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Briefe in Bareiros Hand Roman von Anna Elisabet Weirauch Rechte durch Carl Duncker Verlag, Berlin W 35.
Ich habe mich über dein Glück gefreut, ich habe dir das Opfer gebracht, mich von deinen Briefen zu trennen, die mich durch mein Leben begleitet haben. Und nun du sie in Händen hast und ich dich um eine kleine Gefälligkeit bitte, hast du nichts als ein schroffes .Nein< und eine Beleidigung als Zugabe.
„Ich wollte dich nicht beleidigen, wirklich nicht, und wenn ich dir sonst irgendeinen Gefallen tun kann, nur nicht, dich mit meinem Mann zusammen- bringen — und mit den Kindern, das kann ich nicht! Das mußt du doch einsehen! Wenn ich gemuht hätte, daß du die Absicht hast hierzubleiben, ich hätte mich gar nicht aus ein Wiedersehen eingelassen, ich dachte, du bist auf der Durchreise hier."
„Weiß ich, wo ich bleibe? Wie lange ich bleibe? Ich würde sogar abreisen, um dir einen Gefallen 3U tun, aber ich weiß im Augenblick wirklich nicht, wie ich das ermöglichen soll, es geht mir grade mal wieder nicht besonders."
„Wenn ich dir dazu helfen kann." Irmelas Gesicht ist blaß bis in die Lippen und ihr Herz hämmert. „Du mußt nicht etwa denken, daß ich über große Mittel verfuge, aber ich kann dir natürlich das Geld für eine Reise geben, vorstrecken, wenn 4... 4.-- "
reiner Zufall, daß sein ausweichender Blick über sie hingeht und an ihrer Kette hängenbleibt: sonderbar, hat er diese Kette nicht schon einmal gesehen? Sie in Händen gehalten? Es ist wirklich von ihm nichts als ein Versuch abzulenken, wenn er plötzlich davon spricht: „Sag' mal, was hast du da für eine Kette? Ist das die große Mode?"
„Die Kette?" Ihre Fingerspitzen tasten unwillkürlich darüber hin. „Große Mode? Das glaube
Drohungen. So handelt ein Schuft.
Der Gedanke kommt ihm erst, wahrend er ihn ausspricht. Und gleichzeitig fühlt er etwas wie Reue, öaB er ihr so bedingungslos die Briefe ausgehaw biqt hat, nur um eine gute Einführung zu haben, die sich nun nicht lohnen soll. „Ich bin in meinem Leben immer zu anständig gewesen, und die gleiche Anständigkeit habe ich bei anderen vorausgesetzt.
mit dir!"
„Am allerletzten mit mir
„Am Brunnen vor dem Tore...
Zur 1. Straßensammlung im Kriegshilfswerk für das OKK
Freizeit wird zur Erntehilfe. x
Sie Landfrau braucht Hilfe. — Arbeiten, die jede Städterin bewältigt.
Von Dr. Ilse Buresch-Riebc.
Mann", stammelt sie verwirrt. „Und Ichon gar nicht in geschäftlichen Dingen, ich kümmere mich nie darum und ich verstehe auch nichts davon."
„Brauchst du ja auch nicht! Ich will gar nicht, daß du mich vorschlägst, wenn er einen kleinen Kontorangestellten sucht. Es wäre besser, wenn du mich ins Haus lädst, wenn er mich ohne Vorurteil kennenlernt obet besser gesagt, die Bekanntschaft erneuert, dann werde ich schon zu gegebener Zeit selber für mich das Wort führen!"
Nein!" sagt Irmela wie gejagt. „Dem, nein, nein! Ich will es nicht! Ich fände es geschmacklos — unb überhaupt —"
„Muß ich dir erst versichern, daß ich schweigen Fann9" fragt er vorwurfsvoll und dämpft die Stimme noch mehr. „Es ist doch selbstverständlich, daß niemand etwas erfährt — von unseren früheren Beziehungen. Und ich gebe dir mein Ehrenwort, daß ich nicht den geringsten Versuch machen werde, deine Seelenruhe in Gefahr zu bringen."
