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Oie Japaner besetzen Tschekiang

in deren Ostgebieten japanische Truppen zwei

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»eutfche Ge-

nern und sechs Rumänen aus Brasilien ein. Zum Empfang waren erschienen der ~v.

sanidte in Lissabon von Hoyningen-Hüne und Dor- tragender Legationsrat Freytag vom Auswärtigen Amt.

Das Leben der Kraniche und Seeadler.

Aus Walter Heges Kulturfilmschaffen.

Prof. Walter Hege brachte vor Jahren seinen Film übet den Fischadler in freier Wildnis heraus und erzielte damit einen nachhaltigen Erfolg. (Er­mutigt durch die starke Zustimmung, widmete sich Hege Leiter der Abteilung für Photographie an der Staatlichen Hochschule für Baukunst, bildende jvunft und Handwerk in Weimar weiteren Kul­turfilmwerken über architektonische Werte und nach Beobachtungen aus dem Tierleben in freier Natur, ^o entstanden Filme, die zum Teil bahnbrechend wirkten oder heute noch ohne gleichwertiges Beispiel Und. Aus dem Bereich feinsinniger, einfühlsamer Raturbeobachtung stammen die von Hege zusammen mit seiner bewährten langjährigen Mitarbeiterin Ursula v. Löwenstein gestalteten Bavaria-Kul- turfilme über den Kranich und die Seeadler. Der r>ilm ,Lor-Lu, der Kranich" wurde erst­malig während der Reichswoche für den deutschen Kulturfilm im Dorjahre gezeigt und hinterließ der wundervollen Bilder und der Tonaufnahmen wegen einen starken Eindruck. Zum ersten Male waren den an sich schon eindrucksvollen Bildaufnahmen d.e in ungetrübter Reinheit eingefangenen Ge­räusche der Natur, die Laute der sich unbelauscht fühlenden Tierwelt als wertvolle Ergänzung zuge- sellt. Diese wirklichkeitstreueTonkulisse" erhöhte den beglückenden Gesafnteindruck, den im Endergeb- nis das Heranpirschen an die in solcher Unmittel- barkoit kaum je erlebten Geheimnisses der Natur und Tierwelt vermittelte. Ein FilmDer S e e - adlerundseinHor st", und ein weiterer,I m Jagdrevier der Seeadler", entstanden an- schließend für die Bavaria.

Blick in die rheinische Heimat.

Von Heinrich Zerkauten^

Alles Geschehen und Gestalten kommt vom Blute her, sofern es echt und gewachsen sein soll. Alle Heimat schlummert in uns tief, und wären wir selber durch Schicksal und Fügung der Tage auch Meilen von ihr entfernt.

Die Eltern stammen beide vom Rhein: der Dater vom Niederrhein, von der holländischen Grenze her, meine Mutter aus der Landgegend zwischen Bonn und Köln. Das Schwere, Besinnliche, fast Ver­träumte, manchmal auch leicht Verbockte des Nie- derrheiners fand immer noch durch die mehr be­freite, bejahende, spielerische, jedenfalls schlagfertige Art des Menschen aus der Kölner Gegend diese ver­söhnliche Auflockerung.

Kein Wunder, daß in rund tausend Jahren ge­rade im Rheinland sich ein Volkstum von so aus­gesprochener Eigenart entwickeln mußte, wie es die rheinische Lebensart bedingt. Ich sah als kleiner Junae die stolzen Sinnbiloer einer neuen Welt­wirtschaft, die Zechen und Hochöfen des benach­barten Ruhrgebietes. Ich erlebte aus nächster Nähe mit, wie Rheinromantik und Rheinstahl ihre gute Gemeinschaft eingingen. Bis zum heutigen Tage klingt zur Musik der mächtigen Hämmer der Walz­werke auch die zarte Melodie der Elfen, und unter den Fracht- und Kohlenschleppern schweben immer noch die Rheintöchter der Nibelungen:

Umbs singens willen wolt ich ziehen an den Rin, mir wart gedeit, wie hi die besten senaer sin.

Eine alte Legende weiß zu erzählen, daß in den Tagen der Traubenblüte die Großen des Reiches und der Nation aus ihrem Grabe erwachen und in sommerlichen Nächten auf einem der geheimnis­vollen Schiffe den Rhein hinauffahren bis zur alten Pfalz Ingelheim. Sie segnen dann die Weinberge zu beiden Seiten des Stromes, auf daß ihnen wie­der eine reiche Ernte beschert sein möchte.

