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Dr. Hermann Hering.
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Am 22. Dezember starb in Berlin nach einer
schweren Operation der Münchener Chirurg, Professor Dr. Georg Magnus, der 1936 als Nachfolger
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(Fortsetzung folgt)
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Verwundete eines Berliner Lazaretts.
Berlin, 25. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr.
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Kunst und Wissenfchast.
Professor Dr. Georg Magnus gestorben.
tapfere Haltung der um ihn versammelten Derwun- en, die ihren kämpferischen Einsatz für die Sicher-
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,!?ührer-Weihnacht* der Alten Sarde.
München, 24. Dez. (DNB.) Münchens älteste rteigenossen trafen sich, soweit sie nicht im Felde ehen, am Abend des 23.12. zur traditionellen „Fäh- er-Weihnacht" im weihnachtlich geschmückten Lö- enbräukeller, auf der Gauleiter G i e s l e r im uftrage des Führers die alten Kämpfer herzlich lllkommen hieß, besonders jene im feldgrauen leid der Soldaten, die Symbol sind für die große ameradfchaft in diesem Kriege. Eine Ansprache des leiters und eine schlichte Bescherung, die der lihrer wieder für die Männer seiner ältesten Garde öcranlaßt hatte, standen auch im vierten Kriegsjahr im Mittelpunkt der Feier.
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er Minister, ehre die Versehrten des Krieges nicht ur durch Worte, sie beweise vor allem durch die aj, daß sie in ihnen mit ihre besten Söhne er-
Gliederungen der Partei, DRK. und Behörden waren den Einladungen gefolgt und nahmen teilweise auch an der abends folgenden Kaffeetafel teil. Sloria-palast: »Stimme des Herzens* Die Geschichte des unglücklichen Liebespaares Francesca da Rimini und Paolo Malatefta, wie sie im fünften Gesänge von Dantes „Göttlicher Komödie" erzählt wird, erhielt ihre kongenial« Verklärung in der bildenden Kunst durch Feuerbachs berühmtes Gemälde; dieses Gemälde, als „lebendes Bild" dargestellt, war offenbar als die Zentralszene des Films „Stimme des Herzens" gedacht, mit dem die neu gegründete Berlin-Film-G.m.b.H. sich einführt. Die Ueberttagung des alten Themas in eine neuzeitliche Umgebung hatte bereits Wildenbruch in einer Novelle erprobt; das Motiv des lebenden Bildes ist für eine filmische Wiedergabe naturgemäß besonders gut geeignet, allerdings wird es hier insofern um seine Wirkung gebracht, als jenes ursprünglich entscheidende Moment der plötzlichen Liebe sertenntnis (beim gemeinsamen Blick in den Spiegel) wegfällt, denn Paul und Felicitas, die hier die Rolle von Paolo und Francesca spielen, wissen schon seit langem genau, wie es mit ihnen steht. Im übrigen hat das Buch von Gerhard T. Buchholz und Georg Hurdalek die allitalienische Fabel in einen Unterhaltungs- und Gesellschaftsroman verwandelt, der zu Anfang dieses Jahrhunderts in einer deutschen Hansestadt spielt und die Liebesgeschichte im Zusammenvrall zwischen den unvereinbaren Sphären der künstlerischen und der kauttnännischen Welt entwickelt. Abgesehen von der Modernisierung der Fabel und der bereits erwähnten Szene — bezeichnet durch die berühmt gewordenen Worte „An ienem Tage lasen mir nicht weiter" — besteht der entscheidende Eingriff des Films in dem Umstande, daß er auf einen tragischen Ausgang verzichtet und aus dem unglücklichen ein zu guter Letzt glückliches Liebespaar gemacht hat. Dem Spielleiter Johannes Meyer stand ein nicht ungeschickt
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„Vielleicht", antwortete sie achselzuckend; „aber wir wollen ehrlich gegeneinander sein, nicht wahr, Frank? — Sehen Sie, ich habe Sie gern, wie ein guter Kamerad den anderen gern hat. Aber Liebe? Unter richtiger Liebe stelle ich mir etwas ganz anderes vor! Liebe ist wie eine zarte Blüte; sie braucht Zeit, um zu reifen, um groß und stark zu werden. In ihren ersten keimenden Anfängen aber genügt ein kalter Windhauch, um sie für immer zu vernichten? Darum wollen wir vorläufig nicht mehr davon sprechen. Lassen Sie mir Zeit, Frank, und sich selbst auch? Sie haben eine schwere und entscheidende Arbeit vor sich, und dazu brauchen Sie innerliche und äußerliche Freiheit! Später vielleicht — dann werden wir sehen ... Kommen Sie, Frank, wir wollen gehen?"
