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24.4.1942
 
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(92. Jahrgang Nr. 95 Erscheint täglich, anher Sonntags und feiertags

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Giehener Anzeiger

vrühlsche Unlvrrsttätidruckerri B. tauge General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen^chulllr-tzel-»

Freitag, 24. April 1942

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Spannung in Kairo.

Von unserem ust

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Rom, April 1942.

Nach der Verhaftung des früheren ägyptischen Ministerpräsidenten Ali Mäher Pascha sowie zahl­reicher Abgeordneter und Senatoren ist man in Kairo, wie gemeldet wird, sogar so weit gegangen, sich auch an der Person des Scheich ul Islam, des Rektors der El-Azhar-Universität, Muhamed el M a r a g h i, zu vergreifen. Der Scheich ul Islam ist der oberste geistliche Beamte des Islam, der ein­flußreichste Mann der mohammedanischen Glaubens- benswelt, dessen Wort und Weisung überall Geltung hat, wo immer ein rechtgläubiger Mohammedaner lebt. Die Verhaftung dieses Mannes hat eine Be­deutung, die weit über die Grenzen Aegyptens hin­ausreicht, sie ist ein brutaler Schlag gegen alle Jünger des Propheten, mögen sie in Indien, in Malaya, in Algerien, Marokko oder im dunklen Afrika wohnen. Aus allen Gegenden der Welt strömen die Studienbeflissenen nach der berühmten Universität Kairo, die heute ebenso wie vor tausend Jahren, als sie von den Fatimiden gegründet wurde, als Hort der koranischen Wahrheit und der religiösen Erziehung gilt. Oberhalb des Tores der Barbiere, durch das der Fremde gewöhnlich den Hof der Universität betritt, ragt eine steinerne Kanzel, von der aus der Scheich ul Islam seine An­sprachen an die Gläubigen zu richten pflegt, die stets mit Ehrfurcht und Begeisterung ausgenommen werden und einen nachhaltigen Widerhall finden.

Der Scheich ul Islam, Muhamed el Ma­ra g h i, ist der Freund, Lehrer und Berater des jungen Königs Faruk, dessen Vertrauen er in besonderem Grade besitzt. Man darf also ruhig be­haupten, daß diese Verhaftung gleichzeitig ein Schlag gegen die Autorität des in allen Volkskreisen be­liebten Monarchen ist. Nicht umsonst beklagt sich die LondonerTimes" in ihren Berichten aus Aegypten über Palastintrigen und schreibt von übelgesinnten Ratgebern des Königs, denen Faruk angeblich ohne Rücksicht auf das Wohl des Landes Gehör schenke. Als Ursache für dieseenttäuschende" Erscheinung werden verschiedene Gründe angegeben, unter ande­rem auch eine geheime Nazipropaganda, die sich an­geblich in Aegypten bemerkbar zu machen beginne. Alles, was denHeilungsprozeß" in Kairo störe, müsse als gefährlich bezeichnet werden und erfordere ein energisches Eingreifen. Diese Einstellung erklärt auch die unerhörte Tatsache, daß der König kürzlich verhindert wurde, sich zum Gebet in die Moschee zu begeben, weil die Briten bei den unausbleib­lichen Ovationen Unruhen befürchteten. Alle Scheichs in Kairo haben gegen diese ^Vergewaltigung" Pro­test eingelegt, der jedoch unbeachtet blieb. Der Kö­nigspalast soll auch weiterqpn englischen Truppen bewacht werden. Man darf nicht, vergessen, daß der König von Aegypten nicht Herxschjx feinem briti­schen Protektorat, sondern der Souoerän in einem der Form nach unabhänqiqen, England verbündeten Staate ist, dem man Rücksichten schuldig sein sollte. Aber Rücksichten haben die Engländer in Aegypten niemals genommen, und sie sind auch heute, wo ihnen das Wasser bis zum Halse steigt, nicht bereit ihre Haltung zu ändern.

