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Harte Kämpfe im Festungsbereich von Sewastopol.

Oer Wehrmachibericht.

DRB. Aus dem Führerhauptquarlier, 24. Juni. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Nordteil der Festung Sewastopol wurden die auf der äußersten Landzunge östlich der Seroernaja-Buchk noch Widerstand lei­stenden Teile des Feindes vernichtet. Jm 0 ff en der Festungsfront durchstießen deutsche und rumä­nische Truppen in zerklüftetem und unwegsamem Wald- und Vufchgelände stark ausgebaute und zäh verteidigte feindliche Stellungen und nahmen wei­tere Befestigungsanlagen. Die Luftwaffe führte zusammengefahle Angriffe von Kampsfliegerver­bänden gegen Feld- und Artilleriestellungen durch.

Die Verlu ste des Feindes im Kampf um Se­ro a ff o p o 1 betragen in der Zeit vom 7. bis 22.6. 1 1000 Gefangene und 158 Geschütze. 3n harten Llnzelkämpfen wurden 2014 Erd- und Betonbunker genommen und 65254 Minen ausgebaut.

Jm mittleren Abschnitt der Ostfront wurden im rückwärtigen Gebiet die Säuberungs- oktionen gegen bolschewistische Banden erfolgreich fortgesetzt.

An der W o l ch o w f r o n t wurde der Ring um die eingefchlossene feindliche Lräflegruppe trotz schwierigster Geländeverhältnisse in zähen Kämpfen weiter verengt. Erneute Lntsehungsversuche des Gegners scheiterten.

Jm Finnischen Meerbusen versenkten leichte Kampfflugzeuge ein sowjetisches Schnellboot. Hebet Murmansk schossen deutsche Jäger elf feindliche Flugzeuge ab.

Jn Rordafrika ist die Zahl der in der Fe­stung Tobruk eingebrachten Gefangenen auf 33 000 Mann gestiegen. An der ägyptischen Grenze örtliche Kämpfe.

Auf Malta wurde die Bombardierung von Flugstützpunkten in der letzten Rächt mit guter Wirkung fortgesetzt.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, ver­senkten deutsche Unterseeboote aus ge­schützten Geleitzügen im Atlantik und in den von der amerikanischen Marine gesicherten Küsien- gewässern Korb- und Mittelamerikas 2 0 feind­liche Handelsschiffe mit 102000 BRT. und einen Bewacher. Bier weitere Schiffe wurden durch Torpedotreffer schwer beschädigt.

An der Nordküste schoß ein Hafenschuhboot ein britisches Kampfflugzeug ab.

Bei Vorstößen britischer Bomber in das fran­zösische und belgische Küstengebiet verlor der Feind am Tage und bei Rächt neun Flug­zeuge.

Oberleutnant Schoenert errang über der Deutschen Bucht feinen 19. und 20. Rachtjagdsieg.

Der Matrofengefreite Ludwig hat sich an Bord eines Minensuchbootes im Kampf gegen britische Kanonenschnellboote besonders ausgezeichnet.

Kampf am die Höhen vor Sewastopol.

Von Kriegsberichter Dr. Josef Rieder.

(PK.) Rings um die Festung Sewastopol liegt ein Kranz von Höhen, kleinen Kuppen, Tälern, Schluchten und Wäldern. Dieser natürliche Ver­teidigungsgürtel ist von den Bolschewisten in jahre­langer Arbeit und insbesondere im letzten halben Jahr während der Belagerung unter Ausnützung der neuesten Erfahrungen zu einem geschlossenen Ring von Bunkern, MG.-Nestern, eingebauten, ein­betonierten und versenkbaren Geschützen und Flak- batterien, dichten Minenfeldern usw. ausgebaut wor­den. Jede dieser Höhen wurde zum Teil von sow­jetischen Elitetruppen besetzt. Jede einzelne Höhe, jedes einzelne Befestigungswerk mußte daher in er­bitterten Kämpfen genommen werden. Einen dieser Angriffe schildert der folgende Bericht:

