Schlachtenfolge von gewaltigstem Ausmaße und atemberaubendem Tempo vor uns abrollt, den Beweis dafür, daß die deutsche Kriegskunst berufen ist, nach dem höchsten Lorbeer zu greifen, weil sie schärfste Folgerichtigkeit des Denkens mit äußerster Kühnheit des Handelns verbindet.
Die Schlachtenfolge am Don hat sich entwickelt aus dem Durchbruch, den die deutsche Führung in dem Abschnitt zwischen Charkow und Kurst angesetzt hatte. Der Angriff gewann trotz der von den Sowjets stark ausgebauten Verteidigungsstellungen am Oskal überraschend schnell Boden. Schon am 3. Juli konnte das Oberkommando der Wehrmacht bekanntgeben, daß die feindliche Front in einer Breite von 300 Kilometer auf gerissen worden sei. Am folgenden Tage erreichten die Spitzen des deutschen Angriffskeils bereits den Don. ^Der Uebergang über den Fluß gelang zuerst dem nördlichen An- ariffsflügel am 7. Juli bei Woronesch am linken Donufer, womit die wichtigste Nachschubstraße Di- moschenkos und zugleich eine der wehrgeographisch bedeutendsten Verbindungslinien der bislang noch unbesetzten europäischen Sowjetunion überhaupt, die Bahnstrecke Moskau—Rostow, von den deutschen Truppen durchschnitten wurde. Am 8. Juli meldete der Wehrmachtbericht, daß der Durchbruch nach Süden stark erweitert werden konnte. Der deutsche Of- fensivstoß nahm nun die für die Gefamtoperationen charakteristische und entscheidende scharfe Wendung nach rechts und brachte mit einem gewaltigen Angriff in die aufgerissene feindliche rechte Flanke die Abwehrfront Timoschenkos Mischen Donez und Don ins Wanken. Der Drehpunkt blieb Woronesch, gegen das die Sowjets in diesen und den folgenden Tagen immer wieder mit starken Kräften anrannten, um in die linke Flanke des deutschen Stoßkeils einzubrechen. Der Versuch scheiterte an dem zäh verbissenen Standhalten der hier kämpfenden deutschen Divisionen, die wußten, daß von der Kraft ihres Widerstandes das Gelingen der Gesamtoperationen abhing. Dem deutschen Flankenstoß in den Raum zwischen Don und Donez war dagegen ein glänzender Erfolg beschieden. Timoschenko hatte offenbar die Gefahr, die seinem gesamten Südflügel drohte, erkannt und versucht, ihn noch rechtzeitig nach Südosten zurückzunehmen. Abör es war zu spät und weder Führung noch Truppen der Sowjets waren auch nur annähernd der schwierigen Aufgabe gewachsen, die der berühmt gewordene Tagesbefehl des Marschalls ihnen stellte, als er, um_ Einschließungen zu vermeiden, statt der bisher geübten Taktik sturen Widerstands und ohne Rücksicht auf die Höhe der Opfer immer wiederholter Gegenangriffe nun vorschrieb, in elastischer Verteidigung zurückzuweichen. Die Spitzen der mit ungeheurem Elan vorstürmenden deutschen Verbände warfen die sowjetischen Nachhuten aus ihren zäh verteidigten Stellungen und stießen tief in die feindlichen Rückzugsbewegungen hinein. Bereits am 16. Juli wurde die Eisenbahn, die vom Done.zrevier gen Osten nach Stalingrad, dem früheren Zarizyn, am Wolgaknie führt, von Schnellen deutschen Verbänden überschritten und damit die noch im Donezraum sich zur Wehr setzenden Sowjettruppen überflügelt, so daß schon am folgenden Tage Woroschilowgrad, die bedeutendste Stadt des Donezreviers, von deutscher Infanterie im Sturm genommen' werden konnte.
