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wißheit entgegennehmen, daß der Frontsoldat fest entschlossen ist, .zu jefcer Zeit und mit allen Mit­teln unseren Führer in diesem schweren und he­roischen Kamps um die Freiheit unseres Volkes und die Größe unseres Reiches zu unterstützen." Diese Tatsache beweist wiederum den Geist unserer kämp- senden Front, der ihr täglich sich erneuerndes Opfer und höchster Einsatz noch immer nicht genug sind, sondern die darüber hinaus freudig und ungerufen selbst da mithilft, wo kein Appell an sie ergangen ist. Der Betrag wurde vom Gauleiter der Sa'm- m elftel le des DRK. für das Kriegs- h i l f s w e r k übergebsn.

Der Kriegshilfsdienst her Arbeitsmaiden.

Am Festsaal des Hofbräuhauses verabschiedete der Chef des Stabes des RAD., Obergeneralarbeits- !Ä^r Dr. Decker, die ersten zum halbjährigen Kriegshilfsdienst verpflichtet gewesenen Arbeits- maiden. Er erklärte, die Arbeitsmaiden hätten mit ungeheurem Schwung und großer Begeisterung ihre Aufgabe in Heeresbetrieben, Munitionsanstalten. Lazaretten, Verkehrsbetrieben, Krankenhäusern, bei der NSV., in Kindergärten und bei der Kinderland­oerschickung erfüllt und wertvolle Dienste geleistet. Eltern und Betriebsführer müßten sich dessen be­wußt sein, daß jede Befreiung vom Kriegshilfsdienst praktisch weniger Waffen und Munition für unsere kämpfende Front bedeutet - hätte. Gauleiter Adolf Wagner nannte die Arbeitsmaiden junge Re­präsentantinnen der neuen Weltanschauung, 'die sie, als eine Jugend, wie man sie tüchtiger in der Welt nicht finde, ins Leben mit hinausnehme.

Fünf Todesurteile wegen Schwarzschlachtungen.

Einen ganzen Schlachthof für Schwarzschlach­tungen errichteten die Eheleute Joachim aus Biele­feld auf ihrer Besitzung und auf dem Gute ihrer Verwandten, der Ehegatten Eschen und d-ren Nach­barn, dem Hofe der Ehegatten Paehler vor der Holte. Sie schlachteten gemeinsam 37 Schweine, 16 Kälber und ein Rind. Nachdem zwischen ihnen Streit entstanden war, schlachteten die Familien Eschen und Paehler selbständig weitere 16 Schweine und 8 Kälber. Die Kriegsverbrecher, die durch ihre Handlungen ernstlich die Versorgung der Bevölke­rung mit Fleisch gefährdet hatten, kauften das Vieh in der Umgebung bei Landwirten auf und setzten dann das Fleisch in Bielefeld und Paderborn bei Gastwirten und Hoteliers im Schleichhandel ab. Gegen alle Beteiligten, die fast lückenlos festgestellt werden konnten, werden gesonderte Verfahren ein­geleitet. Das Sondergericht Bielefeld verurteilte die Ehegatten Joachim, Eschen und Josef Paehler vor der Holte zum Tode, Anna Paehler vor der Holte zu zehn Jahren Zuchhaus, den Bruder der Joachim, der bei den Schlachtungen mithalf, zu drei Jahren Zuchhaus, den Hausschlächter Johanntokrax der mehrere Schlachtungen durchführte, und den Viehhändler Kronshage, der einen Teil der ge­schlachteten Tiere verhandelte, zu je zwei Jahren Zuchthaus.

Waren dem Verkauf entzogen.