Ach darum handelt es sich ja gar nicht! Jr- meia preßt verzweifelt die Handflächen ineinander. ,Meine Seelenruhe ist nicht in Gefahr zu bringen, aber ich will kein Geheimnis haben, nicht das ge- ,
der elsässische Dichter Eduard Reinacher, hat das ballabeske Geschehen in neun knappe, scharf um- rissene Bilder umgegossen. Kauffmann yat seine Musik auf volksliedhaften Anklängen aufgebaut die leitmotivisch bas Werk durchziehen und in einer handwerklich meisterlichen^und durchaus modernen Instrumentierung das Gepräge starker Verinnerlichung tragen. Gegenüber dem musikdramatischen Stil Richard Wa>
unsichtbare a-cappella-Chöre wirkungsvoll zur Seite stellt. Generalmusikdirektor Roßbaud hatte das Werk mit Sorgfalt einstudiert. Als Spielleiter wirkte Jürgen Fehling (Berlin) als Gast. >
Hans Reich. ‘
Lin neues Lustspiel Viktor de Komas.
Im Zyklus schlesischer Dramatiker brachte das Stadttheater Görlitz als Uraufführung ein neues Lustspiel von Viktor de Kowa „Eifersucht i st eine Leidenschaft" heraus. Der Autor hat für das Stück, das rein aus dem Schauspielerischen geboren ist, eine originelle Geschichte um die Ver- bürofratificrung der Ehe ausgedacht, in der zwei Manner durch Eifersucht aus ihrer eingeschläferten Liebe aufgeweckt werden. Die Hauptrolle hat sich Viktor de Kowa sichtlich für den eigenen Gebrauch nach Maß gearbeitet, und es wird vermutlich nicht allzu lange dauern, bis wir aus seinem Munde die kleinen Liebenswürdigkeiten zu hören bekommen, mit denen er sein Stück ausgestattet hat. Die knappe Handlung, in einen lockeren und spritzigen Dialog gekleidet, lebt in einem beschwingten Stil. Die Gör- litzer Uraufführung entsprach dieser Voraussetzung in glücklicher Weise. Der überaus herzliche Beifall galt in besonderem Maße dem Autor, der selbst vor dem Vorhang erschien. Helmut Thomas. Kulturpreis der Siabt Salzburg für Lefar Bresgen.
Die Stadt -Salzburg wird künftig in jedem Jahr einen Kulturpreis im Betrage von 7000 RM. an schaffende Künstler verleihen, deren Wirken mit dem Gau Salzburg verbunden ist. Zum ersten Male wurde er während der Gaukulturtage der Hitler- Jugend an den Komponisten Cesar Bres- gen verliehen, der als Leiter einer Kompositionsklasse an der Reichshochschule für Musik „Mozarteum" und der Musikschule für Jugend und Volk in Salzburg tätig ist. Bresgen ist durch zahlreiche instrumentale und vokale Werke vor allem in Zusammenhang mit der Hitler-Jugend bekannt geworden. Seine kürzlich in Straßburg urauf geführte erste Oper „Dornröschen" ist stark beachtet worden.
Händels Oper „Theseus" in neuer Gestalt
Die Göttinger Händelgesellschaft hat auch im Kriege ihre Arbeit fortgesetzt. Nachdem sie 1940 die Händel-Oper „Ariadne" herausgebracht hat. wird nunmehr in ihrem Auftrage Handels „2he seus" (komponiert 1712) erscheinen. Die Herausgabe hat Professor Dr. Hermann Zenck in Got fingen übernommen, die Uebersetzung Dr. Enii.l Baroffio-Dahnk in Novara (Italien).
NSG. Wohl kaum etwas spiegelt plastischer und beredter die deutsche Vergangenheit als unsere alten Stadttore. Es sind Denkmäler historischer Größe, Abbilder der Geschichte und traditionelles Vermächtnis einer uralten Kultur.