Der linke deutsche ÄngriffsMgel war inzwischen von Norden herab in den großen Don-Bogen vorgestoßen, dem er sich nach dem Wehrmachtbericht vom 20. Juli westlich von Stalingrad schon auf 80 Kilometer genähert hatte. Der Widerstand hier schnell herangeführter neuer Sowjettruppen wurde gebrochen, wie der gestrige Wehrmachtbericht meldete. Der deutsche Vormarsch in die Tiefe des Don-Bo - gens übernahm nun eine ähnliche Rolle wie die «deutsche Stellung bei Woronesch. Er sicherte -die Flanke der zum konzentrischen Angriff auf Rostow angesetzten deutschen und verbündeten Armeen vor einem Entlastungsstoß Timoschenkos von Stalingrad her. Nach der Ueberwindung des Donez in seinem Nordbogen zwischen Woroschilowgrad und Kamenskaja hatten die von Norden herabstoßenden deutschen Armeen mit den in östlicher Richtung durchgebrochenen Verbänden die Verbindung hergestellt und traten den Vormarsch auf Rostow, die große Industrie- und Hafenstadt am unteren Don, an. Gleichzeitig schob sich von Westen her über Taganrog der deutsche Angriff vor, so daß die mir -einem tiefgegliederten und stark befestigten Verteidigungsgürtel umgebene Stadt in großem Halbkreis umfaßt wurde. Nicht von Westen her am schmalen dichtbesiedelten Küstensaum des Afowschen Meeres und der Bucht von Taganrog entlang wie im vergangenen Herbst kam diesmal der Hauptstoß auf Rostow, wie es Timoschenko vermutlich erwartet hatte, sondern in mächtig ausholendem Bogen von Norden hatte die deutsche Führung das Städtegewirr des Donezreviers, das mit seinen Aschen und Industrieanlagen dem Feind für eine hinhaltende Verteidigung die besten Chancen geboten hätte, überflügelt und den deutschen Panzern und motorisierten Divisionen die Don-Steppe als Dor- marschgelände freigekämpft.
Mit dem Fall von Rostow ist ihre Sicherungsaufgabe im Donbogen gelöst, sind auch die gegen Rostow herangebrachten Verbände frei geworden. Der Heeresgruppe Timoschenko droht nun unmittelbar die Gefahr, in zwei Teile zerrissen zu werden, und Stalin steht vor der Frage, wie er die Verbindung mit den Kaukasusprovinzen aufrechterhalten will. Er soll selbst in Stalingrad eingetroffen fein, um mit dem Generalstabschef Schaposchnikow die Möglichkeiten einer Stabilisierung der sowjetischen Der- teidigung zu prüfen. Aber weder die weite Kal- mücken-Steppe, die die Kaspische Senke zu beiden Seiten des unteren Wolgastromer ousfiUIt, noch die Manytsch-Niederung, die von Nordwesten nach Süd- osten zwischen der Mündung des Don und dem Kaspischen Meer noch einmal einen tiefen Einschnitt am Fuße der Vorberge des Kaukasus bildet, bieten wesentliche natürliche Hindernisse, an die sich ein Verteidigungssystem der Sowjets anlehnen könnte, vorausgesetzt, daß die deuffchen Panzer- und motorisierten Verbände ihnen zum Ausbau eines solchen Zeit ließen. Das ungeheure Tempo der deutschen Operationen läßt den Sowjets kaum noch Hoffnung, auf einer erheblich verlängerten Front- link und in einem für die Verteidigung wesentlich ungünstigerem Geländx mit beträchtlich verkürztem Bestand an Menschen und Material mit Aussicht auf Erfolg sich einzurichten. In London und Washington scheint man die äußerst kritische Lage Timoschenkos, die die weitere Aktionsfähigkeit der Sowjets überhaupt problematisch macht, langsam zu begreifen. Aber trotz der immer drängender werdenden Hilfeschreie Stalins siebt es nicht so aus, als ob die viel beredete „Zweite Front" zur Entlastung der Sowjets in absehbarer Zeit aus dem Stadium des Planens und Erwägens herauskommen sollte. So hat die große Schlacht am Don erneut bestätigt, daß der in selbstbewußter Kraft ergriffenen deutschen Initiative und kühnen strategischen Entschlüßen der Feind nichts anderes entgegenzusetzen vermag als lähmende Ungewißheit und Hilflosigkeit.
Df. Fr. W. Lange.