Die vor dem Sondergericht in Weimar ange­klagten Ehegatten Schnellert betrieben dort zwei Herrenbekleidungsgeschäfte. Bald nach Kriegsbeginn gingen sie dazu über, die Spinnstoffwaren von Frie­densqualität aus dem Laden zu entfernen und ein Reseroelager anzulegen, das fälschlich alsAus­weichlager" bezeichnet wurde. Ein Teil dieser Wa­ren wurde .zu dem Vater des Angeklagten in die Wohnung gebracht. Um den Verkauf weiter zu dros­seln, kürzte Schnellert eigenmächtig die Geschäfts­zeiten und sperrte schließlich ein Geschäft überhaupt, wodurch er die dort befindlichen Waren wieder dem Verkauf entzog. An seine Wirtschaftsorganisation gab er falsche Bestandsmeldungen ab und kontrol­lierenden Finanzbeamten gab er unrichtige Aus­künfte. Der Anordnung auf Auflösung aller Reserve­lager wirkte er dadurch entgegen, daß er einen gro­ßen Teil seines Lagers zwar in den Laden brachte, aber die, Waren unter dem Ladentisch versteckte. Da­bei wurden Käufer trotz Vorhandenseins der betref­fenden Warengattung abgewiesen. Die Angeklagten schafften Waren auch dadurch beiseite, daß sie für Prrvatzwecke über die ihnen zu steh ende Punktanzahl hinaus Entnahmen aus dem Warenlaaer machten. Die Schnellert verwendete weiter im Geschäft ein- stehende Punkte zum Ankauf von Spinnstoffen für Privatzwecke. Beide trieben auch einen lebhaften Tauschhandel mit Spinnstoffwaren gegen Lebens­rnittel. Für Schnellert, der die treibende Kraft war, kam nur die Todesstrafe als Sühne für seine Kriegswirtschastsoerbrechen in Frage, während Martha Schnellert acht Jahre Zuchthaus erhielt. Dazu wurde eine Geldstrafe von 20 000 RM. ver­hängt und ein Wertersatz von 42 000 RM. auferlegt.

Ausländer-Gastspiel: »Garmen" von Bizet.

Die von Herrn Sch warze in Szene gesetzte,

gen Anca I e l a c i c vom Nationaltheater in Agram

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singenden Gäste fügten sich, wie zuvor festgestellt werden darf, mit einer sehr natürlich wirkenden Leichtigkeit und Ungezwungenheit in die stehende heimische Aufführung ein, was um so höher anzu­erkennen ist, als zur Vorbereitung vermutlich kaum mehr als eine flüchtige Verständigungsprobe ange?

Aufführung vom Oktober v. I. erfaßen am zweiten Feiertag noch einmal auf dem Spielplan: mit drei

Aus her Stahl Gießen.! Theater her Universitätsstadt Gießen Gegen Mittag.

werden.

Schweinemarkt in Llch.

* Lich, 26. Mai. Auf dem heutigen Schweine. Marktwaren 230 Ferkel aufgetrieben. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 25 bis 35 RM., 9 bis 12 Wochen alte Tiere 40 bis 50 RM. das Stück. Das Geschäft verlief schleppend, es verblieb Heber« stand.

Schweinemarkl in Schotten.

* Schotten, 26. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 350 Ferkel und Läufer- schweine aufgetrieben. Es kosteten 6 Wochen alte Ferkel 28 bis 32 RM., 7 bis 8 Wochen alte Tiere 35 bis 40 RM., 8 bis 9 Wochen alte 40 bis 60 RM., 10 bis 11 Wochen alte 65 bis 70 RM., 12 bis 13 Wochen alte 70 bis 75 RM., Einleger 90 bis 100 RM. pro Stück. Marktverlauf: Flott, geringer Heberstand.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 23. Mai. Der Landwirt Da­niel Engel von hier kann am Dienstag, 26. Mai, in körperlicher und geistiger Frische seinen 74. Ge­burtstag begehen. Der Jubilar hilft noch fleißig in dem Landwirtschaftsbetrieb seiner verheirateten Tochter mit. Dem alten Herrn gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche.

Zwischen eiligen Wolken sucht die Sonne ihren

Weg. Wind drängt durch unruhig gewordenes . ___ w 0 ... ^ov..v

Laus der Bäume ins Ferne. Straßenbahnen ras- von Musikdirektor S ö l l n e r dirigierteCarmen sein vorüber. Musik kommt aus einem offenen Fenster.

am Montag, 1. Juni, der Dichter Anton Dörfler aus eigenen Werken lesen. Damit soll das für den Vortragswinter 1941/42 vorgesehene Programm, das infolge kriegsbedingter Verhältnisse seinerzeit einige Aenderungen erfahren mußte, ergänzt werden. Dörf­ler wurde mit dem Volkspreis für deutsche Dichtuno ausgezeichnet.

