Löffle r), den Erfordernissen der Handlung
(Nachdruck verboten.)
17. Fortsetzung.
er- der
Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
Theater der Universitätsstadt Gießen
Wolfgang Amadeus Mozart: .Oie Hochzeit des Figaro".
wachsen, sich sinnvoll mit der Farbigkeit
Kostüme bindend (Willi Endrich) und im Wechsel
macht ein spitzbübisches Gesicht. „Gott sei Dank "0,Marum Gott sei Dank?" fragt Irmela verwirrt, als wäre sie auf ihren Gedanken ertappt.
„Weil ich dich gern mal eben allein gesprochen hätte' Er kann jeden Moment kommen. Hör mal, Schwesterherz, kann ich nicht einen Pump bei dir aufnehmen?"
„Was soll das heißen, Gerd?" Irmela sieht ihn bestürzt an. ,.Du hast doch keine Schulden gemacht?"
Nö' — Kommt gar nicht in Frage! Ich will erst welche machen — bei dir. Aber ich mach' es milde. Der Sachverhalt ist nämlich der, ich bin ratzekahl! Und wir haben noch drei Tage bis Ultimo. Und — morgen hat Susi Geburtstag!"
So — so? Hat Susi morgen Geburtstag? Irmela bemüht sich, ein strenges Gesicht zu machen, aber das Lachen sprüht in kleinen Funken aus ihren Augen. Die Verlegenheit des großen Jungen hat etwas ungemein Erheiterndes. „Und das ist dir heute eingefallen, nachdem du leichtsinnigerweise alles ausgegeben hast?! Na, weißt du, die wahre Liebe ist das auch nicht — ich werde es ihr er- 3Qf)Sas wirst du nicht tun! Du wirst jetzt so anständig sein und mir ein paar Mark pumpen, die du pünktlich am Ersten wiederkriegst. Kannst du dich beklagen, daß ich's nicht zurückgegeben habe, wenn du mir mal was vorgeschossen hast?"
Nein, das wäre ungerecht! Abex, Junge, ich habe überhaupt kein Geld im Hause. Ich gebe dir einen Scheck und du kannst dir morgen früh das Geld holen." Während sie den Füller aufschraubt, geht ihr Blick noch einmal warnend zu ihm hoch. „Aber ich krieg's wieder, verstanden?" " An Ordnung gewöhnt, wie sie ist, trägt sie aus dem'stehenbleibenden Rand im Scheckbuch das Datum ein, den Betrag und darunter „Gerd Und dabei fällt ihr Blick auf den schmalen Streifen davor. Da steht eine weit größere Summe ausgezeichnet, aber kein Name dabei — cs ist, als ob eine kalte Hand nach ihrem Herzen griffe. Eine glückliche Minute lang hat sie die letzten Stunden vergessen.
Während sie Gerd den Scheck gibt, sieht sie ihm angstvoll in die Augen. „Sei nicht leichtsinnig, Gerd, ich bitte dich! Ich habe so viel Vertrauen zu dir, mein Junge!" sagt sie herzlich. „Aber du darfst es nie enttäuschen, hörst du? Nie! Bleibe anständig — so anständig, wie du immer gewesen bist!"
„Natürlich!" lacht Gerd verlegen, und macht sich von den Händen los, die seine beiden Arme festhalten. „Na, da ist ja Albrecht! Ich habe dir doch gesagt, wir können vünktlich esien, er wird in ein paar Minuten hier sein."
Albrecht Sierinck steht in der offenen Tür zum Nebenzimmer, und ist anscheinend sehr in die Beschäftigung vertieft, sich eine Zigarre anzuzünden.
„Was habe ich nur zuletzt gesagt?" denkt Irmela. „Bestimmt hat er alles gehört."-
Was Albrecht Sierinck in den letzten Sekunden unwillkürlich gesehen und gehört hat, ist chm nicht gerade angenehm, warum muß Irmela ihren Bruder beschwören, anständig zu bleiben? Warum schiebt sie hastig das Scheckbuch in die Tasche, das eben noch offen auf dem Tisch gelegen hat? All seine Besorgnisse sind wieder geweckt. Gerd ist leichtsinnig, und Irmela unterstützt diesen Leichtsinn — hinter Albrechts Rücken.