Den Anlaß zur Verhaftung el Maracchis war seine Weigerung, die El-Achar-Universität wegen derantibritischenStudenten-Unruhen zu schließen. Man darf diese Stätte mohammeda­nischer Wissenschaft übrigens nicht auch nicht, wenn sie die Bezeichnung einer Universität führt mit einer euroväischen Hochschule vergleichen. Man kann in jedem Alter und ohne jede Vorbildung Stu­dent von El-Azhar werden. Der Lehrplan umfaßt alle Disziplinen, also auch Lesen, Schreiben und die Grundelemente des Rechnens. Die Unterrichtssprache ist allein das Arabische. Wer also nicht arabisch kann, muß zuerst einen Kursus in dieser Sprache absol­vieren. Die höheren Fächer umfassen neben dem Studium des Koran, Rechtswissen, Logik, Poetik und Rhetorik. Don Naturwissenschaften wird allein Chemie gelehrt, d. h. den Studenten werden einige Grundbegriffe der Chemie beigebracht, die sie aber kaum zu einer praktischen Tätigkeit befähigen.

Mit Ausnahme des Rektors beziehen die 200 Pro­fessoren der Universität kein Gehalt; sie leben von den Stiftungen vermögender Schäler und von frei­willigen Zuwendungen. Kollegaelder werden nicht erhoben. Die hohe Achtung, die den Professoren überall entgegengebracht wird, entschädigt sie für manche Entbehrungen. Moschee und Hof bilden einen einzigen Lehrsaal. Die Zahl der Studenten beträgt rund 7000. Man sieht neben Knabengesichtern wür­dige Greise; sie alle sind aus den verschiedensten Geaenden der Welt hier zusammengeströmt. Eben­holzschwarze Neger mischen sich unter hellhäutige Morgenländer. Der Sohn eines millionenreichen Fürsten oder Kaufmannes lebt einträchtig neben dem armen Schüler und gibt ihm von seinem lieber» fluß. Sie alle sammeln sich in Gruppen zu zehn und fünfzehn Mann, hocken im Kreise auf ihrem Tevvich und lauschen ihrem Lehrer, der in ihrer Mitte steht und ihnen einen Vortrag hält.

El-Azhar ist aber nicht nur die Stätte des Wissens und des Studiums, sondern hier ist vor allem auch ein Mittelpunkt der allislamitischen Bewe- ro e g u n g und Regeneration, und der Rektor (der Scheich ul Islam) ist einer der bedeutendsten Ver­fechter dieser Richtung. Er war es, der vor dem Ausbruch des Krieges König Faruk beim Betreten der Moschee mit dem Gruß und mit den Gebeten emvsina, wie sie nur dem Kalifen zukommen, und mit dieser Handlung in der Welt des Islams allge­meine Aufmerksamkeit hervorrief.

Die fmchfoannung in Aegnvten und im Vorderen Orient wird auch von den Briten nicht in Abrede gestellt. Aber das aeknechtete Volk her Fellachen ist nicht in der Lage, sich allein vom Jock zu befreien, das ihm anfgezwungen roorhtn ist. Hinzukommen ernste Ernährungsschwierigkeiten der Bevölkerung, Stockung im Baumwollhandel. Korruvtion in der Verwaltung ufm., die die politische Krise begleiten.

.-Berichterstatter.

Die Verhaftung des Scheichs ul Islam hat die Gä­rung jetzt auch auf das religiöse Gebiet hinüber- getragen, also auf ein Gebiet, auf dem die Jsla- miten besonders empfindlich sind, und das sich nicht allein auf Aegypten beschränkt.

Aegypten und der Krieg.