Aus her engeren Heimat.

Eine Wappengalerie im Lauterbacher Museum.

Lpd. Lauterbach, 25. Mai. Neben den viel­seitigen musealen Reichtümern hat die Leitung des Lauterbacher Museums seit einiger Zeit auch eine Sammlung von Geschlechter- wappen angelegt, die von einem Mitarbeiter des Museums, dem Malermeister Siemsen, auf ein­fach geschnittenen hölzernen Wappenschildern gemalt wurden. Diese Wappen sind jetzt zu einer geschlosse­nen Sammlung in Form einer Wappengalerie im Museumsgebäude, dem Hohhaus, vereinigt worden. Die Sammlung soll im Laufe der Zeit noch erwei-

| Dino Badescu, Don Jof6, verfügt über einen heldisch gefärbten Tenor, dessen Glanz und kraftvoll strahlendes Volumen sich besonders in der mühelos ausgehaltenen Höhenlage entfalten konn­ten. Die dramatischen Qualitäten des Organs wur­den sehr bewußt und mit einer imponierenden Steigerung auf die große Schlußszene hin einge­setzt; auch die Blumenarie des zweiten Aktes war

' ein Höhepunkt in der Interpretation der Partie, ; beten theatralische Möglichkeiten vollkommen, aber ohne störende Uebertreibung, ausgeschöpft wurden. . Nia Badescu fang, übrigens ebenfalls mit bemerkenswert guter Aussprache und kaum wahr­nehmbarem, fremden Akzent, blond und zierlich, die Micaela.mit einer gepflegten, schöner Entfal­tung in der Höhenlage fähigen Gesanglichkeit, die vor allem im Duett mit Don Joss und in der Arie des dritten Aktes sympathisch zur Geltung kam.

Die abgesehen von der Besetzung der Gastpartien kaum veränderte Aufführung ist seinerzeit ein­gehend gewürdigt worden. Dom heimischen En­semble sei trotzdem Herrn Lotts vorzügliche Lei­stung noch einmal. hervorge^oden, der, stimmlich und darstellerisch in bester Form, den Escamillo fang. Den Dancairo gab Herr Viktor Hospach a. G. Die schwungvolle Orchesterführung des Herrn S ö l l n e r wurde durch die mit kraftvollem Einsatz singenden Chöre unter Leitung von Herrn Enter­te i n wirksam unterstützt.

Das ausverkaufte Haus spendete reichen Beifall, z. T. bei offener Szene. Besonders die Gaste aus Agram und Bukarest wurden sehr gefeiert.

Hans Thyriot.

nommen werden kann. *

Anca Ielacic (Agram) darf figürlich, darstel­lerisch und organisch als eine ideale Verkörperung der Carmen bezeichnet werden: die sehr schlanke, dunkelhaarige und rassige Erscheinung gab der Ge­stalt des zigeunerhaften, spanischen Weibsteufels mit katzenhafter Geschmeidigkeit, ton irisch gelocker­ter Bewegung und ursprünglich durchbrechendem Temperament einen faszinierenden Umriß. Die aus­gezeichnet geschulte, ganz locker angesetzte und be­merkenswert rein artikulierende Stimme ist in allen Lagen von gleichmäßig tragender, sehr wohllauten­der Fülle und Ausdruckskraft. Die große, schwere, auch atemtechnisch hohe Anforderungen stellende Partie wurde mit so überlegenem Einsatz der ver­fügbaren, reichen Mittel bewältigt, daß die Auf­führung allein um der Titelpartie willen ein dank­bar anerkannter Genuß war.