Er hat wenig handgreifkiche Gründe für dieses Mißtrauen. Oft genug hat er versucht, es sich durch eine halb bewußte Eifersucht zu erklären, er will niemandem Unrecht tun, er will streng und ehrlich gegen sich selbst sein — weit strenger als gegen andere — aber es bleibt immer ein Rest, der sich nicht mit logischem Denken wegspülen läßt, ein Gefühl, das immer mieber durch kleine Anläße Nahrung finbet — was zum Beispiel hat Gerd wie ein ertappter Dieb im Schrank seiner Schwester zu suchen gehabt?
Die Gedanken arbeiten weiter in ihm, aber er spricht erst eine ganze Weile über andere Dinge, ehe er beiläufig und mit einem unfreien Lächeln sagt: „Du scheinst an der Kette wirklich nicht viel Freude zu haben! Du trägst sie schon wieder nicht mehr!"
„Die Kette?!" Irmela tastet mit einem töten
der Lichtführung sich belebend (Remigius Konen). Dazu vermählte sich in Einheit das Orchester unter Otto Söllner in weichem Nachgeben, Unter« streichen, Betonen, Herausstellen der mannigfachen, unerschöpflich erscheinenden Feinheiten Mozartscher Orchester-Zeichnung; ein förmliches Sich-Ueberbieten in Klangschönheit und Schmiegsamkeit besonders bei den Holzbläsern (Arie der Susanne). Die Chöre (Carl Willy Hahn) fügten sich klangfrisch dem Szenischen ein, und im Finale des dritten Aktes ließ die Gruvoe Inge Bergs das Musikalische sich ins Tänzerische stilvoll umsetzen.
Das Drama des Figaro schlechthin wurde bannende Wirklichkeit durch Hans Lott. Bei souveräner Beherrschung der darstellerischen und gesanglichen Mittel komtte er diese mit Leichtigkeit und bereiter Willigkeit zur Verdeutlichung seines iüne- ren Erlebens mit stärkstem persönlichen Akzent ein- fetzen. Jede Seelenlage gab er mit dem ihr Zustehen- oen kund, nicht bloß singend, sondern in der mannigfaltigen Differenzierung der stimmlichen Mög- licyketten individualisierend und so Einblicke in sein Inneres gewährend. Seine Cavattne im ersten Akt oder gar die Arie im letzten (die wiederholt wurde) mußte stärksten Anteil an seinem Schicksal mit dem ihm drohenden Verhängnissen erwecken, und das Durchbrechen grimmigen Schmerzes in den Re- zitativen zu Eingang des letzten Aktes war über« wälttgend.
In dem Verknüpftsein von Schein und Tatsache war Lisel Schröter-Beckers dem Figaro treff« lichsten Gegenspielerin. Quicklebendig, resolut, tat« bereit, herzhaft, graziös und prickelnd, der Situation schlagfertig gegenüberstehend, fand sie doch den beseelt-innigen Ausdruck, wenn sie in feiner Anschmiegsamkeit dem Ensemble sich eingliederte, leuchtenden, strahlenden Auges weit über eine bloße Bühnenfigur hinaus weifend und in gesanglicher Schönheit mit der Garten-Arie einen besonderen Höhepunkt der Aufführung gebend.
Valeska Lange war ein Cherubino mit schwärmerischem Jünglingsherzen, empfindungsvoll geschwellt; quellend, überfließend in der Arie des ersten Aktes, mit schönen Klängen und tteftlicher gesanglich-musikalischer Gliederung in der Kanzone des zweiten Aktes. Dem Jungmädchenhaften gab Ines Raß! als Barbarina gewinnende Gestaltung, besonders in der geschmackvoll gesungenen Kavatine. Als Marcellina strahlle Gertrud Meinet warme Mütterlichkeit aus; plastisch war ihre Erregung in dem Komplimentierduett mit Susanne.
mit der weißen Bluse, dem schwarzen Mieder und dem gefarteten, weiten Rock rechten und setzten Kegel.
Aber nun war unser Wagen vollgeladen. Die Geräte, Sense, Gabel und Rechen wurden aufgepackt, wir alle sahen bald oben, und nun ging es langsam, langsam auf dem holprigen Feldweg nach Hause. Merkwürdig, wieviel Knochen man doch hat! Sonst spürt man das gar nicht so! Erleichtert rutschte man auf dem Hof vom Wagen. Die Kühe wurden aus- und dann gleich vor einen anderen Wagen angespannt, sie sollten noch Holz holen. Wir schoben zu Dritt den Wagen mit Futter in die Scheune, wo er abgeladen wurde.