Rheinstahl und romantische Legende fast er­scheinen sie unvereinbar. Und dennoch wurden sie Inbegriff jener organischen Wesenheit, die darin gipfelt, auf- die Sterne zu schauen und dennoch auf die Gassen acht zu haben: Tradition geschichtlicher Vergangenheit im Blut und immer gesunde Werk- tättgkeit für die Zukunft in Händen.

Wettere Amerika-Deutsche in Frankfurt.

Herzlicher Empfang der Heimkehrer.

Am Pfingstsonntag trafen aus Lissabon in zwei Sonderzugen weitere Mitglieder deutscher Missionen und der Reichsdeutschen-Kolonien aus den Ländern Mittel- und Südamerikas, mit denen Deutschland keine diplomatischen Beziehungen mehr hat, mit ihren Angehörigen, insgesamt etwa 400 Deutsche, in Frankfurt ein, an der Spitze die Ge­sandten Ruedt von Eollenber, Dr. Poensgen, Klee, Langmann, Noebel und Roehrecke sowie die Ge­schäftsträger Tauchnitz, Kaempfe und Hoeller, fer­ner deutsche Schriftleiter, die unter den schwierigsten Umständen ihre Berichterstattertätigkeit für die deutsche Presse ausgeübt haben. Im Auftrage des Reüchsminifters des Auswärtigen hieß Unterftaats- fekretär Luther auf dem Frankfurter Hauptbahn­hof die Rückkehrer willkommen. Mittags fand im Bürgersaal des Römers ein Empfang statt. Auf­gabe der Missionen, so sagte Unterstaatssekretär Luther, sei es gewesen, Mittler des Friedens­willens des Führers zu einem Kontinent zu sein, mit dem uns regste kulturelle und wirtschaftliche Be­ziehungen verbanden. Jahrhundertelang habe bestes deutsches Blut an dem Aufbau dieses Konti­nents mitgewirkt, bis wider alle Vernunft es juden­hörige Politiker vermocht hätten, ihre Länder zum Schaden ihrer Völker und der Souveränität ihrer Länder dem Roosevelt-Imperialismus auszuliefern. Mit wachen Augen verfolge Deutschland diese Dinge und werde das Opfer keines Deutschen vergessen. Im Namen des Gauleiters richtete Kreisleiter Schwebe! herzliche Worte der Begrüßung an die Heimgekehrten. Als Vertreter der Auslandsorgani­sation der NSDAP, hieß Gauamtsleiter Heller- m a n n die aus der Sphäre des Rooseveltfchen Im-

Aus aller Wett.

Fußgänger achtel auf die Fahrbahn;

An einem Verladebahnhof hatte sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem eine Frau so schwer verletzt wurde, daß sie am nächsten Tage verstarb. Vor der Großen Strafkammer Magdeburg mußte sich der Fahrer des Kraftwagens wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß die verunglückte Frau zusammen mit ihrem Ehemann, ihre Fahrräder an der Hand führend, den Fußweg und einen Teil der Fahr­bahn benutzt und dadurch zu einem wesentlichen Teil den Unfall mitoerschuldet hatten. Das Ge­richt kam daher zu einem Freispruch des Kraft- sahrers, weil die Verunglückte sich unoorschrifts- mäßig im Straßenverkehr verhalten hatte. Sie hätte als Fußgängerin auf keinen Fall auf dem Fahrdamm gehen dürfen.

Die Wellkriegsstellungen am Harimannsweilerkopf.

Um den Hartmannsweilerkopf im Elsaß ist bis 1917 unaufhörlich mit allen Mitteln des Graben­krieges gekämpft worden. Der Kampf hat allein auf deutscher Seite 40 000 bis 50 000 Tote und Derwun. dete gefordert. Auf Veranlassung des Befehlshabers im Wehrkreis V und im Elsaß wurde nach der Be. fteiung des Elsaß mit der Freilegung und Wieder­instandsetzung der- noch gut erhaltenen deutschen Stellungen auf dem Hartmannsweilerkopf begonnen. Jetzt ist zur Erinnerung an die schweren Kämpfe ein Kartenblatt mit dem deutschen Grabensystem und mit einem Abriß der Kampfhandlungen herausge- geben worden, das vielen Weltkriegsteilnehmern ein wertvoller Führer sein wird.