Zahlreiche Sagen sind mit unseren alten Stadttoren verknüpft, und unzählige Lieder weiß der Volksmund von ihnen zu singen./Ob es nun der „Brunnen vor dem Tore" ober die blitzblanke „Lore oar dem Tore" ist, — immer wieder wird die Romantik des alten deutschen Stadttores in unseren Liedern einen Widerhall finden.
Und wer einmal im September, wenn sich das Weinlaub herbstlich zu roten beginnt, durch das alte Rothenburg ob der Tauber gewandert ist, ober roer angesichts der Waterkant die alten Backstein-
meiertum mißachtet werden.
Heute, wo uns jedes Menschenleben besonders kostbar ist, ergeht an jeden Schwimmer oder Nichtschwimmer die Aufforderung, bei Benutzung der Bäder und Badestellen größte Vorsicht zu üben und die Vorsichtsmaßnahmen und Anordnungen aller verantwortlichen Stellen strengstens zu beachten. Es darf nicht vorkommen, daß dem Vater, der draußen an der Front fjjr die Zukunft unseres Vaterlandes kämpst, sein Liebstes in der Heimat durch den Tod des Ertrinkens vorlorengeht. Das bringt für uns alle die Verpflichtung mit sich, daß wir selbst nicht nur Vorsicht beim Baden wallen lasten, sondern darüber hinaus auch unseren Nächsten durch aufklärende Worte zu gleicher Vorsicht veranlassen. Denn nur durch die tätige Mitarbeit aller Volksgenossen wird es gelingen, den nassen Tod in Deutschland zu bannen.
Kleiderkarten gelten im ganzen Reich.
Die Reichsstette für Kleidung hat aus verschiedenen Teilen des Reiches immer wieder Klagen darüber erhalten, daß der Einzelhandel die Abgabe von Textilwaren auf Reichskleidertarte oder Bezugscheine an Ortsfremde verweigert. Auf Anweisung der Reichsstelle hat die Fachgruppe Bekleidung, wie die Textilzeituna mitteilt, ihre Mitglieder nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Reichskleiderkarten und Bezugscheine im gesamten Reichsgebiet ausnahmslos einheitliche Geltung haben. Lediglich in Ausnahmefällen, in denen ortsfremde Verbraucher in offenbarer Hamsterabsicht in einem Umfange einkaufen, der ihren persönlichen Bedarf übersteigt, kann die Abgabe von Waren mengenmäßig beschränkt und den Käufern ein Personalausweis abverlangt werden. So erwünscht es an und für sich auch ist, daß ortsfremde Verbraucher ihren Bedarf an bezugsbefchränkten Spinnstoff- roaren tunlichst in ihren Heimatorten decken, darf unter keinen umständen der Eindruck erweckt werden, als würde der Grundsatz der Gültigkeit der Reichskleiderkakte und des Bezugsscheins im ganzen Reichsgebiet verlassen.
Sie Beitragsleistung zur Invalidenversicherung.
Aus Grund der Zweiten Lohnabzugsoerordnung vom 24. 4. 1942 wird die Beitragsleistung zur Invalidenversicherung für versicherungspflichtig Beschäftigte durch Entrichtung von Beitragsmarken am 28. d. M. eingestellt. An ihre Stelle tritt bas Ein- zugsverfahren, d. h. die zur Invalidenversicherung zu enttickstenden Beiträge werden zusammen mit den anderen Sozialversicherungsbeiträgen von den i Allgemeinen Ortskrankenkassen bzw. den Betriebskranken- oder Ersatzkassen eingezogen. Für die = Selbstversicherten, die freiwillig Weiterversicherten - und die unständig Beschäftigten gilt diese Regelung - nicht. Für sie sind nach wie vor Beitragsmarken in > ordnungsmäßig ausgestellten Quittungskarten zu verwenden.