Dann gings zum Abendessen, an dem aber zunächst nur wir Helfer aus der Stadt teilnebmen konnten, da für unseren Bauern und seine Frau die Arbeit noch lange nicht beendet war.
Stadttore als Abzeichen.
Zur ersten Slraßensammlmrg für bas DRK. am 27. und 28. Juni.
NSG. Im Mittelalter, als die Dore unserer Stcüste entstanden und oftmals heiß um kämpft wurden, war die Welt noch klein und der Feind nahe. Im Streit kam es auf jeden einzelnen Bürger an. Männer, Frauen und Kinder waren gleichermaßen in Not und Härte des Krieges gestellt und trugen oft unter größten Entsagungen' zum Sieg ihrer Sache bei. Heute dagegen stehen unsere Männer, Söhne und Brüder tief in Feindesland, während wir in Ruhe unserer Arbeit nachgehen können. Um so mehr sollen diese kleinen Darstellungen von Stadttoren aus alter Zeit uns daran mahnen, daß uns über alle Ferne zwischen Front und Heimat em gemeinsames Schicksal umschließt, in einem Kamps, zu dessen Sieg wir alle durch unsere Spende beitragen können.
Vielseitige neue Wochenschau.
Die Schlacht deutscher und italienischer Flugzeuge und Schnellboote mit einem englischen Geleit* zug im westlichen Mittelmeer erleben wir in der.neuen Wochenschau erst vom Gesichtspunkt des deutschen Fliegers aus, machen mit dem Blick in das Antlitz des Flugzeugführers den Sturz mit und erleben dann, ausgenommen von den Engländern selbst, die Wirkung dieses Angriffs. Da es gelang, englisches Filmmaterial zu erbeuten, ist diese in einem Kriege äußerst selten mögliche Schilderung einer Schlacht Wirklichkeit geworden. Das Filmbild beschönigt nichts; der Engländer mußte mit seiner Kamera die Volltreffer auf den englischen Schiften aufnehmen. Durch Bildet von einem Schnellbootangriff und den Einsatz von Lufttorpedos wird ein umfassendes Bild vom Kamps zwischen kombinierten See- und Luftstreitkräften gegeben, den erst dieser Krieg entwickelt hat.
In engem Zusammenhang mit diesem Teil des Kriegsgeschehens steht Rommels Kampf in Afrika. BirHachheim und Tobruk sind die Standorte der Kriegsberichter. Es ist ihnen gelungen, durch einige wesentliche Bildstreifen etwas von der Größe unseres Sieges erahnen zu lassen.
Eine dramaturgisch neue Form scheinen die Berichte von den Kämpfen vor Sewastopol zu haben. Hier ist einmal nicht der strategische Plan, der Soldat oder der General in den Mittelpunkt gestellt, sondern das Material. Kanonen und Munition, ausschlaggebende Faktoren bei der Bekämpfung von Festungen, sind Hauptobjekte der Kamera und geben einen Begriff von der zusammengeballten Kraft dieser deutschen Angriffsarmee auf der Krim. Gut informierende Fliegeraufnahmen geben einen hervorragenden Ueberblid über das Gelände der Festung und den charakteristischen Hafen.
Die Kämpfe ostwärts Charkow, der Einsatz von Reichsarbeitsdienstformationen an der Ostftont, eine Inspektionsreise Großadmiral Raed ers und der Staatsakt für Korpsführer Hühnlein sind weiterhin Gegenstand dieses sehr Dielfeitigen Dokumentarfilms. H. H. G.
Oie Wanderung am Sonntag.
Gießen — Schiffenberg — Lindener Mark — Gießen.