Sie erhob sich.
Verwirrt und ernüchtert sprang er auf und hals ihr in den leichten Setdenmantel.
Als sie die Strafte betraten, umfing sie das Leben der Großstadt Berlin, die auch noch in dieser Stunde um Mitternacht das ewige Lärmlied des Verkehrs summte.
Sie gingerfb ein kurzes Stück durch die Sckloß- straße m Steglitz — eine der vielbenutzten Ausfallstraßen Berlins —, dann bogen sie in *?»ne der Seitenstraßen ein.
Die Beleuchtung wurde matter, gedämpfter; der Lärm erstarb überraschend schnell, und das Geräusch ihrer Schritte klang nun laut und aufdringlich in die plötzlich einsetzende Stille.
Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her. Vereinzelt begegneten ihnen einige späte Heimkehrer, und dann geschah es öfters, daß man sich nach dem Paar umdrehte, nach dem großen, schönen, schlanken, jungen Mädchen und dem sporllich aussehenden Studenten, der noch einen halben Kopf größer war als Sigrid, und dem der keck zur Seite geschobene Hut etwas Flottes und Draufgängerisches
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Theater -er Universitätsstadt Gießen
Friedrich Smetana: .Oalibor*.
ich irgendwo eine kleine Praxis; und wenn die Einnahmen in der ersten Zeit auch noch bescheiden sein werden, so habe ich doch mein kleines Erbteil, das uns über die ersten Jahre hinweghilft."
„Uns?"
„Nun ja, Sigrid, ist dachte ... Ich glaubte, daß Sie... daß Sie mich vielleicht--!"
Sie ließ ein kleines, silberhelles Lachen hören.
„Lieber Frank, so sehr ich mich durch Ihren Anttag geehrt fühle — denn ein Antrag soll es ja wohl sein, nicht wahr? — so entschieden muß ich es ablehnen, dazu jetzt schon irgendein verbindliches Wort zu sagen! Wir kennen uns ja kaum!"
„Dir kennen uns immerhin seit vier Monaten, Sigrid!"
„Na hören Sie, Frank? Wir haben in diesen vier Monaten fünf- oder sechsmal eine halbe Stunde lang miteinander gesprochen ..
Er beugte sich näher zu ihr hinüber und jagte leise und eindringlich:
„Für die Erkenntnis, was ein Mensch wie Sie für meine Zukunft bedeutet, bedarf es bei mir keiner vier Monate, Sigrid!"
Jetzt, da er ihr so nahe war, daß ihre Schullern sich berührten — als er den leisen Hauch von Lavendel spürte, der von ihr ausging, den zarten Duft ihres Haares —, da verwirrte ihn ihre Nähe vollends. Er griff nach ihrer Hand, und feine Stimme wurde leidenschaftlich in verhaltener Erregung:
„Sigrid, vom ersten Augenblick an, da ich Sie sah, wußte ich, daß diese Begegnung schicksalhaft für mich werden würde. Sie müssen es doch längst ge- fühlt haben, Sigrid, wie sehr ich Sie liebe!"
Sie entzog ihm mit sanfter Gewalt ihre Hand. Zwischen ihren schmalen, kühn geschwungenen Brauen stand plötzlich eine tiefe, senkrechte Falte. In der heftigen Bewegung, mit der sie sich aufrichtete, lagen unverkennbar Trotz und Abwehr.
„Frank, Sie sind ein lieber Junge. — Warum müssen Sie uns diesen schönen Abend verderben!?"
„6s ist die reine Wahrheit, Sigrids"
lung aus den Gegebenheiten der Musik, getragen von der reichen Fülle ursprünglicher, fast schöpflich guellender Melodik, ein Gcstaltwerden, das
it und den Lebensraum des deutschen Volkes mit em Wem Blute besiegelt hätten. Die Heimat, so sagte
Er griff nach ihrer Hand und zog sie bann sanft in den Korbstuhl nieder.