Die Arbeit an den drei Filmen sind in fast ur- weltlich unberührter Natureinsamkeit in Mecklen- bürg entstanden, in Sumpf-, Wald- und Seege­bieten. Das Leben der Seeadler, dieser größten europäischen Raubvögel, wurde am Müritzsee und in seiner Nähe aus Verstecken heraus sorgfältig be-

drastisch, verdeutlicht. Hat der Dirigent oder das Orchester die größere Bedeutung? Probleme musika­lischer Neutönerei und die Begriffe des Echten und Schönen sind ungefähr die Themen. Als Dialog- Oper mit geschlossenen Nummern gebaut, -gibt Hen­rich vorwiegend illustrierende, oft auch karikierende Musik. Er beweist dabei eine geschickte Technik und lustfpielhaften Kammerstil. Ein schlichtes Volkslied, das dem Jazz gegenübergestellt wird, bleibt im Ohre. Das Schweriner Staatstheater hatte die Auf­führung liebevoll einstudiert. Von Karl E11 i am Dirigentenpult, von Hans Brandt szenisch und Erich Hempgens dekorativ betreut, brachte die Premiere dem Komponisten viel Beifall.

Walter Eggert.

Eine Ernsi-haeckel-Gesellschafi.

In Jena, der langjährigen Wohnstätte des Vor­kämpfers der naturgeschichtlichen Entwicklungslehre, ist eineErnst-Haeckel-Gesellschaft" unter dem Vor­sitz von Professor Dr. V. Franz, dem Leiter des Ernst-Haeckel-Hauses, ins Leben getreten. Sie will die Erinnerung an den bahnbrechenden Forscher und zähen Kämpfer wachhalten. Um das Bleibende an Erkenntnissen und Werten aus seinem Lebenswerk ' und neuzeitliche, auf seinen Befunden weiterbauende Forschungen vor Augen zu führen, will die Gesell­schaft ihren Mitgliedern ein Ernst-Haeckel-Jahrbuch in die Hand geben, dessen erster Band Anfang 1943 erscheinen soll. Schirmherr der Gesellschaft ist Reichs­statthalter Sauckel. Als Förderer unterzeichnete den Aufruf der Rektor der Universität Jena Professor Dr. A st e l.

Tokio, 25. Mai. (Europapreß.) Die Vorausab­teilungen der in Osttschekiang operierenden japani­schen Streitkräfte, die den Feind am Tangyangfluß vernichtend geschlagen haben, haben die Eisenbahn­linie erreicht, die von Hangtschou aus nach Süd- wssten führt, und die Stadt Jwu, etwa 100 Kilo­meter südlich Hangtschou, besetzt. In Jwu fand man in der Umgebung der Eisenbahnstation größere Mengen Kriegsmaterials, die nach Tschungking transportiert werden sollten. Angesichts der ständi- gen japanischen Luftangriffe hatten die Chinesen diese nach der Provinz Riangsi führende Bahnlinie nur des nachts zum Transport von Kriesmaterial benutzt. Auch das große Schulgebäude von Jwu, das von den Tschungkingtruppen als Hauptquartier be­nutzt worden war, ist durch Bombentreffer zerstört worden. Die japanischen Operationen in der Pro­vinz Tschekiang können als abgeschlossen gelten, nachdem auch der Eisenbahnknotenpunkt Kinhwa, südlich von Hangtschou, genommen wurde. Von hier führt die Bahn als Hauptstrecke weiter nach Süden, während gleichzeitig eine Seitenlinie in nordwest­licher Richtung nach L a n t u abzweigt. Das 10. Ar­meekorps der Tfchungingtruppen befindet sich im allgemeinen Rückzug entlang der Tscheking-Kiangfi- Bahn. Japanische Armeeflieger belegen die zuruck­gehenden chinesischen Truppen unausgesetzt mit Bomben und nehmen ihnen so die Möglichkeit, sich erneut zu weiterem Widerstand festzufetzen.