Eine für die Jahreszeit empfehlenswerte Wanderung, die nur durch Wald führt, ist die Begehung der gelben Punkt-Markierung. Das Wegezeichen be- ' ginnt beim Bahnwärterhaus unterhalb der Pflegeanstalt und führt den Alten Anneröder 5Beg,_ sog. Butterweg, entlang über die Hohe Warte, überschreitet unweit des Forschauses Hochwart die Licher Straße, stets durch unseren herrlichen Stadtwald ^führend, um nach 1% Stunden das im 12. Jahr- I hundert erbaute Kloster Schiffen berg zu erreichen, das sich gerade von dieser Seite besonders malerisch dem Auge des Wanderers bietet Don der Terrasse haben wir eine prächtige Ausschau bis zu den Höhen des Vogelsberges und des Taunus. Immer den gelben Punkten folgend, geht es dann durch den Bergwerkswald oder die Lindener Mark auf einsamen Waldpfaden über die Theodorsruhe, mit hübschem Blick auf den Schiffenberg, bis an die Unterführung vor Klein-Linden, wo mir die Frankfurter Straße zum Heimweg benutzen. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden.
Rieder-Walgern — Rehbrücke — Frauenberg — Marburg.
Eine von Kennern sehr geschätzte Wanderung ist folgende: Wir fahren mit der Bahn nach Ni^er»
ber Blindenstudienanstalt zur Belegschaft und besuchte das Kriegsblindenheim, wo er im Kreise der Kriegsblinden die Probleme ihrer beruflichen Weiterbildung besprach.
Tagesbefehl an das NSKK.
Der neue Korvsfühter des NSKK. hat folgenden Tagesbefehl an das NSKK. erlassen:
„NSKK.-Männer! Der Führer hat die Führung des Korps in meine Hände gelegt Ich habe das Werk Adolf Hühnleins als verpflichtendes Vermächtnis übernommen. Es in feinem Geiste fortzuführen, zu wahren und zu mehren, ist die Richtschnur meines Handelns. Daß ihr mir hierbei vertrauensvoll zur Sette steht und Euere Pflicht — und mehr als sie — mit ganzer Hingabe in alter Bewährung »ist die Bitte und Erwartung, die ich in dieser
r an Euch richte;
Berlin, am 25. Juni 1942.
Kraus, Korpsführer."
Kunst und Wissenschaft.
Ein ReichsgastsiStten-Mnseum in Frankfurt.
Im Hermann-Esser-Forschungsinstitut für Fremdenverkehr in Frankfurt a. M. wurde mit der Einrichtung des Reichsgaststätten-Museums begonnen. Neben Küchengeräten, Eßservicen, Trinkgefäßen und Bestecken finden sich Urkunden aus historischen Gaststätten, kostbare Pfeifen, Aushängeschilder alter Wtttschaften, schöngeschnitzte Faßböden und schließlich ist bereits der Grundstock zu einer Sammlung von Kunstblättern aus dem Gaststättenleben vorhanden. Für das Museum, das von Dr. Rapp eingerichtet wird, soll ein historisches Gasthaus in Frankfurt erworben werden, in dem ein Querschnitt durch die deutsche Gaststättenkultur der Jahrhunderte gegeben wird.
Vie Würzburger Tagung für Sing- und Sprechkultur.
Als unerläßlich für die Pflege der Kinderstimme mies Prof. Emge (Berlin) auf das nach Pestalozzis Grundsätzen bearbeüete Stimmbildungswerk von Pfeiffer und Naegeli hin, das die noch heute gültigen Forderungen vertritt: beizeiten die Singlust des Spielkindes in rechte Wege zu leiten und nicht erst barm mit der Schulung zu beginnen, wenn es seine Stimme schon heiser geschrien hat. Dazu muß es vor allem sparsam ausatmen lernen. Was bei der Stimmprüfung, Stimmbildung und Singlehrer- auslese zu gelten hat, gab Professor Greiner (Augsburg) aus der Erfahrung eines langen Lebens.
blassen Gesicht über ihren Hals. „Ich habe sie immer getragen, ich habe sie umgehabt — heute ..."
„Menschenskind! Hast du sie verloren?" bricht Gerd in ehrlicher Bestürzung aus. „Du hast sie nicht mehr gehabt, als du gekommen bist, das weiß ich genau! Hast du sie unterwegs verloren? Du bist doch aber ..."
Albrechts Blicke gehen von Gerd zu Irmela und wieder zurück. In Gerds Gesicht ist nicht das geringste Schuldbewußffein, kann ein Mensch sich so verstellen? Nein, das darf man nicht glauben! Mer Irmelas Lippen fangen an zu zittern, die ganze Spannung der letzten Stunden löst sich in plötzlich hervorstürzenden Tränen.