Mit einem kleinen Seufzer ließ sie es mit sich geschehen. „Dort kommt übrigens der Kellner, Frank!"
Während Frank bezahlte, zog Sigrid die Handschuhe an. Dann öffnete sie ihre Handtasche und sah prüfend in den Spiegel.
Frank streifte sie mit einem langen Blick und ließ einen schweren Seufzer hören.
Sie wandte überrascht den Kopf.
„Nanu, Frank, Katzenjammer?"
„Ach — ich bin sehr, sehr traurig!"
„Uni) warum?"
Er antwortete nicht gleich. Mit einer müden Bewegung seiner Hand fuhr er sich über die Stirn. Dann lehnte er sich weit zurück und sah ihr ernst in die Augen.
„Sehen Sie, Fräulein Sigrid, morgen früh gebe ich zurück nach Schloß Mönckeberg; und bann beginnt eine lange Reihe grauer, arbeitsreicher Tage ... Sie wissen ja, daß ich dort meine Doktor- schrift ausarbeiten will "
„Na, da hätten Sie doch eigentlich allen Grund, recht froh und glücklich zu fein!"
„Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch, Fräulein Sigrid? Ich bin ganz erfüllt von meiner Aufgabe; ihre Schwierigkeit wird nur ein um so größerer Ansporn für mich sein, und ich weiß auch, daß ich Erfolg haben werde."
„Nun also!"
„Aber —" Er stockte, und seine vielen Narben auf Stirn und Wange färbten sich dunkelrot. Während er mit nervösen Fingern an feiner Krawatte nestelte, begann er von neuem:
„Sehen Sie, Fräulein Sigrid, ich hatte mir von diesen beiden Tagen hier in Berlin so sehr viel versprochen? Ich hatte gedacht, daß Sie mir vielleicht eine Hoffnung mitgeben würden ... Eine kleine, bescheidene Hoffnung für die Zukunft. — Wir find ja beide noch so sehr jung! — Sobald ich dann meine Zeit als Assistenzarzt hinter mir habe, gründ«
In der ersten Periode seines Schaffens war Friedrich Smetana der neudeutschen Stilrichtung, insbesondere Franz Liszt verhaftet, der ihm hilfreicher Gönner wurde. In den sechziger Jahren wandte er sich bewußt der national-böhmischen Eigenart in der Musik zu; so in feiner Oper „Die verkaufte Braut". Bestimmend dafür war unter anderem, daß man in feiner ersten Oper „Die Brandenburger in Böhmen", Abhängigkeit von Waaner festzustellen glaubte. Zwei Jahre nach der Uraufführung der „Verkauften Braut" wurde anläßlich der Grundsteinlegung des Prager Nationaltheaters 1868 feine Oper „Dalibor" zum ersten Erklingen gebracht.
Die Wege, die Smetana in der „Verkauften Braut" zur Schaffung eines nationalen Opernstiles beschritten hatte, fanden hier ihre Weiterbildung auf dem Gebiet der ernsten Oper. Was so erstand, war Oper im besten Sinne des Wortes, ein Erleben der Hand-
Bindung an das Bühnengeschehen erwuchs die Musik mit Nachgiebigkeit, Anpassungsfähigkeit und Schönheit des Klanges, z. B. in der ersten Kerkerszene mit der Violinsolo-Dision und dem Dalibor- Monolog mit dem Hornsolo. Besonders auch waren die Derwandlungsmusiken charakteristisch durchgestaltet. — Für den Sänger gibt die Oper Momente schönster Gesanglichkeit, sie fordert aber ebenso größtes Ausmaß an Stimmhöhe und Stimmvolumen im Aufwallen des Affektes. Da stand Hildegard Jonas als Milada im Vordergrund des Geschehens mit weitem Bogen der melodischen Linie, mit hohen Akzenten, erfüllt von gesanglichem Sinn. In der Schlußszene war sie als eine dem Tode Geweihte von besonderem Wohllaut in der mezza voce. Adolf Richters Verkörperung des Dalibor ex^ob fick erst in den letzten Szenen zu der Form, die chr nach den ersten Bildern hätte zutommen müssen. Als er sich in feiner bereits greifbaren Hoffnung auf Befreiung getäuscht sieht, da wurden stimmliche Aeuße- rung und Darstellung eindringlich. Markig, mit