Ankara, 23. April. (Europapreß.) Der ägyp­tische Ministerpräsident Nahas Pascha erklärte im Parlament, Aegypten werde nicht aktiv in den Krieg eintreten, wenngleich es sich im übrigen an den Bündnisvertrag mit England ge­bunden halte. Aegypten ist nicht mehr in der Lage, landwirtschaftliche Produkte aus dem Auslande ein-

Genf, 23. April. (DNB.) Cyrill Falls, der mili­tärische Korrespondent der LondonerJllustrated London News" gibt ein für England und feine Ver­bündeten überaus düsteres Bild der militärischen Lage. Er gibt zu, daß der Führer in dem vergange­nen Winter alles erreicht habe, was er sich als Ziel gefetzt habe. Bis jetzt sei der Kriegswinter von ihm dazu benutzt worden, seine Kriegsmaschine zu über­holen und für eine große Frühjahrsoffensioe vorzu­bereiten. Hitler habe im Dezember 1941 erklärt, er werde die Sowjetfront stabilisieren. Das sei ihm auch gelungen, denn bis heute hätten die Bolsche­wisten es nicht fertiggebracht, die Ostfront zu ihren Gunsten zu verändern. Trotz aller gegenteiligen Be­hauptungen habe der Führer es auch fertiggebracht, die Zahl feiner an der Front kämpfenden Truppen in den Wintermonaten zu einem großen Teil zurück­zuziehen, ihnen Erholung zu gönnen und sie für das Frühjahr neu aufzubauen Und auszurüsten. Daran könnten auch die bolschewistischen Behauptunaen über deutsche Verluste nichts ändern. Auch mit Der weiteren bolschewistischen Feststellung, die Winter- offensive bezwecke in erster Linie die Vernichtung des Gegners und nicht etwa Gebietsgewinne, wolle man nur darüber Hinwegtäuschen, daß nennens­werte G e b i e t s g e w i n n e nicht gemacht morgen feien. Die Sowjets feien sich dieser Tatsache offenbar bewußt und verstärkten deshalb trotz der durch das Tauwetter erhöhten Schwierigkeiten ihre

Schanghai, 23.April. (Europapreß.) Auf der Pressekonferenz in Tschunaking gab der Regie rungs- sprecher zu, daß die Japaner verhältnismäßig große Fortschritte an der Salwin- Front machten. Diese Erfolge seien vor allem dem japanischen Einsatz motorisierter Einhei- t e n zuzuschreiben. Der Sprecher verhehlte weiter nicht den für die eigenen Verbände gefährlichen Um­stand, daß die chinesischen Stellungen im Abschnitt von Lotkau mangels moderner Eisenbahnen und Straßen keine Verbindung mit h e m Hin­ter! and hätten.

Nach englischen Berichten aus dem britischen Hauptquartier in Mandalay haben japanische Trup­pen die von Tschungking-Streitkräften bisher gehal­tene Front bei Yenangyaung durchbrochen. Die zur Verteidigung des norddurmanischen Oelgebietes eingesetzten britischen und tschungkingchinesischen Truppen mußten sich unter dem starken Druck der Japaner überdenPindjang-Fluß zurück- ziehen. Längs der Bahnlinie nach Mandalay haben die japanischen Truppen ihren Vorstoß eben-

zusühren, erklärte der ägyptische Landwirtschafts­minister. In der gegenwärtigen Krise könne Aegyp­ten nur auf seine eigenen Hilfsquellen zählen.

Italienische Kulturinstitute in Eüdosteuropa.

Rom, 23.April. (Europapreß.) Zum Präsiden­ten des italienischen Kulturinstituts in Rumänien hat Außenminister Graf Ciano den Nationalrat M 0 r e l l i ernannt. Professor Moretti wird in Bukarest, Jassy und Sibui Vorträge halten. Die Präsidenten der italienischen Kulturinstitute in Bub Marien, Kroatien und der Slowakei, die Professoren Carlo Anti, Albert Viggini und Johan Macer, bekleiden bereits ihre neuen Aemter. Im Mai wird Exzellenz B e d r e r 0 , Präsident des italienischen Kulturinstituts in Griechenland, nach Athen reisen.