außer den vom Steuerabzug erfaßten Einkünften noch andere Einnahmen von mehr als 300 RM. im Jahr bezogen hat. In der Regel ergibt sich gegenüber dem Steuerabzug eine Mehrsteuer. Die Zahlung dieser Mehrsteuer kann eine unbillige Härte fein. Die Finanzämter werden deshalb ermächtigt, die Mehrsteuer auf Antrag teilweise zu erlassen. In vielen Fällen ist auf der Lohnsteuerkarte 1941 ein steuerfreier Betrag für außergewöhnliche Be-- laftungen in voller Höhe der Aufwendungen eingetragen worden, wenn die Aufwendungen die Son- derbelastungsminbestgrenze überstiegen haben. Nach dem neuen Recht wird nur der Teil der Aufwendungen als außergewöhnliche Belastung be» rücksichttgt. Bei anderen Arbeitnehmern ist auf der Steuerkarte 1941 ein steuerfreier Betrag für eine Hausgehilfin eingetragen worden, wenn in seinem Haushalt mehr als drei minderjährige Kinder gelebt haben- Nach den neuen Bestimmungen wird jedoch ein steuerfreier Betrag nur gewährt, wenn mindestens drei Kinder unter 14 Jahren im Haushalt leben. Auch in diesen Fällen kann eine Mehrsteuer auf Antrag erlassen werden.
18. Fortsetzung. «Nachdruck verboten.)
Irmela ist immerhin noch imstande, klarurG t°- gisch au denken und als er versichert, daß sie Die Wae Frau für ihn sei, heute noch, die einzige, di^ihm Halt hätte fein .tonnen, Erwiderung: „Du vergißt etwas > fagt fie Eopjia) telnb, „nämlich, daß ich nicht mehr dieselbe bm, die 4ch damals war, ich war eine Null. Wenn ich ein Mensch geworden bin, der dir "V ^yllbrcchi Weise begehrenswert erscheint dann hat ZUbre^t Sierinck mich dazu geformt (Er. ift eme fo ftarte Persönlichkeit, daß er unwillkürlich ledem Mei Mn seiner Umgebung seinen Stempel aufdruckt, uno seiner Frau natürlich besonders.
Nach dieser ernsten Erklärung ist esmp unangebracht, noch langer von her ebene
Liebe zu reden. Und es ist außerdem die gegebene Ueberleitung zu dem, was Bareiro auf , ,-^st-
liegt, und was er über feinem eigen Zie-
lichen Gefasel fast vergessen hat. „Albrecyl rinck", wiederholt er mit etmas achtung. „Ja, das ist der
Was der Bauer und die Bäuerin in diesen kurzen Sommermonaten nicht schaffen, werden wir im kommenden Winter weniger zu essen haben. Das ist eine harte Wahrhell, und sie ist das Gesetz, unter das wir unser Handeln in diesem Sommer stellen müssen.
Noch ist vielen Frauen trotz der Kriegszeiten em schöner Ferienaufenthalt gegönnt. Sie sind in das deutsche Land hinausgefahren und sehen um sich herum das Landvolk in strenger und harter Arbeit schaffen. Kaum daß sich die Bäuerin einmal Zeit nimmt, über die blühenden Wiesen zu schauen! liebevoll werden die Sensen durch das frische Gras geschwungen, die Mägde und Frauen stehen von fünf in der Früh bis aut sinkenden Dämmerung und wenden das Heu: könnte da nicht manche Frau aus der Stadt mit zupacken? Ist es nicht fast unmöglich, müßig daneben zu stehen? Gewiß, viele Ferienfahrerinnen sind schon längst dahintergekommen, daß man sich auch bei körperlicher Arbeit in frischer Lust glänzend erholt, sie helfen in diesem Jahr ihren Gastgebern nicht zum ersten Male. Kameradschaftliche Hilfe, mit Maß unb Ziel betrieben, schadet niemanden. Keiner erwartet, daß eine Städterin, die zur Erholung auf dem Lande ist, null genau so unerbittlich in den Sielen liegt wie die Bäuerin selbst, die übrigens das Wort Erholung mindestens seit Kriegs beginn oder schon länger nur vom Hörensagen kennt.