Es ist noch früh am Morgen. Hinter den Wald­kuppen der Berge im Osten kriecht das Morgenlicht in schimmernder Helle hoch. Die lauernde «Stille dauert nicht lange. Grell aufflackerndes Leuchten am Horizont, paukenartige Schläge, dumpfes Rollen und Grollen geben das Zeichen zum Beginn eines rasenden Trommelwirbels der Artillerie, der im Nu die Morgenstille in ein betäubendes Krachen und Bersten, Heulen und Kreischen, Surren und Sausen verwandelt. Dichter und dichter steigen die Sprengwolken wie wehende Vorhänge über den sowjetischen Gräben hoch. Programmäßig läuft die Feuervorbereitung ab. Mit dem heller werdenden Morgen kommen die Flieger. Stukas und Ju88 leiten wieder das Inferno eines Tages ein, der ein kleines Stück Erde in ein einziges aufge­wühltes Trichterfeld verwandeln sollte. Die Lust zittert und schüttert von den gewaltigen Hieben der schweren Bomben, die die Maschinen in senkrechtem Sturz abwerfen. Schwere und schwerste Artillerie und die Zeitzünder der schweren Flakartillerie, die knapp über den Köpfen der Sowjets mit platzendem Schrei krepieren, vollenden das gigantische Bild einer Feuerwalze, die wie eine glühende brechende Wand vor uns in den Himmel steigt. Dicke Nebel­schwaden ziehen über die deutschen Stellungen hin und bald ist alles verdeckt und verhüllt in einem wogenden, feuerüurchzuckten Schleier von Staub und Rauch und Pulverqualm.

Als sich der Rauch verzogen hat, liegt die Höhe friedlich und still wie zuvor. Als jetzt aber d i e Infanterie oorbricht und sich gegen die Höhe vortastet, singt und klirrt es mit messerscharfem Surren plötzlich zurück. Der Feind hat den Angriff erkannt, jetzt geht es wieder hart auf hart! Die Infanteristen sind wieder in Bodendeckungen und

Mulden verschwundken. Sprungweise, langsam ar­beiten sie sich vor gegen den unsichtbaren Feind hinter Bunkern und Scharten, gegen den heim­tückischen, glatten Berg aus Beton und Stahl, dessen Erde sich wie ein aufgerissenes Maul auftut zu einem schadenfrohen grinsenden Blecken, während noch immer das wehende Staub- und Rauchtuch dar­über liegt.

Die ersten Linien werden verhältnismäßig schnell genommen. Dahinter aber liegt eine flache, waldige, zum Teil von Obstplantagen durchsetzte Mulde, die dem Feind taufend Möglichkeiten, sich zu bergen, aibt. Hinter der Kuppe kommen wieder Bunker und Verteidigungsanlagen, bic beherrschendes Feuer in die Mulde legen. Rasendes MG.- und Granatwerfer­feuer reißt manche bittere Lücke in die Reihen der Angreifer. Nur langsam arbeitet sich der deutsche Stoßkeit vorwärts. Minen erschweren das Vorgehen. Jeder Schritt ist ein Tritt ins Ungewisse. Sow­jetische Artillerie schießt von der Seeseite her mit schweren Brocken und mit Schrapnellen. Auch links die Höhe ist noch nicht genommen und steckt voll Sowjets, die schweres Flantenseuer hereinstreuen.

Die Sage wird langsam immer gefährlicher. Jede Bewegung wird mit peitschenden Schüssen quittiert. Selbst von rückwärts kommt Feuer. Unabläsiig hämmern die sowjetischen MG.s und bersten die feindlichen Granaten im Gehölz. Wieder bleibt nur das letzte Mittel: Flieger müssen den Feind mürbe und den weiteren Weg frei trommeln. Als das Getöse ihrer Motoren den Lärm des Gefechtes dröhnend übertönt, geht ein Aufatmen durch die grauen Trupps, die hier am Feinde liegen. Nun geht es wieder einige hundert Meter vorwärts. Dann aber kommt mörderisches Trommelfeuer der sowjetischen Artillerie. Granate um Granate zer­pflügt den Boden. Maschinengewehre zwingen die Vorgehenden zu Boden. Leuchtkugeln steigen hoch, dringend Hilfe fordernd. Der Feind greift von der Flanke her an! Da weichen die ersten dem mörderi­schen Feuer. Der eigene Angriff stockt, die Vorder­sten sind in Gefahr, abgeschnitten zu werden. Wohl schlägt die eigene Artillerie und ein schweres Flak­geschütz, das weiter links auf einer Höhe aufgefahren ift, in direktem Beschuß in den an greifenden Feind. Die Luftwaffe zerschlägt in kühnen Sturzflügen die Angriffsstellungen oes Feindes. Ein Gegenangriff sichert diese Seite zunächst notdürftig.