Angriffe. Es sei unglücklich für England, daß der durch den Kriegseintritt Japans in die Kriegslage einge­führte ungünstige Faktor sich in den kommenden 9Nonaten, wenn die deutschen Streitkräfte in ein Stadium aktiver Operationen eintreten, noch in einem sehr ernsten Maße für die mit England Ver­bündeten bemerkbar machen werde. Abgesehen von den in Ostasien erlittenen Menschen- und Schiffs- verlusten wirke sich die Einbuße der dort gelegenen wichtigen Rohstoff gebiete verhängnisvoll aus. Man dürfe dabei auch nicht übersehen, daß der Krieg mit Japan seinen Höhepunkt noch nicht erreicht habe. Wenn auch die Deutschen den Sowjets zahlenmäßig unterlegen seien, fei doch die Qualität ihrer Solda­ten und die strategische Fähigkeit ihres General­stabes bei weitem dem überlegen, was die Bolsche­wisten zu bieten hatten. Außerdem blieben noch die nicht vorauszusehenden Ueberraschungen, mit denen die Deutschen ganz bestimmt in den kommen­den Monaten aufwarten. Alles zusammengenommen könne man eine gewisse Furcht nicht verbergen, wenn man einmal gründlich, über die militärische Dynamik des modernen Deutschland und seine über­wältigenden Fähigkeiten nachdenke, erstklassiges Kriegsmaterial zu erzeugen und immer wieder traft seines Erfindergeistes bisher nicht dagewesene Steue­rungen in den Kamps zu werfen.

falls wieder auf genommen. Dasselbe wird vom Kampfabschnitt am Scllwin^Fluß berichtet.

Das Zerstörungswerk der USA.-Truppen in Cebu.

Tokio, 23. April. (Europapreß.) Die Stadt Cebu auf der gleichnamigen Philippinen-Insel ist durch die von den geflüchteten USA.-Truppen entfachten Brände fast völlig zerstört. Die Zerstörungswut der Nordamerikaner hat nicht einmal vor den Häusern und Geschäften der Eingeborenen hallgemacht. Erst nach großen Bemühungen ist es den Japanern am 20. April gelungen, die Feuersbrunst zu löschen. Auch die Wasserversorgung wurde von den nord­amerikanischen Truppen zerstört. Die japanischen Operationen auf Der Philippinen-Insel Panay könnten praktisch als beendet gelten. Vielleicht sind noch einige hundert versprengte Gegner in Den Dschungeln des Baloy-Berges, der höchsten Jnfel- erhebung, versteckt. Die Befriedung auf Panay macht inzwischen rasche Fortschritte; die vom Feinde au seiner Flucht angelegten Feuersbrünste sind gelöscht.

Kultur hüben und drüben.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Die Schließung Der Neuyorker M es tr 0 p 0 litan O p e r ist ein kulturelles Armuts­zeugnis ersten Ranges für Das aufseine Lebens­art" so eingebildete Nordamerika. Schon Die Tai» ache, Daß Die schwerreichenMäzene" Dieses mit erborgtem Glanz aufgebauten Kunstinstituts mit Der Zurückziehung ihrer Subventionen Das Schicksal Des Musentempels für Die Kriegszeit besiegelt haben, wirft ein bezeichnendes Licht auf Die oberflächliche Einstellung von Mister Moneymaker zu den Funk­tionen Des Kunst- und Kulturschaffens. Man kann gewiß fein, Daß völkerpsychologifch betrachtet. Der Entschluß Der Geldgeber her Metropolitan Oper in den USA. und selbst in Neuyork her breiten Deffent- lichkeit well weniger Kopfschmerzen verursacht hat als Produktions- und Verkaufsbeschränkungen für Kraftwagen und Kühlschränke. Denn jeneameri­kanische Lebensart" ist ja in ihrem Wesenskern ma­teriell-zivilisatorisch verankert und entbehrt Im gro­ben Durchschnitt einer tieferen seelischen Bindung. Sie hat ihr untrügliches Symbol im Rummel feich- ter Revuen und schaolonenmäßiger Hollywoodfilme gefunden, und nur wenig gehobene Philister fühl­ten sich moralisch verpflichtet, für die unverstande­nen Kulluraüter herAlten Welt" zu schwärmen unh sich diese Liebhaberei etwas kosten zu lassen.

