ersetzen läßt und was dergleichen kleine banale Dinge mehr sind, für die eine Frau vielleicht be­deutend deutlichere Beispiele anzuführen vermöchte, als es dem Manne möalich ist. Beide aber werden darin übereinstimmen, daß Millionen von Volks-

Als die Schleswig-Holsteiner im Jahre 1460 den König von Dänemark zum Landesherrn wählten, bestand zwischen Dänemark und Schles- wig-Holstein ein sehr gutes Verhältnis. Das däni­sche Königshaus war deutsch, ebenso die Ratgeber des Königs, wie z. B. die beiden Rantzaus im 16. und die beiden B e r n st o r s s s im 18. Jahr­hundert. Deutsch war die Sprache des Heeres, der Verwaltung und des Hofes, und das dänische Offi­zierkorps bestand überwiegend aus Deutschen. Auch unter Christian V. (16701699) waren noch von 546 Offizieren der dänischen Armee 410 Deutsche und nur 136 Dänen und Norweger. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war der deutsche Einfluß in Dänemark sogar so groß, daß sich dänischen Kreisen eine Gegenströmum

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Schleswig-Holstein 75 Me preußische provin

Von Dr. Hans Mahersahm, Professor an der Universität Kiel.

dänischen Kreisen eine Gegenströmung bildete, die sich gegen den überwiegenden deutschen Einfluß wandte. Diese Strömung kam nach dem Sturz des Ministers Struensee (1772), der überhaupt nur deutsch sprach und gar nicht dänisch konnte, zum Durchbruch. Jetzt wurde die Heeres- und Verwal­tungssprache dänisch, und die Verwaltungsmaßregeln bekamen einen einseitig dänischen Charakter. Nach dem Zusammenbruch des ersten deutschen Kaiser­reichs 1806 versuchte man sogar, Holstein Dänemark einzuverleiben, und 1810 führte man in Nord­schleswig dänisch an Stelle von deutsch als Amts­sprache ein.

beschworen war, und fanden leidenschaftliche ftimmung in ganz Deutschland. Ader die Erhebe» scheiterte, weil außer Preußen kein deuts^ Staat die Schleswig-Holsteiner unterstützte.

als Preußen im Vertrag von Olmütz 1851 gezwph gen wurde, Schleswig-Holstein preiszugeben, i, war die Sache Schleswig-Holsteins verloren.

Es ist bezeichnend für den nationalen Tiefstai des damaligen Deutschland, daß die beiden be4 schen Großmächte Preußen und Oesterreich einq deutschen Stamm zur Unterwerfung unter eine *#»* w- fremden Staat zwangen. Es fehlte eben bamafl $Di ein nationaler deutscher Gesamtwille, der sich ofl i?.t über eine politische Macht stützen konnte. Schleswig-HÄDlbE n In stein mußte jetzt 13 Jahre lang die GewaltherrschM^ß Dänemarks erdulden, und erst, als Dänemark, dH

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Jenöer: M. v. Brakei, Berlin W, Meinekestraße 5, Wintergartens sitzen, mit dem Einglas spielend, Pension Ragusa. r - * r

Ulla fühlte, wie ihr Herz plötzlich ganz hohe, schnelle Schläge tat.

Rasch legte sie den Brief zwischen die anderen, ging hinaus und rief nachRiemchen" Fräu­lein Riem, der alten Haushälterin, die feit zwanzig Jahren und länger Schloß Lappersdorf betreute.

Sie besprach mit ihr das Mittagessen. Aber wäh­rend sie es tat, dachte sie unablässig an die Stunde, da Fontana im Wintergarten am Teetisch gesessen und der Vater von dieser Brätel erzählt hatte. Ganz deutlich hörte sie seine Stimme:

Habe übrigens in München ja, ich komme gerade von da, knapp eine Stunde bin ich im Hause da habe ich Ihre ,Donaunixe' gehört. Im Gärtnerplatztheater."

Erstaunt hatte sie den Vater angesehen. Er war in einer Operette gewesen?! Zeichen und Wunder! Noch nie war das vorgekommen, solange sie denken konnte!

Ah Gärtnerplatztheater!" Der Komponist mit der etwas fülligen Gestalt, dem modisch zurück­gebürsteten Haar, der 'weichen etwas sensitiven Musikerhand und der schwarzen Hornbrille hatte das lebhaft aufgegriffen:Ja, eine glänzende Auf­führung. Mit der Brakel als ,Stasia', wie?"

Lachend hatte der Vater genickt:

Ich habe auch Fräulein von Brakel kennenge­lernt. Und habe ihr natürlich versprechen müssen. Sie bei Gelegenheit zu fragen, wie sie Ihnen ge­fallen hat."

Die Brakel? Aber, ich bitte, Herr Baron, ausgezeichnet, ganz ausgezeichnet!" Und Fontana hatte einep Lobgesang auf die Schauspielerin be­gonnen ...

Stumm hatte Ulla zugehört. Stumm und mehr und mehr verwundert. Der Vater lernte eine Schau­spielerin kennen? Wie konnte das sein? Wo gab es einen Punkt, an dem seine streng umzirkelte Welt sich mit der Welt des Theaters überschnitt ...? Und wie warm und interessiert er von der Bekanntschaft mit dieser Brakel redete ...! Sie sah ihn, während sie mit Riemchen Menü machte, am Tisch des

Als Ulla ins Speisezimmer zurückkehrte, wo überm Tisch der venezianische Lüster brannte, roar der Vater da und bereits in die Zeitung vertieft. Er stand auf und küßte ihr die Stirn zerstreut, wie ihr vorkam. Er plauderte mit ihr wie alle Mor­gen: vom Sturm der Nacht und daß es wohl viel Windbruch im Walde geben würde. Aber während er das Mundtuch zusammenlegte, sagte er:

Ullakind ich fahre nachher nach Berlin. Nur

für zwei oder drei Tage, zu Weihnachten bin ich v , ,

rechtzeitig zurück. Daß Fabian den Wagen be= I geradezu leidenschaftlich hatte sie Abbeg abgelehnt, reithält, ja?" bis die Sache sich zerschlug ...