Es gibt unter den berufstätigen Städterinnen so viele, die in der Woche sehnsüchtige Blicke aus dem Fenster werfen und sich in Gedanken nichts Schöneres ausmalen können als eine Sommerwiese mit Schnittern ober einen Bauerngarten voller Erdbeerbeete und Beerenbüsche. Wie wäre es, wenn sie sich einmal umhören würden, ob sie nicht zum Wochenende am Stadtrand oder bei einem Gärtner als Hilfe willkommen wären? Auch die Gärtner in den Städten sorgen ja heute für unsere Küche. Sie haben die Blumenzucht zugunsten des Gemüseanbaues aufgegeben und machen sich bei stark verminderten Arbeitskräften viel Mühe und Arbeit. Jeder Gärtner könnte noch Hilfe gebrauchen zum Gießen und Sprengen, zum Abschatten der Früh- beete und Glashäuser, zum Jäten und Pflücken, zum Herrichten der Gemüse für den Verkauf. Die
ich nicht, gefällt sie dir ? Willst du sie haben? Ich habe nicht viel Schmuck, wirklich nicht, sonst könntest du ihn bekommen, ich mache mir gar nichts daraus."
„Aber, Irmela, ich bitte dich!" wehrt er entrüstet. „Was denkst du eigentlich von mir? Ich habe nach der Kette gefragt, weil mich das Muster interessierte."
„Willst du sie dir ansehen? Bitte!" Sie löst das Schloß und legt die Kette auf das Tischchen. „Sie hat sicher einigen Wert, ich verstehe nichts davon, es sind auch ein paar Steine darin, soll ich sie dir schenken? Ich tu es gern!"
„Aber das kommt gar nicht in Frage!" lacht er ärgerlich „Sie ist sehr schon." Ein paar Sekunden hält er sie prüfend aüf den Fingerspitzen, „Und sie kommt mir sehr, sehr bekannt vor!"
Das kann natürlich nicht fein. Es ist eine Ausrede von ihm, um Irmela zu veranlassen, sie ab» zulegen — um die Steine zu prüfen, ober das Gewicht Au schätzen. Sie weiß, baß dieses Stück nur einmal existiert.
„Behalte sie, wenn sie dir gefällt!" stößt sie tonlos hervor. Sie ist einem Erpresser in die Hände gefallen — und diesen Mann hat sie einmal geliebt. Das ist eine Tatsache, die sie nicht wegleugnen kann — und es ist entsetzlich beschämend. Bei alledem hat sie noch Mitleid mit ihm, er muß grauenhaft tief gesunken sein, und es ist immerhin nicht unmöglich. daß sie zu einem Teil die Schuld daran trägt. Oh, sie könnte ihn auf den Knstn anflehen, abzureisen, nur recht, recht weit! Nur ihn niemals wiedersehen! Nur nie erfahren, was aus ihm geworden ist.
I Mit zitternden Händen wühlt sie in ihrer Tasche, • kritzelt ein paar Zeichen in ihr Scheckbuch, halb unterm Tisch, reißt das Blatt heraus und schiebt es ihm hinüber.
„Bitte, nimm das, du tust mir einen Gefallen, wenn du es nimmst."
„Aber, Irmela! Ich denke nicht daran!" (Fortsetzung folgt)
Aus der Stadt Gießen.
Der nasse Tod.
„Wasser hat keine Balken", so lautet ein alles Sprichwort, das uns noch aus einer Zell überliefert ist, in der es zur Seltenheit gehörte, wenn jemand etwas vom Schwimmen verstand. Man hört aus diesen Worten das tiefe Mißtrauen und die Furcht heraus, die jeder' Nichtschwimmer dem nassen Element zunächst einmal entgegenbringt In die heutige Zeit wollen diese warnenden Worte nicht so recht passen. Denn die heutige Generation ist gut Freund mit dem Wasser und hat es im allgemeinen gelernt, seine Gefahren als Schwimmer zu meistern. Heute ziehen an schönen Sonnentagen viele Menschen hin- aus an die Flüsse und Seen ihrer Heimat, um im Wasser Erholung und darüber hinaus beim Schwimmsport neue Kräfte zu sammeln.