vollem Sttmmklang, bestimmt in Haltung und Gebärde war Ludwig D r u s ch e l als König Wladis- laus. Sowohl im ersten Akt wie auch in der Gerichtsszene gab er dieser Gestalt ein würdiges Gepräge. — Bernhard Schmitz verlieh dem Kerkermeister menschlich nahe, verinnerlichte Töne. — Gabriele Possinke als willige Helferin der Milada vereinte sich mit dieser am Schluß des ersten Bildes zu eindrucksstarkem Duett. Im letzten Bilde war ihr Singen von weichem Empfinden getragen. Im zweiten Bild verband sie fich mit Peter Paul Schade als Dalibors Knappe Veit; an fernem freiströmenden Tenor konnte man feine Freude haben, und gern würde man ihm in einer verantwortungsreicheren Aufgabe begegnen. — Den Richter fang Eduard Burchard; die Rolle des Burg- tommanbanten führte Eugen Latour burch. — Der Chor unter Leitung von Carl Willy Hahn verdient mit feiner Ausgestimmtheit und Klangschön- heit besondere Würdigung. — Karl Löffler hatte einen szenischen Hintergrund geschaffen, der mit feiner Tiefe den Massenszenen des ersten Aktes reiche Entfaltungsmöglichkeiten gab. Max Schwarze als Spielleiter ließ die Handlung in Anschaulichkeit sich ausdrucksstark entwickeln; das ist um so mehr anzuerkennen, als er bei diesem Werke weniger einer Tradition folgen konnte, sondern aus eigener Initiative handeln mußte. —
Der Beifall des vollen Hauses war herzlich und wohl verdient, nur wäre es erwünscht, während der Derwandlungsmusiken im Haufe mehr Ruhe zu
ROMAN VON OLAF BOUTERWECK
1. Kapitel.
Sigrid doh Mönckeberg Ef -inen schnellen IM auf die Armbanduhr und stand -ntschwss-n Nlf- J)err Duderstädt, es ist gleich Mitternacht ... Äh muß jetzt wirklich nach Hause!
Frank Duderstädt machte ein enttäuschtes Gesichk r sah seine Begleiterin nut einem bittenden ^.Müssen Sie beim wirklich l^n gehen Fraulem oon Mönckeberg?" fragte er gedehnt „Wenn ichSie nun bitte, noch ein kurzes halbes Stündchen ?
„Nein!" erklärte sie entschieden und ein, wen g Äroffer, als es in ihrer Absicht gelegen hatte.
Ach__und ich Narr glaubte, Sie hatten sich gu
Verhalten", murmelte er gedruckt em ftstche. staun es Jungengesicht mit den zahlre chen Schm len nahm einen solch traurigen Ausdruck an, daß sie ^rakk°Si°'siL"ung"°«cht. Davon, daß ich mich .itzf gut unt-r!>alt°n hätte/ist ja gar -.ne Rede
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fen Deshalb war ich ja auch damit emverstan st» ,um Sch uß noch diese kleine Kond.tore. auf- «uchen Abkr alles muß schließlich °mm°I-m.Ende Lu, und darum wollen E/^^er aus§°s°hnt. Ö nicht wenigstens noch s° -°ng° vsttz nehmcn, Fräulein Signd bis ich den Kellner »trufen und die Zeche bezahlt habe?
in dem Reichtum des schöpferischen Impulses von der Musik förmlich überflutet wird.
In unserer heutigen Zeit, wo wir bas musikalische Bühnenwerk nicht mehr mit dem engen Maß des Musikdramas messen und wo der Blick für die nationalbedingten Werte geöffnet und geschärft ist, scheint die Möglichkeit gekommen, diesem Werk den Weg über die deutsche Bühne zu ebnen. Um die Jahrhundertwende konnte man vereinzelt die Oper „Dalibor" hören, allerdings in einer Ueberfeftung und Bearbeitung, die den Lebensnerv des Werkes nicht unangetastet ließ. Eine ständige Repertoireoper war „Dalibor" damals nicht geworden. Der Chefdramaturg der Berliner Staatsoper, Dr. Julius Kapp, sicherlich einer der besten Kenner unserer Opernliteratur, bringt jetzt die Oper in einer Neufassung, die der ursprünglichen Originalgestalt ihr volles Recht gibt Ihr folgte auch die hiesige Aufführung.