Deutschland wurde herausgefordert
Reichspreffechef Or. Dietrich fertigt Hüll
Berlin, 24. Juli. (DNB.) Der amerikanische Staatssekretär des Aeußevn, Cordell Hüll, hieft über den amerikanischen Rundfunk eine Rede, die in ihrer demagogischen Verlogenheit und Heuchelei eine deutliche Antwort erfordert. Reichspressechef Dr. Dietrich erklärte dazu in einem Interview: „Wie alle diese Nullen, die unfähig sind, die Probleme der Gegenwart zu meistern, sich im Wölkenkuckucksheim der Zukunft bewegen, so befaßt sich auch Hüll im größten Teil seiner Rede mit der Organisation der Welt „nach dem Siege der Alliierten". Er erwähnt nur am Rande, daß für die unmittelbare Zukunft die wichtigste Frage ist, den Krieg zu gewinnen, und zwar ihn so bald wie möglich und entscheidend zu gewinnen, lieber das praktische „Wie" schweigt er sich aus und beschränkt sich auf die drohende Feststellung, deren offenbarer Zweck es ist, auf uns Eindruck zu machen und der Sowjetunion Mut einzuflößen: „Mr werden unseren tapferen Alliierten alle uns zur Verfügung stehende Unterstützung zuteil werden lassen. Wir werden aber auch unsere Feinde auffuchen und sie an jedem Punkt der Erde angreifen. Wir kennen das ungeheure Ausmaß der Aufgabe, die vor uns liegt* * Vorübergehende Rückschläge müssen und werden nicht zu Schwachheit oder Entmutigung Anlaß geben." Die Notwendigkeit einer so eindringlichen Aufklärung des amerikanischen Volkes über den Ernst der Lage, wobei Hüll sogar von einem „Derzweiflungs- kampf" spricht, ist außerordentlich bezeichnend für die Lethargie der breiten Massen und ihre Jnter- essenlosigkeit an Roosevelts Krieg."
Zu der Aeußerung Hulls, die Regierung der USA. habe sich unablässig bemüht, den Frieden auf der Grundlage der Nichteinmischung zu fördern, eine Ausweitung des Konflikts zu vermeiden und die USA. aus dem Kriege herauszuhalten, erklärte der Reichspressechef: „Ich halte mich an die Tatsachen. Die reaktionären Demokratien haben die Welt in den Krieg gestürzt. Ohne die verbrecherische Hetze des Antreibers Roosevelt und seiner Kreaturen, zu denen auch Hüll gehört, wäre der deutsch-polnische Konflikt auf dem Kontinent lokalisiert und geregelt worden, ohne die Völker einem neuen Weltkrieg zu überantworten. Heute erleben wir nun das widerwärtige Schauspiel, daß die gleichen Kreaturen, die in gemeiner Weise alles taten, um der Menschheit den Frieden zu rauben, jetzt im Namen der Menschlichkeit Moral predigen und die betragenen Völker aufs neue zu ködern versuchen, indem sie den Sieg der Plutokraten als Voraussetzung für die Sicherheit der ganzen Welt ^bezeichnen. Der Sieg Englands und Amerikas, die sich dem Bolschewismus verkauft haben, bedeutet für die Völker Europas nicht die Garantie des Friedens, sondern die Verewigung des Krieges und die Sicherheit des Unterganges."
ab.
Zu Hulls Erklärung: „Wir haben jede Provokation vermieden. Wir Amerikaner stehen heute im Kampf, weil wir angegriffen wurden", meinte der Reichspressechef: „Nein, sie wurden nicht unprovoziert angegriffen, sondern sie haben uns und unserer Verbündeten Notwehr unablässig und in unerträglicher Weise herausgefordert. Sie haben sich nicht in offener und ehrlicher, sondern in feiger und hinterlistiger Weise „durch eine Politik der Unterstützung für Großbritannien", wie Hüll selbst sagte, in unseren Kampf eingemischt.
Hüll stellt die These auf, daß der aus den Diktaturen geborene extreme Nationalismus das bedeutendste Hindernis gewesen sei, das dem menschlichen Fortschritt im Wege stand. Dazu sagte Dr. Dietrich: „Nicht der gesunde Selbsterhaltungtrieb und der nationale Lebenswille der jungen emporstrebenden Völker, sondern die Reaktionäre einer gesättigten plutokratischen Welt waren es, die jeden sozialen Fortschritt im Leben der Völker unterdrückt und in ihrem Blut erstickt haben. Auch heute wieder möchten diese Nutznießer menschlicher Rückständigkeit die Scheiterhaufen für die Kämpfe des sozialen Fortschritts errichten. Sie haben keine Ahnung von dem Erwachen eines neuen europäischen Geistes. Sie haben sich mit dem alles zerstörenden Bolschewismus gegen diejenige Zivilisation und Kultur verbündet, denen sie ihr eigenes Dasein und ihr Leben verdanken. An dieser Sünde wider den Geist wird auch das heutige Amerika zugrunde gehen.