Die mittelchinesische Küstenprovinz Tschekiang,

Prof Hege war bei diesen Kulturfilmen, die dem erlebnishungrigen Auge und Ohr besonders des naturentwöhnten Stadtmenschen wahrhafte Offen­barungen schenkten, sein eigener Kameramann und besorgte zusammen mit Ursula v. Löwenstein die ausgezeichnet gelungenen Tonaufnahmen. Die beiden Pioniere des Naturfilms waren bei ihrer muMettgen Arbeit ganz auf sich selbst gestellt. Die niuturfilme aus dieser Arbeitsgemeinschaft schufen mch^ nur reizvolle Naturdokumente, sondern zeugen auch Jur den feinfühligen künstlerischen Gestaltungs­sinn des Licktbildners Hege. Als neue Auszeichnung wurde ihm Anfang dieses Jahres die Goldene Me- daille der Wiener Photographischen Gesellschaft für jetnc 23erbienftß auf dem Gebiete der Photographin $e£e beherrscht die Photographie ein- sästiehlich der Filmkameraarbeit mit meisterlicher Sicherheit und hat, den Aufgaben der jeweiligen Arbeit, der Eigenart der aufzunehmenden Objekte angepaßt, aus Eigenem zweckentsprechende Verfah­ren entwickelt. Handwerkliches und Künstlerisches gehen hier unmittelbar Hand in Hand, denn ohne überlegene Beherrschung des Technischen wären die angestrebten künstlerischen Wirkungen nicht zu efr zielen gewesen, --- -

perialismus heimgekehrten Volksgenossen im natio­nalsozialistischen Deutschland willkommen.

Das neunte Schlachtschiff der USA.

Rom, 23. Mai. (DNB.) lieber die Versenkung eines amerikanischen Schlachtschiffes derMary- land"-Klasse durch das italienische U-BootBar- barigo" gibt das italienische Nachrichtenbüro Stesani noch folaendes bekannt: Das Schlachtschiff befand sich auf dem Wege- nachdemKap der guten Hoffnung. Es kann angenommen werden, daß das Schlachtschiff nach demJndischenOzean unterwegs war, um dort die bei der Seeschlacht im Korallenmeer untergegangenen amerikanischen Einheiten zu ersetzen. Möglicherweise war das Schlachtschiff jedoch bestimmt, im Mittelmeer die östliche britische Mittelmeerflotte zu verstärken. Bei dem U-Boot-An'griff erfolgte keine A b - wehr. Das Unterseeboot konnte'daher dem Unter­gang des Schiffes, der sich außerordentlich schnell vollzog, beiwohnen. Der Verlust ist für die ameri- fanifdje Flotte um so schmerzlicher, da dieses Schlachtschiff bereits das neunte ist, das ver­senkt wurde aus einer Reihe von 15, die die Ver­einigten Staaten zu Beginn dieses Krieges be­saßen.

Japan sichert die Kleinen Sunda-Inseln

Tokio, 26. Mai. (DNB.) Japanische Truppen haben am 17. Mai die Inseln Lombok, Sum- b a w a und Flores besetzt. Sie gehören zu den Kleinen Sunüa-Jnseln und bilden die östliche Fort­setzung der Inselkette, die sich von Java über Bali nach Timor bzw. Neuguinea fortsetzt. Lombok, die Nachbarinsel von Bali, hat etwa 600000 Einwoh­ner. Ihr schließt sich die Insel Sumbawa mit 150 000 Einwohnern an, während Flores rund 250 000 Ein­wohner 'zählt. Sämtliche Inseln sind von vulkani­schen Gebirgsketten durchzogen. Die Insel Flores weist mit ihrem trockenen Klima und in ihrer Tier- und Pftanzenwelt bereits australische Züge auf. Die Hauptausftchrartike-l der von Malaien 'bewohnten Inseln sind tropische Kulturpflanzen, Sandelholz und Schildpatt.

Kleine politische Nachrichten.

Die vom Dreimächtepakt vorgesehene Militärkom­mission trat unter dem Dorsitz von Divisionsgeneral Lais in Rom zu leiner Sitzung jyufammen, in der im Geiste der restlosen Zusammenarbeit, der die Be­ziehungen der Wehrmächten der Dreierpaktmächte beherrscht, einige wichtige Ausschnitte aus dem Tä­tigkeitsgebiet der Kommision behandelt wurden. Deutschland war vertreten durch General von Pohl, Generalleutnant von Rintelen, Konteradmiral- wisch, die Obersten Veltheim und Ötzen und Major Müller-Clemm.