** DichterAnton Dörfler liest in Gie- ß e'n. Dom Goethe-Bund wird uns geschrieben: Im Rahmen des Gießener Vortragsringes (Goethe- Bund, Kulturelle Vereinigung und Äolksbildungs- ftätte Gießen der NSG.Kraft durch Freude") wird

EntschädigungSaktion für Schi-Spender.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und der Reichssportführer teilen im Einvernehmen mit dem Reichsschatzmeister der NSDAP, mit, daß die Ortsgruppen der NSDAP, zur Zeit die Entschädigungsaktion für die Spender von Schi durchführen. Jeder Volksgenosse, für den die Abgabe feiner Schi ein zu großes Opfer be­deutet, kann bei den Ortsgruppen-Kafsenleitern der NSDAP, für jedes komplette Paar Schi mit Bindung und Stöcken gegen Rückgabe der Abgabe­bescheinigung eine Einheitsvergütung von 30 RM. zur Auszahlung beantragen.

Diejenigen Spender, die von der Barentschädi- gung keinen Gebrauch machen, bleiben zur bevor­zugten Belieferung mit einem Paar Schi im Werte von 30 RM. berechtigt. Die Abgabebescheinigungen sind in ordnungsgemäßer Verfassung mit Stempel und Unterschrift des Ortsgruppenleiters aufzube­wahren. Sie sind später bei Empfang eines Paar Schi zurückzugeben.

Den Schisportlehrern wurde von der Reichssport­führung besonders empfohlen, sich nicht für eine Barauszahlung, si ndern für eine Bezugsberechti- auna für ein Paa». Schi zu entscheiden. Es wird Vorsorge getroffen werden, daß zu gegebener Zett sportgerechtes Material zur Ausgabe gelangt.

Steuererleichterung für Rentner.

Es gibt Steuerpflichtige, die Renten aus der reichsgesetzlichen Sozialversicherung und im gleichen Veranlagungszeitraum Einkünfte aus nichtfelbftän- diger Arbeit beziehen, die aus einem gegenwärtigen Dienstverhältnis stammen. Es kommt vor, daß solche Steuerpflichtige nur deshalb veranlagt werden, weil die Einkünfte, die-nicht dem Steuerabzug unter­liegen, mehr als 300 RM. betragen. Für diese Fälle hat der Reichsfinanzminister jetzt bestimmt, daß von den Rentenbezügen außer den 200 RM. Pausch­betrag für Werbungskosten ein besonderer steuer­freier Betrag von 600 M. abzuziehen ist. Der be­sondere steuerfreie Betrag darf jedoch weder die Einkünfte aus den Rentenbezügen, noch die Ar­beitseinkünfte übersteigen. Für die Frage, ob die Grenze von 300 RM. überschritten wird, ist bei den Rentenbezügen von den Einnahmen nach Abzug der Werbungskosten und des besonderen steuerfreien Betrags von 600 RM. auszugehen. Diese Regelung gilt erstmalig bei der Einkommensteuerveranlagung für 1941. Schon durchgeführte Veranlagungen wer­den von Amts wegen geändert.

und muß, als sich ein Beulchen am Kopf eines Dreijährigen nicht ohne fremde Einwirkung zeigt, etwas kräftiger gelöscht werden. Inzwischen ist da eine Burg entstanden, auf die ein alter Eisenbahn­wagen hjnausgebracht wird, dort ein kleiner Sand­kuchen, anderswo fliegt aus kecken Händen ein Eimerchen in den tief ausgeschachteten Graben hin­unter und wird bann mit Lust verschüttet.

Minuten -ergehen, Viertelstunden, es wird allent­halben mit Lust gearbeitet. Don fernher kommen aus einmal Marschtritte.Soldaten kommen!" Im Nu sind Schaufeln und Eimer, Burgen und Gräben sinnlos geworden. Zuerst sausen die größeren los, dann hoppeln die Kleinen und Kleinsten, was die Beine hergeben, hinterdrein. Dreimal muß einer der Sandarbeiter, ein pfiffiges Kerlchen, erst mit dem ganzen Körper zur Erde, ehe es die wie eine Mauer aufgebaute Schar der andern erreicht. Er kommt gerade noch hin. Still, wie gebannt lassen die Kinder den Trupp an sich voiüberziehen. Ays vielen Augenpaaren leuchtet es den Jungen und Madeln freübig entgegen, aber deren Blick geht nur nach den Gewehren und Stahlhelmen und den über die Steine dahinziehenden Stiefeln. Wie andere Wesen mögen die Dorbeimarschierenden den Kindern vor­kommen. Gleich aber könnte man mit ihnen gut Freund werden, könnte mit ihnen spielen. Die älteren Jungen gehen noch ein paar Minuten mit; die kleinen kehren jubelnd zum Sandkasten zurück. Wieder buddelt man sich ein Loch, vergräbt die Füße, sucht ein paar Steine zusammen. Es ist wieder alles wie zuvor.