Nachmittag ist es schon. Glühend heiß brennt die Sonne hernieder. Trocken, staubtrocken ist die Kehle. Leer sind die Feldflaschen, nagender Durst quält die

feilschen Garnisonen verschwunden sind." Außerdem erklärte Moskau, daß Estland, Lettland und Litauen unter sich enge Beziehungen unterhielten, seieine direkte Bedrohung der sowjetischen Grenzen". Ge­fordert wurde die Bildung neuer, lies: sowjetischer Regierungen und der Einmarsch der sowjetischen Armeen an gekündigt.

Das liest sich wie ein modernes Märchen von dem Wolf und dem Rotkäppchen. Aber die Men­schen, die in Estland, Lettland und Litauen hin­gemordet oder von dort verschleppt wurden, haben nicht ein Märchen, sondern eine grausame Wirklich­keit erlebt. Noch härter wurden geprüft Finn- land in dem schweren Winterfeldzug von 1939 auf 1940 und Rumänien im Spätsommer 1940 durch den Einmarsch in die Nordbokuwina und in Bessarabien. Aber als dann Deutschland das Rumpf­rumänien garantierte, erklärte das Molotow dem Führer gegenüber als eineProvokation".

Alle Urteilsmomente sind in diesen Entwicklungen und Verwicklungen des Jahres 1940 eingeschlossen. Wir haben das Beispiel des kleinen Estland heran­gezogen, weil das Beispiel das Wesen der sow­jetischenBefriedungs"-Politik zeigt und hier die Brutalität der ungeheurlichsten Uebermacht gegen­über einer Million Menschen einem Drittel der Einwohnerzahl Leningrads! einen ungeheuer­lichen Triumph feiert. Alle Urteilsmomente sind in diesem Beispiel eingeschlossen, weil Moskau zum Gewaltstreich schritt, als Deutschland im Westen ge­bunden war. Wir geben uns zu wenig Rechenschaft darüber, daß die beiden großen europäischen Rand- reiche, die zugleich Weltreiche sind, die heutige Sow­jetunion und England überhaupt erst überdimen­sionale Gebilde wurden dank der europäischen Bür­gerkriege. Es ist kein Zufall, sondern eine Folge von Ursache und Wirkung, daß während des Dreißigjährigen Krieges, diesem ersten Akt jahr­hundertelanger Selbstzerfleischung Europas, Kosaken im zaristischen Dienst auf Sibirien die Hand leg­ten und ihre Rosse im Stillen Ozean tränkten, und Cromwell unmittelbar nachher das Empire begrün­dete. Dr. Ho.

Das Eichenlaub mit Schwertern für Hauptmann Gollob.

Berlin, 24.Juni. (DRB.) Der Führer hat Hauptmann Gollob, Kommodore eines Jagdgeschwa­ders, das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt:Jm Ansehen Jhres immer bewährten Heldentums verleihe ich Jhnen anläßlich Jhres 101. Luftfieges als 13. Soldaten bet deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. (gez.) Adolf Hitler."

Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmar­schall Göring, richtete an Hauptmann Gollob folgendes Schreiben:Lieber Gollob, Jhre hervor­ragenden Kampferfolge als Jagdflieger hat der Führer durch Verleihung der hohen Tapferkeitsaus- Zeichnung gewürdigt. Jch beglückwünsche Sie, meinen tapferen Kommodore, spreche Jhnen stolz und dank­bar für Jhren stets vorbildlichen, heldenhaften Ein­satz meine besondere Anerkennung aus. Soldaten und Flieger wie Sie sind Wegbereiter des Endsieges unsererWafsen. (gez.) Göring."