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In Lissabon traf der portugiesische Dampfer Serpa Pinto" mit 8 4 Deutschen, 76 Italic-

meen Tschiankaischeks vernichteten, gehört zu den reichsten Gebieten Chinas und wird nach ihrer voll­ständigen Beherrschung durch die Japaner ein au­ßerordentlich schwerer Verlust für Tschungkingchina sein. Mit Ausnahme der südöstlichen Teile ist die Provinz eine der fruchtbarsten, daneben ein lebhaf­tes Zentrum der Industrie und des Handels. Sie steht mit ihrer Bevölkerungsdichte (21 Millionen Bewohner auf 101 000 Quadratkilometer) an dritter Stelle unter allen chinesischen Provinzen. Die Haupt­stadt ist Hangtschou mit 536 000 Einwohnern. Das von den Japanern besetzte Tungyang ist eine der ältesten Städte Chinas und durch seine land­wirtschaftlichen Produkte berühmt, ebenso das früher besetzte Tscheng schien. Aeußerst verhängnisvoll für die Sache Marschall Tschiangkaischeks ist nach Mitteilungen japanischer Blätter der Umstand, daß durch die Einnahme der Stadt Kinhwa die Verbin­dung zwischen der Ostküste der Provinz Tschekiang und Tschungking abgeschnitten ist. Auf dieser Straße waren während weniger Monate 7000 Ton-

Wie oft habe ich selbst das Gottesgeschenk eines Zupackenkönnens und eines hartnäckigen Arbeiten­müssens gegen alle Widerstände und trotz aller Wi­derstände heiß und beglückend in mir gefühlt, wenn Not äußerer oder innerer Art gleich dräuenden Wogen auf mein zaghaftes Lebensschisf zustoßen wollten, um es zum Kentern zu bringen. Jawohl, der Rheinländer geht mitten hindurch mit Fröhlich­keit auf der einen, mit leidenschaftlichem Glauben auf der anderen Seite.

Wohl nirgends fönst mag es bei den Frauen eine so erdhafte und selbverständliche Personal­union mit dem lieben Gott geben. Und was dazu die Rheinländerin von anderen Frauen aus anderen deutschen Stämmen unterscheidet, ist ihre zupackende Sachlichkeit, das mit-beiden-Beinen-immer-auf-der- Erde-Stehen, man kann sagen: dieser gewisse und ge­rissene Fatalismus. Es ist eben so, basta. Man lamen­tiert ein wenig, doch mehr für sich allein, gleichsam zum Abklingen. Innerlich steht man bereits über den Dingen. Anders ausgedrückt: die Rheinländerin stirbt nicht so schnell am gebrochenen Herzen, auch wenn sie keineswegs so leichtsinnig ist, wie es im Sieb von den rheinischen Mädchen allenthalben gej Jungen wird. Sie ist höchstens leichten Sinnes! Nicht weit hinter der Bonner Rheinbrücke wird das Bett des Stromes zusehends breiter, die Wol­ken hängen tiefer über dem Flußbett, die Luft sackt schwer, die Wellen gehen gemächlicher. An eben dieser Stelle schlug einst Cäsar seine Brücke über den Rhein, wie wir in der Quarta mühsam genug übersetzt haben.

M die Erkenntnisie aus Kindheit und Jugendzeit am Rhein, vielfach gestaltet und abgewandelt, sind heute noch Gradmesser für meine Eindrücke. Der Mutterboden, der liebliche Wechsel von Berg und Tal ist immer noch Nährwurzel innerer Zuversicht, heißer Weltenfreude und bewußter Lebensbejahung. Findet so nicht auch die in der Welt manchmal be­lächelterheinische Sentimentalität" ihre einfachste Erklärung? Das Schicksal kann einem das innere Lied nicht verschlagen. Wohl den Ton, aber nie- mals bas Lieb. Und so hört der Rheinlänber immer die Glocken seiner Heimat. Unb immer sieht er das Wasser des Stromes, der zum Strom Deutsch­lands geworden ist, den er nie aufhören wird, zu heben im Herzen.