Es wäre verkehrt, wollten wir von Europa aus hochmütig und verständnislos die historischen Be­dingtheiten dieser nordamerikamschen Mentalität verkennen. Sie erwächst mit innerer Notwendigkeit aus der geschichtlichen Tradllionslosigkell des Dankes- tums, das schon in seinen Anfängen die Opposition gegen den eigenen Ursprung im europäischen Le­bens- und Kulturkreis auf sein Banner geschrieben hatte. Es ist eine andere Primitivität als Diejenige eines Kaffernkrals, mit dem schon rein begrifflich jeglicher Verständnisversuch über die tieferen mensch­lichen Probleme des geiftigen und kulturellen Be­reichs zum Scheitern verurteilt fein müßte. Eine Ahnung von diesen Dingen ist in irgendeinem ver­borgenen Winkel des Bewußtseins vorhanden, wenn auch nur unentwickelt, weil eben die innere Opvo- sition ein wirkliches Eingehen auf diese Werte des europäischen Kulturkreises von vornherein verhin­dert. Dementsprechend konnten auch die wirklichen Kulturschöpfungen nie tieferes inneres Besitztum oder gar Gegenstand ernsten unh leidenschaftlichen Ringens auf dem nordamerikanischen Kontinent werden, sondern mußten stets luxuriöses Beiwerk außerhalb der Persönlichteitssphäre jedes einzelnen bleiben.

Das Gebiet der Oper ist dabei für den Nord­amerikaner noch insofern heute ein besonders schwan­kender Boden, als die gesamte kunstgeschichtliche Entwicklung in diesem Bereich ausschließlich im Kreise der europäischen Kulturvölker vonstatten ge­gangen ist. Die führende Rolle Deutschlands und Italiens, daneben aber auch die verschißenen An­regungen und Fortentwicklungen durch eine Reihe weiterer europäifcher Geister versetzten die Nord­amerikaner bisher in die peinliche Lage, kulturell gleichsam von den Brosamen der gleichen Nallonen zu zehren, deren Vernichtung und Aushungerung sie sich politisch so aern als höchste Mission und Sinn des blasphemisch genug so genannten Kreuz- zeuges unserer Tage bescheinigt haben. Dieses Dilemma spricht gleichfalls noch mit, um den Pan- kees die Preisgabe ihres einzigen Kunstinstituts dieser Art leicht zu machen.

Für uns bedeutet das keine Ueberrafchung-Wäh-

bei ist besonders bemerkenswert, daß Roosevelt zur Durchsetzung seiner Ziele die benachbarten Domi­nions zunächst einmal besonderen Behörden unter­stellt, um sie einzeln bequemer unter seine Botmä­ßigkeit bringen zu formen.

Zn her letzten Nacht vier Britenbomber abgeschossen.

B e r 11 n. 24. April. (DAR. ,funtfprud).) Britische Bomber griffen kn her Nacht zum 24. 4. das norddeutsche Küstengebiet an. Es entstand geringer ziviler Zach- und Personenschaden. Bier Bomber wurden zum 21 b ff u r 3 gebracht. Ein einzelnes Flugzeug gelangte in die Nähe der Reichshauptstadt, roo es am Flaksperrgürtel ohne Bombenabwurf a b d r e h t e.

Da«! Eichenlaub zum Ritterkreuz.

DRB.Aus dem Führerhauptquartier, 23. April. Der Führer verlieh dem Kapitänleutnant Hardegen, Kommandant eines Unterseebqytes, als 89. Soldaten, dem Oberleutnant Wolfgang Späte, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, als 90. Soldaten und dem ^-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Wünnenberg, Kom­mandeur einer Division der Waffen-ff, als 91. Sol­daten der deutschen Wehrmacht, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte ihnen nachstehendes Telegramm:In dankbarer Wür­digung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleibe ich Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

Das Ritterkreuz für einen Stukaflieaer

Berlin, 23. April. (DNB.) Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Leutnant Alfons Schmalz, der als Flugzeugführer in einem Stukageschwader bei seinen bisher geflogenen 289 Einsätzen im Kampf gegen die britische Mittel­meerflotte, beim Kreta-Unternehmen unerschrocke­nen Heldenmut gezeigt hat und im Osten in Zu­sammenarbeit mit dem Heer bei den Abwehrkämp­fen des Winters 70 bis 80 Lastkraftwagen, dar­unter 20 mit Munition beladene, zerstört und meh­rere Batterien außer Gefecht gefetzt hat.