Der musikalische Verlaus des Werkes findet immer wieder neue Ruhepunkte, die sich im Musikalischen ausstrahlen und trotz dramatischer Bewegtheit fast immer in breit aushallender Lnrik münden, verbrämt von der Schönheit der melodischen Linie, schwelgend in Wohllaut und Wohlklang, aufleuchtend im wechselnden Licht individueller Jnstrumentalfarben. Das klangsinnlichs Moment gibt dieser Musik eine Ursprünglichkeit und Frische, die in ihrem herzhaften Zugreifen ebenso mitreiftt, wie sie in ihrer Feinheit des Empfindens wohltuend zu beglücken vermag.
So wurde das Orchester unter Otto Söllner zum tragenden Faktor der Aufführung. In engster
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1 Goebbels stattete am Heiligabend einem Berliner ™ Meservelazarett einen Besuch ab und verbrachte den : Nachmittag im Kreise von Verwundeten. Im Rah- wen einer weihnachtlichen Feier ergriff Dr. Goeb- lnls das Wort und würdigte in einer Ansprache die
Emmy Dunsing tanzte; Emil Schäfer sprach die verbindenden Worte und sorgte für Humor. Die Verwundeten dankten mit vielem Beifall.
Das Theater der Universitätsstadt Gießen hatte zu den Vorstellungen im Laufe der Woche wieder einige Verwundete zu Gast. Zu dem Lichtbildervortrog von Dr. Fickeler über das Thema „Der Mittelmeerraum in der Weltgeschichte" hatte der Dorttagsring eine Anzahl Verwundete eingeladen.
Seit Sonntag fanden in den hiesigen Lazaretten Weihnachtsfeiern für bie Verwundeten statt. Gliederungen der Partei stellten sich den Chefärzten zur Ausgestaltung der Feiern zur Derfügung. Die NS.-Frauenschaft stellle sich mit ihrer Jugend gruppe in einigen Lazaretten zur Verfügung. Die Gesangsgruppe unter Leitung von Fri. Ritter fang im Chor. Frau Güngerich und Fränkin Fröhlich hatten die Rezitation übernommen. Frl. Schöttler (Violine) spielte Musikstücke. In anderen Laza- retten spielte das HI.» und BDM.-Orchester. BDM.- Gruppen fangen Chöre und Wechnachtslieber. DDM- Untergouführerin Käthe Blum hatte die Lesung neben HI.- und DDM.-Führern übernommen. In einem Lazarett hatten sich Künsller vom Theater der Universitätsstadt Gießen zur Verfügung gefteltt. Das Kerzisnik« Quartett spielte Musikstücke von I. Haydn, Giordono und Torttni. Frl. Schärte! ''Sopran) fang in Klavierbegleitung von Musikdirektor Otto Söllner. Herr W. M. Mund batte bie Lesung. Redner der Partei sprachen sinnvoll über Weihnachtsfest und Volksgemeinschaft. Der Führergruß beendete bie schön verlaufenen Feiern. Eine reichliche Bescherung fd^oft sich an. Die 'Geschenke von Wehrmacht und Partei waren zusammen auf Tischen aufgebaut. Die Kreisamtsleitung der NSV. hatte reichlich zur Verfügung gestellt. Die NS.-Frauenfchaft spendete vom selbst- gebackenen Weihnachtsgebäck. Der Kreisleiter, Oberbereichsleiter Backhaus, nahm an verschiedenen Feiern teil und besuchte schwerverwundete Kameraden an ihren Betten. Vertreter von Wehrmacht,
von Geheimrat Lexer auf den Lehrstuhl Sauerbruchs berufen worden war. Er galt besonders auf dem Gebiet des Blutkreislaufes, der Wundbehandlung und der Knochenbrüche als hervorragender Spezialist. 1883 in Berlin geboren, studierte er in Berlin, Kiel, München und Greifswald und promovierte 1908 in Greifswald. 1913 habilitierte er sich in Marburg . für Chirurgie und Orthopädie, folgte 1925 einem L M nach Bochum als Chefarzt der chirurgischen Ab - ‘n tilung des Krankenhauses „Bergmannshell . Gleich- zeitig wirkte er als Honorarprofessor an der Medi- stschen Akademie in Düsseldorf. 1933 wurde er 0(5 Nachfolger von Professor Bier an die Berliner Mriversität berufen, 1936 kam er riack) München, Ho er auch das Krankenhaus links der Isar ^itete. Er war auch Mitherausgeber der „Münchener Medizinischen Wochenschrift".