Wie das OKW. mitteilt, unternahmen britische Jagbverbänbe in den Mittagsstunden des Pfingst­montag Vorstöße gegen die französische Kanalküste. Deutsche Jagdflugzeuge des Musters Focke-Wulf zwangen sie zum Abdrehen über See. Zwei Spitfire wurden ohne eigene Verluste abgeschossen.

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Unter Vorsitz des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Gauleiter Sauckel, fand in Ber- bin eine Tagung der Präsidenten der Landesar­beitsämter statt, in der diese Bericht über die Ar- beitseinfatzlage innerhalb ihrer Bezirke erstatteten. Abschließend gab Gauleiter Sauckel einen Ueb erblick über hie bisher durch geführten Maßnahmen, die er» freulicherweise zu einer ganz wesentlichen Steige­rung der Leistungen im Arbettseinfatz für die Kriegs, wirtschaft geführt haben.

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Am Pfingstmontagvormittag traf aus Algeciras kommend der Kalif von Spanisch-Marokko Muley Hassan in Madrid ein, um General Franco seine Aufwartung zu machen. In der Begleitung des Ka­lifen befanden sich der Hohe Kommissar 'von Ma­rokko General Orgaz, der Emir Muley Mohammed und der Groß wesir. Der Kalif begab sich unter den Hochrufen einer vieltausenköpfigen Menge und den Klängen der spanischen unb marokkanischen Hym­nen in den Palast des Ministerpräsidiums, in dem er wohnen wird.

Sowjets rucken nach Westen vor." Noch am 22. Mai rechnet er mit der Wiederbefetzung von Charkow und erzählt, baß Me Sowjettruppen nur noch 45 Stellungen einzunehmen hätten. DerDaily Ex- "News Chronicse" lassen an demselben

-2. Mai von ihren militärischen Sachverständigen ausführen:Die "Kämpfe bei Charkow befinden sich letzt im Stadium einer Konsolidierung der sowjeti­schen Erfolge, was völlig normal ist. Bestimmte Voraussagen lassen sich zwar über den weiteren Verlauf der Schlacht nicht machen, aber im schlech­tsten Fall sind die Streitkräfte einander ebenbürtig, jo daß keiner der beiden Gegner einen entscheiden­den Sieg gewinnen kann." Reuter verbreitet wiederum am 22. Mai einen Kommentar seines militärischen Mitarbeiters, der mitAnnalist" zeich­net. Darin heißt es:Ein Sowjet-Kommunique meldet, daß die Offensive Timoschenkos an der Char­kow-Front ihren Fortgang nimmt. Die rote Armee ubt mit Erfolg einen starken Druck auf den Feind aus. In den deutschen Meldungen kann man zwi- , scheu den Zeilen lesen, daß die Initiative bei den

Sowjets liegt. Die Deutschen erwähnen ihre Gegen­offensive nicht und daraus schließt man sowjetischer- leits, daß diese bisher ohne Erfolg gewesen ist."

Die Bolschewisten erklären in ihrer Armeezeitung ,'Nvter Stern", die deutschen Panzer und Truppen­reserven an der Charkowfront waren bis zur opera­tiven Unfähigkeit zusammengeschmolzen. Der sow- jettsche Heeresbericht ist indessen etwas kleinlauter. In ihm wirb von Teilangriffen der bolschewisttschen Truppen und von Derteidigungskämpfen gesprochen, obwohl ursprünglich von einer großen schwungvol­len Offensive die Rede war, wobei sogar angeblich gelungene Kosaken an griffe durchgefuhx^ worden ^ien, so daß die Phantasie unserer englischen und

nerikanischen Gegner eine ungeahnte Entfaltung -Urchmachen konnte.

Diese Begleitmusik zu der Schlacht von Charkow darf uns heute lächeln machen. Allein es lohnt sich, die Salbadereien genau zu lesen, um inner zu werden, was den feindlichen Völkern von ihren Re­gierungen geboten wird unb angesichts der mise­rablen Geographiekenntnisse, die dort üblich sind auch geboten werden kann! Weil die deutschen Wehrmachtberichte die deutsche Gegenoffensive nicht erwähnt, unterstellt der Annalist-Kommentor, der für feine Person diese Schlußfolgerung nicht ziehen will, den Sowjets die Annahme, daß diese deutsche Gegeno'^nsioebisher ohne Erfolg gewesen ist". Eine ärgere Schmuddelei läßt sich nicht mehr den­ken. Wir brauchen unseren Lesern nicht ausein- anderzusetzen, daß die deutsche Kriegführung sich auf ein solch übles Spiel mit Worten nicht ein'läßt. Die Wehrmachtberichte melden, was geschehen ist.