Am Mittag kehren hungrige Mäuler heim.

Fi-ohe Stunhen fürunsere Verwundeten

Die NSG.Kraft durch Freude" führte im Laufe der vergangenen Woche im Auftrage des Oberkom­mandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatTruppenbetreuung" im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propa­ganda in hiesigen Lazaretten folgende Veranstal­tungen durch:Immer wieder Freude" brachte die Dortragsfolge einer Kabarettveranstaltung den Ver­wundeten eines Lazaretts. Das Anny-May-Trio zeigte feine Tanzkunst und fang Wiener Lieder. Mit Zaubereien und Kartenkunststücken unterhielt Ben Ali vorzüglich. Die Kapelle Marggrander spielte be­liebte fröhliche Weisen. In einem Lazarett ver­anstalteten Annelene Rauch (Sopran), Leonore Voepel (Geige) und Gertrud Dapper (Klavier) ein Konzert. Die Künstler sangen und spielten Kompo­sitionen von Schubert, Dvorak, Schumann, Brahms, Rossini und Mozart. Im Auftrage des Landes­fremdenverkehrsverbandes Rhein-Main hielt Stu­dienrat Dr. Quentin (Dillenburg) in zwei La­zaretten Lichtbildervorträge über den Westerwald. Alle Veranstaltungen hatten regen Beifall.

Vor dem Fest ließ die Kreisamtsleitung der NSV. Wetterau in allen Lazaretten durch den Beauftrag­ten der N2KOV. G r a v e l i u s und alle Betreue­rinnen der NS.-Frauenfchaft an die Verwundeten und Kranken Zigaretten, Gebäck und schöne An­sichtskarten von Gießen verteilen, welche freudige Abnehmer fanden. Zu den Feiertagen hatten durch Vermittlung der Kreisfrauenschaftsleiterin W r e d e die Ortsfrauenfchaften Bettenhausen, Birklar, Mu- schenheim, Rodheim a.d.Horloff und Ruppertsburg eine große Zahl schöner Kuchen für die Lazarette gespendet. Einige Mädels des BDM. in Köddingen besuchten unter Leitung ihrer Führerin Born ein Lazarett und überbrachten Liebesgaben. Zu den Feiertagen waren Verwundete aus allen Lazaretten in Holzheim, Stockhausen, Hartenrod und Freienseen zu Gast. Die Verwundeten sanden im Kreise der Familien freundlichste Aufnahme. Nachmittags waren Kaffeenachmittage, die durch Ortsgruppen­leiter, NS.-Frauenschaft, NSKOV. und BDM. ge­staltet wurden. In Freienfeen hatte die DRK.-Ober- belferin Krautwurst die Einladung übernommen. Die schönen Stunden der Volksgemeinschaft werden allen Beteiligten eine angenehme Erinnerung fein.

Derdunkelungszeil:

26. Mai von 22.27 bis 4.41 Hhr.

Von all dem sehen und hören die Kinder nichts, ausländischen Gästen in tragenden Partien. Es san- die den Sandkasten bekvabbeln. Immer mehr sind gen Anca Jelacic vom Nationaltheater in Agram es im Laufe der letzten Stunde geworden, so daß die Carmen, Nia Badescu und Dino Ba­schon erste Streitigkeiten zwischen den vielen .Sand- d e s c u von der Bukarester Staatsoper die Mi- land-Eroberern ausgebrochen sind. Ein paar Zu-; caela und den Don Jose. Die übrigens deutsch rufe, mit nicht gerade beliebten Drohungen ge-'r! c """ mischt, haben die Gemüter vorerst wieder besänf­tigt. Aber das Feuerchen flackert immer wieder auf

Warnung ans Stendal

Roman von A. Lothar Philipp

38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Irene Norodna wurde aus der Haft vorgeführt. Sie war sehr bleich, und ihre dunklen, großen Augen blickten unruhig im Raume umher. Krähe stellte sich hinter ihren Stuhl, so daß sie von der Tür aus nicht gesehen werden konnte.