„Mer Häschen!" Mit einem gutmütigen Auflachen faßt Albrecht ihre beiden Arme unb schüttelt sie ein bißchen. „Mußt du darum heulen? Soviel hast du dir ja gar nicht daraus gemacht! Man darf dir eben so einen Kram nicht schenken, du hast es ja immer gesagt!"
„Du bist so gut!" Mit einem Aufschluchzen wühlt Irmela das Gesicht an seiner Schulter ein. „Du bist viel zu gut zu mir, ich schäme mich so, ich schäme mich ja so."
21.
Albrecht erwähnt die Kette nicht mehr. Und Irmela hat ein sonderbar befreites Gefühl, daß sie sie los ist ... fast als wäre eine abergläubische Bedeutung daran geknüpft. Es scheint chr gewisser- maßen ein Opfer, das sie dem Schicksal in den drohend aufgesperrten Rachen geworfen hat.
Die Briefe sind vernichtet, gründlich und endgültig, nachdem sie noch einen flüchtigen Blick hin- eingeworfen hat ... einen Blick, der sie sehr beruhigt hat. Ein paar belanglose Zettelchen — sie hätte wissen können, daß es unsinnig war, sich darüber aufzuregen. Ein paar harmlose Verabredungen, ein paar Absagen: „Morgen kann ich nicht zum Tennis kommen, es tut mir wirklich sehr leid, aber wir kriegen Besuch von Tante Emily! Gittigitt, darum muß ich nun zu Hause bleiben! Spielen Sie nur mit Anita, die spielt ja ohnehin viel besser als ich, oder? Also auf Donnerstag! Diele Grüße Ihre Irmela Hoffttede." (Fortsetzung folgt.)
Im Zwiespalt der Leidenschaft zwischen Standes« pflicht und Menschlichkeit hin- und hergeworfen, prägte Ludwig Druschel den Grafen Almaviva mit starkem Einfühlen ab. Seine große Arie wurde so zu einem persönlichen Bekenntnis; in den Rezi- tativen wie auch in den Ensembles weiteten sich seine stimmlichen Mittel zu ausdrucksstarker Klang- lichkeit. Organisch für Mozart-Gesang prädestiniert, erfüllte Walter E c s y die Gestalt des Basilio mtt den Zügen allzu bereiten Intrigantentums. Bernhard Schmitz war mit seinem Bartolo eine echte Buftoaestalt in Spiel und gesanglichem Können; Kurt B o s n y gab dem stotternden Richter eine individuelle Note, und Ottmar Mayr war ein beredter Ankläger als Gärtner Antonio: sprechend in der Mimik und pointiert im Gesanglichen. — Die Gräfin sang Cilly Mauer; in der Besetzung der Partie wäre ein Wechsel zu erwägen, wenn diese Frauengestart in der von Mozart gezeichneten Wesenseigentümlichkeit dem Ganzen als zu wertender Faktor eingegliedert werden will.
Reicher Beifall, sehr häufig auf offener Szene, war das Zeichen für das Mitgehen des Kaufes und berechtigter Dank für die fo hochstehende Mfführung.
Dr. Hermann Hering.
Der ©hilfgarter Generalintendant Deharde sprach über die Erziehung des Sänger- und Schau- spielernachwuchses in der Bühnenpraxis. Auf einer Veranstaltung in der Universitätsaula sprach nach dem fettor Professor Dr. Seifert der Würzburger Germanist Professor Dr. Schröder über den höfischen Minnefang, und Professor Dr. Hans Joachim Moser (Berlin) fang unvergängliche deutsche Minneweisen.
Anton Bruckner in Holland.
Gewandhauskapellmeister Pros. Herrn. Abend- roth dirigierte im Niederländischen Staatsrund- ftmk die IX. Symphonie von Anton Bruckner. Damit fand der Zyklus „Die Symphonien Anton Bruckners" im Sender Hilversum seinen Abschluß. Dr. Fritz Oes er, der Verfasser der Schrift „Die KlanAtruktur bei A. Bruckner", hatte die nachgelassenen Skizzen zum Finale geführt. Für 1943 ist ein Niederländisches Brucknerfest vorgesehen.