Eowjetbomben auf schwedisches Gebiet.
Stockholm, 25. Juli. (Europapreß.) Nachdem bolschewistische Unterseeboote in den letzten Wochen zu wiederholten Malen völkerrechtswidrige Angriffe aus schwedische Schiffe durchgeführt hatten, haben die Sowjets die schwedische Neutralität nunmehr auch von der Luft her verletzt. In der Nacht zum Freitag überflogen zwei Sowjetflugzeuge Süd- schweüen und warfen Leucht- und Sprengbomben ab. In der Nähe der Stadt B o r g h o l m auf Oe- land richteten Sprengbomben Materialschaden an. Die schwedische Regierung hat ihren Gesandten in Kuibyschew beauftragt, gegen den Bombenabwurf zu proteftieren. In einer amtlichen Verlautbarung heißt es, daß fünf Sprengbomben ab geworfen worden seien, die Militärbehörden den Zünder einer schweren Bombe aufgefunden hätten, der mit sow- jetrussischen Buchstaben beschriftet gewesen sei. „Nya Dagligt Allehanda" berichtet noch, der sowjettus- sische Angriff Habe einem schwedischen Geleitzug gegolten, der zu dieser Zeit gerade den Kalmarfund in südlicher Richtung passiert habe.
Aus dem Reich.
Joseph Stolzing-Cerny gestorben.
In München ist im 74. Lebensjahr der nationalsozialistische Publizist und Kulturschriftsteller Joseph Stolzing-Cerny gestorben. In Wien geboren, kam I. Stolzing-Cerny schon frühzeitig in die groh- deutsche Bewegung, wurde kulturpolitischer Mitarbeiter der ersten großen antisemitischen Tageszeitung und wurde mit Georg Rittex von Schönerer, dem Führer der Großdeutschen, und Dr. Karl Lüger, dem späteren Bürgermeister von Wien, bekannt. 1902 gründete er in Berlin ein „Ausländisches Nachrichtenbüro" für die rechtsstehende Presse. 1914 rückte er als ungedienter Landsturmmann beim Wiener Hausregiment ins Feld, brachte es bis zum Fähnrich und erwarb sich das Goldene Verdienst-- kreuz. Im September 1919 wurde er Pressechef des dem Kappschen Unternehmen angegliederten deutschen Hochstiftes; als ihm Verhaftung drohte, ging er nach München. Im Februar 1923 wurde er in die Schristleitung des „Völkischen Beobachters" berufen, der er mit Dietrich Eckert, Alfred Rosenberg, Wilhelm Weiß und Josef Berchttold angehörte. Ende 1932 schied er infolge seines vorgerückten Alters aus, um sich ganz seiner schöngeisttgen Arbeit zu widmen. Enge Freundschaft verband ihn mit dem Hause Wahnsried. Er war wohl der erste Publizist, der bereits 1922 Adolf Hitler als den kommenden Mann Deutschlands bezeichnete. Im Kampf für die Bewegung brachte er sechs Wochen im Gefängnis zu. Er hatte die Mitgliedsnummer 699 der NSDAP., war Träger des Goldenen Ehrenzeichens der Partei und Inhaber der Goethe-Medaille. Der Führer hat für den Verstorbenen ein Parteibegräb- nis angeordnet.
Oer Führer beglückwünscht den Gauleiter.
NSG. Der Führer sandle Gauleiter und Reichssiatthalter Sprenger anläßlich seines 58. Geburtstages folgendes Telegramm: „Nehmen Sie zu Ihrem heutigen Geburtstage meine besten Glückwünsche entgegen. Adolf Hitler."
Empfang türkischer Journalisten durch den Gauleiter.