Dann führte Neubauer den verhafteten Sumor

herein. r ...

Wenig versprach sich viel von dieser Gegenüber­stellung. Beide waren nach der Auskunft der Zigeu- nerzentrale vom Stamme Holler, Sumor hatte Bartholds Papiere und feinen Namen getragen, mußte also etwas über die Sache wissen.

Sumor trat mit einem Lächeln ein. Neubauer führte ihn bis zum Stuhl Irenes, Krähe trat 3ur Seite, packte ihn an den Schultern und stellte ihn Irene gegenüber, zugleich rief der Kriminalrat:

Kennen Sie diese Frau?"

Die Wirkung war überraschend.

Das Lächeln verschwand aus Sumors Gesicht, er riß die Augen weit auf, streckte beide Arme vor und ,^Zirri!" Dann wandte er sich an den Kriminalrat und sprudelte hervor:

.Herr, bei allem was mir Heisig ist, diese Frau ist'unschuldig, Lanos war es allem, ich

In diesem Augenblick -schrie Irene ihm einige Worte in einer fremden Sprache zu.

Sumor schwieg, verbarg sein Gesicht in feinen Händen und trat zwei Schritte Zurück

Dann ließ er die Hande fallen. Jetzt zeigte er wieder sein krampfhaftes Lächeln. Er zuckte die Achseln und sagte, zu Wenig gewandt:

Herr es war eine Ähnlichkeit Diese Frau kenne ich nicht. Ich habe sie nie gesehen. Ich ver­wechselte sie mit einer anderen Frau

Abführen!" befahl der Krimmalrat.

Die Norodna war aufgestanden und sah ihm nach.

Sie war sehr bleich geworden und atmete heftig. Dann sah sie sich nach dem Kriminalrat um.

Bitte, setzen Sie sich wieder."

Sie war fest entschlossen, zu leugnen. Aber die Heberraschungen sollten für sie noch nicht vorüber sein.

Wenig warf ihr plötzlich eine kleine Selbstläde- pistole hin.

Kennen Sie diese Waffe?" fragte er.

Jetzt fuhr sie zusammen. Sie blickte starr auf die Waffe. ,

Aber auch jetzt beherrschte sie sich wieder.

Nein", sagte sie.

Mit dieser Waffe wurde in die Hhr im Zimmer Lanos' geschossen. Wir fanden diese Waffe in Ihrem Zimmer, unter Ihren Sachen. Was haben Sie da­zu zu sagen?"

Ich kenne diese Waffe nicht. Ich weiß nicht, wie sie unter meine Sachen gekommen ist."

Sie sind am Mordabend-im Zimmer des Herrn Lanos gewesen, wollen Sie das eingestehen?"

Nein."

Lanos hat es selber zugegeben. Der Portier hat Sie erkannt. Ebenso die Wirttn. Es hat keinen Zweck, zu leugnen. Also?"

Sie dachte einige Sekunden nach.

Dann fuhr sie auf.

Die lügen! Sie lügen alle. Es ist nicht wahr! Ich habe Lanos zwei Tage vor der Tat das letzte­mal gesehen, so wahr ich"

Ach, sehen Sie einmal an", lächelte Wenig, und bisher haben Sie gesagt. Sie hätten ihn zu­letzt vier Wochen vor der Tat in Hamburg gesehen. Sie behaupten, alle lügen: Lanos, der Portier, die Wirtin. Nur Sie sagen die Wahrheit, Sie, eine Zigeunerin"

Wer sagt, daß ich eine Zigeunerin bin?" fragte sie und runzelte die Stirn.

Sie sind uns als solche bekannt. Sie sind aus dem gleichen Stamm wie Sumor, aus dem Stamme Holler"

Wer um aller Heiligen willen hat Ihnen das gesagt, Herr!?" schrie sie jetzt.

Wir wissen es. Das mag Ihnen genügen. Also, wollen Sie nicht die Wahrheit sagen?"