Man sollte nun meinen, daß aus diesem Grunde der Tod durch Ertrinken in Deutschland ganz selten geworden sei. Das ist aber nicht der Fall. Immer wieder geben im Sommer zahlreiche Zeitungsnotizen davon Kenntnis, daß der nasse Tod ein neues Opfer — und zwar nicht nur immer unter den Nichtschwimmern —.gefordert hat. Ueberprüft man diese Unfallberichte genauer, so läßt sich oft genug feststellen, daß es der eigene Leichtsinn und die übergroße Waghalsigkeit waren, die zum Tode des Ertrinkens geführt haben.
Leichtsinnig ist derjenige, der erhitzt in das Wasser geht, der mit vollem Magen habet und schwimmt, der mit Kopfsprung in ihm unbekannte Tiefen springt, btt mit inneren Ohrenverletzungen taucht, der an Krampfzuständen leidet ober feine eigenen Kräfte überschätzt. Diese Gefahren, die das Wasser auch für den Schwimmkundigen bereithält, sind oft genug warnend in der Öffentlichkeit herausgestellt worden. Trotzdem kann man immer wieder beobachten, daß sie aus Leichtsinn, Angeberei und Kraft-
nächste Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft steht gern zur Auskunft darüber zur Verfügung.
Eine praktische Frau, selbst wenn sie bis dahin ausschließlich städtische Verhältnisse gekannt hat, sieht doch mit kundigem Blick, wo Hilfe fehlt: sie ergreift stillschweigend Hausgerät ober Flickkorb, sie wird auch nach einiger Uebung mit Hacke und Gießkanne umzugehen verstehen. Gewiß,, ungewohnte Arbeit macht zuerst müde, aber wenn man sie gern und eifrig tut, bann vergehen die Müdigkeitserschei- nungen von selbst und ein nie gekanntes Kraftgefühl, ein Gefühl ber inneren Sefriebigung unb Schaffens- freube überkommt den Menschen.
Auch ältere Frauen, denen die körperliche Arbeit vielleicht sauer wird, brauchen sich deshalb von ber Erntehilfe nicht auszuschalten. Sie könnten ideale „Kindermütter" werden, wenn sie sich rings aus ber Nachbarschaft die Kinder ber vielbeschäftigten Land- stauen und Bäuerinnen^ holen und sie über Tag hüten würden. Sie können auch im Haushalt der Nachbarin nach dem Rechten sehen, können für die Mahlzeiten sorgen und das Geschirr säubern. Wenn wir immer daran denken, daß zu den Siegen unserer Soldaten unsere Arbeit kommen muß, um den Krieg zu bestehen unb den Endsieg zu erringen, bann kann uns keine Arbeit au gering ober zu schmutzig sein. Es kommt gerade in diesem Jahr barauf an, baß bie Bäuerin im Haus und bei den Kindern Hilfe bekommt, denn draußen auf dem Feld sind zum großen Teil Fremdarbeiter beschäftigt, die ständiger Aufsicht bedürfen, wenn die Arbeit voran kommen soll. So ist auch die Bäuerin mehr denn je trotz aller Hilfskräfte durch die Feldarbeit gebunden. Ein wichtiges Kapitel ift hierbei auch das Einmachen, das viele Stunden am Herd erfordert, nachdem Pflücken unb Herrichten der Früchte geschafft sind. Wenn man bas Vertrauen der Frauen gewinnt, denen man helfen will, bann werben sie willig auch diese verantwortungsvolle unb zeitraubende Arbeit abtreten. Größte Sorgfalt unb entsprechende" Kenntnisse sind allerdings Bedingung. Auch dabei steht bas Frauenwerk gern mit Rat und Tat zur Seite: von den Ortsgruppen ber Abteilung Volkswirtschaft — Hauswirtschaft sind Einmachrezepte und praktische Winke erhältlich.