Auf ihrer Reise durch Deutschland kam die türkische Pressedelegation am Freitag in den Gau Hessen-Nassau. Nach einer Besichtigung des Verwaltungsgebäudes der IG. Farbenindustrie, des Rö- iners und der Frankfurter Altstadt folgten die türkischen Gäste am Abend einer Einladung des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger, der in seinen Begrühungsworten an die während des Weltkriegs bewährte Waffenbrüderschaft beider Völker und die danach gemeinsam ertragenen Schicksalsschläge erinnerte. Aus dem eigenen Wissen um den opferoollen Kamvf eines Volkes um feine Unabhängigkeit werd das türkische Volk auch dem von der nationalsozialistischen Revolution getragenen Reich und seinem Selbstbehauptungswillen Verständnis entgegenbringen. .Auf die Möglichkeiten hinweisend, die das Rhein-Main-Gebiet den Gästen für ihre Meinungsbildung über die Kraftanstrengung des deutschen Volkes in [einem Freiheitskampf biete, wünschte der Gauleiter, daß die Fahrt auch im Gau Hessen-Nassau zu ihrer vollen Zufriedenheit verlaufen möge. Generaldirektor Dr. Selim Sarper dankte herzlich für die liebenswürdige Aufnahme der türkischen Delegation in Frankfurt.
Oie ersten Bänder zur Ostmedaille.
Zu der vom Führer in Würdigung des heldenhaften Einsatzes während des Winters 1941/42 gestifteten Ostmedaille sind nun die ersten Bäirder verliehen worden. Das dunkelrote Band mit einem schmalen woih-fchwarz-weißen Streifen in der Mitte
wird jetzt fortlaufend verliehen werden, während die Anfertigung der Ostmebaillen noch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.
Oie Hitler-Jugend spart Spinnstoffe.
Reichsjugendsührer Axmann weist in einem Aufruf die Hitler-Jugend darauf hin, daß Spinn- stosse und Leder in erster Linie dem Soldaten Vorbehalten bleiben Müssen, die Jugend aber durch Einschränkung der eigenen Bedürfnisse zur Sicherung der kriegswichtigen Rohstoffe beitragen kann. Im Hinblick auf die Winterzeit werden die Sommermonate für das Ausbesiern der Kleidung und des Schuhzeugs aüsgenutzt. Der BDM. übernimmt in Nähstuben das Flicken und Stopfen, das Aen- dern und Bearbeiten aller Kleidungsstücke. Zugleich erfolgt die Ausbesserung und Pflege des Schuhzeugs. Im Sommer wird leichtes Schuhwerk jedem Jungen helfen, die festen Lederschuhe für den Winter zu schonen. Er wird jetzt die beste Zeit haben, diese instandsetzen zu lassen. Der Reichsinnungsverband für das SchuhmacherHandwerk hat dafür alle Vorbereitungen getroffen.
-Was geschieht mit unserem (Selb?*
Der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt, hat eine Broschüre „Was geschieht mit unserem Geld?" herausgegeben, in der er berichtet, wofür der Staat das viele Geld braucht und wie der Finanzbedarf des Reiches im Kriege gedeckt wird. Im ersten Weltkrieg 1914/18 sind nur 13 v.H. des gesamten Finanzbeoarfs des Reiches durch ordent- liche Einnahmen gedeckt worden, während es heute reichlich 50 v. H. sind. Damals verfügte das Reich nur über sehr ungenügende Steuerquellen, heute über solche, die bereits in den Vorkriegsjahren sehr aut entwickelt worden sind und die sich während des Krieges ausgezeichnet bewähren. Die Finanzlage des Reiches kann deshalb im gegenwärtigen Krieg zu einer Gefahr für die Währung nicht führen. Daran wird sich ohne Rücksicht auf die Dauer des Krieges nichts ändern. Von dem Volkseinkommen von gegenwärtig 120 bis 130 Milliarden RM. stehen zur Bil- düng von Kapitalvermögen monatlich 4 bis 5 Milliarden zur Verfügung. Aus diesem Teil des Äolks- eintommens flieht dem Reich laufend in Form von Kreditmitteln der Betrag zu, den es über die Steueraufkommen und andere ordentliche Einnahmen hinaus braucht. Der Zahlungsmittelumlauf ift zwar von 13,3 Milliarden RM. bei Kriegsausbruch auf rund 23 Milliarden Ende Mai 1942 ge- fliegen. Diese Zunahme ist aber eine durchaus natürliche, erforderlich geworden durch die Eingliede- rung neuer Gebiete, durch das Steigen des jährlichen Volkseinkommens seit Beginn des Krieges um 30 bis 40 Milliarden RM., durch das Steigen des Geldzeichenbedarfs der Wehrmacht, durch die erschwerten Derkehrsverhültnisse usw. Wer böswillig oder leichtfertig davon schwätzt, es werde im nationalsozialistischen Staat eine Inflation kommen, der sei ein Verbrecher.