Reue Kompositionen von Johannes hannemann.
Bei einem Orgelkonzert in Danzig-Langfuhr kamen mehrere Werke des namhaften Danziger Komponisten Johannes Hannemann zur Uraufführung. Das unerschöpfliche B—A—C—H - Thema hat ihn zu einer groß angelegten Pb an - tasie für Orgel, Blechbläser und Pauken inspiriert, die in der klanglichen Gegenüberstellung der Orgel mit den Bläsern und mit der m eigenartiger Weise zu Kadenzbekräftigungen heran- gejogenen Pauke neue Wege beschreitet und m einer gewaltigen, zu kühnen chromatischen Steigerungen sich erhebenden Passaccaglia gipfelt. Drei ernste Gesänge für Mezzo-Sopran und Cembalo deuteten die weltabgewandte Stimmung der Dichtungen bei aller Schlichtheit geistig vertiefend aus Die schöne Choralmelodie des ersten Gesanges hat Der Komponist dann noch in einer von außerordentlichem kontrapunktischen Können zeugenden Choralphantasie und Fuae in h = moll au5= gewertet. Helmuth Sommerfeld.
Weimartage deutscher Dichter.
Die Stadt Weimar hatte im vorigen Jahre Dichter für einige Zeit nach Weimar eingeladen^ Diese Dichterehruna wurde setzt wiederhol». Es w' den eingiladen Bodenreuth, Broger, Bürte Bnsse, Carossa, Griese, Hohlbaum, Kaergel, Kienau, Menzel, Nabl, Oberkofler, Wilhelm Schäfer, Ina Seidel, Stahl und Watzlik.
Mozarts Ringen um die „teuftche Oper" schien nach dem Erfolg der „Entführung aus dem Serail" durch das Interesse, das der Wiener Hof wieder mehr an der italienischen Oper nahm, ohne weiteres Wirkungsfesd zu bleiben. Seiner dem Dramaturgi- chen züstrebenden Veranlagung ergab sich so keine andere Möglichkeit, als sich wieder der italienischen Oper zuzuwenden. Und gerade die Buffo-Oper, das Gewächs des Südens, sollte bei ihm zur Entfaltung jener Anlagen führen, die durch rassisches Gut in ihm bestimmt waren. Wo die Bufta ein wirbelndes Geschehen zeichnet, wo sie bei allem Eingehen auf die Textmöglichkeiten sich doch meist auf die Situationskomik stützt, da läßt Mozart statt der überlieferten Typen der Buffa sein eignes Fühlen, eignes Erleben voll Wärme in die Gestalten einströmen; inneres Verstehen bebt die Schranke zwischen Wirklichkeit und dem Theaterhaften an sich auf. So umgeht er das Parodistische. Betont-Komische, und stößt in menschlichem Durchfühlen zur gemeinsamen Wurzel für das Tragische und Komische vor. Wo die Situation sich zusvitzt, die verschlungenen Knoten der Handlung fast unentwirrbar erscheinen, da löst er die Lage auf zu lichter Klarheit des musikalischen Organismus, mit dem er das Ganze durchleuchtet.
Wenn man die verschiedenlliche Behaitt)lung, die Mozarts „Figaro" an unseren Bühnen erfährt, in Vergleich stellt, so dürfte man kaum eine Aufführung antreften, die mit der anderen Übereinstimmt; so weiter Raum ist dem Einfühlungsvermögen des Spielleiters gesetzt. Max Schwarze lockerte das, was sonst in langer konventioneller Tradition dem Typisierten zustrebte, ungemein auf und ließ sprühendes Leben ersprießen, indem er die Handlung mit ihrer inneren Motivierung in Bewegung, Gebärde und Geste bis zur tänzerischen Gelöstheit hin urnfetzte; aber nicht als leeres Spiel der Bühne, sondern menschlicher Wahrhaftigkett zustrebend, stets verdeutlichend durch jedes nur zugängliche Mittel. Angesichts der bedeutungsvollen Tatsache, daß der weitaus größte Teil dieser Oper dem Ensemble gehört, ließ Max Schwarze gerade in der Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Gestalten, in ihrem Mit- und Gegeneinander, in ihrer zumal in der Musik bis zum letzten abgeprägten Gruppierung, die Reize des Ganzen sich entfalten, die einzelnen Charaktere sich abzeichnen und entwickeln, von zuckendem Leben durchpulst, in ungekünstelter, unmittelbarer Natürlichkeit mit feiner Abstimmung der auf- einanderstohenden gesellfchaftlichen Schichtungen.