Ich bin unschuldig, Herr, unschuldig bin ich, Lanos hat alles getan"

Wenn das wahr wäre, dann hätten Sie keine Veranlassung gehabt, ihn auf der Bühne zu er­morden", sagte Wenig,aber Sie taten es, weil er zuviel über Sie wußte. Damit wollten Sie den gefährlichsten Zeugen mundtot machen."

Ich bin unschuldig, ich schwöre es Ihnen", schrie sie wieder,bei dem Grabe meiner Mutter, glauben Sie mir"

So sagen Sie die Wahrheit!" rief Wenig.

Das ist die Wahrheit. Ich war nicht im Zimmer, ich weiß nicht, was geschehen ist, ich bin unschuldig."

Sie schluchzte jetzt laut und unbeherrscht in ihr Taschentuch.

Wenig gab ihr einige Minuten Zeit, sich zu be­ruhigen. In diesen Minuten, die für sie ein Ge­winn waren, hatte sie sich entschlossen, überhaupt nichts mehr zu sagen.

Als er die Vernehmung fortsetzen wollte, erhob sie sich und sagte laut:

Ich protestiere gegen meine Verhaftung. Ich bin unschuldig. Ich sage kein Wort mehr, bis ich frei­gelassen werde."

Sie antwortete auf keine Frage mehr und weigerte sich, das Protokoll zu unterschreiben. Es blieb dem Kriminalrat nichts anderes übrig, als sie wieder abführen zu lassen.

Ich habe mit vierzig Mördern in meiner Lauf­bahn nicht so viel Theater gehabt wie mit diesen beiden Zigeunern", sagte er dann ärgerlich zu Krähe,weiß Gott, diese Burschen machen einem heiß."

Trotzdem können wir ruhig den Bericht fertig machen und ihn an die Staatsanwaltschaft weiter- ; leiten", meinte der Kriminalsekretär,ich habe so | eine Ahnung, als ob wir in der Verhandlung noch | manches klären könnten."

Ich glaube auch. Also los, Krähe, geben Sie die Akten her und dann setzen Sie sich an die Maschine."

Hnd Wenig steckte sich eine große Zigarre an und begann, die Hände in den Taschen, im Zimmer auf- und ablaufend, hin und wieder einen Blick in die Akten werfend, feinen Bericht zu diktieren.

Die Tageszeitungen hatten die Verhaftung von Lanos und Irene Norodna gebracht und von der Pressestelle war die Bemerkung hinzugefügt wor­den, daß Lanos den Mord zugegeben, jedoch gesagt habe, er Ijabe Barthold, der gekommen sei, ihn zu töten, in der Notwehr erschossen. Don der Be­teiligung Irenes und dem Fund der Pistole, aus welcher auf die Hhr geschossen worden war, stand nichts in den Zeitungen. Lediglich war angegeben, sie sei wegen eines versuchten Mordes an Lanos verhaftet worden.

Faule Fische", sagte Petersen, als er das Blatt gelesen hatte,ich glaube nicht, daß Lanos in Not­wehr gehandelt hat. Er hat das steht für mich fest Barchold ermordet, weil dieser an der Flucht Elisabeths beteiligt war. Also ist sie doch die Ursache des Mordes gewesen. Hnd das genügt mir vollständig. Für mich existiert sie nicht mehr, denn ich mochte mir nicht die Hände verbrennen."

Welt", wandte sich Willis an den Großen,jetzt kannst du es mir doch sagen, wer die Gerüchte über Elisabeth in Umlauf gebracht hat. War es Peter­sen?"

Du bist wohl vollkommen verrückt geworden", fuhr der Kleine auf,ich habe nur weitererzählt, was mir erzählt wurde."

Irene war es", gab Welt zu; Willis atmete auf und sagte:

Das habe ich mir gedacht, denn nur Irene konnte es gewesen sein. Ich bin davon überzeugt, daß sie viel mehr mit der Sache zu tun hat, als sir zugegeben hat. Hnd weil sie schuldig ist, hat sie Elisabeth verleumdet und versucht, alles auf sie abzuschieben."

(Fortsetzung folgt)