Kleine politische Nachrichten.
Der Stabschef der SA., Viktor Lutze, erstattete in Begleitung dess Chefs des Hauptamtes Führung der Obersten SA.-Führung, Obergruppenführer I ü 11 n e r, dem Führer im Führerhauptquartier Bericht über die Tätigkeit und den Einsatz der SA. im Kriege.
*
Staatssekretär Backe hat im Einvernehmen mit dem Reichsführer-ff den Amtschef im Stabshaupt- crmt des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums, ff-Öberfturmbannf üf>er Diplom- landwirt Hiege, zum Leiter der Abteilung VIII (Ländliche Besiedlung der neuermorbenen Gebiete, Neubildung deutschen Bauerntums im Altreich) im
Oie deutsche Schwester.
Von Bruno Brehm.
Der Dichter Bruno Brehm, auch un* seren Lesern durch zahlreiche Beiträge bekannt, hat soeben zu seinem 50. Geburtstag zahlreiche Ehrungen erfahren.
Wie ungleich ist doch das Los, das Mann unb Frau im Kriege zuteil wird. Dem einen die Tat, der Ruhm, das Handeln, das Bluten und Sterben, der anderen das Warten, das Bangen, das Hoffen, das Helfen und das Trauern. Nichts scheint vorne bei den Soldaten so ferne und fremd, wie die Stimme einer Frau. Wenn unsere Leute Briefe schreiben oder empfangene Briefe von daheim lesen, bann ändert sich ihr Gesicht, dann liegt es wie ein fremder Schein auf ihren in sich gekehrten Zügen. Und wenn wir einen Blick in die Briefe der Gefallenen tun, bann ist es uns, als hielten wir die nun so jäh abgerissenen, hauchzarten Fäden in der Hand, die jene ein ft mit dem verbanden, was ihnen das Liebste war.
Wenn wir an der Spitze der endlosen Reihen russischer Gefangener jene Frauen in Stiefeln und Uniformen schreiten sehen, weitausholend den Schritt, um mit den Männern marschieren zu können, dann wandten wir uns ab, als schauten wir etwas, was man nicht fehen soll: wie diese Frauen zu den Waffen gegriffen hatten, um an der Seite der Männer gegen uns zu fechten. Sie hatten alles von sich ge< warfen, was weiblich ist und was der Mann achtes sie waren zu Flintenweibern geworden und sie hatten ihr eigenstes Wesen verraten. Ihre Gesichter keine Frauengesichter. Auch sie waren von jener fürchterlichen Maschine erfaßt und um geformt wor. den, die dieses ganze Volk so grauenhaft verändert hat.
Da vorne, wo gekämpft, verwundet, getötet und vernichtet wird, ist nach unserem Empfinden nicht der Platz der Frau. Mr glauben zwar nicht, daß die Frau nicht ebenso leicht und bereitwillig die Schmerzen der Wunden ertrage wie der Mann, daß sie nicht verstehe, genau so furchtlos und mutig dem Tode ins Auge zu sehen wie er. Ist sie doch ihrem Wesen nach bestimmt, mehr zu leiden als der Mann, bei jeder Geburt dem Tode ins Auge zu sehen und imtner wieder die Qualen der Wehen zu erdulden. Aber die Frau blickt dem Tode ins Auge um b e s Lebens willen, sie nimmt ben Kampf nicht auf , um zu töten, sondern um zu gebären. Sie hat ihrem ureigen ft en Auftrag nach nicht zu vernichten, sondern zu erhalten, sie hat nicht zu verderben, fon< dem zu retten.