MMouttlheec von JUrbetlem, Dauern und Ges. staßhaffendm, besonder- aber auch von deut- ^ta ,?ralicn". ®*r a,s Front nnd hctmol ein kämpfendes und arbeitendes Volk das tapfer und unbeirrt fein Leben verteidig,' AI-n ha, uns ,u diesem Krieg gezwungen: wir wer- den ihn mit der Kraft der ganzen Nation bis zum siegreichen Ende durchstehen.
Ich wende muh heute an alle Deutschen in aller velt. So wie ich ihnen den Gruß und den Dank es Fuhr e r s übermittle, so übermittle ich dem Wer Gruß und Dank und tiefste Verehrung der anzen Nation Ihm und seinem geschichtlichen Wir- fen gelten die heißesten Wünsche, bie wir heute abend um sternenübersäten Firmament emporschicken Der kllmackttge möge ihn und uns alle in seinen gnädi- en Schutz nehmen. Vor Gott unb vor den Menschen kennen wir, daß wir nicht ablassen wollen von ampf und Arbeit, bis wir unserem Volke den Sieg ‘ Pb der gequälten Menschheit einen besseren Frieden ' hangen können. Dabei wird der Führer uns führen.
r hat uns so oft den Weg gewiesen, und dann gerade waren feine geschichtlichen Erfolge am be- r jückendsten, wenn wir alle in gläubigem Vertrauen »nter ihm standen unb in Treue feinem Werke bien- n. So und nicht anders wird es auch diesmal fein, kurch Kampf und Arbeit zum Sieg und zum Frieden! Das fei unser Bekenntnis am Weihnachtsabend 1942.
Ich richte meinen ©ruft an alle Deutschen an der front, in der Heimat unb überall in der Welt! Ein Sand der Liebe umschlingt uns in dieser Stunde, lieber Zeit und Raum hinweg reichen wir uns die Hände, so weit voneinander getrennt unb doch einander so nahe. Umfangen von der hohen Nacht der jaren Sterne, schauen wir gläubig und voll Der- trauen in die Zukunft. Das freie kommende Jahr- hundert strahlt uns, wie der Dichter sagt, in königlicher Ferne an. Es fordert Kampf und Opfer von uns; aber eines Tages wird es sich uns beugen. Las ist nur noch eine Sache der Zeit und der Ge- duld, des Muts und des Fleißes, des Glaubens und dis Vertrauens, der Stärke unserer Seelen und der Sapferfeit unserer Herzen.
15 t>r. Goebbels besuchte am Heiligabend
Aus »er Stadl Gießen.
Die Zeit der zwölf Nächte.
Wir stehen am Ende eines Jahres. Das vierte Kriegsweihnachtsfest ist vorbei. Es kommen nun noch ein paar stille Tage. Es ist bie Zeit der heiligen Nächte.
Bei unseren Vorfahren hatten diese Tage ihre ganz bestimmte Bedeutung. In dieser Zeit trieben bie Geister ihr Wesen. In vielen Gegenden Deutschlands haben sich Sitten und Bräuche erhalten, die noch an diese heilige Zeit erinnern. Es ist nicht üblich, großen Lärm zu machen. Man will die Geister nicht stören, sonst schaden sie den Menschen und dem Vieh. Alle Tiere, die uns nützen, müssen gerade in diesen Tagen gut gepflegt und gefüttert werden. Die Tiere aber, die dem Menschen Schaden und Verdruß bringen können, darf man jetzt nicht laut beim Namen nennen, sonst geht es einem schlecht. Für Mäuse und anderes Ungeziefer gebraucht man bie Worte: Die Dinger.