Ein Wort noch zu der ersten Begegnung zwischen
tone des Nordens, uln die der klare Seewind wehte, gesehen hat, dem werden sich diese Monumente deutscher Baukunst unvergeßlich ins Gedächtnis eingeprägt haben.
In der 1. Straßensammlung im Kriegshllfswerk für das Deutsche Rote Kreuz wird uns eine Zusammenstellung alter deutscher Stadttore angeboten werden Diese Abzeichen werden nicht nur eine Freude für Liebhaber, sondern darüber hinaus für groß und klein sein. Und wenn die Sammler diesmal an uns herantreten, bann wollen mir an das Wort des Führers denken, der einmal gesagt hat: „Es gibt keinen besseren Dank für den Einsatz unserer Soldaten, als vor allem mitzuhelfen an der Heilung ihrer Wunden." /
Kunst und Wissenschaft.
Kauffmanns „Geschichte vom schönen Annerl".
Als Uraufführung brachte das Theater der Stadt Straßburg bie Oper „Sie Geschichte vom schönen Annerl" des elsässischen Komponisten Leo Justinus Kaufs mann heraus. Dem Werk liegt bie Novelle bes Romantikers Clemens Brentano zugrunde, bie im schlichten märchenhaften Volkston das Schicksal des Bauernburschen Kaspar erzählt, der in den Krieg zieht und seine Liebste zu- rückläßt, die bann ben Verführungskünsten eines Grafen erliegt und wegen Kindesmordes ben Tod durch das Schwert erleidet. Der Textbuchoerfasser,
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mal, Irmela, da fällt mir eben ein, Nicht vermitteln, daß id) bie alte ■hier- ihm wieder etwas auffrische? 3ch ®a g geblieben, aber nicht befdfif WÄ S& » einen Posten, ben ich ausfulle, unb Albrecht füllt, wenn irgend jemand, bann fan eigentlich
Sierinck ben verschaffen, und du hast eigcniuaj etwas an mir gutzumachen. Herzens.
Irmela erschrickt dis M bje T ef h meinen „Ich - ich habe sehr wenig Einfluß auf mei
Stil Richard Wagners wird hier ein Opernstil erprobt, ber seine Formen von ber absoluten Musik wie vom Oratorium hernimmt und den Solopartien
Arn 27. und 28. Juni findet ipe erste Straßensammlung tm Dienste bes Kriegshilfswerkes für bas Deutsche Rote Kreuz statt. Angehörige des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Arbeitsfront werden Abzeichen aus Trolitul, Zink ober Pappe anbieten, bie deutsche Stadttore barstellen.
(Scherl-Bilderdienst. — fNSB.-Reichsbilbarchiv/Gutjahr.I)
rinafte jnit keinem Menschen und am allerletzten du bas lieber hören willst." ___
't dir'" „Du bist zu allem bereit, wenn du mich damit
Am allerletzten mit mir!" wiederholt er bitter, loswerben kannst!" nickt er mit einem ingrinnnigen «ist du bir auch bewußt, was du mir da für eine Lächeln. ,^d) begreife. 21ber sireng dich nicht an, - - , schwer- Beleidigung an den Kopf wirfst? Wenn ich ich bin nach nicht fo tl-f gesunken, daß ich Geld VON
etwas spöttischer W, ch . . mär” hält- ich mich anders benommen! , einer Frau nehme. Bitte, laß uns VON etwas ,as ift der gro6e mann geroorbem . * n dir deine allen Liebesbriefe nicht anderem reden!" Sein Blick geht an Ihrem Gesicht
Damals hätte ich ihm das nicht zugetraut Mer in nf2b ,utüttgefleben. der hätte einen lukrativen vorbei hochmütig und veMchsien er will nicht tn vielleicht habe ich zu menig Menschen enn n.s soye Grieben, womöglich sie Herrn Sie-1 ihr blasses und erregtes Gesicht sehen... es ist em
— " ' C'-“L —r eben em, kannst Kauf angeboten, unter dunklen reiner 3uf<
die alte. Bekanntschaft mtt nnd! lewer 3 i . * .
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