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Hauptmann Gordon Gollob wurde 1912 in Men geboren. 1933 trat er in das österreichische Bundesheer ein. Nach dem Anschluß der Ostmark wurde er in die deutsche Luftwaffe übernommen. Mährend des Polen seid zuges kämpfte er in einem Zerstörungsgeschwader. Am 20. Juni 1940 übernahm er die Führung einer Staffel. Jm Kampf gegen die Bolschewisten wurde er nach seinem 34. Luftsieg mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. In 48 Stunden bezwang er am 18. und 19. Oktober 1941 14 Gegner, damit hatte er 80 Abschüssen erreicht, wofür ihm das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen wurde. Als Kommodore eines Jagdgeschwaders hat er zwei Tage nach Vollendung seines 30; Lebensjahres seinen 100. .und 101. Luftsieg melden können.

Da« Eichenlaub für kühne Jagdflieger

Berlin, 24. Juni. (DRB.) Der Führer verlieh den Jagdfliegern Oberleulnant G e i ß h a r d t und Oberleutnant Seh als 101. und 102. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes mit folgendem Schrei­ben:Jn dankbarer Würdigung Jhres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Jhnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Gez.: Adolf Hitler."

Kartoffeln im Minerva-Tempel

Von Dr. Charlotte Harrer»

Rom, im Juni.

Die Via delllmpero ist die moderne Prachtstraße, die eine neue Zeit über die Trümmer und Ueber- >refte des antiken Rom gebaut hat. Sie führt von der Piazza Venezia, dem großen Aufmarschplatz unter den Fenstern Mussolinis, bis zum Kolosseum, jenem aewaltigen Bauwerk der Antike, das nod) heute, fast zweitausend Jahre nach seiner Erbau­ung in beherrschender Majestät auf die Nachwelt herunterblickt. Rechts und links von der Via deU'Impero liegen die Foren der Kaiser, das Forum Romanum, an dem die römischen Kaiser bis Cäsar bauten, das Forum des Trajan und das Forum des Augustus. Dort, wo früher die Senatoren in wallenden Togen die weitausladenden Freitreppen emporschritten, wo die Händler ihre Waren an­priesen, und wo die Römer alle Götter der da­maligen Welt anbeteten und verehrten, liegen heute die Fragmente alter Marmorsäulen, die ausge­brochenen Kapitelle und Friese, die Grundmauern der einst ragenden Bauten, mit hin und wieder eine Treppe oder ein Stück Mosaikfußboden, aus Gold und farbigem Marmor, das unter dem Staub der Zeit zweitausend Jahre lang seine ehemalige Schön­heit bewahren konnte. Grüner Rasen und Fels- blumen, bedecken den Boden, und wilde Rosen ran­ken sich blühend um alte Steine.

Doch fast wie über Nacht ist es auch hier anders geworden. Die Ruinen sind zu neuem Leben er­wacht. Dort, wo kleine Rasenflächen zwischen Tem­pelfundamenten und alten Römerstraßen mit Rund- steinpflaster versteckt und unbeachtet liegen, wachsen heute Kartoffeln, Gemüse und Suppenkräuter. Es begann im frühesten Frühjahr dieses Jahres, als das Dopolavoro, die italienische Kraft-durch-Freude- Drganifation, auf Befehl des Duce in ganz Italien die große Aktion der Kriegsgärten startete. Alles Brachland und jeder verfügbare Raum wurden davon erfaßt und dort, wo früher Rasen ober Blu­

men wuchsen, reist heute, von fleißiger Hand ge­pflegt und gegossen, gehackt und gehütet, ein wert­voller Beitrag zur Ernährung des italienischen Vol­kes. Die Durchführung dieser Kriegsgärten-Anlagen ist verschieden. An manchen Orten hat es die Dopola- voro-Ortsgruppe übernommen, die Gürten in Ge­meinschaftsarbeit zu betreuen, in anderen Orten wieder werden kleine Parzellen an einzelne Mit­glieder des Dopolavoro abgegeben, an Handwerker, Arbeiter, Angestellte, die am Abend hinausziehen zu ihren Kriegsgärten, um in mühevoller Klein­arbeit, unterstützt- von der ganzen Familie, der Heimat zum Endsieg zu verhelfen.