Unsere Ahnen glaubten, baß bie Tiere in den heiligen Nachten sprechen und bie Zukunft voraussagen könnten. Wer ein Sonntagstinb war, der verstand die Sprache.
In manchen Gegenden ist es üblich, baß ber Bauer ein junges Schwein recht fest in die Hinterschenkel kneift. Wenn es nun laut quiekt, bann gibt es im nächsten Jahre bestimmt eine gute Ernte. Daß bie Sage am meisten von den Wölfen, den alten Feinden unserer Vorfahren, erzählt, ist ganz natürlich. Ist ein Mensch aber vorwitzig und ruft den Wolf mit Namen, und sei es nur im Scherz, dem geht es im kommenden Jahre sicherlich schlecht. Man darf den Wolf nur als „Untier" nennen.
Auch der Teufel kommt in der Zeit der zwölf Nächte, und zwar in allen möglichen Tiergestalten. Wer sich jetzt mit ihm verbündet, kann im nächsten Jahr über ungeheure Kräfte verfügen. Aus Tirol wird^erzählt, daß man vom Teufel eine Sense erhalten kann, die nie ihre Schärfe verliert. Man muß sich nur ganz nackt auf das Dach des Hauses fetzen unb anfangen, feine alte Senfe zu dengeln. Dann erscheinen allerlei Spukgestalten, die den Mann auf dem Dach erschrecken wollen. Er muß aber immer mutig weiterklopfen. Zuletzt fliegt ber Teufel in eigener Person herbei, nimmt bie Sense unb wetzt sie, baß sie nie tmeber stumpf wird.
Eine landwirtschaftliche Unsitte, bas Stehenlassen ber Ackergeräte im Felde, wird ebenfalls in den zwölf Nächten beftraft. Da kommt Wotan als feuriger Drache daher und verflucht bie Aecker, baß sie eine Mißernte bringen.
Alle Mäbchen aber, bie auf einen Freier warten, können sich in ber Zeit der heiligen Nächte Rat bei den Tieren holen. Am sichersten sollen die Schweine und Hühner bie Zukunft weissagen. Die Mädchen brauchen nur um Mitternacht ganz leise an bie Stalltür zu klopfen. Wenn der Hahn anfängt zu krähen, bann gibt es sicher im kommenden Jahr eine Hochzeit. Beginnen aber die Hennen mit ihrem Ge- gacker, bann ist alles Warten vergeblich.
Verkündet bie Turmuhr am sechsten Januar die Mitternachtsstunde, bann ist der ganze Zauber hin. Die Tiere verlieren die Gabe der Weissagung, bie Wölfe, Drachen und Kobolde verschwinden. Die Kräuter aber, bie brauften in Wald und Flur während der zwölf Nächte gesammelt wurden, behalten ihre Heilwirkung ...
Die Tage nach Weihnachten laden uns ein zur Besinnlichkeit, zur Rückschau unb inneren Einkehr. Wir wollen auch diese Stunden nicht vergeuden ober qar grämlich zurückblicken und balbei seufzen: Wieder ein Jahr zu Ende, sondern mir wollen mit klaren Augen unb mit festem Glauben an die Zukunft unb heller Zuversicht auf den deutschen Sieg in bas neue Jahr treten. H.
Kür unsere Verwundeten.
Die NS.-'Gemeinschaft .Kraft durch Freude" führte im Laufe ber vergangenen Woche im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppen- betreuunq" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstaltungen durch: Mit der Programmfolge „Beschwingte Melodien" erzielte das KdF.- Orchester unter Leitung von Kapellmeister Schilkin g e r in einem Lazarett reichen Beifall. Es ergangen frohe Weisen von Millöcker, I. Strauß und Franz Lehär. Anni Brunner (Sopran) unb H. ©tief (Tenor) fangen Arien und Duette aus bekannten Operetten.
In einem Lazarett boten Künstler des Frankfurter Overnhauses „100 Minuten Sang und Klang". Marianne Piper (Sopran), John Glaser (Tenor) und Robert vom Scheidt (Daß) fangen aus Opern und Operetten bie schönsten Melodien. Era Stock begleitete am Klavier und spielte mit Ruth Pattberg (Violine) einige Musikstücke.