' , Dr. Ho.

hjuJ4)t. Eine mühevolle Arbeit, die ungewöhnliche Geduld erforderte. Die drei genannten Bavaria- Kulturfilme zogen sich mit Unterbrechungen auem m den Aufnahmen über einen Zeitraum von faft zwei Jahren hin. Sie waren besonders im schneereichen Frühjahr, im Sumpf und Schilfdschun- gel und unmittelbar am Wasser mit nicht geringen (ötrapaaen verbunden. Der Außenstehende ahnt auch nicht die umständliche Kleinarbeit, die bereits nötig mar, um die Kamera oder die Tonausnahmeappa« rQt!Ur«inkemerft von den scheuen Tieren etwa in re l. hohen Vaumwipfeln oder im schilfigen Randgebiet des Sees aufzubauen und zu bedienen.

Tarnung waren Mensch unb Gerät mög- Ochst bicht am aufzunehmenden Objekt untergebracht. Stunden», manchmal tagelang mußten Hege und ftlne Mitarbeiterin im Versteck auf den richtigen Moment der Aufnahme warten, der wiederum vom Verhalten der sich ungestört fühlenden Tiere, vom Wetter unb ben schwankenben Delichtungsverhält- mffen abhing.

Aus dem Reich.

Längerer Urlaub des ireichsministers Oarr6.

Berlin, 23. Mai. (DNB.) Reichsminister Darre hat aus gesundheitlichen Gründen einen längeren Urlaub angetreten. Der Führer hat für piefe Zeit den Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Herbert Backe mit der Führung der Geschäfte des Neichsministers und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft beauftragt.

Frontsoldaten unseres Gaues spenden für das OKK.

N^>G. Ein Bata'llonskommandeur aus dem Felde konnte an Gauleiter und i Sprenger berichten, daß am

1. Mm fern Bataillon in einer freiwilligen Samm­lung 15 000 RM. aufgebracht habe und dem ©au- leiter zur zweckentsprechenden Verwendung zur Verfügung stelle. Das Schreiben schließt mit den Sal;en:Mögen Sie, Gauleiter, aus dieser mit Ein­satzbereitschaft gepaarten Opferfreudigkcit die ®cx

nen wertvollen Kriegsgutes in die Hauptstadt Tschi­angkaischeks befördert worden. Die ZeitungNitschi Nitschi" erklärt, die Operationen in Tschekiang stell­ten eine entscheidende Ergänzung der Duennan- Kämpfe dar. Damit vernichteten die japanischen Streitkräfte den Traum der USA. und Englands, von China aus eine Gegenoffensive gegen 'Japan unternehmen zu können.

Kunst und Wiffenschast.

Lva Chamberlain gestorben.

In der Nacht zum Dienstag ist in Bayreuth Frau Eva Chamberlain im Alter von 75 Jahren gestor­ben. Sie war die Tochter Richard Wag- ners aus seiner Ehe mit Cosima Wagner und die Witwe des Kulturphilosophen Houston Stewart Chamberlain.

Henrichs SpieloperDie TNusici".

Als dritte Oper von Hermann Henrich, der neben einer Komponistentätigkeit die Fachschaft Kapell» meister und Orchestermusiker in der Reichsmusik» kammer leitet, brachte das Mecklenburgische Staats- theater in Schw erin die SpietaperDie Musici" aur Uraufführung. Der Komponist plaudert in emem selbstgeschriebenen Libretto ' .^fam aus der Schule des berufsstänibifchen Betreuers von Mu­ttern. In drei Zeitbildern, zwischen 1900 und 1940, jeweils um zwanzig Jahre getrennt und ohne eigentlich dramatische Handlung lehrstückähnlich an- einandergereiht, werden Standes- und Berufsfraqen der Musiker an praktischen Beispielen, z. T. recht