An einer Ecke des Forums des Augustus stößt der Tempel des Mars Ultor mit seinen marmorenen Säulen und Gebälkfragmenten zusammen mit dem, was heute noch übrig ist von einem der schönsten und reichsten der antiken Bauten, dem Tempel der Minerva. Früher war der Tempel der Minerva ein gewaltiges Bauwerk gewesen, das zu Ehren jener kriegerischen Göttin errichtet worden war. Heute sind es nur noch drei Säulen, die übrig sind, und ein wenig von dem reich verzierten Deckenge­bälk. Daneben ist ein Rasenstück, das schon im frühesten Frühjahr von einem fleißigen Spaten umgebrochen wurde. Der Dust frischer Erde stieg auf wie ein Vorbote neuen Lebens, das auf dieser seit langem ungenutzten Erde reichlich Früchte tra­gen muß. Ich fragte den Mann, der dort emsig schaffte, während ich gekommen war, zwischen den Schönheiten der Antike längst vergangenen Dingen nachzuhängen, was er denn pflanzen wollte, und er erwiderte, daß es ein Kartoffelacker werden sollte. Immer, wenn ich dann später am Tempel der Mi­nerva vorbeikam, sah ich unter den Trümmern das Neue wachsen und gedeihen. Zuerst waren es nur zarte grüne Spitzen. Doch unter dem Regen, der warm und reichlich fiel, wurden es bald große, dichte Büschel von Kartoffelkraut. Dann kam der Besitzer am Abend und lockerte die Erde auf, hackte die Furchen um die neuen Pflanzen. Nicht mehr lange, dann wird die erste Ernte reif sein.

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So ist es überall in Italien. Am Palatin, dort, wo die altrömischen Kaiser ihre Schlösser hatten.

die heute noch mit ihren verfallenen Gewölben und zweitausend Jahre alten Backsteinmauern fast so ge­waltig wirken wie einst, rund um die Engelsburg, oder auch an der Viale Mazzini, die sich mit ihren wunderbaren Grünanlagen durch das moderne Wohnviertel Roms zieht, entlang an alten, halb­verfallenen Stadtmauern, um Triumphbögen und Grabdenkmäler, in Civitä Castellana, wo die drohende Zwingburg und Feste des kriegerischen Papstes Julius II. aufragt, in kleinen Dörfern, wo das Kriegerdenkmal umgeben von Anlagen der ein­zige Park des Ortes ist, überall wachsen Gemüse und Kartoffeln an Stelle von Rosen und anderen Blumen, an Stelle von Rasen und Parkanlagen. Und überall steht das weiße Schild an einer dünnen Stange mit der schlichten AufschriftOrto di Guerra", Kriegsgarten, und vielleicht darunter noch eine kleine Aufforderung an die Einwohner, alle zusammenzustehen, zum Schutz dieser Gärttn, die in ihrem eigenster! Interesse mit vieler Liebe und viel Arbeit angelegt sind.

Italien ist überreich an Denkmälern alter und neuer Zeit, deren Grünflächen jetzt in Gärten umge­wandelt sind. Doch sie reichen nicht aus für alle, die gern mit beitragen wollen zu dieser Aktion für die italienische Ernährung. Deshalb haben viele chren Balkon umgeroanbelt in einen Garten. In den Blumentöpfen wachsen heute Salatpflanzen und Radieschen, Suppenkräuter und Zwiebeln. Und wer gar eine Terrasse zur Verfügung hat, der hat einen ganzen Dachgarten angelegt, mit Erbsen und Boh­nen, die sich am Rande hinaufranken und Schutz gewähren vor fremden Blicken: Kriegsgärten, die außerhalb des Wettbewerbs ste-hen, die deshalb aber nicht mit weniger Liebe ober weniger Sorgfalt gepflegt und gehegt werden.