Und jeder Verwundete, der ihren sorgenden, Ittm ' dernden und helfenden Händen sein fast verflackern« ' des Leben als neues Geschenk verdankt, ist ihnen eirt ’ Kind, das sie wiedergeboren. Er ist ihnen dankbar und undankbar, er ist zu ihnen nicht anders, als eben Kinder zu den Müttern sind: wenn sie in Not sind, kommen sie gelaufen, wenn es ihnen gut geht, vergessen sie die Mutter, fühlen sich stark und kühn, wissen aber doch, daß sie, kommt die Not, die Eins samkeit über sie, wieder zu ihrer Mutter laufen, sich den Finger blasen, sich das Haar streicheln, sich die heiße Stirn kühlen lassen können. Dann rufen sie hn Fieber nach der Schwester, bann lassen sie sich den Kopf besser betten, bann bitten sie bie Schwer fter, ihnen an die Frau, die Braut, an die Geliebte zu schreiben, dann danken sie, wie sie als Kind gedankt haben, denn in ihrer Hilflosigkeit sind sie ja alle wieder zu Kindern geworden, selbstsüchtig wie Kinder, launisch wie Kinder und mit dem Lächeln der Kinder, das ihr einziger Dank ist.
Und diese Mädchen, Mütter und Schwestern zugleich, helfen und nehmen den kleinen Dank und geben den fernen Frauen daheim das Leben der Söhne, Männer und Geliebten wieder. Auf der Fahrt zur Front empfangen unsere Soldaten meist . üoch bas aus den Händen der Schwestern, was
Reichs Ministerium für Ernährung und Landwirt« schäft, und ff-Oberführer Pros. Dr. Konrad Mayer zum Planungsbeauftragten für die Siedlung und ländliche Neuordnung bestellt.
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Der Ritterkreuzträger Hauptmann Heinz Krahh Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, ist vor dem Feinde geblieben. Er hatte schon an bett Kämpfen der „Legion Condor" in Spanien teUget nommen und sich dann im Jagdgeschwader Richt« Hosen ausgezeichnet.
In diesen Tagen kehrte Kapitänleutnant Witte! mit seinem U-Boot aus amerikanischen Gewässern zurück und konnte die Versenkung von 73 678 BRT< feindlichen Schiffsraums melden: Damit hat bei? junge Kommandant bie höchsteVersenkungs- Ziffer erreicht, die bisher von einem deutschen S U-Boot in diesem Kriege als Ergebnis einer Fahrt im amerikanischen Operationsgebiet gemeldet wer-» den konnte. - 1
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Nach Meldungen aus Austtalien sind japanischs Truppeneinheiten auf Neu-Guinea, und zwar an der Nvrbküste Papuas bei der kleinen Hafen-, stabt Buna gelandet. Die Landung bedeutet eins j neue Bedrohung von Port Moresby, das mit Bunol * durch eine Bahnlinie verbunden ist.
Anläßlich des 10jährigen Bestehens der Einheit-« Partei Mandfchukuos, „Kiowakei" (Concordiaver« band), stattete der deutsche Gesandte in Hsinking, Dr. Wagner, dem General Miyake, dem Führer ! des Concordiaoerbandes, einen Besuch ab, bei beim ’ er die Glückwünsche der NSDAP, überbrachte.
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Der Präsident des Informationsamtes der fapax nischen Regierung, Tanik, gab bekannt, daß eine weitgehende Zufammenleaung der führenden japa- nischen Zeitungen beschlossen sei. Danach werden m Tokio bie beiden Zeitungen „Pomiuri" und „Hob> schi" und die beiden Zeitungen „Miyko" und „Ko< kumin" vereinigt.
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_3n Khartum, der Hauptstadt der anglo-ägyptischen Sudans, wurden Personen verhaftet, die ttotz englischen Verbots versucht hatten, eine „sudanesische Kongreßpartei" nach indischem Muster zu grünten, deren Programm unter dem Zeichen „Der Sudan den Sudanesen" auf die sudanesische Unabhängigkeit nach dem Kriege zielt.
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Der Bulgarische National»S portv erbanb hat den deutschen Gesandten in Sofia, SA.-Obergruppem führe r Beckerle, zu seinem Ehrenmitglied ernannt.
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lieber vermögensrechtliche und einige anders ftnanzielle Fragen des ehemaligen jugoslawischeit Staates ist nach Verhandlungen zwischen Deutsch« land, Italien, Bulgarien, Kroatien und Ungarn ein Abkommen zustandegekommen. Die serbischen Interessen wurden durch das Deutsche Reich wahrgenoMB men.