Was die Bühne so abbildete, vollzog sich in einem Rahmen gewählter, farbig ausgeglichener, liebevoll und stilgerecht durchgeführter Bühnenbilder (Karl
„Es ist alle-, was ich im Augenblick sür dich tun kann, aber ich tue es gern, wirklich. Es kann l-d-m passieren, daß er in eine augenblickliche Verlegen beit kommt. Es ist doch nichts dab , unter alt n Freunden." Sie spricht^°teml°-, g h-dst der Boden brennt ihr unter den tauften. 5. fnnnG fie Du kannst die Kette auch beyarten, kannst sie verkaufen, oder beleihen, nur nichth, andern Stadt, wo du zuerst Hmkommst sie hai sicher noch einigen Wert, und dann, vergiß micy,
W^M'ift durchaus nicht gesonnen, sich erniedrigen zu Lasten. Aber er mutz anmenhen, wenn er Irmela
In dem Halbdunkel aus dem TlschHen heg Sette und dar Stückchen Papier. Keiner will es an r,<kÄaar Sekunden später ist Irmelas Und was da auf dem Tisch hegt, ka <.<,rff,ämtcn liegenbleiben. Mit einem scheuen u"d ^ch°mte^ Blick steckt Bareiro den Scheck! m d» Tasche^ urw danach, mtt einem erstaunten Kops,Ä luftigtem Lächeln, die Kette .. •
20.
Irmela kommt spat und abgehesit nach Eine tiefe Erregung zittert m ihr URS
gleich fühlt sie sich erleichtert, als obbJnfbQr befte angenehme Angelegenheit aus d ° $[.tf Re[)t
Art in Ordnung gebracht hat. ' pflegt, nach dem Platz, wo Albrechts Hut zu Yang-- m » Er icheint noch nicht^da zu sein. Im Wohnz-mme findet sie Gerd mit einer Artung. h
„Albrecht noch nicht da? fragt ' ^8 und
„Nein? Gerd legt das Blatt zusammen
Aus -er Stadt Gießen.
Junifag.
Es gibt keinen anderen Monat im Jahresringe, der wie der Monat Juni so voller sommerlicher Lust und Schönheit ift Weder der zu junge Mai, noch der reise Juli, von dem hevbsllichen August ganz zu schweigen. Oder, bringt der Mai vielleicht Rosen, diese Königinnen im Neich der Blumen? Bringt er vielleicht Erdbeeren und Kirschen? In keinem anderen Monat des Jahres riecht es so gut wie im Juni! Denken Sie doch: Rosen und Erdbeeren! Und dazu kommt noch der süße Heuduft von den Wiesen.
Gestern stand ich bewundernd vor einer Wiese, die voll von wildem roten Sauerampfer mar. Der leise fächelnde Wind lief hindurch und ließ ine Wiese in roten Wellen erbeben. Wir holten Futter mit dem Kuhwagen, versteht sich. Ritsch, raftch, fuhr die Sense durch das hohe Gras. Da lag es jetzt und duftete so schön und hatte doch gerade noch mitgebebt und mitgeschwankt im Junnvinde. Wtt rechten es zusammen und luden es auf den Wagen und gaben auch gleich den geduldig wartenden Kühen eine Gabel voll. Leise malmend verzehrten sie es, eine Kette klirrte sanft, ein Hase huppelte ganz nah über den Weg, und meine Blicke konnten sich nicht sattsehen an diesem Bild sommerlichen Friedens.
Drüben stand ernst der Wald, aber dahinter blinkten die Türme von Gießen im Sonnenschein. Aus dem Nächbarseld wurde Heu gemacht. Die Mähmaschine lenkte ein braungebrannter junger Mann, ein Urlauber. Woran ich das sah? Das will ich gleich verraten: oben hatte er zwar nur ein Hemd an, die Aermel raufgefrempert, aber unter herum war er gestiefelt und gespornt, wie sich das für einen deutschen Soldaten gehört. Zwei Frauen in Tracht,