So stellt dieser Krieg durch die Initiative unb durch den Lebens- und Aufbauwillen eines ganzen Volkes den kleinsten Raum zum Nutzen am Ganzen zur Verfügung, und schafft' die Bedürfnisse der Gegenwart aus den Trümmern der Vergangenheit, im wahren Sinn einer geschichtlichen Erneuerung.

Lippen. Und unablässig heult und klirrt das feind» liche Feuer, genau, wie drüben unsere Geschosse flammend auseinanderkrachen. Nur sind die drüben hinter Mauern aus Stahl und Beton. Die Erde ist übersät mit Trichtern und Erdbrocken. Zerfetzte Menschenleiber liegen herum, verwundete unb in unsere Hänbe gefallene Bolschewiken kriechen zu­rück, mitunter Gefangene mit verstörten Gesichtern. Die Nacht verläuft unruhig, an Schlaf ist nicht zu denken. Mit dem Morgengrauen geht es wieder los. Das Trommelfeuer der deutschen Artillerie unb das Vernichtungswerk der Stukabomben zerbricht die sowjetischen Gegenangriffe. Dann bringen die deutschen Soldaten wieder weiter vor. Aber es dauert noch lange, und es kostet wieder, wie am Vortagen, manche harten Kämpfe, ehe gemeldet wer»' den konnte: Wieder wurde eine beherrschende Höhe genommen.

Aus dem Reich.

Oie 3. Haussammlung: , 27,5 Prozent mehr als im Vorjahre.

Berlin, 24. Juni. (DNB.)Was die Front für unser Volk opfert, kann von der Heimat wohl nie vergolten werden. Sie will aber wenigstens einen kleinen Teil ihrer Dankesschuld ab tragen, indem sie nach besten Kräften mithilft, die Wunden zu hellen, die der Krieg unseren Soldaten zufügt." Das glänzende Ergebnis der am 7. Juni durch» geführten 3. Haussammlung beweist, daß die Hei­mat diese Mahnung des Führers in feinem Auf­ruf zum Kriegshilsswerk für das Deutsche Rote Kreuz 1942 beherzigt hat. Das vorläufige Ergebnis beträgt 43 820 418,81 RM. Die gleiche vorjährige Sammlung hatte ein Ergebnis von 34 357 651,82 RM. Es ist somit eine Zunahme von 9 462 766,99 RM. 27,54 v. H. zu verzeichnen.

Anfragen

wegen deutscher Kriegsgefangener.

Nbz. Die Angehörigen deutscher Kriegsgefangener werden gebeten, alle Anfragen ausschließlich an das Präsidium des Deutschen Roten Kreuzes, Berlin SW 61, Blücher-Platz 2, zu rich­ten, falls nicht schon die örtlich zuständigen Sän­ke s ft e 11 e n des Deutschen Roten Kreuzes Aus­kunft geben können. Das DRK. ist mit der fürsorge- rischen Betreuung der deutschen Kriegsgefangenen in'Feindesland und mit der Nachrichtenübermittlung an die Angehörigen deutscher Soldaten beauftragt worden. Es hat auch die Zuteilung der den deut­schen Kriegsgefangenen zuerkannten Kontingente an bewirtschafteten Verbrauchsgegenständen und ver­sorgt die Kriegsgefangenen mit Unterhaltungs- und Fachliteratur. Jm OKW. werden ausschließlich Per­sonalangelegenheiten der Kriegsgefangenen wie Be­förderung, Besoldung, Ferntrauungen, Auszeich nun gen bearbeitet. Ansprüche, die für die Kriegs­gefangenen aus den zwischenstaatlichen Vereinba­rungen I) er geleitet werden können, vertritt das OKW. gegenüber den feindlichen Staaten. Die An- aehörigen der Kriegsgefangenen werden ohne be­sondere Anfrage vom OKW. benachrichtigt, sobald eine amtliche Bestätigung über die Gefangennahme eines Wehrmachtangehörigen eingeht. Auch alle Meldungen der feindlichen Staaten über Kranke hetts- ober Todesfälle der Kriegsgefangenen werden sofort an die Angehörigen weitergeleitet.