DiewirtschastlicheLrschließungderSüdseegebiete

To f io , 23. April. (Europapreß.) Die Befriedung deroon Japan besetzten südlichen und südöstlichen Gebiete hat solche Fortschritte gemacht, daß jetzt Pläne handgreifliche Gestatt annehmen, japani­sche Unternehmen an Ort und Stelle aufzuziehen. Zu diesem Zwecke schlägt die Industrie- und Handelskammer in Tokio als Dachorgan aller japanischen Handelskammern der Regierung vor, einensüdlichen E n t w i ck l u n g s r a t" zu organisieren, welcher die Verteilung der künftigen japanischen Unternehmungen in Südostasien Durch­führen soll, in enger Zusammenarbeit mit Den re­gionalen Militärinstanzen. Demsüdlichen Entwick­lungsrat" liegt ferner ob, die anfallenden Roh- st 0 f f e zweckmäßig zu verteilen und Den Ver­kehrsbetrieb zu verbessern. Daneben sollen die japanischen Handelskammern an den wichtigen Plät­zen Der besetzten Gebiete Zweigniederlas­sungen gründen, Kommissionen zur Erforschung der Wirtschaftsverhättnisse entsenden und m einem Institut für Wirtschaftler solche Personen schulen, welche später in den südlichen Gebieten praktische Verwendung finden.

Sie Docks von Schonan wieder gebrauchsfähig.

Schanghai, 23. April. (Europapreß.) Die Mehrzahl der von den Engländern vor her lieber» gäbe von Singapur (jetzt Schonan) großenteils zer- störten riesigen Docks, der umfangreichsten her Wett, sind dank her Initiative japanischer Ingenieure wie- her gebrauchsfähig. Die Wiederherstellungsarbeiten erfolgen durch mehrere tausend chinesische Dock­arbeiter. Das Kingsdock besteht aus Drei Werft- anlagen, von denen zwei Fahrzeuge bis 30 000

Tonnen aufnehmen können, während das dritte für 10 000-Tonner eingerichtet ist. Das Atbertdock und das Viktoriadock sind für 5000-Tonner gebaut. Als die Japaner seiner Zeit die Dockanlagen be­setzten, waren die Kanalanlagen, Maschinen und das 30 000-Tonnen-Schwimmdock von den Eng­ländern fast völlig zerstört worden, so daß die Wie- derherrichtung anfänglich fast unmöglich erschien. Aber dank der unermüdlichen Ansttengung der japa­nischen Ingenieure konnte bereits am 21. März ein japanisches Fahrzeug für Reparaturarbeiten ausge­nommen werden. Während vorläufig nur Schiffs- ausbesserungen oorgenommen werden, soll in nicht allzu langer Zukunft a.uch die Kiellegung neuer Schiffe erfolgen.

Auch Neuseeland unter dem Kommando der LIGA.

Stockholm, 23. April. (DNB.) Der neusee­ländische Ministerpräsident Fraser bestätigte, daß Neuseeland und die Fidschi-Inseln alssüdpazifisches Gebiet" unter das Kommando Der U S Ä. - Marine gestellt werden. Dieses Gebiet würde von Dem südwestlichen Gebiet Des Pazifik unter dem Oberbefehl General Mac Arthurs unterschieden.Es war nufer Wunsch", so erklärte Fraser, ,^ Austra­lien und Neuseeland in demselben Gebiet vereint bleiben sollten, aber Die strategischen Erwägungen müssen natürlich den Vorrang haben. Es werden jedoch auch weiter Vorkehrungen für Die engste Zu­sammenarbeit zwischen Neuseelanid und Australien getroffen werden." Nach Australien ist nunmehr also auch Neuseeland rettungslos in die Fangarme des nordamerikamschen Imperialismus geraten. Da,

Die Wahrheit über Stalins Winteroffenswe.

Ernüchternde Betrachtungen eines britischen Militärkorrespondenten.

Rasches Vordringen der Japaner an der Burmafront.