Gute Frühjahrsbestellung in -en besetzten Ostgebieten.

Unter Vorsitz von Kriegsoerwallungschef Ministe­rialdirektor Riecke fand in Berlin eine Tagung der führenden Männer der Landwirtschaft in den besetzten Ostgebieten statt, an der auch Staats­sekretär Backe teilnahm. Die Berichte über die Frühjahrsbestellung, die Ernteaussichten, die Er­fassung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Arbeit der LandbewirtschaftungKgesellschaften er­gaben ein eindrucksvolles Bild von den großen Schwierigkeiten in diesen Gebieten, zeigten aber auch, daß die Frühjahrsbestellung in weit größerem Umfang durchgeführt wurde, als man es zu Beginn der Bestellungsperiode erwarten konnte. Die Ernte­aussichten werden verschieden beurteilt. Infolge der anormalen Witterung zeiat der Stand der Sommer­saaten, deren Anbau vielfach vergrößert wurde, im allgemeinen ein günstigeres Bild als der der Win­tersaaten. Infolge organisatorischer und anderer Maßnahmen wird die Erfassung der landwirtschaft­lichen Erzeugnisse im kommenden Jahre besser unb leichter durchgeführt werden könden als bisher.

Oie Veranlagung von Arbeitnehmern.

Ein Arbeitnehmer, dessen Einkommen 8000 RM. nicht übersteigt, wird dennoch veranlagt, wenn er

Büchertisch.

Alwin Rüffer: Das getreue Herz. Liebesgrüße Zwischen Front und Heimat. Mit Zeug- Nissen von der Tapferkeit des Herzens, Fus dem deutschen Schrifttum ausgewählt. 87 Seiten. Preis 2,80 RM. Verlag Karl Christ, Gießen, 1942. Dem im gleichen Verlage erschienenen, seinerzeit ebenfalls an dieser Stelle besprochenen Bändchen Frei vor dem Tod" läßt Rüffer eine ähnlich auf­gebaute Sammlung folgen; während jenes als ein Bekenntnis zum heldischen Leben gedacht war, soll Das getreue Herz" nach den Worten des -als Ge­freiter im Felde stehenden Herausgebers das Lied der Liebe fingen zum Lobe der durch Krieg und Kampf Getrennten und doch stets Vereinten. Aus diesem Gefühl heraus hat Alwin Rüffer Stücke aus seinem Kriegstagebuchs unb eine Anzahl feiner Kriegsbriefe mit alten und neuen Zeugnissen aus bem deutschen Schrifttum zusammen gestellt, welche den Sinn der Sammlung verdeullichen: von Goethe und Hölderlin bis zu Ricarda Huch, Agnes Miegel, Rllke unb den Jüngsten, die jetzt im Felde stehen. Das mit einein Vorwort des Herausgebers unb einem Nachwort des Verlegers versehene, mit Blu­menzeichnungen von Joachim Romann in Offenbach geschmückte Bändchen wirb sich, wie fein Vorläufer, draußen und daheim manche Freunde gewinnen.

Hans Thyriot.

Hanns Pfeufser: Kameraden vom Edelweiß. Drei Jahre Kampf für Großdeutsch- lanb 193819391940. Mit 16 Kohlezeichnungen von Günther Radtke. Preis gebunden 4,40 RM. Verlag C. Bertelsmann Gütersloh. Von Blumen überschüttet. Ziehen deutsche Regimenter durchs be­freite Oesterreich, die Kameraden vom Edelweiß hissen auf dem Großglockner die Kriegsflagge. Jubelnd begrüßt, marschiert bayerische Gebirgs­artillerie ins Subetenlcmb ein, unb dann wieder dröhnt im Hufgeklapper der Tragtiere der Marsch« tritt über Galiziens Staubstrahen, um Lemberg, die Hochburg der polnischen Südarmee, einzukesseln in hartem Kampf ... Aisne, Marne, Seine und Loire, sie bedeuten auch für sechs bayerische Ge- birgsartilleristen Stürmen, Kämpfen und Siegen,